Erdachtes & Erzähltes, Für Kinder, Kurzgeschichten
Kommentare 9

Lottchen & Brummbär Max auf Verbrecherjagd

Sicherlich könnt Ihr Euch noch an Brummbär Max erinnern. Er verließ nach einem Einbruch im Kaufhaus seinen Platz auf dem Regal und entfloh durch die kaputte Schaufensterscheibe nach draußen. Er verbrachte etliche Tage und Nächte im Stadtpark, wo er unter den Tieren viele gute Freunde fand. Der herannahende Winter machte es aber notwendig, dass er sich ein Dach über dem Kopf besorgte. Auf den Rat der Entenmutter hin, verließ er den Stadtpark, um in ein nahgelegenes Wohngebiet zu marschieren. Am Rande des Stadtparks traf er auf das Kätzchen Lottchen, die ihn mit nach Hause nahm.

Brummbär Max fühlt sich richtig wohl in seinem neuen Zuhause. Mit Lottchen sitzt er oft gemeinsam auf einem Bänkchen oben auf der Galerie. Von hier aus können sie alles überblicken und hören, was im Haus geschieht.
So ist es auch an diesem Abend. Alles ist zunächst ganz still im Haus, denn Herrchen und Frauchen von Lottchen und Brummbär Max sind ausgegangen. Sie wollen Freunde besuchen und kommen erst mitten in der Nacht wieder nach Hause.
Lottchen hat keine Lust mehr im Garten herumzulaufen und deshalb hat sie sich zu Brummbär Max gekuschelt. Sie mag das weiche und zottige Fell von Max und er mag es, wenn Lottchen behaglich schnurrt und ihr Köpfchen an ihn lehnt. So träumen beide vor sich hin. Brummbär Max träumt von einer Bärenfrau und zwei kleinen Bärenkinderlein, denn er wünscht sich eine eigene Familie. Lottchen hingegen träumt von einem Topf voller Milch.
Alles ist ruhig und friedlich. Doch plötzlich wird Lottchen munter, sie glaubt etwas gehört zu haben. Ein seltsames Geräusch. Noch ist sie sich nicht ganz sicher, ob sie es vielleicht geträumt hat. Sie spitzt die Ohren und verhält sich mucksmäuschenstill.
Da! Schon wieder dieses Geräusch. Sie hat nicht geträumt. Es ist ein kratzendes, schabendes Geräusch. Lottchen stößt Max an, doch der brummt nur, denn er fühlt sich in seinen Träumen gestört. Noch einmal stupst Lottchen mit ihrem Kopf gegen den Arm des Teddybären. Jetzt ist Max wach und schaut Lottchen fragend an. Noch bevor er etwas sagen kann, hört er ebenfalls dieses Geräusch.
„Was ist das? Das kenne ich nicht, ich habe es noch nie gehört.“ Brummbär Max ist verwirrt und schüttelt sich erst einmal.
„Da muss jemand an der Haustür sein“, flüstert Lottchen zurück. „Aber das können nicht Frauchen und Herrchen sein, denn wenn sie wieder zurückkommen, dann drehen sie einfach nur den Schlüssel im Schloss herum. Das schabt und kratzt nicht so.“
Jetzt geht die Haustür leise quietschend auf und die beiden sehen einen kleinen Lichtstrahl. Es ist der Lichtkegel einer Taschenlampe, das erkennen Lottchen und Brummbär Max sofort. Gleichzeitig sind sie sich sicher, dass dies niemand ist, der ins Haus gehört.
Max findet am schnellsten seine Stimme wieder und stellt fragend fest:
„Das sind Einbrecher, oder?“
Lottchen nickt und schleicht auf sanften Pfoten von dem Bänkchen zum Geländer. Dort steckt sie ihr Köpfchen zwischen die Gitterstäbe und wagt einen Blick nach unten in die Diele. Ganz deutlich sieht sie jetzt den Lichtkegel der Taschenlampe und hört Schritte, die in Richtung Wohnzimmer gehen. Auch ein Flüstern dringt zu ihr nach oben, aber sie kann die Worte nicht verstehen. Allerdings erkennt sie an der Stimme, dass es nicht die Hausbewohner sind. Auch waren diese Menschen noch niemals hier. Es sind Fremde und das können nur Einbrecher sein.
Auch Max hat die Stimmen gehört und schleicht sich ebenfalls zum Geländer. Da er nicht ganz so leise sein kann wie eine Katze, wirft Lottchen ihm einen mahnenden Blick zu.
Jetzt hören sie wieder die Stimmen und dieses Mal verstehen sie auch, was gesprochen wird:
