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Im Sauseschritt

 

Wie doch die Zeit ist verronnen,
wieder hat eine neue Woche begonnen.
Sie hat keine Zeit zu verweilen,
darum müssen wir uns immerzu beeilen.

Im Nu ist es dann Wochenmitte,
es geht vorwärts im schnellen Schritte.
Ein Tag nach dem anderen verstreicht
und geschwind ist das Monatsende erreicht.

Der September dann von uns geht,
Oktoberwind uns um die Nase weht.
Laub sich verfärbt, Drachen steigen,
bunte Blätter im Tanz durch die Lüfte gleiten.

Doch die Zeit bleibt nicht stehen.
Der goldene Oktober wird vergehen,
dem Regen im November weichen,
dem kalten Dezember die Hand hinreichen.

Drum sollten wir jetzt innehalten,
jeden Augenblick uns schön gestalten.
Vorüber ist nämlich weder diese Woche,
noch Monat, Jahr oder gar diese Epoche.

 

 

 

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Mister Tremblehand

Sommerabschiedsgruß

Liebeserklärung

*Dieses Gedicht habe ich bei Rostrose und ihrer Aktion ANL verlinkt https://rostrose.blogspot.com/2018/09/anl-33-warum-bio.html

Badezimmergespräch

„Jeden Tag das selbe Drama,
wenn sie kommen in ihrem Pyjama.
Mit kleinen Augen schauen sie mich an,
blinzeln mir zu dann und wann.

Haben nur ein müdes Gähnen,
das Haar hängt herab in Strähnen.
Sie wollen zwar meine strahlende Klarheit, 
vertragen aber nicht meine Wahrheit.“

„Ach Spiegel, sei nicht traurig,
auch mein Dasein ist ganz schaurig.
Sie drücken und quetschen mich immerzu,
werfen mich in die Ecke im Nu.“

„Oh Tube, du hast noch Glück,
mich nennen sie ein dummes Stück.
Der Umgang mit mir ist nämlich schwierig,
denn ich bin ziemlich schmierig.“

„An mir bleibt alles hängen dann,
Seife, Creme ist am Handtuch dran.
Ich bin dann schmutzig und auch nass,
als wär’ auf mich kein Verlass.“

„Ihr könnt noch alle zufrieden sein,
die schwerste Arbeit ist doch mein.
Muss mich wühlen durch das krause Haar
bei der ganzen Familienschar.“

„Auch meine Arbeit ist ziemlich hart,
muss putzen die Zähne, polieren zart,
bis sie alle sind sauber und strahlend rein
bei Groß und auch Klein.“

„Halt, ich bin auch dabei!
Rasiere des Mannes Bart einwandfrei.“
„Wir sorgen für den Duft bei Mann und Frau,
sind frisch wie der Morgentau.“

„Hört endlich auf zu wetteifern,
wir müssen nicht streiten und keifern.
Mit uns allen beginnt der Mensch den Tag,
wir sind seine Helferlein im Bad.“

 

 

 

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Schau Dir das mal an!

Darf ich mich vorstellen?!

Geschmacksveränderung

Wie heißt es denn so schön:
„Über Geschmack lässt sich streiten!“
Oder lustiger ausgedrückt:
„Die Geschmäcker der Gestecker  sind unterschiedlich.“
Streiten möchte ich mich nicht, aber trotzdem möchte ich ein bisschen über den Geschmack mit Euch plaudern.
Hierbei geht es mir nicht darum, ob das Kleid der Nachbarin gefällt oder nicht. Es geht auch nicht darum, ob Ihr einen ähnlichen Weingeschmack habt wie ich. Trotzdem beginne ich dieses Thema mit dem Wein:

Genießt man in fröhlicher Runde, im Urlaub, in einer schönen Umgebung oder Atmosphäre etc. ein Gläschen Wein, das besonders gut mundet, möchte man diesen Geschmack gerne mit nach Hause nehmen und das Geschmackserlebnis sozusagen wiederholen. Man besorgt sich ein Fläschchen des köstlichen Weins, nimmt es mit, um dieses Getränk an einem gemütlichen Abend gemeinsam mit dem Partner im Wohnzimmer zu genießen. Und siehe da:

Irgendetwas hat sich verändert. Der Wein schmeckt anders.

Gut?

Naja, eigentlich hat man schon besseren Wein getrunken.

Seltsam!?

Oder ein anderes Beispiel:

Man ist beispielsweise im Ausland und kauft sich ein Andenken. Einen traditionell verzierten Krug, ein gemaltes Bild, eine handgefertigte Decke oder ein ähnliches Mitbringsel. Manchmal hat man auch schon eine Idee, wo es im eigenen Heim einen Platz finden soll. Nur, wenn man dieses besagte Etwas dann zu Hause auspackt, ist eine sonderbare Geschmacksveränderung eingetreten:

Das Mitbringsel passt überhaupt nicht in das eigene Heim, gefällt auch nicht mehr so richtig und man fragt sich, wie und wann diese Geschmacksveränderung eingetreten ist.

Habt Ihr auch schon dieses Phänomen erlebt?

Woran mag das liegen?

Haben wir unseren Geschmack so schnell verändert?

Sind unsere Geschmacksnerven irgendwie umprogrammiert?

Warum passiert das immer wieder?

Was macht Ihr im Falle einer Geschmacksveränderung mit dem jeweiligen Mitbringsel? Entsorgen? Im Keller oder auf dem Dachboden deponieren,…?

Trifft das immer zu oder gibt es auch Ausnahmen, bei denen keine Geschmacksveränderung eintritt?

Lasst uns einfach ein bisschen darüber plaudern!

