Kurzgeschichten, Meine Plauderecke
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Huch!

Auch heute melde ich mich wieder aus meiner Plauderecke. Es hat mir das letzte Mal sehr viel Spaß gemacht, mit Euch zu plaudern und Eure Erinnerungen zu lesen, die Ihr mir geschickt habt. Jetzt geht es weniger um Erinnerungen, als um Eigenarten.
Kein Mensch ist perfekt und das ist auch gut so. Ich denke, dass jeder von uns eine oder mehrere Eigenarten hat, die mehr oder weniger ausgeprägt sind. So auch ich.
Ich habe festgestellt, dass sich diese Eigenarten nicht „verwachsen“, wie man so schön sagt. Jedenfalls ist dies bei mir der Fall. Entdeckt hat sie zum ersten Mal ein Lehrer, der mich selbst erst darauf aufmerksam gemacht hat. Noch heute stellt sie mein Mann immer wieder aufs Neue bei mir fest. Ich darf also stolz behaupten, dass ich dieses Wesensmerkmal schon seit der Schulzeit (kurz nach der Grundschule) mit mir herum trage und voraussichtlich auch niemals ablegen werde. Ich könnte vielleicht an mir arbeiten und sie auszumerzen versuchen, aber sie ist schon ziemlich fest in meinem Wesen verankert. Außerdem taucht diese Eigenart immer total überraschend auf und ich wage zu behaupten, dass sie einer Art Instinkt gleicht.
Mit dieser Eigenart schade ich keinem anderen Wesen und auch nicht mir selbst. Im Gegenteil, sie beschützt mich. Eventuell könnte sich der eine oder andere Mitmensch kurzzeitig darüber ärgern oder eher darüber belustigen.
Nun gut, langer Rede, kurzer Sinn. Ich werde nicht mehr um den heißen Brei herum reden, sondern Euch verraten, worum es geht. Nur noch soviel vorneweg: Ausgelöst ist diese Eigenart durch Angst.
Und nun folgt mein Geständnis:
Ich habe Angst vor Bällen. Nein, nicht vor allen Bällen, nur vor diesen, die plötzlich und von mir unerwartet direkt auf mich zugeflogen kommen.
Entdeckt hat dieses mir eigene Wesensmerkmal mein ehemaliger Sportlehrer. Er meinte nämlich:
„Immer wenn ein Ball auf Astrid zugeflogen kommt, reißt sie die Arme hoch und hält sie schützend vor das Gesicht, anstelle den Ball zu fangen.“
Ich kann mich nicht erinnern, jemals negative Erfahrungen bezüglich fliegender Bälle gemacht zu haben, aber ich muss meinem damaligen Sportlehrer recht geben. Und noch mehr: Bis zum heutigen Tage schnellen meine Arme reflexartig in die Höhe und überkreuzen sich vor meinem Gesicht, wenn ein Ball oder ähnliches auf mich zugeflogen kommt.
Erst gestern machte sich mein Mann wieder einen Spaß daraus, als er mir den Schlüsselbund zuwerfen wollte.
„Achtung!“, rief er aus. „Ich werfe! Einfach nur auffangen!“
„Nein! Nicht!“, rief ich aus und sah im Geiste auch schon dieses Etwas auf mich zufliegen.
Mein Mann, der meine Eigenart nur zu gut kennt, begann zu lachen, als er sah, wie sich meine Arme in die Lüfte schwangen und vor meinem Gesicht schützend überkreuzten. Gleichzeitig hielt er in seiner Wurfbewegung inne und streckte mir seine Hand hin, in der sich die Schlüssel befanden, die er mir geben wollte. Als ich nach diesen greifen wollte, umklammerte er sie wieder mit seinen Fingern und zog die Hand zurück.
„Komm, wir üben noch mal! Fang sie einfach auf!“, sagte er vertrauenserweckend.
„Okay!“, willigte ich ein.
Zack! Schon kamen die Schlüssel durch die Luft geflogen und landeten sanft in meiner Hand, die sie einfach und ohne Problem aufgefangen hatte.
„Na also, geht doch!“

 

„Welche Eigenart habt Ihr? Wollt Ihr sie ausplaudern?“

 

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*Bei dem Beitragsbild handelt es sich um ein Graffiti, das ich abfotografiert habe. Leider ist mir der Künstler nicht bekannt.

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