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Kommt mit!

Wir waren mal eben ganz kurz entschlossen für elf Tage über Pfingsten auf meiner Lieblingsinsel    Mallorca. Nun sind wir wieder zurück und ich möchte Euch ein wenig an der Schönheit dieser Insel teilhaben lassen.

Wir waren in einem schmucken kleinen Bergdorf, das ich Euch unbedingt zeigen muss. Es heißt Fornalutx. Dieser Name ist für uns deutschsprachige ein regelrechter Zungenbrecher. Ich jedenfalls muss meine Zunge ziemlich verbiegen, um den Namen einigermaßen korrekt (oder auch nicht korrekt) aussprechen zu können.

Obwohl wir schon mindestens fünfzehnmal auf dieser Insel waren, führte uns unser Weg zum ersten Mal in dieses Bergdorf. Ungefähr fünfhundert Menschen leben hier, hegen und pflegen diesen Ort, so dass er schon seiner Schönheit wegen Auszeichnungen erhalten hat. Häufig bezeichnet man den Ort als das schönste Dorf.*

Kommt einfach mit und lasst Euch verzaubern:

Fornalutx liegt laut Wikipedia * „im Gebirgszug der Serra de Tramuntanna“.

Wir marschieren zunächst zu dem zetralen Platz, auf dem sich das Leben abzuspielen scheint. Hier kann man auf einer der Bänke ausruhen oder sich in eines der Cafés oder Restaurants setzen.

Aber auch sonst ist hier für die täglichen Bedürfnisse alles in erreichbarer Nähe.

Da es sich um ein Bergdorf handelt, gehen wir nun ständig bergauf und bergab.

Wir kommen in kleine Gassen, von denen eine schöner  und verträumter wirkt als die andere.

Im Schein der Sonne erhält alles einen ganz besonderen Zauber.

Man spürt sofort, dass jeder einzelne Einwohner bemüht ist, das Dorf noch schöner zu machen. Überall grünt und blüht es.

Wir werfen noch einen letzten Blick nach oben zum Gebirgszug und nach unten zum Treiben in den  Straßen und Gassen.

Dann verlassen wir den schmucken Ort mit seinem unvergleichbaren Zauber und überlegen schon, welches Fleckchen dieser Insel wir am nächsten Tag zu entdecken gedenken.

 

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*https://de.wikipedia.org/wiki/Fornalutx

Sei gegrüßt

Sei gegrüßt lieber Morgen,
du strahlst mir freundlich entgegen.
Wird der Tag bringen Sorgen oder Segen?
Noch ist er hinter dir verborgen.

Der Vögel lieblicher Gesang,
erweckt mich aus süßem Traum.
Zarter Blumenduft erfüllt den hellen Raum.
Der Tag nimmt langsam seinen Anfang.

Vom Himmel schickt die Sonne
mir golden leuchtende Strahlen herab.
Hält der Tag, was er versprach vorab?
Stunden voller Freude und Wonne?

Frohgemut und voller Elan,
starte ich nun in den Tagesablauf.
Nehme auch so manche Hürde in Kauf,
lebe nach Plan oder ganz spontan.

Des Abends besonderer Glanz,
birgt Ruhe und Geborgenheit,
ist als Ausklang die perfekte Tageszeit.
Gibt uns Entspannung voll und ganz.

Die Nacht bricht heran,
die Sterne leuchten vom Himmelszelt.
Schöpfer hab Dank für meine Welt.
Beschütze uns alle jetzt und dann.

Möge auch das Morgen,
bringen nur Gutes für Jung und Alt.
Frieden auf Erden und keine Gewalt,
Freude, Sonnenschein und keine Sorgen.

Wir gehen mit Zuversicht,
begrüßen hoffnungsvoll jeden neuen Tag,
der sich als lebenswert erweisen mag
und uns mit seinem Glanz besticht.

 

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Huch!

Auch heute melde ich mich wieder aus meiner Plauderecke. Es hat mir das letzte Mal sehr viel Spaß gemacht, mit Euch zu plaudern und Eure Erinnerungen zu lesen, die Ihr mir geschickt habt. Jetzt geht es weniger um Erinnerungen, als um Eigenarten.
Kein Mensch ist perfekt und das ist auch gut so. Ich denke, dass jeder von uns eine oder mehrere Eigenarten hat, die mehr oder weniger ausgeprägt sind. So auch ich.
Ich habe festgestellt, dass sich diese Eigenarten nicht „verwachsen“, wie man so schön sagt. Jedenfalls ist dies bei mir der Fall. Entdeckt hat sie zum ersten Mal ein Lehrer, der mich selbst erst darauf aufmerksam gemacht hat. Noch heute stellt sie mein Mann immer wieder aufs Neue bei mir fest. Ich darf also stolz behaupten, dass ich dieses Wesensmerkmal schon seit der Schulzeit (kurz nach der Grundschule) mit mir herum trage und voraussichtlich auch niemals ablegen werde. Ich könnte vielleicht an mir arbeiten und sie auszumerzen versuchen, aber sie ist schon ziemlich fest in meinem Wesen verankert. Außerdem taucht diese Eigenart immer total überraschend auf und ich wage zu behaupten, dass sie einer Art Instinkt gleicht.
Mit dieser Eigenart schade ich keinem anderen Wesen und auch nicht mir selbst. Im Gegenteil, sie beschützt mich. Eventuell könnte sich der eine oder andere Mitmensch kurzzeitig darüber ärgern oder eher darüber belustigen.
Nun gut, langer Rede, kurzer Sinn. Ich werde nicht mehr um den heißen Brei herum reden, sondern Euch verraten, worum es geht. Nur noch soviel vorneweg: Ausgelöst ist diese Eigenart durch Angst.
Und nun folgt mein Geständnis:
Ich habe Angst vor Bällen. Nein, nicht vor allen Bällen, nur vor diesen, die plötzlich und von mir unerwartet direkt auf mich zugeflogen kommen.
Entdeckt hat dieses mir eigene Wesensmerkmal mein ehemaliger Sportlehrer. Er meinte nämlich:
„Immer wenn ein Ball auf Astrid zugeflogen kommt, reißt sie die Arme hoch und hält sie schützend vor das Gesicht, anstelle den Ball zu fangen.“
Ich kann mich nicht erinnern, jemals negative Erfahrungen bezüglich fliegender Bälle gemacht zu haben, aber ich muss meinem damaligen Sportlehrer recht geben. Und noch mehr: Bis zum heutigen Tage schnellen meine Arme reflexartig in die Höhe und überkreuzen sich vor meinem Gesicht, wenn ein Ball oder ähnliches auf mich zugeflogen kommt.
Erst gestern machte sich mein Mann wieder einen Spaß daraus, als er mir den Schlüsselbund zuwerfen wollte.
„Achtung!“, rief er aus. „Ich werfe! Einfach nur auffangen!“
„Nein! Nicht!“, rief ich aus und sah im Geiste auch schon dieses Etwas auf mich zufliegen.
Mein Mann, der meine Eigenart nur zu gut kennt, begann zu lachen, als er sah, wie sich meine Arme in die Lüfte schwangen und vor meinem Gesicht schützend überkreuzten. Gleichzeitig hielt er in seiner Wurfbewegung inne und streckte mir seine Hand hin, in der sich die Schlüssel befanden, die er mir geben wollte. Als ich nach diesen greifen wollte, umklammerte er sie wieder mit seinen Fingern und zog die Hand zurück.
„Komm, wir üben noch mal! Fang sie einfach auf!“, sagte er vertrauenserweckend.
„Okay!“, willigte ich ein.
Zack! Schon kamen die Schlüssel durch die Luft geflogen und landeten sanft in meiner Hand, die sie einfach und ohne Problem aufgefangen hatte.
„Na also, geht doch!“

 

„Welche Eigenart habt Ihr? Wollt Ihr sie ausplaudern?“

 

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*Bei dem Beitragsbild handelt es sich um ein Graffiti, das ich abfotografiert habe. Leider ist mir der Künstler nicht bekannt.

