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Außergewöhnliche Kontakte

Ein Sprichwort sagt: Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein.

Das stimmt. Für ihn sind auch soziale Kontakte wichtig. Sie machen das Leben erst lebenswert. Ohne diese Kontakte wäre der Mensch recht einsam und würde verkümmern. 

Je nach Mentalität sind die Menschen auch in dieser Hinsicht unterschiedlich. Wir gehören zu denjenigen, die eigentlich recht kontaktfreudig sind. Mein Mann knüpft gerne auch schon einmal etwas außergewöhnliche Kontakte, von denen ich Euch heute ein paar vorstellen möchte. Hierbei handelt es sich ausschließlich um solche Kontakte, die er auf einigen unserer Reisen geknüpft hat. Lasst Euch also überraschen:

Hier schauen sich Zwei ganz tief in die Augen.

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Und hier scheinen sich Zwei etwas skeptisch gegenüber zu stehen und sich nicht ganz sicher zu sein, ob diese Kontaktaufnahme tatsächlich sinnvoll ist.

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Zu diesem Kontakt gehört schon eine ordentliche Portion Mut. Ich habe mich lieber etwas abseits gehalten und mich auf das Fotografieren beschränkt. Die Zähne sahen mir dann doch etwas zu gefährlich aus.

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1200px-DSC00191Aber keine Angst, dieses Krokodil stellt sich nicht nur tot, sondern es ist tatsächlich mausetot.

Hier geht es schon zärtlicher zu. Ein Küsschen in Ehren kann wohl niemand verwehren, auch wenn es sich hierbei doch um einen etwas feuchten Kuss handelt. Mein Mann hat allerdings betont, dass die Seelöwin sehr lieb und zärtlich war.

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Dieser Kontakt kam sehr überraschend zustande. Ob jetzt mein Mann oder eher das ruhige Plätzchen auf seinem Rucksack so anziehend wirkte, kann ich leider nicht sagen.  Auf jeden Fall haben wir uns tüchtig über diese unverhoffte Kontaktaufnahme gefreut.

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Dieser kleine Papagei wollte vermutlich nur spielen, denn er hat nur ganz vorsichtig in den Finger meines Mannes gekniffen. Aber wie mir scheint, auch voller Hingabe.

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Mit ein bisschen Futter in der Hand, kann man einen solchen Piepmatz ganz schnell verführen.

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Auch diese Kontaktaufnahme war hautnah.

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Ich hoffe, Ihr hattet mit diesen außergewöhnlichen Kontakten ebenso viel Spaß wie wir.

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Augenblicke des Lächelns

Natürlich schön

Mit Kinderaugen

 

Verdrehte Welt

„Irgendwie leben wir in einer verdrehten Welt“, meint mein Mann, als er vor einem Regal im Supermarkt steht.

Ich schaue ihn verdutzt an, denn bei mir hat sich gerade nichts verdreht und ich finde meine kleine Welt auch ganz in Ordnung, so wie sie ist. Doch mein Peter scheint das irgendwie anders zu meinen. Er steht nämlich immer noch kopfschüttelnd vor dem besagten Regal. Da ich also momentan seine Gedankengänge nicht nachvollziehen kann, erkundige ich mich nach dem eigentlichen Grund seiner Aussage.
„Was meinst du damit?“, frage ich ihn also und schaue ihn erwartungsvoll an.
„Na, hier die Ostereier!“, entgegnet er und deutet auf die bunt bemalten und hart gekochten Eier, die es massenhaft in diesem Regal gibt.
„Früher gab es das nur zu Ostern. Heutzutage kann man auch an Weihnachten Ostereier kaufen. Wenn das keine verdrehte Welt ist.“
Auch wenn man diese Eier nur zur Kennzeichnung und zur Unterscheidung von gekochten und rohen Eiern derartig bunt gefärbt hat, bleiben sie in unseren Augen und unserem Verständnis doch immer Ostereier.
„Wahrscheinlich suchen wir sowieso dieses Jahr die Ostereier im Schnee, denn Weihnachten hatten wir ja keine weiße Pracht. Ich sag doch, wir leben in einer verdrehten Welt“, schiebt Peter hinterher.
Als wir später in unserem Auto wieder nach Hause fahren, greifen wir dieses Thema noch einmal auf.
„Im Grunde genommen hast du recht“, bestätige ich die Aussage meines Mannes. „Diejenigen Frauen, die lockige Haare haben, wollen einfach nur gerades, ungelocktes Haar. Und umgekehrt wollen Frauen mit ungewellten Haaren plötzlich Locken haben.“
„Ja, und Blondinen färben sie sich schwarz. Und inzwischen versuchen ja zum Beispiel auch schon die thailändischen Frauen ihre dunklen Haare zu blondieren, was überhaupt nicht zu ihnen passt und auch nicht richtig funktioniert. Warum seid ihr Frauen einfach nicht zufrieden mit dem, was ihr habt?“
„Was heißt hier IHR FRAUEN?“, schieße ich zurück. „Denk doch mal an den Sandkasten: Wolltest du nicht auch immer das rote Eimerchen von dem anderen Kind haben, obwohl du kurz vorher noch dein eigenes blaues Eimerchen so toll fandest?“
„Das liegt wohl in den Genen der Menschen, dass sie immer das erstreben, was sie als das Bessere erachten“, antwortet Peter.
Jetzt überlegen wir, ob diese Welt tatsächlich so verdreht ist und finden überraschend viele Beispiele.
Wie oft haben wir uns in Bangkok schon gefragt, warum die Thailänder ihre Wohnungen und öffentlichen Gebäude dermaßen herunter kühlen, dass man förmlich das Gefühl hat, in einem Kühlschrank zu sitzen. Temperieren ist die eine Sache, jedoch alles zu „unterkühlen“ eine andere und für uns Europäer anscheinend eine weitaus unangenehmere Sache als für die Thailänder.
„Denk nur daran, als wir in Thailand mal mit dem Taxi gefahren sind und der Taxifahrer an einer Mautstation das Fenster herunter gekurbelt hat. Während ich zuerst dachte in einem Kühlschrank zu sitzen, stellte ich plötzlich ganz spontan die Frage, ob er die Heizung angestellt hat. Wer braucht in Thailand schon eine Heizung?!“, erinnere ich mich schmunzelnd.
„Genau, und bei uns in Deutschland laufen dann die Thailänder bei 18 Grad Außentemperatur bereits mit Schal und Mütze herum. Das soll mal einer verstehen“, kommentiert mein Mann. „Dabei versuchen sie im eigenen Land alle Räume auf genau diese oder sogar auf eine noch tiefere Temperatur zu bringen.“
Als ich später im Badezimmer stehe und die Sachen aus der Drogerieabteilung verstaue, fällt mein Blick auf die Sonnencreme. Ja, und das ist schon wieder ein Beispiel für die verdrehte Welt, in der wir leben. Wir streben es an, unseren Teint so braun wie nur möglich werden zu lassen. Das finden wir chic. Bei uns Europäern ist es auch irgendwie ein Zeichen dafür, dass man genügend Zeit und vielleicht auch Geld hat, um sich irgendwo auf der Welt bräunen zu lassen.
„So ein Blödsinn“, denke ich. „Bei den Thailändern ist es chic ungebräunt zu sein. Dort kann man sogar eine sogenannte „Whiteningcreme“ kaufen, um die Haut in einem vornehmen hellen Ton erscheinen zu lassen. Oder man benutzt Puder.“
Ich stelle die neuen Zahnbürsten in die entsprechenden Zahnputzbecher und schon fällt mir ein weiteres Beispiel ein:
Im Allgemeinen sind die Jugendlichen froh und glücklich, wenn ihnen der Kieferorthopäde verkündet, dass sie keine feste Zahnspange mehr benötigen. In Thailand jedoch ist das Tragen von festen Zahnspangen ganz groß in Mode. Es ist gewissermaßen ein Zeichen von „Reichtum“, denn nur wer genügend Geld besitzt, kann sich die Zähne richten lassen. So wird es als chic empfunden und selbst, wenn man keine derartige Spange benötigt, kann man diese als Modeaccessoire in allen nur denkbaren Farben kaufen. Selbst Models strahlen auf großen Plakaten mit glitzernden Zahnspangen auf uns herab.
Ich muss mir eingestehen, dass mein Mann irgendwie recht hat. Unsere Welt ist schon manchmal etwas verdreht. Oder besser gesagt: Wir Menschen sind es.
Als ich das Badezimmer verlasse und die Treppe nach unten gehe, kommt mir mein Peter entgegen. Ich bemerke sofort, dass er sich ein frisches T-Shirt angezogen hat und muss augenblicklich anfangen zu lachen.
„Deine Welt ist heute tatsächlich verdreht!“, kichere ich.
Jetzt schaut er mich mit großen und überraschten Augen an.
„Du hast dein T-Shirt links herum angezogen“, verkünde ich ihm. „Ist das jetzt modern so?“

Unser märchenhaftes Erlebnis

„Möchtest du zu deinem Spiegelei auch gebratenen Schinkenspeck?“, fragt mich mein Mann beim Frühstück.

„Ach nein“, antworte ich ihm und bin mit meinen Gedanken bereits woanders. Ich habe nämlich einen Gedankensprung in die Vergangenheit gemacht. Es war nur die Kombination der beiden Wörter, die in meinem Kopf allerdings nicht in deutscher, sondern aus irgendeinem Grund in englischer Sprache angekommen ist. 

