Beitrag, Dies & Das und sonst noch Was, Dies & Das und sonst noch Was 2016
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Im Garten meines Opas

Ich habe die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und den Besuch meiner Mutter zum Schwelgen in Erinnerungen genutzt. So bin ich im Garten meines Großvaters gelandet. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es dort aussah, aber auch noch an das eine oder andere Erlebnis in diesem Garten. Mein Erinnerungsvermögen diesbezüglich endet mit ungefähr acht Jahren. 

Meine Oma (väterlicherseits) durfte ich nur zwei Jahre kennenlernen, dann ist sie leider verstorben und bei meinem Opa (väterlicherseits) war ich acht Jahre. Die Eltern meiner Mutter habe ich leider nie kennengelernt, da sie beide bei meiner Geburt bereits verstorben waren.
In den Garten meines Opas konnte man durch ein Tor gelangen, das mit einem Rosenbogen überbaut war. Wenn man durch dieses Tor schritt, wie beispielsweise meine Eltern an ihrem Hochzeitstag,

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dann war rechts ein langes schmales Rosenbeet. Leider waren die Fotos zu dieser Zeit noch schwarzweiß, aber man kann trotzdem die Farbenpracht der Rosen erahnen. Sie erblühten in rosa, rot und weiß.

Auf der dahinterliegenden Wiese spielte ich oft. Manchmal tat ich dies mit meiner Puppe und meinem Teddy und natürlich mit meiner Mutter.

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Als kleine Gärtnerin gehörte selbstverständlich auch das Gießen der Gänseblümchen dazu, was ich selbst im Sonntagskleidchen sehr gewissenhaft tat.

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Ich kann mich noch an die zwei Fliederbäumchen erinnern, vor denen ich mich dann auch ganz keck fotografieren ließ. Ich hatte zuvor ein ähnliches Foto gesehen, auf dem meine Tante abgebildet war. Also habe ich versucht es ihr gleich zu tun. Mit der Sonnenbrille in der Hand, einer Rüschenbluse, einem feschen Rock und den weißen Schleifen im Haar war ich schon recht elegant.

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Sehr gerne erinnere ich mich an den Hund meines Opas.

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Er hieß Bazi und fraß mir angeblich immer die Brötchen und Kekse aus der Hand, wenn ich meine Hand aus dem Kinderwagen streckte. Er war aber immer lieb zu mir. Auch weiß ich, dass er im Sommer in einer Zinkbadewanne auf dieser Wiese gebadet wurde.

Toll fand ich es immer, dass ich noch eine Uroma hatte. Auf sie war ich richtig stolz.

Ich habe ein Foto entdeckt, auf dem meine Oma und meine Uroma (sie ist allerdings die Mutter meines Opas) zu sehen sind.

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Aber auf meinem absoluten Lieblingsfoto sind 4 Generationen zu sehen. Dieses Foto erschien zum 80sten Geburtstag meiner Uroma in einer Zeitung (ich glaube sie hieß Saazer Heimatblatt oder so ähnlich, das konnte ich leider nicht mehr feststellen).

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Zu sehen sind von links nach rechts: Mein Vater, meine damals 80jährige Uroma mit meiner Wenigkeit auf dem Arm und mein Opa. (Leider hatte ich bei der Erstellung nicht das Originalfoto zur Hand, doch ich weiß, dass ich es besitze und werde noch auf die Suche danach gehen.)
Auf der anderen Seite des Hauses war die Einfahrt und der Parkplatz für das Auto. Dort habe ich auch das Fahrradfahren gelernt. Mein Opa hielt mich am Gepäckträger fest, doch irgendwann ließ er heimlich los und ich fuhr ohne Stützräder den Weg entlang.
Außerdem gab es dort ebenfalls ein Stück Rasen mit Blumenbeeten. In einer Ecke, so kann ich mich erinnern, stand ein „Tränendes Herz“.

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Für mich war es ein unbedingtes Muss in unserem Garten ebenfalls diese Pflanze zu haben, denn sie erinnert mich immer wieder an meinen Großvater und den Garten meines Opas.

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Auf der dem Haus gegenüberliegenden Seite stand ein Nebengebäude, in dem zum Beispiel auch die Kohlen gelagert wurden, aber auch Gartengeräte. Ich weiß noch, dass in einer dieser Türen zwei Haken für meine Schaukel hingen.
Auch einen sogenannten Grabgarten mit Kartoffeln und anderem Gemüse gab es. Auch Sträucher mit Brombeeren waren dort zu finden.
Als unser Hund Bazi mit 13 Jahren starb, fand er in einer der hinteren Ecken des Gartens seine letzte Ruhestätte.
Ich denke gerne an Opas Garten zurück, aber auch an die Menschen, die in diesem Garten ein und aus gegangen sind, – meine Eltern, meine Großeltern, meine Uroma, Freunde und Bekannte.