Großvaters Haus

Heute möchte ich eine neue Kategorie auf meinem Blog eröffnen. Ich nenne sie „Meine Plauderecke“. Hier wird sozusagen ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert. Es gibt viele Gedanken, die mir manchmal so durch den Kopf schwirren, aus denen ich momentan keine Geschichte machen möchte, aber trotzdem sind sie es wert festgehalten zu werden. Sie sollen in der Plauderecke ihren Platz finden.
Als erstes Thema an dieser Stelle habe ich mir folgende zwei Worte
ausgesucht:
„Klein und Groß“

Ich sah neulich ein kleines Kind an der Hand der Mutter eine Treppe erklimmen und mir wurde bewusst, wie hoch diese Treppenstufen doch für ein Kind dieser Körpergröße sein müssen. Ja und auf einmal machten meine Gedanken einen riesigen Sprung zurück in meine eigene Kindheit. Das Kopfkino startete und schon liefen Bilder vor meinem geistigen Auge ab, von denen ich Euch berichten möchte.
Ich fand mich nämlich plötzlich im Haus meines Großvaters wieder. Leider steht es heute nicht mehr, sondern an seinem Platz wurde ein neues Haus von mir fremden Menschen erbaut. Dieses Haus ist tatsächlich wesentlich größer, als das Haus meines Großvaters war.
Würde ich heute durch die Räume der großväterlichen Wohnung spazieren, so wäre ich sicherlich erstaunt darüber, dass sie größenmäßig nicht mit meinem Eindruck von damals übereinstimmen würden. Es kommt eben immer auf die Sichtweise an. So erscheinen für ein Kleinkind beispielsweise Treppenstufen hoch, Räume groß und weit, aber für uns Erwachsene wirken sie wahrscheinlich gar nicht so gigantisch.
Wenn ich heute in Gedanken durch die Räume des Hauses meines Großvaters gehe, so schreite ich als Kind hindurch und sehe es mit meinen Kinderaugen:
Um das Haus betreten zu können, musste man einige Treppenstufen hoch steigen und gelangte auf ein Podest. Hier habe ich manchmal meine Schultafel aufgestellt und mit meinen Freundinnen, die schon in die Schule gingen, gespielt. Sie zeigten mir, wie man die Buchstaben schreibt und auch was sie gerade im Rechenunterricht gelernt hatten. Das war wohl schon der erste Schritt zu meiner Lehrerausbildung.
So und nun öffnen wir die Haustür:
Man betrat einen Flur, der recht geräumig geschnitten war, zumindest in den Augen eines Kindes.  Linkerhand war das Badezimmer und auf der rechten Seite befand sich eine Holztreppe, die nach oben zu den Schlafräumen führte. Unter der Treppe gab es noch einen kleinen Abstellraum, den man durch eine Tür betreten konnte. Wenn ich recht überlege, weiß ich nicht, ob man sich beim Eintreten bücken musste. Ich musste es sicherlich nicht, aber die Erwachsenen vermutlich schon.
Durchschritt man den Flur und ging einfach geradeaus, kam man in die Wohnküche. Ich erinnere mich an einen Esstisch mit Stühlen und unter dem Fenster stand ein Sofa, von dem ich Euch schon einmal berichtet habe. Dann gab es noch einen Küchenschrank und einen alten gußeisernen Herd, der die Stube beheizte und auf dem gekocht wurde. Opas Hund, genannt Bazi, hatte seinen Platz unter dem Herd, wo es immer schön warm war.
Ein Spülbecken befand sich ebenfalls in der Küche, über dem ich meine beiden Lieblingspuppen auf den Namen Moni und Rita getauft habe.
Der an die Küche angrenzende Raum war das Wohnzimmer. Ich erinnere mich an den Wohnzimmertisch und die Stühle, jedoch nicht mehr an den Schrank. Es gab einen Ölofen, eine Couch und einen Fernseher. In einer Ecke stand ein Sessel und an der Wand hing ein kleines Regal. Hierauf stand ein Bild meiner Omi, die leider als ich ungefähr zwei Jahre alt war, verstorben ist.
Vom Wohnzimmer aus konnte man ein weiteres Zimmer betreten. Hierin stand ein Bett, wahrscheinlich auch ein Schrank, doch ich sehe nur noch das Bett. Hier lag meine Oma während ihrer schlimmen Krankheit, die ihr viele Schmerzen bereitete, so dass sie Morphium bekam.
In das obere Stockwerk kam man über die Treppe im Flur, was ich ja schon erwähnt habe. Oben angekommen, befand sich geradeaus der Dachboden, den ich genauso ungern betrat wie den Keller des Hauses, der sehr niedrig und dunkel war und wo mein Opa eine kleine Bastelwerkstatt hatte.
Links und rechts vom Dachboden befanden sich nur noch zwei Schlafräume.
Möglicherweise gab es in dieser Etage noch eine kleine Abstellkammer, die aber nur gebückt betreten werden konnte. Hierbei bin ich mir allerdings nicht mehr ganz so sicher, ob diese Kammer tatsächlich existierte.
Das Haus selbst war in einem zarten Grünton gestrichen und befand sich auf einem Grundstück mit Hof und Garten. Außerdem gab es noch ein großes Nebengebäude, wo sich auch in den ersten Jahren die Toilette befand.
Egal, ob das Haus groß oder klein war, es war das Haus meines Opas und ich habe mich dort wohlgefühlt, bin dort gerne ein und aus gegangen. Ich habe dieses Haus einfach gemocht und ich bedauere noch heute, dass es nicht mehr existent ist. Wenn ich durch die Straße laufe, so schaue ich zwar hin, doch nur vor meinem geistigen Auge steht noch das Haus meines Großvaters.

 

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*Das Beitragsfoto habe ich in Erfurt in einem Schaufenster fotografiert. Der Künstler der Holzfigur ist mir unbekannt.

Und so geht es weiter…

Da mein Blog in den letzten Tagen auf einen neuen Server umgezogen ist, kann ich erst heute die Fortsetzung meiner Fliegengeschichte einstellen. Auch die Kommentare, die mich in der Zwischenzeit erreicht haben, werde ich versuchen heute noch zu beantworten.

 

