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Trubel im Keller

Ich sitze hier so gemütlich in meinem Sessel und will die Augen ein wenig zudrücken. Draußen ist es kalt und trüb und ich habe keine Lust mich dorthin zu begeben. Hier drinnen ist es warm und gemütlich.
Das dachte ich zumindest, als ich mich auf meiner Decke ausgestreckt habe. Okay, warm ist es schon, aber mit der Gemütlichkeit scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Kaum sind mir die Augen zugefallen und ich will mich ins Land der Träume begeben, da fängt es an. Zuerst denke ich, ich wäre schon eingeschlafen und würde träumen. Aber eigentlich bin ich doch noch wach. Oder träume ich, dass ich träume oder dass ich wach bin? Seltsam. 
Ich höre auch etwas. Doch was ist das? Und vor allen Dingen, wo kommt es her?
Ich glaube es kommt aus dem Keller. Ob ich mal nachsehen gehe? Okay, die Neugierde hat gesiegt. Ich strecke mich noch einmal und stelle mich auf meine Beine. Dann mache ich mich auf den Weg. Dieses Rumoren kommt tatsächlich aus dem Keller. Ich kann mich nicht erinnern, dass außer mir noch jemand im Haus ist. Mir wird es ganz mulmig, denn außer diesen undefinierbaren Geräuschen höre ich auch Stimmen. Oder sollte ich vielleicht verrückt geworden sein? Nein, ich bin vollkommen im Besitz meiner geistigen Kräfte. Klar, die Jüngste bin ich nicht mehr, doch so alt bin ich nun auch noch nicht. Aber es sind eindeutig Stimmen, die ich höre. Noch kann ich sie nicht verstehen, aber je näher ich ihnen komme, umso deutlicher werden sie.
„Jetzt wird es aber endlich Zeit“, sagt ein niedliches süßes Stimmen. Es ist hell und klar, fast wie … Nein, das kann nicht sein.
Da ist aber auch noch eine tiefere Stimme. Ein richtig alter Brummbär scheint das zu sein.
„Hallo! Hallo! Ist denn hier niemand?“, tönt der dunkle Bass aus einer Ecke.
„Doch, ich bin hier!“, hätte ich fast gesagt, doch mir ist die ganze Sache nicht geheuer. Ich kann wirklich niemand sehen, aber ich höre diese Stimmen und nicht nur die zwei. Inzwischen scheinen da auch noch andere zu sein, in den unterschiedlichsten Stimmlagen.
„Lasst uns endlich hier raus!“
„Wie lange sollen wir noch warten oder habt ihr uns ganz vergessen?“
Leise schleiche ich mich Schritt für Schritt näher. Da hinten kommen sie her. Hier im Keller ist es dunkel. Ich kann nichts erkennen. Doch ich weiß, dass dort hinten der alte große Schrank steht und genau von dort kommen die Stimmen und Geräusche. Dort rumpelt und pumpelt es so komisch. Es werden doch keine Einbrecher hier sein? Und ich bin mutterseelenalleine. Mein Herz klopft mir bis zum Hals. Ich muss eingestehen, dass ich Angst habe, obwohl ich sonst nicht unbedingt ein Angsthase bin. Was soll ich nur machen? Es ist richtig unheimlich. Am besten ich verhalte mich ganz still und die Luft sollte ich auch anhalten, damit mich niemand atmen hört.
Plötzlich geht das Licht an. Ich drücke mich hinter das Regal, damit ich nicht entdeckt werde. Wer kommt denn da?
Es ist eine Frau. Jetzt geht sie auch noch zu dem Schrank hin.
Ich kann ihr Gesicht nicht sehen, aber ich glaube es ist … Ich muss sie warnen, doch ich kann mich einfach nicht von der Stelle rühren. Hört sie denn nicht diesen Trubel und die Stimmen? 
„Halt!“, will ich ihr entgegen schreien, aber aus meiner Kehle dringt kein Laut.
Sie öffnet die Schranktür.
„Na endlich! Es wurde auch Zeit!“
„Bin ich froh, dass wir jetzt gleich wieder frei sind!“, höre ich viele verschiedene Stimmen.
Die Frau nimmt etwas heraus und dreht sich um. Jetzt erkenne ich sie ganz deutlich. Es ist mein geliebtes Frauchen. Ich springe aus meinem Versteck und laufe zu ihr. Und jetzt verstehe ich auch  plötzlich, was hier vor sich geht.
Mein Frauchen hat einen großen Karton aus dem Schrank geholt und ihn geöffnet. Nach und nach entnimmt sie ihm viele verschiedene Figuren: Einen Weihnachtsmann, das muss der mit der tiefen Bassstimme sein. Und zwei kleine Engelchen, das waren die hellen und klaren Stimmen. Auch Schneemänner, ein kleines Schaukelpferd, Kerzen, Glöckchen, Kugeln und vieles mehr zaubert sie hervor. 
„Na klar!“, denke ich. „Die Adventszeit beginnt nun schon bald und die Weihnachtsdekoration wird aufgestellt. Bin ich froh!
„Schau mal Lottchen! Sind die nicht süß?! Jetzt wird es weihnachtlich!“, sagt sie zu mir, streichelt mich ganz lieb und hält mir die zwei kleinen Schneemänner hin.

 

 

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Weihnachtsstimmung

Kuschelig

Wo ist sie nur hin, die liebe Sonne,
die bringt soviel Freud und Wonne?
Es ist neblig, trüb und auch kalt,
so ist der November halt.

Ich mag gar nicht mehr lange raus,
trotz Pelz ist die Kälte mir ein Graus.
Drinnen gibt es Futter und Leckerei,
aber auch sonst noch allerlei.

Frauchen macht es kuschelig warm
und nimmt mich auch auf den Arm.
Sie hat für mich viele schöne Decken,
zum Kuscheln bis zum Wecken.

Ich zähle dann ein paar Schäfchen
und mache mein Mittagsschläfchen.
Hinterher bin ich wieder so richtig fit
und mit dem November quitt.

Strolche ein bisschen um die Ecken,
vergessen sind die warmen Decken.
Flüchte erst wieder bei Wind und Regen,
ins warme Haus, welch ein Segen.