 

 

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Pirat Schorsch

Ich ziehe aus meiner Handtasche eine kleine Schachtel heraus und lege den Inhalt auf den Tisch. Mein Mann sitzt mir gegenüber und betrachtet neugierig die niedliche  Magnetfigur.  Es ist ein kleiner pfiffig aussehender Piratenjunge mit einer schwarzen Augenklappe, einem blauen Tuch auf dem Kopf und einem roten um den Hals. In der Hand trägt er seine Beute, einen Beutel, in dem sich wahrscheinlich die Münzen aus dem Piratenschatz befinden.

„Willst du eine Piratengeschichte schreiben?“, erkundigt sich mein Mann und dreht die Figur in seiner Hand hin und her.
„Keine Ahnung, irgendwann vielleicht. Mir hat der kleine Kerl einfach nur gefallen. Ansonsten habe ich im Grunde genommen mit Piraten nichts im Sinn. Ich habe weder ein Piratenbuch gelesen, noch kann ich mich erinnern jemals einen Film diesbezüglich gesehen zu haben“, erkläre ich meinem Peter.
„Da ist dir aber einiges entgangen. Ich zum Beispiel habe einen echten Piraten kennengelernt. Er gehörte sogar zu meiner Familie.“
„Du stammst aus einer Piratenfamilie? Das ist aber ganz was Neues“, wundere ich mich.
Ich kenne meinen Mann nun schon seit 42 Jahren und ein Pirat ist mir in seiner Familie noch nie begegnet. Irgendetwas kann hier also nicht stimmen.
„Du willst mir doch nur einen Bären aufbinden“, gebe ich ihm zu verstehen, dass ich mich nicht verulken lasse.
„Das würde ich mir niemals erlauben“, sagt er mit todernster Miene. „Ich will dir lediglich von dem Piraten Schorsch erzählen.“
„Nur zu, auch wenn du dir wahrscheinlich alles nur ausgedacht hast und mir jetzt eine Fantasiegeschichte auftischst“, ermutige ich meinen Mann zum Berichten.
„Nein, ich fantasiere nicht und dichte auch nichts hinzu. Mein Onkel Schorsch war in seinem ersten Leben ein Pirat. In seinem zweiten Leben war er dann allerdings ein angesehener und seriöser Fabrikant.“
„Dein Onkel Schorsch? Wer soll das nun wieder sein?“, frage ich vollkommen verwirrt. „Du hast 3 Onkel,- einen väterlicherseits und einen mütterlicherseits. Der dritte Onkel ist angeheiratet und gehört zur Familie deiner Mutter. Allerdings heißt keiner dieser Drei ‚Schorsch‘ und auch nicht ‚Georg’“, gebe ich mein Wissen preis.
Mir ist bekannt, dass in manchen Gegenden Deutschlands der Name ‚Georg‘ umgewandelt wird in ‚Schorsch‘. Auch wenn ich mir mein Hirn zermartere, mir ist in all den vergangenen Jahrzehnten keine Person aus der Familie meines Mannes begegnet, der einen der beiden Namen trägt.
„Onkel Schorsch hast du ja auch gar nicht gekannt. Er lebt nicht mehr und war eigentlich so etwas wie mein Großonkel. Er hat die Schwester meiner Großtante geheiratet,- Tante Elsa.“
„Aha, und der soll Pirat gewesen sein? Das glaubst du doch wohl selber nicht!“
„Und ob ich das glaube!“, verteidigt sich mein Mann. „Zumindest war ich als Kind davon felsenfest überzeugt.“
„Aha!“, sage ich nun schon zum zweiten Mal und muss mir insgeheim eingestehen, dass mich die Sache nun doch schon mehr als nur ein wenig interessiert.
„Immer wenn wir zu Besuch bei Tante Elsa und Onkel Schorsch waren, hat er mir aus seinem Leben als Pirat erzählt. Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, was in diesen Geschichten so alles passiert ist, aber spannend und fesselnd waren sie auf alle Fälle.“
„Mein Mann macht eine kleine Pause, steht auf, holt sich einen Kaffeebecher aus dem Schrank und drückt auf unseren Kaffeevollautomaten, um sich einen Latte Macchiato zuzubereiten.
„Nun erzähl schon weiter! Erst fängst du an, machst mich neugierig und dann hörst du einfach auf zu erzählen!“, beschwere ich mich.
„Ach, bist du doch neugierig geworden?“, fragt Peter scheinheilig. „Na gut, ich will ja nicht so sein!“
Mein Blick wandert bei seinem Bericht immer zwischen meinem Mann und der kleinen Magnetfigur hin und her. Insgeheim stelle ich mir ihn als kleinen Jungen vor, der ein Piratenkostüm trägt und einen aus Holz geschnitzten Säbel schwingt.
„Ich war damals noch ein kleines Kind, das auch noch Mittagsschlaf halten sollte. Obwohl ich eigentlich nicht so genau weiß, ob es mein eigenes Bedürfnis nach Schlaf war oder das meines Onkels, welches uns auf das Sofa im Wohnzimmer zog. Lediglich zum Mittagsschlaf war es ihm erlaubt in der Wohnung zu schlafen. Nachts wurde er wegen seines Schnarchens zum Schlafen auf den Dachboden verbannt. Es führte keine normale Treppe nach oben, sondern es gab eine Klappe in der Decke, an der musste man mit einem langen Stab ziehen, damit sie sich öffnete. Gleichzeitig klappte man  damit eine Leiter aus. Diese musste Onkel Schorsch jeden Abend hinaufsteigen.“
„Das ist ja echt gemein. Aber einen richtige Piraten kann ja nichts erschrecken“, werfe ich ein, doch mein Mann spricht ohne auf meinen Einwurf einzugehen weiter:
„Jedenfalls lag ich dann mit ihm gemeinsam auf dem Sofa und schmiegte mich in seinen Arm. Er erzählte mir von Seeräubern, guten und bösen Piraten, wobei er natürlich immer der gute Pirat war, der auch den großen Piratenschatz fand. In der Schatzkiste befanden sich Gold und Silber und natürlich tausende von Goldmünzen. Außerdem hat er meine Tante Elsa aus den Fängen der bösen Piraten gerettet und vom Fleck weg geheiratet. Aber mehr weiß ich auch nicht mehr.“
„Dann solltest du dich mit der Materie irgendwann mal wieder auseinandersetzten, denn man weiß nie, wann dein Einsatz gefragt ist“, schlage ich vor.
„Wieso, soll ich dir zukünftig als Piraten Peter Gute-Nacht-Geschichten erzählen?“