 

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20 Kommentare

  1. Guten Morgen, liebe Astrid, ein schöner Spaziergang durch deine Erinnerungen und den Garten deines Großvaters, bin gerne mit gegangen. Ich liebe solche Ausflüge in die Vergangenheit und sehe, du hattest eine schöne liebevolle Kindheit. Das Beste, was man einem Kind mitgeben kann ist doch die Liebe.
    Ein schönes Paar waren deine Eltern und auch das ‚Viergenerationenbild‘ gefällt mir. Deine Uroma mit achtzig sieht noch toll und rüstig aus.
    Nun wünsche ich dir ein schönes Wochenende.
    Meine Tochter fährt morgen wieder zurück nach Berlin, aber wir Beide hatten eine schöne Woche zusammen.
    Herzliche Grüße. Lore

    • Astrid Berg sagt

      Ich war immer total stolz eine Uroma zu haben, die ich auch liebevoll Omaur genannt habe. Sie spielte in ihrem hohen Alter noch Federball mit mir, daran kann ich mich noch erinnern. Sie wohnte dann zwar in Rottach-Egern (500km von meinem Elternhaus entfernt), aber ich habe sie jedes Jahr mit meinen Eltern für ein paar Wochen besucht.
      LG und einen guten Start in die neue und hoffentlich sonnige Woche
      Astrid

  2. Wie sehr sich doch die Bilder aus dieser Zeit ähneln. Und ich finde, die schwarz-weiß Bilder bei Personen wirken besser als so manches heutige Farbfoto 🙂 .

    Die Mutter meines Vaters habe ich auch nicht mehr kennengelernt, die andere Oma starb, als ich 7 war. Von den Großvätern hatte ich etwas länger etwas.

    LG und ein schönes Wochenende,
    Anna-Lena

    • Astrid Berg sagt

      Ich finde es total spannend diese alten schwarz-weiß Fotos zu betrachten, weil sich hinter ihnen immer Geschichten verbergen, die für uns interessant und manchmal auch fremd sind. Besonders die Abbildungen von Familienmitgliedern und auch von mir als Kind empfinde ich als große Schätze, die ich bewahren möchte.
      LG und eine schöne Woche
      Astrid

  3. Liebe Astrid,
    danke, dass Du uns an Deinen Erinnerungen teilhaben lässt. Ach ist das schön in den alten Fotos zu kuscheln. Hab das auch vor ein paar Wochen in Frankfurt gemacht.
    Liebe Grüße Eva

    • Astrid Berg sagt

      Es werden Erinnerungen geweckt und man holt manchmal Dinge wieder ins Gedächtnis zurück. Ich finde diese Erinnerungen können unsere Gegenwart bereichern. Auch bieten solche alten Fotos Gesprächsstoff innerhalb der Familie und wecken Interesse an der Vergangenheit der älteren Familienmitglieder.
      LG
      Astrid

  4. Liebe Astrid,
    so ein schöner Ausflug in den Garten deines Großvaters. Danke fürs Mitnehmen, ich habe deinen Beitrag sehr genossen.

    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende dir
    Regina

    • Astrid Berg sagt

      Danke, liebe Regina, für Deine vielen lieben Kommentare.
      Ja, der Garten meines Opas ist für mich mit vielen schönen Erinnerungen verbunden. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, weil ich ja nur diesen einen Opa hatte (der andere war leider schon lange vor meiner Geburt verstorben).
      LG und komm gut durch die neue Woche
      Astrid

  5. Meine Opas habe ich nicht mehr erlebt. Beide sind während des Krieges gestorben, nicht im Kampf.
    Deine Vorfahren hast du noch erleben können. Super!
    Ein schöner Bericht, er erinnert mich an den Garten meiner Eltern.
    Das Bild mit den 4 Generationen ist Klasse.
    LG Bärbel

    • Astrid Berg sagt

      Leider durfte ich nur die Eltern meines Vaters noch kennenlernen, die Eltern meiner Mutter waren schon verstorben.
      Auf das 4 Generationenfoto bin ich besonders stolz. Ich muss unbedingt noch auf die Suche nach dem Originalfoto gehen und ich werde dieses dann auch rahmen und ihm einen Ehrenplatz geben.
      LG
      Astrid

  6. Liebe Astrid,
    deine Ausflüge in die Vergangenheit sind sehr, sehr
    schön. Diese Dinge sind es, die deinen Blog ausmachen.
    Einen stressfreien Start ins Wochenende wünscht dir
    Irmi

