Neueste Artikel

Emmas neues Zuhause

Ich habe Euch das letzte Mal etwas versprochen und Versprechen muss man halten. Deshalb will ich Euch heute zeigen, wo die Ateliersmaus Emma ein neues Zuhause gefunden hat.* Wir waren für ein paar Tage an der Ostsee und haben in Rostock auch den Zoo besucht. Wir waren schon auf dem Weg zu einem der Ausgänge, als uns unser Weg an einem Holzhaus vorbeiführte.

Vielleicht wären wir achtlos weiter gegangen, hätte nicht ein Schild unsere Aufmerksamkeit erregt. Und schon beim Betreten des Hauses wurde in meinem Kopf die Geschichte von der Ateliersmaus Emma geboren, die ich Euch das letzte Mal vorgestellt habe.

Mit ein bisschen Fantasie könnt Ihr Euch jetzt vorstellen, dass Markus mit Emma in der Hand und seiner Großmutter dieses Holzhaus erspäht haben.

1200px-_DSC2662

Sie lesen das Schild …

1200px-_DSC2661

…und sehen die lustigen Mäuseabbildungen an den Außenwänden:

1200px-_DSC2658 Kopie

1200px-_DSC2657

Sogar die Mickey Mouse ist dabei.

1200px-_DSC2660

Einladend steht die Haustür der Familie Maus offen und die Drei treten ein. Was sie sehen, übertrifft alle ihre Erwartungen. Sie stehen nämlich mitten im Wohnzimmer von Familie Maus.

1200px-_DSC2663

Der Tisch ist schon zum Festschmaus gedeckt und ein paar Mitglieder der Familie Maus suchen sich bereits ein paar leckere Happen zum Verspeisen.

1200px-_DSC2668

Emma beginnt in der Hand von Markus zu zappeln, denn alles ist einfach zu verlockend für sie. Außerdem fängt ihr Magen zu knurren an. Markus setzt sie auf den Boden und schwuppdiwupp macht sie sich auf den Weg zum Tisch und klettert das Seil zur Tischplatte hoch.

1200px-_DSC2646

So ein Bissen von dem knusprigen Brot, das wäre jetzt etwas für Emma.

1200px-_DSC2655 Kopie

Aber auch andere Leckerbissen stehen auf dem Tisch.

1200px-_DSC2623

Ein Mitglied der Familie Maus steht bereits vor dem gefüllten Teller und Emma gesellt sich dazu. Die Beiden futtern sich den Bauch tüchtig voll.

1200px-_DSC2626

1200px-_DSC2627

Aber Emma ist auch durstig. Dort drüben hat sie eine Tasse mit köstlichem Wasser entdeckt. Wenn sie sich reckt und streckt, dann kann sie daraus trinken.

1200px-_DSC2650

Ob die Tasse wohl kippt, wenn Emma am Tassenrand spazieren geht?

1200px-_DSC2649

Frisch gestärkt muss Emma den Rest des Wohnzimmers auch noch erkunden.

1200px-_DSC2629

Überall haben sich die Familienmitglieder versteckt. Im Schrank,…

1200px-_DSC2638 Kopieneben dem Fernseher,…1200px-_DSC2670…aus allen Ecken und Möbelstücken tauchen sie plötzlich auf.1200px-_DSC2674

1200px-_DSC2641 Kopie1200px-_DSC2645 Kopie

 

 

 

 

 

1200px-_DSC2642

Emma fühlt sich in dem Haus der Familie Maus richtig wohl. Sie ist freudig aufgenommen worden und ist froh nun hier leben zu dürfen.*1200px-_DSC2647

Und habe ich Euch zuviel versprochen? Sie sind doch alle total süß, oder?! Solltet Ihr einmal nach Rostock kommen, dann müsst Ihr unbedingt im Zoo das Haus der Familie Maus besuchen. Und grüßt all die süßen Mäuslein von mir!

 

Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:

Der Verfolger

Igitt! Muss das sein?

Unfassbar

*Selbstverständlich hat niemand eine Maus im Rostocker Zoo ausgesetzt, aber dieses Haus steht tatsächlich dort und hat mich zusammen mit dem Foto der Ateliersmaus zu der Geschichte von Emma animiert.

Emma

Meine heutige Geschichte gehört zwar in die Kategorie „Erdachtes“, beinhaltet aber trotzdem einige wahre Momente. So hat mir eine gute Freundin ein Handyfoto zugeschickt, das ich als heutiges Beitragsfoto genommen habe. Weiterhin hatten wir am letzten Tag unseres Kurzurlaubes an der Ostsee ein schönes Erlebnis. Beide Begebenheiten haben mich dazu veranlasst die folgende Geschichte zu schreiben. Mehr verrate ich Euch heute noch nicht. Na, neugierig geworden? Dann lest einfach weiter und kommt auch das nächste Mal wieder vorbei: 

„Hey! Wer bist du denn?“

 

„Sag nur du kennst mich nicht?“
„Bist du etwa die Ateliersmaus?“
„Na also, du kennst mich ja doch!“
So begann eine großartige Freundschaft. Eine Freundschaft zwischen mir und einer kleinen Maus. Sie lebte in einem Atelier, ganz hinten in einer Ecke. In der Fußbodenleiste war ein kleines Loch und dort hinein verkroch sie sich immer, wenn Trubel im Atelier herrschte. Vorsichtig guckte sie immer heraus und beobachtete das Treiben. Nichts entging ihr. Und so merkte sie auch sofort als ich einen Teller mit leckerem Kuchen auf meinen Arbeitstisch stellte. Doch schon nach dem zweiten Bissen klingelte mein Handy und ich verließ kurz zum Telefonieren das Atelier. Immerhin wollte ich die anderen nicht beim Arbeiten stören.
Als ich wieder zu meinem Arbeitsplatz zurückkehrte, musste ich feststellen, dass sich ein kleines niedliches Tierchen an meinem Kuchen gütlich tat. Vorsichtig trat ich näher und stellte das süße kleine Mäuschen zur Rede.
„Schämst du dich denn gar nicht, dich so einfach über meinen Kuchen herzumachen?“
„Bitte, bitte, tu mir nichts! Ich hab doch so großen Hunger!“
Ja, da saß sie nun und beobachtete mich mit ihren Knopfäuglein ganz ängstlich. Und auch ich konnte meinen Blick nicht von ihr wenden. Ich gestehe, auch ich hatte ein wenig Angst. Warum nur, frage ich mich. Was sollte mir dieses kleine Wesen tun? Nichts! Und das tat sie auch. Aber auch ich tat ihr nichts. Ich ließ sie einfach weiter meinen Kuchen futtern.
Von diesem Tag an brachte ich immer eine kleine Leckerei mit und stellte sie so auf meinen Arbeitstisch, dass das Mäuschen sie auch von ihrem Mauseloch aus sehen konnte. Und tatsächlich sie wagte sich aus ihrem Versteck und krabbelte auf meinen Arbeitstisch. Mit der Zeit verlor sie die Angst vor mir und ich vor ihr.
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte ich sie eines Tages.
„Emma, ich bin Emma!“, antwortete sie mir und fiepte dabei ein kleines bisschen.
Emma wuchs mir sehr ans Herz und ich glaube, ich ihr auch. Sie verlor vollkommen jegliche Angst und Scheu auch den anderen Ateliersbesuchern und -mitarbeitern gegenüber. Und von allen erhielt sie Leckereien. Es ging ihr richtig gut, wären da nicht die herannahenden Ferien gewesen.
„Was, ihr wollt alle weg und lasst mich ganz alleine hier?“
„Wir kommen doch wieder!“, versuchte ich sie zu trösten, aber ich verstand ihren Kummer. Auch mir tat der Abschied leid. Doch ich konnte sie nicht einfach mitnehmen.
Als könne Emma meine Gedanken lesen, fiepte sie mir eine Bitte ins Ohr. Sie saß auf meiner Schulter und piepste in den höchsten Mäusetönen.
„Bitte, bitte nimm mich mit! Ich will nicht alleine sein und außerdem muss ich ja dann verhungern!“
„Solltest du dir nicht lieber einen Mäusemann suchen und eine Familie gründen?“, fragte ich Emma.
„Oh ja, das wäre schön!“, meinte sie leise und sah ganz verträumt aus.
„Aber wo soll ich den denn finden? Da draußen werde ich nur gefangen oder totgefahren. Hier war ich die ganze Zeit in Sicherheit und hier geht es mir doch gut.“
„Alleine kannst du hier nicht bleiben und mitnehmen kann ich dich auch nicht einfach. Das wäre auch kein schönes Mäuseleben“, erklärte ich ihr.
Da ich allerdings ihren tieftraurigen Blick sah, fügte ich schnell hinzu:
„Ich komme morgen vor meiner Abreise noch einmal vorbei. Vielleicht ist mir bis dahin eine Lösung eingefallen.“
Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen, denn meine Gedanken kreisten ständig um Emma. Was sollte ich nur mit ihr machen. Am nächsten Morgen schon wollte ich an die Ostsee fahren. Einen Zwischenstopp würde ich bei meiner Oma einlegen. Ob sie sich vielleicht um Emma kümmern könnte? Ganz früh am Morgen griff ich nach dem Telefon und wählte die Nummer meiner Oma.
„Ach Markus, das ist aber schön, dass du mich besuchen möchtest. Ich freue mich schon!“
„Ich freue mich auch, aber da gibt es im wahrsten Sinne des Wortes ein klitzekleines Problem.“
Ich erzählte meiner Oma von Emma. Sie hörte mir stillschweigend zu. Noch bevor ich sie fragen konnte, ob sie vielleicht für ein paar Wochen Emma in Pflege nehmen könnte, machte sie mir einen Vorschlag.
„Ach Markus, bring Emma ruhig mit. Ich glaube ich habe da eine ganz prima Idee.“
Mehr verriet mir meine Großmutter nicht, aber ich war mir sicher, dass sie Emma helfen würde. Also besorgte ich mir in der Zoohandlung einen kleinen Käfig, holte Emma aus dem Atelier und verfrachtete den Käfig mitsamt der kleinen süßen Maus auf dem Rücksitz meines Autos.
Als ich bei meiner Oma ankam, stand sie schon in ihrem schönsten Sonntagskleid und der Handtasche um den Arm in ihrem Hausflur.
„Lass Emma gleich im Auto, wir wollen mit ihr einen Ausflug machen. Sie wird sich freuen!“
Ich hatte keine Ahnung, was meine Großmutter vor hatte, aber ich war mir sicher, dass es nur zu Emmas Besten sein würde.
Oma dirigierte mich durch die Stadt hindurch und auf einem großen Parkplatz außerhalb der Stadt sollte ich mein Fahrzeug abstellen und Emma gut geschützt in meine Hand nehmen. Meine Oma führte uns durch einen Wald und ich befürchtete schon ich solle Emma hier aussetzen und den wilden Tieren zum Fraß da lassen. Das hätte ich niemals über das Herz gebracht.
Nach einer Viertelstunde kamen wir an ein Holzhäuschen und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich verstand jetzt, was meine Oma beabsichtigte. An dem Haus war nämlich ein Schild angebracht. Hierauf stand mit großen Buchstaben geschrieben:

