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Alles Gute!

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch in das Neue Jahr.

2019 möge ein schönes und friedvolles Jahr werden, das für jeden nur das Beste bereithält.

Bleibt gesund und munter und erfreut Euch des Lebens.

Ich bedanke mich recht herzlich für Eure Treue und freue mich auf ein weiteres Jahr in der Bloggerwelt mit vielen gegenseitigen Besuchen.

Ganz herzliche Grüße

Astrid Berg

Besuch im Weihnachtsland (13)


Sie hören es plötzlich alle, dieses seltsame Geräusch, das immer lauter wird und anscheinend auch näher kommt.  Die ganze Engelschar, die Helferlein und selbst Rudi werden ganz aufgeregt. 

„Was ist das?“

„Das habe ich noch nie gehört!“

„Sollten wir uns in Sicherheit bringen?“

„Wenn doch nur Weihnachtsmann Willi hier wäre, er wüsste, was zu tun ist. Aber Willi macht gerade ein kleines Nickerchen bevor er wieder zu seiner nächsten Tour aufbrechen muss“, denkt Rudi erschrocken. „Ihn dürfen wir nicht wecken.“ Rudi würde sich am liebsten verkriechen. Aber wo? Hinter dem Berg von eingepackten Geschenken? 

Noch ehe jemand von ihnen die Gelegenheit hat sich ein Versteck auszudenken, geschweige denn sich dorthin zu begeben, wird es dunkel und etwas scheint über ihnen zu schweben.

„Das kann nur ein riesiges Ungeheuer sein und das seltsame Geräusch wird dann wohl sein Fauchen sein“, überlegt sich Rudi.

Bevor Rudi seine Gedanken ordnen kann, kommt dieses eigenartige Ding näher und setzt zur Landung an. Es sieht aus, wie eine Mischung aus Schlitten und Flugzeug.

„Hallo, hallo!“, schallt es auf einmal aus diesem merkwürdigen Gefährt. „Sind wir hier richtig im Weihnachtsland?“

„Ja! Hier ist das Weihnachtsland“, rufen alle zurück. 

Jetzt nimmt Rudi allen Mut zusammen und stellt die zwei entscheidenden Fragen: 

„Wer seid ihr?“    und     „Was wollt ihr?“

„Wir suchen den Weihnachtsmann Willi“, antworten die Fremden.

„Wer sucht mich hier?“, tönt es auf einmal aus der hintersten Ecke des Weihnachtslandes, wo Willi sich für sein kurzes Schläfchen zurückgezogen hat.

Ein alter Mann übernimmt jetzt die Gesprächsführung: „Ich bin es, Albert. Und das sind meine Freunde: Bruno, der Teddybär, dessen Wunsch es ist dich, Willi zu treffen und dich einmal auf deiner Tour begleiten zu dürfen. Das sind Kurt, der Schneemann, Hugo, der Waldmensch und die Eule Aurelia.“

„Oh, mein Freund Albert“, ruft Willi voller Freude aus und kommt zu dem kleinen Grüppchen. „Wie schön dich wiederzusehen. Und das sind also deine Freunde. Ich habe schon gehört, dass ihr den langen Weg zu mir auf euch genommen habt. Seid alle herzlich willkommen im Weihnachtsland.“

Jetzt bricht unter den Anwesenden Jubel und Heiterkeit aus. Alle beginnen zu singen und zu jubilieren und fast hätten sie vergessen, dass es eigentlich noch so viel Arbeit bis zum Fest zu erledigen gibt. Doch Willi wäre nicht der Weihnachtsmann, wenn er nicht an die vielen Kinder denken würde, die sehnsüchtig auf ihn und die Geschenke warten.

„So leid es mir tut, aber wir müssen wieder an die Arbeit“, erklärt er und angeführt von Rudi begeben sich alle Engelchen und Helferlein wieder in die Engelswerkstatt. „Wir haben schon viel zuviel Zeit verloren und brauchen im Grunde genommen ein kleines Wunder, um alles noch rechtzeitig zu schaffen.“

„Ich habe da mal eine Idee!“, meldet sich sein Freund Albert ganz bescheiden zu Wort. „Willi nimm doch einfach mein düsenangetriebenes Gefährt. So bist du viel schneller bei den Kindern und Teddybär Bruno hilft dir beim Verteilen der Geschenke. Dann kann er auch einmal ein richtiger kleiner Weihnachtsmann sein. Und wir anderen helfen in der Engelswerkstatt. Mit vereinten Kräften schaffen wir das schon.“

„Du bist tatsächlich so klug und weise, wie alle behaupten, lieber Albert!“, lacht Willi und klopft seinem Freund auf die Schulter. Er winkt Bruno herbei, gibt ihm ein kleines Weihnachtsmannkostüm und schon düsen sie mit Höchstgeschwindigkeit los. Im Gepäck haben sie die Geschenke für die Kinder und selbst die Rentiere und Hirsche dürfen mitfahren. 

„Für dich, Bruno, habe ich noch eine Überraschung“, sagt Willi. „Ich will nämlich ganz zum Schluss noch zu einem niedlichen Jungen, dessen sehnlichster Wunsch es ist einen kleinen Weihnachtsmannteddybär zu bekommen und auf unserer Fahrt dorthin kannst du mir deine Geschichte erzählen.“

„Lieber Weihnachtsmann Willi …“, beginnt Bruno, der Teddybär.

Ich bedanke mich bei allen meinen Lesern für die Treue und wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest. Kommt gut in das Neue Jahr und bleibt alle gesund und munter. Ich freue mich auch in 2019 auf unsere gegenseitigen Besuche.

Herzliche Grüße

Astrid Berg


*Das Beitragsfoto habe ich von einer alten Weihnachtskarte der damaligen Firma BMW Rolls-Royce AeroEngines abfotografiert. Der Designer dieser Karte ist mir allerdings nicht bekannt.

Bald ist Weihnachten (12)

Inzwischen ist es schon bald Weihnachten und Teddybär Bruno ist immer noch nicht bei Weihnachtsmann Willi eingetroffen. Die Rettung des Schneemanns ist geglückt und so wird hoffentlich auch alles andere ein gutes Ende finden. 