Sammele dort für den neuen Tag Kraft,
der alte hat mich ziemlich geschafft.
Träume gern von den kleinen Mäuschen,
ohne zu verlassen das Häuschen.

Ein Katzenleben ist doch eine Pracht,
nicht nur, wenn die liebe Sonne lacht.
Mach auch Du das Beste aus dem Tag,
so dass er Dir gefallen mag.

 

 

 

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Gedankenverloren

Fein herausgeputzt

 

Das Bananenoutfit

Die Tatsache, dass ich heute diesen Post einstelle, hängt sehr eng mit zwei Personen zusammen. Hiermit meine ich erstens unseren Sohn und zweitens Traude (Rostrose). Das muss man allerdings ein wenig erläutern, denn diese beiden Personen kennen einander nicht, aber sie verbindet in Bezug auf mein heutiges Thema sozusagen ein Stückchen Stoff. Um genauer zu sein ein Stück gelber Stoff. Bevor Ihr Euch nun den Kopf zerbrecht, welche mysteriösen Dinge hier ablaufen, will ich es Euch erklären.
Unser Sohn digitalisiert gerade unsere alten Videos und ist dabei auf eine Aufnahme gestoßen, die vor fast dreißig Jahren entstanden ist. Sie zeigt unseren kleinen Sohn, der gerade erst laufen gelernt hat und mich. Mein Mann hat damals diese Videoszene gedreht. 
Darauf ist unser einjähriger Sohn zu erkennen, der nach der Kamera greifen will, was ihm allerdings untersagt wird. Daher verzieht er das Gesicht und will anfangen zu weinen. Dann komme allerdings ich ins Spiel. Er lässt sich Trost suchend in meine Arme fallen und ich nehme ihn hoch. 
Eine ganz normale Szene, die nichts Außergewöhnliches in sich birgt. Wäre da nicht dieses Stückchen Stoff. Gemeint ist meine damalige Kleidung. Ich trug einen gelben Overall. 
Während unser Sohn die alte Videoaufnahme neulich digitalisierte, kommentierte er diese folgendermaßen:
„…und hier das Bananenoutfit…“
 Gemeint war mein gelber Overall, den er als sehr modisch bezeichnete und fragte, ob ich diesen noch besitzen würde.
Soweit, so gut.
Hierauf kam ich in einem Kommentar zu sprechen, den ich auf Traudes Seite schrieb. Und Traude schrieb mir wieder zurück:
„Nun würde mich aber natürlich interessieren, wie die Sache mit dem gelben Overall weitergegangen ist…. Vielleicht hast du ja mal Lust, mir oder allen hier diese Geschichte zu erzählen! :-)).“
Und ob ich Lust darauf habe.
Diesen gelben Overall trug ich vor 32 Jahren, nämlich am 26.6.1986. Dies war der Tag unserer standesamtlichen Trauung. Nein, ich habe ihn nicht im Standesamt getragen, allerdings am Abend bei unserem Polterabend. Er passte hervorragend zu unserer fröhlichen Stimmung und er strahlte mit seinem Sonnengelb mit mir um die Wette, wie Ihr ganz deutlich auf dem leider recht verpixelten Beitragsfoto erkennen könnt. Als Accessoire gehörte ein gelber Lackgürtel dazu und selbstverständlich eine Modeschmuckkette bestehend aus Perlen und die entsprechenden Ohrclipse in der selben leuchtenden Farbe.
Ich habe diesen Overall geliebt und mich richtig wohl darin gefühlt und habe ihn daher auch öfter und sehr gerne getragen.  Allerdings erinnere ich mich expliziert nur an den Tag unseres Polterabends und noch an zwei weitere Tage, wobei der eine auf der Videoaufnahme festgehalten ist. Der dritte Tag, der mir noch immer im Gedächtnis ist, hat eine ganz besondere Bedeutung. Es war der der Zeitpunkt meiner Entlassung aus dem Krankenhaus nach der Geburt unseres Sohnes. Ich war mächtig stolz, dass er mir wieder gepasst hat und wollte mich selbstverständlich im Spiegel bewundern. Leider gab es in dem Zimmer im Krankenhaus keinen Spiegel, außer dem über dem Waschbecken. Da ich darin jedoch nur mein Gesicht sehen konnte, stellte ich mich auf einen Stuhl und begutachtete meine Figur im Spiegel. Zufrieden dachte ich: „Super, dass er mir wieder passt!“  Ich stieg gerade vom Stuhl, als mein Arzt den Raum betrat und mich anlächelte. Ich vermute, dass er meine Gedanken lesen konnte.
Traude fragte mich noch, ob ich diesen Overall noch besitzen würde und ob er mir immer noch passt.
Ich konnte mich ehrlich gesagt nie von diesem „Bananenoutfit“ trennen, obwohl ich ihn schon lange nicht mehr trage. Er lag die ganzen vielen Jahre im obersten Stockwerk in einem Schrank mit anderen kostbaren Erinnerungsstücken verwahrt. Gestern Abend habe ich ihn hervor geholt und anprobiert. Ja, er passt mir noch immer. Allerdings würde ich ihn nicht mehr tragen. Er ist aus den 80ern und hat daher auch die etwas betonten Schultern. Aber weggeworfen wird er trotzdem nicht. Vielleicht gibt es ja mal irgendwo eine Achtzigerjahreparty und ich kann ihn nochmals ausführen. 🙂 Die Kette und die Ohrclipse muss es auch noch geben, jedoch habe ich den Lackgürtel noch nicht gefunden. Aber ich bin mir sicher, irgendwo taucht er auch wieder auf.

