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Furchteinflößendes Erlebnis (6)

Teddybär Bruno ist mit seinem neuen Freund, dem Schneemann, aus dem Fundbüro geflohen, um sich auf die Suche nach dem alten und weisen Mann im tiefen, dunklen Wald zu machen. Von ihm erhoffen sie sich Hilfe auf dem Weg zu Weihnachtsmann Willi. 
„Ich bin Dir nicht mehr fern!“, denkt Bruno voller Zuversicht und Hoffnung.
Es ist so dunkel und unheimlich in diesem Wald, dass es Bruno ganz mulmig wird. Von überall kommen unbekannte und furchterregende Geräusche, die er nicht zuordnen kann. Doch Bruno muss stark sein. Nicht nur, weil er sein Ziel erreichen will, das ihm die Erfüllung seiner Wünsche bringt. Nein, auch weil der Schneemann ein ausgesprochener Angsthase ist und aus Angst zu schlottern beginnt. Bruno redet fortwährend auf ihn ein, um ihn und natürlich auch sich selbst abzulenken.
„Das war sicherlich nur ein ganz harmloser Vogel, den wir aufgeschreckt haben.“
„Du wirst doch nicht vor einem kleinen Häschen Angst haben.“
„Nein, nein, hier gibt es keine Ungeheuer.“
Doch plötzlich bleib Bruno unvermittelt stehen. Das, was er gerade gehört hat, macht seinen letzten Trostversuch unglaubwürdig. Ein lautes und markerschütterndes Grollen durchströmt den Wald. Jetzt beginnt auch Bruno zu zittern wie Espenlaub.
„Was war das? Hast Du es auch gehört?“
Der Schneemann hat sich seine Mütze noch tiefer ins Gesicht gezogen, als könnte er sich darunter verstecken und in Sicherheit wägen.
„Da, schon wieder! Und wieder. Es scheint von dort drüben her zu kommen“, flüstert Bruno, dem inzwischen das Herz bis zum Hals schlägt.
Vorsichtig schleichen sie in die Richtung aus der das furchterregende und alles übertönende Geräusch kommt und erkennen die Umrisse einer Hütte.
„Es kommt direkt aus dieser Hütte“, erklärt Bruno seinem neuen Freund. „Ich bin zwar nur ein kleiner Teddybär, aber ich glaube es hört sich an als würde dort ein Verwandter von mir hausen.“
„Du …Du meinst, dort…. dort wohnt … ein… ein echter…. B … Bär?“, stottert der Schneemann. „L…Lass… lass uns… ab… abhauen!“
Bruno nimmt seinen ganzen Mut zusammen, deutet dem Schneemann an, zu bleiben, wo er ist und schleicht sich an die Hütte heran. Das Geräusch wird immer lauter und hört sich mal wie Donnergrollen und mal wie das Brüllen eines Bären an.
Da die Vögel in den Bäumen fröhlich weiter zwitschern, der Specht fleißig hämmert und auch sonst kein Tier aufgeschreckt davon springt, glaubt Bruno inzwischen nicht mehr an ein schreckliches Ungeheuer. Er späht vorsichtig durch das einzige Fenster und entdeckt in der hinteren Ecke eine Pritsche, auf der ein alter bärtiger Mann liegt und einen ohrenbetäubenden Lärm durch sein Schnarchen verbreitet.
Nachdem auch der Schneemann sich heran getraut hat, pochen sie mit vereinten Kräften gegen die Tür. Erst nach vielen vergeblichen Versuchen gelingt es ihnen den Alten zu wecken.
„Stell Dir vor, lieber Weihnachtsmann Willi, wir hatten ihn tatsächlich gefunden: Den alten weisen Mann im tiefen und dunklen Wald…“

 

Fortsetzung folgt…

 

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