Und so geht es weiter…

„Sie wollen mich nicht im Haus haben“, denke ich enttäuscht, als ich durch die sperrangelweit offen stehende Haustür fliege.
„Aber ich will die Hausbewohner noch ein bisschen ärgern! Also, was mache ich? Ich biege einfach nach links ab und fliege zum geöffneten Küchenfenster wieder ins Haus“, entschließe ich mich spontan.
So, jetzt sitze ich auf der Küchenarbeitsplatte und freue mich schon auf die erstaunten Gesichter der Hausbewohner, wenn sie mich sichten. Ich brauche gar nicht lange zu warten, da wird auch schon die Küchentür aufgemacht und die Hausherrin marschiert siegessicher herein.
„Was … ist … das?“, stottert sie .
Das Entsetzen ist ihr ins Gesicht geschrieben und ich freue mich im wahrsten Sinne des Wortes tierisch über meine gelungene Überraschung. Jetzt könnte ich ja das ganze Spiel noch einmal von vorne beginnen, aber irgendwie hat mich die Lust verlassen. Bevor ich den Abflug mache, lasse ich es mir nicht nehmen, noch ein paar mal um ihren Kopf herum zu schwirren und meinen Motor ordentlich in den lautesten Tönen brummen zu lassen.
„Du keines Biest!“, ruft die Hausherrin erbost aus und versucht mich zu erwischen. Mit beiden Händen fuchtelt sie aufgeregt in der Gegend herum, ohne mich auch nur ein bisschen zu berühren. Falls sie glaubt, mir damit Angst einzujagen, dann hat sie sich aber gewaltig getäuscht. Abgesehen davon langweilt mich dieses Spiel inzwischen so entsetzlich, dass ich einfach laut brummend durch das geöffnete Küchenfenster das Weite suche.
„Ein ruhiges und sicheres Plätzchen, wo ich ein wenig dösen und mich erholen kann, wäre jetzt richtig“, denke ich müde durch das ewige Hin und Her.
Meine Müdigkeit lässt mich nur knapp über dem Boden fliegen. Plötzlich schlägt eine Tatze nach mir und versetzt mich in Todesangst. Mit letzter Kraft flüchte ich in die höheren Gefilden.
„Hilfe!!!“ , rufe ich aus. „Beinahe hätte mich die Katze erwischt.“
Direkt vor dem Haus steht ein Cabrio. Das Dach ist geöffnet und der Motor ist aus. Ich umflattere zunächst einmal das Auto, um sicher zu gehen, dass im Inneren keine weiteren Gefahren auf mich warten.
„Perfekt“, denke ich.
Nachdem ich alles ausgekundschaftet und keine Gefahren gesichtet habe, lasse mich in der Ritze zwischen Rückenlehne und Sitzbank im hinteren Teil des Wagens nieder.
„Hier findet mich so schnell niemand. Nicht einmal die Katze“, überlege ich noch zufrieden, da hat mich die Müdigkeit auch schon derartig übermannt, dass ich sofort in einen tiefen und traumlosen Schlaf falle.
Ich erwache erst, als mir der Fahrtwind um die Flügel weht. Zu meinem Entsetzen stelle ich fest, dass die Hausherrin und ihr Gemahl sich auf den beiden Vordersitzen befinden und mit Karacho die Straßen entlang donnern.
„Hilfe!!!“, rufe ich nun schon zum zweiten Mal aus und versuche mich so tief es geht in der Ritze zu verschanzen.
„Hoffentlich entdecken sie mich nicht!“, bete ich zu unserem Fliegengott und nehme mir vor: „An der nächsten Ampel mache ich die Flatter.“
Der gute Wille ist ja da, doch die Umstände lassen es nicht zu. Es beginnt nämlich zu regnen und an der nächsten Ampel schließt sich das Dach über mir und den menschlichen Insassen. Ich will noch schnell entwischen, doch die Angst durch das sich schließende Dach zerquetscht zu werden, lässt mich meinen Fluchtversuch abbrechen und das Schicksal befördert mich direkt in die geöffnete Handtasche der Frau. Hier wimmelt es von vielen interessanten Sachen. Sogar ein Stückchen Schokolade entdecke ich, an dem ich auch sogleich ein bisschen herum knabbern muss.
„Mmmh! Schmeckt das köstlich!“
Ich bemerke nicht, dass die Frau ihre Handtasche wieder an sich nimmt, sie verschießt und mit ihr und mir davon marschiert. Das ist ein Gewackel und Gehopse, das ich jetzt über mich ergehen lassen muss. Ich werde von einer Ecke in die andere geschleudert, so dass es mir ganz schwindelig und schlecht wird. In meinem Kopf dreht sich alles und ich kann weder klar denken, noch kann ich in dieser Dunkelheit etwas erkennen. Es ist auch ziemlich stickig hier drin. Ich bekomme kaum noch Luft. Außerdem scheint auch das Parfüm der Frau ausgelaufen zu sein, denn es beginnt bestialisch zu stinken hier in meinem Gefängnis, woraufhin ich das Bewusstsein verliere.
Ich komme erst wieder zu mir, als der Reißverschluss geöffnet wird und eine Hand im Innern herumwühlt. Ich muss mich ganz in die Ecke verkriechen, damit ich nicht von der Hand gefangen oder zerquetscht werde.
„Wo sind denn nur schon wieder meine Haustürschlüssel?“, ertönt die Frauenstimme.
Kurz darauf höre ich es klappern und ich fliege mit der Tasche in hohem Bogen durch die Gegend. Dann herrscht Totenstille. Es ist schon fast unheimlich.
Vorsichtig wage ich mich aus der Tasche. Ich schaue mich um und stelle fest, dass ich mich schon wieder in der Küche befinde, in der mich die Hausherrin gejagt hat, beziehungsweise in der ich die Hausherrin bis zur Weißglut geärgert habe. Ich danke dem Fliegengott, dass ich anscheinend alleine im Raum bin.
„Oh, was liegt denn dort Leckeres?“, frage ich mich und krieche leise und vorsichtig die Küchenarbeitsplatte entlang.
Ich fühle mich der Köstlichkeit schon ganz nahe und kann ihren süßen Duft auch schon vernehmen, da passiert es:
Ein Glas stülpt sich über mich und schließt mich ein. Ich renne um mein Leben, aber es gibt nirgends eine Öffnung durch die ich flüchten könnte. Irgendetwas wird mir von unten unter meine Fliegenbeine geschoben.
„Da hab ich dich endlich, du keines Biest! Mich wirst du nicht mehr ärgern!“, sagt die mir schon bekannte Frauenstimme.
„Jetzt hat mein letztes Stündlein geschlagen“, denke ich resigniert.
Doch es kommt anders:
Die Hausherrin trägt das Glas mit mir zur Haustür, entzieht mir den Boden unter den Füßen und schleudert mich in die Luft. In Panik beginne ich die Flügel zu schlagen und steige in die Lüfte.
„Wage dich nicht mehr zurück!“, ruft die Frau mir nach.
Ehrlich gesagt, auf diese Idee würde ich auch nicht kommen. Jetzt genieße ich meine Freiheit und schwöre niemals wieder eine Menschenseele zu ärgern.
Obwohl! –
Steht dort drüben in der Nachbarschaft nicht ein Fenster offen?

 

 

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Jetzt geht’s richtig los!