 

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Ein seltsames Phänomen

Tanja hat den Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern genossen. Sie ist erholt und mit roten Wangen wieder zurück in Berlin. Da sich alle so gut miteinander verstanden haben, ist jetzt schon klar, dass sie die Winterferien wieder auf dem Hof verbringen werden.
Im Gegenzug wollen sich Oma Hilde und Opa Josef, wie Tanja die Eltern von Bauer Sonnenschein nennt, eine Woche lang Berlin ansehen. Am nächsten Montag soll die Reise losgehen. Während Oma Maria schon total aufgeregt ist und die Koffer bereits gepackt im Hausflur stehen, nimmt es Opa Josef eher gelassen hin. 
„Musst du eigentlich wie ein aufgeschrecktes Huhn andauernd kreuz und quer durch die Wohnung laufen?“, fragt er seine Frau. „Wir fahren erst  in 5 Tagen. Du hast gepackt und alles ist fertig. Also sei friedlich, setz dich hin und kümmere dich um dein Steckenpferd, das Kreuzworträtsellösen.“
„Ja, ja!“, entgegnet Oma Maria und reißt nun bereits schon die dritte Schublade des Wohnzimmerschrankes auf. „Ich muss erst noch was suchen.“
„Hast du wieder einmal deine Brille verlegt?“ fragt ihr Mann kopfschüttelnd.  „Maria, Maria, ich sag dir, du wirst langsam schusselig. Falls du es nicht bemerkt hast, sie hängt an einem Band um deinen Hals.“
„Also Josef, ich bin doch nicht tüdelig“, empört sich Oma Maria. „Was denkst du denn von mir?!“
„Dann frag ich mich wirklich, was du suchst?!“, möchte ihr Mann nun endlich wissen.
Inzwischen ist Oma Maria allerdings in die Küche geeilt und durchforstet dort die Schubladen und Schränke.
„Ich versteh das nicht, ich versteh das nicht!“
„Was verstehst du nicht?“, will nun auch Bauer Sonnenschein wissen, der seinen Nachmittagskaffee genießen will und gerade zur Tür herein kommt.
„Ich hab doch erst neulich fünf von den Dingern aus dem Supermarkt mitgebracht. Und drei hatten wir sowieso noch da. Das macht insgesamt acht Stück.“
„Stimmt!“, grinst der Bauer. „Fünf plus drei macht nach Adam Riese acht.“
„Vorgestern lagen noch ein paar in der Schublade von der Wohnzimmervitrine“, erklärt Oma Maria ihrem Sohn, der sich allerdings nun ebenso wundert wie Opa Josef.
„Warum suchst du diese mysteriösen Dinger dann hier in der Küche?“
„Weil sie nicht im Wohnzimmer sind und sie seltsamerweise immer ein Eigenleben entwickeln. Das geht schon mein ganzes Leben lang so.“
Mittlerweile ist die gesamte Familie in der Küche eingetroffen, auch die Bäuerin. Alle sind sie jedoch ratlos, denn niemand versteht genau, wonach Oma Maria eigentlich sucht. 
„Entweder sie sind alle da oder auf geheimnisvolle Weise verschwunden, um dann ganz plötzlich wieder unverhofft aufzutauchen“, erklärt die alte Frau, während sie immer noch alle Ecken durchsucht.
„Jetzt habe ich verstanden, wovon du sprichst und was du suchst“, ruft die Bäuerin erfreut aus und schlägt sich mit der Hand gegen die Stirn. „Dieses Phänomen kenne ich. Mir geht es mit den Dingern genauso. Ich helfe dir beim Suchen, gemeinsam werden wir doch wenigsten ein Exemplar auftreiben können“, meint die Bäuerin.
„Na dann sucht mal schön weiter“, erklärt Bauer Sonnenschein den beiden Frauen. „Ich gehe noch mal in den Stall und sehe nach der kalbenden Kuh.“
Bauer Sonnenschein, den das alles nicht so recht interessiert, schlüpft in seine Jacke und knöpft sie zu, bevor er gewohnheitsgemäß in deren Tasche greift, diese leert und schließlich die Küche verlässt.
„Warte, ich komme mit!“, ruft ihm Opa Josef zu und schiebt den Stuhl etwas ungeschickt nach hinten, so dass der an der Lehne befindliche Rucksack herunterfällt und sich der Inhalt auf dem Fußboden wiederfindet. In Gedanken schon bei der kalbenden Kuh bückt er sich danach und wirft alles achtlos auf den Küchentisch, um gleich darauf seinem Sohn in den Stall zu folgen.
Die Bäuerin und Oma Maria haben mittlerweile alle Schränke durchsucht. Allerdings ohne Erfolg. Das Gesuchte ist und bleibt verschwunden. Ihnen bleibt vorerst keine andere Wahl als die Suche erfolglos abzubrechen.
„Lass uns später weitersuchen. Jetzt trinken wir erst ein Tässchen Tee“, schlägt die Bäuerin vor und dreht sich in Richtung Küchentisch. Nahezu im selben Moment bricht sie in schallendes Gelächter aus und lässt sich auf den Küchenstuhl fallen.
„Das ist wahrhaft ein seltsames Phänomen“, ruft sie atemlos unter Lachen aus. „Schau mal Maria, was da liegt. Jetzt kannst du wieder deine Kreuzworträtsel lösen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann sind das genau deine acht Kugelschreiber, die wie aus dem Nichts wieder aufgetaucht sind.“

 

 

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Hui!!!

Astrid, Opa und das Eis

Herzlichen Glückwunsch!

 

 

 

Hallo lieber Herbst!

Hallo lieber Herbst!

Meine Mutter hat heute die Schublade unserer Wohnzimmervitrine ausgemistet. Dabei hat sie das Briefpapier gefunden und mir geschenkt. Sie meinte, sie wisse nicht wem sie einen Brief schreiben solle, denn alle würden nur noch mit dem Handy telefonieren oder E-mails schreiben. Ich könne das Papier zum Malen nehmen. Aber ich habe da eine andere Idee:
Ich möchte Dir schreiben, denn ich finde Dich ziemlich nett und das sollte man Dir auch mal sagen. Also: 

Lieber Herbst, ich mag Dich! Ich finde Dich richtig cool!