„Ach, der gute alte Willi“, sagt Albert. „Das ist doch mein bester Freund.“

Bruno und Kurt sind begeistert. Sie fühlen sich fast schon am Ziel ihrer Wünsche und Träume angekommen. Wenn der weise Mann mit Willi befreundet ist, dann weiß er auch wo das Weihnachtsland ist.

„Klar, kenne ich den Weg dorthin. Ich hoffe nur, dass Willi auch da ist, denn seitdem er in den Ruhestand gegangen ist, reist er viel in der Gegend herum. Außerdem habe ich ihn schon lange nicht mehr gesehen. Hoffentlich geht es ihm gut“, meint Albert.

Und schon wieder ist die Hoffnung der Drei ins Wanken geraten, aber Albert verspricht ihnen, dass er alle mit seinem düsenangetriebenen Gefährt ins Weihnachtsland bringt.

Dort herrscht immer noch ein heilloses Durcheinander und die Engelchen wissen gar nicht, wo sie zuerst anfangen sollen. Überall ist so viel zu tun und alle gönnen sich nicht einen Moment Pause. Nur Rudi, der wegen seines gebrochenen Armes die Oberaufsicht in der Engelswerkstatt hat, ist guter Dinge. Er macht sich überhaupt keine Sorgen, denn bisher hat es jedes Jahr geklappt. 

„Es müssen noch alle Weihnachtskugeln poliert werden!“, ruft er gerade den Engelchen zu, die soeben das Basteln der Strohsterne beendet haben. „Und jeder Engel muss sich noch eine Haarsträhne abschneiden. Ihr wisst doch, dass sich die Menschen freuen, wenn sie Engelshaar am Weihnachtsbaum oder bei den Geschenken finden.“

Alle springen kreuz und quer. Sie erledigen das, was ihnen Rudi aufträgt und stellen die nächsten verpackten Geschenke bereit, die Willi gleich mit seinem Schlitten abholen und verteilen wird. „Dieses Jahr ist viel mehr zu tun, als im vergangenen Jahr“, so denken sie. Allerdings haben sie jedes Weihnachten dieses Gefühl und wie immer nehmen sie sich vor, beim nächsten Mal schon früher mit den Vorbereitungen zu beginnen. Doch dies ist ihnen erst erlaubt, wenn der Advent beginnt und dann muss alles bestens organisiert sein, damit keine Panne passiert. 

„Da kommt er!“, ruft eines der Engelchen aus. „Alle bereithalten zum Geschenkeaufladen! Die Zeit drängt. Er muss gleich wieder weiter!“ Weihnachtsmann Willi kommt von seiner neunhundertsechsundneunzigsten Tour zurück. Er sieht müde aus. Naja, er ist ja auch schon ein alter Weihnachtsmann. Auch die Rentiere und Hirsche, die seinen schwerbeladenen Schlitten ziehen, sind erschöpft und brauchen unbedingt eine Ruhepause. Leider kann diese nur von kurzer Dauer sein, denn es bleibt nicht mehr viel Zeit bis Weihnachten.

„Hört ihr das auch?“, fragt ein anderes Engelchen plötzlich. Alle verharren wie gebannt und lauschen.

„Was meinst du?“

„Na, dieses seltsame Geräusch, das immer lauter wird und anscheinend auch näher kommt …

In letzter Minute (11)

Mit ganz viel Hoffnung im Gepäck fahren Albert und Aurelia mit dem düsenangetriebenen Gefährt los. Der Schneemann muss gerettet werden und so düsen sie mit Höchstgeschwindigkeit dahin. Mit den Kufen kommen sie auch gut durch den Schnee, doch dort wo Bruno, Hugo und Kurt sich momentan aufhalten, liegt kein Schnee. 

Der Teddybär und der Waldmensch ziehen, schieben oder tragen den Schneemann unterdessen mit vereinten Kräften durch die wärmere Zone des Waldes. Sie ahnen noch nicht, dass Albert und Aurelia ihnen entgegen eilen. Albert muss jedoch auf dem letzten Teil der Strecke den Schlitten mit Rädern benutzen, was die Rettung verzögert, da sie damit wesentlich langsamer vorankommen. So holpern sie die Waldwege entlang. Aurelia, die schon voraus fliegt, hat etwas gesichtet.

„Ich kann sie sehen!“ ruft sie aus. „Dort vorne neben der großen Eiche kommen sie. Der Schneemann sieht ziemlich mitgenommen aus. Er braucht dringend Hilfe!“

Buchstäblich in letzter Minute erreichen die Retter die drei Wanderer. Jetzt muss alles ganz schnell gehen. Für viele Worte und Erklärungen bleibt keine Zeit. Der Schneemann Kurt wird auf den Schlitten gelegt und die Eule Aurelia nimmt das Seil in den Schnabel, erhebt sich in die Lüfte und zieht den Schlitten.

„So schnell wie möglich in die kältere Zone!“, ruft Albert ihr noch nach. „Aber pass auf, dass er nicht vom Schlitten fällt!“ Danach machen sich auch Bruno, Hugo und Albert auf den Weg. 

„Tief durchatmen! Alles wird wieder gut!“, versucht Aurelia den Schneemann zu beruhigen, als die beiden endlich die kältere Zone erreicht haben. „Du wirst nicht sterben, nur ein bisschen erholen musst du dich noch!“

„Ich sehe gar nicht mehr aus, wie ein Schneemann. Ganz dünn und auch schmutzig bin ich“, sagt Kurt, als er an sich hinunter blickt. „Und meine Nase fehlt auch.“

„Die habe ich!“, ruft ihm Bruno entgegen, der jetzt mit Hugo und Albert angerannt kommt. 

„Und die Sache mit dem Schmutz und dem Gewichtsverlust haben wir auch gleich erledigt“, erklärt der weise alte Mann. „Leg dich erst einmal in den Schnee! Wir rollen dich hier über die Wiese durch den schönen Pulverschnee und schon bist du wieder ein richtig weißer und kugelrunder Schneemann.“

„Danke!“, strahlt Kurt kurz danach und tastet vorsichtig nach seiner langen Karottennase, die ihm Bruno wieder ins Gesicht gesteckt hat. „Ohne Euch Freunde hätte ich es nicht geschafft. Habt ganz herzlichen Dank, das werde ich Euch allen mein ganzes Leben lang nicht vergessen! Ihr habt mir das Leben gerettet!“

Alle stehen um Kurt herum und freuen sich mit ihm. Jetzt haben sie auch Zeit sich ganz viel zu erzählen und den alten weisen Mann nach dem Weihnachtsmann Willi zu befragen. Hoffentlich weiß Albert den Weg, damit Teddybär Brunos Wünsche in Erfüllung gehen können. Inzwischen ist es nämlich schon bald Weihnachten und die Tage bis zum Fest sind gezählt …

Fortsetzung folgt …

Aurelia und Albert (10)

Eule Aurelia, die alles von ihrem Aussichtspunkt aus beobachtet hat, breitet ihre Flügel aus und schwingt sich in die Lüfte. Sie fliegt über Berge und Täler über Flüsse und zugefrorene Seen.

