Kurzgeschichten, Reisen
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Vorsicht Affen!

So ist das manchmal, das Eine löst das Andere aus. Ich habe doch neulich von Lizzy Langhals berichtet, die wir in Bangkok getroffen haben. Viele von Euch haben diesen Post gelesen und kommentiert. Kerstin (traeumerle lunze) hat mir geschrieben, dass sie sich ebenfalls an ein Erlebnis mit einer Giraffe erinnern kann, die bei einer Autofahrt durch einen Safaripark die Scheibe mit ihrer langen Zunge abgeleckt hat. Sie hat mir sogar ein tolles und lustiges Foto davon zugeschickt. Dieses Foto löste in mir wiederum eine Erinnerung aus. Aber auch in Kerstin. Somit erzählen wir Euch heute in Absprache jeder auf seinem Blog eine persönliche Erinnerungs- Affengeschichte:

Vor achtzehn Jahren verbrachten wir unseren Sommerurlaub auf der schönen Mittelmeerinsel Mallorca. Unser Sohn Timo war damals gerade erst acht Jahre. Wenn man mit Kindern im Urlaub ist, dann möchte man ihnen auch etwas zeigen und Unternehmungen machen, die ihnen Spaß bereiten. Am Morgen des besagten Tages konnten wir noch nicht ahnen, dass wir mit unserem Vorschlag für das Tagesprogramm den absoluten Volltreffer landen würden.
„Was wollen wir heute unternehmen?“, fragte ich während des Frühstücks meine beiden Männer. „Sollen wir am Strand bleiben oder mit unserem Mietwagen die Insel erkunden?“
„Ach, ich will eigentlich nicht wieder nur an unserem Strand bleiben“, verkündete mein Göttergatte. „Wir können uns doch einen anderen Strand suchen!“
Da unser Sohn noch sein Nutellabrot mampfte, ergriff ich die Gelegenheit den beiden schnell einen anderen Vorschlag zu unterbreiten.
„Was haltet ihr von diesem Safaripark? Timo würde Dir das gefallen?“
Ich reichte ihm das Prospekt, das ich im Hotelfoyer entdeckt hatte. Die Fotos von den verschiedenen Tieren weckten sofort sein Interesse und so beschlossen wir unsere Sachen zu packen, um zu dem besagten Tiergehege in Sa Coma zu fahren.
Dort angekommen mussten wir wiederum eine Entscheidung treffen.
„Wollen wir mit dem Bus die Safaritour machen?“, fragte ich.
„Ach, Quatsch!“, erklärte mein Mann, während dies Timo ganz egal zu sein schien. Er rutschte nur unruhig auf der Rückbank hin und her, weil er schon ganz aufgeregt war.
„Eine Safari macht man im Auto und nicht im Bus“, beschloss mein Mann. „Wozu noch einmal extra bezahlen, wenn wir sowieso ein Gefährt haben und man damit reinfahren darf.“
Die Bedingung für die Durchfahrt mit dem PKW war allerdings, dass man die Fensterscheiben geschlossen halten musste.
„Mach dein Fenster hinten bitte auch zu!“, forderte ich Timo auf. „Immerhin sind das alles gefährliche Tiere. – Schau mal, dort vorne sind schon die Löwen!“
Timo presste seine Nase an die Fensterscheibe und bestaunte die Tiere. Sicherlich fühlte er sich wie bei einer richtigen Safari. Wir begegneten u.a. Giraffen, Löwen, Zebras, Antilopen, und auch ein Strauß spazierte vor uns über den Weg. Obwohl Timo diese Tiere alle schon im Zoo gesehen hatte, war es ein besonderes Erlebnis diese jetzt auf (fast) freier Wildbahn zu erleben.
„Sag nur, hier gibt es keine Affen?“, fragte mein Peter sichtlich enttäuscht.
Man muss dazu sagen, dass er ein absoluter Affenfan ist. Er kann ihnen ewig zuschauen und hat seine Freude dabei. Doch bisher hatten wir noch keine entdeckt.
„Du musst da hin fahren!“, sagte Timo und deutete auf ein Schild, auf dem ein Affe abgebildet war, der nach rechts zeigte.
Also fuhren wir in diese Richtung und suchten mit den Augen sämtliche Bäume ab.