Ich weiß ja, viele Leute sind da anderer Meinung. Meine Oma zum Beispiel. Sie schimpft immer über Dich. Sie sagt, Du bist böse, weil Du ihr Haar zerzaust. Entweder machst Du ihr eine Sturmfrisur oder Du schickst so viel Feuchtigkeit durch die Luft, dass sich ihre Locken noch mehr kringeln. 
Du musst wissen, dass meine Oma überhaupt keine echten Locken hat. Sie geht nämlich zum Friseur und dort zaubern sie ihr eine Dauerwelle auf den Kopf. Wenn Du dann Nieselregen schickst, hat meine Oma eine Krusselfrisur.
Naja, ehrlich gesagt, gefällt sie mir damit auch nicht so gut, aber ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Oma ist in so einem Fall allerdings echt sauer auf Dich und schaut gar nicht glücklich aus. Sonst ist sie aber ein total fröhlicher Mensch und lacht auch viel. Papa sagt dann nur: „Frauen und ihre Haare, – das ist ein Thema für sich. Das werden wir Männer nie begreifen.“ 
So ein bisschen kann ich meine Oma ja verstehen, denn Nieselregen ist auch nicht gerade mein Lieblingswetter. Ich mag es allerdings, wenn Du uns Wind schickst. Dann kann ich nämlich meinen Drachen steigen lassen, den ich letztes Jahr mit meinem Papa gebastelt habe.
Außerdem wirbelst Du so schön die Blätter durcheinander und man kann versuchen sie zu fangen. Unser Nachbar ärgert sich allerdings jedesmal, wenn er gerade das Laub im Garten auf einen Haufen gemacht hat und Du den Wind hinein blasen lässt. Er flucht sogar, wenn er wieder von vorne anfangen muss. Wahrscheinlich glaubt er, man könne das nicht hören, weil ja der Wind um die Ecken pfeift.
Ja, manchmal schüttelst Du die Bäume schon ein wenig zu heftig. Das muss ich zugeben. Ich frage mich auch, weshalb denn all die bunten Blätter vom Baum geschüttelt werden müssen. So ein kunterbunter Baum sieht doch gut aus. Aber Du wirst das schon alles richtig machen und außerdem wachsen im Frühling ja wieder neue Blätter nach.
Toll finde ich es, wenn beim Schütteln auch die Kastanien herunter fallen. Die nehme ich alle mit nach Hause. Meine Mama macht mir eine heiße Schokolade und mit meiner Oma bastele ich Männchen aus den Kastanien. Ich glaube das macht ihr Spaß. Mir übrigens auch. 
Super finde ich es, dass Du viele Pfützen zauberst. Ich springe sooo gerne hinein. Mama hat mir extra neue rote Gummistiefel gekauft. Damit darf ich in die Pfützen hüpfen und meine Füße bleiben trocken. Ich muss nur aufpassen, dass ich dabei niemand nass spritze, denn das mögen die meisten Leute nicht, sagt meine Lehrerin.
Entschuldige bitte, ich will ja nicht meckern, aber eine Sache stört mich allerdings auch. Jetzt werden die Tage kürzer und es wird immer ein bisschen früher dunkel. Ich muss dann nach Hause und darf nicht so lange draußen spielen, wie im Sommer. 
Gestern fand meine Oma Dich richtig gut. Sie hat Dich gelobt, weil Du uns die Sonne geschickt hast und alles golden aussah. Oma meinte, das sei der Goldene Herbst und den mag sie sehr.  Dabei hat sie meinen Opa ganz verliebt angesehen und ihm über die grauen Haare gestreichelt. Opa hat sie angelächelt und ihr zugezwinkert.
So jetzt ist mein Brief fertig und ich lege ihn heute Abend auf die Fußmatte vor der Haustür. Schick einfach den Wind vorbei, er wird ihn für Dich abholen.

Ganz liebe Herbstgrüße

Dein Fan Michi

 

 

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Herbstgedanken

Elisa und Luise

Das Windrädchen

Es steht hier auf weiter Flur,
kann nichts anderes als sich drehen nur.
Es dreht sich im Wind,
manchmal langsam und manchmal geschwind.

Kinder stehen vor ihm dann,
zieht das Windrädchen sie in seinen Bann.
Kinderaugen es anstrahlen,
voller Glück sie funkeln wie Sonnenstrahlen.

Steht der Wind mal still,
jedes Kind dem Rädchen schnell helfen will.
Atmen richtig tief nun ein,
pusten mit voller Kraft auf dessen Flügel ein.

Schnell wie nie im Leben,
dreht es sich und es ist sein Bestreben,
dass die Kinder es nehmen mit,
fortan sie zu begleiten auf Schritt und Tritt.

 

 

 

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Vom Winde verweht

Fein herausgeputzt

Mal seicht, mal wild

 

Liebe Leute, ich bin wieder da,
war gar nicht richtig weg zwa’,
weil ich manchmal nur ganz leise,
gehe auf meine lange Reise.

Dann spiele ich mit eurem Haar
und ihr nehmt mich kaum wahr.
Wehe euch um die Nase ganz sacht,
mit Vorsicht und auch Bedacht.

Treibe Wolken hin und her ein Stück
mal vor, aber auch mal zurück.
Puste nach der Flaute voller Kraft,
damit das Segel nicht erschlafft.

Komme von nah und von fern,
kühle eure heiße Stirn gern.
Bringe frische Luft in alle Räume,
wirbele dann auf eure Träume.

Lasse Samen durch die Lüfte fliegen,
Halme sich unter mir biegen.
Drachen gleiten am Himmel dahin,
wie es mir steht so im Sinn.

Blätter von Bäumen ich schüttele,
auch an Gartentüren ich rüttele.
Treibe Laub durch die Straßen,
lasse Kinder mit mir spaßen.

Manchmal muss ich aber toben,
komme mit Wucht von oben.
Peitsche auf die Wellen im Meer,
wüte auch ringsum gar sehr.

Bin dann mächtig und bärenstark,
säusele nicht leise, brülle lautstark.
Decke ab all der Häuser Dächer,
alles klappt zusammen wie Fächer.

Werfe um Bäume groß und klein,
trage Unglück in die Welt hinein.
Man wird mich dann laut verfluchen
und nur noch Zuflucht suchen.

Dann muss ich mich schlafen legen,
will nicht durch die Gassen fegen.
Tue so, als sei nichts geschehen,
lasse leicht nur Fahnen wehen.

Will mich wieder mit euch versöhnen,
euch an meinen Hauch gewöhnen.
Windstille lasse ich nun treten ein,
bis ich komme wieder herein.

 

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Gerümpel oder Kostbarkeiten?