Nein, sie fliegt nicht ziellos umher. Sie weiß genau, wohin sie will und als sie ihr Ziel erreicht hat, setzt sie sich auf den höchsten Baum. Sie beginnt ein lautes Geschrei. Immer und immer wiederholt sie ihr Rufen.

„Was ist denn hier für ein Tumult!“, wundert sich der Bewohner eines einsam stehenden Hauses mitten in einem tiefen und dunklen Wald. Er sieht ein bisschen wie Albert Einstein aus, doch der ist ja schon lange tot. Aber alle, die diesen alten Mann hier im Wald kennen, nennen ihn wegen seiner Ähnlichkeit, aber auch wegen seiner Weisheit nur Albert. Mit seinem richtigen Namen wird er niemals gerufen. Möglicherweise kennt diesen sogar keiner mehr.

„Ich sollte unbedingt einmal nachsehen. Es hört sich nach Aurelia, der klugen Eule an. Aber normalerweise ist sie ein eher stiller Vertreter ihrer Art“, denkt Albert und geht nach draußen.

„Weiser alter Mann! Albert, hörst Du mich?!“ schallt es ihm entgegen.

„Aurelia? Was ist denn los? Wieso bist Du so aufgeregt?“

„Bruno, der Teddybär, Hugo, der Waldmensch und Kurt, der Schneemann …“, Aurelia muss erst einmal Luft holen. Sie ist total außer Atem. „… sind auf dem Weg zu Dir!“

„Oh, wie schön, ich bekomme Besuch!“, freut sich Albert. „Da sollte ich meine Hütte aufräumen, es ist nämlich wieder einmal dringend nötig. Vor lauter Denken, Erfinden und Grübeln kommt man ja nicht zum Aufräumen…“

„Dazu bleibt keine Zeit!“, schreit die Eule verzweifelt. „Kurt, der Schneemann braucht Deine Hilfe, sonst stirbt er!“

Aurelia berichtet schnell alles, was Albert wissen muss. Dieser wirft vorsichtshalber einen kleinen Schlitten mit Rädern auf sein Gefährt, da er dieses schon für den Winterbetrieb mit Kufen ausgestattet hat.

„Man kann ja nie wissen, wozu er gut ist“, meint er und springt auf sein düsenangetriebenes Gefährt. Diesen Antrieb hat er sich selbst ausgedacht und gebaut. Er ist eben ein kluger Mann, der weiß, wie man schnell vorankommt. 

„Hoffentlich ist Dein Fahrzeug auch schnell genug, damit wir noch rechtzeitig ankommen und Du den Schneemann Kurt retten kannst!“, hofft Aurelia. Sie schwingt sich neben Albert auf den Beifahrersitz. Zum Glück kennt die Eule den Weg und kann dem weisen alten Mann somit ein bisschen helfen. Mit ganz viel Hoffnung im Gepäck düsen die Beiden los…

Fortsetzung folgt …

Ein Unglück kommt selten allein (9)

Die traurige Nachricht, die das Weihnachtsland erreicht hatte, steigert die ohnehin schon große Angst um das bevorstehende Weihnachtsfest. Hinzu kommt die Sorge um Rudi, der in seinem jugendlichen Übermut und Leichtsinn mit dem Schlitten einen Unfall gebaut hat.

„Glaube nur nicht, dass Du Dich jetzt auf die faule Haut legen kannst“, ermahnt ihn Willi, nachdem er gesehen hat, dass Rudi trotz des gebrochenen Armes eigentlich wohlauf ist. „Du wirst an meiner Stelle die Oberaufsicht über die Engelswerkstatt übernehmen. Ich hingegen werde meine alten Pflichten erfüllen und mit dem Schlitten die Geschenke in die Welt hineintragen.“

Mit dieser Lösung können alle leben und das Weihnachtsfest ist gerettet, denn Willi wird sein Bestes geben, das wissen die Engelchen und Helferlein. Frohen Mutes machen sie sich wieder an die Arbeit. Selbst Rudi trällert ein Weihnachtsliedchen und alle anderen stimmen fröhlich mit ein. 

Man könnte jetzt meinen: Ende gut,- alles gut. Doch weit gefehlt. Zur gleichen Zeit nimmt das Drama bei Teddybär Bruno und seinen Freunden Kurt und Hugo seinen Lauf.

„Was ist denn mit Dir los?“, fragt Bruno seinen Kumpel Kurt. „Kann es sein, dass Du abgenommen hast? Irgendwie siehst Du seltsam aus!“

„Mir ist so warm!“, stöhnt Kurt und reißt sich Mütze und Schal vom Leib, was die anderen gar nicht verstehen können. Trotzdem es nicht mehr so bitterkalt ist, kann niemand von ihnen von Wärme sprechen.

„Ich glaube, ich werde bald sterben!“, jammert Kurt und Tropfen rinnen nicht nur aus seinen Augen.

Hugo, der Waldmensch erfasst blitzschnell die Situation. „Der Schneemann schmilzt!“, ruft er erschrocken aus. „Wir müssen ihn retten. Wenn wir den Wald durchquert haben, dann kommen wir in eine kältere Zone. Nur wenn wir diese schnellstmöglich erreichen, dann kann Kurt überleben! Los, lauft, lauft, so schnell ihr könnt!“

Alle rennen los. Auch der Schneemann Kurt, doch er achtet nicht auf den Weg. Da passiert es. Er stolpert über einen herabgefallenen Ast und landet im Dreck. Jetzt ist er zu allem Unglück auch noch schmutzig und außerdem ist ihm seine Nase abgefallen.

„Ich sterbe! Lasst mich liegen und geht weiter!“, sagt er mit zittriger Stimme.

