Gedichte
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Ausgedient

Hey, altes Haus!
Wie schaust Du denn aus?
Warst einst ein Schatz,
hier mitten auf dem Platz.

Warst voller Leben
und Geschichten Dich umweben,
voller Glück und Schicksal.
Du hattest keine andere Wahl.

Gabst Schutz, Sicherheit
und vor allem Geborgenheit.
Warst mal schön anzuseh’n,
nun allerdings musst Du geh’n.

Wirst nicht gebraucht,
gehst mit Schall und Rauch.
Niemand Dich mehr pflegt,
noch Wert auf Dich legt.

Wirst bald ersetzt.
Schläge man Dir versetzt.
Schon bröckelt die Fassade.
Niemand findet es schade.

Du gibst auf,
nimmst den Untergang in Kauf.
Zerfällst Stein für Stein,
fragst nicht, was wird sein.

Sich wird erheben,
hier bald neues Leben.
Glanz, Prunk, neuer Schwung,
höher, weiter, besser und jung.

Hey, neues Haus!
Gut schaust Du aus!
Bist ein richtiger Schatz,
hier mitten auf dem Platz.

Was wird sein,
wenn verblasst der Schein?
Wird es Dir ergehen,
wie dem alten Haus geschehen?

 

 

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8 Kommentare

  1. Wie schade, es wäre sicher ein großartiger Geschichtenerzähler.
    So kann Vergangenes einfach weggepustet werden…

    Lieben Gruß
    Anna-Lena

    • Astrid Berg sagt

      Ich denke, inzwischen war das alte Haus nur noch ein Schandfleck. Wir sind durch Zufall gerade vorbei gefahren, als der Abriss stattfand, haben angehalten und eine Weile zugesehen.
      Lieben Sonntagsgruß
      Astrid

  2. Wunderbare Zeilen, liebe Astrid,
    mir tut es immer weh, wenn ich sehe, dass alte Häuser – aus welchem Grund auch immer – so gnadenlos abgerissen, zerrissen, zerbrochen werden.
    Lieben Gruß
    moni

    • Astrid Berg sagt

      Ich musste nur daran denken, welches Glück, welchen Schmerz und welche Schicksale wohl dieses Haus einst beherbergt hat. So etwas macht mich immer nachdenklich.
      Ich schicke Dir liebe Grüße und wünsche Dir einen schönen Restsonntag
      Astrid

  3. Wenn ich sehe, dass ein Haus abgerissen wird, werde ich nachdenklich.
    Was hat dieses Haus erlebt? Es wohnten Familien drin, die Freude, Glück, Trauer erlebten. So ein altes Haus hat sowas wie eine Seele.

    Viele liebe Grüße
    Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Mir geht es ebenso wie Dir, liebe Traudi. Könnten Häuser reden, so würden sie sehr interessante Geschichten erzählen.
      Sei herzlich gegrüßt
      Astrid

  4. Häuser erleben so viel, doch sie müssen schweigen. Sie werden erbaut, bewohnt, abgewohnt, abgerissen. Und Neues entsteht. Die Ansprüche steigen. Man erwartet mehr Komfort, mehr Wohnraum, mehr Licht. Aber wäre es nicht so, dann würden wir heut noch in einer Höhle sitzen 🙂
    Liebe Grüße in den Abend von Kerstin.

    • Astrid Berg sagt

      Da hast Du vollkommen recht, liebe Kerstin. Und soll ich Dir etwas verraten?: Ich bin total froh, dass wir nicht mehr in Höhlen hausen :-).
      LG
      Astrid

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