Gedichte
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Ein Leben ohne sie

Sie alle miteinander können den Alltag erhellen,
ein Leben ohne sie ist schwer vorzustellen.
Doch es ist und war nicht immer so,
damals und auch anderswo.

Sie sind für uns da schon ziemlich lange,
ohne sie wird es uns ganz bange.
Ihr kleinen und großen Helferlein,
lasst uns bitte niemals allein.

Sind viele Gäste im Haus oder auch nicht,
die liebe Spülmaschine uns Hilfe verspricht.
Hemd und Hose schmutzig und verfleckt,
wird in die Waschmaschine gesteckt.

Es draußen regnet oder vielleicht auch schneit,
nasse Wäsche? Das Problem ist Vergangenheit.
Ein elektrischer Wäschetrockner ist optimal
und die Erfindung einfach genial.

Auf Teppich, Fliesen und auch Parkett,
gibt es Krümel bei Abendbrot und Bankett.
Doch eines ist ganz sicher und gewiss,
Sauger kennen keinen Kompromiss.

Kuchen zum Kaffee, frisches Brot zum Essen,
ob Pizza, Auflauf oder andere Delikatessen,
dies und noch mehr gelingt ganz unbeschwert
mit Backofen und Elektroherd.

Zum Kuchen und auch zum leckeren Eis,
schlägt man Sahne ohne Mühe und Fleiß.
Eierkocher, elektrische Zahnbürste, Föhn
machen unser aller Leben schön.

Es gibt unzählige kleine und große Helferlein,
darin stimmen wir wohl alle fraglos überein.
Sie schenken uns mehr Zeit, erleichtern die Arbeit
und dienen auch der Bequemlichkeit.

Ein Leben ohne sie ist nicht auszudenken,
denn wir müssten uns ziemlich verrenken.
Doch es ist und war nicht immer so,
damals und auch anderswo.

 

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Waschmaschinengespräche

6 Kommentare

  1. Oh ja, du sagst es, liebe Astrid. Und das auch noch in Gedichtform.
    Da muss ich an meine Oma denken: Keine Waschmaschine, geschweige denn Geschirrspülmaschine. Den Elektroherd gabs auch nicht, stattdessen wurde Feuer im Ofen gemacht, auf dem gekocht und in dem gebacken wurde.

    Eine Nachbrin schaffte sich eines Tages eine Wäscheschleuder an. Für 10 oder 20 Pfennige durfte man darin die Wäsche schleudern. Die ganze Nachbarschaft kam zu ihr.

    Irgendwann kam dann auch mal ein Staubsauger ins Haus und ein kleiner Elektroherd mit zwei Platten, den man auf ein Schränkchen stellte.
    Das kann man sich heute nur schwer vorstellen. Ein großer Unterschied.

    Aber noch eine Gegenüberstellung habe ich: Heutzutage hört man oft „ich habe keine Zeit“. Diesen Satz hörte ich bei meiner Oma nie. Sie hatte immer Zeit, nicht nur für mich.

    Nachdenkliche Grüße
    Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Als ich das Gedicht schrieb, gingen mir ähnliche Gedanken durch den Kopf. Meine Mutter erzählte mir, dass sie erst ein Kind wollte, wenn sie auch eine Waschmaschine hat ;-). Sie hatte eine! 🙂 Sie erzählt noch heute, dass sie als Kind nie gerne in die Waschküche gegangen ist, weil darin alles in Dampf und Nebel lag.
      Eine Geschirrspülmaschine hat sie bis heute nicht. Sie wollte nie eine. Ich vermute, dass es ihr dabei um den Wasserverbrauch ging und noch geht. Aber über mangelnde Zeit habe ich sie auch nie stöhnen gehört, obwohl sie früher von morgens bis abends zu tun hatte.
      Herzliche Grüße
      Astrid