 

 

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Sonntagsausflug

Auch wenn dieser Sonntagsausflug letztes Jahr im August stattgefunden hat, möchte ich Euch ein paar Fotos davon zeigen. Wir waren damals zum wiederholten Male in einem kleinen Affenzoo, der nicht allzu weit von Cottbus entfernt ist. Vor geraumer Zeit hatte ich Euch schon einmal von diesem privaten Affenzoo berichtet (Im Land der Affen).

Die Kattas haben es mir angetan. Ich finde diese kleinen Kerlchen mit ihrem ca. 60 Zentimeter langen schwarz-weiß geringeltem Schwanz einfach zu niedlich.

Neugierig, wie Äffchen nun einmal sind, wurden wir aufmerksam beäugt. Es schien mir als würde er denken:

„Die muss ich mir genauer ansehen! Also nichts wie hin!“

„Hallo Kumpel, gut dass du da bist. Lass uns die Menschen da draußen ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen! Los, komm mit!“

„Warte, nicht so schnell!“

„Denen zeigen wir erst einmal wie hübsch wir sind. Vor allen unser langer schwarz- weißer Schwanz muss bewundert werden.“

„Das ist mir jetzt aber echt zu langweilig. Komm, lass uns ein bisschen spielen!“

„Oh ja, wir rangeln ein wenig!“

„Das macht richtig Spaß!“

„Jetzt hab ich aber keine Lust mehr. Ich hau ab!“

Es dauerte allerdings nicht sehr lange und die Beiden fingen wieder an zu rangeln und zu raufen.  Es hat Freude gemacht ihnen zuzusehen.

Ganz sicher war das nicht unser letzter Besuch im Affenzoo in Jocksdorf.

 

 

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Peinlich, peinlich

Meine Mutter und die Zugspitze

 

Fundstück aus vergangenen Zeiten

Wenn ich bei meiner Mutter zu Besuch bin, dann stöbere ich gerne in meinem Jugendzimmer, in dem meine Mutter nicht viel verändert hat. So passiert es, dass ich Dinge finde, die für mich einen Erinnerungswert haben und schöne Andenken sind. 

Auch am vergangenen Wochenende habe ich meine Mutter besucht und Erinnerungen waren ebenfalls wieder mit von der Partie. Dieses Mal fiel mir ein Geschenk von meiner längst verstorbenen Tante in die Hände. Wie es dazu kam, erzähle ich Euch jetzt:

 

Da der Zwetschgenbaum im Garten meiner Mutter über und über voll war mit reifen Früchten, machte ich mich an die Ernte: 

Bäumchen rüttel dich, Bäumchen schüttel dich,

fällt herab ein Pfläumchen für mich.

Erst eins, dann zwei, dann drei und noch viele mehr,

bis mein Eimer ist voll und schwer.

Eigentlich musste ich nicht schütteln und rütteln. Die Äste hingen voll und waren dadurch enorm schwer, so dass sie sich bis zum Boden hinab neigten. Ohne Mühe und ohne Leiter konnte ich die Zwetschgen ernten und die Eimer befüllen. 

Bring sie nach Haus, esse sie einfach auf,

wenn ich hab Appetit darauf.

Backe Kuchen, den einen, dann noch den zweiten,

versinke in Gedanken in alten Zeiten.

Bald schon war uns klar, dass wir diese Unmengen an Zwetschen nicht verwerten konnten. Egal ob Mus oder Kuchen, zuviel des Guten ist einfach zuviel. Also überlegten wir, wer aus der Nachbarschaft und Bekanntschaft wohl noch Zwetschgen haben möchte.

Obwohl inzwischen viele Eimer abgeerntet sind, werden wohl noch einige Früchte für die Vögel übrig sein. 

Bevor wir uns mit Zwetschgen im Gepäck wieder auf den Heimweg machten, fiel mir etwas ein. Also rannte ich sogleich in mein ehemaliges Jugendzimmer und fand auch sofort, wonach ich suchte.

Zwetschgenmann klein, Zwetschgenmann fein,

bist schon so lange mein.

Mit Zwetschgen, Korken und auch noch der Nuss,

bist du ziemlich gut in Schuss.

Nachdem ich diesen Zwetschgenmann ein wenig vom Staub befreit hatte, erstrahlte er wieder wie neu. 

Deine Augen so groß, Deine Augen so rund,

dazu Nase und roter Mund.

Weiße Haare, schwarzer Zylinder, die Laterne in der Hand, 

bist du bekannt im ganzen Land.

Damals wie heute freue ich mich über diesen schönen Zwetschgenmann. 

Bäumchen rüttel dich, Bäumchen schüttel dich,

fällt herab ein Pfläumchen für mich.

Erst eins, dann zwei, dann drei und noch viele mehr,

Zwetschgenmann, erfreust mich sehr.