Doch wir mussten gar nicht nach oben schauen. Plötzlich waren wir umzingelt von Affen aller Größen. Wir hielten an, denn schließlich wollten wir keines dieser Tiere umfahren. Sofort kamen sie auf unser grünes Auto zugerannt. Es schien auf sie wie ein Magnet zu wirken. Doch das war nicht alles. Sie krabbelten auf die Motorhaube und schauten zur Windschutzscheibe herein. Auge in Auge waren wir uns nun gegenüber. Man hätte sich tatsächlich die Frage stellen können, wer jetzt wen begaffte. Allerdings stellte sich auch noch die Frage, ob die Affen außerhalb oder innerhalb des Autos waren, denn wir versuchten die Tiere mit allen möglichen Grimassen und Gesten zu motivieren auf eben diese zu reagieren.
Jetzt kamen auch noch andere, die sich neugierig an die Beifahrer- und die Fahrertür hängten und an die Scheibe klopften. Selbstverständlich klopfte nicht nur Timo zurück. Wir hatten unseren Spaß, das muss man wirklich zugeben. Weiterhin mussten wir uns eingestehen, dass wir froh waren geschützt in unserem Käfig, sprich Auto sitzen zu können und nicht den Übergriffen der Affen ausgesetzt waren. Wir wähnten uns also in Sicherheit und die Affen vorne, links und rechts verstanden es auch hervorragend uns abzulenken.
Wir lachten und alberten in unserem Gefährt herum, bis auf einmal Timos entsetzter Schrei ertönte:
„Achtung! Da oben!“
Der Schreck und die Erkenntnis fuhren uns gleichzeitig schlagartig in die Glieder. Der Blick nach oben offenbarte uns das ganze Ausmaß unserer nicht gerade besonders berauschenden Situation. Während wir mit den Affen zu unserer Linken und Rechten kleine lustige Spielchen gemacht hatten, hatten sich zwei dieser flinken Kletterer auf unser Autodach geschwungen. Das wäre ja im Grunde genommen auch kein Problem gewesen, hätte nicht das offene Schiebedach existiert, durch welches bereits ein Affe versuchte in das Innere des Autos zu gelangen. Wie hatten wir nur vergessen können dieses zu schließen? Doch alle Fragen und alle Wenns und Abers nutzten jetzt nichts mehr. Im Moment war nur Handeln angesagt. Und das ziemlich schnell!
„Schnell! Zuschieben! Alle mithelfen!“, kommandierte Peter.
Mit vereinten Kräften zerrten wir von innen am Schiebedach, um dieses zu schließen. Inzwischen zerrten allerdings auch zwei Affen von außen am besagten Schiebedach, um dieses offen zu halten.
So zogen wir von innen in die eine Richtung und die Affen oben auf dem Dach in die andere Richtung. Wenig Kraft hatten die beiden Affen nicht.
„Fester! Die haben nämlich ordentlich Kraft!“, rief Peter und stemmte mit aller Gewalt dagegen.
Außerdem schienen wir nur ihren Eifer und das Bestreben das Schiebedach offen zu halten, anzuspornen.
Während die Affen auf dem Dach sich ärgerten, dass wir das Dach schließen wollten, ärgerten wir uns, dass sie uns dies nicht gestatteten. Größer als unser Ärger war jedoch unsere Angst, sie könnten es in das Innere unseres Autos schaffen. So entwickelten wir ungeahnte Kräfte und schafften es schließlich das Schiebedach zu schließen.
Enttäuscht trommelten die beiden Affen auf dem Dach herum, denn sie waren die Verlierer. Zum Glück! Ich wage es mir nicht vorzustellen, was passiert wäre, wenn sie gesiegt hätten. Wir wären die wahren Verlierer gewesen und hätten mit Sicherheit nichts mehr zu lachen gehabt.
Jetzt allerdings ließen wir uns erleichtert in die Sitze zurückfallen. Nach einer kurzen Verschnaufpause lachten wir alle drei glücklich los.

 

Kerstin und ich haben uns abgesprochen und so hat auch sie heute eine  Affengeschichte eingestellt. Schaut doch auch einmal bei ihr vorbei:

traeumerle lunze

Wenn Ihr Lust habt, dann könnt ihr bei mir auch noch folgende Tiergeschichten lesen:

Mopsi&Filou

Dreibein&Co

24 Kommentare

  1. Guten Morgen, da bin ich! Und ich bin am Lachen. Ja man kann unheimlichen Spaß haben, aber auch Schreckmomente erleben.
    In solch einen Safaripark würde ich gern mal wieder gehen. Heut würde ich unzählige Fotos machen, damals mit einfachem Fotoapparat gab es nur paar Schnappschüsse.
    Liebe Grüße in den Tag von Kerstin.