Aus dem Leben meiner Küchenuhr

 

Wetterprognosen

Tanja hat Herbstferien. Es sind ihre ersten richtigen Schulferien, denn sie ist erst im Sommer eingeschult worden. Mit ihren Eltern macht sie Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern.  Für ein kleines Mädchen aus Berlin gibt es hier viel zu bestaunen.
Auch ausprobieren und hier und da ein bisschen mithelfen darf sie, zum Beispiel beim Hühnerfüttern, beim Einsammeln der Eier oder beim Einsetzen der Tulpenzwiebeln.
Bis jetzt wurde sie immer vom Bauer und der Bäuerin gelobt, denn sie hat alle ihr aufgetragenen Arbeiten sorgfältig und gewissenhaft erledigt. Obwohl der Korb mit den eingesammelten Eiern heute recht voll und auch schwer war, hat sie alle heil in der Küche bei der Bäuerin Hilde abgeliefert.
„Das machst du toll, Tanja. Wie soll ich das alles nur bald wieder ohne dich schaffen?“
„Wenn du es nicht schaffst, komme ich einfach wieder hier her. Weihnachten sind doch Ferien und dann sind da auch noch die Winter,- Oster- und die großen Sommerferien“, meint Tanja.
„Naja, das können  wir ja alles noch besprechen, aber jetzt setz dich schön mal hin und trinke deine Milch. Oder möchtest du lieber eine heiße Schokolade.“
„Ohja eine Tasse heiße Schokolade, bitte! Die war gestern soooo lecker!“, sagt Tanja begeistert.
„Die Milch und die frische Luft hier tun unserem Mädchen richtig gut“, meint Tanjas Mutter, die in diesem Moment die Küche betritt und ihrer Tochter zärtlich über die Haare streicht.
Inzwischen sind alle um den Frühstückstisch versammelt. Bäuerin Hilde und Bauer Anton sitzen jeweils an der Stirnseite des großen Tisches. Tanja darf auf der Bank zwischen der „Ferienoma“ Maria und dem „Ferienopa“ Josef sitzen. Ihnen gegenüber nehmen Tanjas Eltern Platz. 
„Wir machen heute einen Ausflug, eine kleine Wanderung“, weiht Tanjas Vater alle Anwesenden ein.
„Dann iss mal dein Frühstück ordentlich auf. Du hast doch bestimmt schon gemerkt, wenn man seinen Teller brav leerisst, dann scheint die Sonne. Und gutes Wetter brauche ich heute unbedingt. Ich habe mir nämlich eine weniger schöne Tätigkeit vorgenommen, das Fensterputzen. Aber es muss mal wieder sein“, erklärt die Bäuerin.
„Ohje, Sie Arme!“, bedauert Tanjas Mutter die Bäuerin. „Wenn ich zu Hause meine Fenster putze, dann ist das Ergebnis immer nur von kurzer Dauer. Ich könnte fast jedes Mal wetten, dass es spätestens am nächsten Tag regnet.“
„Das ist mir auch schon oft passiert!“, bestätigt die Bäuerin diesen Aberglauben.
„Wartet mal!“, ruft da Oma Maria aus. „Ich muss euch unbedingt etwas mitgeben!“
Sie verlässt die Küche, um eine Minute später wieder zu erscheinen.
„Hier, den solltet ihr unbedingt mitnehmen!“
Sie reicht Tanjas Vater einen Schirm und bittet ihn trotz momentanem Sonnenschein diesen in den Rucksack zu stecken.
„Wenn ich den dabei habe regnet es nie. Nur wenn ich ihn zu Hause vergessen habe, dann regnet es ganz sicher. Das ist mir erst neulich wieder passiert!“, berichtet sie den Umstehenden.
„Na, dann nehmen wir den Schirm selbstverständlich mit, damit unser Ausflug nicht ins Wasser fällt“, lenkt Tanjas  Vater ein und verstaut ihn in seinem Rucksack, obwohl er diese Sache mit dem Schirm für Zufall beziehungsweise Aberglauben hält.
Als die drei Urlauber zur Haustür hinaus auf den Hof gehen, zeigt sich der Himmel in seinem schönsten Blau. Sie sind sich sicher, dass heute kein einziges Tröpfchen herabfallen wird und freuen sich auf den Tag. Die anderen wünschen ihnen eine schöne Wanderung und winken ihnen nach, als durch das Hoftor die Nachbarin herüber kommt. 
„Hoffentlich geht das gut“, meint sie skeptisch zu den Feriengästen und wirft einen Blick zum Himmel. „Ich nehme doch an, dass sie einen Regenschirm dabei haben.“
Etwas verdutzt deutet Tanja auf den Rucksack, den ihr Vater geschultert hat. Irgendwie irritiert sie das ganze Gerede um das Wetter. Sagt der Vater sonst nicht immer, dass der Mensch das Wetter sowieso so nehmen muss, wie es eben ist?! Aber welche Vorahnung hat die Nachbarin nun schon wieder?
„Ich habe heute so ein Ziehen in meinem Knie und das ist ein sicheres Zeichen, dass sich das Wetter ändert.“
„Wir sind gewappnet!“, beteuert Tanjas Vater und schreitet mit Frau und Tochter frohgemut zum Hoftor hinaus. Hinter ihnen hören sie noch Opa Josef aus dem Küchenfenster rufen:
„Ach Edith, du mit deinem Knie und dem Wetter. Du weißt doch:

„Kräht der Hahn auf dem Mist,
ändert sich das Wetter oder bleibt wie es ist.“

 

 

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Jetzt ärgere ich mich aber…

Durch die Lüfte getragen

Wenn der Vater mit dem Sohn…

Wer wird denn neugierig sein…

Wir waren ein paar Stündchen im Spreewald unterwegs. Das Wetter hat mitgespielt und die Sonne schickte uns sogar ihre Sonnenstrahlen zur Erde.
Auf dem Rückweg nach Hause sahen wir am blauen Himmel zwei rote Tupfen, die immer größer wurden. Es waren zwei Heißluftballons, die nicht weit entfernt von uns auf einer Wiese zur Landung ansetzten.
Logisch, dass wir das sehen wollten. Am Himmel habe ich schon oft die Heißluftballons beobachtet, aber eine Landung habe ich noch nie gesehen. Man ist ja nicht neugierig, aber nichts wie hin…

Ein paar hundert Meter weiter ging der nächste Ballon sachte zur Erde hinunter. Schnell auch noch da hin …

Der Mensch ist ja nicht neugierig, aber interessant ist es trotzdem gewesen. Und nicht nur uns hat es neugierig gemacht. Es gab auch noch andere Zaungäste, die ihre Neugierde nicht verbergen konnten:

Alle waren sie da und wer noch nicht da war, der eilte noch hinzu. Immerhin wollte man ja wissen, was da vom Himmel gefallen ist.

