Neueste Artikel

Familienausflug

Wer glaubt, dass man mit Maschinen nichts erlebt, der wurde wohl durch Ein Tässchen Kaffee gefällig?  und  Waschmaschinengespräche  eines Besseren belehrt. Egal, ob Waschmaschine oder Kaffeevollautomat, unsere lieben elektrischen Haushaltshelfer leben mit uns, halten uns auf Trab und führen uns zu neuen Abenteuern. 

Alles Quatsch?! Oh, nein! Wir haben gerade einen wunderschönen Sonntag verlebt, den wir einer Waschmaschine zu verdanken haben.
„Ich habe da ein kleines Problem“, sagt die Freundin unseres Sohnes. „Ich will doch umziehen. Jetzt habe ich festgestellt, dass meine Waschmaschine zu breit ist. Sie passt nicht dorthin, wohin ich sie stellen will und einen anderen geeigneten Platz gibt es nicht in der neuen Wohnung.“
„Bestimmt kannst du über eine Internetplattform eine schmälere Waschmaschine kaufen“, weiß unser Sohn sofortigen Rat.
„Genau das habe ich schon getan. Ich habe mir in Berlin eine gebrauchte kleinere Maschine gekauft, sie muss nur noch abgeholt werden.“
„Das kann ich ja machen!“, erklärt sich unser Sohn sofort bereit.
„Alleine kannst du sie aber nicht tragen“, mischt sich mein Mann ein. „Ich komme mit!“
Ich werde hellhörig, denn sie vereinbaren plötzlich für Sonntag einen gemeinsamen Waschmaschinenabholtermin.
„Ich glaube ja, ich höre nicht richtig“, sage ich zu meinem Mann. „Ihr macht euch einen schönen Nachmittag in Berlin und ich sitze hier.“
„Wieso schöner Nachmittag? Wir holen doch nur die Maschine ab und kommen gleich wieder zurück.“
„Wer das glaubt, der wird selig!“
Irgendwie bemerkt mein Mann, dass ich leicht eingeschnappt bin, denn den Sonntag habe ich mir anders vorgestellt.
„Dann kommt doch einfach mit!“
„Und die Mutti?“, gebe ich zu bedenken. „Soll sie dann alleine hier sitzen?“
„Nö“, meint meine Mutter. „Ich komme auch mit.“
Nur gut, dass Lottchen, unsere Katze, andere Pläne hat, sonst würde sie vielleicht auch noch mitfahren wollen. Obwohl, – da die Freundin und zukünftige Waschmaschinenbesitzerin zeitlich verhindert ist und daher nicht mit nach Berlin kommt, wären wir zu viert und würden für Lottchen sicherlich auch noch ein Plätzchen finden.
Okay, nun wäre dieses Problem schon einmal geklärt. Nicht aber die Fahrgelegenheit. Im Kofferraum lässt sich eine Waschmaschine schwerlich von Berlin nach Cottbus transportieren. Es sei denn, wir möchten unbedingt eine Kontaktaufnahme mit der Polizei, die uns in diesem Fall auch bestimmt gerne anhalten und uns ein spezielles Zettelchen überreichen würde. Da dieses Vergnügen jedoch einseitig wäre und uns ein gutes Sümmchen kosten würde, sollten wir eine andere Fahrgelegenheit organisieren.
Aber auch hierfür finden wir eine Lösung. Logisch!
„Wir fahren einfach mit dem Cabrio!“, erklärt mein Peter.
Sollte jetzt jemand annehmen wir transportieren die Waschmaschine bei offenem Verdeck im Innenraum, so könnte zwar diese Idee von uns stammen, aber ich muss trotzdem vehement widersprechen. Und nicht nur wegen der weiteren möglichen Kontaktaufnahme mit der Polizei, sondern weil mein Cabrio eine Anhängerkupplung hat und wir einen Anhänger besitzen.
„Das geht nicht!“, rufe ich allerdings sofort in die Runde und alle Blicke richten sich auf mich.
„Erstens sieht das doof aus, so mit offenem Verdeck und Anhänger. Zweitens ist der Cabrio zu tief und Mutti kommt schlecht aus den Sitzen wieder hoch!“
„Dann nehmen wir doch mein Auto, ich habe schließlich auch eine Anhängerkupplung!“, schlägt unser Sohn vor und schon ist auch das Problem gelöst. Doch wer jetzt glaubt, jetzt würde alles seinen geregelten Gang gehen, der kennt uns nicht.
Zunächst meldet die Freundin Bedenken an, die Waschmaschine könne auf dem ungefederten Anhänger beschädigt werden, da anscheinend auch keine Transportsicherung für die gebrauchte Maschine existent ist. Doch dafür gibt es Spanngurte und Knallfolie, die allerdings an einem anderen Standort untergebracht sind und erst noch geholt werden müssen. Auch zwei Rollbretter könnten dienlich sein, so meinten meine beiden Männer. Und jetzt erfahren wir auch, dass die Maschine in Berlin Marzahn im sechsten Stockwerk eines Mehrfamilienhauses steht.
„Aber es gibt einen Aufzug!“, erläutert uns die Freundin.
„Berlin Marzahn?!“, rufe ich freudig aus. „Da sind doch die Gärten der Welt! Da gehen wir hin!“
„Und in der Zwischenzeit klaut jemand die Waschmaschine“, höre ich schon die nächsten Bedenken.
„Na klar!“, sagt mein Mann. „Der Dieb kommt zufällig mit dem Fahrrad vorbei, sieht den Anhänger, schaut unter die Plane, packt die Maschine auf den Gepäckträger und los geht es!“
Es ist schon seltsam, aber wir schaffen es tatsächlich am Sonntag den Anhänger anzukuppeln, zu viert im Auto zu sitzen, den Motor zu starten und zu unserem Familienausflug aufzubrechen.
Weit kommen wir allerdings nicht. Ich sitze auf der Rückbank und halte drei Briefe in der Hand, die ich noch schnell beim nächsten Briefkasten um die Ecke einwerfen will. Doch der Fahrer hat meine Vorankündigung nicht gehört und fährt natürlich vorbei.
„Ach“, sage ich, „wir werden schon noch einen finden!“
„Soll ich umdrehen?“, fragt unser Sohn.
„Ja!“ , sagt mein Mann.
„Nein!“, sage ich.
„Dann kommen wir heute Abend nach Hause und die Briefe bringen wir wieder mit!“, erklärt mein Mann.
Wie recht soll er doch behalten. Aber nicht heute Abend soll dies der Fall sein, sondern schon in wenigen Minuten.
Zunächst springt bei mir das Kopfkino an:
„Ist die Terrassentür zu?“, frage ich.
„Die ist zu!“, bestätigt mir meine Mutter.
„Und die Garage?“
„Weiß ich nicht, aber da drückt man doch schon automatisch auf die Taste, damit das Tor schließt!“, gibt mein Mann zu bedenken.
„Soll ich umdrehen?“, fragt unser Sohn zum zweiten Mal.
„Nein!“, sagen wir drei im Chor.
„Sonst kommen wir ja nie weg hier!“, betont mein Mann.
Ich neige meinen Kopf zur Seite und schaue ihn an:
„Hast du die Rollbretter mitgenommen?“
„Die hab ich vergessen!“, gibt er unumwunden zu.
„Soll ich umdrehen?“, erkundigt sich unser Sohn nun zum dritten Mal und erhält diesmal ein einstimmiges „Ja!“
Während mein Mann die Rollbretter holt, laufe ich um die Ecke und werfe die Briefe in den Briefkasten ein.
So, nun kann es losgehen.
Denkste!
„Wo fährst du eigentlich hin?“, erkundige ich mich bei unserem Sohn, denn er fährt nicht in Richtung Autobahnauffahrt.
„Wir müssen doch noch die Knallfolie und die Spanngurte holen!“, antwortet er und biegt rechts ab.
„Wenn wir so weiter machen, dann können wir die Waschmaschine abholen und gleich wieder nach Hause fahren, weil wir zu spät dran sind. Die Gärten der Welt können wir dann abhaken“, sage ich.
„Und warum machen wir dann einen Familienausflug?“, gibt unser Sohn zu bedenken. Ich wollte einfach nur die Waschmaschine abholen!“

Die Wahrscheinlichkeit noch vor Einbruch der Dunkelheit in Berlin anzukommen, nimmt rasant ab, als der Fahrer unseres Ausflugsgefährtes die Tankstelle ansteuert. Nun hat nicht nur das Auto Durst und muss mit Benzin befüllt werden, sondern alle Insassen verspüren plötzlich Hunger und Durst. So decken wir uns alle an der Tankstelle auch noch mit Kaffee und sonstigem Proviant ein.
Als wir endlich auf der Autobahn nach Berlin fahren, kommen wir auch nicht gerade flott von der Stelle. Nein, es ist kein Stau. Trotzdem müssen wir mit dem Anhänger im Schneckentempo von achtzig Stundenkilometern die Strecke zurücklegen und zu regnen beginnt es auch noch.
Aber wir kommen an! Es hat sogar aufgehört zu regnen. Wir verleben einen wunderschönen und sonnigen Nachmittag in den Gärten der Welt, holen gegen Abend die Waschmaschine ab, bringen sie heil nach Cottbus und liefern sie bei der Freundin unseres Sohnes ab, die uns und die Maschine glücklich empfängt.
„Das war wieder einmal filmreif!“, höre ich unseren Sohn sagen.
„Stimmt! Man sollte über unsere chaotische Familie einen Film drehen, das wäre bestimmt hollywoodreif und oskarverdächtig!“
Von den „Gärten der Welt“ werde ich Euch in meinem nächsten Beitrag berichten und ich bin mir sicher, dass sie Euch ebenfalls gefallen.

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Same, same, but different

Same, same, but different (Teil2)

Das bin ich…und noch viel mehr

 

Eigenartige Entdeckung

Die Villa, in der Professor Konfusi und seine Frau wohnen, wirkt heute ein bisschen verschlafen. Es ist ein sehr warmer, eigentlich schon leicht schwüler Sommertag, der die Schläfrigkeit fördert. Eine himmlische Ruhe hat sich im gesamten Viertel ausgebreitet, denn jetzt in den Sommerferien sind die meisten Familien im Urlaub. Auch Marco ist mit seinen Eltern verreist. Das junge Pärchen von ganz oben ist bereits schon vor einer Woche zum Zelten an den Bodensee gefahren. Somit sind nur das ältere Ehepaar und Oma Schmidt aus dem Erdgeschoss in der Villa.