Kaum schickt die langersehnte Sonne die ersten wärmenden Sonnenstrahlen vom Himmel, geht es wieder richtig los. Es summt und brummt in allen Ecken des Gartens. Gerade umschwirrt mich draußen auf der Terrasse ein dicker Brummer. Ich sehe ihn nicht, aber ich kann ihn hören. Da sein Brummen sehr intensiv ist und wohl einem etwas größerem Resonanzraum zu entstammen scheint, vermute ich, dass es sich um einen fetten Brummer handelt.
Was sich im Freien so schön mit dem Zwitschern der Vögel vermischt und zum Genießen der wiedererwachten Natur gehört, empfinde ich im Innern des Hauses als ziemlich lästig. Aus diesem Grund haben wir auch bei den Terrassen- und Balkontüren sogenannte Fliegengittertüren angebracht. Aber leider verirrt sich mancher Brummer doch in die Innenräume. So auch jetzt wieder.
Ich öffne das besagte Fliegengitter und die Terrassentür, damit ich wieder ins Haus kann. Auf diese Gelegenheit scheint der Brummer allerdings nur gewartet zu haben. Schneller als ich, ist er in den Innenräumen und fliegt kreuz und quer. Rastlos irrt er in der Diele hin und her.
„Nicht mit mir!“, versuche ich ihm zu drohen.
Im Eiltempo hasste ich zu meiner Küchentür, um sie zu schließen und ihm den Weg zu versperren. Zu spät. Zielsicher steuert er durch den kleinen Spalt und direkt zu einem meiner drei Küchenfenster. Hier donnert er mit Wucht gegen die Scheibe.
„Na warte!“, rufe ich aus. „Ich kriege dich schon!“
Bewaffnet mit einem Wasserglas und einem dünnen Pappdeckel, gehe ich auf Fliegenjagd. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich auf diese Art die eine oder andere Fliege oder auch schon mal eine Wespe einfange, um sie wieder sicher und wohlbehalten nach draußen zu befördern. Doch bei diesem Brummer habe ich jetzt keine Chance. Er fliegt von einem Fenster zum nächsten, immer dem Licht entgegen. Logisch und irgendwie schlau, denn dort vermutet er die große Freiheit. Aber auch irgendwie dumm, denn er müsste doch eigentlich aus seiner eigenen Erfahrung lernen. Nichts desto trotz donnert er immer wieder gegen das geschlossene Fenster. Leider ist er unermüdlich in seinen Fehlversuchen und gibt mir keinerlei Gelegenheit mein Glas zum Einsatz zu bringen, denn dafür müsste er sich eine Ruhepause gönnen und sich irgendwo niederlassen.
„Setz dich doch endlich mal hin!“, befehle ich dem dicken Brummer, was allerdings keinerlei Wirkung zeigt.
Ich denke mir: „Wenn du unbedingt zum Fenster hinaus willst, dann mache ich es dir eben auf. Dann bin ich dich endlich los!“
Gesagt, getan. Nur los bin ich den Brummer immer noch nicht. Entweder er versteht meine Sprache nicht oder er will einfach nicht. Ich vermute, beides ist der Fall. Also muss ich mir eine andere Strategie überlegen, um ihn durch das geöffnete Fenster zu scheuchen. Mittlerweile bevorzugt er nämlich die beiden anderen geschlossenen Fenster.
Ich schnappe mir ein Geschirrtuch, das griffbereit am Haken hängt und wedele damit in der Luft herum. Ich versuche ihn damit in Richtung des geöffneten Fensters zu lenken.
„Was veranstaltest du denn hier?“, ertönt die mir etwas überflüssig erscheinende Frage von meinem Mann, der in die Küche gekommen ist, um sich schnell einen Kaffee zu machen.
„Das siehst du doch!“, gebe ich ein bisschen schnippisch zurück und wedele weiter.
Weder mein Glas noch mein Geschirrtuch haben sich bewährt. Der Brummer hat sich entschieden wieder durch die geöffnete Küchentür zurück in die Diele zu fliegen.
„Na toll! Ich bin echt begeistert“, gebe ich meinem Mann in einem Tonfall zu verstehen, der keinerlei Missverständnisse aufkommen lässt. Ich stelle mir nämlich gerade vor, dass der Brummer jetzt durch unser Treppenhaus nach oben in die anderen Räume entweicht.
„Den werden wir jetzt nie mehr los!“
„Wieso?“, fragt mein Mann kopfschüttelnd. „Mach doch einfach die Haustür auf und schwuppdiwupp ist er draußen. Die Öffnung ist doch wahrlich nicht zu übersehen.“
„Das denkst auch nur du!“, sage ich, als auch schon besagter Brummer zielsicher gegen das verschlossene Oberlicht donnert.
„Ich hole jetzt die Fliegenklatsche!“, beschließe ich genervt und eile in den Hauswirtschaftsraum, gefolgt von dem dicken Brummer.
Siegessicher schwinge ich das besagte Teil in meiner Hand und wende meinen Blick nach oben, um den Brummer zu fixieren. Und was sehe ich? Es ist einfach nicht zu fassen! Zu dem dicken Brummer haben sich zwei kleinere Stubenfliegen dazu gesellt.
„Ich begreife es nicht! Wo kommt ihr denn her?“
Langsam bin ich mit meiner Weisheit, was die Fliegenjagd betrifft und mit meinen Nerven am Ende.
„Ja, ja!“, gibt mein Mann zum Besten. „Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, dann fliegen Fliegen Fliegen hinterher!“
„Hör auf mit den Sprüchen!“, schimpfe ich und habe doch tatsächlich das Geschwader aus den Augen verloren.
„Siehst du, jetzt hast du mich abgelenkt und ich weiß nicht mehr wo sie hin sind.“
„Dort!“, grinst mein Göttergatte frech und deutet mit dem Zeigefinger in Richtung Diele.
Ich hechte hinterher, in einer Hand die Fliegenklatsche und in der anderen das Geschirrtuch und einer Mordswut im Bauch. Mein Blick ist fest auf das fliegende Trio geheftet, während ich mein Gehirn nach weiteren Fliegenjagdstrategien durchforste. Doch plötzlich bleibe ich mit offenem Mund stehen und rühre mich nicht mehr vom Fleck.
Das Dreiergespann fliegt doch tatsächlich zielgerichtet und ohne Umwege direkt in Richtung der geöffneten Haustür. Ich halte die Luft an und wage weder zu atmen noch zu hoffen. Doch man glaubt es kaum: Die zwei kleinen Fliegen fliegen hinter der dicken Fliege schnurstracks zur Haustür hinaus, als wenn sie schon immer genau diesen Fluchtweg gekannt hätten.
Ich hechte hinterher und werfe die Haustür mit Schwung zu, damit auch keiner der Drei wieder zurück fliegen kann.
„Uff!“
Froh diese Plagegeister endlich aus dem Haus zu haben, atme ich erst einmal tief durch.
„Komm, jetzt trinken wir erst einmal einen Kaffee!“, schlägt Peter vor.
„Lass uns damit auf unseren Sieg anstoßen“, lache ich nun.
Doch schon in der nächsten Sekunde vergeht mir das Lachen. Mein Blick fällt nämlich beim Betreten der Küche auf das geöffnete Küchenfenster. Direkt davor auf meiner Küchenplatte erblicke ich nämlich einen alten Bekannten,

den dicken, fetten Brummer.

Fortsetzung folgt …

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Gestatten, ich bin Gustav von Blech,
mein Grinsen ist ziemlich frech,
aber ich bin ein lieber Geselle,
aus einer kleinen Gartenparzelle.

Ich stehe auf einer Insel im Mittelmeer
und grüße Euch alle sehr.
Viele Menschen bleiben vor mir steh’n,
um mich zu bestaunen und zu seh’n.

Meine Harke habe ich stets dabei,
wo auch immer ich sei.
Gekleidet in des Gärtners grüner Tracht,
verhelfe ich den Pflanzen zu ihrer Pracht.

Wenn die Sonne vom Himmel lacht,
Gartenarbeit Freude macht.
Ich strahle mit der Sonne um die Wette,
erfreue mich an meiner Arbeitsstätte.

Drum lasst uns nicht mehr länger warten,
geht hinaus in den Garten.
Mit einem frohen Lied auf den Lippen,
klappt das Harken und auch das Schippen.

Die Arbeit an der frischen Luft,
und der Blumen zarter Duft,
macht uns alle froh und munter
und die Welt ein Stückchen bunter.

Euer lieber und treuer Gustav von Blech
wünscht ganz frech,
eine frohes und erfolgreiches Gelingen,
um die Blumen zum Blühen zu bringen.