Hier in diesem Haus
wohnt Familie Maus.

Die Tür stand sperrangelweit offen und so traten wir gemeinsam mit Emma ein. Was ich sah, übertraf meine kühnsten Erwartungen. Wir standen direkt im Wohnzimmer von Familie Maus. Es war anscheinend eine Großfamilie, denn in allen Ecken wimmelte es von Mäusen. Im Schrank, unter dem Tisch, auf dem Tisch, auf den Stühlen, im Fernseher und aus den Mauselöchern schauten ebenfalls lauter kleine süße Mäuschen hervor.
Emmas Augen wurden immer größer und sie zappelte unruhig in meiner Hand. Und das Schönste war, dass es aus allen Richtungen zu fiepen und zu piepsen begann. Es schien mir als würden alle ganz laut rufen:
„Herzlich willkommen, kleine Emma. Lass dich ruhig bei uns nieder. Hier kannst du bleiben und ein Mitglied unserer Familie werden. Komm schnell zu uns!“
Emma sprang mir fast aus der Hand. Mit sehnsüchtigen Blicken verfolgte sie das Treiben rund um uns herum. Danach warf sie mir einen flehenden Blick zu.
„Ich glaube, liebe Emma, hier kann ich dich getrost lassen. Hier bist du willkommen und hier fühlst du dich wohl!“
Emma fiepte mir ein „Dankeschön!“ und ein „Leb wohl!“ zu.
Sanft setzte ich sie auf den Tisch und streichelte zart über ihr Mausefell.
„Mach es gut, kleine Emma!“
In Sekundenschnelle war Emma umringt von den anderen Mäusen, die sie zu einem festlichen Willkommensmahl mit Brot, Käse, Gemüse und vielen anderen Leckereien einluden. Emma war angekommen und hatte eine Familie gefunden.
„Ich werde dich nie vergessen!“, rief sie mir nach, als ich mit meiner Oma das Haus der Familie Maus verließ.

Das nächste Mal werde ich Euch dieses Haus der Familie Maus zeigen. Ich war nämlich dort und habe ganz viele Fotos mitgebracht. Lasst Euch überraschen. Es wird Euch dort gefallen.

 

Bestimmt möchtet Ihr auch das noch lesen:

Purzel

Der gekaufte Bräutigam

Unser persönliches Spiel mit dem Gedächtnis

 

Zug um Zug

Wir sind wieder zurück. Die kleine Auszeit hat uns sehr gut getan. Die Ostsee hat uns wundervolles Wetter beschert und sich in den schönsten Farben präsentiert. Wir sind viel zu Fuß unterwegs gewesen und hatten keine Minute Langeweile.
An einem der Tage haben wir einen Ausflug mit der Dampflok gemacht, die uns von Bad Doberan über Heiligendamm nach Kühlungsborn und zurück gebracht hat. Vielleicht lag das, was dann passierte an unserer Müdigkeit, vielleicht aber auch an unserer Vergesslichkeit. Ich denke jedoch, dass auch Ihr schon einmal Ähnliches erlebt habt. Ich hoffe es zumindest! 😉
Wir sind total müde und schleppen uns mit letzter Kraft noch in einen Supermarkt, um uns für den Abend noch mit ein paar Getränken einzudecken. Mineralwasser ist bei diesem Wetter ein unbedingtes Muss, aber auch ein Schlückchen Wein ist nicht zu verachten. So stehen wir also vollbepackt an der Kasse. Natürlich ist so kurz vor Feierabend eine Schlange an der Kasse. Wahrscheinlich alles Urlauber, denn die haben ja den ganzen Tag über keine Zeit zum Einkaufen.
Der Herr vor uns scheint ein solcher Geselle zu sein. In kurzen Hosen und Badeschlappen steht er vor uns. Was er einkauft? Keine Ahnung, denn das interessiert uns überhaupt nicht. Wir sind viel zu sehr von seiner Statur beeindruckt. Es ist ein großer und kräftiger Mann, der uns gewaltig überragt. Vermutlich kann er von seinem Aussichtspunkt den gesamten Markt im Überblick behalten. Aber auch durchqueren kann er ihn vermutlich mit wenigen Schritten. Ein Blick nach unten zu seinen Füßen, lässt mich mit offenem Mund dastehen. Mir fällt schlagartig das Wort „Bigfoot“ ein. Dieser Herr lebt wahrhaftig auf großem Fuß.
Ich bin froh, dass er sich nicht umdreht und unsere staunenden und fast schon peinlichen Blicke bemerkt. Aber jetzt müssen wir uns ohnehin auf andere Dinge konzentrieren und haben den Herrn auch schon wieder vergessen.
Als wir später am Abend noch einen kleinen Spaziergang zu einem italienischen Restaurant machen, wird er allerdings zu unserem Gesprächsthema.
„Hast du vorhin die Füße gesehen?“, fragt mein Mann mich unvermittelt und ich weiß auch sofort wessen Füße er meint.
„Wahnsinn, oder!?“, antworte ich und sehe wie mein Gatte grinsend nickt.
„Irgendwie erinnert er mich an jemand?“, sage ich gedankenverloren.
„Weißt du, unser Sohn hatte doch mal einen Schulfreund…“
Mein Peter zuckt mit den Achseln, denn er scheint nicht zu wissen, von wem ich rede. Ich könnte mich selbst ohrfeigen, weil mir überhaupt nicht der Name des ehemaligen Mitschülers unseres inzwischen erwachsenen Sohnes einfällt. Jetzt ist guter Rat teuer.
„Wie soll ich ihm erklären, wen ich meine?“, frage ich mich insgeheim. Aber da kommen mir meine Hände zu Hilfe.
„Weißt du, derjenige, der immer so klein war. Erst war er so…“
Ich halte meine Hand ungefähr auf Schulterhöhe.
„Und später war er dann so…“
Nun versuche ich mit meiner Hand ungefähr zwanzig Zentimeter über den Kopf meines Mannes zu deuten. Dieser ist jedoch in keiner Weise von meinen darstellerischen Fähigkeiten beeindruckt, sondern zuckt nur mit seinen Schultern.
„Keine Ahnung, von wem du sprichst!“
„Doch!“, behaupte ich stur.
„Nein!“, entgegnet er wieder.
Ich bin jedoch felsenfest davon überzeugt, dass mein Peter eigentlich wissen müsste, wen ich meine.
Mir fällt einfach der Name nicht ein. Er liegt mir sozusagen auf der Zunge und ich sehe die betreffende Person klar und deutlich vor meinem inneren Auge.
„Also pass auf“, versuche ich einen erneuten Erklärungsversuch.
„Der Vater von ihm…“, verdammt, mir fällt auch dessen Name nicht ein.
„Wir treffen ihn manchmal zufällig beim Einkaufen…“
Jetzt sollte mein Peter doch endlich wissen, wen ich meine. Aber er schaut mich immer noch ratlos an. Also fange ich wieder an zu gestikulieren.
„Du weißt schon! Der ist so …“, ich zeige mit meinen beiden Händen in die Breite.
„Und auch noch so …“, jetzt schicke ich meine rechte Hand ganz in die Höhe und stelle mich dabei noch auf die Zehenspitzen.
Man sollte es nicht meinen, aber plötzlich beginnen die Augen meines Mannes zu leuchten und ich kann den Groschen, der soeben gefallen ist, förmlich hören.
„Ach, von dem sprichst du! Sag das doch gleich!“
„Geht nicht, weil mir der Name nicht einfällt!“
„Mir auch nicht, aber ich weiß genau, wen du meinst.“
Fast wären in mir Zweifel aufgekommen, ob diese Aussage meines Göttergatten der Wahrheit entspricht oder ob er mich auf den Arm nehmen will. Doch just in diesem Moment kommt eine Beschreibung aus seinem Mund, die nicht zutreffender sein kann.
„Du meinst den, der immer mit Badeschlappen rumläuft!“
„Ja!“, ich bin begeistert.
Ist das nicht toll, wir reden von der selben Person und keiner von uns kann sich an dessen Namen erinnern. Wir haben einfach nur Zug um Zug markante Punkte der betreffenden Person herausgearbeitet und schon waren wir Beide im Bilde. Und das Schönste an der ganzen Geschichte ist, dass mir ungefähr hundert Meter weiter ganz unvermittelt der Name einfällt und er aus meinem Mund nur so heraus sprudelt. Peter und ich grinsen uns zufrieden an und öffnen die Tür zum Restaurant. Der Abend ist gerettet. Kein Grübeln und Kopfzerbrechen mehr, einfach nur noch genießen.