„Los, schmeiß alles in den Rucksack hier rein. Und beeil dich, wir haben nicht viel Zeit. Wer weiß, wann sie wieder da sind.“
„Ich mach ja schon. Haben die denn kein Bargeld hier? Ich kann nämlich nichts finden. Überhaupt gibt es hier nichts Wertvolles. Komm lass uns abhauen, hier lohnt es sich eh nicht.“
Max hat die Stimmen erkannt. Es sind die Kaufhausdiebe. Was sollen sie tun? Die Diebe dürfen nicht schon wieder entkommen. Aber was können eine Katze und ein Teddybär gegen diese starken Männer ausrichten?
Lottchen und Brummbär Max sind inzwischen so leise wie möglich eine Treppe weiter nach unten marschiert und stehen im mittleren Geschoss. Ganz unten sind die Verbrecher und scheinen sich zu streiten. Der eine will so schnell wie möglich verschwinden und sich ein weiteres Opfer suchen. Der andere meint, sie sollten erst noch in den übrigen Räumen nach Bargeld suchen.
„Das macht doch überhaupt keinen Sinn, wir vergeuden nur kostbare Zeit!“ erklärt der scheinbare Anführer und der andere Dieb gibt sich endlich geschlagen. Sie gehen wieder in Richtung Haustür. Im selben Moment vernehmen sie von draußen das Herannahen eines Autos. Es hält direkt vor dem Haus. Somit ist ihnen der Weg nach Draußen versperrt.
Lottchen und Brummbär Max erkennen die Situation. Stillschweigend geben sie sich ein Zeichen, um sich zu verständigen. Beide schleichen die Treppe hinunter. Dann läuft Lottchen  zur Katzenklappe hinaus ins Freie und schnell um das Haus herum nach vorne. Sobald Herrchen und Frauchen die Autotür öffnen steht sie vor der Fahrertür.
„Na Lottchen, warst du noch spazieren? Jetzt kommst du aber schnell mit hinein.“
Lottchen streicht erst dem Herrchen um die Beine, dann dem Frauchen und schnurrt und maunzt, als wolle sie etwas erzählen. Sie rennt aufgeregt zur Haustür und wieder zurück und maunzt ganz laut.
„Was hat sie nur?“, fragt Frauchen und kramt in ihrer Handtasche nach dem Haustürschlüssel.
Lottchen ist inzwischen wieder zu Herrchen geeilt und streift immer wieder um seine Beine herum und miaut, in einer Lautstärke, die sehr verwunderlich ist.
„Lottchen, was ist denn mit dir los? Du bist ja ganz unruhig.“
Inzwischen hat sich Max im Dunkeln mitten in den Hausflur direkt vor die Füße des einen Diebs fallen lassen. Dieser irrt ziellos umher und sucht einen anderen Fluchtweg, dabei stolpert er über den Teddybären und fällt mit einem lauten Schlag auf die Fliesen. Während des Fallens versucht er sich noch irgendwo festzuhalten, erwischt allerdings nur einen Garderobenständer, den er laut polternd umstößt. Der zweite Dieb, der ihm im Dunkeln zu Hilfe eilen will, stolpert über den herumliegenden Ständer und fällt auf seinen Kumpel.
„Hast du das gehört? Da sind Einrecher!“, ruft Frauchen entsetzt und zieht geistesgegenwärtig ihr Handy aus der Tasche, um die Polizei zu alarmieren. Während sie noch die Notrufnummer wählt, schreit sie aus Leibeskräften:
„Hilfe, Hilfe! Hier sind Einbrecher! Hilfe!“
In den Nachbarhäusern gehen die Lichter an. Und dann geht auf einmal alles ganz schnell:
Herrchen schließt die Haustür auf, schaltet das Licht ein und steht einem der Diebe gegenüber. Dieser ist so erschrocken, dass Herrchen die Gelegenheit nutzt und ihm einen ordentlichen Kinnhaken versetzt. Noch bevor der Dieb sich von dem Schmerz erholt hat und der zweite Dieb ausholen kann, sind einige Nachbarn da. Gemeinsam nehmen sie nun den Kampf gegen die Einbrecher auf. Zu viert schaffen sie es die Diebe festzuhalten und der bereits eintreffenden Polizeistreife zu übergeben.
Zum Schluss sitzen Herrchen, Frauchen und die Nachbarn mitten in der Nacht vor dem Haus und loben sich gegenseitig. Fröhlich stoßen sie mit Sekt auf ihre Heldentat an. Aber auch Lottchen und Brummbär Max erhalten ihre Streicheleinheiten für die erfolgreiche Verbrecherjagd.