Wer hätte denn geahnt, dass das liebe Rindvieh soooo neugierig ist?!

 

 

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Goldener Herbst

Frau Fröhlich und Herr Trüb

Im Schatten der Krone

 

 

 

Mitbringsel

Wieder einmal sind wir in meiner alten Heimat und schlendern durch die Straßen meiner Geburtsstadt. Hier gibt es viele alte Fachwerkhäuser zu bestaunen. Eines davon ist vor kurzem verkauft worden. Es ist ein relativ großes Haus, das über mehrere Stockwerke verfügt. Im Erdgeschoss befanden sich in meiner Kindheit nacheinander verschiedene Geschäfte.
Ich erinnere mich, dass es dort unter anderem Sirup zu kaufen gab, den man mit Wasser zu einem köstlichen Erfrischungsgetränk mixte. Es schmeckte nach Holunder und war echt lecker.
Ich blicke in das Schaufenster, das an diesem Tag ebenfalls dekoriert ist. Allerdings befinden sich hinter der Glasscheibe diverse Haushalts- und Geschirrartikel. Sie sind alle gebraucht und entstammen der Haushaltsauflösung, die mit dem Verkauf des Hauses einhergeht.
„Lasst uns mal reingehen!“, schlage ich meinem Mann und meiner Mutter vor.
Drinnen empfängt uns die ehemalige Besitzerin und wir kommen ins Gespräch.
„Kaufen Sie nichts, nur weil sie etwas kaufen wollen“, rät sie uns. „In unserem Alter sollte man nämlich eher ausmisten, als Dinge zu erwerben. Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede. So einen Hausstand aufzulösen ist nicht einfach.“
„Ja, das glaube ich“, sage ich zu ihr und zu meiner Mutter gerichtet, meine ich: „Schau mal , so ein ähnliches Service hast du auch noch!“
Noch bevor meine Mutter etwas antworten kann, kommt aus einer Ecke die Stimme meines Mannes: „Gefällt die dir?“
Er hält eine Puppe in die Höhe

und greift mit der anderen Hand zu einer zweiten Puppe.

Wir stöbern noch ein bisschen hier und ein bisschen dort, aber mir geht die Puppe mit den Zöpfen nicht mehr aus dem Sinn. Sie erinnert mich an mich selbst als Kind. Auch ich hatte braune lange Zöpfe und bin in dieser Stadt aufgewachsen. Insgeheim nenne ich die Puppe schon längst „Klein Astrid“.

Nach einer Weile gehe ich zu den beiden Püppchen und betrachte sie mir genauer. „Klein Astrid“ nehme ich auf alle Fälle mit, das ist für mich schon beschlossene Sache. Die Puppe mit den blonden Haaren hat sooooo ein hübsches Gesicht, dass ich es nicht über das Herz bringen könnte sie zurückzulassen.

Also erstehe ich beide Puppen, die übrigens handgefertigt sind. Die Oma der ehemaligen Besitzerin hatte eine Bekannte, die die Puppen hergestellt, alle Kleider selbst genäht und sogar die Strümpfchen gestrickt hat. Überall steckt sehr viel Liebe zum Detail drin, das sieht und spürt man.
„Ich werde sie in Ehren halten“, verspreche ich der Frau, die mir bestätigt:
„Ich weiß die Puppen bei Ihnen in guten Händen und das freut mich.“
Inzwischen hat auch mein Mann noch etwas gefunden, das er gerne in seinem Besitz haben möchte,- einen kleinen Licher-Bier-Krug mit einem Zinndeckel.

Die kleine Blondine ist noch immer namenlos und ich denke, das wird sie auch noch ein Weilchen bleiben. Sollten wir irgendwann einmal eine Enkeltochter bekommen, dann darf diese den Namen aussuchen. Doch die Puppe mit den Zöpfen ist und bleibt „Klein-Astrid“.
Mittlerweile sitzen die Beiden im Wohnzimmer auf der Couch, die eine Puppe auf der linken Seite und die andere auf der rechten Seite.
„Ich bin gespannt, ob sich demnächst unsere Katze dazu gesellt und dann in der Mitte liegt.“
„Abwarten“, sagt mein Mann und genießt einen Schluck aus seinem neuen alten Bierkrug.

 

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Herbstliche Kinderwelt

Sommerabschiedsgruß

Spaziergang durch den Branitzer Park

Hessischer Herbst

Ich möchte Euch heute einfach mal zeigen, wie sich der Herbst im Hesseländle von seiner besten Seite zeigt. Ein goldener Oktober, wie man sich ihn erträumt. Bunt mit Sonnenschein und blauem Himmel, – einfach traumhaft schön.

Zunächst ein kleiner Rundgang durch den Alteburgpark in Schotten, im Herzen des Vogelsberges.

Zwischen den schon fast kahlen Zweigen ragt der Kirchturm in den blauen Himmel.

Versteckt hinter den bunten Herbstbäumen lugt die Alteburg hervor.

Und jetzt geht es noch ein Stückchen weiter nach oben, in den Hohen Vogelsberg

und zum Segelflugplatz in der Nähe von Breungeshain.

Im Hintergrund erkennt man den Fernmeldeturm, der ganz oben auf dem Hoherodskopf steht. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch, ich habe ihn bereits schon einmal im Winter gezeigt (Bilderbuchwetter in der alten Heimat).

Ich hoffe Euch hat der kleine Ausflug in den Hessischen Herbst gefallen. Vielleicht möchtet Ihr noch mehr über meine alte Heimat lesen, dann schaut doch mal hier nach:

„Deutsche Sprache,-schwere Sprache“

Ein Falke, zwei Prinzessinnen und meine Heimatstadt

Großvaters Haus

Tante Frieda

Immer wieder sonntags geschieht das selbe Spiel
und man muss zugeben, Tante Frieda hat Stil.
Sie holt ihr bestes Kleid aus dem Schrank,
es passt ihr immer noch, Gott sei Dank.

Legt um ihren Hals die kosbare Perlenkette,
denn damit macht sie Eindruck, jede Wette.
Fehlen darf auch nicht der chice große Hut,
sie weiß, dieser kleidet sie besonders gut.