„Bacon and egg“ funkt es durch meine Gedankenkanäle und schon bin ich in England. Genauer gesagt in einer Ortschaft in der Nähe von London. Leider habe ich deren Namen vergessen, aber was sich dort ereignet hat, ist mir immer noch sehr lebhaft in Erinnerung.
Unser Sohn war damals noch klein, so im Kindergartenalter und er war bereits schon einmal in England gewesen. Damals hatte er sich mit einem kleinen Mädchen angefreundet und ein paar englische Wörter gelernt. So begrüßte er uns noch eine ganze Weile nach unserer Rückreise morgens mit einem „Good morning!“.
Vielleicht würde er dieses Mal noch mehr lernen. Wir hatten uns ganz spontan einen Flug gebucht und wollten uns dann im Land selbst erst nach einer Unterkunft umsehen.
„Bed and Breakfast gibt es dort überall. Das wird überhaupt kein Problem für uns eine schöne Unterkunft zu finden“, erklärte mir mein Mann damals. „Überall stehen Schilder vor den Häusern, man braucht nur zu klingeln und sich die Zimmer anzusehen. Wenn es uns nicht gefällt, fahren wir einfach ein Stückchen weiter.“
So einfach auf „Gut-Glück“ in ein anderes Land zu fahren, ist nun eigentlich gar nicht meine Sache. Ich bin immer darauf bedacht, dass alles im Vorfeld genau geregelt ist und es keine Überraschungen gibt. Nun gut, schöne Überraschungen sind erlaubt, aber keine bösen.
Das Erlebnis, das wir bei diesem besagten Aufenthalt in England hatten, gehört im Grunde genommen in die Kategorie „märchenhaft“.
Wir landeten erst am Nachmittag auf einem der Flughäfen in der Nähe von London, gingen zur Mietwagenstation und nahmen unser Auto in Empfang. Soweit, so gut! Das sollte sich allerdings noch ändern. Wir fuhren darauf los. Nein, mein Mann, wusste schon genau in welche Richtung er fahren musste. Doch wir wollten uns von der Gegend inspirieren lassen und den genauen Ort unseres Aufenthaltes danach bestimmen. Und er ging richtig in der Annahme, dass überall die Schilder für Übernachtungsgelegenheit vor den Häusern angebracht waren. Nur leider, war entweder niemand zu Hause oder alle Räumlichkeiten waren schon ausgebucht.
„Kein Problem“, meinte mein Mann, „dann fahren wir eben noch ein Stückchen weiter. Wir sind ja flexibel.“
Unser Sohn war recht friedlich, denn er war allgemein ein guter Mitfahrer im Auto. Das war also wirklich nicht unser Problem.
Doch so langsam dämmerte es und ich meinte schon etwas genervt:
„Die nächste Unterkunft nehmen wir aber. Ich habe keine Lust mehr. Im Notfall suchen wir morgen weiter. Hauptsache für diese Nacht haben wir schon einmal etwas. Es muss nur sauber und ordentlich sein.“
So kamen wir an ein Häuschen, … aus Lebkuchen fein….
Nein, nicht ganz so. Aber wir hielten vor einem kleinen Haus und stiegen aus. Mittlerweile war die Nacht hereingebrochen. Es war stockdunkel. Die Gegend wirkte recht einsam und verlassen. Das Haus selbst lag auch im Dunkeln und wir dachten schon, dass wir auch hier keinen Erfolg hätten.
Wir klopften an der Tür und hörten von innen die schleifenden Geräusche einer sich nähernden Person. Knarrend öffnete sich langsam die Tür und wir sahen uns einer alten Frau gegenüber, die mir schon auf den ersten Blick etwas merkwürdig erschien. Der zweite Blick bestätigte mir dieses Gefühl jedoch noch mehr. Auf ihrer Schulter saß wahrlich und wahrhaftig eine schwarze Katze und überhaupt … Ein immer seltsameres Gefühl überkam mich.
Sofort umklammerte ich die Hand unseres Sohnes noch ein bisschen fester und stupste meinen Mann in die Seite. Leider wollte er mich anscheinend nicht verstehen, denn er fragte sofort nach einer Übernachtungsmöglichkeit in diesem gruselig anmutenden Haus mit der noch unheimlicher wirkenden alten Bewohnerin.
„Oh yes!“, hörte ich auch schon unser Gegenüber freudestrahlend antworten, indem sie uns ihr sehr lückenreiches Gebiss präsentierte. Sie warf einen Blick auf unseren kleinen Sohn und meinte:
„Nice little boy! Come in, come in!“
Winkend deutete sie uns an, doch einzutreten, was ich nur sehr widerwillig tat und immer wieder meinem Mann vielsagende Blicke zuwarf.
„Mama, komm!“, sagte nun auch unser Sohn und zog kräftig an meinem Arm. Auch ihm schien es mulmig zumute zu sein.
„Peter! Ich will nicht!“, flüsterte ich meinem Göttergatten zu. „Lass uns wieder gehen, bitte! Das ist mir irgendwie nicht geheuer hier.“
„Nur mal schauen!“, flüsterte er zurück. „Du täuscht dich bestimmt.“
Im Inneren des Hauses war es nicht viel heller als draußen. Eine kleine Lampe flackerte ihr spärliches Licht von der Decke auf uns herab. Die Frau ging vor uns und führte uns eine steile schmale Treppe zum nächsten Stockwerk hoch. Es knarrte bei jedem einzelnen Schritt und je höher wir stiegen, umso mehr klopfte mein Herz vor Aufregung und Angst. Ich kam mir vor wie die Gretel aus Grimms Märchen und wäre am liebsten wieder geflüchtet.
Mein Mann allerdings ging unerschrocken vor mir und unserem Sohn die Treppe hinauf. Immer wieder drehte sich die mir unheimlich erscheinende Alte zu uns um. Scheinbar fürchtete sie, wir könnten schon wieder auf dem Weg nach unten sein, was mir auch ehrlich gesagt lieber gewesen wäre.
Unser Sohn flüsterte angstvoll:
„Wann gehen wir wieder, Mama?“
Und ich warf meinem Mann ebenso flüsternd die Aufforderung zu:
„Lass uns hier verschwinden. Ich übernachte hier auf keinen Fall. Ich könnte auch kein einziges Auge zutun.“
„What are you whispering?“ (Was flüstern Sie?“)
„Say it loud! But dont’t whisper!“, forderte uns das unheimliche weibliche Wesen auf und streichelte die schwarze Katze auf ihrer Schulter.
„It’s okay, it’s okay!“, erklärte ich sofort. Allerdings fürchtete ich, dass es nicht sehr überzeugend klang, zumal unser Sohn mich in die entgegengesetzte Richtung zog und erneut bat:
„Mama komm!“
Mittlerweile waren wir oben angekommen und standen vor einer Zimmertür. Die Alte drückte den Türgriff herunter. Und wie sollte es anders sein? Die Tür öffnete sich mit einem lauten vernehmlichen Knarren. Eine erdrückende Dunkelheit kam uns entgegen und Kälte drang aus dem Raum ins Treppenhaus. Die Alte holte eine Taschenlampe aus ihrer Schürze und leuchtete damit im Raum umher. Leider sei das Licht kaputt, erklärte sie uns. Aber sie würde uns die Taschenlampe leihen.
Ich war bereits jetzt mit meinen Nerven am Ende. Doch das Tröpfchen zum Überlaufen des Fasses sollte erst noch fallen. Es passierte genau in dem Moment als der Lichtschein der Taschenlampe auf die Schlafmöglichkeit fiel. Im Lichtkegel offenbarten sich uns fünf übereinander gestapelte Matratzen.
„Ich bin doch keine Prinzessin auf der Erbse!“, raunte ich meinem Mann zu, der inzwischen auch das Gefühl hatte im falschen Film zu sein.
Unseren Sohn an der Hand, drehte ich mich ruckartig um und lief fluchtartig die Treppe hinunter. Ich konnte nur noch denken:
„Nichts wie raus hier!“ und „So weit wie möglich weg!“

„Thank you very much!“, rief ich die Treppe hinauf und entschwand durch die Haustür nach draußen.
Ich konnte erst wieder aufatmen, als wir alle Drei im Auto saßen, mein Mann den Zündschlüssel umdrehte und sich das Auto immer weiter von dem vermeintlichen „Hexenhaus“ und seiner unheimlichen Bewohnerin entfernte.

Wie im Märchen ging auch diese Geschichte gut aus. Und sicherlich war die alte Frau ganz harmlos. Aber für uns war alles mehr als unheimlich und gruselig, was uns bis zum heutigen Tag dieses Erlebnis unvergesslich gemacht hat.

Frech wie Oskar

Heute möchte ich Euch wieder einmal zeigen, wie facettenreich die deutsche Sprache doch ist. Ich habe mich dieses Mal einfach nur den Vor- und Nachnamen gewidmet, die sich als Redewendungen in unserer Sprache schon fest verankert haben. Vielleicht kennt Ihr diese Aussprüche auch. Möglicherweise sind sie auch regional etwas unterschiedlich und eventuell kennt Ihr noch andere. Ich habe versucht einige der Aussprüche im folgenden Gespräch festzuhalten. 

Emil und Karl sind Zwillinge im besten pubertierenden Alter. Sie befinden sich momentan im Zimmer von Karl, als deren Vater auf dem Weg ins Bad an der Zimmertür vorbei kommt. Zufällig wird er Zeuge eines Gesprächs, über das er sich wie Bolle amüsiert. Die Zwillinge verstehen sich hervorragend, aber sie lieben Wortgefechte. Da Herr Müller allerdings seine Pappenheimer kennt, weiß er dass es sich um kein ernst gemeintes Streitgespräch handelt, sondern alles mit einem Augenzwinkern betrachtet werden kann.
Emil scheint auf der Suche nach irgendetwas zu sein, denn er durchsucht auf dem Schreibtisch seines Bruders alle möglichen Unterlagen.
„Was suchst du da eigentlich?“, erkundigt sich Karl. „Übrigens finde ich, dass du frech wie Oskar bist, denn mein Schreibtisch geht dich nun mal gar nichts an.“
„Jetzt hab dich mal nicht so. Ich will nur was wieder haben, was ich dir letzte Woche gegeben habe“, verteidigt sich sein Bruder Emil leicht aufgebracht.
„Jetzt geh nicht gleich ab wie Schmidts Katze! Sag einfach, was du suchst!“
„Ich habe dir doch ein Formular von diesem Markus Möglich gegeben.“
Emil blickt seinen Zwillingsbruder fast verzweifelt an, denn heute muss er unbedingt dieses Formular ausfüllen und wegschicken. Er hat es sowieso schon viel zu lange heraus gezögert, da er Formulare hasst wie die Pest.
„Ich kenne zwar Meier, Müller, Schulz“, zieht ihn sein Bruder auf, „aber einen Markus Möglich kenne ich nicht.“
„Vielleicht heißt er ja auch Otto Normalverbraucher“, zieht Emil schulterzuckend in Erwägung.
„Du solltest dich schon langsam entscheiden, wonach du suchst. Zum Schluss erklärst du mir noch, dass dieser Markus Möglich oder Otto Normalverbraucher eigentlich Max Mustermann heißt“, grinst ihn Karl frech an.
„Jetzt weiß ich es wieder: Es war ein Frauenname. Genau:
Erika Mustermann.“
„Gut, jetzt wissen wir wenigstens schon mal, wonach wir suchen müssen. Damit sind wir wenigstens schon einen Schritt weiter “, versucht Karl den aufgeregten Emil zu beruhigen.
„Aber bei deinem Durcheinander hier auf dem Schreibtisch können wir lange suchen.“ Emil wirkt keineswegs beruhigt. „Hier sieht es ja aus wie bei Hempels unter dem Sofa.“
Während Emil vollkommen mit den Nerven am Ende zu sein scheint, ist Karl die Ruhe selbst und kontert zurück.
„Das liegt daran, weil jeder Hinz und Kunz alles hier ablegt.“
„Ich mach dich gleich zur Minna, wenn du mir jetzt auch noch den Schwarzen Peter zuschiebst. Das versuche gar nicht erst!“, droht Emil seinem Bruder augenzwinkernd. „Für deine Unordnung bist du schon selbst verantwortlich. Vielleicht solltest du mal einen Termin mit Meister Proper vereinbaren. Neulich habe ich ihn drüben bei Tante Emma gesehen. Ein Date mit ihm kostet gar nicht viel.“
„Du riskierst gerade eine dicke Backe, mein lieber Bruder. Ich kann dafür sorgen, dass du aussiehst, als hättest du Ziegenpeter“ kommt die nicht ernst gemeinte Drohung von Karl zurück. „Also hör endlich auf zu meckern. Bei mir geht nichts verloren. Was auf meinem Schreibtisch liegt, ist normalerweise so sicher wie in Abrahams Schoß.“
„Normalerweise“, murmelt Emil nicht gerade besonders überzeugt vor sich hin.
Die beiden Brüder necken sich noch ein wenig, während sie weiter auf dem Schreibtisch das Unterste nach oben stülpen. Der Vater ist schmunzelnd weiter gegangen. Als er eine Viertelstunde später auf dem Weg nach unten wieder an der offenen Zimmertür der beiden Jungs vorbei kommt, hört er einen freudigen Aufschrei von Karl.
„Ich hab es gefunden. Hier ist das Formular von Erika Mustermann.“
Karl ist stolz wie Oskar, dass er endlich das besagte Stück Papier gefunden hat und hält es wedelnd seinem Bruder unter die Nase.
„Jetzt gib mal nicht so an wie Graf Koks von der Gasanstalt“, dämpft Emil den Freudenausbruch seines Zwillingsbruders. „Immerhin hast du es verlegt.“
„Ist doch egal“, entgegnet Karl. „Hauptsache es ist da. Jetzt setz endlich deinen Friedrich Wilhelm drunter, steck dein ausgefülltes Formular in einen Umschlag und bring es zur Post.“
„Ach je, beinahe hätte ich tatsächlich vergessen meinen Otto darunter zu schreiben. Ich bin froh, dass ich das endlich erledigt habe. Beim Ausfüllen von diesen blöden Formularen, bekomme ich jedes Mal fast den flotten Otto, so regt mich das immer auf.“

 

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Die Christel von der Post

Manche von Euch werden sich an den gleichnamigen Heimatfilm Ende der Fünfziger Jahre erinnern. Als Kind der Sechziger kenne ich selbstverständlich diesen Film. Die Geschichte, die ich heute erzählen will, hat zwar damit nichts zu tun, sondern nur mit meiner Kindheit, aber Ihr werdet auch gleich verstehen, warum ich diesen Titel gewählt habe. Also folgt mir zunächst in das Jahr 1967.