Oh, nein, das will niemand. Wozu hat man Freunde. Bruno und Hugo helfen dem Schneemann auf und nehmen ihn an beiden Armen, um ihn mit vereinten Kräften aus dem Wald zu ziehen. Noch können sie allerdings nicht das Ende des Waldes erkennen. Hoffentlich schaffen sie es noch rechtzeitig bis zur kälteren Zone. Kurt wird nämlich immer dünner und auch schwächer.

„Ich muss ein Weilchen verschnaufen! Außerdem will ich endlich meine Nase wieder!“, bittet er innständig, doch dafür haben sie keine Zeit. Sie müssen aus diesem Wald heraus, das ist die einzige Rettung. Eule Aurelia, die alles von ihrem Aussichtspunkt aus beobachtet hat, breitet ihre Flügel aus und schwingt sich in die Lüfte…

Fortsetzung folgt …

Panik (8)

Nach einer geruhsamen und erholsamen Nacht brechen Bruno, der Teddybär und der Schneemann, der sich den Namen Kurt ausgesucht hat, zu einem weiteren Teil ihrer strapaziösen Reise zu Weihnachtsmann Willi auf. Angeführt werden sie von dem Waldmenschen Hugo, der sie zu dem weisen alten Mann bringen will.

Währenddessen herrscht im Weihnachtsland ein heilloses Chaos. Die Engelchen und Helferlein haben alle Hände voll zu tun, denn inzwischen weihnachtet es schon sehr. Alle müssen sich tüchtig beeilen, um rechtzeitig zum Fest fertig zu sein. Und wie das immer so ist, wenn man sich beeilen muss, alles besonders gut und schnell machen will, geht garantiert etwas schief. Das ist einfach so, warum auch immer. So ist es leider auch im Weihnachtsland.

Weihnachtsmann Willi, der eigentlich nicht mehr in Amt und Würden ist und schon längst in Rudi, seinem ehemaligen Lehrling einen Nachfolger gefunden hat, kann sich dennoch nicht ganz zur Ruhe setzen. Während Rudi mit dem Schlitten und den ersten Geschenken unterwegs ist, führt Willi im Weihnachtsland die Oberaufsicht. 

„Sind denn alle Schleifen schon gebunden, die dann die Geschenke schmücken sollen?“, erkundigt er sich bei den zuständigen Engelchen.

„Wir haben die grünen und die roten Schleifen schon fertig“, erklären ihm diese. „Aber die goldenen und die silbernen müssen wir noch binden, denn die entsprechenden Bänder sind gerade erst geliefert worden.“

„Vielleicht kann euch noch jemand helfen, damit es schneller geht!“, ruft Willi in die Runde.

„Wir brauchen auch Hilfe, sonst schaffen wir es nicht alles fristgerecht zu verpacken!“, schallt es aus der anderen Ecke.

„Wir müssen noch zweihundert Strohsterne basteln“, jammert ein anderes Engelchen. 

„Und wir sind auch mit der Herstellung der Geschenkanhänger noch nicht fertig. Wir brauchen unbedingt noch einige Herlferlein zur Unterstützung!“

Weihnachtsmann Willi rauft sich die Haare. Jedes Jahr bricht im Weihnachtsland die Panik aus, dass nicht alles rechtzeitig bis zum Fest fertig wird, doch bisher haben es die Engelchen immer mit vereinten Kräften geschafft. Hoffentlich klappt es auch dieses Jahr. Um die Engelchen und Helferlein zu unterstützen ist Willi gerne bereit auch seine Arbeitskraft mit einzubringen. 

Gerade verziert er die Weihnachtskarten mit ein wenig Goldstaub, da kommen zwei aufgeregte Engelchen, die eigentlich Weihnachtsmann Rudi begleiten sollten. Schon von Weitem hört man ihr Rufen:

„Willi! Wo ist Willi! Wir haben dringende Nachrichten für ihn!“

„Hier in der Bastelwerkstatt, bin ich! Was ist denn los?“, schallt es ihnen entgegen.

Die beiden Engelchen müssen erst einmal verschnaufen und tief Luft holen, bevor sie berichten können. Doch dann sprudelt es nur so aus ihnen heraus. Da sie allerdings beide gleichzeitig aufgeregt erzählen, versteht Willi kein einziges Wort.

„Langsam, langsam! Einer nach dem anderen. Fang Du zuerst an“, sagt er und deutet auf den kleineren Engel.

„Die Eulen des Waldes haben berichtet, dass Teddybär Bruno mit dem Schneemann Kurt und dem Waldmenschen Hugo auf dem Weg zum alten weisen Mann sind. Sie haben inzwischen schon die Hälfte des Weges geschafft.“

„Das ist gut, das ist wirklich gut!“, freut sich Weihnachtsmann Willi. „Und jetzt berichte auch Du!“

Das zweite Engelchen senkt den Kopf und plötzlich kullern die Tränchen aus seinen Augen. Erschrocken unterbrechen alle Engel und Helferlein im Weihnachtsland ihre Arbeit. Auch Weihnachtsmann Willi ahnt, dass jetzt nichts Gutes folgen wird.

„Weihnachtsmann Rudi ist mit seinem Schlitten verunglückt!“, schluchzt das Engelchen nun. „Er ist zu schnell gefahren und in einer scharfen Kurve ist der Schlitten umgekippt. Den Hirschen und Rentieren, die den Schlitten gezogen haben ist nichts passiert. Auch die Geschenke sind heil geblieben, aber…“

„Was ist mit Rudi?!“, ruft Weihnachtsmann Willi erschrocken aus.

„Er ist vom Schlitten gestürzt. Mitten in den Schnee. Leider ist er so unglücklich gefallen, dass er sich den Arm gebrochen hat.“

„OH!!!“, schallt es entsetzt aus allen Ecken.

„Wo ist er?“, will Willi wissen.