 

Bestimmt möchtet Ihr auch das noch lesen:

Aus vergangenen Zeiten

In den Schuhen des Anderen

Jetzt fängt mein neues Leben an

 

Strandkorbgrüße

Ganz spontan kam uns eine Idee. Wir mussten für einen Tag nach Berlin und danach waren ein paar Tage frei. Warum nicht die Koffer packen und ab an die Ostsee. In ganz Deutschland waren die Wettervorhersagen nicht gerade berauschend, um nicht zu sagen: Ausnehmend schlecht! Zumindest sehr wechselhaft.

Mein Handy zeigte mir allerdings in der Wetterapp für Rostock Sonnenschein an. „Also, worauf warten wir?“, so fragten wir uns und ab ging es nach Rostock und Warnemünde. Und was soll ich sagen? Wir hatten tolles Wetter. Überzeugt Euch selbst.

1200px-_DSC2236

Und farbenfroh ging es hier am Strand zu. Einfach wie im Bilderbuch.

1200px-_DSC2238

„Schnell hin und einen Standkorb mieten!“, beschlossen wir.

1200px-_DSC2200 Kopie

Erst einmal drehten wir ihn in Richtung Sonne und dann ließen wir uns diese ins Gesicht scheinen.

1200px-_DSC2143

1200px-_DSC2239

Unsere  Blicke schweiften umher und was wir sahen, genossen wir in vollen Zügen. Die bunten Fahnen wehten im Wind.

1200px-_DSC2266

Drachen in rot, blau, weiß, gelb, grün schwebten durch die Lüfte.

1200px-_DSC2251

 

 

 

 

 

 

 

 

1200px-_DSC22521200px-_DSC2250
1200px-_DSC2246

Aber auch Möwen kreisten über unsere Köpfe hinweg und ließen sich in unserer Nähe nieder, um gleich darauf wieder die Flügel auszubreiten und sich in die Lüfte zu erheben.1200px-_DSC2233

1200px-_DSC2180

1200px-_DSC2151

1200px-_DSC2192

1200px-_DSC2227

1200px-_DSC2285

Doch auch dieser Tag ging zu Ende. Die Strandkörbe standen wieder verschlossen da und warteten auf den nächsten Tag und die Besucher.

1200px-_DSC2254

Schnell noch einen Blick auf den in Schlaf gefallenen Strand und ganz liebe Grüße an Euch.1200px-_DSC2257

Schaut doch auch mal hier rein:

Im Schatten der Krone

Schwein gehabt

Der Rhododendronpark

 

Kulinarische Köstlichkeiten

Wie Ihr ja wisst, liebe ich das Spiel mit der Sprache. Unsere deutsche Sprache ist reich an bildlichen Ausdrücken, Vergleichen und Redewendungen. Die meisten sind uns ganz geläufig. Wir benutzen sie, ohne viel darüber nachzudenken.  Martina (http://kluempche.blogspot.de) fragte neulich, ob wir die Redewendung „einmal um den Pudding gehen“, kennen würden. Ich kannte sie nicht. Mir fiel aber ein, dass manche Menschen gerne „um den heißen Brei herum reden“. Ich überlegte, ob unsere deutsche Sprache noch mehr bildliche Ausdrücke zu bieten hat, die den kulinarischen Bereich betreffen und wurde fündig. Folgende kleine Unterhaltung bastelte ich daraus:

Erna und Paul haben ihre Freunde Anna und Fritz zum Grillen eingeladen. Eigentlich sind die Vier immer eine lustige Runde und man unterhält sich über dies und das und hat viel Spaß miteinander. Aber irgendwie liegt heute etwas in der Luft, das anfänglich keine richtige Stimmung aufkommen lässt.
Die beiden Frauen bereiten in der Küche den Salat und die Beilagen zu, während sich die Männer draußen im Garten um das Grillen kümmern.
Paul kommt herein und will das Fleisch und die Würstchen holen, dabei vergisst er die Terrassentür zu schließen. Da es gerade an der Haustür klingelt, beschließt er nachzusehen, wer davor steht. Als er die Haustür öffnet, gibt es Durchzug. Augenblicklich ertönt neben ihm die leicht verärgerte Stimme seiner Gattin, die ebenfalls Richtung Haustür geeilt ist:

„Mensch Paul, kannst du nicht die Terrassentür schließen, wenn du rein und rausgehst? Hier zieht es sonst wie Hechtsuppe!“

„Entschuldigung, kommt nicht wieder vor!“, antwortet Paul und im selben Moment schlägt die Terrassentür auch schon mit einem lauten Knall zu.

„Das hat ja ganz schön geknallt!“, sagt der vierjährige Jan aus der Nachbarschaft, der vor der Haustür steht und erschrocken zu Erna und Paul hoch blickt.

„Na, du Dreikäsehoch! Was willst du?“, fragt Paul, der leicht gereizt ist, weil ihn Erna zurecht gewiesen hat.

„Mama hat vergessen Schnittlauch und Petersilie zu kaufen und weil es doch in Eurem Garten so was gibt…“

„Na klar“, sagt Erna. „Geh gleich mit Paul in den Garten, er schneidet dir ein bisschen Schnittlauch und auch Petersilie ab.“

„Kannst du das nicht machen? Du kennst dich doch in deinem Kräutergarten viel besser aus!“, versucht Paul den Auftrag wieder an seine Frau zurückzuschieben.

„Wenn du keine Tomaten auf den Augen hast, dann findest du schon alles!“, erklärt Erna ihrem Gatten und zwinkert ihm zu.

„Tomaten hat die Mama auch eingekauft, die soll ich nicht holen!“, plappert Jan fröhlich weiter, woraufhin Paul in seinen Bart nuschelt:

„Der muss aber auch überall seinen Senf dazu geben!“

Der Kleine hat es allerdings gehört und meint nur ganz kleinlaut:
„Das sagt Papa auch immer!“

„Du hast anscheinend keine Bohnen in den Ohren, denn hören kannst du ganz gut!“

„Was redest du da für einen Unsinn mit dem Jungen?“, weist ihn Erna schon zum zweiten Mal zurecht.

„Du kannst heute aber auch nur mit mir schimpfen!“, entgegnet Paul gereizt.

„Nun spiel mal nicht die beleidigte Leberwurst!“, kontert Erna.

„Wo bleibst du eigentlich mit den Würsten und dem Fleisch?“, ruft es plötzlich von draußen rein.
Fritz wartet nämlich schon eine ganze Weile darauf, dass er endlich mit dem Grillen loslegen kann.

„Warum meckert heute jeder an mir rum?“, fragt sich Paul in Gedanken.

„Habt ihr gerade gestritten, oder warum siehst du so griesgrämig aus?“, erkundigt sich Fritz als Paul endlich mit Jan an der Hand Wurst und Fleisch bringt.

„Nee, wieso?“, gibt er nur mürrisch zurück.

„Naja, ist ja sowieso nicht mein Bier“, erwidert Fritz daraufhin schnippisch.
„Apropo Bier! Kriegt man hier auch mal was zu trinken?“

„Ach, Entschuldigung! Das hab ich ja ganz vergessen. Ich hol schnell für jeden ein Bierchen!“

Es wird dann doch noch ein sehr gemütlicher und geselliger Nachmittag und Abend. Die beiden Grillmeister haben ihre Aufgabe hervorragend gemacht und deshalb spricht Erna zum Schluss noch einen Toast aus:

„Lasst uns das Glas erheben auf unsere Männer,
denn sie sind der Grillkunst wahre Kenner!“

„Hört, hört!“, grinst Paul wie ein Honigkuchenpferd. „Jetzt schmiert sie mir wieder Honig ums Maul!“

„Ach komm!“, schmiegt sich Erna an ihren Mann. „Es ist doch alles wieder in Butter! Wir waren wohl beide nur ein bisschen gereizt.“

„Und ich dachte schon, du würdest dir wünschen, dass ich endlich den Löffel abgebe!“

„So ein Quatsch, Paul! Ich brauch dich doch, wie mein tägliches Brot!“
Erna gibt ihrem Paul zärtlich einen Kuss.

„Und ich brauche dich, wie das Salz in der Suppe!“, lacht er versöhnt zurück.

„Eure kulinarischen Liebeserklärungen sind köstlich“, erklärt Anna fast ein bisschen neidisch.

„Komm her, du Würze meines Lebens! Lass dich auch mal küssen!“, sagt jetzt Fritz lachend und zieht seine Frau zärtlich an sich.

 

 

Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:

Allerlei Tiere sorgen für Gesprächsstoff

Schon gehört?