Ich, also Klein Astrid, bin jetzt schon in der zweiten Klasse. Mir bereitet die Schule große Freude und ich nehme mit vor Eifer hochroten Wangen am Unterricht teil. Unseren Klassenlehrer mögen wir alle, egal ob Mädchen oder Junge. Er ist ein guter Lehrer, der es versteht die Kinderherzen für das Lesen, Schreiben und Rechnen zu begeistern. Während wir in der ersten Klasse noch auf unsere Schiefertafeln geschrieben haben, dürfen wir jetzt in richtige Hefte schreiben, rechnen und malen. Wir sind ja nun schon groß und keine Schulanfänger mehr.
Es ist der erste Schultag nach den großen Ferien. Vor dem Schulhaus haben wir uns in Zweierreihe aufgestellt und folgen nun dem Herrn Lehrer in den Klassenraum. Folgsam begrüßen wir ihn im Chor, während wir hinter unseren Stühlen stehen.
Heute befindet sich bei der Begrüßung ein Mädchen an seiner Seite. Sie ist in unserem Alter und wirkt ein wenig schüchtern. Sie hat einen kurzen Haarschnitt und sieht auch sonst nett aus. Wir haben sie noch nie zuvor gesehen und sind ganz neugierig, wer das wohl sein mag.
„Ihr habt ab heute eine neue Mitschülerin“, erklärt uns unser Lehrer. „Sie heißt Christel* und ist mit ihren Eltern in unsere Stadt gezogen.“
Und dann beginnt er die Sitzordnung abzuändern und setzt diese neue Mitschülerin mit mir zusammen in die erste Reihe. Ich ahne zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass dies der Beginn einer dicken Freundschaft ist und wir uns von nun an bis zur 13. Klasse die Schulbank teilen werden. Wir sitzen fortan immer zusammen und verbringen auch außerhalb der Schule viele gemeinsame schöne Stunden miteinander.
Wir wohnen allerdings an den entgegengesetzten Enden unserer Stadt und wenn wir uns besuchen wollen, dann ist es immer ein weiter Weg. Christel wohnt im Posthaus. Sie ist also sozusagen die Christel von der Post.
Die Schulglocke klingelt und für uns ist an diesem Tag der Unterricht aus. Wir sind noch im zweiten Schuljahr, aber schon dicke Freunde. Irgendwie haben wir keine Lust uns nach Schulschluss zu trennen und so frage ich meine Freundin:
„Willst du nicht mit mir nach Hause gehen? Wir können doch die Hausaufgaben zusammen machen und dann ein bisschen spielen.“
„Klar, ich begleite dich heim!“
Christel und ich sind von dieser Idee begeistert und machen uns auf den Weg, der selbstverständlich heute auch ein bisschen länger dauert. Schließlich entdeckt jeder von uns etwas Interessantes am Wegrand.
Als wir zu Hause bei mir ankommen, werden wir auch freundlich von meiner Mutter begrüßt.
„Hallo Ihr Beiden! Schön, dass Du auch da bist, Christel!“, und schon schiebt meine Mutter eine Frage nach:
„Weiß Deine Mutter, dass Du heute gleich nach der Schule bei uns bist?“
„Ach“, meint Christel, „meine Eltern wissen schon, dass ich dann bei Astrid bin. Das geht schon alles klar.“
Sie sagt dies so selbstsicher und entschieden, dass keinerlei Zweifel an der Aussage aufkommt.
„Dann kommt rein und wascht Euch die Hände! Das Mittagessen ist fertig!“
„Was gibt es denn?“, erkundigen wir uns wie aus einem Munde.
„Ich habe Spinat gekocht und dazu gibt es Kartoffeln. Möchtet Ihr auch noch jeder ein Spiegelei und ein Stück Fleischwurst dazu?“
Christel und ich geben jeder den Essenswunsch bekannt und nehmen nebeneinander Platz.
Rahmspinat esse ich gerne, aber heute schmeckt er besonders gut und auch Christel schmeckt es. Wir sind beide guter Dinge, kichern und albern herum.
Mit der besten Freundin gemeinsam das Mittagessen einnehmen, macht einfach Spaß. Sogar auf das Hausaufgabenmachen freuen wir uns und löffeln fleißig den Spinat.
Meine Mutter schaut uns erfreut dabei zu. Ist doch ihr Töchterchen sonst eher ein Suppenkasper und keine allzu gute Esserin. Aber heute schmeckt es allen und der Topf mit dem Spinat wird leer.
Aber irgendwie schaut meine Mutter uns ein bisschen skeptisch an und will sich noch einmal vergewissern, dass alles mit rechten Dingen zugeht.
„Christel, du hast auch ganz sicher Deiner Mutter heute Morgen schon gesagt, dass Du mit Astrid zu uns kommst?“
„Naja“, meint Christel und schiebt einen weiteren Löffel mit Spinat in den Mund. „Wo soll ich denn sonst sein. Ist doch klar, dass ich bei Astrid bin.“
Meiner Mutter scheint auch etwas glasklar zu sein, denn sie beschließt plötzlich.
„Wenn Ihr Beide aufgegessen habt, dann bringen Astrid und ich Dich erst einmal nach Hause. Deine Eltern machen sich doch bestimmt Sorgen. Ja, wenn wir ein Telefon hätten, dann wäre das alles kein Problem.“
„Ach, die machen sich schon keine Sorgen!“, sagt Christel und auch ich pflichte ihr bei.
„Die denken sich das schon, dass sie mit zu mir gekommen ist. Ist doch auch ganz logisch.“
Doch damit können wir meine Mutter nicht beruhigen und schon gar nicht überzeugen.
„Von mir aus kannst Du morgen nach der Schule zu uns kommen, wenn Deine Eltern Bescheid wissen. Aber nachher laufen wir erst einmal gemeinsam zu Dir nach Hause.“
Während wir noch die Reste aus unseren Tellern kratzen und flüsternd Pläne schmieden, wie wir das Unabänderliche noch etwas hinaus zögern können, hören wir plötzlich vor dem Haus ein Hupkonzert.
Wir recken unsere Hälse, aber meine Mutter steht auf und geht zum Fenster, um es zu öffnen und nachzusehen, wer dort so laut und unüberhörbar hupt.
Inzwischen haben wir auch so eine Vermutung. Als wir eine männliche Stimme vernehmen und auch die gestellte Frage hören, wissen auch wir, was los ist.
Vor dem Haus steht ein großes Postauto. Der Postbote am Steuer kurbelt das Fenster herunter und ruft meiner Mutter die Frage zu:
„Ist die Christel hier?“
Wir sehen wie meine Mutter nickt.
„Sie soll sofort nach Hause kommen. Ihre Eltern machen sich schon Sorgen. Sie haben gesagt, ich solle mal bei Astrid vorbei schauen, weil sie ja wahrscheinlich hier ist. Sie haben sich schon so etwas gedacht.“
Tja, was bleibt uns jetzt anderes übrig, als sich dem Schicksal zu ergeben. Christel packt ihre sieben Sachen zusammen, verabschiedet sich von mir und meiner Mutter und bedankt sich höflich für das Mittagessen. Danach steigt sie in das Postauto und wird nach Hause gebracht.
„Siehst du“, ruft sie mir zum Abschied noch zu. „Ich habe es doch gesagt, sie wissen genau, wo ich bin.“
Und zu meiner Mutter meint sie entschuldigend:
„Ich kann doch nur bei Astrid sein! Wo sonst?!“

* Der Name ist abgeändert.

 

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Mit Schaufel und Eimer

Ich möchte Euch heute noch auf einen neuen Blog einer lieben Freundin aufmerksam machen, der Euch vielleicht auch interessieren könnte:

My Toledo by Meli

Kleiner Spaziergang durch die Märchenwelt

Ich mag Märchen. Schon immer. Als Kind habe ich gelauscht, wenn ich sie vorgelesen bekam. Als Studentin habe ich meine erste Staatsexamensarbeit den Märchen gewidmet. Als Lehrerin habe ich sie mit meinen Schülern im Unterricht behandelt. Und als Mutter habe ich sie unserem Sohn vorgelesen. Irgendwann werde ich sie hoffentlich unseren Enkelkindern vorlesen. Warum also sollten sie nicht auch hier in meinem Blog auftauchen.

Also habe ich mir gedacht, ich suche wieder einmal in meinem Fotoarchiv nach Motiven, die zu bestimmten Märchen passen könnten. Ich bin auch fündig geworden und will Euch nun zu einem kleinen Spaziergang durch meine ganz persönliche Märchenwelt einladen.

Hier hat Frau Holle tüchtig für Schnee gesorgt. Warscheinlich hat die gute Goldmarie die Betten kräftig ausgeschüttelt.

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Stellt Euch vor, die Bremer Stadtmusikanten habe ich auch getroffen.

Zuerst lief der Esel davon, weil er alt war, seinem Herrn nicht mehr dienen konnte und dieser ihm kein Futter mehr geben wollte.

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Er traf auf den armen alten Hund, der ebenfalls Reißaus genommen hat.

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Sie begegneten einer Katze, die keine Mäuse mehr fangen konnte und daher nicht mehr geliebt wurde.

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Sie schlossen sich zusammen und trafen auf einen Hahn. Ihm wollte die Köchin am Abend den Kopf abschneiden.

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So wollten sie alle zusammen nach Bremen gehen, um dort zu musizieren…

Aber ich habe auch Fotos gefunden, die würden zu dem Aschenputtelmärchen passen.

Hier ist der Taubenschlag:

1200px Taubenschlag

Und das Täubchen ist auch da:

1200px-Taube

Das Knusperhäuschen der alten bösen Hexe habe ich auch gefunden. Schaut her, es sieht tatsächlich sehr verführerisch aus. Kein Wunder, dass die Hexe mit den Lebkuchen Hänsel und Gretel anlocken konnte.

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Aber auch der Backofen ist da.

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Auch den Froschkönig habe ich angetroffen. Er scheint sich ein wenig ausruhen zu müssen und betrachtet zur Abwechslung mal die Welt von oben.

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Bei einem abendlichen Spaziergang lief uns sogar Hans im Glück über den Weg.

1200px-Hans im Glück

Ob dies der Wetzstein ist, für den er dem Scherenschleifer die Gans gab?

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Auch Rapunzels Turm haben wir entdeckt. Doch anscheinend war sie nicht mehr da, sonst hätten wir doch sicherlich ihren langen Zopf gesehen. Wahrscheinlich hatte der Prinz sie schon errettet.

1200px-Rapunzel

Seht her, hier lagert das Stroh, das die arme Müllerstochter für das Rumpelstilzchen zu Gold spinnen sollte.

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Und das ist wohl eine der Fliegen aus dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein„. Sie scheint dem Schneider jedoch entkommen zu sein, während er sieben andere Fliegen mit einem Tuch durch einen einzigen Schlag getötet hat. Und ein Brotkrumen liegt auch noch da.

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Ohje, der böse Wolf verfolgt das arme Rotkäppchen, das der kranken Großmutter Kuchen und Wein bringen will.

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Oder verfolgt er eines der sieben Geißlein, um es zu fressen? So lesen wir es nämlich in dem Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein„.