„Er wird gerade wieder von den Rentieren und Hirschen mit seinem Schlitten zurück ins Weihnachtsland gebracht. Die Geschenke wird er dieses Jahr nicht mehr verteilen können.“, meint das Engelchen, das die schlechte Nachricht überbracht hat…

Fortsetzung folgt…

In der Hütte des Alten (7)

„Stell Dir vor, lieber Weihnachtsmann Willi, wir hatten ihn tatsächlich gefunden: Den alten weisen Mann im tiefen und dunklen Wald….“ 

Nach einer wie dem Schneemann und Teddybär Bruno schien unendlich langen Zeit, erwacht endlich der Alte. Er schüttelt sich, als wolle er seine Träume abschütteln und schlurft zur Tür, um diese zu öffnen. Jetzt können die beiden Wanderer ihn erst so richtig erkennen und haben ein und denselben Gedanken:

„Alt ist er schon, sogar ziemlich alt. Hoffentlich kann er sich noch an Weihnachtsmann Willi erinnern.“

In der Hütte ist es kuschelig warm, denn in einem Kamin lodert ein Feuer, dessen Wärme den kleinen Raum ausfüllt. Aber von dem Greis kommt ihnen eine menschliche Kälte entgegen, die sie sich zunächst nicht erklären können und die sie trotz Wärme frösteln lässt.

„Was wollt Ihr von mir?“, grollt er ihnen mit einer tiefen Stimme entgegen. „Ich bin Hugo, der Waldmensch und lasse mich hier nicht vertreiben. Hier bin ich und hier bleibe ich, bis mich unser Herrgott zu sich ruft.“

Nachdem ihm Bruno versichert hat, dass es ganz und gar nicht ihr Anliegen ist, ihn aus seiner Behausung zu vertreiben, scheint er ihnen ein wenig wohlgesonnener zu sein. Seine Stimme wird freundlicher und er hört sich geduldig ihr Anliegen an.

„Ja, ja, der Weihnachtsmann Willi“, sagt der Alte und lächelt in sich hinein. „Schon als kleines Kind hat mir meine Mutter von ihm erzählt!“

Brunos Herz macht vor Freude einen Sprung. Gleich werden sie wissen, wo Willi sich aufhält und können ihn besuchen.

„Aber gesehen habe ich ihn noch nie, geschweige denn weiß ich wo er wohnt. Vielleicht gibt es ihn gar nicht“, fügt Hugo nun hinzu und kratzt sich am Kopf.

„Du bist aber doch der alte, weise Mann und du musst alles wissen. Auch wo Weihnachtsmann Willi sich aufhält“, sagt Bruno mit zittriger Stimme. Daraufhin beginnt der Greis zu lachen und hält sich seinen bebenden Bauch.

„Ja, ja! Alt bin ich. Auch reich an Lebenserfahrung, aber weise bin ich deshalb noch lange nicht.“

Brunos Hoffnung ist von einer Sekunde zur anderen auf den Nullpunkt abgesackt. Er könnte weinen, so enttäuscht ist er. Auch der Schneemann macht ein ganz trauriges Gesicht.

„Naja, nun gebt mal nicht alle Hoffnung auf. Ich kenne zumindest den alten und weisen Mann, den ihr meint und der Euch weiterhelfen kann.“

Wieder flackert ein Fünkchen Hoffnung in Bruno auf, das aber mit dem nächsten Satz von Hugo, dem Waldmenschen, fast wieder im Keim erstickt wird.

„Es ist ein sehr langer Weg, der über Berge und Täler, über Steine, Brücken und Stege führt.“

Erschöpft und entmutigt schauen der Schneemann und Bruno den Alten aus müden Augen an. Sie fühlen sich jetzt schon am Ende ihrer Kräfte.„Doch ich kenne den Weg zu ihm wie meine Westentasche!“, gibt Hugo den Beiden endlich zu verstehen. „Ruht euch erst einmal aus. Esst und trinkt tüchtig, schlaft Euch aus und dann führe ich Euch zu ihm. Du, Schneemann solltest allerdings wegen der Wärme hier in der Hütte, lieber vor der Tür im Freien übernachten. Sonst bist Du uns morgen weggeschmolzen.“

„Warte auf mich, lieber Weihnachtsmann Willi! Ich werde keine Mühe und keine Strapaze scheuen, um endlich bei Dir sein zu können“, denkt Bruno noch, bevor er in einen tiefen traumlosen Schlaf fällt…





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Furchteinflößendes Erlebnis (6)

Teddybär Bruno ist mit seinem neuen Freund, dem Schneemann, aus dem Fundbüro geflohen, um sich auf die Suche nach dem alten und weisen Mann im tiefen, dunklen Wald zu machen. Von ihm erhoffen sie sich Hilfe auf dem Weg zu Weihnachtsmann Willi. 
„Ich bin Dir nicht mehr fern!“, denkt Bruno voller Zuversicht und Hoffnung.
Es ist so dunkel und unheimlich in diesem Wald, dass es Bruno ganz mulmig wird. Von überall kommen unbekannte und furchterregende Geräusche, die er nicht zuordnen kann. Doch Bruno muss stark sein. Nicht nur, weil er sein Ziel erreichen will, das ihm die Erfüllung seiner Wünsche bringt. Nein, auch weil der Schneemann ein ausgesprochener Angsthase ist und aus Angst zu schlottern beginnt. Bruno redet fortwährend auf ihn ein, um ihn und natürlich auch sich selbst abzulenken.
„Das war sicherlich nur ein ganz harmloser Vogel, den wir aufgeschreckt haben.“
„Du wirst doch nicht vor einem kleinen Häschen Angst haben.“
„Nein, nein, hier gibt es keine Ungeheuer.“
Doch plötzlich bleib Bruno unvermittelt stehen. Das, was er gerade gehört hat, macht seinen letzten Trostversuch unglaubwürdig. Ein lautes und markerschütterndes Grollen durchströmt den Wald. Jetzt beginnt auch Bruno zu zittern wie Espenlaub.
„Was war das? Hast Du es auch gehört?“
Der Schneemann hat sich seine Mütze noch tiefer ins Gesicht gezogen, als könnte er sich darunter verstecken und in Sicherheit wägen.
„Da, schon wieder! Und wieder. Es scheint von dort drüben her zu kommen“, flüstert Bruno, dem inzwischen das Herz bis zum Hals schlägt.
Vorsichtig schleichen sie in die Richtung aus der das furchterregende und alles übertönende Geräusch kommt und erkennen die Umrisse einer Hütte.
„Es kommt direkt aus dieser Hütte“, erklärt Bruno seinem neuen Freund. „Ich bin zwar nur ein kleiner Teddybär, aber ich glaube es hört sich an als würde dort ein Verwandter von mir hausen.“
„Du …Du meinst, dort…. dort wohnt … ein… ein echter…. B … Bär?“, stottert der Schneemann. „L…Lass… lass uns… ab… abhauen!“
Bruno nimmt seinen ganzen Mut zusammen, deutet dem Schneemann an, zu bleiben, wo er ist und schleicht sich an die Hütte heran. Das Geräusch wird immer lauter und hört sich mal wie Donnergrollen und mal wie das Brüllen eines Bären an.
Da die Vögel in den Bäumen fröhlich weiter zwitschern, der Specht fleißig hämmert und auch sonst kein Tier aufgeschreckt davon springt, glaubt Bruno inzwischen nicht mehr an ein schreckliches Ungeheuer. Er späht vorsichtig durch das einzige Fenster und entdeckt in der hinteren Ecke eine Pritsche, auf der ein alter bärtiger Mann liegt und einen ohrenbetäubenden Lärm durch sein Schnarchen verbreitet.
Nachdem auch der Schneemann sich heran getraut hat, pochen sie mit vereinten Kräften gegen die Tür. Erst nach vielen vergeblichen Versuchen gelingt es ihnen den Alten zu wecken.
„Stell Dir vor, lieber Weihnachtsmann Willi, wir hatten ihn tatsächlich gefunden: Den alten weisen Mann im tiefen und dunklen Wald…“