 

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Meine Mutter sitzt in der Küche und blättert in einer Zeitschrift. Sie sucht das Kreuzworträtsel, denn sie hat das Rätseln als ihr Hobby auserkoren und ist auch sehr gut darin. Ich schaue ihr über die Schulter und sehe, die aufgeschlagene Seite, allerdings handelt es sich hierbei nicht um die Rätselseite.
„Lass doch mal sehen“, sage ich. „Das sind ja alles Heilsteine!“
„Willst du den Artikel dazu lesen?“, fragt sie mich, als ich mich über die Doppelseite beuge.
„Nein, lass mal. Mach du erst einmal dein Kreuzworträtsel.“
Mir ist in diesem Moment nämlich etwas in den Sinn gekommen und ich muss sofort nach oben und danach suchen. Es dauert auch nicht lange und ich halte das besagte Etwas in den Händen. Sofort flitze ich wieder nach unten zu meiner Mutter.
„Schau mal, was ich hier habe.“
„Oh!“, sagt sie. „Das ist aber ein hübsches Silberarmband. Woher hast du das?“
Anscheinend kann sie sich nicht mehr daran erinnern, aber es ist ja auch schon ziemlich lange her. Es muss wohl so in meiner Pubertät gewesen sein oder vielleicht auch schon ein bisschen früher.
„Das hat mir doch Tante Ritsch geschenkt!“, erzähle ich ihr.
Tante Ritsch war eigentlich meine Großtante und hieß Maria, doch so hat sie niemand genannt. Sie war die Schwester meines Opas väterlicherseits. Sie lebte mit ihrer Mutter, meiner Uroma, in einem kleinen Häuschen in Rottach-Egern am Teegernsee. Als ich noch ein Kind war, fuhren wir jeden Sommer für ein paar Wochen zu den Beiden nach Bayern. Auch später, als ich schon erwachsen war, bin ich mit meinem Mann und dann auch noch mit unserem kleinen Sohn nach Rottach-Egern gefahren. Unser Sohn durfte noch meine Tante Ritsch kennenlernen.
„Schau mal die Steine“, sage ich zu meiner Mutter und zeige sie ihr. „Ein Rosenquarz, ein Tigerauge, ein Jadestein und ein Amethyst.“
Wir vergleichen die Steine mit den Abbildungen in dem Artikel und ich freue mich, dass ich dieses Armband besitze, obwohl ich es ehrlich gesagt schon lange nicht mehr getragen habe. Da es aber absolut up to date ist, werde ich es von nun an wieder öfter um mein Handgelenk legen.
„Dieses Armband ist ein Unikat“, erkläre ich meiner Mutter, die mir aufmerksam zuhört. „Du ahnst nicht, woher die Steine stammen.“
„Du machst mich jetzt echt neugierig, denn ich kann mich daran wirklich nicht mehr erinnern. Also erzähl schon, was es mit den Steinen auf sich hat“, fordert sie mich auf.
„Damals gab es an einer namhaften Tankstelle eine Aktion und man erhielt dort wohl fürs Tanken solche Steine zum Sammeln. Seltsam, aber Tante Ritsch hatte doch gar kein Auto“, wundere ich mich selbst ein wenig, schiebe diese Ungereimtheit aber gleich wieder zur Seite. Vielleicht hat sie diese als Beifahrerin vom Fahrer bekommen, der keinerlei Sinn für solche Steine hatte. Egal, meine Tante jedoch wusste etwas damit anzufangen.
„Tante Ritsch hat die Steine fassen und an ein Silberarmband machen lassen und bei einem unserer Besuche hat sie mir dieses Armband geschenkt.“ Schon damals wirkte Schmuck jeglicher Art eine große Anziehungskraft auf mich aus, was auch meine Mutter weiß.
„Du warst schon als kleines Kind immer begeistert, wenn die Schwester deiner Uroma kam. Sie war mit vielen Ketten, Ringen, Ohrringen und Armbändern behängt und du warst davon total fasziniert.“
„Ja“, bestätige ich, „das muss mich irgendwie geprägt haben, denn ohne Schmuck fühle ich mich fast nackt. Allerdings behänge ich mich nicht derartig übermäßig. Aber zurück zu dem Armband…“, lenke ich das Gespräch wieder auf das besagte Schmuckstück.
„Ich habe es im Studium auch getragen, was allerdings meinem Pädagogikprofessor etwas missfiel.“
„Wieso das denn? Das Armband ist doch wirklich sehr hübsch“, wundert sich meine Mutter.
„Das schon, aber wir sollten in seinen Seminaren immer Protokolle anfertigen. Wir mussten also sehr viel schreiben und die Steine schlugen bei jeder noch so geringen Armbewegung auf der Tischplatte auf und klimperten und klapperten. Da ich auch ziemlich in seiner Nähe saß, schienen ihn irgendwann diese Geräusche zu nerven. Auf jeden Fall forderte er mich nach einer gewissen Zeit auf, doch bitte das Armband auszuziehen. Da ich es mir mit ihm nicht verscherzen wollte, immerhin hatte ich noch Prüfungen bei ihm, zog ich es sofort aus. Ich habe es nie wieder in seinen Vorlesungen oder Seminaren getragen, aber auch nie diese Begebenheit vergessen.“
Dieses Armband mit seinen Steinen ist zwar nicht kostbar, wenn man seinen Wert am Geld festmachen würde, aber für mich ist es mit vielen schönen Erinnerungen verbunden. Somit hat es vielleicht einen geringen materiellen Wert, aber einen hohen ideellen Wert für mich persönlich.
Ausgelöst durch diese Erinnerungen, durchstöbere ich gemeinsam mit meiner Mutter jetzt einige Fotoalben, denn ich suche ein ganz bestimmtes Foto. Dieses eine Foto, das mir im Kopf herum schwirrt, finde ich zwar nicht, aber zumindest eines, das ähnlich ist. Es ist auf dem Grundstück meiner Großtante entstanden. Dort befand sich neben dem Wohnhaus noch ein Holzhaus.
„Dieses Häuschen habe ich als Kind geliebt“, lasse ich meine Mutter wissen.
Das Holzhaus hatte zwei Räume, die eingerichtet waren. Dort haben meine Eltern und ich übernachtet, wenn wir meine Großtante und meine Uroma in den Sommerferien besucht haben. Das erste Zimmer war eine Art Wohnzimmer mit einer Couch, die zu meinem Bett wurde und im Nebenzimmer standen dann zwei Betten für meine Eltern. Es gab noch eine kleine Kammer, in der dann später auch noch eine Dusche und ein WC eingebaut wurden. Leider kamen meine Eltern und ich eines Sommers wieder nach Rottach-Egern und meine Tante erzählte uns, dass das Holzhaus ein paar Wochen zuvor abgebrannt war.
„Das machte mich ziemlich traurig, denn das Häuschen hatte so etwas Heimeliges und Gemütliches.“
Schade! Ich hätte es gerne meinem Mann und unserem Sohn gezeigt, doch da existierte es nicht mehr. Aber die herrliche Gegend rund um den Tegernsee, den Blick auf den Walberg und vom Walberg ins Tal herab habe ich ihnen gezeigt.
„Wenn ich daran denke, packt mich schon ein bisschen die Sehnsucht“, gestehe ich meiner Mutter, die ich gerade mit auf meine Erinnerungsreise genommen habe.
Auch an die Menschen, die ich dort kennengelernt habe und die Freunde, mit denen ich gespielt habe, denke ich sehr gerne. Vor langer Zeit, als unser inzwischen erwachsener Sohn noch ein kleines Kind war, trafen wir dort zufällig meine bayrische Freundin aus Kindertagen mit ihrer kleinen Tochter. Das war eine große Freude.
Das Haus meiner Großtante gibt es nicht mehr, an seiner Stelle steht jetzt ein anderes Haus. Geblieben sind nur die Erinnerungen und die Dankbarkeit an eine schöne Zeit, die ich dort verleben durfte.
„Welche Erinnerungen doch so ein paar Steine auslösen können“, sage ich zu meiner Mutter, lege das Armband um mein Handgelenk und schließe den Verschluss.

 

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Heute möchte ich mit Euch hoch hinauf.

Als wir unsere Piratenfahrt rund um die schöne Insel Teneriffa machten, zeigte man uns die Masca-Schlucht, zumindest die Stelle, an der diese Schlucht sich zum Meer hin öffnet.