1200px-Sieben Geißlein

Hier scheint das Obst zu lagern, von dem sich die böse Stiefmutter einen Apfel ausgesucht hat, um das Schneewittchen zu vergiften.

1200px-Schneewittchen

Und hier sieht man einen Teil der Dornenhecke aus dem Märchen „Dornröschen„.

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Ich hoffe Euch hat mein kleiner Spaziergang durch meine ganz persönliche Märchenwelt gefallen.

Lasst es Euch gutgehen und kommt recht bald wieder bei mir vorbei.

 

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Zwischen Kampf und Unterhaltung

Unsere Welt wird mehr und mehr von Automaten beherrscht. Überall stehen sie rum und warten darauf von uns bedient zu werden. Meist funktionieren sie auf Knopfdruck, aber manchmal auch nicht. Dann wehren sie sich irgendwie gegen unsere Behandlung. Vielleicht haben wir die falschen Knöpfe gedrückt, zu leicht, zu fest oder zu lange gedrückt oder die Automaten sind in die Jahre gekommen und reagieren einfach nicht mehr. Möglicherweise führen sie auch eine Art Eigenleben.
Ich denke gerade so vor mich hin: „Früher als Kind war unser erster Kontakt mit der Welt der heimtückischen Automaten, derjenige mit den Kaugummiautomaten. Zehner rein, gedreht und schon kullerte der Kaugummi heraus, Klappe auf, Kaugummi raus, in den Mund gesteckt und losgekaut.“ Vor meinem inneren Auge sehe ich mich mit meinen Freundinnen vor einem solchen Kaugummiautomat stehen.
„So einfach war das damals“, überlege ich weiter. „Der nächste Kontakt war dann mit den Briefmarkenautomaten, was sich eigentlich auch ganz einfach gestaltete.“
Ich erinnere mich, dass man hierbei eine Kurbel drehen musste.
„Dann waren da noch die Zigarettenautomaten, die ebenfalls einfach zu bedienen waren“, wandere ich in Gedanken weiter.
Selbst ich als Nichtraucher weiß, dass man das Geld in den Schlitz warf und dann die betreffende Schublade aufziehen musste und schon war die Zigarettenpackung greifbar. Heutzutage weiß ich allerdings nicht mehr, wie diese Automaten überhaupt funktionieren. Ich rauche nicht und habe mich deshalb auch nie mit einem solchen Automat, der jetzt den Personalausweis verlangt, auseinander gesetzt.
Inzwischen bin ich total in Gedanken versunken und stelle so für mich fest, dass ich immer öfter Gespräche oder Kämpfe mit diversen Automaten ausführe.
„Ja“, wandern meine Gedanken weiter, „ich unterhalte mich beispielsweise immer mit dem Ticketautomat am Bahnhof. Beim ersten Mal hat sich dieses Gespräch noch etwas schwierig gestaltet und ich musste ihm alles immer mehrmals sagen, bevor wir unser Gespräch mit dem entsprechenden Erfolg beenden konnten. Inzwischen funktioniert es manchmal auch wortlos. Keine Ahnung, an wem dies nun liegt. Vielleicht hat sich der Automat an mich oder ich mich an ihn gewöhnt. Aber wir kommen miteinander klar.“
Bei diesen Überlegungen muss ich in mich hinein lächeln, anscheinend aber auch nach außen für jedermann sichtbar, denn mein Mann fragt mich plötzlich:
„Was gibt es hier zu grinsen?“
„Ach, eigentlich nichts. Das erzähle ich dir später, aber jetzt muss ich noch schnell in den Supermarkt Getränke holen!“
„Prima, ich komme mit, denn ich will eben noch mal schnell in den Baummarkt.“
Jetzt stelle ich noch Körbe und Taschen mit meinem Leergut in den Kofferraum und schon kann unsere Einkaufstour beginnen.
„Lass mal!“, sagt Peter als wir am Parkplatz vor dem offenen Kofferraum stehen, „das mache ich schon!“
Ich greife mir die Taschen mit den leeren Plastikflaschen und ihm überlasse ich die schweren Glasflaschen. Irgendwie merke ich schon, dass sich seine Schritte beschleunigen, je näher wir den beiden Leergutautomaten kommen. Ich glaube es macht ihm Spaß, die Flaschen in den Automat zu schieben. Nun gut, er macht es ja auch selten, also lasse ich ihm die Freude. Aber eigentlich will ich auch! Absolut kindisch ist das, ich weiß es. Wahrscheinlich ist das noch so ein Relikt aus der Sandkastenzeit, als jeder das Schippchen des anderen haben wollte.
„Mit Sicherheit weiß Peter nicht, dass man diesen Automat mit Vorsicht genießen und diverse Überredungskünste beherrschen muss, damit dieser das Geforderte tut“, überlege ich noch.
Da stehen wir auch schon vor ihm und stecken die Flaschen abwechselnd in die Öffnung. Das klappt aber nur bei den ersten drei Flaschen, dann weigert sich der Automat schon.
„Also auf in den Kampf!“, denke ich mir und sage dann zu meinem Peter:
„Lass mich mal!“ Du machst das nicht richtig. Der Automat ist dein Tempo nicht gewohnt, du machst das viel zu schnell.“
„Ach Quatsch!“, meint mein Göttergatte. „So ein Automat muss das können, immerhin ist er dafür konstruiert.“
„Trotzdem ist er wohl anderer Meinung. Warum sonst schiebt er immer wieder die Flasche zurück?!“
Ich entnehme also die Flasche, um sie ganz vorsichtig und langsam wieder hinein zu legen. Ich warte ab, bis sie fast verschwunden ist und erst dann schiebe ich die nächste langsam nach.
„Siehst du! Klappt doch!“
Denkste! Schon verweigert er wieder den Gehorsam.
„Was ist denn jetzt schon wieder los?“, richte ich meine Frage an den Flaschenautomat.
„Hier steht es doch!“, sagt Peter und deutet mit dem Finger auf das Display. „Die Flasche gehört nicht in das Sortiment des Marktes“, liest er vor. „Wer weiß, wo du die gekauft hast?!“
„Ach so ein Blödsinn“, erkläre ich. „Die habe ich hier gekauft.“ Und zum Automaten gerichtet, füge ich hinzu: „Also nimm sie gefälligst auch wieder zurück!“
Ganz vorsichtig schiebe ich die Bierflasche wieder in die Öffnung. Trotzdem erzählt er mir wieder dasselbe.
„Aha“, kommt mir eine Idee. „Du willst also, dass ich diese Bügelflasche zumache. Okay, aber jetzt nimmst du sie!“
Ja genau! Das funktioniert. Also machen wir jetzt alle Flaschen mit Bügelverschluss erst einmal zu und dann legt mein Mann siegessicher die nächste Flasche rein.
„Die Flasche gehört nicht in das Sortiment des Marktes“, wiederholt der Automat.
„Was willst du denn noch von mir?“, frage ich ihn. „Der Flaschenboden war zuerst drin, der Bügelverschluss ist zu. Was also magst du jetzt nicht?“
Ich überlege kurz, dann erkläre ich meinem Mann: „Wirf erst einmal eine ganz andere Flasche ein und dann wieder eine von den Bierflaschen!“
„Und was soll das bringen? Glaubst du etwa, dass er sich ablenken lässt?“
Trotzdem befolgt mein Mann meine Anweisungen. Und was passiert? Mit diesem Trick funktioniert es plötzlich.
„Du kennst dich wirklich aus!“, sagt Peter jetzt anerkennend zu mir und steckt die nächste Wasserflasche in die runde Öffnung.
Wer glaubt, dass der Automat nun ergeben zu unseren Diensten ist, der täuscht sich gewaltig. Jetzt erklärt er uns nämlich, dass wir uns doch bitte an das Verkaufspersonal wenden sollen, denn der Auffangbehälter sei voll.
„Komm, wir gehen zu dem anderen Automat“, sage ich und deute auf das zweite Exemplar gleich nebenan.
Wir haben Glück, denn niemand steht davor, so dass wir sofort wechseln können. Das geht dann auch bei den ersten vier Flaschen recht flott, doch dann mokiert sich der Herr Automat darüber, dass die Flasche deformiert sei.
„Jetzt hab dich mal nicht so“, versuche ich ihn einzuschüchtern. Vorsichtshalber drehe ich jedoch die Flasche so, dass der Scanner die deformierte Seite nicht erkennt. Ich habe Glück und der Automat ist mit diesem Trick einverstanden. Seltsamerweise akzeptiert er auch die nächsten fünf Flaschen ohne Probleme. Doch dann ist er schon wieder der Meinung, dass das Objekt in seiner Öffnung nicht aus dem Sortiment des Marktes stammt. Allerdings ist er schon befriedigt, als Peter den Scancode nach oben dreht.
Völlig eingeschüchtert beseitigen wir die Deformierung der nächsten Plastikflasche, bevor wir sie mit angehaltenem Atem in die Öffnung schieben.
„Uff!“, atme ich erleichtert auf. „Das wäre wieder einmal geschafft!“
Als wir uns umdrehen, erkennen wir, dass sich hinter uns eine Schlange gebildet hat, die fast bis zum Ausgang des Marktes reicht. Außerdem blicken wir auch noch geradewegs in ein uns bekanntes Augenpaar.
„Seid ihr verantwortlich für diese Schlange?“, fragt uns eine Frau aus dem Nachbarhaus in unserer Straße.
Schnell schütteln wir den Kopf und lächeln total unschuldig. Im Grunde genommen sind wir das ja auch nicht, denn immerhin war es der Automat, der alles so verkompliziert hat.
Aber ehrlich gesagt, hat es auch Spaß gemacht, denn: Wer außer uns führt schon eine solch interessante und anregende Unterhaltung mit einem Getränkeautomat?

 

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„Deutsche Sprache,-schwere Sprache“

Herzlichen Glückwunsch!

Ich hab‘ da eine kleine Macke

Ach, du lieber Schwan!

Am Faschingssonntag klingelt unser Telefon. Es ist ein befreundetes Paar am Apparat. Gut es  kann immer nur einer telefonieren, es sei denn man schaltet auf Lautsprecher. Mein Mann Peter nimmt das Gespräch entgegen  und meldete sich korrekt mit Vor- und Nachnamen. Niemals tut er dies nur mit einem fragenden „Hallo?!“, wie es anscheinend immer häufiger üblich wird, jedenfalls in unserer Gegend.

„Hallo Peter! Hier ist Peter!“, klingt es aus dem Apparat zurück und man kann das Schmunzeln des Gesprächspartners förmlich bildlich vor sich sehen.  Das ist jetzt kein Faschingsscherz. Der Name meines Mannes ist zugegebenermaßen auch nicht gerade sehr einfallsreich, denn in den 50/60er Jahren war er wohl sehr beliebt. Allein in unserem Bekanntenkreis gibt es mit meinem Mann mindestens 8 Peter, hin und wieder auch kombiniert als Doppelnamen. Nur gut, dass wir die Stimmen unterscheiden können. So auch in diesem Moment. Auch an der Reaktion meines Mannes erkenne ich sofort, welcher Peter nun am anderen Ende der Leitung ist. Zu diesem Peter gehört auch noch eine Conny und mit Beiden verbindet uns das Band der Freundschaft.
Mir schwant in diesem Augenblick allerdings etwas. „Das doppelte Peterchen“, wie man die Beiden auch nennen könnte, teilen sich eine gemeinsame Leidenschaft. Sie sind beide mehr als nur interessiert an Autos und Motoren. Heute ist in unserer Stadt Faschingsumzug und… Ja, dieses „und“ ist es, worauf ich nun überhaupt keine Lust habe. Da höre ich auch schon das Wort, das mein Peter laut und deutlich ausspricht: „Oldtimerteilemarkt“.
Ich puste die in mir angestaute Luft übertrieben laut aus meinem Mund hinaus. Das sollte doch jetzt wohl Zeichen genug sein, dass ich überhaupt keine Ambitionen habe meinen Nachmittag zwischen Stoßstangen, Schrauben, Muttern, Benzinuhren, Blinkern, Getriebe- und Motorteilen  zu verbringen.
„Ich glaube Astrid hat nicht so richtig Lust dazu. – Ich eigentlich schon!“, erklärt mein Peter dem anderen Peter.
„Ich habe auch keine Lust!“, höre ich eine weibliche Stimme aus dem Hörer rufen und die männliche Stimme kommentiert dies mit einem besänftigenden Satz: „Conny anscheinend auch nicht, aber die beiden Frauen brauchen ja auch nicht mitzukommen.“
„Das wird ja immer besser“, denke ich mir und erkläre meinem Peter: „Gib mir mal den Hörer und am besten gleich die Conny!“
„Du, ich will da nicht hin und zum Faschingsumzug eigentlich auch nicht!“, erklärt sie mir sofort und ich pflichte ihr bei.
„Geht mir auch so, aber abschieben lassen wir uns auch nicht. Was hältst du von der Idee…“
Ja und so ist sie geboren, die Idee vom gemeinsamen Spaziergang durch den Branitzer Park, während unsere Männer sich nebenan auf dem Oldtimerteilemarkt verlustieren können.