Erhobenen Hauptes schreitet sie von dannen,
biegt dann ab bei den drei großen Tannen.
Der Bus bringt sie in die lebhafte Stadt,
dort ein ganz bestimmtes Ziel sie hat.

Hier gleich neben der Kirche auf dem Marktplatz,
ist Tante Friedas angestammter Sonnenplatz.
Sie ist bei allen beliebt und wohlbekannt
und wird nur „Frau Gräfin“ dort genannt.

Der Ober weiß, was sie sich gedenkt auszusuchen,
ein Tässchen Kaffee, dazu ein Stückchen Kuchen.
Und obendrauf gehört zum guten Schluss
noch ein Tupfen Sahne, welch ein Genuss.

„Frau Gräfin wünscht noch einen kleinen Likör?“,
fragt geschwind der Ober, dieser nette Charmeur.
Zu einem Glas Eierlikör sagt sie nicht nein,
egal ob bei Regen oder bei Sonnenschein.

Gut gelaunt beobachtet sie das bunte Treiben
und gedenkt noch ein Stündchen zu bleiben.
Doch das Leben ist manchmal gemein,
sie muss noch vor der Dunkelheit heim.

So haucht der Ober beim Abschied zum Schluss,
ihr auf die dargereichte Hand einen zarten Kuss.
„Gräfin, beehren Sie uns bald wieder!“
Tante Frieda senkt beglückt die Augenlider.

Am nächsten Sonntag geschieht das selbe Spiel.
Das Café am großen Platz ist ihr liebstes Ziel.
Der Ober längst hat erobert ihr Herz,
er hofft, es ist Liebe und kein Scherz.

 

 

*Diese schöne Figur fand ich vor einem Restaurant in der Dresdener Innenstadt nahe der Frauenkirche. Ich konnte nicht anders, musste sie einfach fotografieren und ihr ein Gedicht widmen. Selbstverständlich handelt es sich hierbei um eine erfundene Geschichte. Mir ist weder diese Dame oder ihr mögliches Ebenbild, noch der Erschaffer dieser Figur bekannt. Gedicht und Inhalt entspringen meiner Fantasie und haben nichts mit lebenden oder verstorbenen Personen, bzw. stattgefunden Ereignissen oder dem betreffenden Restaurant zu tun. Mir hat diese Figur einfach nur gefallen und meine Fantasie beflügelt.

 

 

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Ich grüße Euch heute wieder einmal aus meiner Plauderecke. Mir ist
bei der Durchsicht meiner Fotos aus diesem Jahr aufgefallen, dass es da eine Aufnahme gibt, die ich Euch unbedingt zeigen möchte.

Das Beitragsfoto und die Überschrift meines Posts sind Bestandteile davon. Rote Rosen. Liebe. Beides gehört irgendwie zusammen. Verschenken doch Liebende gerne als Zeichen ihrer wahren und großen Liebe rote Rosen an den / die Partner(in).
Die von mir fotografierte Rose ist ebenfalls ein Geschenk. Doch hierzu gehört noch etwas anderes und natürlich eine kleine, aber schöne Begebenheit:
Es war der 4. Mai diesen Jahres. Ein Freitag. Ich glaube es war nachmittags, aber da bin ich mir nicht mehr so ganz sicher. Auf jeden Fall fuhr ich mit meinem Auto durch die Stadt. Meine Mutter war wieder einmal bei uns zu Besuch und saß neben mir auf dem Beifahrersitz. Wir standen an der Ampel einer Kreuzung in der Innenstadt. Unser Wagen war der erste in der Schlange der Wartenden.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen mehrere uns unbekannte Personen am Fußgängerüberweg und warteten darauf, dass die Fußgängerampel auf Grün umschaltete.
Da ich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls warten musste, ließ ich meinen Blick schweifen und da fiel mir etwas auf.
„Schau mal!“, sagte ich zu meiner Mutter. „Ich glaube dort drüben steht eine Braut. Diese junge Frau heiratet bestimmt morgen.“
„Meinst du?“, fragte meine Mutter noch und ich wollte ihr gerade erklären, wie ich auf diese Idee kam, da schaltete die Fußgängerampel auf Grün und die fremde junge Frau überquerte mit zwei Begleiterinnen die Straße. 
Im nächsten Momente blickte die junge Frau freudestrahlend in unsere Richtung. Sie beeilte sich sichtlich unser Fahrzeug zu erreichen, dann klopfte sie sachte an das Beifahrerfenster. Ich drückte auf den Knopf und das Fenster öffnete sich. Die junge Dame streckte die Hand durch die Öffnung und überreichte meiner Mutter einen kleinen Rosenstrauß, bestehend aus einer Blume, liebevoll mit Schleierkraut und etwas Grün kombiniert. Dazu gehörte eine Karte.
„Ich wünsche Ihnen alles Gute!“ sagte sie freundlich lächelnd.
„Ihnen auch!“, konnten wir der jungen Braut noch schnell zurufen, da war sie schon wieder in Richtung Bürgersteig unterwegs und unsere Ampel forderte uns zur zügigen Weiterfahrt auf.
„Das ist ja nett!“, meinte meine Mutter.
„Was steht denn auf der Karte, die sie dir mit der Rose gegeben hat?“, wollte ich von meiner Mutter wissen.
„Das kann ich jetzt nicht lesen, denn ich habe meine Lesebrille nicht mitgenommen. Die liegt bei dir Zuhause auf dem Küchentisch.“
Ich war schon ziemlich neugierig und deshalb hoffte ich ausnahmsweise mal auf eine weitere rote Ampel. Diese ließ auch nicht lange auf sich warten und ich ergriff sofort die Gelegenheit mir von meiner Mutter die Karte geben zu lassen. Laut las ich den Text vor:

„Liebe bedeutet nicht, dass es immer einfach ist.

Liebe bedeutet aber, dass es die Mühe wert ist.“

Ich weiß nicht wer die junge Frau war und auch der Verfasser dieser wunderschönen Worte ist mir nicht bekannt. Aber ich muss gestehen, dass wir von dieser netten Geste und diesen beiden Sätzen sehr gerührt waren.