Das machte uns selbstverständlich neugierig. Im Hotel erzählte uns ein Gast, dass er diese Schlucht durchwandert habe. Er berichtete, dass man unbedingt schwindelfrei sein müsse, um diesen mehrstündigen Marsch zu überstehen. Er war mit einer Touristengruppe im Bus nach oben in das Bergdorf Masca gefahren und von dort die Schlucht nach unten gelaufen, wo sie mit dem Schiff abgeholt worden waren.Wir entschieden uns mit dem Auto zu dem mehr als 600 Meter hohen Bergdorf zu fahren. Schaut Euch nur die Straßenführung an, die sich durch das Tenor-Gebirge schlängelt. Schon die Fahrt in das Dorf kann als erlebnisreich bezeichnet.Uns begegnete ein Bus und als wir beobachten konnten, welches waghalsige Manöver der Busfahrer vollführen musste, um durch so manche Kurve zu kommen, war ich mehr als froh, nicht in einem Bus zu sitzen.Auf unserem Weg nach oben hielten wir gelegentlich an und genossen die atemberaubende Aussicht.Und dann erreichten wir Masca, das nur aus ungefähr 80 Häusern und kaum mehr als hundert Einwohnern besteht.Malerisch lagen die Häuser verstreut an den Berghängen vor uns.Selbst Ruinen wirkten in dieser Umgebung und bei Sonnenschein einfach nur malerisch.Die kurvenreiche und abenteuerlich Fahrt hoch zu diesem Bergdorf hatte sich gelohnt.Schnell noch einen Blick hinunter zum Meer und auf die Schlucht. Inzwischen war es schon Abend geworden und ich war heilfroh nicht irgendwo in dieser Schlucht zu stecken und den Weg nach unten suchen zu müssen.Ein letzter Rundgang auf dem inzwischen menschenleeren Dorfplatz,bevor wir nach einem erfüllten und wunderschönen Tag wieder zu unserem Hotel die vielen Kurven den Berg hinunter fuhren.

 

 

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Unterwegs mit Piraten

Ich habe ja schon berichtet, dass es uns im März für zwei wunderschöne Wochen nach Teneriffa gezogen hat. Dort haben wir nicht nur Sonne, sondern auch einen richtigen Sommer erleben dürfen. Die Temperaturen stiegen zum Teil schon über 30 Grad.

Natürlich haben wir einige Unternehmungen gemacht und auf eine davon möchte ich Euch heute mitnehmen. Wir sind nämlich mit einem Piratenschiff  von Los Gigantes aus auf Delfinsuche gegangen.

Die riesigen Felsen ragen aus dem Meer und wirken tatsächlich gigantisch.

„Flipper Uno“, so hieß das Schiff, das uns in die von Delfinen bevorzugten Gewässer gebracht hat.

Selbstverständlich waren Matrosen, aber auch Piraten mit an Bord, die uns mit Speisen und Getränken versorgten.

Und dann sahen wir sie. Zunächst erst einmal die typische Delfinflosse,

aber nicht nur eine, sondern mehrere ragten aus dem Wasser heraus.

Die Delfine umringten unser Schiff. Es war ein so faszinierendes Schauspiel, dass ich meinen Blick nicht von diesen wunderschönen Tieren wenden konnte. Gebannt beobachtete ich wie sie hin und her schwammen und sich uns präsentierten. Sie sprangen sogar aus dem Wasser und tauchten wieder ein.

Manchmal war meine Kamera viel zu langsam, so dass ich nur noch die leere Wasseroberfläche im Bild festhalten konnte. Doch ab und zu gelang mir auch ein Schnappschuss, der einen im Sprung befindlichen Delfin zeigt.

Ich liebe diese Tiere und sie erinnern mich immer an den Filmdelfin „Flipper“. Als Kind habe ich keine Sendung verpasst.

Auch gab es einen  Zwischenstopp, der die Möglichkeit bot, vom Schiff ins Meer zu springen und zu schwimmen. Während ich zu feige war, ergriff mein Mann die Gelegenheit und sprang gleich mehrmals hintereinander ins erfrischende Nass.

Es war ein schöner und ereignisreicher Tag, den wir sehr genossen haben. Wale gab es allerdings keine zu sehen, aber die hatten wir vor vielen Jahren schon einmal in den Gewässern rund um Teneriffa erleben dürfen.

 

 

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Lieber Wettermacher!

Was machst du für Sachen?
Das ist jetzt aber gar nicht mehr zum Lachen.
Du schickst deine Wetterkapriolen ständig.
Findest Du das trendig?

Was soll das Hin und Her?
Langsam muss eine Entscheidung her.
Schnee, Hagel, Regen und auch mal Sonne.
Verstehst du das unter Wonne?

Willst du zeigen Deine Macht?
So langsam hege ich diesen Verdacht.
Ständig ist von dir und deinem Werk die Rede.
Beabsichtigst du eine Fehde?

Sollen wir schimpfen auf dich?
Das tun wir inzwischen schon heimlich.
Und alle sind wir mittlerweile ziemlich empört.
Bleiben unsere Wünsche ungehört?

Sollen wir bitten inständig?
Ich bin mir sicher, das wäre anständig.
So bitten wir flehentlich um Frühlingswetter.
Wird es dann endlich besser?

Wirst du dich uns erbarmen?
Wolltest uns sicherlich nur ermahnen,
zu Geduld, Hoffen und auch zur Zuversicht.
Steht Sonnenschein in Aussicht?

Wirst du den Wunsch erfüllen?
Wirst mit Sonne und Wärme uns gütig umhüllen,
damit wir uns erfreuen an unserem Dasein.
Werden wir dann glücklich sein?

Zauberst du unser Wunschwetter?
Regen, Sonne, Schnee, Hagel oder Donnerwetter.
Jedem nach Wunsch und seiner eigenen Laune.
Gibt es dann nie wieder Geraune?

Machst du weiter wie immer?
Anders wäre es vielleicht noch viel schlimmer,
drum nehmen wir das Wetter, das du uns schickst.
Was wollen wir mehr, – verflixt?!

 

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Endlich ist es wieder soweit,
es beginnt die schöne Gartenzeit.
Schon morgens breche ich auf zu meiner Tour,
mich zieht’s in die Natur.

Vögel zwitschern ganz laut,
weil ich zu ihnen hab‘ hochgeschaut.
Ich durchstreife die Wiese und das Feld,
weil es mir so gefällt.

Alle sind nun schon bereit,
aufzunehmen die Gartenarbeit.
Schleppen Hacken und Rechen herbei,
und sonst noch allerlei.

Ich bin mit von der Partie,
voller Tatendrang und Energie.
Laufe aufgeregt hier hin und da hin,
weil ich einfach neugierig bin.

Tja, da hab‘ ich mir gedacht,
wenn die Sonne vom Himmel lacht,
ist das Frühjahr eingekehrt,-
doch dies war verkehrt.

Dieser hinterlistige Monat April,
macht einfach, was er will.
Gestern strahlender Sonnenschein,
heute Regen, – Kälte obendrein.

Beschloss ich doch zu schnell,
ich ziehe an mein Sommerfell.
Sollte warten lieber noch ein Weilchen,
bis blühen die Pfingstveilchen.

Dachte ich doch geschwind,
zu eisig ist mir noch der Wind.
Kuschele gemütlich mich ins Kissen,
will Wärme nicht missen.

Hier kann ich geduldig warten,
hab‘ im Blick den Garten.
Kann den Frühling nicht verpassen
und sitze nicht im Nassen.

Regen, Schnee und Sonnenschein,
das soll Frühlingswetter sein?
Die Kälte ist bestimmt nicht von Dauer,
ich liege auf der Lauer.

Steht die Sonne am Himmel,
beginnt das Gewimmel,
in allen Nischen und Ecken des Garten’,-
gelohnt hat sich’s Warten.

Dann werde ich sie fangen
und sie werden bangen,
Mäuse, Vögel und  kleine Käferlein,-
wenn’s Frühling wird sein.

 
Ich denke mir frohgestimmt,
weiß es ganz bestimmt,
der Frühling wird kommen schon bald,
über Feld, Wiese und Wald.