 

 

 

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Das Wiedersehen

Scherben

Filmreif

Oma Lena und ihre Schatztruhe

Magdalena sitzt in ihrem Lieblingssessel, die Hände im Schoß gefaltet und die Augen geschlossen. Ihr faltiges Gesicht zeugt von einem gelebten Leben, aber auch von einer inneren Zufriedenheit. Sie hält ein kleines Mittagsschläfchen, was ihr in ihrem hohen Alter von Herzen gegönnt sei. In wenigen Wochen wird sich ihr Geburtstag zum 103. mal jähren. 

Sie war in den Wirren des Ersten Weltkrieges geboren und hatte ihre Eltern gleich zu Beginn des zweiten Weltkriegs verloren. Drei Jahre später fand sie ihr großes Glück, doch auch Edgar musste sie vor mehr als einem Jahrzehnt zu Grabe tragen. Mit ihm war sie in inniger Liebe verbunden. Drei Kindern schenkte sie das Leben, einem Jungen und zwei Mädchen. 
„Ich bin schon eine ganz schön alte Schachtel“, pflegt sie zu sagen, wenn man sie auf ihr Alter anspricht. Ihre Stimme klingt kein bisschen zittrig, sondern fest und klar wie bei einer Achtzigjährigen. Inzwischen ist sie allerdings schon mehrfache Oma und stolze Urgroßmutter von einem Zwillingspärchen. Alle nennen sie einfach nur „Oma Lena“ und lieben sie abgöttisch.
Während des zweiten Weltkrieges fand sie nicht nur ihren Edgar, sondern mit ihm auch noch eine liebe Freundin. Luisa war die Schwester ihres Mannes  und damit ihre Schwägerin, aber vor allen Dingen ihre beste Freundin. Einige Jahre durften sie miteinander verbringen, dann heiratete diese und zog in eine andere Stadt, weit weg von Magdalena. Beide hielten den Kontakt durch Briefe, doch eines Tages erhielt Magdalena eine traurigen Nachricht von Luisas Mann. Sie war bei der Geburt ihres ersten Kindes verstorben. Da Luisas Gatte die Briefe von Magdalena fein säuberlich in einem Kästchen gefunden hatte, ließ er diese seiner Schreiberin wieder zukommen. Diese bewahrte sie bis zum heutigen Tag auf. Und noch mehr: Magdalena hatte nie aufgehört Luisa zu schreiben und von ihrem Leben zu berichten. Es gab Zeiten, da schrieb sie jeden Tag, dann Monate keine einzige Zeile, um dann wieder einen langen und ausführlichen Bericht folgen zu lassen. Erst mit 95 Jahren, als ihre Hände zittriger wurden und die Augen müder, beendete Magdalena ihre Schreiben an ihre liebe längst verstorbene Freundin. Magdalena hatte alle Briefe eines Jahres fein säuberlich mit einem farbigen Band gebündelt und ein Zettelchen mit der Jahreszahl angeheftet. Die Stapel wurden mit der Zeit kleiner und zum Schluss waren es nur noch zwei oder drei Briefe pro Jahr. Danach begann sie die unzähligen Briefe zu lesen oder später dann sich vorlesen zu lassen,- bis heute. 
Mit diesen Briefen zieht ihr ganzes Leben wieder an ihr vorbei, sie durchlebt alle Höhen und Tiefen, jede Freude, aber auch jeden Kummer noch einmal. Sorgsam aufbewahrt hütet sie diese Briefe wie einen kostbaren Schatz in einer kleinen Schatztruhe.
Auch heute darf eine kleine Lesestunde nicht fehlen. 
„Bitte Klara“, fordert sie ihre Urenkelin auf, „lies mir ein bisschen vor.“
Klara, die bereits in die dritte Klasse geht, nimmt einen Stapel aus der Truhe und öffnet die lila Schleife mit deren Band das Bündel zusammengehalten ist.  Das kleine Zettelchen mit der Jahreszahl trägt die Aufschrift „1993“.
„Da haben mein Edgar und ich goldene Hochzeit gefeiert“, erinnert sie sich und ein Strahlen erhellt ihr Gesicht. 
„Lies nur, mein Kind! Es wird dir gefallen!“, ermutigt Oma Lena ihre Urenkeltochter Klara.

„Meine liebe Luisa,

lange habe ich keinen Brief mehr an Dich geschrieben, weiß ich doch, dass Du von dort, wo Du bist, über mich und meine Familie wachst. Die Ereignisse besonders der letzten Tage möchte ich aber unbedingt mit Dir teilen. Du wirst Dich sicher sehr darüber freuen.
Edgar und ich sind nun schon seit 50 Jahren glücklich verheiratet. Dachte ich doch damals kurz nach der Hochzeit, dass unsere Ehe unter einem schlechten Stern stehen würde. Du erinnerst Dich, ich habe ein paar Wochen nach unserer Vermählung bei Gartenarbeiten meinen Ehering verloren. Alle haben wir gebuddelt und gesucht, aber der Ehering blieb spurlos verschwunden. 
Edgar hat sich das Geld vom Mund abgespart und mir dann zu unserem zweiten Hochzeitstag einen neuen Ring gekauft, den ich noch heute mit Stolz an meinem rechten Ringfinger trage.
Doch stell Dir vor, was am Tag unserer Goldenen Hochzeit passiert ist: 
Die Schwiegertochter meines Sohnes, Du weißt er lebt mit seiner Familie in unserem Haus, hat die Gartenarbeit als ihr Hobby auserkoren. Anna, so heißt sie, brauchte ein paar Karotten, denn sie wollte die Platten mit dem Schnittchen besonders schön dekorieren, also ging sie in den Garten. Edgar und ich saßen gerade auf unserem gemütlichen Balkon, als ein Schrei aus dem Garten kam. Und gleich darauf hörten wir jemand die Treppe zu unserer Wohnung hinauf  spurten. Sekunden später klopfte es heftig an unsere Wohnungstür. Als wir öffneten stand  Anna davor und hielt uns eine Karotte hin. 
„Schaut nur!“ rief sie aus und deutete auf  eine Stelle an der Karotte, die seltsam verdickt schien.
Nun, die Karotte war kein besonderes Prachtexemplar, aber sie versetzte uns in ein Staunen, das zunächst seinen Ausdruck in Sprachlosigkeit fand und dann in Tränen  endete. Nein, es waren keine Tränen der Trauer, es waren Tränen der Freude. 
Vielleicht ahnst Du schon, was ich Dir erzählen möchte: 
Eingewachsen in die Karotte, glitzerte mein Ehering und strahlte uns entgegen. Naja, so sehr gestrahlt hat er zunächst nicht, aber Edgar brachte ihn noch am selben Morgen zum Juwelier und hat ihn tüchtig polieren lassen. Und am Nachmittag im Gottesdienst zu Ehren unserer Goldenen Hochzeit hat er ihn mir an den Ringfinger meiner linken Hand gesteckt.
Ist das nicht schön?!!! Ich bin überglücklich und könnte die ganze Welt umarmen, doch besonders meinen Edgar.“
Wärst Du jetzt bei mir, so würde ich auch Dich fest in die Arme schließen.