Wir treffen dort in dem Park noch zwei Bekannte.

Vielleicht noch zwei Peter?

Nicht ganz, denn eigentlich nennen wir sie hier in Cottbus

Hermann und Lucie.

1200px-Hermann und Lucie

Sie sind nach Fürst Hermann von Pückler und seiner Frau Lucie benannt.  Doch in ihrem offiziellen Namen findet man auch den Peter.

Es sind nämlich Trompeterschwäne und gehören zum benachbarten Tierpark. Sie haben im Branitzer Park auf dem Schlossteich ein geeignetes Revier gefunden und werden nur bei extremen Frost in den geschützten Tierpark geholt, da sie eigentlich nicht kälteempfindlich sind.

„Wer von den Beiden ist jetzt wer?“, frage ich, aber keiner von uns weiß hierauf eine Antwort. Stattdessen bewundern wir, wie der Trompeterschwan auf einem Bein balanciert und bei seiner ausgiebigen Putzaktion absolute Verrenkungen anstellt ohne umzukippen.

1200px-Verrenkungen

„Hast du das eben gesehen? Das war echt toll!“, ruft Conny begeistert aus. Leider habe ich den anderen Schwan gerade versucht zu fotografieren und habe in die entgegengesetzte Richtung geschaut. „Er hat mit den Flügeln geschlagen!“, erzählt sie mir.

„Schade, das hätte ich gerne gesehen, denn ich weiß, dass  seine Flügelspannweite bis zu 2,10m sein kann. Vielleicht macht er es ja noch einmal!“

Aber da werde ich enttäuscht, es war nur eine einmalige Darbietung und er macht es nicht mehr.   Dafür kommt er jetzt unaufhaltsam mit seinen breitbeinigen Schritten auf uns zu.

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Schritt für Schritt „torkelt“ er auf uns zu. „Schau dir mal seine Füße an. Die sehen genauso aus wie die Taucherflossen von meinem Peter“, meine ich und habe auch schon ein Foto gemacht.

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„Kein Wunder, dass der so einen tollpatischigen Gang hat, damit kann man ja auch nur über seine eigenen Füße stolpern“, denke ich noch, da ist er auch schon direkt vor uns und fixiert uns mit seinem Blick.

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„Lass uns die Treppe zur Schlossterrasse hochgehen“, schlägt Conny vor. „Da kommt er nicht nach!“

Gesagt, getan. Denn immerhin können sie sehr angriffslustig werden und das wollen wir ja nicht riskieren. Tatsächlich verliert er auch sogleich das Interesse an uns und widmet sich dem Gras. Er scheint hungrig zu sein, denn er zupft einen Grashalm nach dem anderen heraus und verspeist ihn.

1200px-fressen

Da packt uns auch irgendwie der Hunger und uns fallen die beiden Peter wieder ein, die wir auch sogleich abholen,  um gemeinsam bei uns Kaffee zu trinken. Selbstverständlich gibt es dazu Kuchen und ein bisschen Sahne muss auch noch sein.

„Mir fällt gerade ein“, beginne ich zu erzählen, „dass in meiner Kindheit eines Tages zwei Schwäne vor unserem Hauseingang saßen.“

Ach, du lieber Schwan! Und was habt ihr gemacht?“, werde ich gefragt.

„Ich kann mich nur noch erinnern, dass wir die Stadtverwaltung angerufen haben. Dort meinten sie die Schwäne seien aus dem Alteburgpark bei uns in der Stadt entflohen und sie würden jemand vorbei schicken. Tatsächlich kamen auch zwei Männer mit einem Transporter. Sie haben die beiden Flüchtigen eingefangen. Ich glaube mich zu erinnern, dass sie die Schwäne in Säcke gesteckt und auf den Transporter verladen haben, um sie dann wieder in den Park zu bringen. Auf jeden Fall fand diese Aktion für alle Beteiligten ein glückliches Ende“, erzähle ich.

Aber jetzt sollen die beiden Peter von ihren Erlebnissen auf dem Oldtimerteilemarkt berichten. Stolz wie ein Schwan zeigen sie ihre Schätze, die sie dort erworben haben. Zum Glück sind es nur Kleinigkeiten, aber irgendwie grinst mein Peter so breit. Schon zücken sie ihre Handys und berichten, welche tollen Schnäppchen sie hätten dort erstehen können: Einen alten Golf Cabrio und einen Framo LKW.

Ach, du lieber Schwan!„, ist alles, was Conny und ich darauf antworten können. Und damit hat sich jeglicher weiterer Kommentar erübrigt.

Am Abend fällt mir dann noch ein, dass wir bei unserem Stockholmbesuch auch Schwäne gesehen haben. Sofort suche ich in meinem Fotoarchiv und werde auch fündig. Sogar eine ganze Schwanenfamilie habe ich damals fotografiert.

1200px-Schwanenfamilie

Die kleinen Schwanenkinder machen  einen Ausflug mit Mama und Papa.  Die jungen Schwäne bleiben ungefähr ein Jahr lang mit den älteren Schwänen zusammen. Richtig niedlich sind die Kleinen. Sie haben noch Flaum.

„Einjährige Schwäne haben zum Teil noch ein weißgraues Gefieder, wobei das Weiß im Gefieder überwiegt. Mit jeder Mauser verlieren die jungen Schwäne die flauschigen grauen Federn aus ihrem Gefieder. Die grauen Federn werden dann durch kräftige weiße Federn ersetzt. Solange junge Schwäne noch über graue Federn verfügen, werden diese von Altvögeln bewacht und geschützt.“*

Papa und Mama passen gut auf sie auf und nehmen sie in ihre Mitte, damit auch kein einziges kleines Schwänlein verloren geht.

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Wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass die Schwäne, die ich in Schweden fotografiert habe anders aussehen, als diejenigen, die ich im Branitzer Park angetroffen habe.  Hermann und  Lucie haben einen schwarzen Schnabel und sind Trompeterschwäne.  Aber diese Schwanenfamilie hier gehört zu den Höckerschwänen.

„Die heimischen Schwäne sind Höckerschwäne (Cygnus olor) aus der Familie der Enten. Ausgewachsene Höckerschwäne sind weiß gefärbt und haben einen gelblich-orangene(n) Schnabel mit einem kräftigen schwarzen Höcker am Nasenansatz. Schwäne sind Schwimmvögel und können nicht tauchen. Der lange wendige Hals ermöglicht den Schwänen den Wasserboden im Uferbereich nach Futter abzusuchen.“**

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Man kann ganz deutlich den schwarzen Höcker oberhalb des Schnabels erkennen.

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Ich glaube, den Schwänen macht der Ausflug ebenso viel Spaß wie mir das Beobachten und unser gemeinsamer Nachmittag mit unseren Freunden.

Mich würde es nicht wundern, wenn mindestens ein Peter zu dieser Schwanenfamilie gehören würde. Wenn nicht, dann taufe ich jetzt ganz einfach den rechten großen Schwan auf den Namen Peter.

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Außerdem schwant mir da noch was: Sieht das Schwanenkind ganz links außen nicht auch aus wie ein Peter?

Ach, du lieber Schwan, die Welt ist voller Peter!!!

 

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Ein Hauch von Winter (Branitzer Park)

Spaziergang durch den Branitzer Park

 

 

Zitat* und ** aus: http://www.killikus.de/schwaene-schwan/ (Stand: 11.2.2016)

 

 

Igitt! Muss das sein?