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Kerstin,
      ich war schon bei Dir und habe mit Begeisterung Deine Fotos betrachtet und Deinen Bericht dazu gelesen. Man sieht, ihr hattet eine Menge Spaß. Leider sind meine Fotos von damals ganz schlecht, da sie nicht nur mit einer einfachen Kamera, sondern auch noch durch die Fensterscheibe gemacht wurden. Aber ich denke, das wichtigste sind die tollen Erinnerungen.
      Der Safaripark damals auf Mallorca ist nun nicht zu vergleichen mit dem Park, den ihr besucht habt, allerdings kann man wohl in beiden Parks viel Spaß haben und viel erleben, wie man bei uns beiden sieht.
      Ich freue mich, dass wir dieses kleine gemeinsame „Projekt“ heute gemacht haben und vielleicht zeigen tatsächlich noch andere ihre Fotos.
      LG
      Astrid

  2. Diese Not kann ich mir gut vorstellen, liebe Astrid,
    so nett diese Tiere auch sind, wenn man sie betrachtet, so möchte ich sie dennoch nicht im Auto haben.
    Wir haben hier ganz in unserer Nähe einen Safari-Park, den wir mit den Kindern häufig besucht haben. Natürlich waren die Affen ebenfalls die Attraktion!
    Herzliche Grüße
    Regina

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Regina,
      die Affen sind schon in gewissen Punkten uns Menschen sehr ähnlich, – oder ist es anders herum? 😉 Jedenfalls können diese Tiere ganz schnell begeistern. Allerdings bei uns im Auto hätte ich sie nicht haben wollen, denn sicherlich hätten sie nicht so brav dagesessen, wie z.B. der Affe auf Kerstin’s Foto.
      Ich grüße Dich ganz herzlich
      Astrid

  3. Liebe Astrid, um Himmels willen! Was für eine Situation! Ich musste allerdings ziemlich lachen (ich hoffe , Du verzeihst..;-) , wenn ich mir vorstelle, wie die beiden Affen und ihr um dieses Schiebedach gerungen habt. Das wäre eine saugute Szene für einen Film. Kennst du die Griswolds aus dem Film „schöne Bescherung“? Die hätten das auch filmreif hingekriegt.
    Zum Glück habt Ihr gewonnen. LG Tanja

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Tanja,
      klar verzeihe ich Dir! Wir konnten hinterher ja auch darüber lachen und heute erst recht. Nur wenn Du in der Situation steckst, hast Du weder die Nerven noch die Zeit zum Lachen. Es muss einfach nur gehandelt werden. Und filmreif wäre so manche Situation aus unserem Leben 😉 , denke ich manchmal. Diesen Film kenne ich noch nicht, aber ich werde ihn mir sicherlich besorgen, denn nun bin ich neugierig geworden.
      Übrigens bin ich froh, dass wir dieses Gerangel gewonnen haben, denn es wäre nicht nur eng geworden in dem Auto 🙂
      LG
      Astrid

  4. Aber Vorsicht mit dem Film. Der ist nicht jedermanns Geschmack. Dies ist keine Empfehlung im engeren Sinn. 😉 Ich guck den nur zu Weihnachten und die Gags sind teilweise einfach nur bescheuert, gehören zu meinem Weihnachten aber dazu wie Wein und Kekse. LG Tanja

    • Astrid Berg sagt

      Ich habe gerade unseren Sohn nach dem Film gefragt und er hat mir auf die Sprünge geholfen. Klar kenne ich den und ich glaube Weihnachten werden wir uns den mal wieder ausleihen. Zum Lachen sollte man jede Möglichkeit ergreifen 😉
      LG und einen schönen Freitag
      Astrid

  5. Hallo Astrid,

    *lach* für Euch war es sicherlich damals nicht so lustig wie es sich für mich heute liest 😉 Aber ich stelle mir den Kampf mit den Affen gerade bildlich vor *g*

    Als Kind gab es in unserer Nähe auch einen Safaripark, da fuhr man am Anfang mit dem Auto durch die Löwengehege und später dann mit dem Zug.