 

 

 

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In meiner ersten Professor-Konfusi-Geschichte habe ich Euch erzählt, wie der nette ältere Herr zu einem Papagei kam. Sicher könnt Ihr Euch noch erinnern. Bubi hat sich vom ersten Tag an in seiner neuen Familie wohlgefühlt und Herr und Frau Konfusi sind glücklich einen solch lustigen Vogel zu besitzen. 

Leider hatte der Papagei einen eher etwas seltsamen Vorbesitzer, der keinen guten Einfluss auf den Papagei ausübte. Bubis erstes Herrchen drückte beispielsweise seine Gefühle und Regungen nicht gerade in einer gehobenen Artikulation aus. Das heißt schlicht und einfach, dass er seine Sprache oftmals mit derben Schimpfwörtern spickte, was der bunte Vogel nachahmte. Als sein Herrchen verstarb, wollte niemand für den armen Papagei sorgen und die Erben brachten ihn in die Tierhandlung. Dort sah ihn glücklicherweise Professor Konfusi und verliebte sich auf den ersten Blick in das gefiederte Tier.
Der Bubi ist sehr redselig und quasselt manchmal den ganzen lieben langen Tag. Am liebsten schnappt er irgendwelche Gesprächsfetzen auf und gibt sie dann irgendwann zu passender oder manchmal auch unpassender Gelegenheit wieder. Leider fallen ihm auch manchmal noch die Schimpfwörter seines früheren Besitzers ein.
Professor Konfusi gibt sich alle erdenkliche Mühe, um ihm seine schlechte Angewohnheit abzugewöhnen, was nicht gerade eine einfache Aufgabe ist. Mit Erklärungen kommt man nämlich bekannterweise bei einem Papagei nicht sehr weit. Auch ist Bubi sehr eigenwillig. Was er nicht will, das will er einfach nicht und das tut er auch nicht. Leckerlies und Belohnungen nimmt er zwar immer gerne entgegen, aber sie scheinen keinen Einfluss auf seinen Willen zu haben.
Da sowohl der ältere Herr als auch seine Frau sehr auf ihre Sprache achten, keine Schimpfwörter benutzen und es in der Familie Konfusi sehr zivilisiert und geruhsam zugeht, erhält Bubi keinerlei Übungsmöglichkeiten für eine derbe Ausdrucksweise. Im Gegenteil, Professor Konfusi erteilt dem redseligen Papagei gerne Sprachunterricht und versucht mit ihm neue Wörter, Sätze und Redewendungen einzuüben. Wenn Bubi Lust hat, dann arbeitet er fleißig mit und lernt immer mehr sich gewählter auszudrücken. Aber manchmal gehen eben doch die Pferde mit ihm durch und er erinnert sich an die schlimmsten Ausdrücke, die er dann auch sogleich zum Besten geben muss.
Heute übt Professor Konfusi alle möglichen Begriffe rund um das Osterfest mit Bubi, doch der Papagei hat nur lauter Unfug im Kopf.
„Os-ter-ei! Os-ter-ei!“, spricht der Professor laut und deutlich vor.
„Ei, Ei, Rührei! Bubi will Rührei!“
„Nein Bubi. Der Osterhase bringt gekochte bunte Ostereier!“
„Bunt, bunt sind alle meine Federn!“, trällert der Papagei fröhlich vor sich hin.
„Na, was macht ihr heute denn für einen Unfug?“, erkundigt sich Frau Konfusi, die Bubis Singsang angelockt hat.
„Bubi sag mal: Frohe Ostern!“, fordert sie den Vogel auf.
„Bubi wünscht frohe Weihnachten!“, quatscht der Papagei fröhlich drauf los.
„Nein, Weihnachten ist vorbei, jetzt ist Ostern. Da sagt man: Frohe Ostern!“, korrigiert Herr Konfusi.
„Osterei!“
Professor Konfusi lobt den Papagei und gibt ihm ein paar Körner als Belohnung, woraufhin Bubi wieder ein Rührei fordert.
Anscheinend macht der heutige Sprachunterricht keinen Sinn mehr und somit beendet Professor Konfusi die Übung und vertagt alles Weitere auf einen der nächsten Tage.
Als die beiden älteren Herrschaften beim Mittagessen sitzen, macht Bubi ein Nickerchen. Das Läuten der Türklingel reißt ihn aus seinen Träumen und als er Marco erkennt, ruft er ihm fröhlich zu:
„Frohe Weihnachten! Hast du Ostereier?“
„Frohe Ostern, Bubi!“ lacht Marco und an Frau Konfusi gerichtet sagt er:
„Sie haben doch zu Ostern immer frische Hühnereier von meiner Oma direkt aus ihrem Hühnerstall bekommen. Sie lässt fragen, wieviel Eier sie denn dieses Jahr brauchen.“
Frau Konfusi überlegt kurz und nennt dem Jungen die gewünschte Anzahl.
„Gut, ich spiele dann sozusagen Osterhase und bringe sie höchstpersönlich vorbei!“, bestätigt ihr Marco.
„Osterhase, Pfeffernase!“, tönt es aus Bubis Käfig.
Damit Bubi sich wieder ein bisschen beruhigen kann, verlassen alle das Zimmer. Herr und Frau Konfusi nutzen das schöne Sonnenwetter aus und machen einen kleinen Spaziergang. Sie sind froh, dass der Frühling endlich eingekehrt ist, die Bäume und Blumen zu blühen beginnen und die Vögel zwitschern. Die Osterwoche ist eingeläutet und die beiden älteren Herrschaften freuen sich auf den Osterbesuch, der ins Haus steht und für den sie die vielen Eier noch färben und verzieren wollen.
Drei Tage später betritt Marco beladen mit mehreren Papplagen voller roher frischer Hühnereier das Haus. Er balanciert alles ganz vorsichtig die Treppenstufen hinauf bis zu Familie Konfusis Wohnungstür. Da er beide Hände zum Festhalten seiner kostbaren Fracht benötigt, nutzt er seinen Ellenbogen, um die Wohnungsklingel zu betätigen. Er muss zweimal drücken, denn anscheinend hört niemand die Klingel. Wartend lehnt er sich mit dem Rücken an die Tür und positioniert sein Eierpaket auf seinen angewinkelten Unterarmen, als sich unvermittelt die Wohnungstür hinter seinem Rücken öffnet. Jetzt geht alles ganz schnell:
Marco kippt ein wenig nach hinten, gerät ins Stolpern und seine Eierfracht beginnt verdächtig zu wackeln. Der Junge versucht sich selbst und seine kostbare Ladung auszubalancieren. Immerhin kann er sich auf den Beinen halten, doch das Päckchen auf seinen Unterarmen gerät verdächtig in Schieflage.
„Hoppla!“, ruft Professor Konfusi ebenfalls erschrocken aus.
Er erkennt die Gefahr und greift auch gleich beherzt zu. Es gelingt ihm das kippende Eierpaket gerade noch rechtzeitig zu übernehmen. Allerdings haben trotz der schnellen Reaktion des Professors einige Eier den Karton verlassen und purzeln Richtung Fußboden. Dort zerschmettern sie und ihr roher Inhalt verbreitet sich fließend im Eingangsbereich der Wohnung.
„Zum Kuckuck …!!!“, schimpft Bubi.
„Psst!!!“, zischt ihm Professor Konfusi zu, doch der Papagei plappert freudig weiter:

„Rührei !!! Rührei!!!
Osterrührei!!!
Bubi will Rührei!!!
Frohes Osterrührei!“

Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Osterfest und bedanke mich recht herzlich bei Euch für die vielen treuen Besuche. Habt auch vielen Dank für Eure Kommentare, die ich mit Freude lese und auch immer gerne beantworte.

F   R   O   H   E       O   S   T   E   R   N !!!

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Es ist Wochenende und wir haben uns ein Stündchen länger Schlaf gegönnt. Auf dem Weg in die Küche erkundigt sich mein Mann bei mir nach meinen Geschichten, die ich im Blog eingestellt habe.