Herr Konfusi hat sich mit seiner Frau auf den Balkon zurückgezogen. Hier haben sie eine wunderschöne Aussicht auf den Garten, aber auch auf den nahegelegenen Stadtpark.
Man hört weder Hunde bellen, noch Kinder lachen, nur das Zwitschern der Vögel, die sich in den Zweigen der Bäume niedergelassen haben, ist zu vernehmen. Es dauert daher auch nicht lange, bis Herr und Frau Konfusi auf ihren Liegestühlen eingenickt sind.
Während Professor Konfusi traumlos vor sich hin schlummert, hört seine Ehefrau in ihrem Traum ein Klingeln. Es hört sich ähnlich an wie das Klingeln an ihrer Wohnungstür. Es ist so täuschend echt, dass Frau Konfusi davon aufwacht. Sie blickt leicht verwirrt um sich, da sie nun nicht mehr weiß, ob es in der Realität oder im Traum geklingelt hat.
„Hast du das auch gehört?“, fragt sie ihren Gatten, der schlagartig die Augen öffnet.
Gerade will er zu einer Antwort ansetzen, als sie an der Wohnungstür tatsächlich ein Klingeln und gleichzeitiges Klopfen vernehmen.
„Herr Professor! Sind Sie da?!“, klingt das zarte Stimmchen von Oma Schmidt durch die verschlossene Tür.
Professor Konfusi und seine Frau eilen zur Tür und sehen eine total aufgeregte Oma Schmidt vor sich.
„Um Himmels Willen! Sie sind ja ganz blass!“, sagt Frau Konfusi erschrocken. „Kommen Sie herein und setzen Sie sich erst einmal hin!“
„Sollen wir einen Arzt rufen? Geht es Ihnen nicht gut?“, erkundigt sich Professor Konfusi.
Oma Schmidt holt tief Luft, greift nach dem Glas mit Wasser, das ihr Frau Konfusi reicht und trinkt erst einmal. Erst dann verneint sie die Frage des Professors.
„Nein! Doch, doch!“
„Sie sind ja vollkommen verwirrt. Was denn nun? Ich soll nicht den Arzt rufen und dann doch?!“, fragt er nach und läuft schon in Richtung Schuhschrank, auf dem die Telefonstation steht.
Nein, heißt: keinen Arzt. Und doch heißt: Doch es geht mir gut. Aber die Polizei müssen Sie auf jeden Fall rufen!“, antwortet Oma Schmidt und trinkt das restliche Wasser.
„Die Polizei?!“, Frau Konfusi schaut Oma Schmidt entsetzt an. „Also ist doch etwas passiert! Hatten Sie einen Unfall?“
„Bei mir ist eingebrochen worden! Mein ganzes Wohnzimmer ist verwüstet. Alle Schubladen sind aufgerissen und der Inhalt liegt auf dem Teppich mitten im Zimmer“, berichtet Oma Schmidt. „Ich war nur mal kurz hinter dem Haus und habe den Müll weggebracht. Ja, und dann habe ich noch ein kurzes Schwätzchen mit der Nachbarin gehalten und als ich wieder in meine Wohnung will, da steht die Tür sperrangelweit auf.“
„Ach, Sie haben vergessen, die Tür abzusperren?“, fragt Professor Konfusi nach.
„Nein!“, protestiert die Oma energisch. „ Ich war doch nur zum Entleeren des Mülleimers draußen. Trotzdem habe ich zugeschlossen und den Schlüssel stecken gelassen. Ich schließe immer ab, auch jetzt als ich zu Ihnen hoch gekommen bin. Sehen Sie!“, Oma Schmidt hält triumphierend den Schlüsselbund hoch.
„Haben Sie den Dieb gesehen? Haben Sie ihn vielleicht sogar überrascht?“, will Herr Konfusi wissen.
„Nein, niemand da!“, lautet die kurze und knappe Antwort.
„Ist etwas geklaut worden?“
„Alles da! Nur totales Chaos!“
Irgendwie kann sich der Professor keinen Reim darauf machen. Sollte die alte Dame doch schon leicht verwirrt sein? Abschließen und den Schlüssel stecken lassen? Alles verwüstet, aber nichts gestohlen? Und gesehen hat sie den Dieb auch nicht?!
„Seltsam, seltsam!“, überlegt er in Gedanken und greift sich das Telefon. „Ich rufe mal vorsichtshalber die Polizei an. Es klingt alles sehr verworren und nicht unbedingt logisch! Aber man kann ja nie wissen. Bisher habe ich noch nie Anzeichen von Demenz bei Oma Schmidt festgestellt, aber so etwas bemerkt man nicht immer sofort“, huscht ein Gedanke nach dem anderen durch seinen Kopf.
Die Polizei, dein Freund und Helfer, ist auch innerhalb weniger Minuten zur Stelle. Oma Schmidt hat Professor Konfusi die Wohnungsschlüssel übergeben, denn mittlerweile hat sie doch schon ein wenig weiche Knie bekommen und der Schreck ist ihr in die Glieder gefahren. Sie bleibt lieber bei Frau Konfusi und trinkt noch ein Tässchen Kaffee.
„Damit der Kreislauf schön in Schwung kommt“, erläutert sie.
Bei Eintreffen der Polizei schließt der Professor die Tür zu Oma Schmidts Wohnung auf und schon offenbart sich die gesamte Bescherung. Alles liegt kreuz und quer. Die Stehlampe ist umgefallen und die Schubfächer geleert. Der Teppich ist mit Prospekten, Zeitungen, Fotos, Decken, Kissen und anderen Dingen übersät.
„Hat die alte Dame vielleicht einen Hund?“, fragt der eine Polizist plötzlich.
„Nein, wieso? Ein Hund reißt doch keine Schubfächer auf und verteilt alles auf dem Fußboden“, wundert sich der Professor.
„Das wohl nicht, aber hören Sie denn nicht diese Geräusche?“
Der ältere Herr lauscht und vernimmt tatsächlich seltsame Geräusche aus dem Nachbarzimmer. Sie ertönen ganz gleichmäßig und immer im selben Rhythmus. Mal sind sie ein bisschen lauter, dann wieder etwas leiser. Es hört sich fast an, als ob ….
„Was befindet sich hinter dieser Tür?“, fragt der Polizist schon fast im Flüsterton.
„Das Schlafzimmer. Aber Sie denken doch nicht etwa…?“, flüstert Herr Konfusi zurück.
„Treten Sie bitte zu Ihrer eigenen Sicherheit zurück!“, fordert ihn der Polizist auf und zückt seine Dienstwaffe.
Professor Konfusi ist schon fast aus der Wohnungstür, da hört er die Handschellen klicken.
„Da haben wir das Bürschchen!“, sagt der Polizist und führt einen schmächtigen und gähnenden Mann zum Polizeiwagen.
„Anscheinend kam er durch die offenstehende Haustür herein und entdeckte die Schlüssel an Oma Schmidts abgeschlossener Wohnungstür“, erklärt Herr Konfusi später den beiden Frauen. „Der ‚Möchte-gern-Dieb‘, ist wohl während seines Diebeszuges sichtlich ermattet in Oma Schmidts Bett gefallen. Dort ist der dann sofort in den Tiefschlaf gefallen und hat vor sich hin geschnarcht. Tja, dieses Wetter macht auch jeden müde“, lacht Professor Konfusi.
„Aber selbst wenn er vor dem Eintreffen der Polizei aufgewacht wäre“, erklärt Oma Schmidt mit gewichtiger Miene, „hätte er nicht fliehen können. Ich habe ja die Wohnungstür abgeschlossen!“

 

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Igitt! Muss das sein?

Professor Konfusi

Große Aufregung in der Villa

 

 

Kommt mit zur Dracheninsel!

Wir waren schon so oft auf Mallorca, aber wir entdecken immer wieder etwas Neues. Letzten Sommer haben wir von Sant Elm mit einem Boot übergesetzt zur Dracheninsel Sa Dragonera. Das Boot hat uns und ein paar andere Besucher auf diese unbewohnte Insel gebracht. Man machte uns darauf aufmerksam, das letzte Boot zurück nicht zu verpassen, denn sonst müssten wir bis zum nächsten Morgen ausharren.

Kommt mit und schaut Euch die Insel mit uns an!1200px-DSC05482Diese Insel ist nicht groß, gerade einmal ca. 4 Kilometer lang und noch nicht einmal einen Kilometer breit. 1200px-DSC05486Die Felsinsel ist ein Naturschutzgebiet und beherbergt laut Wikipedia* 380 Pflanzenarten.1200px-DSC054871200px-DSC05515Der Ausblick von der Insel auf das Meer ist einfach nur traumhaft. 1200px-DSC05553Dieses Blau des Meeres ist faszinierend und man muss den Blick einfach genießen.1200px-DSC05554Die Sonnenstrahlen bringen das Wasser zum Glitzern.1200px-DSC05555An dieser Stelle wirkt das Meer türkisfarben.1200px-DSC05565Doch wir wollen diese kleine Insel ein bisschen erkunden und trennen uns schweren Herzens von dem Aussichtspunkt.1200px-DSC05566Fotomotive lassen sich hier zur Genüge finden.1200px-DSC05576

1200px-DSC05575

1200px-DSC05578

1200px-DSC05579Dieser Turm ruft in mir sofort eine Assoziation hervor. Ich muss unwillkürlich an Rapunzel denken. Ob sie wohl hier eingesperrt war und ihren langen Zopf herunter gelassen hat, um ihren Retter zu sich hochklettern zu lassen?1200px-DSC05574Ich glaube jedoch es handelt sich um eine Art Wachturm, denn diese Insel war auch über viele Jahrhunderte hinweg eine Pirateninsel. Seeräuber konnten von den Wachtürmen eher gesehen werden.1200px-DSC05510Auf unserem Spaziergang sehen wir überall die eigentlichen Bewohner dieser Insel, die ihr auch ihren Namen gaben. Die kleinen Eidechsen, die aussehen wie winzige Drachen lugen aus allen Ritzen und Spalten hervor.1200px-DSC05520Sind sie nicht niedlich?1200px-DSC05524Einerseits sind sie sehr scheu, …1200px-DSC05539aber andererseits auch total neugierig.1200px-DSC05541Immerhin können sie ja auch wieder ganz schnell in den Ritzen verschwinden.1200px-DSC05546Ob das Zwillinge sind?1200px-DSC05521Besonders schnell sind einige von ihnen zur Stelle, als ein Besucher ein kleines Stückchen Melone fallen lässt. Naja, Hunger und Neugierde lassen manchmal alle Vorsicht vergessen.1200px-DSC05585Wir würden diese kleinen „Drachen“ gerne noch ein wenig beobachten, aber wir müssen uns sputen. Das letzte Boot für diesen Tag soll in ein paar Minuten eintreffen. So schön es hier auch sein mag, eine Nacht auf dieser einsamen Insel will ich nicht verbringen.