 

Fortsetzung folgt…

 

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Lieber Weihnachtsmann Willi

Eile mit Weile

Der große Tag

Ein neuer Freund (5)

Nicht nur im Weihnachtsland herrscht große Aufregung, sondern auch da, wo sich Bruno, der Teddybär zur Zeit aufhält.
„Hey, schaut mal alle her! Da kommt ein Neuer!“
„Wer bist Du?“
„Wo kommst Du her?“
„Wieso bist Du hier?“
Etwas verschüchtert sieht sich Bruno verschiedenen Gestalten gegenüber. Bevor er auf die vielen Fragen antworten kann, die auf ihn einströmen, muss er erst einmal wissen, wo er hingeraten ist.
„Du bist in einem Fundbüro“, verkündet ihm ein Schneemann mit Mütze und Schal. „Erzähl schon, durch welchen Umstand bist Du hierher gekommen?!“
So erzählt Bruno zunächst einmal, dass er dem Weihnachtsmann Willi geschrieben hat, von seiner Flucht und dass er sich auf dem Weg ins Weihnachtsland befindet.
„Versteckt in dem Rucksack gelangte ich in ein Flugzeug“, berichtet er. „Ich dachte immerzu nur an Weihnachtsmann Willi. ‚Ach‘, dachte ich so vor mich hin. ‚Wenn ich doch nur schon bei Dir wäre, lieber Weihnachtsmann Willi. Ob Du wohl schon meinen Brief erhalten hast?’
Ich wurde bei meinen Überlegungen, durch die Vorfreude auf ihn und das Weihnachtsland ganz zappelig und unruhig. Durch mein Zappeln und Strampeln löste sich der Verschluss des Rucksackes und ich konnte ungehindert herausschlüpfen. Nun war ich im Gepäckraum. Viele Stunden spazierte ich dort auf und ab, bevor ich merkte, dass das Flugzeug an Höhe verlor. Es setzte zur Landung an. Das Fahrgestell wurde mit einem Höllenlärm, der mich fast zu Tode erschreckte, ausgefahren und kurz danach gab es einen tüchtigen Ruck. Wir waren gelandet. 
Als die Koffer ausgeladen wurden, stellte ich mich tot und verhielt mich wie ein ganz normaler Plüschteddy. So legte man mich ebenfalls auf das Gepäckband. Viele Runden drehte ich auf diesem schwarzen Förderband.
‚Hilfe!‘, rief ich wie mir schien ziemlich laut. ‚Hilfe, mir ist total schwindelig!‘ Doch niemand hörte mich und so lag ich noch immer dort, nachdem alle anderen Gepäckstücke schon abgeholt worden waren. So kam, was kommen musste.  Arbeiter nahmen mich und trugen mich zum Fundbüro. Und hier bin ich nun, bei Euch!“, schließt Bruno seinen Bericht ab.
„So, so, Du willst also ins Weihnachtsland?! Da hast Du Dir aber was vorgenommen!“, meint der Schneemann, der anscheinend der Wortführer von allen hier versammelten und einst liegen gelassenen Gestalten ist.
„Kennst Ihr den Weg zu Weihnachtsmann Willi?“, fragt Bruno hoffnungsvoll.
Leider kann niemand ihm eine Wegbeschreibung geben. Doch der Schneemann ergreift schon wieder das Wort:
„Ich habe von einem Freund gehört, dass er einen Bekannten hat, der jemand kennt, der wiederum jemand kennt, der ihm von einem alten Mann berichtet hat. Dieser Mann würde in einem dunklen und finsteren Wald leben und wäre sehr weise.“
Als Teddybär Bruno die Stirn runzelt, fügt der Schneemann schnell hinzu:
„Bestimmt weiß dieser alte und weise Mann einen Rat. Vielleicht kennt er den Weihnachtsmann Willi ja persönlich oder er kennt jemand, der ihn kennt.“
Bruno schöpft neue Hoffnung und bittet den Schneemann ihn doch zu diesem Freund zu bringen, der einen Bekannten hat, der jemand kennt, der wiederum jemand kennt, der ihm von diesem alten und weisen Mann berichtet hat.
Da der Schneemann schon ziemlich lange gelangweilt in dem Fundbüro herumgestanden hat und endlich in den Winter hinaus will, erklärt er sich bereit, mit Bruno auf dessen Wanderschaft zu gehen. Also klettern sie bei Nacht und Nebel durch ein nur angelehntes Fenster, bereit für neue Abenteuer.
 Und so denkt Bruno nun voller Freude und Zuversicht:
„Weihnachtsmann Willi, ich bin Dir nicht mehr fern!“…

Fortsetzung folgt…

 

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Das Weihnachtskonzert

Zotti im Weihnachtsland

Liebes Christkind

Aufregung im Weihnachtsland (4)