Im Vorgarten der Villa, in der auch Professor Konfusi mit seiner Frau wohnt, steht ein Vogelhäuschen. Oma Schmidt aus dem Erdgeschoss schüttet gerade eine Handvoll Sonnenblumenkerne hinein und befestigt einen neuen Meisenknödel.
„So“, sagt sie zufrieden. „Jetzt können sie alle wieder kommen. Es ist genügend für alle Vögelchen da!“
Sie wirft einen Blick nach oben zu den Fenstern im dritten Stock. Dort oben hämmert und rumort es schon seit Wochen. Die Handwerker bauen die Dachgeschosswohnung aus und um. Aber in ein paar Tagen sind sie endlich fertig. Und neue Mieter gibt es auch schon. Ein junges und unverheiratetes Pärchen soll angeblich einziehen.
„Naja, so etwas gab es früher bei uns nicht. Aber die Zeiten haben sich geändert und manches ist einfach anders als früher“, denkt die alte Dame.
Oma Schmidt schlurft über den Hof. Alles geht nicht mehr so schnell wie früher und die Beine, besser gesagt die Knie tun ihr bei jedem Schritt weh. Deshalb hebt sie die Füße auch nicht mehr so richtig.
Schon als sie wieder das Treppenhaus betritt, merkt sie, dass irgendetwas an ihrer Schuhsohle klebt. „Igitt!“, denkt sie und versucht es am Fußabstreicher abzustreifen, aber es gelingt ihr nicht. Nachsehen kann sie auch nicht, denn dafür muss sie sich hinsetzen und die Schuhe erst ausziehen.
Als sie dann in ihrem Wohnungsflur auf dem Stuhl sitzt, den sie extra dort stehen hat, um die Schuhe an- und ausziehen zu können, entdeckt sie die eklige Angelegenheit an ihrer Schuhsohle. Nein, dieses Zeug, in das sie jetzt schon zum dritten Mal innerhalb einer Woche getreten ist, stinkt nicht. Aber es zieht sich in die Länge und klebt dermaßen fest, dass es eine Kunst ist, es von der Schuhsohle wieder zu entfernen.
„Ach“, sagt Frau Konfusi, die gerade für Oma Schmidt einen kleinen Topf mit dampfender Erbsensuppe bringt. „Das ist mir letzte Woche auch zweimal passiert. Die Dinger liegen hier in unserem Hof und auf dem Bürgersteig direkt vor unserem Haus anscheinend massenhaft herum.“
„Ihr Mann, der Herr Professor, sollte unbedingt mal mit Marco sprechen“, fordert Oma Schmidt. „Ich habe den Jungen in Verdacht, dass er überall seine Kaugummis einfach nur in die Gegend spuckt. Und Unsereins sieht nicht mehr so gut und tritt dann hinein. Das muss man den Kindern unbedingt erklären, dass das so nicht geht. Das ist einfach nur ekelig und muss wahrhaftig nicht sein. Früher gab es das nicht.“
Frau Konfusi verspricht Oma Schmidt, dass sie ihrem Mann diese Bitte ausrichtet. 
„Mein Mann versteht sich prima mit dem Jungen und er hält große Stücke auf ihn. Er betont immer wieder, dass Marco ein feiner Kerl ist, der genau weiß, was sich gehört. Deshalb kann ich mir gar nicht vorstellen, dass der Junge so rücksichtslos ist und seine Kaugummis einfach auf den Weg spuckt. Aber ich werde es meinem Mann ausrichten, dass Sie diesen Verdacht hegen.“
„Irgendwie müssen die Dinger ja wohl bei uns auf den Weg kommen, vom Himmel fallen sie ja nicht“, sagt Oma Schmidt leicht verärgert. Doch dann löffelt sie ihre Suppe und hat das leidige Thema auch sogleich vergessen.
Der Zufall will es, dass Marco schon am nächsten Tag an der Wohnungstür von Professor Konfusi und dessen Frau klingelt.
„Herr Professor“, beginnt er etwas schüchtern. „Wir haben da in der Schule ein so komisches Aufsatzthema bekommen, mit dem ich nichts anfangen kann. Vielleicht könnten sie mir da einen Tipp geben.“
„Ich bin zwar nicht Allwissend, aber vielleicht kann ich dir doch ein bisschen helfen. Aber erzählen musst du mir schon, worum es eigentlich geht und wie dein Aufsatzthema heißt“, ermuntert der ältere Mann den Jungen.
„Unsere Lehrerin hat nur ein einziges Wort an die Tafel geschrieben und wir sollen was aus dem täglichen Leben dazu schreiben.“
„Und wie lautet dieses Wort? Ich bin schließlich kein Gedankenleser“, zieht Professor dem Jungen sozusagen die Würmer aus der Nase.
Ärgernis!“, sagt Marco und zuckt mit den Schultern. „Da fällt mir nur ein, dass ich mich jeden Morgen ärgere, dass ich so früh aufstehen muss, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Aber das will mein Banknachbar schon schreiben. Tina schreibt, dass sie sich ärgert, weil sie nicht so lange fernsehen darf und Tom erzählt von einem total verregneten Urlaub. Mir fällt aber rein gar nichts ein“, sprudelt es jetzt aus Marco heraus.
„Na, das ist ja wohl auch schon ein Ärgernis!“, lacht Professor Konfusi. „Wenn auch ein ziemlich langweiliges.“
„Sehen Sie“, bestätigt Marco, „mir fallen nur solche langweiligen Kinkerlitzchen ein. Aber wenn ich eine gute Note haben will, dann muss es schon etwas Besonderes sein. Immerhin war mein letzter Aufsatz nicht so berühmt. Ich brauche also was zum Ausgleich.“
Marco sieht den Professor flehend an. Dieser kratzt sich nachdenklich am Kopf und fragt den Jungen:
„Sag mal Marco, möchtest du einen Kaugummi?“
„Wieso?“, antwortet Marco völlig verdutzt mit einer Gegenfrage und fügt dann kopfschüttelnd hinzu: „Ich trage doch eine Zahnspange und da hängt sich Kaugummi immer so rein und das ist total ärgerlich. Deshalb darf ich überhaupt keinen Kaugummi kauen.“
„Siehst du, das wäre doch schon was“, meint Professor Konfusi, erntet aber von Marco nur ein einsilbiges
„Mmmh?!“
„Zugegeben, das ist auch noch nicht der Hit, aber ich habe da neulich was gelesen. Wo ist denn nur der Artikel. Irgendwo in einer Zeitung von meiner Frau stand das doch“, murmelt der Professor gedankenverloren vor sich hin und sucht im Zeitungsständer. „Wo hast du nur die Illustrierte von letzter Woche hingelegt?“, fragt er seine Frau, die gerade das Wohnzimmer betritt.
„Ach“, antwortet Frau Konfusi, „die liegt auf dem Tischchen neben dem Fernsehsessel. Ich habe vorhin erst das Kreuzworträtsel darin gelöst.“
„So, hier ist der Artikel!“
Professor Konfusi reicht dem Jungen die aufgeschlagene Zeitung und meint nur:
„In Großbritannien bezahlt jeder, der einen Kaugummi auf die Straße spuckt und dabei erwischt wird, umgerechnet 110 Euro Strafe. Lies mal, was hier in dem rot umrandeten Kasten steht! Wenn das kein Ärgernis ist!“
Marco greift nach der Illustrierten und liest laut vor:

„Kaugummi-Beseitigung kostet deutsche Kommunen jährlich 900 Millionen Euro.

Ein einziges Kaugummi zu entfernen dauert zwei Minuten.

Auf einem Quadratmeter Fußweg kleben im Schnitt 80 ausgespuckte Kaugummis.“*

„Wahnsinn!“, schiebt Marco total überrascht hinterher.
„Ja, ja!“, meint Frau Konfusi. „Und Oma Schmidt ist diese Woche in unserem Hof dreimal in so ein klebriges Ding getreten. Sie ist total verärgert.“
„Ich auch!“, bestätigt Marco. „Das ist übrigens der Handwerkslehrling aus dem dritten Stock, der spuckt die ausgekauten Dinger überall rum. Total eklig ist das! Und obendrein ärgerlich, wenn man reintritt!“
„Womit auch dieses Rätsel gelöst und Marco rehabilitiert wäre“, sagt Professor Konfusi lächelnd. Doch Marco hört dies schon gar nicht mehr. Er ist bereits an der Wohnungstür und ruft Herrn und Frau Konfusi nur noch ein
„Dankeschön für den prima Tipp!“ zu. Dann fällt auch schon die Wohnungstür ins Schloss.

 

 

*Zitat aus: Winnie Beckmann und Lena Köster, „Kaugummis gehören in den Müll, nicht auf die Straße“,  in: Bild der Frau, Nr. 47/2015 S. 82

Kennt Ihr mich noch? (Zoo 3)

Ich denke, Ihr habt alle erraten wer bei meinem Zoorundgang in Bangkok gefehlt hat. Erinnert Ihr Euch noch an Fräulein Langhals, beziehungsweise an Lizzy Langhals. Natürlich habe ich sie bei unserem Besuch im Dusit Zoo gesucht und auch gefunden. Ich habe mich gefreut, sie wiederzusehen und habe einige Fotos von ihr mitgebracht.

Viele Dinge hat sie uns damals schon berichtet, aber sie hat heute auch noch etliche weitere Informationen für uns. Doch jetzt lasse ich sie selbst einfach wieder erzählen:

Hallo! Schön, dass Ihr da seid!

1200px-Lizzy1

Ich habe Euch schon lange entdeckt, denn ich kann nicht nur über Vieles hinweg blicken, sondern ich kann auch noch bis 1,5 Kilometer in die Ferne schauen. Das ist in der Savanne nämlich ganz wichtig, um Feinde frühzeitig zu erkennen. Außerdem können wir Giraffen auch einige Farben sehen. Wir können nämlich „rot, orange, gelb-grün, grün, blau und violett unterscheiden.“*

Naja, meine Augen sind ja auch ziemlich groß, fast so groß wie Tennisbälle. Das hättet Ihr nicht gedacht, oder? Und schaut Euch mal meine tollen langen schwarzen Wimpern an. Da werdet Ihr sicherlich gleich ganz neidisch!

1200px-Wimpern

Bestimmt habt Ihr auch schon entdeckt, dass ich nicht alleine in meinem Tiergehege wohne. Ich habe noch einen männlichen Artgenossen bei mir.

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Wir sind beide seit dem 3. November 2003 hier im Dusit Zoo. Vorher waren wir im Korst Zoo (Thailand). Bevor ich Euch verrate, wie alt ich bin, möchte ich Euch erst meinen richtigen Namen sagen. Er lautet: Ta-whan. Ihr dürft mich natürlich gerne weiter Lizzy nennen, denn in Thailand hat jeder auch einen Spitznamen. Den Namen meines Gefährten könnt Ihr auf der Tafel vor unserem Gehege lesen. In ein paar Wochen bin ich genau 14 Jahre alt, denn ich bin am 1. 4. 2002 geboren, während mein männlicher Gefährte fast ein halbes Jahr älter ist (28.10.2001).

1200px-Schild

Um uns kümmern sich 2 Zoowärter, die ganz lieb und freundlich zu uns sind und immer dafür sorgen, dass wir nicht nur ausreichend Nahrung und Wasser bekommen, sondern auch ganz oft unsere Lieblingsspeise (Akazienblätter).

Dass meine Zunge ziemlich lang ist (ca. 50 cm), habe ich Euch ja schon erzählt. Aber wisst Ihr auch, dass ich  32 Zähne habe? Das ist ganz nützlich, um die Blätter und Pflanzen zu zermahlen, die wir täglich fressen. Ich habe hierbei noch einen ganz besonderen Trick. Schaut mal her!

1200px-Nahrungsaufnahme

Ich schiebe meinen Unterkiefer ganz weit nach rechts und links und schon zermahle ich so mit Hilfe der Zähne die Nahrung.

Außerdem bin ich ein Wiederkäuer. Somit bin ich eigentlich jeden Tag 3 bis 6 Stunden am Wiederkäuen. Und wie Ihr seht, sind wir ganz friedliche Tiere, die auch das Teilen gelernt haben.

1200px-Fressen

Aber eigentlich kommen wir beim Fressen in der Savanne auch nicht in Konkurrenz miteinander. Denn „Bullen und Kühe zeigen unterschiedliche Fressgewohnheiten. Bullen neigen ihren Kopf nach oben und Giraffenkühe fressen mit gesenktem Kopf. Dadurch konkurrieren sie nicht um die selbe Nahrung.“**

Meine beiden behaarten Höcker sind auch richtig chic. Bei meinen männlichen Artgenossen können sie bis zu 25 Zentimeter lang sein. Immerhin sind wir Giraffen ganz entfernt mit den Hirschen verwandt.

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Schaut mal her, wie groß ich bin! Seht ihr die Markierung an diesem Pfahl? Ich habe mich noch nicht einmal richtig aufrecht gestellt und überrage mit meinen beiden Hörnern schon die 4 Metermarke.

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Mein Gefährte ist noch viel größer. Auf den beiden nächsten Fotos könnt Ihr den Größenunterschied noch besser erkennen.

1200px-Größenunterschied

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Ich wirke neben ihm fast wie eine Babygiraffe, oder?

Mein Fell trägt eine ganz individuelle Musterung. Keine andere Giraffe hat dieselbe Fellzeichnung. Sie ist bei uns Giraffen so etwas wie bei den Menschen der Fingerabdruck. Und sie verändert sich das ganze Leben lang nicht, nur die Farbe des Fells wird ein wenig dunkler mit dem Alter.

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Auch bei den verschiedenen Giraffenarten unterscheidet sich die Fellzeichnung.

Aber ich will Euch noch etwas anderes zeigen. Kommt einfach mal mit! Vielleicht könnt ihr sehen, dass ich neben meinem Giraffengefährten noch andere Mitbewohner in meinem Gehege habe.

1200px-Mitbewohner

Die beiden Zebras und auch ein Strauß, der sich leider versteckt hat, wohnen noch hier in unserem Giraffengehege. Sie sind nämlich auch in der Savanne keine Feinde. „Die natürlichen Feinde der Giraffe, vor allen Dingen der Kälber, sind Löwen, Leoparden, Hyänen, Giftschlangen und Wildhunde.“*** Alte, kleine und kranke Giraffen sind besonders gefährdet. Aber es sollte auch erwähnt werden, dass ein ausgewachsener und kräftiger Giraffenbulle durch einen Tritt mit seinem Huf auch schon mal einen Löwen töten kann.

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Bevor ich mich dann von Euch verabschiede, zeige ich mich Euch noch einmal von hinten. Seht Ihr die Quaste an meinem Schwanz? Sie besteht aus einem schwarzen gleichlangen Haarbüschel.

Ich könnte Euch noch soviel erzählen.  Aber ich sage Euch jetzt „Auf Wiedersehen!