Ein seltsames Wesen

 

Lady und Junior

Erst neulich habe ich doch von Frau und Herrn Schwan berichtet, die am Spremberger See wohnen. Frau Schwan brütete damals gerade ein Ei (oder sogar mehrere) aus und gewährte mir von weitem einen kurzen Einblick in das Nest. Dank meiner Kamera konnte ich dort ein Ei erkennen, das zwischen dem Flaum lag. Bei unserem letzten Besuch saß sie immer noch brav und geduldig auf ihrer Brut.

Heute wollen wir nachsehen, ob sich vielleicht inzwischen etwas getan hat, oder ob die Zeit des Ausbrütens noch andauert. Auf leisen Sohlen nähern wir uns der Stelle, an der wir das Nest nahe des Ufers sehen können.

Doch was wir vorfinden, enttäuscht uns. Das Nest liegt leer und verlassen im Wasser.

1200px-_DSC1973

Aber nicht nur das, auch unser Blick über den See lässt uns weder Herrn noch Frau Schwan finden.

1200px-_DSC1975

Wie ausgestorben wirkt der See und auch rund um das Schwanenhaus ist nichts zu sehen. Was ist nur passiert?

1200px-_DSC1976

Plötzlich ruft mich mein Mann, der mir schon einige Schritte vorausgeeilt ist: „Komm schnell her! Hier sind sie!“

1200px-_DSC1981

Tatsächlich! In einem Privatgarten gegenüber vom Teich stehen Herr und Frau Schwan und behüten ihre Küken. Vier kleine süße Schwänlein können wir erkennen.

1200px-_DSC2001 Kopie

1200px-_DSC1997 Kopie

1200px-_DSC1998 Kopie

Sind sie nicht niedlich?! Und so flauschig! Wir sind begeistert. Wohlgehütet von Papa und Mama sind sie um den Wassernapf versammelt. Aber es wird noch besser! Schaut mal her!

1200px-_DSC2023

Wir entfernen uns ein paar Schritte und schon kommt Papa Schwan (ich vermutet, dass es Herr Schwan ist) und will den Weg zwischen Grundstück und Seeufer überqueren. Aber nicht nur er kommt da angewatschelt!

1200px-_DSC2024 Kopie

1200px-_DSC2027 Kopie

Ganz brav marschieren sie zwischen Papa und Mama über die Straße zur Wiese und in Richtung See.

1200px-_DSC2030 Kopie

1200px-_DSC2034

Aber der Weg ist weit bis zum See, zumindest für die kleinen Schwänlein. Da wird man schon mal müde zwischendurch. Und plötzlich fehlt eines in der Reihe.

1200px-_DSC2043Wo ist es nur hin? Ah! Dort hinten muss es sich erst einmal ausruhen.

1200px-_DSC2036

Nach einer kurzen Verschaufpause geht es aber weiter.

1200px-_DSC2040 KopieImmerhin will man ja auch zum Wasser, das inzwischen schon in Sichtweite ist. Also schnell den anderen hinterher.

1200px-_DSC2046

Und schon geht es ab ins Wasser. Wohlbehütet zwischen Papa und Mama …

1200px-_DSC2055

… sind sie in ihrem Element.

1200px-_DSC2052

1200px-_DSC2053

Noch ein letzter Schnappschuss …

1200px-_DSC2056

und dann gehe ich zurück zum Weg, wo mich eine weitere Überraschung erwartet. Mein Mann steht am Gartenzaun im Gespräch mit zwei älteren Damen. Eine davon ist doch tatsächlich die „Schwanenmutter von Spremberg“. Sie erzählt uns, dass sie sich schon seit über dreißig Jahren ehrenamtlich um die Schwäne auf dem Schwanensee kümmert. Herr und Frau Schwan leben seit zwei Jahren hier und sie hat ihnen selbstverständlich auch Namen gegeben. Frau Schwan heißt „Lady“ und Herr Schwan wird „Junior“ gerufen. Sie sagt, dass die erste Schwänin damals sehr elegant gewesen sei und deshalb den Namen „Lady“ von ihr erhalten habe. Die heutige Frau Schwan ist bereits „Lady III“.  Herr Schwan hat seinen Namen erhalten, weil ein Vorgänger einst mit einem älteren männlichen Schwan das Gewässer teilte.

Die kleinen vier Schwanenkinder sind am letzten Sonntag (22.05.2016) geboren und zwei Tage später (also am Dienstag, 24.05.2016) das erste Mal ins Wasser gegangen. Sie werden dann nächstes Jahr im Frühjahr ausgewildert und und so können Lady und Junior dann für neuen Nachwuchs sorgen.

Sie  erlaubt mir die Fotos von ihren Schützlingen in meinem Blog zu zeigen, aber äußert auch eine Bitte. Sie bittet darum, dass Spaziergänger doch die Tiere nicht stören und auch nicht füttern sollen, denn dies bekomme ihnen nicht. Auch erzählt sie uns, dass die Vorgängerschwanenfamilie von Hunden getötet wurde. Das stimmt natürlich sehr traurig, denn Schwäne sind sehr schöne und anmutige Tiere.

Ich habe mich sehr gefreut, diese Schwanenfamilie getroffen zu haben und ich werde sie sicherlich später noch einmal besuchen. Auch das Zusammentreffen mit der „Schwanenmutter von Spremberg“ war ein glücklicher Umstand.

Bestimmt hat es Euch auch gefallen, oder?!

 

Möchtet Ihr noch andere Geschichten lesen?

Ach du lieber Schwan!

Ich muss Euch was erzählen

So eine Aufregung!

 

 

 

 

 

 

 

Zwiegespräch

Als ich auf unserer Terrasse auf der Hollywoodschaukel saß, fiel mein Blick nach unten. Und auf einmal hörte ich Stimmen. Zwei Stimmen. Jetzt ist es eigentlich nicht meine Art, andere zu belauschen, aber ich konnte mich diesem Gespräch nicht entziehen.

Zuerst wusste ich nicht, wer die Gesprächspartner waren, doch Schritt für Schritt näherte ich mich der Erkenntnis, dass es sich um meine beiden … handeln musste.

„Hallo mein Freund? Wo bist du?“

„Ich bin doch da, wo ich immer bin. Dreh dich doch ein bisschen zur Seite, dann siehst du mich.“

„Du siehst aber heute gar nicht gut aus. Was ist mit dir los?“

„Ach nichts!“

„Und so kleinlaut bist du auch noch. Du hast doch was!“

„Mmh!“

„Hab ich dir was getan? Bin ich vielleicht auf dich getreten?“

„Das nicht gerade. Obwohl das auch schon vorgekommen ist.“

„Jetzt rück schon raus! Wage den ersten Schritt, damit wieder alles stimmt zwischen uns.“

„Du bist schon auf der richtigen Fährte. Um den ersten Schritt geht es auch.“

„Dann mach ihn doch endlich!“

„Geht nicht! Den machst doch immer du!“

„Ich?“

„Ja genau, du! Egal, wo wir auch immer hingehen, du läufst vorneweg!“

„Ach komm!“

„Genau, ich muss immer nachkommen! Auf Schritt und Tritt! Und nur, weil fast alle dich mir vorziehen.“

„Es tut mir leid, aber dafür kann ich nichts. Vielleicht solltest du dich einfach mal in den Vordergrund drängen.“

„Du hast leicht reden. Du schießt doch immer gleich mit einer Schnelligkeit vor, mit der ich nicht mithalten kann.“

„Jetzt sei nicht gleich beleidigt! Deine Laune ist heute so schlecht, wie bei jemand, der mit dem linken Fuß aufgestanden ist.“

„Haha, sehr witzig und zielsicher wie immer. Aber eins kann ich dir sagen: Ohne mich wärst du ganz schön aufgeschmissen. Immerhin bin ich derjenige, der sicher auf dem Boden steht, wenn du selbst mal in der Luft hängst oder die Knie schon ganz schwach sind.“

„Da muss ich dir Recht geben. Du bist mir eine große Stütze und du bist auch ein bisschen stärker als ich. Allerdings nur ein bisschen!“

„Deshalb kann ich auch besser balancieren als du. Hihi!“

„Ja, das stimmt auch wieder. Ich fange immer gleich an zu wackeln. Du bist da viel standhafter.“

„Danke, den Schuh ziehe ich mir gerne an.“

„Apropos Schuh! Drückt dich dein neuer Schuh auch so sehr wie mein Schuh mich?“

„Das kannst du laut sagen! Am liebsten bin ich barfuß.“

„Jetzt sind wir uns wieder einmal einig. Das ist schön. Denn, was wäre ich ohne dich?!“

„Ziemlich allein, vermute ich.“

„Ach linker Fuß, sei wieder fröhlich. Wir sind doch ein tolles Paar.“

„Und ein prima Team, so als linker und rechter Fuß!“

„Komm lass uns einen Spaziergang machen!“

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Purzel

Ein seltsames Wesen

Mensch ärgere dich nicht!

 

Katz und Maus

„Ich liege noch in meinem Körbchen, das ganz hinten im Haus steht, dort wo auch meine Katzenklappe ist. Zum Fenster scheint schon die schöne Frühlingssonne herein und kitzelt mich mit ihren Strahlen an der Nase. Ob ich will oder nicht, jetzt muss ich meine Augen aufmachen und meine Ohren natürlich auch. 