  2. Liebe Astrid,
    stimmt, wir können uns ein Leben ohne all die elektrischen Helferlein kaum noch vorstellen. Ich frage mich nur, ob wir es nicht eines Tages wieder müssen – bzw. nicht nur „es uns vorstellen“, sondern tatsächlich ohne auskommen. Und wer weiß, ob es unseren Alltag wirklich so erschüttern würde. Heute werden mehrere Maschinen pro Woche gewaschen (Wäsche oder Geschirr) – damit man jeden Tag ein frisches Hemd oder ein frisches Shirt haben kann etc. und weil man ziemlich Geschirrintensiv aufkocht, vor allem, wenn Gäste da sind. Das war nicht immer so – da gab’s einen Waschtag pro Woche, das wichtigste wurde gewaschen, aber so oft wie heute erschien das nicht notwendig. Getrocknet hat das Ganze der Wind und die Sonne und im Winter dauerte es eben ein paar Tage länger… Und beim Kochen gab’s mehr Eintöpfe, das braucht dann auch weniger Geschirr und das Spülen geht schneller. Die Böden von früher wurden bei Bedarf gefegt, Teppiche ausgeklopft, die Sahne vo Hand geschlagen… das war zwar anstrengend, aber heute macht man es sich einerseits leicht und rennt andererseits dann ins Fitnesstudio ;-))
    Ich glaube, wir lassen uns heute viel zu sehr einreden, was man nicht alles braucht ;-)) Nichtsdestotrotz – ein tolles Gedicht!
    Alles Liebe aus Rostrosenhausen,
    Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2018/01/spanische-tage-2-torrevieja.html
    PS: Zu den Aufnahmen mit einer Palme im blauen Himmel – jaaa, das tut an so grauen Tagen dann nämlich richtig gut beim Anschauen!!! :-)))

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Traude,
      heute haben wir zwar auch einen schönen blauen Himmel, aber mit den Temperaturen und der Palme haut es nicht hin ;-). Bei uns sind es heute nur 2 Grad, aber trotzdem lacht die Sonne vom Himmel.
      Du hast soooo recht, wir lassen uns durch die Werbung viel einreden. Aber mal ehrlich, wer würde schon gerne die Wäsche auf dem Waschbrett schrubben oder im Kessel kochen. Ich bin ziemlich froh, das nicht machen zu müssen. In vielerlei Hinsicht haben wir es schon leichter als die Generationen vor uns, aber dafür gibt es auch Dinge die komplizierter geworden sind. Wir werden heute von Ämtern, der Werbung, Umfragen, usw. mit Papier nur so zugeschüttet. Das war früher nicht so. Naja, so ändern sich eben die Zeiten,- manches ist besser und anderes vielleicht nicht ganz so ;-).
      LG
      Astrid

  3. oh ja..
    früher ging wirklich sehr viel ohne..
    die Sahne wurde mit dem Rührfix geschlagen
    Eischnee mit der Gabel .. das habe ich als Kind und junge Frau auch gemacht 😉
    Waschtag.. alle 4 einhalb Wochen
    da konnte man nicht jeden Tag etwas frisches anziehen..
    den 2 Plattenkocher hatten wir auch.. Kartoffeln oder Reis wurden angekocht und dann ins Bett gesteckt 😉
    aber ich bin heute auch wieder etwas weniger elktrifiziert
    als meine Spüli kaputt ging kam kein Ersatz
    Wäsche (ausser die Kochwäsche ) wird im Bad auf der Leine getrocknet
    ich wasche auch nicht mehr so viel.. eben auch so wie früher
    Staubsaugen auch eher selten denn ich habe Laminat und Linoleum und wenig Teppich
    da wird zusammengekehrt und feucht gewischt..
    aber mit einer großen Familie und Kindern ist es schon einfacher
    schön dein Gedicht 😉
    regt zum Nachdenken an
    liebe Grüße
    Rosi

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Rosi,
      ich kann mich noch erinnern, da steckte meine Schwiegermutter auch Gekochtes, das warm gehalten werden musste, unter die Bettdecke. Ich erinnere mich daran, weil ich dies von Zuhause nicht kannte. Ob sie es heute noch macht, weiß ich nicht, aber sie kocht ja auch höchstens nur noch für sich alleine.
      Auf meine Spül- und meine Waschmaschine möchte ich nicht mehr verzichten. Man wird allerdings im Verbrauch großzügiger. Meine Mutter, die alles noch von Hand spült, holt auch nicht ständig ein frisches Glas aus dem Schrank, wenn sie etwas trinken will. Bei uns wird das Glas ausgetrunken, ab in die Spülmaschine und beim nächsten Mal holt man eben wieder ein frisches Glas aus dem Schrank.
      LG
      Astrid

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