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„Bis zum nächsten Mal!“

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Tschüss!

 

Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:

Fräulein Langhals

Hereinspaziert

Herzlich willkommen!

Im Land der Affen

 

Zitate (*/**/***) aus: http://www.palkan.de/natur-giraffe.htm

vgl. und weitere Informationen: http://www.palkan.de/natur-giraffe.htm

„Herzlich willkommen!“ (Zootiere 2)

Ich habe Euch neulich den Dusit Zoo in Bangkok vorgestellt. Allerdings habe ich Euch nur die schöne parkähnliche Anlage gezeigt. Einige von Euch haben mich gefragt, warum kaum Besucher zu sehen sind. Es waren viele Menschen dort unterwegs, aber ich habe immer versucht sie nicht auf den Fotos festzuhalten und den jeweils günstigsten Moment abgepasst. Doch was wäre ein Zoobesuch ohne Tiere?  

Also ziehen wir heute noch einmal gemeinsam los:

Im Dusit Zoo befinden sich hauptsächlich „asiatische und afrikanische Tierarten, es sind aber auch australische Kängurus und amerikanische Bisons zu sehen. Insgesamt sind rund 300 Säugetierarten, ebenso viele Reptilienarten und mehr als 1000 Vogelarten zu sehen.“ * Selbstverständlich kann ich Euch nicht alle Tiere zeigen, aber ich habe hier eine kleine Auswahl zusammengestellt.

Wir beobachten die Tiere und manchmal haben wir den Eindruck, dass auch sie uns Menschen beobachten. So wie dieser Schwarzbär.

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Zwischen seine Pranken und Krallen möchte ich nicht geraten.

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Das sieht aber jetzt hochnäsig aus, lieber Herr Schwarzbär!

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Dieser Geselle ist ziemlich blass um die Nase, …

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hat kleine Knopfaugen …

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… und auch noch schmutzige Füße.

Wachsam und friedlich vereint, genießen Rehe und Hirsche die Sonne.

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Ganz hinten in der Ecke haben wir sogar einen Albino entdeckt. Ob er wegen seiner „Hautfarbe“ ein Außenseiter ist oder warum sitzt er so abseits? Vielleicht wollte er aber auch nur in den Schatten.

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Der Bursche hinter Gittern hat ein  hübsches Affengesicht und sehr wache Augen.

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Hier geht es hoch her! Irgendwie geht hier alles drunter und drüber.

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Und manche wollen auch hoch hinaus.

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Sorry, aber ich habe ganz vergessen die Elefanten zu fotografieren.

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Huch, die sind ja unecht! Hättet Ihr es bemerkt, wenn der Rüssel nicht gebrochen wäre?

Bei dieser Hitze tut ein Mittagsschläfchen richtig gut. Allerdings wäre es mir im Stehen zu unbequem.

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„Was guckst du?“, scheint das Kamel zu fragen.

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Hat der Leopard nicht ein schönes Fell?

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Bei dieser Hitze können auch die Raubkatzen nur faul rumliegen, alles andere wäre viel zu anstrengend.

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Auch wenn dieses Kerlchen aussieht wie ein süßes Schmusekätzchen, ist es ein kleines Raubtier und sicherlich nicht so harmlos wie es tut.

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Dösen im erfrischenden Nass.

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Auch hier wird schön geplatscht.

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Mit wem diese Beiden wohl gerade schimpfen?

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Wow, haben diese Ziegen ein wunderschön glänzendes Fell.

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Aber auch individuell gemustert, sind sie hübsch.

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Auch diese Zebrastreifen sind super chic.

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Für heute beende ich meinen kleinen Rundgang, doch es gibt noch einen dritten Teil zum Dusit Zoo.  Allerdings möchte ich Euch vorher noch ein Rätsel in Form eines Witzes mit auf den Weg geben. Wenn  Ihr es löst, dann wisst Ihr auch was ich Euch im nächsten Teil noch zeigen will:

Wie bekommt man einen Elefanten in den Kühlschrank?

Tür auf, – Elefant hinein, – Tür zu!

Wie bekommt man eine Giraffe in den Kühlschrank?

Tür auf, – Elefant raus, – Giraffe rein, – Tür zu.

In ein paar Tagen wird die Konferenz der Tiere einberufen.

Alle sind versammelt.

Doch ein Tier fehlt.

Welches?

So, jetzt wisst Ihr auch, wen ich Euch beim nächsten Mal zeigen will.

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Hereinspaziert

Tierparkgedanken

Bärenstark

*Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Dusit-Zoo (Stand 28.1.16)

 

 

Hereinspaziert! (1)

Heute möchte ich wieder einmal mit Euch gemeinsam den europäischen Kontinent verlassen. Diejenigen Leser, die schon seit einiger Zeit meinen Blog besuchen, werden ahnen, dass ich Euch jetzt nach Asien entführen möchte und zwar nach Thailand. Es geht wieder einmal nach Bangkok. Hier habe ich mir den Zoo ausgesucht, um mit Euch einen Spaziergang zu machen. 
Der Dusit Zoo in Bangkok trägt diesen Namen, da er im Bezirk Dusit liegt. 1938 wurde laut der Broschüre der zoologischen Parkorganisation von Thailand der, ab diesem Zeitpunkt der Öffentlichkeit zugängliche Dusit Zoo geschaffen. Ursprünglich war dieser ein Teil des privaten botanischen Gartens des Königs Rama V. Aber erst durch Rama VIII wurde dieser königliche Garten dann ein öffentlicher Zoo.

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„Im Februar 1954 wurde der Dusit-Zoo zusammen mit den Anlagen in Chiang Mai, Chonburi, Songkhla and Nakhon Ratchasima in die Zoological Park Organization überführt.“*

Schon beim Betreten stellt man fest, dass sich diese Anlage z.B. von unseren europäischen Zoos unterscheidet. Das liegt zum großen Teil an der Natur und den Tieren. Aber auch andere Begebenheiten tragen zu diesem Unterschied bei.

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So haben wir etwas entdeckt, was doch eher ungewöhnlich für einen Zoo ist.  Auf diesem Gelände befindet sich nämlich auch ein kleines „Luftwaffenmuseum“.

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Diese steinernen Menschenfiguren befinden sich in einem Luftschutzbunker, in welchen man hinein gehen kann. Ich kann nur sagen, dass man dort ein sehr bedrückendes Gefühl bekommt und ich bin froh diese Zeit nicht miterlebt zu haben.

Schon außerhalb erhält man auf einer Vielzahl von Tafeln  Informationen zum Kriegsgeschehen des letzten Jahrhunderts. Während des 2. Weltkrieges forderte das thailändische Verteidigungsministerium dazu auf, an öffentlichen Plätzen zum Schutze der Menschen solche Luftschutzbunker zu erstellen. Somit wurde auch in diesem damals schon öffentlichen Park ein „AIR-RAID SHELTER“ gebaut.

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Doch dies soll jetzt nicht das Thema meines Berichtes sein, sondern ich möchte Euch ja den Zoo insgesamt zeigen.

Ich habe mich entschieden mit Euch zunächst ein bisschen kreuz und quer durch die Natur dieser Anlage zu schlendern. Erst im nächsten Teil werde ich Euch die Tiere zeigen.1200px-Natur2

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Ist das nicht traumhaft? Es wirkt ein bisschen wie im Dschungel.

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Aber auch wie in einem Park.

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Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass so eine Anlage auch gepflegt werden muss. Bei den vorherrschenden Temperaturen und der Schwüle beneide ich die Arbeiter nicht. Schon als Besucher kommt man tüchtig ins Schwitzen.

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Und weil zur Erfrischung Wasser gehört, findet man im Dusit Zoo auch ganz viele Wasserflächen. Laut Wikipedia ist das Gelände ca. 20 ha groß und die Wasserflächen innerhalb dieses Zoologischen Gartens nehmen hiervon ungefähr 25% ein.**

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Ich glaube kaum, dass dieses künstlich angelegte Gewässer sehr tief ist, aber anscheinend gibt es in Thailand doch viele Nichtschwimmer. Sonst würde man doch sicherlich für die Tretbootfahrer keine Schwimmwesten verteilen.

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Bestimmt ist so mancher Besucher froh, wenn er wieder Land unter den Füßen hat.

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Auch dies ist wohl ein ungewöhnliches Bild, – zumindest, wenn sich die Anlage in Europa befinden würde. In Thailand gehören die Mönche in ihren orangefarbenen Gewändern jedoch zum täglichen Leben. Man trifft sie überall. Warum also nicht auch hier im Dusit Zoo?!

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Ich hoffe mein kleiner Streifzug durch die Anlage des Dusit Zoos hat Euch gefallen und Ihr seid auch beim nächsten Teil wieder dabei.

 

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*Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Dusit-Zoo (Stand 28.1.16)

**vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dusit-Zoo (Stand 28.1.16)

So eine Aufregung! (2)

