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Wer bist Du? (2)

Es war ein mühsamer und langer Weg. Obwohl das zarte Wesen auf Eddis Rücken federleicht war, hatte Eddi große Probleme. Er konnte kaum noch seine eigenen Fußstapfen von vorhin erkennen, denn inzwischen hatte es wieder zu schneien begonnen.

Der neue Schnee bedeckte die Spuren und verschlechterte die Sicht. Zu dieser Schwierigkeit kam noch die hereinbrechende Dunkelheit hinzu. So musste sich Eddi hauptsächlich auf sein Gefühl und seinen inneren Kompass verlassen.
Nach einer Weile hörte er Stimmen, die ihm die Richtung wiesen. Er erkannte die Stimmen seiner beiden Geschwister, die voller Sorge nach ihm riefen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten sie jedoch glücklicherweise das Mauseloch in dem Eddi mit seiner Familie lebte. 
Bob und Babsi, seine Geschwister, empfingen die beiden ebenso herzlich wie seine Eltern dies taten.
„Da bist du ja endlich wieder!“, freute sich seine Mutter. „Wir haben uns alle schon große Sorgen gemacht. Gerade wollte ich Deinen Vater losschicken, um dich zu suchen.“
Erst jetzt bemerkten alle Umstehenden das zarte Wesen, das ebenfalls durch das Mauseloch in die warme Behausung geschlüpft war.
„Oh,du hast uns einen Gast mitgebracht!“, sagte die Mutter und begrüßte die Unbekannte mit einer warmen Umarmung.
„Herzlich willkommen!“, meinte auch der Vater.
Bob und Babsi riefen ihr ein freudiges „Hallo!“ entgegen.
„Ich wünsche allen einen schönen guten Tag“, sagte das zarte Wesen mit einer glockenhellen sympathischen Stimme. „Vielen Dank für die Rettung und die Gastfreundschaft!“
Schon eilte Eddis Mutter los und brachte Tee, Kuchen und Brot herbei.
„Greif zu! Der Tee wird dich wärmen und Brot und Kuchen wird dich wieder zu Kräften bringen.“
„Oh, danke! Ich bin übrigens Elfinchen!“
„Hallo Elfinchen!“, riefen Bob, Babsi und Eddi im Chor.
Nachdem sich alle vorgestellt hatten, stellte der Vater die entscheidende Frage.
„Elfinchen, woher kommst du und was hat dich zu uns geführt oder besser gesagt, was ist passiert?“
„Eigentlich heiße ich Elfi, aber jeder nennt mich nur Elfinchen. Ich bin eine kleine Blumenelfe und wohne in einem Schlossgarten unterhalb der großen alten Eiche“, beginnt das zarte Wesen zu berichten. 
„Eine Blumenelfe?“, fragt Bob erstaunt.
„Wie süß!“, ruft Babsi entzückt.
„Erzähle uns doch ein bisschen aus deinem Leben“, fordert die Mutter auf.
„Im Frühling und im Sommer bin ich dafür eingeteilt jeden Morgen den Blumen in dem großen prächtigen Garten einen Besuch abzustatten“, berichtet nun Elfinchen. „Ich öffne ganz vorsichtig ihre Blütenblätter und richte sie nach der Sonne aus. Am Abend, wenn die Sonne untergeht, schwebe ich wieder vorsichtig von Blume zu Blume und schließe ihre Blüten. Ich finde, ich habe eine schöne und ehrenvolle Aufgabe.“
„Oh ja!“, pflichtet ihr die Mäusemutter bei. „Blumen sind so herrlich anzusehen. Ich freue mich immer über ihre bunten Blüten.“
„Aber das lüftet noch immer nicht das Geheimnis, um dein Schicksal. Was ist passiert? Wie und wo hat Eddi dich gefunden?“ Der Mäusevater spricht aus, was alle brennend interessiert.
„Oh, das ist eine lange Geschichte“, sagt Elfinchen und senkt traurig die Augen, aus denen nun zarte kleine Elfentränchen kullern.
Zärtlich streicht die Mäusemutter ihr über das Haar und meint:
„Es wird alles wieder gut, das verspreche ich dir. Lass dir nur Zeit und wenn du dich wieder ein bisschen beruhigt hast, dann erzählst du uns alles von Anfang an!“
Elfinchen nickt und nippt an ihrem Tee… 

Fortsetzung folgt…

 

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2 Kommentare

    • Astrid Berg sagt

      Sobald ich Zeit habe, geht es weiter. Also lass Dich überraschen 😉.
      Schönen Feierabend wünscht Dir
      Astrid

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