Während Bruno versteckt in einem Rucksack hoch über den Wolken seine lange Reise zum Weihnachtsmann Willi antritt, herrscht im Weihnachtsland die größte Aufregung.
„Die Wunschzettel sind angekommen!“, ruft Engelchen Postinchen aus und zieht einen vollbeladenen Schlitten hinter sich her. „Es gibt viel zu tun für uns alle!“
„Das Meiste habe wohl ich zu tun!“, gibt Weihnachtsmann Rudi zu verstehen.  „Ich muss die vielen Briefe lesen, dann auch noch die Geschenke verteilen und die weiten Strecken zurücklegen. Seit Weihnachtsmann Willi sich zur Ruhe gesetzt hat, hängt die ganze Arbeit an mir alleine.“
„Wir stehen dir doch bei und helfen so gut wir können!“, rufen ihm die vielen kleinen Helferlein zu. „Wir lesen und sortieren schon mal die Briefe nach den Wünschen der Kinder, damit du nicht so überlastet bist,“ versuchen sie Rudi aufzumuntern.
Im Weihnachtsland weiß inzwischen jedermann, dass Rudi immer erst ein bisschen bemitleidet werden muss, aber dann ist er ein richtig guter Weihnachtsmann. Das ist ja auch kein Wunder, denn immerhin ist er bei Weihnachtsmann Willi in die Lehre gegangen und hat alles gelernt, was er so braucht. Nur manchmal spukt noch Unfug in seinem Kopf herum.
„So ist eben die Jugend, aber das legt sich mit dem Alter“, hat Willi erst neulich gesagt. „Außerdem habe ich ja immer noch ein Auge auf ihn und bisher ging ja auch alles gut.“
Die Engelchen lesen, sortieren und erfreuen sich an den schön gestalteten Wunschzetteln der Kinder. Sie sind froher Dinge und tun ihre Arbeit gerne.
„Hier ist ein ganz eiliger Brief, der an den Weihnachtsmann Willi adressiert ist!“, ruft ein Engelchen aus und schwenkt einen Briefumschlag. „Persönlich!“, steht in großen Buchstaben darauf.
„Für mich?“, fragt Willi erstaunt. „Aber ich bin doch offiziell gar nicht mehr in Amt und Würden. Von wem kommt er denn?“
„Hier steht nur ‚Bruno, der Teddybär‘ als Absender“, sagt das Engelchen und reicht Willi den Brief.
Dieser dreht und wendet den Umschlag, liest noch einmal den Absender und runzelt die Stirn. Von diesem Bruno hat er noch nie gehört. Auch sonst scheint ihn niemand aus dem Weihnachtsland zu kennen. Als Willi, den Briefumschlag öffnet, das Schreiben heraus nimmt und die von Bruno verfassten Zeilen liest, wird er fast ein wenig sentimental. Er fühlt sich geehrt, dass er einem Teddy aus Bangkok im Traum erschienen ist und dieser nun unbedingt zu ihm will. 
„Kommt mal alle her!“, ruft Willi die Engelchen und Helferlein zusammen. „Du auch Rudi!“, befiehlt er seinem ehemaligen Lehrling, der sich neben den Rentieren ein Nickerchen gönnt. 
Dann berichtet er von Teddybär Bruno, seinen beiden Wünschen und dessen langer und vermutlich beschwerlicher Reise.
„Wahrscheinlich ist er schon längst unterwegs, deshalb brauche ich auf diesen Brief gar nicht mehr zu antworten. Ihr müsst alle miteinander die Augen und Ohren offenhalten und sollte jemand etwas in Erfahrung bringen, dann erwarte ich sofortigen Bericht. Dem kleinen Kerl muss unbedingt geholfen werden. Wer ihn findet, der hat ihn unverzüglich zu mir zu bringen.“
Für alle im Weihnachtsland, selbst für Rudi, sind Willis Worte immer noch Befehl…

Fortsetzung folgt…

 

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Lieber Weihnachtsmann Willi!

Brunos Fluchtplan (2)

Nichts wie weg! (3)

Nichts wie weg! (3)

Ja, ich hatte eine entscheidende Tatsache in meine Überlegungen nicht einbezogen, nämlich meine ziemlich kurzen Beine. Sie waren in zweierlei Hinsicht von Nachteil. 
„Deine kurzen Beine lassen dich nur kleine Schritte machen“, wirst du jetzt denken, lieber Weihnachtsmann Willi.
Stimmt, ich musste auf meiner Flucht ziemlich viele Schritte machen und kam trotzdem nur langsam vorwärts. Aber das Schlimmste war, dass der Fußball viel zu groß für mich war und ich ihn nicht mit Schwung in die Gläserabteilung schießen konnte. Auch verfehlte mein Schuss die Richtung. Er traf nicht die Gläser weit von mir entfernt, sondern eine Vase rechts direkt neben mir.
„Ohje, ohje!“, dachte ich mir.
Da begann diese auch schon zu wackeln und fiel mit lautem Getöse auf eine andere, die wiederum umfiel und gleich ein ganzes Sortiment an kleinen Porzellanväschen umwarf. 
Durch die enorme Geräuschentwicklung wurden der Wachmann und sein Hund aufgescheucht. In Sekundenschnelle waren sie zur Stelle. Da ich hier kein einziges Wurststückchen versteckt hatte, schlug mein ausgeklügelter Plan damit fehl. Stattdessen waren sie mir auf den Fersen, da sie mich für einen flüchtenden Dieb hielten.
„Fass, Hasso! Fass!“, rief der Wachmann seinem Hund ständig zu und ich fürchtete nicht nur um mein schönes Teddybärenfell, sondern auch um mein Leben.
„Was soll ich nur tun?“, schoss es mir durch den Kopf. „Ich muss weg hier, bevor die Polizei eintrifft.“
Die war allerdings schneller zur Stelle, als ich mir vorgestellt hatte. Aber, wie heißt es so schön?! Die Polizei, dein Freund und Helfer! Naja, so wirkliche Freunde waren es nicht, aber irgendwie haben sie mir doch letztendlich zur Flucht verholfen. Sie umzingelten mich und trieben mich in die Enge. Ich schlug wie ein Hase einen Haken nach dem anderen und landete in der Kofferabteilung. Im letzen Moment sah ich einen großen offenen Rucksack, in den ich hineinschlüpfte und mich ganz klein machte.
„Das war Glück im Unglück“, dachte ich völlig außer Atem.
Sie fanden mich nicht. Selbst Hasso konnte meine Fährte nicht mehr aufnehmen. Niemand entdeckte mich. Und so schlummerte ich vor lauter Erschöpfung ein. Ich erwachte wie mir schien erst Tage später wieder und befand mich mitsamt anderer Utensilien, die man auf mich geworfen hatte ohne mich in den Tiefen des Rucksackes zu entdecken, in einem Flugzeug hoch über den Wolken. 
„Ich bin auf dem Weg, lieber Weihnachtsmann Willi. Glaube mir, ich komme zu Dir! Ich weiß zwar noch nicht wie und wann, aber wir werden uns bald treffen, dessen bin ich mir jetzt ganz sicher!“
Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich weder, wo das richtige Weihnachtsland ist, noch wer mir alles helfen würde dorthin zu gelangen…