Ich liege also hier in meinem Gefängniskorb und schiele durch die Gitter. Mein Frauchen rennt kreuz und quer durch das Haus. Jetzt steht sie vor mir und zieht ihre Jacke und ihre Schuhe an und ich stelle so meine Überlegungen an.
„Wenn sie ihre Jacke und ihre Schuhe anzieht, dann geht es jetzt nach draußen“, überlege ich mir so. „Spazierengehen scheint allerdings nicht angesagt zu sein, denn sonst würde ich nicht in diesem dummen Korb sitzen.“
Wenn Frauchen einen Spaziergang unternimmt, dann gehe ich auch immer mit. Ich laufe dann ganz einfach hinterher, nur wenn sie die Grenzen meines Reviers überschreitet, dann bleibe ich sitzen und rufe sie. Meistens dreht sie sich dann wieder um und bringt mich nach Hause. Heute allerdings geht sie mit dem Körbchen und seinem wertvollen Inhalt, damit meine ich meine Wenigkeit, direkt zum Auto.
„Oh nein!“, schießt es mir durch den Kopf. „Jetzt ist auch noch Autofahren angesagt. Aber vielleicht überlegt sie es sich ja noch.“
Tut sie nicht. Sie stellt mich auf den Beifahrersitz und schnallt meinen Korb an. Noch bin ich ganz still und harre den Dingen, die da auf mich zukommen.
Frauchen sitzt neben mir und dann höre ich auch schon das Geräusch. Ich spitze meine Ohren.
„Du siehst aus wie eine Eule“, lacht Frauchen. „Das ist nur der Motor, der tut dir nichts.“
„Der vielleicht nicht!“, rufe ich ihr zu. „Aber jetzt steigen wir wieder aus, ja?!“
Nichts da! Frauchen fährt einfach los und ich muss ganz dringend etwas tun, um sie zum Anhalten zu bewegen. Wütend schreien und kratzen hilft nichts, das weiß ich schon. Ich versuche es auf eine andere Tour, nämlich auf die Mitleidstour. Die kommt immer ganz gut an. Also mache ich ganz große Augen und bettele einfach ein bisschen.
„Ist alles gut!“, sagt sie zu mir. „Du brauchst keine Angst zu haben!“
„Ich habe aber Angst. Bitte bleib stehen ich will nach Hause!“, antworte ich ihr, aber sie versteht mich wieder einmal nicht.
Ich jammere lauter und lauter, aber außer ein paar tröstenden Worten ändert sich nichts. Ich kann überhaupt nicht sehen, wo sie entlang fährt und manchmal bleibt sie kurz stehen, um dann gleich wieder weiter zu fahren. Mal fährt sie nach links, mal biegt sie nach rechts ab. Mir ist schon ganz wirr im Kopf.
„Mama!“, rufe ich und strecke meine Pfote durch die Gitterstäbe. Ich will zu ihr.
„Mama, Mama, Mama!“, jammere ich herzerbarmend.
„Ist schon gut! Wir sind gleich da!“, versucht sie mich zu beruhigen und streichelt meine Pfote.
„Bleib doch endlich stehen! Bitte, bitte, bitte!“
Wie laut und wie viel muss ich denn noch jammern, bis sie endlich macht, was ich sage?
„Mama! Mama, bitte!“, jetzt versuche ich es ein bisschen kleinlauter, vielleicht ist das die richtige Tonart.
„Du hörst dich an wie ein kleines Baby, das nach seiner Mama ruft!“, sagt Frauchen lachend.
„Na also, sie versteht mich doch!“, denke ich mir und jammere noch viel intensiver weiter.
„So!“, sagt Frauchen, das Auto hält an und sie steigt aus. Ich verstumme schlagartig.
Frauchen holt mich mitsamt dem Korb aus dem Auto und irgendetwas Seltsames steigt mir sofort in die Nase. Es ist eine Mischung von vielen verschiedenen Gerüchen und je näher wir dem Haus kommen, vor dem das Auto parkt, desto stärker werden diese Gerüche. Ich muss wachsam sein, denn es riecht gefährlich. Ich liege ganz still, kein Laut dringt aus meiner Kehle.
Jetzt betreten wir einen Raum und Frauchen stellt den Korb auf einen Stuhl. Ich halte es fast nicht mehr aus, so intensiv ist der Geruchsmix. Da schiebt sich doch plötzlich eine Hundeschnauze an meinen Korb heran. Mir sträuben sich sofort alle Haare und ich fauche diesen Feind tüchtig an. Hier ist jetzt kein Jammern mehr angesagt, hier muss ich zeigen, dass ich mich wehren kann. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen froh, dass ich hinter den Gitterstäben sitze. Jetzt verschwindet diese Hundeschnauze endlich wieder und gibt mir den Blick frei auf alle diese Wesen, die ihre markanten Düfte aussenden. Dort drüben sitzt ein Pudel, dort ein Kater, hier eine Dogge und da ein Papagei. Und was ist das dort für eine seltsame Maus?
„Ach ist der Hamster aber süß!“, sagt mein Frauchen gerade.
„Zum Fressen süß!“, denke ich mir.
„Wer ist jetzt an der Reihe?“, fragt eine weibliche fremde Stimme nach einer Weile und Frauchen steht auf, schnappt meinen Korb und marschiert der Frau hinterher.
„Interessant hier!“, denke ich mir, da öffnet sie auch schon das Gitter.
Ich rieche neben vielen anderen Gerüchen auch die Freiheit. Leider nur für einen Bruchteil einer Sekunde, denn dann packt mich eine Hand und dreht und wendet mich. Man schaut mein Fell an, schaut mir in den Mund und steckt mir hinten was rein, das ich gar nicht leiden kann.
„Sieht gut aus und die Temperatur ist auch okay!“, höre ich den fachmännischen Bericht.
Im selben Moment pickst mich etwas und gleich darauf befinde ich mich schon wieder im Gefängniskorb. Da ich aber durch die vielen Gerüche so eingeschüchtert bin, fange ich erst gar nicht zu jammern an.
Das tue ich erst wieder, wenn Frauchen mit mir im Auto sitzt und losfährt. Da lasse ich dann den ganzen Katzenjammer raus. Aber tüchtig! Und so schnell fahre ich kein Auto mehr und hierher will ich schon gar nicht mehr.
„Lass mich jetzt endlich aus dem blöden Korb raus!“, schimpfe ich erst einmal mit Frauchen.
Aber als sie wieder mal links und mal rechts fährt und mir schon ganz komisch im Kopf ist, da jammere ich ihr die Ohren erneut voll. Und wie!
„So, armes kleines Lottchen, jetzt hast du es wieder einmal überstanden“, versucht sie mich zu trösten und schaltet den Motor ab. Sie stellt meinen Gefängniskorb auf die Treppe vor unserem Haus und öffnet das Gitter. Zackzack bin ich draußen.
„Jetzt will ich aber eine Belohnung!“, fordere ich Frauchen auf, die mich scheinbar auch verstanden hat, denn sie zaubert Leckerlies hervor.
Ich lasse mich noch ausgiebig von Frauchen streicheln und schmiege mein Köpfchen an sie.
Aber jetzt muss ich mich erst einmal von der ganzen Aufregung erholen. Ich tigere in den Garten und suche mir dort ein schattiges und ruhiges Plätzchen.
„Frauchen ist doch die Beste“, denke ich so und schlafe auch gleich selig ein.

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Ich muss Euch was erzählen! (1)

Ich liege gerade so gemütlich auf meinem Sessel in der Diele. Wohlgemerkt, die Betonung liegt auf „meinem“, denn ich habe ihn markiert und somit gehört er mir. Frauchen hat das wohl auch eingesehen, denn sie hat mir eine super weiche und extrem kuschelige Decke darauf gelegt. Und mal ehrlich: Außer meiner Wenigkeit sitzt hier auch niemand.
Naja, manchmal kommt mein Herrchen und hebt mich hoch, setzt sich hin und nimmt mich zum Kraulen auf seinen Schoß. Okay, das ist ja in Ordnung. Aber nur solange ich es auch will.
Also wie gesagt, ich liege da so rum und träume von einer schönen kleinen Maus. Frauchen geht gerade an mir vorbei in Richtung Kellerersatzbereich. Was sie dort nur will? Vielleicht sollte ich mal nachsehen. Ich strecke und recke mich, springe von meinem Sessel und marschiere hinter ihr her. Nur so aus Interesse, denn neugierig bin ich ja nicht. Sie geht direkt zu ihrem Putzschrank, wahrscheinlich ist heute wieder einmal Aufräumen und Putzen angesagt. Wie langweilig!
Aber Frauchen öffnet den Schrank gar nicht, sondern greift nach oben und will vom Schrank etwas herunter holen.
„Oh nein!“, denke ich noch.
Dann ergreift mich die Panik und ich renne weg, so schnell, wie mich meine vier Pfoten rennen lassen. Dabei nehme ich die Kurve sozusagen mit leicht erhöhter Geschwindigkeit und es schleudert mich regelrecht herum. Aber ich kriege die Kurve noch ohne mich zu überschlagen. Ich blicke nach rechts und links, da habe ich es auch schon gefunden. Das beste Versteck aller Zeiten. Ich krieche unter meinen Sessel, denn hier sieht mich niemand, aber ich kann alle beobachten.
„Lottchen, wo bist du?“, höre ich auch schon Frauchen rufen.
Ich ducke mich noch ein bisschen mehr und schiele vorsichtig unter dem Sessel hervor.
„Ich habe mich also nicht getäuscht. Sie hat dieses blöde Transportkörbchen in der Hand, das sie so toll findet. Na, dann soll sie doch da rein. Ich jedenfalls gehe da nicht rein, basta!“, beschließe ich so für mich und gebe keinen einzigen Laut von mir.
Frauchen läuft jetzt treppauf und treppab und sucht mich im ganzen Haus.
„Ha!“, freue ich mich.
Da rüttelt doch auch schon jemand an meinem Sessel.
„Komm raus, Lottchen! Ich hab dich gesehen!“
„Das glaubst auch nur du! So dumm bin ich nicht!“, denke ich mir und husche nach hinten und unter dem Sessel raus. Sogleich verschwinde ich wieder und zwar unter der untersten Treppenstufe.
„So, hier gehe ich nicht mehr weg und holen kann Frauchen mich hier auch nicht. Gewonnen!“, denke ich siegessicher.
Da geht Frauchen plötzlich zum Angriff über. Ich kann es laut und deutlich hören.
„Lottchen komm! Mmh! Lecker!“
Sie hat eine kleine Schachteln in der Hand und schüttelt sie. Ich kann es genau hören, wie die Leckerlies darin herum fallen. Mmh! Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Die sind aber auch lecker, fast besser als die kleine Maus, von der ich vorhin geträumt habe. Ich könnte jetzt wirklich schwach werden. Aber genau das will ja Frauchen.
„Nein, ich bin stark und widerstehe meinem Appetit auf diese köstlichen Leckerlies. Das ist doch bestimmt nur eine List!“, überlege ich mir und verhalte mich weiterhin still. Es kostet schon einiges an Überwindung für mich, aber ich bin fest entschlossen nicht nachzugeben.
„Schau mal, Lottchen!“
Frauchen schüttet aus der Schachtel einige Leckerlies auf den Fußboden.
„Du kriegst mich nicht!“, beschließe ich und ringe mit mir. „Ich bleibe hier liegen!“
Da kommt mir doch auf einmal der Zufall zur Hilfe. Das Telefon klingelt und Frauchen spurtet sofort los, um das Gespräch anzunehmen. Ich warte noch ein Weilchen, bis ich sie sprechen höre. Jetzt kann ich es wagen.
Leise und vorsichtig, als wäre ich auf Mäusejagd, schleiche ich mich unter der Stufe hervor und zu den Leckerlies hin.
„Mmh! Mit Käsefüllung! Einfach köstlich!“
Ich bin so vertieft in diese Leckereien, dass ich gar nicht mitbekomme, dass Frauchen das Telefonat schon beendet hat. Ich registriere es erst als zwei Hände nach mir greifen. Ich versuche mich noch zu entwinden, aber leider erfolglos.
„Hab ich dich, du kleiner Racker!“, höre ich Frauchen freudig ausrufen.
Da muss ich ihr recht geben, sie hat mich überlistet.
„Aber in dieses blöde Transportkörbchen gehe ich trotzdem nicht!“, entscheide ich.
Frauchen hält mich ganz fest im Arm und öffnet das Gitter des besagten Körbchens. Sie schiebt mich mit dem Kopf zuerst hinein.
„Das denkst aber auch nur du!“, miaue ich ihr zu, drehe mich um und bin schon wieder mit dem Kopf und den beiden Vorderpfoten draußen.
Aber Frauchen gibt nicht auf. Sie versucht es noch einmal und noch einmal. Ich entwische ihr immer wieder. Ich bin einfach schneller und wendiger als sie. Kein Wunder, denn bis sie das dumme Gitter wieder eingehängt hat, habe ich schon meine Chance zur Flucht ergriffen. Leider lässt sie mich nicht weit kommen. Sie hält sozusagen die Hand über mich und greift sofort wieder zu, damit ich ihr nicht mehr entwischen kann.
„Ein wirklich dummes Spiel ist das!“, rufe ich ihr zu.
„Lottchen!“, sagt sie energisch. „Dieses Spiel gefällt mir gar nicht!“
Mir auch nicht! Dann höre doch auch endlich auf damit!“, sage ich auf katzianisch.
Frauchen scheint mich überhaupt nicht zu verstehen, denn sie spielt dieses kindische Spiel einfach weiter. Sie legt sogar noch ein paar Leckerlies in den Korb hinein.
„Das ist Bestechung!“, denke ich noch, da klappt sie doch tatsächlich das Gitter hinter mir zu.
Was bleibt mir anderes übrig, als mich so gut es geht in meinem Gefängnis gemütlich hinzulegen. Als Trost für meine Gefangenschaft habe ich ja noch die kleinen Leckerlies mit der Käsefüllung.
„Nein, halt!“, denke ich und muss noch einmal kosten. „Das ist kein Käse! Das ist doch Lachs! Das ist ja eine ganz vorzügliche Bestechung!“
Mittlerweile habe ich schon kapiert, was Frauchen so mit mir vor hat und warum ich diese außerordentlich köstlichen Leckereien in meinem Gefängniskorb habe. Dumm bin ich ja nicht. Ich bin nämlich eine schlaue Katze.
Warum ich jetzt hier liege, mich meinem Schicksal ergebe und was mit mir weiter passiert, das erzähle ich Euch in der nächsten Geschichte. Also dann, bis zum nächsten Mal! Ihr seid doch hoffentlich alle wieder dabei!

 

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