Oh, draußen ist es schön und die Vögel zwitschern! Da muss ich raus! Wo bleibt nur das Frauchen? Sie muss mir unbedingt die Katzenklappe aufmachen! Warum kommt sie denn nicht endlich? Sie weiß doch ganz genau, dass ich unbedingt nach draußen will!
Na gut, wenn es noch ein Weilchen dauert, dann springe ich einfach mal schnell auf das Fensterbrett. Von dort kann ich ganz genau sehen, was draußen im Garten los ist. Und da ist eine ganze Menge los, es wimmelt nur so von Köstlichkeiten und Spielgelegenheiten.
Alle sind sie dort im Garten versammelt: Die Vögel fliegen und setzen sich in die Äste der Bäume, dort fliegt ein Schmetterling, da sehe ich sogar einen Käfer über die Grashalme klettern und gerade ist direkt vor meinem Fenster eine kleine Maus vorbei gehuscht.
Wann kommt denn Frauchen endlich?
Jetzt ärgere ich mich aber!
Hat sie mich vergessen?
Nein, das glaube ich nicht, denn mein Frauchen ist ganz lieb und vergessen hat sie mich noch nie.
Ach, jetzt höre ich auch, dass sich was im Hause tut. Schritte nähern sich. Ich stelle mich schon mal an die Kellertür, denn gleich muss sie aufgehen.“
„Guten Morgen Lottchen!“
„Ja, ja! Du kommst aber spät! Ich muss dringend raus!“, meckere ich mein Frauchen an und vergesse ganz ihr einen freundlichen Morgengruß entgegenzurufen.“
„Na, du hast es aber heute Morgen eilig! Ich muss doch erst einmal Deine Katzenklappe aufmachen!“
„Die interessiert mich jetzt nicht! Ich will raus, aber doch nicht durch diese enge Katzenklappe. Das wäre ja noch schöner! Hinten zur Terrassentür will ich raus, die soll mir mein Frauchen aufmachen. Ich renne schon mal hin, dann kapiert sie das schon!“
„Willst du denn gleich raus?“
„Na klar, sonst würde ich doch nicht hier stehen und mit meiner Nasenspitze an der Fensterscheibe kleben! Jetzt mach schon! Bitte!
Am besten mache ich ganz große flehende Augen, das kommt immer gut an.
Sie hat es kapiert und hat ihre Hand auch schon an der Türklinge, doch dann hält sie inne.“
„Willst du nicht erst noch ein bisschen Milch trinken?“
„Die hab ich ja ganz vergessen! Das ist natürlich auch verlockend!
Da höre ich einen Vogel zwitschern und schon ist mir die Milch egal.
Ich will raus! Schnell, schnell!
Endlich!
Ich bin draußen! Und was mache ich jetzt?
Erst einmal setze ich mich an den Rand des Rasens und sondiere die Lage und orientiere mich.
Ein Schmetterlinge! Na warte, dich fange ich! Ich brauche nur ein bisschen hochzuspringen, dann habe ich dich!
Was soll denn das? Du willst Dich nicht von mir fangen lassen?
Ich krieg dich schon! Du denkst wohl, wenn Du dich einfach dort vorne auf die Hollywoodschaukel setzt, dann kann ich dich nicht fangen. Da hast du dich aber getäuscht!
Erst einmal schleiche ich mich lautlos an, das bekommst du gar nicht mit. Und jetzt warte ich ganz still, bis du dich in Sicherheit fühlst. Dann springe ich auf die Schaukel und hab dich mit einem Schnapp!
Hey, warum bist du schon wieder weg und sitzt jetzt auf dem Ast dort drüben? Aber ich bin ja eine Katze und da komme ich auch hin.
Aber was erblicken denn meine geschulten Katzenaugen gleich rechts von dir?
Einen Vogel!
Der gefällt mir aber noch besser!
Mein Magen knurrt sowieso schon und das wäre jetzt ein ordentlicher Bissen.
Jetzt ist meine Geduld gefragt und ich muss ihn erst einmal in Lauerposition beobachten. Irgendwann bietet sich schon meine Gelegenheit. Ich bewege mich kein bisschen, dann vergisst er, dass ich da bin. Ich fixiere ihn, vielleicht kann ich ihn damit hypnotisieren.
Was raschelt denn andauernd hinter meinem Rücken?
Ach egal, ich muss mich auf den Vogel konzentrieren, wenn ich ihn haben will. Aber neugierig macht mich dieses Rascheln hinter mir doch! Ich stelle mal eben meine Ohren so ein, dass ich die Geräusche besser empfangen kann. Ansonsten bleibe ich einfach bewegungslos sitzen.
Dieses Rascheln macht mich schon etwas nervös. Ob ich es wage und mich ganz vorsichtig umdrehe? Als Katze kann ich das doch kaum hörbar und der Vogel ist sowieso mit seinem blöden Gezwitschere beschäftigt.
Vorsichtig drehe ich mich um und drücke mich ganz dich auf die Erde in Höhe der Grashalme.
Und was sehe ich?
Ich blicke genau in zwei klitzekleine Augen. Die schauen ganz erschrocken zurück.
Ein Mäuschen!
Und jetzt ist meine Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt. Ich mache einen Satz und schon habe ich sie zwischen den Tatzen.
Über mir spüre ich einen Flügelschlag. Dich hole ich mir später, aber im Moment ist erst einmal dieser kleine köstlich Happen an der Reihe. Der ist zwar nur was für den hohlen Zahn, aber man kann vorher so schön mit ihm spielen.
Ganz erschrocken starrt das Mäuschen mich an. Na, beruhige dich erst einmal. Ich leg dich vor meine Füße und berühre dich auch ganz vorsichtig. Was du willst weg?
Nichts da!
Dann fange ich dich doch gleich wieder. Und wenn du nicht still bist, dann nehme ich dich zwischen meine Zähne. Ach, macht das einen Spaß dich zappeln zu lassen und erst ein bisschen mit dir zu spielen. Katz und Maus heißt dieses Spiel. Aber ich bin immer der Gewinner, das musst du wissen. Denn ich bin größer und stärker und auch schlauer als du. Dein Schicksal ist besiegelt.“
„Was hast du denn da, Lottchen! Lass endlich das keine Mäuschen los! Es hat dir doch nichts getan!“
„Ohje, Herrchen! Jetzt schnell mit meiner Beute weg!, denke ich noch. Doch Herrchen ist hinter mir her. Und das dumme kleine Dinge fängt auch noch an zu zappeln. Ich zwicke es mit meinen Zähnen ein bisschen fester, aber ich mache ihm noch nicht den Garaus. Nur so zur Betäubung, dann kann ich das Mäuschen kurz mal ablegen.
Das ist allerdings mein Fehler! Das Mäuschen liegt zwar da wie betäubt, aber Herrchen steht auch schon wieder neben mir. Ich kann gar nicht so schnell schauen, da hat er das Mäuschen in seiner Hand.“
„Schau nur, es ist noch so klein! Du bist ganz schön brutal! Das Mäuschen bekommst du nicht, dafür werde ich jetzt sorgen! Ich bringe es vor dir in Sicherheit. Zum Glück ist es noch nicht verletzt und lebt noch. Nur das Herzchen schlägt wie wild vor Angst!“
„Er schimpft mit mir, dabei bin ich doch eine Katze und Katzen fangen eben mal Mäuse. Ich frage mich, was ich falsch gemacht habe. Jetzt geht er doch tatsächlich mit dem Leckerbissen weg. Ich laufe ihm erst gar nicht hinterher, denn aus Erfahrung weiß ich, dass das nichts mehr bringt.
Da fällt mir plötzlich Frauchen ein. Hat sie nicht vorhin etwas von Milch erzählt? Auch nicht schlecht! Die läuft wenigstens nicht weg!
Also marschiere ich ins Haus und direkt in die Küche zu Frauchen. Dort setze ich mich brav vor den Kühlschrank. Und siehe da! Sie öffnet die Kühlschranktür, nimmt die köstliche Katzenmilch heraus und gießt sie in mein Schälchen.
Mit der Milch kann man zwar nicht so schön spielen wie mit dem Mäuschen, aber sie schmeckt mindestens genauso gut und die nimmt mir niemand weg.
Frauchen ist doch die Beste!

 

Vielleicht möchtet Ihr auch noch diese Geschichten lesen:

Mopsi und Filou

Dreibein & Co

Katzenalarm

 

Mir schwant da etwas

Wir machen einen schönen Spaziergang durch den Schweizergarten in Spremberg. Die Sonne scheint und der blaue Himmel mit den weißen Wolken spiegeln sich in dem Teich. Rundherum ist bereits alles grün und auf der Wiese blühen Gänseblümchen und Löwenzahn. 

Strammen Schrittes marschieren wir den Weg entlang und geniesen die frische Luft und die Natur. Habt Ihr die Fontäne auf dem See gesehen?

1200px-_DSC1510

Im nächsten Foto ist sie allerdings schon fast vollständig durch das Laub der Bäume verdeckt. Doch wenn wir erst um die Kurve gebogen sind, dann werden wir sie wieder vollständig sehen.

1200px-_DSC1521

Noch sind wir nicht ganz um die Kurve, aber mir schwant jetzt schon etwas. Vielleicht geht es Euch auch so, wenn Ihr genau hinschaut.

1200px-_DSC1522

Da hatte ich doch mit meiner Vermutung recht. Dort im seichten Wasser sitzt ein Schwan.