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Irmi,
      ich liebe diese kurzen Ausflüge in meine Vergangenheit und die meiner Familie, denn sie bereichern unsere Gegenwart.
      LG und einen schönen und sonnigen Montag
      Astrid

  7. Bazi – da kommt gleich eine Erinnerung an unseren Nachbarshund auf. Mit ihm habe ich immer gespielt, weil ich keinen eigenen Hund haben durfte. (Als ich mit meinem Mann zusammen zog, haben wir uns sehr schnell einen Hund angeschafft.) — Du warst ja ein süüüüüüßes kleines Mädchen. Meine Cousine trug auch so eine Haarlocke wie du. Sonntags wurde man immer chic gemacht. Das einzige, was mir daran nicht so gefiel: Man durfte sich nicht schmutzig machen. Danke für den Ausflug in die (deine) Vergangenheit und für die zauberhaften Fotos! LG Martina

    • Astrid Berg sagt

      Naja, diese Tolle, wie man damals diese Locke nannte, ist nicht ganz so nach meinem Geschmack und ich bin froh, dass dieser Babyspeck nicht geblieben ist 😉 .
      Ich kann mich auch noch erinnern, dass es ganz spezielle Sonntagskleidchen gab und die wurden auch geschont, auch wenn ich keine Geschwister zum Auftragen hatte.
      LG
      Astrid

  8. Liebe Martina,
    das sind schöne, aber auch ein bisserl wehmütige Erinnerungen … Und du warst ja ein süßes Pausbäckchen! Den Bazi hätt ich auch lieb gehabt – leider hatte seinerzeit in unserer Familie niemand Hund oder Katze… Bei mir lebten in der Kindheit nur noch die beiden Großmütter, die Opas starben, als ich 2 bzw. 3 Jahre alt war… Und eine meiner Omas hatte auch einen Garten, ganz in der Nähe von da, wo wir jetzt leben …
    Herzliche Rostrosengrüße und einen schönen Sonntag!
    Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2016/04/flache-schuhe-diy-schuhe-schone-bluten.html

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Traude,
      meine Eltern hatten auch kein Haustier, nur mein Opa hatte den Bazi. Ich fand ihn total lieb. Meine Mutter gibt ihm allerdings die Schuld, dass ich zwei Wochen zu früh auf die Welt kam, denn er hat so gezogen und da gab es meiner hochschwangeren Mutter einen Ruck im Bauch. Naja, somit bin ich also sozusagen zwei Wochen älter, aber das sieht man mir nicht an :-))) .
      Sei herzlich gegrüßt
      Astrid

  9. Ich weiß natürlich, dass du Astrid heißt und nicht Martina ;o)) Sorry, ich hab mich durch die Unterschrift im obigen Kommentar verwirren lassen …

    • Astrid Berg sagt

      Ich musste schon ein bisschen schmunzeln, als ich den Namen las, aber ich wusste ja wen Du meinst. Das kann schon mal in der Hektik des Gefechtes passieren 😉
      Ich bin mit dem Kommentieren leider etwas im Rückstand, weil meine Mutter vier Wochen bei uns war und wir sie am WE erst wieder zurück gebracht haben. Ich werde aber noch heute zu Dir rüber hopsen 🙂 .
      Sei herzlich gegrüßt und hab eine schöne und sonnige Woche
      Astrid

  10. Liebe Astrid, herzlichen Maiengruß.
    Meine Eltern hatten keinen Garten, aber mutters Schwester hatte Haus mit Garten und eine Freundin meiner Mutter, die war mit Sohn alleinstehend und in dem Garten konnten wir beide Kinder schön viel spielen. Wir hatten ein Baumhaus, von dem eine Strippe mit Klingel und Körbchen hin zur Laube gespannt war und wir immer Naschwerk ins Körbchen oder Kuchen reinbekamen, wenn wir an der Strippe zogen.
    Eine große Sandburg mit Indianer-Figuren hatten wir auch.
    Hinter den Gärten waren Felder, auf denen wir Drachensteigen waren.
    Mit einem kleinen Leiterwagen fuhren wir die Garten-Bergstraße runter und danach hatten wir meistens kaputte Kniee und blutige Nasen.
    Die Kinder-Gartenzeit war wunderbar.
    Dir alles Gute, tschüssi Brigitte

    • Astrid Berg sagt

      Auch Dir, liebe Brigitte, schicke ich einen sonnigen Gruß.
      Dein Kommentar ist toll! Du scheinst ganze Bände erzählen zu können vom Garten der Freundin Deiner Mutter. Über solche Erinnerungen freuen sich die eigenen Kinder und Enkelkinder ganz besonders. Wirklich eine tolle Kinder- Gartenzeit, wie Du sie nennst. Ich bin mir sicher, dass Dich viel Kinder darum beneiden.
      Herzliche Grüße
      Astrid

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