 

D A N K E

Ich möchte mich bei allen meinen Lesern  für ihre treuen Besuche bedanken, auch wenn ich es nicht immer schaffe alle Kommentare zu beantworten. Ich habe Euch nicht vergessen und komme auf Gegenbesuche.

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Bergeweise weißes Gold

Meine Mutter und die Zugspitze

Herzlichen Glückwunsch!

 

*vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sa_Dragonera (Stand: 25.07.16)

Ein Tässchen Kaffee gefällig?

Es ist jetzt schon fast ein Jahr und acht Monate her. Damals stand ich mitten in einem großen Kaufhaus in Dresden. Besser gesagt man hatte mich zuerst mit dem LKW von „Ich-weiß-nicht-wo“ nach Dresden gefahren und mich eine ganze Weile warten lassen.

Es war eine gefühlte Ewigkeit vergangen, bis sie mich endlich auspackten und in eines der vielen Regale stellten. Da stand ich nun und viele Menschen zogen an mir vorüber. Die meisten warfen nicht einmal einen Blick auf mich, sondern gingen zu den einfachen und herkömmlichen Modellen. Auch an meinen Nachbarn zogen sie vorüber. Hin und wieder jedoch blieben auch einige von ihnen stehen und plötzlich war mein Nachbar zur Rechten verschwunden. Die anderen erzählten, dass er nun ein Zuhause gefunden hätte. Ich wunderte mich schon ein wenig, denn eigentlich war er gar nicht so hübsch. Ich fand mich mit meinen silbernen Tasten viel schöner. Nicht mal ausprobieren durfte man mich. Ich konnte also niemand zeigen, was ich so alles drauf hatte. Ich fieberte dem Tag entgegen, an dem ich mein ganzes Können präsentieren konnte. Inzwischen war es kurz vor Weihnachten und die Menschen suchten Geschenke für ihre Liebsten oder auch für sich selbst. Aber wie das eben so ist, gibt es beim Kauf auch eine Schmerzgrenze. Niemand will wirklich viel Geld ausgeben, aber trotzdem allen Luxus und Komfort bekommen.
Auch nach Weihnachten stand ich noch traurig in dem Regal. Gerade als ich schon dachte, dass ich wohl ein Ladenhüter werden würde, tat sich etwas über mir. Man hängte Schilder auf und ich hörte die Kunden sagen, dass nun alles viel billiger wäre. Man würde jetzt Prozente bekommen, was auch immer das bedeuten sollte. Für mich jedoch sollte es das Glück bedeuten.
Plötzlich standen nämlich ein Mann und eine Frau vor mir. Sie blieben doch tatsächlich interessiert vor mir stehen und drückten auf meinen Tasten herum. Doch was nutzte das? Nichts! Mir fehlten ganz bestimmte Vorraussetzungen, damit ich funktionieren konnte. Eine Verkäuferin pries mich in den höchsten Tönen an. Sie berichtete von meinem Können und zählte alle meine guten Eigenschaften auf. Zum Schluss betonte sie noch, dass es an diesem besagten Tag sogar noch Zusatzprozente gab und dass dies ein einmaliges Angebot wäre für so ein Prachtstück wie mich. Das schien ein sehr bedeutendes Argument zu sein, denn plötzlich hörte ich die Frau sagen:
„Das ist doch die Gelegenheit. Wir wollten uns doch schon immer so etwas anschaffen.“
„Ja, ich denke auch, den sollten wir nehmen!“, nickte der Mann und schon überschlugen sich die Ereignisse. Die Verkäuferin nahm mich vom Regal und packte mich wieder in den Karton aus dem man mich vor Weihnachten ausgepackt hatte. Der Mann und die Frau bezahlten und nun war ich ihr Eigentum. Total stolz und mit einem glücklichen Lächeln trugen sie mich zum Auto und fuhren mich in mein neues Zuhause.
Jetzt ging die Hektik erst richtig los. Sie stellten mich hier hin und dort hin und endlich fanden sie den geeigneten Platz, nämlich in einer großen, aber gemütlichen Küche ganz nahe beim Fenster. Und dann bekam ich endlich Strom und alle anderen Zutaten, damit ich nun richtig loslegen konnte.
Wer ich eigentlich bin, wollt Ihr wissen?!
Na, ein Kaffeevollautomat.
Ich kann ganz viele Kaffeeköstlichkeiten zubereiten. Man muss nur die entsprechenden Zutaten bereitstellen und die entsprechenden Tasten drücken. Aber man muss mich auch pflegen. Das ist wie bei den Menschen. Wer geliebt wird, wird gehegt und gepflegt, gedrückt und bedient. Ja, so ist das auch bei mir. Auch ich brauche viel Zuwendung und Aufmerksamkeit, sonst streike ich nämlich.
„Ständig willst du etwas von uns“, sagt manchmal die Frau zu mir. „Aber wir ja auch von dir!“
Durst habe ich ganz gewaltig und Hunger auch. Das ist wiederum so ähnlich wie bei den Menschen. Ich brauche hauptsächlich Wasser und Milch und verschlinge eine Unmenge von Kaffeebohnen.
„Du machst einen ganz schönen Krach!“, sagt manchmal der Mann.
Ja, er hat recht, aber den mache ich auch nur ganz kurz und zu einem ganz bestimmten Zweck. Ich kann die Kaffeebohnen nämlich nur gemahlen verwerten und das Mahlen macht eben Geräusche.
Haben sie sich erst einmal zu Pulver verwandelt, rieselt das Wasser hindurch und erhält seinen köstlichen Kaffeegeschmack, den die Menschen so lieben. Dann kann ich ich auch noch Milch hinzufügen, egal ob flüssig oder als Milchschaum.
Außer Wasser, Milch und Kaffeebohnen brauche ich auch noch Pflege. Von nichts kommt eben nichts. Man muss mich immer schön sauber halten und meinen Behälter mit dem verbrauchten Kaffeepulver leeren. Naja, ich gebe es ja zu, das muss man schon regelmäßig und auch häufig tun. Aber der Mann trägt den Behälter immer nach draußen in den Garten und leert ihn dort aus. Die Frau hat ihm nämlich erklärt, dass das verbrauchte Kaffeepulver gut für die Pflanzen ist und auch den Boden auflockert. Ha, was sie mir alles zu verdanken haben!
Ich kommuniziere auch immer mit der Frau und dem Mann, denn sonst wissen sie ja nicht, was ich von ihnen will. Ich teile ihnen zum Beispiel mit, wenn der Kaffeebehälter geleert oder wenn der Wasserbehälter nachgefüllt werden muss. Wenn die Kaffeebohnen zur Neige gehen, dann erkennen sie es daran, dass ich seltsame Geräusche mache und nur Wasser in die Tassen fülle, aber keinen Kaffee. Wenn die Milch im Aufschäumbehälter fehlt, dann gibt es tüchtig Dampf in der Bude. Und wenn ich wieder einmal entkalkt werden will, dann schreibe ich ihnen einfach nur einen kurzen Befehl: „Entkalken!“
Ihr solltet mal sehen, wie der Mann und die Frau dann springen und mir die entsprechende Pflege zuteil kommen lassen. Aber ich danke es ihnen auch, indem ich gleich wieder einen köstlichen Kaffeeduft durch das Haus ziehen lasse und allzeit bereit bin, wenn die Frau fragt:
„Ein Tässchen Kaffee gefällig?“

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Aus dem Leben meiner Küchenuhr

Das Sofa in der Küche

In die Jahre gekommen

 

Gedankenverloren

Nachdem wir in unserem Haus treppauf und treppab gerannt sind, alle Taschen und Koffer gepackt und im Kofferraum des Autos verstaut haben, sitzen wir nun endlich im Wagen.