1200px-_DSC1523

Ganz ruhig und friedlich sitzt der Schwan auf einem Nest aus Reisig. Mir schwant, dass der Schwan brütet. Vermutlich ist es das Weibchen.

1200px-_DSC1525

Plötzlich kommt ein bisschen Bewegung in die Situation, denn anscheinend sind einige Zweige verrutscht und das Nest muss ein wenig ausgebessert werden. Seht Ihr den kleinen weißen Flaum mit dem das Nest leicht ausgepolstert ist und der auch am Rande zwischen den Zweigen liegt?!

1200px-_DSC1527

Anscheinend erfolgt jetzt ein Positionswechsel. Das kann ich auch voll und ganz verstehen, denn wer hält diese bewegungslose Sitzerei schon ewig aus.  Ab und zu muss man auch sein Hinterteil mal ein bisschen lüften.

1200px-_DSC1537

Und da sehe ich es: Das Ei. Ich bin aber so mit Schauen beschäftigt, dass ich es nicht so schnell schaffe dieses Schwanenei zu fotografieren.

1200px-_DSC1929

Nachträglich habe ich einen Fotoausschnitt versucht zu vergrößern, allerdings hat die Schärfe darunter gelitten. Aber wenn Ihr genau hinschaut, dann könnt Ihr das Ei zwischen dem Flaum liegen sehen. Vielleicht sind es sogar mehrere Eier.

1200px-_DSC1929 Kopie 2

Und schon ist der ganze „Spuk“ vorbei und Frau Schwan lässt sich wieder auf dem Nest nieder und hält das Ei weiterhin schön warm.

1200px-_DSC1538

1200px-_DSC1539

1200px-_DSC1540

Anscheinend habe ich mich doch etwas zu nah heran gewagt, denn schon sehe ich wie Herr Schwan aufgeplustert sich mir über  den Teich hinweg nähert.

1200px-_DSC1542

Schnell noch ein Blick zum Nest hin und dann steuert er zielgenau auf mich zu.

1200px-_DSC1545

Die Wellen und das  aufschäumende Wasser beweisen, dass er nicht gerade langsam heran schwimmt. Und sein Blick ist genau auf mich gerichtet. Anscheinend sieht er mich als eine Gefahr für seine Brut und sein Weibchen an. 1200px-_DSC1546

Da ich fürchte, er könne das Wasser verlassen und zu mir ans Ufer kommen, gehe ich vorsichtshalber einige Schritte zurück.

1200px-_DSC1547

Das hilft, denn er dreht zur Seite hin ab, bleibt aber in der Nähe.

1200px-_DSC1549

Auch scheint er mich weiterhin argwöhnisch zu fixieren.

1200px-_DSC1550

Ich habe das Gefühl, dass er sogar beim Wegschwimmen seinen Blick immer noch nach hinten und auf mich gerichtet hat.

1200px-_DSC1551

Frau Schwan brütet allerdings seelenruhig weiter. Sie hat sich und ihre Brut nie in Gefahr gesehen, denn sie weiß sich durch ihren Gemahl wohlbehütet.

1200px-_DSC1555

Da wir jedoch wissen, dass sie sich in den nächsten Minuten nicht wieder erheben wird, marschieren wir weiter und kommen am Schwanenhaus vorbei, das unverkennbar in diesem Schwanenteich steht.

1200px-_DSC1556

Da Schwäne ca. 35- 38 Tage brüten und ich nicht genau weiß, wann sie begonnen haben, werden wir wohl in ein paar Wochen wieder einmal nach Herrn und Frau Schwan sehen. Vielleicht ist dann der Nachwuchs auch schon geschlüpft.

 

 

Vielleicht interessiert Euch auch das noch:

Ach, du lieber Schwan!

Bärenstark

Vorsicht Affen!

 

 

Tim’s Wunsch

Vielleicht könnt Ihr Euch noch dunkel an die Geschichte von Tim und Tom erinnern, die ich letztes Jahr geschrieben habe. Tim ist ein vierjähriger Junge, der mit seinen Eltern im Hause der Großeltern wohnt. Er ist mit dem Großvater im Garten, denn er soll ein eigenes Beet bekommen.

Im Gartenhaus entdeckt er den alten kleinen Gartenzwerg Tom, den er in sein Blumenbeet stellen möchte. Da es sich um einen verzauberten Gartenzwerg handelt, der selbst nur an diesem besagten Tag Zauberkräfte hat, fordert dieser Tim auf, sich ganz schnell etwas zu wünschen. Dies muss allerdings geschehen, bevor die Zauberkräfte des Gartenzwergs wieder nachlassen. Tim hat schon lange einen großen Wunsch, an den er jetzt auch ganz intensiv denkt, damit sich dieser erfüllt.

Gerade nimmt Tim die kleine Figur mit der roten Zipfelmütze hoch, als ihn etwas winselnd an der Hand leckt…
Tim reibt sich seine Augen, denn er kann gar nicht glauben, was er da sieht. Vor ihm steht ein kleines schwarz-weißes Wollknäuel. Die Ohren, aber auch das kurze Wuschelschwänzchen besitzen schwarze Strähnchen. Tim und das Wollknäuel blicken sich direkt in die Augen. Jetzt kann Tim auch ganz genau die leicht schwarze Färbung der Haare über dem rechten Auge sehen.
„Wo kommst du denn her?“, will Tim wissen.
Anstelle einer Antwort erhält er allerdings nur ein ganz leises und freudiges „Wuff!“ von dem kleinen Hund.
„Aus dem Tierheim!“, übersetzt der Großvater den Hundelaut.
„Ist der jetzt mir? Dann hat mir Tom also doch den Wunsch erfüllt!“
„Welcher Tom?“, will der Opa wissen, aber für eine Antwort hat Tim jetzt keine Zeit mehr. Er kniet neben dem Wollknäuel und streichelt den zutraulichen kleinen Hund.
„Ich hab einen Hund, juhu!“, jubelt Tim.
„Noch nicht ganz“, versucht der Großvater zu erklären. „Wir dürfen ihn über das Wochenende behalten. Erst müssen wir feststellen, ob er zu uns passt und ob auch wir ihm gefallen.“
Für Tim ist es vom ersten Moment an klar, dass er den kleinen Kerl nicht mehr hergibt.
„Wie heißt du denn?“, fragt er das Tier.
„Er hat noch keinen Namen, aber vielleicht hast du ja eine Idee!“, ermuntert ihn der Vater, der sich mit der Mutter jetzt dazu gesellt hat.
Tim legt seine Stirn in tiefe Falten, so wie es der Großvater immer tut, wenn er nachdenkt.
„Er ist schon ziemlich wuschelig!“, durchbricht die Mutter augenzwinkernd seine Gedankengänge.
„Ich hab’s!“, ruft Tim freudestrahlend aus. „Wuschel! Du heißt jetzt Wuschel!“
„Der ist aber ganz schön außer Rand und Band“, lacht die Großmutter, die alle zum Nachmittagskaffee ins Haus holen will.
„Schau mal, was ich hier für dich habe!“, sagt Großmutter, beugt sich zu dem Hund hinunter und reicht ihm einen Knochen.
Schnuppernd und schwanzwedelnd begutachtet dieser den Knochen, während die anderen zum Kaffeetrinken in die Küche gehen.
Tim kann kaum ruhig sitzen, so aufgeregt ist er. Am liebsten würde er sofort wieder in den Garten zu dem kleinen Wuschel gehen, aber er weiß genau, dass er erst artig sein Marmeladenbrot aufessen und ein bisschen Milch trinken muss. Danach darf er bestimmt wieder zu seinem neuen Freund.
Als die Großmutter den Kaffeetisch wieder abräumt, wirft sie ganz nebenbei einen Blick in den Garten. Nur so, um sicher zu sein, dass das kleine Wollknäuel auch nicht wegläuft.
„Nein!“, ruft sie entsetzt aus und rennt nach draußen.
„Mein schönes Blumenbeet! Hörst du sofort auf damit!“
Inzwischen sind alle von ihren Stühlen aufgesprungen und folgen der schimpfenden Oma hinaus in den Garten. Dort steht die Großmutter mit über dem Kopf zusammengeschlagenen Händen vor ihrem total zerwühlten Blumenbeet. Überall hat der Hund größere und kleinere Löcher gegraben. Alle Blumen sind mit den Wurzeln ausgebuddelt und liegen kreuz und quer auf dem Beet verstreut.
„Und ich hatte mich gefreut, dass sie so herrlich blühen. Richtig schön bunt sah es aus. Und jetzt ist es das reinste Schlachtfeld.“
Großmutter ist den Tränen nahe und Großvater legt tröstend einen Arm auf ihre Schultern.
„Eine Schnapsidee war das von euch! Warum habt ihr auch einen Hund aus dem Tierheim geholt. Wahrscheinlich wurde er von seiner Familie ausgesetzt, weil er dort auch alles kaputt gemacht hat.“
Die Großmutter ist gar nicht mehr begeistert von Wuschel und Tim bekommt Angst, dass der kleine Hund wieder ins Tierheim gebracht wird.
„Oma, er ist doch noch so klein. Er wird es bestimmt lernen, dass er das nicht darf“, weint Tim. „Bitte, bitte, gebt ihn nicht wieder weg!“
„Du hättest ihm nicht den Knochen geben sollen“, sagt der Großvater. „Wahrscheinlich wollte er nur den Knochen vergraben.“
„Ach, jetzt bin ich auch noch schuld, oder?“, sagt die Großmutter gereizt.
„Ich helfe dir auch die Blümchen wieder einzusetzen. Bestimmt ist ihnen nichts passiert“, verspricht Tim unter Tränen.
Gemeinsam machen sich alle an das Werk und versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Wuschel schaut dabei ganz unschuldig zu, so als hätte er mit der ganzen Aktion nichts zu tun.
„Hier ist er!“, ruft der Großvater plötzlich aus und hält den Knochen in die Höhe.
„Den bekommt er aber jetzt nicht!“, befiehlt die Großmutter. „Sonst denkt er noch es sei eine Belohnung für diese Wühlerei in meinem Blumenbeet.“
„Was ist da denn noch?“, ruft der Großvater jetzt von der hintersten Ecke des Gartens aus.
Er kniet vor dem alten Kastanienbaum und schaut in ein besonders tiefes Loch. Alle anderen kommen jetzt zu ihm gelaufen und schauen ebenfalls in das Loch.
„Sieht aus, als wäre dort unten irgendetwas vergraben! Hol doch mal einen Spaten!“, bittet der Großvater seinen Sohn und schiebt mit der Hand noch etwas Erde beiseite.
Vorsichtig gräbt Tim’s Vater das Loch noch ein bisschen tiefer und jetzt können sie auch alle sehen, was dort liegt.
„Es sieht aus, als wäre es eine Kiste“, sagt der Vater und klopft mit dem Spaten gegen den besagten Gegenstand. Tatsächlich hört es sich auch blechern an.
„Das kann doch nicht wahr sein!“, ruft der Großvater begeistert aus. „Wenn es das ist, was ich vermute, dann können wir froh sein, dass Wuschel so intensiv gegraben hat.“
Vater und Großvater heben gemeinsam die Kiste aus dem Loch und stellen sie auf die Wiese.
„Ganz schön schwer, das Ding!“, stöhnt der Großvater. „Das ist aber auch kein Wunder, bei dem Inhalt!“
„Welcher Inhalt?“, fragt Tim’s Mutter verdutzt. „Du hast die Kiste doch noch gar nicht geöffnet.“
„Aber ich habe eine Vermutung!“
Schnellen Schrittes marschiert der Großvater zum Gartenhaus, um das entsprechende Werkzeug zum Öffnen der Kiste zu holen.
Staunend und sprachlos stehen alle um die Kiste herum und betrachten den Inhalt. Nur Großvater bricht schließlich das Schweigen:
„Das ist unser Familiensilber, das mein Vater im Krieg vergraben hat. Nachdem er im Krieg gefallen war und meine Mutter kurz danach auch gestorben ist, wusste niemand mehr etwas über den Verbleib. Es lag all die vielen Jahre hier im Garten und keiner ahnte etwas davon!“
Schwanzwedelnd springt Wuschel von einem zum anderen und lässt sich streicheln. Die Großmutter gibt ihm sogar seinen Knochen wieder. Und Tim ist glücklich und stolz auf seinen Wuschel, der selbstverständlich nicht mehr in das Tierheim zurück muss.

