Meine Plauderecke
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Scherben

Mir ist gerade so zum Plaudern. Habt Ihr Lust und plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen?!

Ich denke, alle von uns haben schon einmal etwas entzwei gehen lassen. Man greift nicht richtig zu, stellt es nicht ordentlich hin, hält es ungenügend fest und schwuppdiwupp ist es passiert. Es rutscht aus der Hand, gerät ins Wanken oder Wackeln, kippt um, … Die Erdanziehungskraft sorgt dann nur noch dafür, dass der Gegenstand auf die Erde fällt. Schlägt er auf festem Untergrund auf, so kann man davon ausgehen, dass er in der einen oder anderen Weise kaputt geht.
Scherben, so sagt man, bringen Glück. Zumindest Porzellanscherben. Deshalb zerschmettert man Tassen, Teller, Vasen und dergleichen am Polterabend. Die Scherben sollen dem Brautpaar Glück bringen.
Doch ist man auch im täglichen Leben glücklich, wenn ein Teller oder eine Tasse vom „guten Geschirr“ kaputt geht? Das trifft doch eher weniger zu, oder?
Was ist dran an dem Spruch: “Scherben bringen Glück“ ?
Ist das eher ein Trost für uns, wenn etwas zu Bruch geht?
Ist es ein Aberglaube, der den Ärger besiegen soll?
Wenn in meiner Kindheit (in den sechziger Jahren) etwas zu Bruch ging, dann wurde nicht einfach so darüber hinweg gesehen. Auch wenn nicht geschimpft wurde, war der Ärger über das Missgeschick deutlich erkennbar. Immerhin kostete der Ersatz Geld und damals war sparen angesagt. Wenn man sich ein gutes Service kaufte, dann sollte es schon eine Anschaffung auf Dauer sein. Man war sich bewusst, dass es so schnell kein neues Service geben würde.
Auch heute ärgere ich mich noch, wenn ich etwas fallen lasse und es kaputt geht. Aber ich mache mir auch klar, dass es Schlimmeres gibt.

Geht man heute vielleicht doch leichter darüber hinweg, als man das in früheren Jahren oder auch Generationen tat?
Wie war und ist das bei Euch? Ärgert ihr Euch?
Kauft Ihr gleich Ersatz?
Klebt Ihr gewisse Teile wieder?
Mit dem Kleben habe ich so meine eigene Erfahrung. Im Haushalt meiner Großeltern wurde einmal eine Kaffeekanne am Henkel geklebt. Die Kanne wurde auch wieder benutzt, nur leider brach der Henkel ab, als die Kanne mit heißem Kaffee gefüllt war… Deshalb klebe ich nur Teile, von denen keine Gefahr ausgehen kann, wenn die Klebung nicht hält.
Was ich seltsam finde, ist folgende Tatsache: Dinge, die schon einen Riss haben, halten meist ewig. Dinge, die man häßlich findet, die man zwar nicht wegwirft, aber bei denen man auch nicht traurig wäre, wenn sie kaputt gingen, halten ebenfalls ewig. Aber Dinge, an denen man hängt, die man hegt und pflegt, entgleiten einem unversehens und zerbrechen.
Habt Ihr diese Erfahrung auch schon gemacht?
Hebt Ihr manchmal eine Scherbe als Andenken auf?

Ich bin gespannt, was Ihr zum Thema „Scherben“ zu berichten habt.

 

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6 Kommentare

  1. Liebe Astrid,
    deinen Gedanken bin ich gern gefolgt. Ich bin eine Sammlerin, die alte Sammeltasse meiner Großmutter, ein Teller, von dem ich als Kind gegegessen habe, die ersten „guten“ Gläser, die ich gekauft habe etc. Wenn etwas kaputt geht, bin ich traurig, kleben würde ich es nicht. Und ich gehe auch nicht gleich los, um Ersatz zu besorgen.
    Herzliche Sonntagsgrüße
    Regina

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Regina,
      es ist schon seltsam, dass unser Herz so an manchen Gegenständen hängt, aber es sind ja meist Erinnerungsstücke, die uns an Erlebnisse und liebe Menschen erinnern. Diese kann man nur schwerlich ersetzen. Deshalb schlägt sich dies bei einem Bruch auch in Traurigkeit nieder. So geht es mir auch. Über Gegenstände, die ersetzbar sind, muss man sich bei deren Zerbrechen meist nicht mehr ärgern.
      LG und auch Dir wünsche ich einen angenehmen Sonntag
      Astrid

  2. Liebe Astrid,
    eigentlich gehe ich darüber locker hinweg, wenn mal vom „Alltagsgeschirr“ etwas zu Bruch geht, obwohl es mir immer noch sehr gefällt und ich es gerne benutze.
    Traurig bin ich jedoch, weil vor ein paar Monaten der Deckel von meinem Porzellan-Teesieb (für 1 Tasse) kaputt ging. Mittendurch ist er gebrochen. Er ist handbemalt. Zwar ist er wieder zusammengeklebt worden, aber er ist halt nicht mehr so wie er war.

    Ob Scherben Glück bringen? Ich weiß nicht, bin eigentlich nicht so überzeugt davon.

    Ich wünsche dir einen schönen Start in die neue Woche.
    Liebe Grüße
    Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Traudi,
      wenn etwas zerbricht, tröste ich mich mit dem Aberglauben, dass Scherben Glück bringen. Irgendwie muss man ja den Ärger wegdrücken 😉 .
      Die Sache mit dem Deckel bestätigt eigentlich meine Theorie: Dinge, die einen Sprung haben, halten ewig, aber Dinge an denen man hängt, gehen kaputt ;-).
      Sei nicht traurig, auch so ist Dein Tee-Porzellansieb etwas ganz Besonderes, – handbemalt und mit einem kleinen Schönheitsfehler. Eben ein Unikat. 🙂
      LG
      Astrid

  3. Ja liebe Astrid, so kenne ich das auch. Früher finde ich wurde viel sorgsamer damit umgegangen als heute. Überall und an jeder Ecke kann man ja auch Geschirr erwerben . Ich ärgere mich immer wenn mir etwas kaputt geht und versuche dann das Beste daraus zu machen, seit ich mosaike ist es nicht mehr ganz so schlimm denn ich mache dann aus den Scherben einfach etwas Neues:-))). Neulich ist mir auch der Henkel von einer sehr teueren Greengate Tasse abgebrochen aber den klebe ich auch nicht an denn da hätte ich echt zu viel Angst dass er dann im Gebrauch wieder abfällt also wurde die Tasse kurzerhand als Blumenübertopf weiterverwendet♥

    Herzliche Grüße
    Kerstin

    • Astrid Berg sagt

      Ich kann nur davon abraten Tassen oder andere Gefäße für einen heißen Inhalt zu kleben. Ich spreche aus Erfahrung, auch wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann. Ich war noch ein kleines Kind und hatte Glück im Unglück, als die Klebung des Henkels der Kaffeekanne meiner Großeltern nachgab. Ein paar Brandnarben auf meinem Arm, die allerdings sehr gut verheilt und heute kaum noch erkennbar sind, zeugen davon.
      LG
      Astrid

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