Deine stets in tiefer Zuneigung verbundene Freundin

Magdalena

Als Klara von dem Brief aufblickt, sieht sie wie ihrer Oma ein paar Tränen über das Gesicht kullern.
„Du weinst ja“, sagt sie erschrocken. „Das war doch sooo eine schöne Geschichte!“
„Das ist keine Geschichte,- das ist mein Leben. Und die Tränen sind Freudentränen, aber auch Tränen der Trauer um meinen geliebte Edgar und meine beste Freundin Luisa.“
„Soll ich Dir etwas bringen?“, fragt Klara, die möchte, dass Oma Lena wieder strahlt.
„Ja! Gib mir bitte das letzte Bündel Briefe.“
„Es ist nur noch ein Einziger da!“, erwidert Klara und hält ihn hoch.
„Gib mir bitte diesen Brief und dann kannst du mich ruhig alleine lassen und spielen gehen. Ich lese den letzten Brief selbst. Bestimmt warten deine Spielkameraden schon auf dich.“
Als Anna eine Stunde später das Abendessen nach oben bringt, findet sie Oma Lena in ihrem Lehnsessel und den letzten Brief in der Hand haltend. 
Bevor sie friedlich für immer eingeschlafen ist, hat sie mit zittriger Schrift noch einen letzten Satz unter die Zeilen des Briefes geschrieben:

Luisa und Edgar waren meine Schutzengel, nun folge ich ihnen und wir wachen gemeinsam über Euch, meine geliebte Familie.

In Liebe 

Oma Lena

 

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Die Sache mit der Vorahnung

Unser zweites Kennenlernen

Danke für den Hinweis!

Im Leben erhält man viele Hinweise. Manche sind brauchbar, andere eher weniger. Mir sind einige davon in meiner Fotosammlung begegnet, die ich Euch heute mal zeigen möchte.

Man fragt ja immer:

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Unser Sohn hatte in seiner Studentenbude eine originelle Uhr an der Wand hängen und diese gab an, dass „JETZT“ genau der richtige Zeitpunkt ist, denn das Leben findet im Hier und Jetzt statt.

Einen etwas anderen Zeitmesser habe ich in einer hessischen Gastwirtschaft entdeckt, die den Hinweis gibt, dass manchmal alles verkehrt läuft. Also sollte man besser aufpassen und immer genau hinsehen. Dann klappt das schon.

Dort fand ich auch den gut gemeinten Rat, nicht über sich selbst zu reden, ….

Jedes Kind weiß ja, dass man im Straßenverkehr gut aufpassen und an einer roten Ampel stehen bleiben muss. Das gilt selbstverständlich für Autofahrer ebenso wie für Füßganger und Radfahrer. Aber muss man deshalb gleich bei Rot auf seinem Fahrrad balancieren? 😉

In manchen Gegenden ist es sogar erwünscht bei Grün nur mit einem aufgespannten Schirm die Straße am Fußgängerüberweg zu überqueren.

Glück gehabt!!! An diesem wunderschönen Sonnentag hatte ich sogar einen Schirm dabei. 😉

Geregnet hat es jedoch an diesem Tag, der allerdings schon ein paar Jährchen her ist und an dem ich dieses nette Schild entdeckte.

Für alle, die nicht Hessisch verstehen, übersetze ich gerne. Hier steht:

„Wir haben auf!“

Am letzten Wochenende las ich auf dem „Quark und Leinöl Festival“ in Burg im Spreewald einen Hinweis, der wirklich gut gemeint ist und den wir beherzigen sollten. Wenn die Sonne vom Himmel strahlt, denkt niemand an den Winter. Doch eines ist gewiss: Der Winter kommt schneller als wir denken:

„Denkt an den Winter – Schöne warme Tücher“

Wenn man so unterwegs ist, weiß man es zu schätzen, wenn man einen Hinweis erhält, der auf ein bestimmtes Örtchen aufmerksam macht.

Während das eine Schild über alle Grenzen hinweg gut verständlich ist,

setzt das andere mehr auf Originalität.

Bei dem Schild, das ich an einem thailändischen Strand entdeckte, war ich jedoch leicht irritiert.

Wenn sich dann der große Hunger einstellt und der Blick auf folgenden Schriftzug fällt, *

kann man nur noch sagen:

„Danke für den Hinweis!“

 

 

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Eile mit Weile

Ein Leben ohne sie

 

*Leider kann ich michnicht mehr erinnern, wo ich dieses Foto gemacht habe.

 

Absicht oder Unachtsamkeit?