E
igentlich könnte es jetzt losgehen, doch mein Mann macht keinerlei Anstalten den Motor zu starten.
„Jetzt fahr doch endlich!“, sage ich schon etwas leicht genervt. „Oder hast du was vergessen?“
„Ich? Nee!“
„Worauf wartest du denn dann?“, frage ich kopfschüttelnd.
„Ich dachte nur, ich gebe dir noch ein bisschen Zeit zum Nachdenken.“
„Was soll ich denn nachdenken. Irgendwie sprichst du in Rätseln!“
„Naja, hast du alle Fenster zu? Ist die Vorder- und auch die Hintertür abgeschlossen?“, fragt mich mein Mann ab.
„Das schon!“, antworte ich ihm. „Aber weißt du, ob in der Ankleide das Licht aus ist?“
„Als ich mir meine Jacke geholt habe, war es aus. Wenn du allerdings noch einmal drin warst…“
„Ich habe mein Tuch gesucht, das zu meiner Jacke gehört“, überlege ich laut. „Ob das jetzt vor dir oder nach dir war, kann ich nicht sagen.“
„Dann steig einfach noch einmal aus und schau nach, sonst nervst du mich mit dieser Ungewissheit die ganze nächste Woche. Außerdem kannst du gleich noch nachsehen, ob die Katzenklappe auf ist und Lottchen raus und rein kann.“
Was bleibt mir anderes übrig als alles noch einmal zu kontrollieren. Als wir dann jedoch tatsächlich um die Straßenecke biegen, fällt mir beim Blick in den Himmel doch noch etwas ein, an das ich beim Packen nicht gedacht habe.
„Ich habe den Regenschirm vergessen!“
„Wusste ich es doch!“, kommentiert mein Mann. „Soll ich nochmal umdrehen und zurück fahren?“
„Ach lass mal! Vielleicht liegt ja doch einer im Kofferraum oder wir besorgen uns bei Bedarf halt einen neuen“, beschließe ich, weil ich langsam Bedenken habe, gar nicht mehr wegzukommen.
„Wir haben schon eine beachtliche Anzahl von Regenschirmen, die wir irgendwo auf die Schnelle gekauft haben, weil wir keinen dabei hatten“, erklärt mir mein Mann und fährt rechts an den Fahrbahnrand, um anzuhalten und auszusteigen.
„Ein kleiner schwarzer Schirm liegt ganz hinten im Kofferraum“, versichert er mir, nachdem er sich wieder auf den Fahrersitz setzt.
„Glück gehabt!“, kommentiere ich erleichtert.
„Wie man es nimmt!“, äußert sich mein Gatte etwas skeptisch. „Meistens bleibt er dann da auch liegen, auch wenn wir zu Fuß unterwegs sind und es anfängt zu regnen.
„C’est la vie!“, erkläre ich ihm und zucke unschuldig mit den Schultern.
Eine Woche später sind wir wieder zuhause und ich stelle fest, dass der Kühlschrank gähnende Leere aufweist. Also nichts wie ins Auto und ab in den nächsten Supermarkt. Vorher schreibe ich mir allerdings einen Einkaufszettel. In Gedanken gehe ich alle Gänge des Supermarktes durch und muss erkennen, dass auch das Waschpulver zur Neige geht, das Duschgel verbraucht, der Getränkekasten leer ist und auch noch andere Dinge fehlen.
„Wollen wir heute Abend grillen?“ , kommt Peter spontan auf die Idee. „Vielleicht kommt unserer Sohn mit seiner Freundin auch vorbei. Also sollte der Grillvorrat nicht zu knapp und für jeden etwas dabei sein. Bring einfach was Leckeres zum Grillen mit!“
Ich düse also los. Die Handtasche liegt neben mir auf dem Beifahrersitz und der Einkaufskorb ist im Kofferraum verstaut. Ich fahre auf die Ampel zu und verringere meine Geschwindigkeit. In meinem Kopf tauchen einige Bilder aus den vergangenen Tagen auf. Die Strecke kenne ich zur Genüge und so gebe ich mich meinen Gedanken hin. Irgendwie geht jetzt alles ganz automatisch. Ich bremse und bleibe vor der Ampel stehen. Plötzlich schrecke ich auf, denn mein Hintermann hat laut und vernehmlich gehupt. Mein Blick auf die Ampel lässt mich erkennen, dass diese ein grünes Licht zeigt. Ich bemerke, dass ich bei Grün ganz gedankenverloren angehalten habe. Wäre der liebe Fahrer im Auto hinter mir nicht gewesen, hätte ich wahrscheinlich bis zur nächsten Rotphase weiter geträumt und auf das erneute Grün warten müssen, um loszufahren. Deshalb bedanke ich mich auch mit einem freundlichen Winken bei dem netten Verkehrsteilnehmer, der mich so ganz selbstlos aus meiner gedanklichen Abwesenheit geholt hat.
Endlich bin ich im Supermarkt und nehme mir einen Einkaufswagen.
„Verflixt!“, denke ich. „Wo ist denn mein Einkaufszettel?“
Nachdem ich meine Tasche mindestens dreimal durchwühlt und alle möglichen Utensilien gefunden habe, die ich schon seit ewigen Zeiten vermisst habe, muss ich eine sehr ärgerliche Tatsache feststellen: Ich habe meinen Einkaufszettel vergessen. Aller Wahrscheinlichkeit nach, liegt er noch zu Hause auf dem Küchentisch. Ich könnte jetzt natürlich meinen Mann anrufen und mir die Liste aufs Handy schicken lassen.
„Naja ist auch egal!“, tröste ich mich selbst. „Ich weiß sowieso genau was ich brauche. Ich habe alles exakt im Kopf.“
So schiebe ich nun meinen Einkaufswagen durch die Reihen. Ich packe alles Mögliche ein und auch noch viel mehr. Einige Dinge fallen mir ein, die noch in meinen Küchenschränken fehlen. Öl, zum Beispiel und Zwiebeln auch noch. Vielleicht sollte ich auch noch einen Sack Grillkohle einpacken. Wer weiß, ob mein Mann noch genügend davon hat. Inzwischen ist mein Einkaufswagen randvoll.
Ich stehe schon in der Schlange an der Kasse, da fällt mir ein, dass ich das Duschgel vergessen habe. Also schiebe ich den Wagen zur Seite und marschiere strammen Schrittes wieder in die hintere Ecke des Marktes, in der die Drogerieabteilung ist.
Alles hat einmal ein Ende und so geht auch dieser Einkauf zu Ende. Gut gelaunt komme ich daheim an und freue mich schon auf einen gemütlichen Grillabend mit meiner Familie. Mein Peter hilft mir sogar beim Ausräumen des Kofferraums. Noch ein Grund, um mich zu freuen.
„Ach!“, sagt er. „Grillkohle hättest du gar nicht mitbringen brauchen, davon habe ich im Gartenhaus noch genügend stehen.“
„Ein bisschen Vorrat kann nicht schaden!“, gebe ich zurück.
Mein Peter nickt und trägt schon mal die Getränke ins Haus. Aus dem Flur höre ich nur wie er sagt:
„Hauptsache du hast genügend Fleisch und Würstchen zum Grillen mitgebracht!“
Mich trifft fast der Schlag!
„Mach schon mal das Grillfeuer an! Ich bin gleich wieder da!“, rufe ich ihm noch schnell zu und schon starte ich den Motor.

Streifzug

Zunächst einmal möchte ich mich bei Euch für Eure Treue bedanken. Ihr habt alle fleißig meinen Blog besucht, obwohl ich durch die Operation meiner Mutter wenig Zeit für Gegenbesuche hatte. Ich bedanke mich auch für die Genesungswünsche für meine Mutter. Sie läuft mittlerweile schon sehr gut, wird am Samstag auch schon aus der Klinik entlassen und spätestens in drei Wochen die Reha antreten.

Wie ihr wisst, wurde sie in Bad Saarow operiert und ich möchte heute mit Euch einen Streifzug durch den dortigen Kurpark machen. Kommt einfach mit und genießt den Park und den Scharmützelsee:

Mein Weg führt vom Krankenhaus in Richtung Bahnhof1200px-_DSC3130und den angrenzenden Gebäuden.1200px-_DSC3129Ich überquere schnell die Straße, um den Brunnen zu bewundern.1200px-_DSC3131An diesem wirklich heißen Sommertag genießen diese Nackedeis eine kleine Dusche.1200px-_DSC3133Doch ich wechsele wiederum die Straßenseite und biege nach links in den Kurpark ab.1200px-_DSC3151Links auf dem Foto ist das Thermalbad von hinten zu sehen.1200px-_DSC3149Habt Ihr auch schon den Scharmützelsee erspäht?1200px-_DSC31471200px-_DSC3143Hier müssen wir einfach verweilen, denn der Blick auf den See ist wunderschön.1200px-_DSC31601200px-_DSC3164Die Wege des Parks schlängeln sich entlang des Sees und eröffnen immer neue Aussichten und Einblicke.1200px-_DSC31761200px-_DSC3171Nicht nur der Blick auf den Scharmützelsee ist fesselnd,1200px-_DSC30931200px-_DSC3094sondern wir werfen auch neugierige Blicke in angrenzende Gärten1200px-_DSC31051200px-DSC03177und auf tolle Villen.1200px-_DSC3172Das Strandbad mit Café lädt nicht nur zum Baden ein, doch wir gehen weiter und1200px-_DSC3110entschließen uns in einem Biergarten ein Bierchen zu trinken und ein Steak zu essen.1200px-_DSC3121Durch die Bäume sind die vor Anker liegenden Schiffe zu sehen.1200px-_DSC31131200px-DSC03161Mit einem letzten Blick auf den See beschließen wir unseren Abend und marschieren dann zu unserer Unterkunft zurück, um in das Land der Träume zu segeln.

1200px-_DSC3119

Ich hoffe, Euch hat dieser kleine Streifzug durch den Kurpark von Bad Saarow ebenso gefallen wie uns.

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Brief an die Oma

Goldglöckchen

Aus der Schulzeit meiner Mutter

 

Biergartenerlebnis

Wir sind in Bad Saarow am Scharmützelsee, denn meine Mutter liegt dort im Krankenhaus. Letzte Woche wurde bei ihr im Alter von 87 Jahren eine große Knieoperation durchgeführt. Ihr wurde erfolgreich ein künstliches Kniegelenk eingesetzt. Jetzt muss sie wieder fit werden und seit gestern übt sie das Laufen.

Nach unseren mehrmals am Tag stattfindenden Besuchen an ihrem Krankenbett, wollen wir den herrlichen Sommerabend direkt am See genießen. Dort gibt es unter anderem einen winzigen Biergarten, wo man zu seinem Bierchen Gegrilltes und auch andere Kleinigkeiten zu essen bekommt. Die Atmosphäre mit dem malerischen Blick auf den Scharmützelsee gefällt uns und so wollen wir uns dort auch niederlassen. Während ich einen kleinen runden Tisch ergattere  und die Plätze nun für uns reserviere, was im Übrigen gar nicht so einfach ist, stellt sich mein Mann schon mal in der Schlange an, um Speis und Trank zu ordern. Das scheint allerdings auch nicht so ohne Weiteres zu klappen, denn es dauert eine gefühlte Ewigkeit. Ich lasse meinen Blick währenddessen umherschweifen und genieße den wunderschönen Sommerabend. Ich bin schon halb verhungert und verdurstet, als mein Mann endlich mit zwei Bierchen an den Tisch kommt.
„Ich muss dir gleich mal eine lustige Geschichte erzählen!“, sagt er zu mir und ist auch schon wieder weg, um in der nächsten Schlange anzustehen.
Sehnsüchtig warte ich auf seine Rückkehr und das nicht nur wegen der beiden gefüllten Teller, die er dann mitbringt.
„Du wolltest mir doch was erzählen“, fordere ich ihn kauend auf.
„Ja, also erst einmal hast du mir überhaupt nicht mitgeteilt, was du essen möchtest. Das war schon mein erstes Problem. Wie soll ich wissen, worauf du Appetit hast.“
„Och“, sage ich. „Es war mir eigentlich egal, ob du mir eine Bratwurst, eine Currywurst, ein Steak oder sonst was mitbringst. Ich wollte nur kein…“
„Ich habe dann dort drüben an der Tafel gelesen, dass es Lachsbrötchen gibt. Die isst du doch so gerne!“
„Richtigen Lachs schon, aber…!“, fange ich meinen Satz an, werde aber sofort wieder unterbrochen.
„Hab ich dann auch gemerkt, aber lass mich der Reihe nach berichten. Da kannst du echt eine Geschichte daraus machen und in deinen Blog stellen.“
Jetzt bin ich aber neugierig geworden und unterbreche sogar mein Essen. Gebannt lausche ich nun meinem Mann:
„Ich stehe mir also dort vorne in der Schlange schon fast die Füße platt. Vielleicht bin ich auch etwas ins Träumen geraten, denn auf einmal drängelt sich ein Mann vor, gefolgt von einer Frau und einem weiteren Mann. Ich drehe mich um und frage die Leute hinter mir:

„Sind Sie auch vor mir?“

„Ach, das wäre aber nett, wenn Sie uns auch noch vorlassen würden!“ , erhalte ich als Antwort.