1200px-Lottchen und Max

Vielleicht möchtet Ihr auch noch diese Geschichten lesen:

Brummbär Max und seine Freunde

Knut Knopf

Tim und Tom

9 Kommentare

  1. Liebe Astrid, das ist ja eine schöne Geschichte! Lottchen und Brummbär Max passen aber auch richtig gut zusammen. Das Foto oben am Anfang der Geschichte finde ich total toll. Lottchen mit ihren aufmerksamen Augen und der gemütliche Brummbär Max auf Verbrecherjagd: eine tolle Idee. Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag. LG Tanja Die Geschichte findet meine Große bestimmt super!

    • Astrid Berg sagt

      Danke Tanja für Deinen lieben Kommentar. Das Foto habe ich extra für diese Geschichte aufgenommen und Lottchen hat ganz prima mitgespielt 😉 Sie hat sich nämlich vor meinem Mann versteckt, der sie fangen wollte und so musste nur noch Brummbär Max richtig positioniert werden. Wir hatten bei der Aufnahme alle unseren Spaß.
      Ganz herzliche Grüße
      Astrid

  2. Martina sagt

    Ach du liebe Güte, was war bloß los! Und wie tapfer die beiden waren – bringen sie doch glatt zwei Einbrecher zur Strecke! Gut, dass Herrchen und Frauchen nach Hause kamen und sie dabei unterstützten! Toll erzählt – hab ich sehr gerne gelesen! LG Martina

    • Astrid Berg sagt

      Danke liebe Martina. Vielleicht erleben die beiden ja noch andere Abenteuer gemeinsam. Lassen wir uns mal überraschen.
      LG
      Astrid

  3. Hallo Astrid,

    mir hat die Geschichte auch sehr gefallen 🙂 Ich konnte sie vor meinen geistigen Auge so richtig in Bildern sehen, dann war es wirklich seeehr gut erzählt 🙂

    Liebe Grüße
    Björn 🙂

    • Astrid Berg sagt

      Ich danke Dir Björn und freue mich, wenn meine Geschichten gefallen.
      Irgendwie passen Lottchen und Brummbär Max auch prima zusammen. Ich mag sie beide 🙂
      LG
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Ich denke schon, dass Lottchen und Brummbär Max noch weitere Abenteuer bestehen werden. Mal sehen 😉
      Sei herzlich von mir gegrüßt
      Astrid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.