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Tim und Tom

Mopsi und Filou

Knut Knopf

Brief an die Oma

Wie Ihr ja wisst, krame ich gerne mal in meinen Erinnerungskisten. Neben den üblichen Fotoalben besitze ich nämlich auch noch kleine Aufbewahrungskartons mit verschiedenen Fotos, die niemals eingeklebt wurden. Aus welchen Gründen auch immer sie dort gelandet sind, aber auf jeden Fall waren sie zu wertvoll, um sie zu entsorgen. Weiterhin gibt es auch noch ein paar Sammelmappen mit alten Postkarten, Briefen und dergleichen mehr.

Und hier bin ich wieder einmal fündig geworden. Ich habe eine kleine liebevoll gestaltete Postkarte gefunden, die mir sofort ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Auf ihr wird ein Ereignis aus dem Leben unseres Sohnes festgehalten, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Es ist ein kleiner neuer Lebensabschnitt, der durch dieses Ereignis beginnt. Es ist im Grunde genommen nichts, was die Welt aus den Angeln hebt. Aber trotzdem ist es für jede Familie mit einem Kleinkind immer wieder etwas Besonderes und doch irgendwie etwas Einmaliges. Warum sonst hätte ich damals diese Zeilen stellvertretend für unseren Sohn an seine Oma geschrieben?!

Und so sieht die Vorderseite der Karte aus:

1200px-_DSC1708

Unterhalb dieser Zeichnung, die damals mein Mann angefertigt hat, befinden sich folgende handschriftlich verfassten Zeilen:

Mama und Papa sagen,

ich sei ganz tapfer gewesen

und habe gar nicht geweint!

Vielleicht ahnt Ihr ja schon, was damit angedeutet wird, aber lasst mich die Karte umdrehen und Euch den dort vermerkten Text „vorlesen“:

Liebe Omi!

Stell‘ Dir vor, eine Weltsensation ist eingetreten. Mama hat irgendetwas an mir entdeckt. Auf jeden Fall fing sie plötzlich an zu jubeln und mich hochzuwerfen. Gleich darauf rannte sie zum Telefon und rief Papa an:

„Peter, er ist da!“

Wenn ich es richtig verstanden habe, bin ich das erste Baby auf der ganzen Welt, das jemals einen Zahn gekriegt hat. Ich dachte mir, ich teile es Dir schnell mit. Das ganze Theater um das komische Ding in meinem Mund fand am 12.2.90 um ca. 11:15 Uhr statt.

Na, was sagst Du zu Deinem 

Timo?!

Ein bisschen ist dieser Post heute eine Ergänzung zu einer Kurzgeschichte, die ich schon vor längerer Zeit geschrieben habe und die Euch sicherlich auch gefallen wird:

Die kleinen Beißerchen

 

Muttertagserinnerungen

Am Sonntag, den 8. Mai ist es wieder einmal soweit. Es ist Muttertag. Mir sind neulich einige kleine Geschenke, Fotos, gemalte Bilder, Gedichte und Briefe in die Hand gefallen, die mein Herz damals erfreuten und dies auch noch heute tun. Jede Mutter kennt sie, diese kleinen Aufmerksamkeiten, die einfach nur sagen:

„Ich hab dich lieb!“

Ich erinnere mich noch an meinen ersten Muttertag, an dem ich eigentlich noch gar keine richtige Mutter war. Ich war damals, an diesem zweiten Sonntag im Mai 1989, hochschwanger. Also war ich eine sogenannte werdende Mutter. Mein Mann schenkte mir damals stellvertretend für unser noch ungeborenes Kind einen Rosenstrauß.

1200px-_DSC1690

Wenn Ihr ihn Euch genauer anseht, dann könnt Ihr etwas erkennen.

1200px-Muttertag-Scannen

Ja, genau, einen Schnuller.

Seltsam, es ist ein rosa Schnuller. Ich habe allerdings ein paar Wochen später einen kleinen Jungen auf die Welt gebracht. Dann hätte eigentlich ein blauer Schnuller in dem Strauß stecken sollen.  Naja, aber erstens hatten sie im Blumenladen nur noch rosa Schnuller da und zweitens wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob wir Eltern eines Jungen oder eines Mädchens werden würden. Wir hatten es uns nicht verraten lassen, denn wir wollten uns überraschen lassen.

Trotzdem fand ich es damals schade, dass in dem Strauß kein blauer Schnuller steckte, denn ich war felsenfest der Überzeugung, dass wir einen Jungen bekommen würden. Keine Ahnung, warum ich mir so sicher war. Ich hatte auf dem Ultraschallbild nichts Verräterisches gesehen und auch der Arzt hatte keinerlei Andeutung gemacht. Trotzdem war ich mir sicher.

1200px-_DSC1691 Kopie

Wie Ihr seht, war damals alles schon für den kleinen neuen Erdenbürger bereit. Wir hatten die Wand über dem Kinderbettchen  bereits dekoriert und auch das Kinderzimmer war schon eingerichtet. Sogar ein Mobile hatten mein Mann und ich gebastelt.

1200px-_DSC1701

 

Beim nächsten Muttertag hielt ich unseren Sohn schon stolz im Arm. Und wenn ich mich richtig erinnere, war in dem Strauß jetzt sogar ein blauer Schnuller versteckt.

1200px-_DSC1705

Ich wünsche allen Müttern einen wunderschönen Muttertag und sage auch meiner Mutter:

„Danke, dass es Dich gibt! Ich hab Dich lieb!“

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Das bin ich … und noch viel mehr

Ich hab‘ da eine kleine Macke

Meine Mutter und die Zugspitze

Große Aufregung in der Villa

Bei Herrn und Frau Konfusi und den anderen Bewohnern der Villa ist immer etwas los. Ihnen wird es nie langweilig. Auch heute herrscht in dem Haus wieder große Aufregung, dabei fing der Tag ganz friedlich und vielversprechend an.  Am Morgen ahnte noch niemand etwas von der bevorstehenden großen Aufregung.