Zum Glück war dies eher lustig gemeint, so dass ich dann doch endlich an die Reihe komme und meine Bestellung aufgebe. Um dir eine Freude zu machen, habe ich also zwei Lachsbrötchen bestellt, weil du die doch so magst.“
„Ja, aber…!“
„Warte!“, bremst mich mein Peter aus. „Nach dem Bezahlen erhalte ich zwei rote Kärtchen, mit denen ich mich an der Essensausgabe anstellen muss. Nachdem ich auch hier warten muss, überstürzen sich auf einmal die Ereignisse. Ein Mann kommt aus dem Häuschen heraus, übergibt mir die zwei Lachsbrötchen mit der einen Hand und entreißt mir die zwei roten Karten mit der anderen Hand. So weit, so gut! Ich drehe mich mit den Brötchen in der Hand um und eine herbeieilende Frau, die sich übrigens kurz zuvor bei mir vorgedrängelt hat, entreißt mir nun die beiden Lachsbrötchen mit den Worten:
„Das sind meine!“
Ich bin vor Schreck erst einmal vollkommen sprachlos, was bei mir eher selten vorkommt. Jetzt stehe ich also ohne Lachsbrötchen und ohne Kärtchen da.
„Dann müssen Sie mir aber ihre zwei roten Kärtchen geben!“, erkläre ich der Frau, nachdem ich meine Sprachlosigkeit wieder überwunden habe.
„Ich? Nein! Wieso?“, erwidert diese.
„Na, weil meine Kärtchen schon der Mann von der Essensausgabe hat“, meine ich.
„Wieso? Die müssen Sie ihm doch erst geben, wenn Sie Ihre Brötchen bekommen“, will sie mich aufklären.
„Das habe ich ja, aber Sie haben mir die Brötchen doch weggenommen!“, versuche ich ihr die Sachlage darzulegen. Endlich, nach einigem Hin und Her gibt sie mir die geforderten roten Karten und verschwindet zu ihrem Sitzplatz. Jetzt habe ich aber gesehen, dass die Lachsbrötchen gar keinen echten Lachs enthalten. Das war sozusagen Glück im Unglück. Also habe ich mir gedacht, dass ich da wohl was falsch gemacht habe. Der Herr an der Essensausgabe meinte jedoch, das sei kein Problem, ich müsse nur die Kärtchen dort vorne umtauschen und gegebenenfalls noch etwas darauf zahlen. Ich marschiere also wieder zur ersten Schlange und erstehe auch relativ zeitnah zwei braune Karten für jeweils ein gegrilltes Kräutersteak. Damit gehe ich nun zur Schlange am Grill. Der Grillspezialist ist aber irgendwo mal kurz um die Ecke gegangen und lässt gerade die Würstchen verbrennen. Vorsichtshalber drehe ich hilfsbereit, wie ich eben bin, die Würstchen lieber mal um. Bei dieser Aktion gelangen vermutlich meine beiden braunen Kärtchen mit der Aufschrift ‚STEAK‘ auf den Grillrost, ohne dass ich es merke. Im selben Moment biegt der Grillexperte um die Ecke und wundert sich über das Chaos auf seinem Grill.

„Was ist denn hier los!“, ruft er entsetzt aus und sammelt die braunen Kärtchen auf. Nachdem ich ihm mit unschuldigem Blick auf seine Frage nach meinen Kärtchen erklärt habe, dass es anscheinend die Meinigen sind, die dort auf den Rost geflattert sind, legt er mir bereitwillig die Steaks auf meine beiden Teller. So und nun bin ich endlich hier und wir können essen“, beendet mein Mann seine Erzählung.
Ich kann mich kaum noch vor Lachen halten und habe schon richtig Bauchweh.
„Das war ja ganz schön kompliziert!“, kommentiere ich seine Berichterstattung. Gerade als ich mir ein weiteres Stückchen des wirklich leckeren Steaks in den Mund schiebe, fällt mein Blick auf seinen Teller.
„Wieso sind eigentlich auf deinem Teller drei Steaks?“, frage ich total verwundert meinen Peter.
Er zuckt nur mit den Schultern und meint: „Die hat mir der Grillmeister freundlicherweise einfach so auf meinen Teller gelegt. Keine Ahnung warum. Er sagte nur, dass das schon in Ordnung wäre so.“
„Na, dann lassen wir es uns schmecken!“, beschließe ich.
„Prost!“, sagt mein Mann lachend und hebt sein Bierglas, um mit mir anzustoßen.

 

Vielleicht möchtet Ihr noch folgende Geschichten lesen:

Immer rund herum

Mopsi und Filou

Die Sache mit der Vorahnung

 

 

 

Wie aus dem Malkasten

Vor fünf Jahren waren wir auf Silberhochzeitsreise. Wir haben uns hierfür Venedig ausgesucht. Selbstverständlich haben wir auch Ausflüge gemacht und an einem davon möchte ich Euch heute teilhaben lassen. So haben wir zum Beispiel eine der größeren Inseln in der Lagune Venedigs besucht, nämlich Burano.  

Im Grunde genommen handelt es sich hierbei nicht um eine einzige Insel, sondern um vier kleinere Inseln, die eng beieinander liegen. Verbunden sind diese Inseln durch acht Brücken.1200px-DSC00812Schon bei der Anreise, sieht man die Schönheit dieser Insel, denn ihre Häuser sind weithin zu erkennen. Sie erstrahlen in allen möglichen Farben und die gesamte Insel wirkt wie gemalt. Tief wurde auf dieser Insel in den Farbkasten gegriffen. Die Häuser, die eng beieinander stehen, tragen alle unterschiedliche Farben zur Schau. Rot,Grün, Gelb, Blau, Violett…, ein Bilderbuch könnte nicht farbenprächtiger sein.1200px-DSC00817

In den Kanälen spiegeln sich die bunten Häuser und lassen alles noch malerischer erscheinen. 1200px-DSC00816Selbstverständlich liegen auch hier überall Boote und tragen zu einem verträumten und romantischen Gesamteindruck bei, der eine Vielzahl von Touristen Jahr für Jahr anzieht.1200px-DSC00815

1200px-DSC00818Aber es wird noch mehr getan, um einen verspielten Eindruck zu erzielen. Schaut her, alles wirkt  äußerst harmonisch, so als sei es aus einem Mal- oder Bilderbuch entnommen.1200px-DSC00823Die Wäschestücke entlang der Häuserfront sind farblich exakt auf das jeweilige Haus und dessen Farbgestaltung abgestimmt.1200px-DSC05710Aber auch Fensterläden und Jalousien1200px-DSC05716und Türpfosten1200px-DSC05715fügen sich ebenso harmonisch und farblich passend ein.

1200px-DSC05714

Solltet Ihr Venedig besuchen, so versäumt es nicht auch die Insel Burano zu besichtigen. Ich denke auch Euch wird es dort gefallen.

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Donwai Market (1)

Die Flussfahrt (Donwai Market 2)

Unser Ausflug nach Ayutthaya

 

 

 

 

 

 

 

Waschmaschinengespräche

Es klingelt an der Haustür und ich eile zum Öffnen. Ich erwarte keinen Besuch, also bin ich gespannt, wer um Einlass bittet. Unser Sohn steht vor der Tür. In der Hand hält er eine Tüte, die er mir überreicht. Ich schaue neugierig hinein und entdecke darin zwei Hosen und eine Packung Färbemittel.

