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Igitt … Wasser!

Ich dachte eigentlich, dass sie es vergessen hat und im Grunde genommen war ich ganz froh darüber. Doch eines Morgens konnte ich ein Gespräch zwischen meinem Frauchen und deren Mutter verfolgen. 

„Schau nur, wie dein Paul aussieht. Er richtig schmuddelig. Wenn du ihn mit in den Urlaub nehmen willst, dann solltest du ihn waschen.“

„Nö“, meinte mein Frauchen. „So wie er ist, ist er gerade richtig.“

„Naja, ein bisschen Wasser würde ihm schon guttun!“

„Nein!!!“, schrie ich, aber leider konnte mich niemand hören. „Mein Frauchen hat Recht. Ich bin gut so, wie ich bin. Wasser …igitt! Ich bin wasserscheu und wahrscheinlich auch nicht wasserdicht!!!“

„Und wenn er hinterher kaputt ist?“, wagte Frauchen einen erneuten Vorstoß.

„Ihm passiert schon nichts, das kannst du mir glauben“, war die Antwort der Mutter. 

Es dauerte auch nicht lange und ich hörte es plätschern. Frauchen ließ das Waschbecken mit warmen Wasser volllaufen.  Sogar ein paar Spritzer Badeschaum tröpfelte sie hinein. Ehrlich gesagt, roch es angenehm und ich fand den Schaum lustig. Doch dann schaute sie mich ernst an und erklärte mir:

„So Paul, nun musst du baden. Das wird dir Spaß machen und hinterher bist du wieder sauber.“

Vorsichtig hielt sie meine beiden Beine in das Wasser.

„Halt!!! Hilfe!!! Ich kann nicht schwimmen und werde unweigerlich ertrinken!“, schrie ich, aber es nutzte nichts. Heftige Angst übermannte mich.

Dann ging alles ganz schnell: 

Ehe ich weiter protestieren konnte, lag ich komplett im Wasser. Nur mein Kopf schaute noch heraus. Ganz ängstlich schaute ich mein Frauchen an.

Doch plötzlich spürte ich wie der Schaum mich am Kinn kitzelte. Das war lustig. Seht ihr mich grinsen?

Ich strampelte mit Armen und Beinen, woraufhin der Schaum immer mehr wurde und höher stieg. Damit er mir nicht in Mund und Augen kommen konnte, schloss ich diese und hielt außerdem noch die Luft an. Das war genau der Moment, in dem ich untertauchte. Ihr denkt jetzt vielleicht, ich hätte Panik bekommen. Nein, weit gefehlt. Meine Angst war verflogen. Das alles machte richtig Spaß. Ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich kam zum Luftholen wieder hoch und tauchte sofort wieder unter. Sehen konnte ich allerdings nichts, denn das Wasser war irgendwie inzwischen trüb geworden. Beim erneuten Auftauchen hörte ich die  Mutter meines Frauchens sagen:

„Siehst du wie schmutzig das Wasser jetzt ist?! Dein Paul ist allerdings nun wieder sauber.“

Als Frauchen mich aus dem Wasser hob, erhielt ich eine ziemlich kräftige Massage. Das Wasser tropfte dabei nur so aus mir heraus. Anschließend legte mich Frauchen auf ein Handtuch und wickelte mich fest darin ein. Das Handtuch war jetzt pitschepatsche nass und ich ein bisschen trockener. Doch dann kam das Härteste: Sie steckten mich doch tatsächlich in die heiße Sauna, die sie jedoch „Trockner“ nannten. Ich schwitzte das ganze restliche Wasser heraus. Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich ein Piepsen, woraufhin sich die Tür meiner Sauna öffnete und mein Frauchen mich in Empfang nahm.

„Du siehst aus wie neu!“, meinte sie lächelnd und streichelte mich. „Richtig hübsch und sauber. Es hat sich wirklich gelohnt!“

Ich muss sagen, als sie mir dann mein bayrisches Outfit anzog, war ich wirklich fesch. Ich sah aus, als hätte ich eine Verjüngungskur gemacht. So könnte ich tatsächlich bei „Germany’s next topmodel für Krokodilshunde aus Plüsch“ mitmachen und gewinnen. Stimmt’s?!!!

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Purzel

 

3 Kommentare

  1. oh
    ich dachte ich hätte schon geschrieben
    jaa.. richtig fesch siehst du aus
    bei meinen Kindern musste man vorsichtig agieren wenn man so ein Tierchen
    oder ein bestimmtes Schmusetuch waschen wollte
    denn es verlor dann den typischen Geruch
    da gab es dann erst mal lange Gesichter
    oder auch schon mal ein Tränchen 😉

    liebe Grüße
    Rosi

  2. Das habe ich auch schon gemacht. Hatte jahrelang einen kleinen Teddy mit im Urlaub. Der war mal ein Geschenk, selbst gebastelt. Und überall habe ich Fotos mit ihm gemacht. Da er weiß war, musste er irgendwann dann auch mal ins Bad 🙂
    Liebe Grüße von Kerstin.

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