Fortsetzung folgt…

 

 

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„Ich versuche mich dann zu Dir durchzuschlagen…“, habe ich Dir geschrieben, lieber Weihnachtsmann Willi. Ich hätte nie gedacht, dass dies so schwierig ist. Allein der Versuch aus dem Kaufhaus ganz klammheimlich zu verschwinden, war keine leichte Unternehmung. 
Als alle Lichter nach Ladenschluss im gesamten Gebäude ausgeschaltet wurden, habe ich mich erst einmal ganz still verhalten. 
„Psst! Niemand darf auch nur den leisesten Verdacht schöpfen“, ermahnte ich mich immer wieder.
Leider war nicht Egon der diensthabende Wachmann, sondern ein mir komplett fremder Mensch. Bei Egon hätte ich leichtes Spiel gehabt, denn er schläft nach seiner ersten großen Runde immer tief und fest, so dass ich mich ungesehen hätte davonschleichen können. Dieser fremde Mann jedoch hat die ganze Nacht über kein Auge zugemacht und einen Wachhund hatte er auch noch dabei.
„Da ist jetzt aber guter Rat teuer“, habe ich mir so gedacht und überlegt, ob ich die Flucht vielleicht doch verschieben sollte. Aber wie Du ja weißt, ist Weihnachten nicht mehr in allzu großer Ferne und der Weg zu Dir auch nicht gerade kurz. Also musste ich so schnell wie möglich handeln.
„Wie nur kann ich den Wachmann und dessen Hund ablenken, damit sie mich nicht auf meiner Flucht erwischen?“, fragte ich mich.
Mein Kopf glühte schon, denn meine Gehirnwindungen liefen auf Hochtouren, aber ich fand eine, so wie mir schien brauchbare Lösung.
Ich lief in die Delikatessenabteilung und besorgte mir dort eine Riesenfleischwurst für den Hund. Dann zerschnitt ich sie in viele kleine Leckerbissen und verteilte sie bis in die alleroberste Etage. Das erste Stückchen lag in der entgegengesetzten Richtung vom Ausgang, nämlich in der Gläserabteilung. 
Ich musste nun nur noch den Hund dorthin locken oder besser gesagt sein Herrchen, dem der Wachhund unweigerlich folgen und damit auch die Wurststücke entdecken würde. Schlau wie ich nun mal bin, wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf, hatte ich mir noch einen Fußball besorgt.
„Den lasse ich mit Karacho in das aufgestellte Gläsersortiment krachen“, plante ich. „Das macht sowohl das Herrchen als auch den Hund neugierig.“
So wollte ich die Beiden derartig ablenken, dass ich meine Flucht ungehindert würde antreten können.
Doch leider unterlief mir bei der Durchführung meines schönen Planes ein folgenschwerer Fehler oder besser gesagt, ich hatte eine entscheidende Tatsache in meine Überlegungen nicht einbezogen…

Fortsetzung folgt…

 

 

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Lieber Weihnachtsmann Willi!

Ich weiß, dass Du jedes Jahr unzählige Briefe bekommst und ich weiß auch, dass ich ziemlich spät dran bin. Trotzdem hoffe ich, dass Du meinen Brief liest und mir sogar meinen großen Wunsch erfüllst. Eigentlich sind es mehrere Wünsche, – zwei, um genau zu sein.

Aber jetzt stelle ich mich erst einmal vor:

Ich bin Bruno, der Teddybär und wohne schon ganz lange  in einem Regal  mitten in Bangkok. Ja, das ist ziemlich weit weg, aber hier gibt es keinen richtigen Weihnachtsmann, an den ich mich wenden könnte. Letzte Nacht bist Du mir im Traum erschienen. Du warst mir sofort sympathisch und ich glaube, Du bist ein guter Weihnachtsmann. Bestimmt kannst du mir helfen. Das kann nämlich nur der echte Weihnachtsmann.

Ich wünsche mir so sehr einmal mit Dir auf Tour zu gehen und ein kleiner Weihnachtsmann sein zu dürfen. Das wäre dann schon mein erster Wunsch. Wenn Du mir dann auch noch ein neues Zuhause schenkst, in dem sich ein Mädchen oder ein Junge um mich kümmert, mich lieb hat und dessen Spielgefährte ich sein darf, dann hättest Du auch meinen zweiten Wunsch noch erfüllt und ich wäre überglücklich.

Ich sitze hier nämlich einfach nur so rum. Keiner nimmt mich mit. Warum? Sie haben gesagt, ich sei unverkäuflich und würde zur Dekoration gehören. Das war ja eine Weile ganz lustig, aber nun befinde ich mich schon monatelang hier und demnächst soll umdekoriert werden. Das habe ich gehört, als ich ein Gespräch von zwei Verkäuferinnen belauscht habe. Ja und dann werde ich eingemottet, so haben sie gesagt. Ich will nicht eingemottet werden, was immer das auch ist. Zumindest klingt es nicht gut, eher unheilversprechend.

Ich habe beschlossen, dies nicht über mich ergehen zu lassen und einen Entschluss gefasst. Heute Nacht, wenn alles ganz ruhig ist, haue ich ab. Wenn der Wachmann seine letzte Runde dreht, schleiche ich hinter ihm her. Im Schutze der Dunkelheit schlüpfe ich in die Freiheit hinaus. Es wird nicht einfach sein, aber alles ist besser als eingemottet zu werden. Ich versuche mich dann zu Dir durchzuschlagen… 

Bis bald 

Dein Bruno

 

 

Fortsetzung folgt…

 

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