„Aha“, sage ich leicht scheinheilig. „Du willst deine Hosen färben?!“
„Ich dachte, du könntest das vielleicht machen,“,bestätigt er meine wage Vermutung. „ Die sind schon etwas von der Sonne ausgebleicht.“
„Dachte ich mir doch, dass ich mal wieder gefragt bin. Du hast doch auch eine Waschmaschine.“
„Aber du hast mehr Erfahrung“, grinst er mich an. „Nimm es einfach als eine Art Geburtstagsgeschenk von dir für mich!“
„Du hattest zwar schon am Sonntag Geburtstag, aber komm einfach mal mit!“
Mit dem Färben von Hosen habe ich zwar überhaupt keine Erfahrung, aber schön, dass er mich um meinen mütterlichen Rat bittet.
Inzwischen sind die Hosen, ich habe gleich noch eine Jeans von meinem Mann in die Trommel geworfen, in der Waschmaschine mitsamt dem Färbepulver. Tiefschwarz ist das Wasser, das wir durch das Bullauge sehen. Unser Sohn hat sich vor der Waschmaschine im Schneidersitz niedergelassen und beobachtet den Wasch-, beziehungsweise den Färbevorgang.
„Ist das jetzt dein neues Fernsehprogramm?“, frage ich ihn.
„Das ist echt interessant und so schön beruhigend“, erklärt er mir. „Als Kind habe ich da auch immer gerne reingeschaut.“
„Echt? Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Fische im Aquarium zu beobachten fände ich viel interessanter.“
Auch wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann, dass unser Sohn das Waschmaschinenprogramm geschaut hat, kann ich ihm allerdings andere Dinge über meine Waschmaschine berichten.
„Diese Waschmaschine ist genau ein Jahr älter als du, nämlich 28 Jahre. Als wir 1988 im April umgezogen sind, haben wir diese Maschine gekauft. Papa wollte zwar die alte kleine Maschine reparieren, aber da wir ja in absehbarer Zeit eine Familie gründen wollten und dann mehr Wäsche anfallen würde, haben wir uns für eine neue und größere Waschmaschine entschieden.“
Bis hierher interessiert unseren Sohn die Geburtsstunde meiner Waschmaschine noch herzlich wenig. Ist wohl auch nicht verwunderlich. Doch dann kommt er ins Spiel und die ganze Sache wird auch für ihn interessanter.
„Wir haben die Maschine also im April 1988 gekauft, im Oktober wurde ich schwanger und Anfang Juli 1989 kamst du auf die Welt. Meine tolle neue Waschmaschine hat fortan deine Wäsche gewaschen und dir als Wickelkommode gedient.“
„Das weiß ich nur von Fotos“, wirft er mir etwas wortkarg entgegen und betrachtet weiterhin die Umdrehungen der Wäsche in der Trommel.
„Apropos Fotos!“, rufe ich aus und renne nach oben zu unserem Fotoschrank. Dort habe ich nämlich alle die Schätze aufbewahrt, die wir noch vor der digitalen Fotografie mit unserer analogen Kamera gemacht haben. Ich fange an zu rechnen, denn mir schweben da einige Aufnahmen im Kopf herum, die an einem Kindergeburtstag unseres Sohnes gemacht wurden. Diese Kindergeburtstage waren immer richtig schön und haben sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen viel Freude gemacht. Ich erinnere mich zum Beispiel an ein Wettrennen der Kleinen, das diese mit Taucherflossen an den Füßen machen mussten. Das ist gar nicht so einfach, egal ob man Kind ist oder schon Erwachsener. Aber eine Menge Spaß macht es in jedem Fall.
Doch diese Fotos suche ich jetzt nicht. Meiner Rechnung nach könnte unser Sohn an dem besagten Geburtstag vier Jahre alt geworden sein, also ziehe ich das Album vom Sommer 1993 heraus. Bingo! Hier sind sie!
„Schau mal“, zeige ich begeistert das Album unserem Sohn, der es mir sofort entreißt und sich die Fotos grinsend ansieht.
„Von diesem Geschenk war ich total begeistert“, erzählt er mir und deutet auf ein Foto, auf dem er mit einer kleinen Kindergitarre zu sehen ist.
„Hi, hi! Du hast sie sofort ausgepackt und gespielt, – am Morgen, am Mittag und am Abend als deine Gäste schon zu Hause waren, hast du immer noch auf den Saiten herumgeklimpert.“
„Ja, und dann hatte ich am Daumen eine furchtbar dicke Blase! Ich sehe sie noch heute vor mir!“
„Was macht ihr denn hier?“, fragt meine Mutter, die inzwischen auch in meinen Hauswirtschaftsraum gekommen ist und sich wundert, warum wir vor der Waschmaschine auf dem Fußboden sitzen.
„Oh, wir betrachten gerade Fotos von einer Kindergeburtstagsfeier“, erkläre ich und stehe auf.
„Zeigt doch mal!“
Ich reiche ihr das Album und sie schaut sich die Fotos an, ihr Blick bleibt allerdings an einem bestimmten Bild hängen.
„Was ist denn hier passiert?“, richtet sie ihre Frage an unseren Sohn. „Warum weinst du denn auf dem Foto?“
„Schau doch mal genauer hin, vielleicht kannst du dich daran auch noch erinnern!“, erhält sie zur Antwort. „Du warst auf jeden Fall dabei, – dort hinten auf der Bank, das bist doch du, Oma!“
„Da muss ich erst mal meine Brille holen.“
Ja, und dann sieht sie die Bescherung. Unser damals vierjähriger Sohn steht heulend mit der Hand vor dem Gesicht da und hat überall …
„Ist das Blut?“, fragt meine Mutter irritiert.
„Das dachte ich damals auch, als er laut weinend vor mir stand und er von oben bis unten rot bespritzt war. Mein erster Gedanke war: „Blut!“ und mein zweiter Gedanke: „Ein großes Unglück ist passiert!“. Noch bevor ich allerdings weiter denken konnte, rief mir schon meine Freundin M. etwas zu. Sie meinte nämlich sie sei an allem schuld.“
„Das war sie auch!“, bestätigt unser Sohn. „Ich wollte eigentlich zu meinem Bratwürstchen nur etwas Ketschup und sie wollte ihn mir auf den Teller machen. Sie hat auf die Ketschupflasche gedrückt und es machte „Blubb!“ und schon hatte ich alles im Gesicht, auf den Armen und auf meinem T-Shirt.“
Man kann sich vorstellen, dass ich damals total erleichtert war, dass es sich bei dem roten Zeug nur um Ketschup und um kein Blut gehandelt hatte.
„Das war echt filmreif!“, lache ich und betrachte mir nochmals das Foto.
„So!“, sagt unser Sohn. „Meine Hose ist jetzt auch eingefärbt. Allerdings schwarz und nicht rot. Sieht aus, als wäre es richtig gut geworden. Ich habe bestimmt noch mehr Hosen, die ich einfärben kann.“
„Das machst du dann aber schön in deiner Waschmaschine! Den Lehrgang, wie es geht, hast du ja jetzt bei mir absolviert.“
„Alles klar! Mal sehen vielleicht will B. (seine Freundin) auch was einfärben“, grinst er kess zurück. „Dann schau’ ich eben mit ihr das nette Waschmaschinenprogramm an.“

 

1200px-_DSC3074

1200px-_DSC3081

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Jetzt fängt mein neues Leben an

Meine ganz normale, chaotische Familie

Mit Schaufel und Eimer

 

Blickkontakt

In meinem heutigen Post geht es um den gegenseitigen Blick in die Augen. Dieser Blickkontakt als Teil der Körpersprache ist für die Kommunikation sehr wichtig, denn er ist ebenso ein Träger von Informationen wie Mimik und Gestik. Er kann also viel verraten und zur Kommunikation beitragen. 
Ich möchte Euch heute jedoch ganz spezielle Blickkontakte vorstellen. Hierbei handelt es sich nicht um die zwischenmenschlichen Blicke, sondern um diejenigen, die uns Tiere zuwerfen. Denn die Tiere nehmen ganz eindeutig auch zu uns Menschen Blickkontakt auf.

Während die beiden spielenden Bärenkinder im Beitragsfoto sich gegenseitig in die Augen schauen, beweisen die folgenden Fotos, dass die von mir fotografierten Tiere mit mir Blickkontakt aufgenommen haben (beziehungsweise sie haben in die „Augen“ meiner Kamera geblickt:

Lottchen blickt mir mit ganz großen Augen entgegen. Ich weiß, was mir dieser Blick zu sagen hat: Sie will etwas von mir und fixiert mich, damit ich ihr den Wunsch erfülle.

1200px-DSC00127

Auch er nimmt Kontakt auf, nicht unfreundlich, aber doch auf eine gewisse Distanz bedacht.1200px-_DSC2319

Dieser Hund wirft mir eher einen etwas skeptischen und fragenden Blick zu, aber auch Treuherzigkeit glaube ich zu erkennen.1200px-DSC00207 Kopie

Hier ist jemand total neugierig, was ich wohl will.1200px-DSC03307

Dieser Blick gefällt mir nicht und ich bin der Meinung, dass er nicht gerade Sympathie ausstrahlt. Ich sehe Misstrauen gemischt mit der Bekundung, dass er der Stärkere ist. Er scheint mir zu sagen: „Halt! Bis hierher und nicht weiter!“1200px-DSC00815

Diesem Bär möchte ich nicht näher kommen, denn er signalisiert mir eindeutig, dass ich dies zu unterlassen habe. Meines Erachtens liegt eine unausgesprochene Drohung in seinen Augen, zumindest werde ich total fixiert.1200px-DSC07896

Bei diesem Gefährten ist die Drohung und der Unmut mir gegenüber noch klarer und deutlicher zu erkennen. Keinerlei Freundlichkeit und schon gar keine gegenseitige Sympathie spiegelt sein Blick wider.1200px-_DSC2590

Hier ist Neugierde, gepaart mit Scheu und einer gewissen Vorsicht. Würde ich näher treten, dann würde es wahrscheinlich die Flucht ergreifen.1200px-_DSC2602

Dieser Blick zeugt meines Erachtens von purer Neugierde. Diesen Blickkontakt nehme ich gerne, allerdings auf Distanz entgegen und er ruft ein Lächeln bei mir hervor.1200px-DSC08028

Trotz der gewissen Freundlichkeit, traue ich diesem Blick nicht und ich denke, dies beruht auf Gegenseitigkeit.1200px-DSC07955

Mich würde es interessieren, wie Ihr über diese Blicke denkt. Sicherlich habt Ihr auch schon Blickkontakt mit Tieren gehabt. Welche Erfahrungen habt Ihr mit diesen Blickkontakten gemacht?

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Alphons und Cinderella

Vorsicht Affen!

Tierparkgedanken

 