In meiner Jugend habe ich es bei meiner Großtante festgestellt, bei der Großtante meines Mannes und auch noch bei anderen Personen. Schnell war man dann einer ganz bestimmten Meinung und diese tendierte dahin, dass man glaubte, derjenige habe es mit Absicht gemacht.

Doch heute, Jahre, sogar Jahrzehnte später habe ich plötzlich eine ganz andere Ansicht. Wieso das denn? Naja, man kann ja seine Meinung gegenüber gewissen Gegebenheiten ändern. Vielleicht, weil die Sicht der Dinge eine andere geworden ist. Aber auch, weil man plötzlich ähnliche Situationen erlebt hat. Nein, das ist nicht ganz korrekt ausgedrückt. Ich meine natürlich, weil man selbst auf einmal derjenige ist, welcher…
Erst neulich ist es mir passiert. Wir waren in Lübeck. Diese Stadt zu besuchen und ohne das köstliche Marzipan gekostet zu haben, wieder wegzufahren, geht gar nicht. Lübeck und Marzipan gehören einfach zusammen. Die Lieben zu Hause freuen sich dann natürlich auch über ein Mitbringsel und was wäre besser geeignet als eine Schachtel dieser Köstlichkeiten.
„Schaut mal, was wir euch mitgebracht haben“, sage ich zu der Freundin unseres Sohnes und reiche ihr die Schachtel.
„Oh, lecker!“, meint sie erfreut, „da sind ja sogar verschiedene Sorten drin.“
Da die Aufzählung dieser unterschiedlichen Geschmacksrichtungen auf der Rückseite der Schachtel benannt ist, dreht sie diese automatisch um. 
Ja, was soll ich sagen? Genau in diesem Moment sehe ich es. Ein kleines Schildchen.
„Oh,oh!“, rufe ich peinlich berührt aus und nehme ihr die Schachtel wieder weg. 
„Da habe ich wohl etwas vergessen!“, erkläre ich ihr und versuche das kleine Preisschildchen zu entfernen. „Na hoffentlich ist mir das bei unseren Nachbarn nicht auch passiert. Ihnen haben wir nämlich ebenfalls eine Packung mitgebracht.“
„Jetzt ist es also auch bei mir schon soweit“, denke ich und mir fallen die Mitbringsel und Geschenke ein, die man früher von diversen älteren Verwandten und Bekannten bekam. „Ich vergesse nachzusehen, ob irgendwo ein Preisschild klebt und entferne es demzufolge nicht.“
Inzwischen denke ich, dass dies jedem passieren kann und bestimmt auch schon passiert ist. Unachtsamkeit, Eile, Gedankenlosigkeit, es gibt bestimmt viele Gründe. 
Aber zwei Gründe treffen bei mir nicht zu: Ich bin weder „vertüdelt“, wie man bei uns so schön sagt, noch handelt es sich um Absicht. 
„Eigentlich muss mir das doch überhaupt nicht peinlich sein“, so überlege ich.
Jedermann weiß, dass man das Mitbringsel gekauft hat und das hat nun mal seinen Preis. Nur welchen Preis, das will man nicht unbedingt kundtun, denn es geht um die Geste des Schenkens und nicht um den Preis. 

Kennt Ihr ebenfalls solche Situationen und ist es Euch selbst schon passiert? Wie denkt Ihr darüber? Warum ist das eigentlich eine peinliche Situation?

Lasst uns ein bisschen darüber plaudern!

 

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Die Abenteuer des kleinen Matz

Unbeschriebenes Blatt

 

„Hallo“, ruft das unbeschriebene Blatt,
„ich habe es unendlich satt,
denn ich liege einfach hier nur so rum
und das ist mir dann doch zu dumm.“

Pinsel, Stift und auch die Schreibfeder
verstehen nicht dies Gezeter,
denn bald kommt gewiss auch ihr Einsatz,
drum gehört Abwarten zum Grundsatz.

„Ach, lass doch das Meckern sein,
siehst aus so sauber und rein,
so perfekt und vollkommen unschuldig,
drum sei doch nicht so ungeduldig.

Mensch und Muse werden erscheinen,
uns alle in Text oder Bild vereinen.
Warten wir lieber auf der Stunde Gunst, 
um zu erstrahlen als Poesie oder Kunst.“

„Will auch ich nun still und geduldig sein,
was meine Bestimmung wird sein,
übe mich in Vorfreude und Hoffnung
auf die kreative menschliche Schöpfung.“

Stift, Pinsel, Feder beginnen mit ihrem Tanz,
zaubern damit prachtvollen Glanz,
auf das einst unbeschriebene, traurige Papier,
erfüllen es mit Stolz und schöner Zier.

 

 

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Goldglöckchen

Trendfrisuren

Lange habe ich überlegt, wie ich meinen heutigen Post nennen soll. Zur Auswahl stand noch der Titel: „Tierisch gestylt“, aber dieser  kommt demnächst an die Reihe.

Der Pony liegt schon immer voll im Trend.

Er sieht richtig sportlich aus, – egal, ob von vorne oder seitlich gesehen. Nur lang muss er sein.

Auch die Igelfrisur ist allseits beliebt.

In der Sommerhitze wird „kurz geschoren“ besoders gern getragen.

Sehr modisch haben sich diese Beiden stylen lassen.

Dieser „Bubikopf“ hat mich total begeistert. Chic, oder?! Ich finde: Einfach phänomenal!

Seid alle herzlich gegrüßt und habt ein schönes Wochenende.

 

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Sucht uns doch!

 

*Das Hundefoto hat unser Sohn fotografiert.

 

 

Juhuu!!!