 

*Der Hersteller dieser Karte ist laut Aufdruck: VISUAL STATEMENTS GmbH / Design by: VISUAL STATEMENTS (KOLLEKTION LIEBLINGSMENSCH)

 

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Es ist Herbst. Der Vorbote für die kühlere Jahreszeit. 
„Schade!“, findet Luise, denn sie liebt den Sommer. “Aber auch nicht schade!“, fügt sie in Gedanken hinzu. „Ein goldener Herbst hat auch etwas für sich.“
Luise sitzt mit geschlossenen Augen auf ihrem kleinen Balkon und hält das Gesicht in die Herbstsonne. Diese Momente genießt sie, auch wenn die Sonne nicht mehr die Kraft hat, um den ganzen Tag ihre wärmenden Strahlen zur Erde zu schicken.
„Auf jeden Fall freue ich mich schon jetzt auf den kommenden Sommer“, überlegt sie. 
Als sie die Augen öffnet, blickt sie in einen strahlend blauen Himmel und plötzlich freut sie sich auch über das, was kommen wird. Die bunten Blätter, die steigenden Drachen, das Lachen der Kinder, wenn sie im Laufen das Laub aufwirbeln oder in die Pfützen springen.
„Pfützen!“
Das ist das Stichwort für Luise. 
„Schuhe!“, durchfährt es ihre Gedanken. „Mein Gott ich brauche ordentliche Schuhe!“
Vorbei ist es mit dem Barfußlaufen, den Flipflops oder den Sandalen. Strümpfe und festes Schuhwerk ist jetzt wieder gefragt.
„Mein Gott!“, fährt ihr der Schreck in die Glieder. „Hab ich überhaupt noch ordentliche Schuhe?“
Luise ist in Sekundenschnelle auf den Füßen, die in luftigen Schühchen stecken und rennt zu ihrem Schuhschrank in der Diele. 
„Nichts! Nur Sommerlatschen!“ kommt es im Flüsterton über ihre Lippen.
Wer Luise jetzt sehen könnte, würde ihre Blässe bemerken, die plötzlich in ihrem Gesicht aufgestiegen ist.
„Wo sind sie denn hin? Ich werde doch im Frühjahr beim Ausmisten nicht alle meine anderen Schuhe weggeworfen haben. Mit den zwei Paar Pumps komme ich höchstens noch zwei Wochen über die Runden, dann fängt das Matschwetter an.“
Der Schreck steht Luise ins Gesicht geschrieben, doch dann fällt ihr der Keller ein. Genau, sie hat eine alte Reisetasche mit Schuhen gepackt. 
„Die muss doch irgendwo sein?!“
Inzwischen ist Luise im Keller und durchforstet jede Ecke und jeden Winkel, aber irgendwie bleibt die Reisetasche verschwunden. Sie liegt weder unter dem Regal, noch auf dem alten Schrank von Tante Inge. 
„Oh nein! Ich hab doch Sachen zum Sperrmüll gebracht. Da war auch eine alte Reisetasche dabei. Da waren doch hoffentlich nicht die Schuhe drin! Bestimmt habe ich sie vorher rausgenommen und in eine der Kisten dort drüben geräumt.“
Luise gibt die Hoffnung nicht auf. Irgendwo müssen doch ihre Schuhe sein. Im obersten Karton waren sie zumindest nicht. 
„Wahrscheinlich im untersten“, überlegt sie. „Das ist laut Murphy immer so!“
Irgendwie zweifelt Luise mittlerweile an ihrem Verstand. Leidet sie unter Gedächtnisschwund oder was ist los? Sie sieht sich in Gedanken, wie sie die Schuhe fein säuberlich in der alten Reisetasche verstaut. Aber weder Tasche noch Schuhe sind auffindbar.
„Wie auch“, muss sich Luise eingestehen, „wenn ich die Tasche doch weggeworfen habe. Da bin ich mir ganz sicher. Sie ist auf dem Sperrmüll gelandet.“
Luise kann die Welt nicht mehr verstehen. Sie weiß ganz genau, dass sie keine Tasche wegwirft ohne sich vorher zu vergewissern, dass sie leer ist. 
„Trotzdem! Ich habe die Schuhe in die Tasche geräumt. Nur ausgeräumt habe ich sie nicht mehr. Jedenfalls kann ich mich absolut nicht daran erinnern. Verflixt nochmal!!!“
Inzwischen sieht es im Keller aus wie auf einem Basar. Alles liegt kreuz und quer. Dinge, von denen sie noch nicht einmal mehr ahnte, dass sie noch existieren, hat sie gefunden. Aber keinen einzigen Schuh. Luise ist mit den Nerven fertig. Sie kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, lässt alles liegen wie es ist, löscht das Licht im Keller und geht wieder nach oben in ihre Wohnung.
„Ich könnte heulen! Meine schönen Schuhe. Erst letzten Winter habe ich mir die tollen roten Stiefel gekauft, um die mich jede meiner Freundinnen beneidet hat. Und die schwarzen Stiefeletten mit den hohen Absätzen und die braunen Halbschuhe aus Velourleder und, und… Oh, meine Schuhe! Alle weg!“
Luise geht ins Schlafzimmer, lässt sich bäuchlings auf das Bett fallen und vergräbt das Gesicht im Kissen.
„Ahhhhh!“
Der Schrei kommt tief aus ihrem Inneren und hallt durch das Zimmer. 
„Das neue Bett!“
Blitzschnell springt Luise auf und reißt mit Schwung den Bettkasten unter der Matratze auf. Ein erneuter Schrei ertönt, als sie eine alte Decke im Bettkasten entdeckt. Eingewickelt in diese Decke liegen alle ihre Schätze, – ihre Schuhe. Und jetzt erinnert sie sich auch wieder. Als sie das alte Bett und einige andere Utensilien, darunter auch die kaputte Reisetasche, beim Sperrmüll entsorgt hat, verstaute sie ihre Schuhe im Bettkasten des neuen Bettes.
„Was ist denn hier los? Ich habe zwei markerschütternde Schreie gehört.“
Christian, ihr Lebensgefährte, steht in der Schlafzimmertür und blickt auf Luise hinab, die inmitten ihrer Schuhe auf dem Fußboden sitzt. Tränen laufen ihr über das Gesicht. Freudentränen.

 

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