Astrid, Opa und das Eis

Wir schrieben das Jahr 1963 und ich hatte gerade meinen 3. Geburtstag gefeiert. Meine Oma war bereits seit ungefähr einem Jahr schon im Himmel und schaute sicherlich auf uns herab. Mein Opa wohnte jetzt in seinem Haus alleine und ich, Klein-Astrid, durfte ab und zu mal bei ihm übernachten. Ich war gerne bei meinem Opa. Ich hatte nur diesen einen Opa, den Vater meines Vaters.
Zu meinem Erlebnis gibt es keine Fotos. Manches weiß ich aus Erzählungen, an einige Dinge meine ich mich tatsächlich noch zu erinnern. Ich habe beispielsweise das kleine Café noch fest in meinem Kopf verankert, obwohl es schon seit Jahrzehnten nicht mehr existiert und nichts mehr daran erinnert. Auch die Kreuzung, die nahegelegene Molkerei und die Tankstelle gibt es nicht mehr. – Versetzen wir uns also zurück an den Anfang der Sechziger Jahre:
Ich bin über das Wochenende bei meinem Opa, spiele in seinem Garten, streichele seinen Hund Bazi und gehe mit meinem Opa in die Stadt.
„Komm Astrid“, fordert er mich auf, „wir gehen ein bisschen spazieren!“
Mein Opa setzt seinen Hut auf und nimmt mich an der Hand. Auf unserem Weg in die Stadt begegnen wir verschiedenen Menschen, die uns kennen. Bei manchen lüftet er nur zum Gruß seinen Hut und deutet einen Diener an. Bei anderen bleiben wir stehen. Artig gebe ich zum Gruß die Hand und mache dabei einen Knicks. Das kann ich sehr gut und bin auch stolz darauf, dass ich dafür immer so schön gelobt werde.
Unser Weg führt uns auch heute in ein kleines Café, das den Namen „Café Rennstrecke“ trägt. Es liegt genau an der Strecke, an der regelmäßig Motorradrennen und manchmal auch Autorennen stattfinden, nämlich am sogenannten „Schottenring“*.
Wir treten ein und werden freundlich von einer Frau begrüßt. In dem gemütlichen Café stehen kleine runde Tischchen und an einem davon nehmen wir Platz.
„Einen Kaffee für Sie, Herr P. ?“, fragt die Bedienung und erhält dafür ein Kopfnicken.
„Und was möchte das junge Fräulein?“, werde ich gefragt.
„Darf ich ein Eis haben?“, richte ich brav meine Frage an Opa.
Mein Großvater nickt mir zu und flüstert dann aber mit der Bedienung.
„Ja klar,das machen wir so!“, bestätigt sie die Bestellung.
Wenige Minuten später sitzt mein Opa vor seiner Tasse Kaffee und ich vor meinem Eisbecher mit einer kleinen Waffel darin.
„Schmeckt es dir?“, werde ich sowohl von der Bedienung als auch von meinem Opa gefragt.
„Lecker!“, erkläre ich den Beiden, die sich darüber zu freuen scheinen, denn sie lächeln sowohl mich, als auch sich gegenseitig an.
Der Besuch in dem kleinen „Café Rennstrecke“ wird zumindest in den Sommermonaten zu einem kleinen Ritual für uns und ich bekomme dann immer meinen Eisbecher.
Eines Tages jedoch, ich glaube es könnte der folgende Sommer gewesen sein, wollen wir vorbei gehen, aber ich hätte gerne ein Eis.
„Du bist doch jetzt schon ein großes Mädchen“, erklärt mir mein Opa. „Geh doch hinein und hole dir dein Eis. Hier hast du das Geld.“
Mein Opa drückt mir einige Pfennige in die Hand und ich öffne die Tür. Bereits beim Eintreten verlässt mich ein bisschen der Mut, denn ich stehe plötzlich vor der Eistheke, in der es verschiedene Sorten Eis gibt.
„Welches Eis möchtest du denn gerne?“, werde ich freundlich gefragt.
Leider kann sich die Bedienung nicht erinnern, welches Eis ich immer im Vorjahr verspeist habe. Ich allerdings auch nicht. Also versuche ich es zu beschreiben.
„Ich habe immer so weißes Eis gegessen.“
„Das war dann wahrscheinlich dieses Vanilleeis“, werde ich aufgeklärt. „Möchtest du es im Becher oder in der Waffel?“
„Ja, eine Waffel war auch dabei!“, erkläre ich und schon stehe ich mit einem Waffeleis da.
„Das sah aber immer anders aus!“, starte ich noch einen letzten, allerdings erfolglosen Versuch.
„Ich habe aber sonst kein weißes Eis, – nur noch das rötliche Erdbeereis und das braune Schokoladeneis!“
„Na gut!“, gebe ich mich geschlagen und marschiere zu meinem Opa nach draußen, der mir ebenfalls bestätigt, dass dieses Etwas in meiner Waffel Eis ist. Ich schlecke vor mich hin und stelle fest, dass es kalt ist und ganz anders schmeckt als das Eis, das ich im Vorjahr immer im Café drinnen gegessen habe.
Am Abend werde ich wieder von meinen Eltern abgeholt.
„Was ist denn mit dir los, Astrid?“, erkundigt sich meine Mutter. „Warum fasst du dir immer an den Bauch?“
„Ich habe Bauchweh, Mama!“, sage ich und verziehe mein Gesicht, um mich gleich darauf zu übergeben.
„Was habt ihr denn heute gegessen?“, will meine Mutter von meinem Opa wissen.
„Ein paar Nudeln mit Soße!“, erwidert Opa.
„Das isst sie doch immer gerne, was hat sie denn sonst noch gegessen?“
„Ein Eis, das sah auch ganz komisch aus!“, erkläre ich meiner Mutter.
„Sie hat ein ganz normales Eis gegessen“, erzählt jetzt mein Opa. „Allerdings war es dieses Mal tatsächlich Eis und keine Sahne, wie letztes Jahr immer.“
„Ah, dann hat sie das wohl nicht so ganz vertragen“, schlussfolgert meine Mutter und ich beschließe nie wieder Eis zu essen.
Das halte ich auch eisern durch, denn meine Übelkeit von damals konnte nur mit dem Eis zusammenhängen, denke ich mir so.
Jahre später, ich war bereits ein Schulkind, fragt mich meine Freundin:
„Wollen wir Eisessen gehen?“
„Ich mag eigentlich kein Eis, davon wird mir schlecht!“, erzähle ich.
„Das ist doch Quatsch! Eis ist super lecker! Los komm, wir holen uns jeder eine Kugel!“
Ich will ja nicht als Feigling dastehen, also beschließe ich mir auch eine Kugel Eis zu gönnen. „Aber welche Sorte soll ich wählen? Ich weiß doch überhaupt nicht wie die verschiedenen Sorten schmecken“, überlege ich hin und her.
„Schokolade mag ich, also muss doch Schokoladeneis auch lecker schmecken“, sage ich in meinen Gedanken zu mir selbst.
Und wie es schmeckt, stelle ich gleich darauf fest. Einfach toll! Und ich muss mich auch nicht mehr  übergeben, also kann ich es wieder und wieder essen. Von nun an esse ich immer Schokoladeneis und liebe es!
Es ist mein absolutes Lieblingseis und das bleibt es auch die ganzen vielen Jahre meines Lebens. Gut, mit den Jahren ist die eine oder andere Sorte noch dazu gekommen. Allerdings zu meinen Favoriten gehört immer noch Schokoladeneis, kombiniert mit Zitroneneis. Mmmh! Lecker! Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Ich muss mir schnell einen Eisbecher mit diesen beiden Sorten gönnen.

 

An dieser Stelle möchte ich mich heute recht herzlich für Eure treuen Besuche auf meinem Blog und Eure lieben und interessanten Kommentare bedanken. Ich bin immer bemüht Euch allen zu antworten und lese bei Euch allen sehr gerne. Ich freue mich auch weiterhin auf unsere gegenseitigen Besuche!!!

Alles Liebe und Gute

Eure Astrid

 

Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:

Das Familien-A B C

Kindheitserinnerungen

Das Sofa in der Küche

*Heute existiert der Schottenring in dieser Form nicht mehr.

Klammeräffchen und Co.

Wir haben einen Schrank, der ganz viele Schätze und Erinnerungen beinhaltet. Es ist unser Fotoschrank. Dort befinden sich unsere Fotos, die wir sorgfältig in Alben eingeklebt haben, bevor auch bei uns das Zeitalter der digitalen Fotografie angebrochen ist. Ab diesem Zeitpunkt werden die Fotos fast ausschließlich auf Speichermedien abgelegt. Ich sage ausdrücklich „fast“, denn manchmal kann ich es nicht lassen und drucke zum Beispiel Urlaubsfotos aus und sortiere diese in Fotoalben ein. Mir macht es einfach Spaß auch mal in einem Fotoalbum zu blättern und mich den Erinnerungen hinzugeben.

„Schau mal“, sage ich zu meinem Mann. „Hier ist Jimmy, das Klammeräffchen. Kannst Du Dich noch daran erinnern!“
„Na klar, das Äffchen habe ich doch Dir mal geschenkt.“
„Und dann haben wir es unserem Sohn an die Seite gelegt. Schau hier ist das Foto!“
Jimmy ist ein kleiner Schimpanse mit einer grünen Arbeitshose und einer grünen Schirmmütze auf dem Kopf. Dazu trägt er ein rot gestreiftes T-Shirt. Er hat ganz lange Arme und noch längere Schlenkerbeine.
„Unser Sohn hat ihn gemocht, aber sein Lieblingsstofftier ist Jimmy trotzdem nicht geworden“, sagt mein Mann. „Dieses Klammeräffchen haben wir für ihn ausgesucht und damit war es anscheinend nicht Liebe auf den ersten Blick.“
„Das war es aber wohl bei Dir und Deinem Schnuffelhund“, versuche ich meinen Peter zum Erzählen zu animieren, was auch voll und ganz klappt.
„Ja, den habe ich irgendwo mal gefunden. Damals war er schon nicht mehr ganz neu und auch schon ein bisschen lädiert.“
„Und den Rest hast Du dann erledigt, oder?! Als Du ihn mir mal gezeigt hast, war nicht mehr allzu viel von einem Stoffhund zu erkennen.“
„Egal!“, sagt mein Mann ganz bestimmt und mit ernster Miene. „Ich habe ihn über alles geliebt und überall mit hingenommen. Niemand durfte ihn mir wegnehmen. Wo ist der eigentlich hingekommen?“
„Keine Ahnung. Wegwerfen durfte ich ihn ja nicht, obwohl dieses seltsame Wesen inzwischen aussieht wie ein Häufchen Schmutz und ich möchte gar nicht wissen, wieviele Bakterien sich auf ihm tummeln. Waschen konnte man ihn ja nicht mehr, denn dann wäre er in tausend Teile zerbröselt. Ich glaube wir haben ihn in Zeitungspapier eingeschlagen und irgendwo beerdigt oder in die hinterste Ecke im Keller oder sonst irgendwo hin verbannt. Dieses Etwas ist nur noch ekelig!“
„Das war aber mein Lieblingsschnuffelhund!“, sagt mein Peter jetzt fast ein bisschen beleidigt.
„Ja, und deshalb hat Deine Großtante unserem Sohn zum ersten Geburtstag auch einen kleinen Plüschhund geschenkt. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass es auch sein Lieblingsschnuffelhund wird.“
„So klappt das aber nicht. Man muss ihn sehen und schon weiß man: Das ist mein Lieblingshund und den gebe ich nicht mehr her. Egal wie er aussieht und ob ihn andere schön oder hässlich finden.“
Obwohl unser Sohn weder das Äffchen Jimmy, noch den namenlosen Plüschhund als sein Lieblingsstofftier auserkoren hat, gab es auch jemand, den er für nichts auf der Welt eingetauscht hätte. Und ähnlich wie der Schnuffelhund bei meinem Mann, war dieser Schnuffel- und Knuddelhund von der übergroßen Liebe unseres kleinen Sohnes schon merklich gekennzeichnet.
„Wo hatte er den blauen Stoffhund eigentlich her?“, fragt Peter mich.
„Er hat ihn damals am Weltspartag von der Sparkasse als Geschenk erhalten. Sozusagen als Belohnung für das fleißige Sparen. Und kurz danach sind wir zur Taufe meines Patenkindes nach Frankreich gefahren. Diese beiden Ereignisse haben dazu beigetragen, dass aus dem blauen Hündchen das liebste Kuscheltier unseres Sohnes geworden ist.“
„Stimmt, er hat ihn mit nach Frankreich genommen und in der Familie deines Patenkindes gab es einen kleinen wuscheligen Hund. Wie hieß er noch gleich?“
„Jona!“, weiß ich sofort wieder. „Unser Sohn hat den Namen dann leicht abgewandelt und schon war Jonas geboren.“
Seinen Jonas hat er total geliebt. Er war immer und überall an seiner Seite. Vom vielen Knuddeln war er schon ganz schmal geworden und seine Stoffhaut hatte dünne Stellen bekommen. So blieb mir nichts anderes übrig als ihn ärztlich zu versorgen.
„Eines morgens, du warst gerade auf Dienstreise“, erzähle ich meinem Mann, „da musste ich ihn operieren. Ich habe seine Rückennaht aufgetrennt und ihm eine Spritze aus dem Spielzeug-Arztkoffer unseres Sohnes verpasst. Danach habe ich ihn mit alten, aber sauberen Socken ausgestopft. Etwas anderes hatte ich auf die Schnelle nicht zur Hand. Nach dem Zunähen war er wieder kugelrund und sah auch gleich wieder fröhlicher aus. Und auch unser Sohn war froh über die glücklich verlaufene Operation.“
„Gibt es Jonas eigentlich noch?“
„Selbstverständlich! Er liegt im Einbauschrank im obersten Stockwerk und wartet darauf, dass er wieder herausgeholt wird und von den noch nicht geplanten und ungeborenen Kindern unseres Sohnes geknuddelt wird.“
„Also von unseren zukünftigen Enkelkindern, denen Du dann die Geschichte von Jonas erzählen kannst“, freut sich mein Mann. „Übrigens: Hattest Du auch ein Lieblingsstofftier?“
„Na, aber sicher doch! Davon habe ich doch schon erzählt (Jetzt fängt mein neues Leben an) und eigentlich müsstest Du es wissen.“
„Ach ja, ich erinnere mich. Du hast mal etwas von dem dicken gelben Bär erzählt. Wie hieß er noch mal gleich?“
„Chruschtschow!“*
„Wie der sowjetische Politiker?“, werde ich von Peter gefragt, dem ich zwar die Geschichte schon mehrmals erzählt habe, der aber anscheinend dies noch einmal hören will.
„Meine Mutter hatte eine Tante in der ehemaligen DDR und wir schickten immer Pakete mit Kaffee, Schokolade und Strumpfhosen an sie. Die Tante wiederum schickte für mich Geschenke, wie zum Beispiel Kinderspiele. Eines Tages kam jedoch ein großer dicker gelber Teddy an. Irgendwie habe ich wohl den Namen Chruschtschow* aufgeschnappt, weil irgendjemand meinte, es gebe da gewisse äußerliche Ähnlichkeiten*. Und schon hatte mein Teddy einen Namen: Chruschtschow*. Ich war damals erst ungefähr zwei Jahre alt und konnte diesen schwierigen Namen schon aussprechen. Immer, wenn ich gefragt wurde, wie mein Teddy denn heißen würde, antwortete ich mit diesem Namen und meine Eltern waren in Erklärungsnöten.“
„Toll!“, meint Peter. „Wir haben also unsere ganz persönlichen Lieblingskuscheltiere und sogar noch die jeweilige ganz persönliche Geschichte dazu. Das musst Du unbedingt aufschreiben, damit es nicht in Vergessenheit gerät und vor allem, damit wir es später unseren Enkelkindern erzählen können.“
„Ich bin schon ganz gespannt darauf, welche Lieblingskuscheltiere sie haben werden und was diese Liebe auf den ersten Blick auslösen wird.“