Die folgende Geschichte gehört wieder einmal in die Sparte „Erinnerungen“. Sie passt hervorragend in diese Jahreszeit und ganz speziell sogar zu der momentan vorherrschenden Hitze. Eigentlich kann ich nur wiedergeben, was mir mein Mann seit Jahren in regelmäßigen Abständen erzählt, denn nicht ich, sondern er hat diesem Ereignis beigewohnt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Heute ist es wieder einmal soweit und mein Mann beginnt zu erzählen:
„Eigentlich ist es schade, dass die Kinder zur Zeit keine Schule haben?“
Noch ahne ich nicht, worauf mein Peter hinaus will und frage deshalb leicht irritiert:
„Wieso das denn? Jetzt sind Sommerferien, –  genau richtig bei dieser Affenhitze.“
„So entgeht ihnen aber die schönste Seite des Schullebens.“
„Und die wäre?“
„Na, das ist doch ganz klar. Bei Hitze gibt es Hitzefrei. Und da fällt mir auch sogleich ein gemeinsamer Schulkamerad von uns ein.“
„Aha und wer soll das sein?“
Mein Gatte kratzt sich am Kopf und erklärt mir mit todernster Miene:
„Den Namen kann ich Dir leider nicht nennen. Nicht, weil ich ihn nicht mehr wüsste, aber die neuen Datenschutzrichtlinien verbieten es mir. Nennen wir ihn einfach mal V. !“
Inzwischen ist mir schon ziemlich klar, um welche Begebenheit es sich handelt und von wem Peter spricht.
„Ach, du meinst V…!“
„Psst!“ 
Mit gespieltem Entsetzen hält er den Zeigefinger vor den Mund, um mir anzudeuten, keinen Namen zu nennen. In der nächsten Sekunde jedoch beginnen wir beide zu grinsen. 
Man sollte es nicht für möglich halten, aber im selben Moment springt bei mir das Kopfkino an und ich sehe unseren ehemaligen Klassenkameraden in unserer Schule, die wir in der Oberstufe gemeinsam besuchten, vor mir. Schon damals, ungefähr zwei Jahre vor dem Abitur, war unser Klassenkamerad ein großer und kräftiger junger Mann, der allerdings noch in einer fast kindlichen Art einigen Unfug im Kopf hatte, also irgendwie ein sogenannter Kindskopf war. Besonders in dieser Situation, ließ er seinen manchmal überschwänglichen Gefühlen freien Lauf.
„Wir hatten gerade Pause, glaube ich“, beginnt Peter seine Erzählung. „Zumindest waren wir im Gang vor dem Klassenzimmer. Wahrscheinlich war es uns draußen zu warm oder die Pause näherte sich dem Ende. So genau weiß ich das alles nicht mehr.“
„Ist auch völlig belanglos!“, treibe ich ihn zum Weitererzählen an. Auch wenn er mir die Geschichte schon unzählige Male ausgemalt hat, höre ich ihm erwartungsvoll zu.
„In dem Moment, als ich noch zwei Schritte vor der Tür und er genau im Türrahmen stand, ertönte eine Durchsage aus dem Lautsprecher.“
„Ich nehme an, dass niemand ins Lehrerzimmer gerufen wurde“, vermute ich.
„Da vermutest du richtig. Es kam die Durchsage, dass es an diesem besagten Tag hitzefrei gibt.“
„Da freut sich jedes Schülerherz!“
„Ja und V. auch. Man kann seine Reaktion am besten folgendermaßen beschreiben: 

Juhu!!! 

Hüpf!!! 

Peng!!! 

Boing!!!“

„Und was bedeutet diese Comicsprache übersetzt? Wenn schon, dann will ich jetzt auch die ausführliche Version hören“, gebe ich meinem Mann zu verstehen.
„Wie gesagt, V. stand direkt im Türrahmen, als sich seine überschwänglichen Gefühle bezüglich der Durchsage äußerten. Er schrie voller Freude und Begeisterung 

‚Juhuu!!!‘

Im selben Moment hüpfte er mit Schwung und Elan hoch, also:

‚Hüpf!!!‘

Dabei knallte er mit ungehinderter Wucht mit dem Kopf an den oberen Türrahmen, also:

‚Peng!!!‘

Eine Sekunde später fiel er stangenlang um, also:

‚Boing!!!’

Obwohl man in einem solchen Fall nicht lachen, sondern den armen V. bedauern sollte, können wir uns im Nachhinein einen Lacher nicht verkneifen.
„Damals hat keiner gelacht. Wir hatten alle einen tüchtigen Schreck bekommen und machten uns Sorgen um V.  Das Ende vom Lied, beziehungsweise von seinem Begeisterungssprung, war nämlich ein Loch im Kopf. Am nächsten Tag kam er mit einem Verband in die Schule. Die Wunde musste genäht werden.“
„Ohje, der Arme!“, schäme ich mich meines Lachers. „Das hat bestimmt höllisch weh getan!“
„Inzwischen lacht er wahrscheinlich selbst darüber. Dieses Hitzefrei war für ihn sicherlich unvergesslich und möglicherweise erzählt er längst seinen Enkelkindern diese Geschichte.“
„Auf alle Fälle schaut V. erst einmal nach, ob nichts über ihm schwebt, bevor er einen begeisterten Luftsprung macht“, füge ich hinzu.

 

 

 

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Hitzegedanken

Die Sonne brennt uns auf das Haupt,
drum sei ein Schirm als Schutz erlaubt,
damit das Hirn nicht zu glühen beginnt
und jeder geniale Gedanke einfach nur verrinnt.

Mit Schirm oder Sonnenhut beschattet,
dazu noch mit Sonnencreme ausgestattet,
sollten wir uns eine Erfrischung gönnen,
um einen kühlen Kopf bewahren zu können.

Wasser uns dann überaus kostbar ist,
dessen sind wir uns in der Hitze gewiss,
genießen glücklich das einfache Nass,
ob aus Wasserhahn, Flasche oder dem Fass.