„Du schreibst doch gerade Ostergeschichten, oder?“ Das fliegende Ei /Unsere persönliche Ostergeschichte
„Ja, ich habe erst neulich von meiner Ostereiersuche als Kleinkind erzählt“, antworte ich ihm. „Wieso fragst du?“
„Du hast doch schon mehrere „Eiergeschichten“ geschrieben, stimmt’s?“, kommt wiederum eine Frage zurück. (Sorbische Ostereier) „Ich hätte da noch eine Idee für eine neue Eiergeschichte!“
„Hast du die heute Nacht geträumt?“ will ich grinsend wissen und erwarte jetzt eine Traumerzählung. In diesem Punkt habe ich mich allerdings getäuscht, denn mein Mann schüttelt den Kopf und gibt mir einen Tipp, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
„Nein, es ist eine wahre Begebenheit. Du kannst dich sicherlich noch an meinen Chef aus meiner Industriezeit erinnern.“
Ich nicke, denn genau jetzt erklingt sozusagen in meinem Ohr dessen George-Clooney-Stimme. Trotzdem weiß ich nicht, was er mit meinen (Oster)eiergeschichten zu tun haben könnte. Doch mein Mann gibt mir sofort den nächsten Hinweis:
„Er hat in München gelebt und wenn ich dort auf Dienstreise war, hat er mich immer vom Hotel abgeholt. Meistens saß ich noch beim Frühstück, wenn er eintraf. Er hat sich dann zu mir gesetzt und sich ebenfalls einen Kaffee, Brötchen und ein Frühstücksei bestellt.“
Ich sehe meinen Mann ein wenig verwirrt an, weil bei mir immer noch nicht der Groschen gefallen ist. Irgendwie scheine ich im Moment auf dem Schlauch zu stehen.
„Ich sage nur Eierstichtest!“, erklärt er und löst bei mir nicht nur die Erinnerung aus, sondern auch einen regelrechten Lachkrampf, in den mein Mann unweigerlich einstimmt.
Nachdem wir uns einigermaßen beruhigt haben und auch wieder Luft bekommen, fordere ich Peter auf, mir alles noch einmal ganz genau zu berichten, da möglicherweise in meinem Gedächtnis doch einige Lücken vorhanden sind. Aber auch, weil ich es liebe, wenn er mir lustige Geschichten erzählt.
„Wir sind gemeinsam häufig nach England geflogen und haben dann im selben Hotel übernachtet. Demzufolge haben wir auch morgens gemeinsam unser Frühstück eingenommen. Du weißt, wie gerne ich ein leckeres Frühstücksei esse, obwohl ich in England auch häufig „bacon and egg“ verspeist habe. An dem besagten Morgen hatte ich gerade mein Frühstücksei vor mir, als mein Chef erschien. Ich köpfte es und das Eigelb, aber auch das Eiweiß ergoss sich über das Tischtuch. Sowohl mein Chef als auch ich schauten ungläubig auf das zerflossene Ei.
‚Was ist denn das?“, fragte ich. ‚Das ist doch kein Frühstücksei!‘
Ich war total empört und auch mein Chef verwunderte sich sehr über die Konsistenz des Eis. Er zögerte nicht lange, beschwerte sich und bestellte für mich und ihn noch einmal jeweils ein Frühstücksei. Das auch prompt freundlich und mit Entschuldigungen von Seiten der Bedienung serviert wurde.“
„Und jetzt kommt der Eierstichtest!?“ lache ich.
„Genau! Mein Chef hat sein Messer genommen und damit in das Ei gestochen. Mit meinem Frühstücksei verfuhr er ebenso. Angeblich war er in der Lage so Rückschlüsse auf die Konsistenz des Eis zu schließen. Auf jeden Fall ließ er umgehend beide Eier wieder zurückgehen. Sein Test habe bewiesen, dass beide Eier wiederum zu weich gewesen seien. Auf seine Reklamation hin, erhielten wir kurz darauf wieder zwei frisch gekochte Eier. Du kannst dir sicherlich vorstellen, was er sogleich gemacht hat“, richtet Peter die rhetorische Frage an mich.
„Einen erneuten Eierstichtest!“, kommt es blitzschnell aus meiner Richtung.
„Richtig!“, bestätigt Peter meine Vermutung.
„Und?“
„Stell dir vor, die Eier waren laut seines Eierstichtests nun zu hart. So langsam war mir die Sache schon etwas unangenehm. Ihm jedoch in keiner Weise, denn er verbot mir regelrecht das Ei zu verzehren und orderte erneut zwei Frühstückseier. Anscheinend gab sich der Koch in der Küche jetzt besondere Mühe, denn der Test meines Chefs ergab, dass diese Eier genau die richtige Konsistenz aufweisen würden.“
„Lass mich jetzt raten“, bitte ich meinen Mann. „Ihr hattet nach all dem Hin und Her überhaupt keinen Appetit mehr auf Frühstückseier?!“
„Oh doch und wie. Jetzt erst recht. Jedenfalls ich. Immerhin hatte ich ja außer Kaffee noch nichts weiter zu mir genommen. Mir hing der Magen bereits in der Kniekehle. Meinem Chef allerdings schien der Appetit vollkommen vergangen zu sein. Er verweigerte nämlich sein Ei und schmierte sich nur ein Butterbrötchen. Er spendierte mir sozusagen sein Frühstücksei. Aber ich muss gestehen, dass der Eierstichtest meines Chefs vollkommen korrekt war. Die beiden Frühstückseier waren hervorragend, – nicht zu hart und nicht zu weich. Wenn ich ihn wieder einmal treffe, muss ich unbedingt fragen, ob er diesen Test immer noch durchführt.“
„Wenn ich mich nicht verzählt habe, waren das jetzt sechs Eier!“
„Neun vielleicht sogar! Ich glaube es ist noch einmal passiert und du musst mein allererstes Frühstücksei auch noch mitzählen. Aber immerhin habe ich die beiden letzten genüsslich verspeist“, rechnet Peter mir vor.
Inzwischen haben wir in unserer Küche schon den Tisch gedeckt und während Peters Erzählung habe ich auch unsere Frühstückseier gekocht. Als ich sie auf den Tisch stelle, warne ich meinen Gatten lachend:
„Unterstehe dich und mache auch den Eierstichtest. Hier gibt es keine Reklamationen. Wenn dir die Konsistenz des Eis nicht behagen sollte, so ist dir freigestellt, ein neues Ei zu kochen.“
„Apropo Ei und Reklamation! Da fällt mir noch eine Geschichte aus unserem Leben ein“, ereifert sich Peter plötzlich.
„Jetzt fang ja nicht mit diesen ollen Kamellen an, das ist doch schon fast vierzig Jahre her und niemals wieder vorgekommen“, kontere ich energisch.
„Du gibst also zu, dass das Ei damals verdorben war?!“
„Du hast es behauptet“, gestehe ich. „Das war mein letztes Ei, das ich im Kühlschrank in meiner Studentenbude hatte. Du wolltest es unbedingt essen. Ich weiß nicht wie lange es schon in meinem Kühlschrank gelegen hatte. Ich muss es total übersehen haben“, gebe ich zu.
„Naja, das war ja auch nicht schlimm. Ich habe mich eigentlich mehr über dich geärgert“, erzählt Peter.
„Ich frage mich nur wieso. Ich habe dir ja nicht absichtlich ein verdorbenes Ei gegeben.“
„Das wohl nicht“, grinst mein Mann. „Aber als ich mich über den seltsamen Geruch beschwerte, hast du mir das nicht glauben wollen und dich aufgeführt, als hättest du das Ei selbst gelegt.“
„Gack, gack, gaaaack!“, mache ich ein Huhn nach und lasse ein gekochtes Ei über den Tisch in Richtung Peter rollen.

 

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