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Jetzt fängt mein neues Leben an

Peinlich, peinlich

Timo und die kleinen Tierchen in meiner Küche

 

*Dies ist keinerlei politische Wertung oder Anspielung.

Affenliebe

Affenliebe ist in unserem Sprachgebrauch oftmals eine übertriebene und erdrückende Liebe zu einem Kind. Ich habe im Rostocker Zoo eine Affenliebe beobachtet und fand sie eigentlich sehr rührend.  Sie hat mich sehr stark an menschliches Mutter-Kind-Verhalten erinnert. Auch fand ich die Affenliebe in diesem Fall nicht erdrückend, sondern sie hat nur behütend auf mich gewirkt. Ich möchte Euch die Fotos, die ich von diesen Mutter-Kind-Zärtlichkeiten gemacht habe, nicht vorenthalten. Schaut mal her, sind die Beiden nicht liebevoll miteinander?!

 

Ach nein, bitte nicht verstecken! Ich möchte dich doch mit deiner Mama fotografieren.

 

1200px-_DSC2565

Na gut, dann schaue ich mal ganz vorsichtig heraus! So, schnell mach dein Foto!

 

1200px-_DSC2566

Was ist denn dort drüben los? Da muss ich doch mal genauer hinschauen.

1200px-_DSC2571

Na, mein Kleiner! Komm her, Mama möchte gerne mit dir kuscheln!

1200px-_DSC2572

Oh ja! Kuscheln ist schön! Ich hab dich ja so lieb Mama!

1200px-_DSC2574

Mama, hast du auch was zu trinken für mich!

1200px-_DSC2567

1200px-_DSC2568

Ich pass inzwischen gut auf, dass dich niemand beim Trinken stört!

1200px-_DSC2570

Jetzt bin ich satt und mutig und nun lasse ich mich auch in meiner vollen Schönheit fotografieren. Sicherheitshalber bleibe ich aber doch ganz dicht bei meiner Mama.

1200px-_DSC2564

Sie beschützt und behütet mich nämlich immer. Da kann ich mich ganz sicher fühlen.

1200px-_DSC2573

Wie ähnlich sie uns doch sind. Oder sind wir ihnen ähnlich?

 

Schaut doch auch mal hier herein:

Hereinspaziert! (1)

Herzlich willkommen! (2)

Kennt ihr mich noch? (3)

 

Flie

Seltsam, aber irgendwie werden die Tiere immer kleiner, von denen ich berichte. Nach Emma, der Maus ist heute Flie, die Fliege an der Reihe. Ihr fragt, wie ich darauf komme? Ganz einfach. Schaut mal ganz genau die Fotos vom Haus der Familie Maus an. Könnt Ihr sie sehen? Auf dem Tisch sitzt eine Fliege. Das war wohl Flie, bei einem ihrer Abenteuer. 

FLIE

FLIE, DIE FLIEGE SITZT MAL DA, MAL DORT,
SCHON IST SIE WIEDER AN EINEM ANDEREN ORT.
GERADE SASS SIE AUF OMAS NEUER VASE,
DOCH JETZT LÄSST SIE SICH NIEDER AUF OPAS NASE.
ER VERSCHEUCHT SIE MIT DER HAND,
SO NIMMT FLIE PLATZ AN DER WAND.

AUCH HIER HÄLT SIE ES NICHT LANGE AUS,
DENN OMA BRINGT SUPPE FÜR OPA KLAUS.
SOFORT ERKENNT SIE DEN KÖSTLICHEN DUFT
UND ERHEBT SICH GESCHWIND IN DIE LUFT.
IHRE FLÜGEL KRÄFTIG SCHWINGEN,
ABER AUCH DIE LANDUNG MUSS GELINGEN.

DREIMAL UMRUNDET SIE DEN TISCH.
„NA WARTE, WIR KRIEGEN DICH!
DIES IST ALLEIN NUR UNSER MITTAGSSCHMAUS,
VERLASSE SOFORT DAS ZIMMER UND DAS HAUS!“
FLIE ERHÄLT EINEN TÜCHTIGEN WISCH
UND ÜBERLÄSST DEN BEIDEN DEN TISCH.

DOCH FLIE HAT EINEN PLAN,
SIE TREIBT DIE BEIDEN IN DEN WAHN.
UMSCHWIRRT BRUMMEND IHRE KÖPFE,
SETZT SICH AUF STUHL, HERD UND TÖPFE.
OPA VOLLER WUT UND ÄRGER UM SICH BLICKT,
DIE OMA NACH DER FLIEGENKLATSCHE SCHICKT.

OMA SCHWINGT DIE KLATSCHE HIN UND HER,
FLIE ENTWISCHT, FLIEGT KREUZ UND QUER.
„ÄTSCH, KOMMT NUR HER,
IHR KRIEGT MICH NIMMERMEHR!
ICH BIN EH‘ FLINKER ALS IHR ZWEI,
ALSO LASST GERENNE UND GESCHREI!“

FLIE NOCHMALS EINE LETZTE RUNDE DREHT,
DANN AUF DEM TELLERRAND SPAZIEREN GEHT.
IHREN RÜSSEL IN DIE SUPPE STECKT.
OH, WIE ES IHR SCHMECKT!
OPA ENTREISST DER OMA DIE KLATSCH‘
UND SCHON MACHT ES PLATSCH!

DIE SUPPE SPRITZT AN OPAS KINN
UND AUCH SONST NOCH ÜBERALL HIN.
FLIE HAT JEDOCH GANZ ENTSPANNT,
DIE GEFAHR FRÜHZEITIG ERKANNT.
LECKT NUN VON DER TISCHDECKE
ALL DIE LECKEREN SUPPENFLECKE.

„LECKER, WO GIBT ES MEHR?
ICH MAG DIESE SUPPE SEHR!“
SCHNELL HIN ZUR SUPPENSCHÜSSEL,
UND HINEIN MIT DEM FLIEGENRÜSSEL.
DOCH NIEMALS FLIEG MIT VOLLEM BAUCH!
DAS MERKT FLIE ZU SPÄT NUN AUCH.

SIE MEHR UND MEHR ZU TORKELN BEGINNT
UND KAUM NOCH AN HÖHE GEWINNT.
IM STURZFLUG NACH UNTEN ES GEHT,
DA HILFT AUCH KEIN STOSSGEBET.
FLIE SCHON IHR ENDE SIEHT GEKOMMEN,
SIE FÜHLT SICH GANZ UND GAR BENOMMEN.

KURZ VOR DEM AUFPRALL,
STOPPT JEDOCH IHR TIEFER FALL.
RETTENDE HÄNDE FANGEN SIE EIN,
BEVOR SIE IN DIE SUPPE TAUCHT HINEIN.
FRITZ, DES NACHBARS BENGEL
IST DER FLIEGE ENGEL.

ER BRINGT SIE SCHNELL HINAUS
AUS BESAGTER KÜCHE UND HAUS.
FLIE NUN VOLLER GLÜCK,
WIRFT KEINEN BLICK ZURÜCK.
SCHON ENTBRENNT IN IHR DAS FEUER.
AUF ZUM NÄCHSTEN GROSSEN ABENTEUER!

 

Vielleicht möchtet Ihr noch das lesen:

Die Dreivasengeschichte

Immer rund herum

Von der Sonnenuhr zur Poesie