    So als kleiner Bub spazierte ich damals ungehindert unter einer Giraffe herum *lach* heute kaum mehr vorstellbar 😉

    Liebe Grüße
    Björn 🙂

    • Astrid Berg sagt

      Hallo Björn,
      Dein Lachen kann ich voll und ganz nachvollziehen. Wir lachen ja auch darüber, nur in dem besagten Augenblick war an lachen nicht einmal zu denken.
      Oh Gott, Du bist unter einer Giraffe herum gelaufen?! Ich glaube als Mutter wäre ich in Panik ausgebrochen und gleich hinterher marschiert. Wahrscheinlich ging es Deiner Mutter ähnlich. Wir Mütter sind uns doch alle sehr ähnlich 😉
      LG
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Hallo Klaus,
      ich freue mich schon auf die nächsten Witze auf Deinem Blog.
      Schönes Wochenende
      Astrid

  6. Liebe Astrid, das war ja wirklich spannend, was ihr da erlebt habt.
    Wahnsinn, welche Kraft sie aufbringen können. Da merkt man das mal richtig.
    Gut dass euer Sohn hinten saß und es bemerkt hat.
    deine Bärbel

    • Astrid Berg sagt

      Ja, liebe Bärbel,
      hätte er es nur einen Augenblick später bemerkt, hätten wir einen neuen Mitfahrer gehabt und das wäre alles andere als lustig gewesen.
      LG
      Astrid

  7. Martina sagt

    Ach du liebe Zeit! Ein offenes Schiebedach. Da wähnt man sich in Sicherheit und dann das!! Hier in unserer Nähe gibt es auch einen Safaripark. Mein Mann würde dort aber nieeeemals mit seinem eigenen Fahrzeug fahren. Man kann nie sicher sein, das Gelände ohne Beule wieder zu verlassen. – Für uns Leser war es natürlich toll, dass ihr dieses Erlebnis hattet und du uns so davon berichten konntest!!! Ein sonniges Wochenende! Martina

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Martina,
      nach so langer Zeit betrachtet, kann ich auch sagen, dass es ein tolles Erlebnis war. Nur in der unmittelbaren Situation war es schon aufregend und gelacht haben wir erst hinterher.
      Ich wünsche Dir ebenfalls ein sonniges Wochenende und schicke Dir liebe Grüße
      Astrid

  8. Liebe Astrid,

    das ist eine herrliche Geschichte! Ich habe sehr gelacht 😀

    Bloß gut, dass Ihr das noch rechtzeitig gemerkt habt.

    Liebe Grüße
    Sarah

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Sarah,
      oh ja! Gut, dass wir es rechtzeitig bemerkt haben, denn sonst wäre meine Geschichte nicht so lustig geworden und überhaupt wäre das ganze Erlebnis anders verlaufen. Glück gehabt!
      LG
      Astrid

  9. Mit Affen kann ich leider nicht dienen, aber demnächst mit Nutria aus dem Spreewald. Wir haben am vergangenen Donnerstag mal wieder einen wunderbaren Tag in Schlepzig verbracht.

    LG Anna-Lena

    • Astrid Berg sagt

      Schlepzig haben wir erst vor ungefähr zwei oder drei Jahren entdeckt. Ich bin gespannt, was Du zu berichten hast.
      LG
      Astrid

  10. Liebe Astrid, einen herzlichen Sonnengruß zum Wochenanfang.
    Das war ja ein äußerst riskantes Erlebnis.
    Ich wünsche eine gute Woche.
    Tschüssi Brigitte

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Brigitte,
      das stimmt. Wir waren es damals nicht gewohnt ein Auto mit Schiebedach zu fahren und deshalb haben wir vergessen es zu schließen. Aber es ging ja alles gut.
      LG
      Astrid

  11. Liebe Astrid, gestorben wäre ich! Ich habe so schiss vor Wildtieren. Eine Safari wäre nichts für mich. Seit ich dieses riesen Affenvieh aus nächster Nähe im Frankfurter Zoo erleben dürfte, ist es noch schlimmer geworden. Liebe Grüße Eva

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Eva,
      eine richtige Safari wäre auch nicht unbedingt mein Traum, aber das war nur eine Minisafari 🙂
      Deine Angst kann ich verstehen und besonders nach so einem Erlebnis.
      LG
      Astrid

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