Mit den Füßen waten durch den Teich
ist ein Vergnügen ohne jeglichen Vergleich,
wirkt erfrischend und belebend zugleich,
ganz egal, ob man nun arm ist oder reich.

Sucht euch ein nettes schattiges Plätzchen,
neben dem Hund oder kleinen Schmusekätzchen,
genießt die Ruhe und die schönen Sonnentage,
sie entschwinden viel zu schnell,- ohne Frage.

So wünsche ich uns allen in der Hitze hier,
auf alle Fälle der notwendigen Dinge vier:
Frohsinn, Schatten, Wasser und ein kühles Bier.
Doch bedenkt, Durst hat auch das kleinste Tier.

Lieber Wettergott, schenke Sonne und Regen,
dies ist für Mensch, Tier und Natur ein Segen.
Bedenke dabei jedoch, ein Zuviel des Guten
ist von Nachteil und niemand zuzumuten.

Muss das wirklich sein?(2)

Ich muss heute diese Frage noch einmal stellen und möchte mich darüber mit Euch unterhalten.
Schaut Euch doch bitte mal das Beitragsfoto an.
Hübsch, oder?
Naja, wie man es nimmt. 
Die blühenden Pflanzen und der kleine Gingobaum sind von einem Band umschlungen und muten im strahlenden Sonnenschein und vor der grünen Hecke fast schon ein bisschen dekorativ an.  
Es könnte vielleicht die Dekoration für einen Kindergeburtstag, eine Hochzeit oder eine Gartenparty sein. Die Fantasie kennt hierfür keine Grenzen. 
Schaut noch einmal genauer hin. 
Richtig! Es handelt sich um Verpackungsmaterial. Diese mit Luft gefüllten Plastikpolster sollen etwas vor dem Zerbrechen oder Zerkratzen schützen. Nur was?
Um das zu erklären, muss ich in meinen Ausführungen ein wenig ausschweifen:
Ich habe eine kleine Hecken- und Grasschere, die mit einem Akku betrieben wird. Diese ist schon seit etlichen Jahren in meinem Besitz und ich kürze damit die Bodenkriecher in unserem Vorgarten auf die entsprechende Höhe und Länge. Das klappt ganz prima und ich bin mit dieser Schere sehr zufrieden. 
Wie gesagt, es ist auch ein entsprechendes Scherblatt für Gras dabei. Damit kann man die Grasränder abschneiden, die eventuell beim Mähen stehen bleiben. Bisher habe ich es nie gebraucht, da mein Mann immer alles ordentlich abgemäht hat. Doch „Schnuffi“, unser Mähroboter, lässt hier und da doch einige Grashalme am Rand stehen.
Da ich mit dieser akkubetriebenen Schere nicht am Boden entlang kriechen möchte, habe ich mir im Internet (leider war dieses Zubehör des Alters wegen nur noch im Internet verfügbar) den passenden Teleskopstiel hierfür bestellt. Er lässt sich auf 80- 115cm ausziehen und verhindert damit, dass ich Kreuzschmerzen bekomme.
Den Rest könnt Ihr Euch vielleicht denken?!
Auf jeden Fall klingelte zwei Tage später die Postbotin an unserer Haustür.
„Ich habe hier ein kleines Päckchen für Sie!“, lächelte sie mich an und stellte mir einen riesengroßen, aber federleichten Karton vor die Füße. 
„Ohje! Und das ist wirklich für mich?“, fragte ich etwas ungläubig.
„So steht es hier drauf!“, meinte sie und verabschiedete sich, indem sie mir „Ein schönes Wochenende!“ wünschte.
Ich trug den Karton mit einer leisen Vorahnung in den Garten, wo an dem besagten Samstag die restliche Familie versammelt war.
„Was hast du denn da?“, wurde ich sofort gefragt und alle schauten gespannt zu, als ich das Paket öffnete.
„Da ist ja nichts drin!?“, wunderte ich mich.
„Warte mal“, meinte unser Sohn. „Ich helfe dir beim Auspacken!“
Gesagt, getan. Er zog an dem einen Ende des Verpackungsmaterials und zog und zog. Es wurde immer mehr. 
„Das hört ja gar nicht mehr auf!“, riefen wir alle lachend und gleichzeitig kopfschüttend im Chor.
Unser Sohn zog eine meterlange Plastikschlange heraus und irgendwo dazwischen fanden wir dann auch den unscheinbaren Teleskopstil für meine Grasschere. 
„Pass mal auf!“, rief unser Sohn und wickelte sie demonstrativ mehrmals um unseren Gingobaum und die Blumen. 
Obwohl wir uns das Lachen nicht verkneifen konnten, waren wir doch alle sehr verwundert, weshalb man diesen Stiel derartig verpacken musste.
„Damit werden unnötig viel Müll und Kosten erzeugt“, meinte mein Mann und wir anderen konnten ihm nur zustimmen.
Mit Sicherheit wäre auch eine weitaus kostengünstigere, umweltschonendere und weniger aufwendigere Verpackung möglich gewesen. Aber so ging der Verpackungsvorgang wahrscheinlich ziemlich schnell vonstatten, was für den Verkäufer dann wohl doch günstiger kam?!
Ich denke, das ist nur ein Beispiel von vielen anderen unsinnigen Verpackungen. Da heutzutage viel im Internet bestellt wird, kommt es leider auch zu einem enormen Verpackungsmüll. 

Bestimmt war dies kein Einzelfall und auch Ihr habt schon solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht?

Erzählt doch mal!

 

 

 

*Diesen Beitrag habe ich übrigens bei Traude (Rostrose) ANL verlinkt (https://rostrose.blogspot.com/2018/07/anl-31-loblied-auf-ein-feines-fruchtchen.html)

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