Die Frühlingssonne scheint zu den Fenstern herein und lockt Herrn und Frau Konfusi zu einem kleinen Spaziergang nach draußen. Gerade sind sie wieder auf dem Heimweg, da fährt ein Feuerwehrauto an ihnen vorbei und biegt in die Straße ein, an deren Ende die Villa steht, in der sie wohnen.
„Nanu?! Da muss irgendetwas passiert sein!“, überlegt Frau Konfusi laut und dreht sich reflexartig um.
„Du kannst ganz beruhigt sein“, erklärt ihr Professor Konfusi, der den Blick seiner Frau nach hinten wahrgenommen hat. „Dieses Mal wirst du von keinem Känguru verfolgt. So schnell kann Karl, das Känguru nicht mehr aus seinem Gehege entwischen. Sie haben den Zaun nämlich erneuert.“
Frau Konfusi geht nicht auf das Gesagte ein, sondern überlegt krampfhaft, was sich denn wohl Schlimmes in der Straße ereignet haben könnte.
„Ich werde doch nicht den Herd angelassen haben“, kommt es ihr plötzlich in den Sinn. „Vielleicht brennt es in unserer Wohnung.“
„Dann würden wir doch Rauch sehen“, versucht sie ihr Mann zu beruhigen. „Wahrscheinlich fahren sie nur durch die Straße, weil sie eine Abkürzung nehmen wollen.“
Doch gerade als er dies sagt, biegen sie selbst in die Straße ein und er erkennt, dass das Feuerwehrauto tatsächlich direkt vor der Villa anhält. Ihm wird es inzwischen auch etwas sonderbar in der Magengegend. Wortlos und beschleunigenden Schrittes marschieren die Beiden weiter. Ein wenig atemlos und mit klopfenden Herzen erreichen sie die Villa.
„Schau doch nur, sie haben die Leiter ausgefahren!“, ruft Frau Konfusi erschrocken aus. „Ganz nach oben. Dort, wo das junge Pärchen wohnt, das erst kürzlich in die ausgebaute Dachgeschosswohnung eingezogen ist. Wie heißen sie nochmal?“
„Frau Sommer und Herr Herbst.“
„Stimmt! Frau Sommer steht am Wohnzimmerfenster, winkt ganz aufgeregt und deutet zu dem kleineren Nachbarfenster“, kommentiert Frau Konfusi das, was sich gerade vor ihren Augen abspielt. „Jetzt rennt sie wieder weg und der Feuerwehrmann öffnet das angekippte Nachbarfenster und klettert hinein. Es müsste das Fenster vom Wohnungsflur sein, wenn mich nicht alles täuscht.“
„Ich glaube nicht, dass es brennt. Da scheint etwas anderes passiert zu sein“, sagt Professor Konfusi sichtlich nervöser als noch vor ein paar Minuten.
Mittlerweile steckt der Feuerwehrmann seinen Kopf von innen nach außen durch das Fenster und signalisiert seinen Kameraden, dass sie die Leiter wieder einziehen sollen.
Jetzt kommt auch Oma Schmidt über den Hof geschlurft und gesellt sich zu Herrn und Frau Konfusi. Auch sie weiß nicht, was hier eigentlich los ist, denn sie ist gerade aus ihrem Mittagsschläfchen erwacht. Marco ist noch in der Schule, seine Eltern und auch Herr Herbst sind arbeiten. Da das kleine Grüppchen die Feuerwehrleute nicht stören will, stellen sie sich alle in eine Hofecke, beobachten das Geschehen und warten ab.
Endlich kommt Frau Sommer durch die Eingangstür aus dem Haus, gefolgt von dem Feuerwehrmann, der ein etwa zweijähriges kleines Mädchen auf dem Arm hält. Die Kleine weint herzerbarmend und streckt die Ärmchen nach Frau Sommer aus.
„Ich glaube, es ist besser, wenn Sie sie erst einmal beruhigen“, meint der Feuerwehrmann und reicht das Kind der jungen Frau.
„Du brauchst nicht weinen. Es ist doch alles gut gegangen, aber das darfst du nicht noch einmal machen!“, erklärt Frau Sommer dem Mädchen, das sich tränenüberströmt an sie schmiegt. „Schau mal auf dieser großen Leiter ist der Feuerwehrmann hochgeklettert und hat uns gerettet.“
„Geht es Ihnen und der Kleinen gut?“, erkundigt sich Professor Konfusi. „Können wir Ihnen irgendwie helfen?“
„Was ist überhaupt passiert?“, fragt Frau Konfusi und Oma Schmidt streichelt den Rücken des Mädchens behutsam.
„Ach“, erzählt Frau Sommer, „ich habe meine kleine Nichte in unser Bett gelegt, damit sie ihren Mittagsschlaf machen kann.“
„Ja, ja, so ein kleines Mädchen muss seine Ordnung haben und mittags noch schlafen. Ich übrigens auch!“, sagt Oma Schmidt und streichelt die Kleine weiter.
„Ich bin dann ins Wohnzimmer gegangen und habe über Kopfhörer Musik gehört. Aber vorher habe ich sicherheitshalber noch die Wohnungstür abgesperrt. Nur für den Fall, dass die Kleine wach wird, mich sucht und ich sie nicht höre. Man weiß ja nie, was so kleinen Kindern alles einfällt. Man hat ja schon gelesen, dass sie einfach auf die Straße laufen.“
Die junge Frau ist immer noch total aufgeregt.
„Wie hätte ich das denn meiner Schwester erklären sollen?! Ich darf mir das gar nicht erst ausmalen.“
„Aber was ist denn überhaupt passiert? Warum ist die Feuerwehr hier?“
Alle sehen die junge Frau gespannt an, denn bisher ist ihnen der Feuerwehreinsatz noch ein Rätsel.
„Marlis, meine Nichte, ist tatsächlich aufgewacht und aufgestanden. Sie hat das Schlafzimmer vom Flur aus abgesperrt und ist dann zur Wohnzimmertür gegangen und hat von außen den Schlüssel rumgedreht. Als ich es gemerkt habe, hatte sie mich schon eingesperrt. Jetzt saß ich im Wohnzimmer fest und die Kleine im Flur. Sie hat nach mir gerufen und zuerst habe ich versucht ihr zu erklären, dass sie den Schlüssel wieder umdrehen muss, um aufzuschließen. Das hat sie aber nicht mehr geschafft. Sie hat Angst bekommen und hat sich in eine Ecke gesetzt und geweint.“
„Ach, du meine Güte!“, entfährt es Frau Konfusi und Oma Schmidt gleichzeitig.
„Dann haben Sie also die Feuerwehr alarmiert“, stellt Professor Konfusi sachlich fest.
„Ja, was hätte ich denn sonst tun sollen? Ich hatte zum Glück das Telefon im Wohnzimmer liegen, aber ich hatte keine Nummer von einem Schlüsseldienst. Die Notrufnummer von Polizei und Feuerwehr hat man allerdings immer im Kopf.“
„Das haben Sie ganz richtig gemacht, junge Frau.“, erklärt der Feuerwehrmann und verabschiedet sich.
„Ich mache Ihnen einen Vorschlag“, sagt Professor Konfusi. „Alle hier im Haus haben mir einen Zweitschlüssel gegeben, nur für den Fall der Fälle. Wenn Sie möchten, dann können Sie das auch tun. Und speichern Sie sich noch meine Nummer im Telefon ein. Dann brauchen wir das nächste Mal keinen Feuerwehreinsatz mehr, sondern ich komme einfach mit dem Zweitschlüssel die Treppe hoch gelaufen und errette Sie.“
Dankbar und erschöpft, nickt die junge Frau. Verstohlen wischt sie sich eine Träne weg.
„Aber jetzt mache ich der kleinen Marlis erst einmal einen schönen warmen Kakao“, schlägt Frau Konfusi vor und reicht dem Mädchen die Hand. „Komm mit, Marlis, die heiße Schokolade wird dir guttun. Magst du auch Kekse?“, fragt sie das kleine Mädchen, das begeistert nickt. „Für uns Erwachsene habe ich übrigens noch einen Mirabellenlikör und einen Eierlikör im Schrank stehen. Damit können wir den Schreck hinunterspülen.“

Im Garten meines Opas

Ich habe die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und den Besuch meiner Mutter zum Schwelgen in Erinnerungen genutzt. So bin ich im Garten meines Großvaters gelandet. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es dort aussah, aber auch noch an das eine oder andere Erlebnis in diesem Garten. Mein Erinnerungsvermögen diesbezüglich endet mit ungefähr acht Jahren. 

Meine Oma (väterlicherseits) durfte ich nur zwei Jahre kennenlernen, dann ist sie leider verstorben und bei meinem Opa (väterlicherseits) war ich acht Jahre. Die Eltern meiner Mutter habe ich leider nie kennengelernt, da sie beide bei meiner Geburt bereits verstorben waren.
In den Garten meines Opas konnte man durch ein Tor gelangen, das mit einem Rosenbogen überbaut war. Wenn man durch dieses Tor schritt, wie beispielsweise meine Eltern an ihrem Hochzeitstag,

1200px-DSC01445 Kopie

dann war rechts ein langes schmales Rosenbeet. Leider waren die Fotos zu dieser Zeit noch schwarzweiß, aber man kann trotzdem die Farbenpracht der Rosen erahnen. Sie erblühten in rosa, rot und weiß.

Auf der dahinterliegenden Wiese spielte ich oft. Manchmal tat ich dies mit meiner Puppe und meinem Teddy und natürlich mit meiner Mutter.

1200px-DSC01443 Kopie

1200px-DSC01460 Kopie

1200px-DSC01489 Kopie

Als kleine Gärtnerin gehörte selbstverständlich auch das Gießen der Gänseblümchen dazu, was ich selbst im Sonntagskleidchen sehr gewissenhaft tat.

1200px-DSC01455 Kopie

Ich kann mich noch an die zwei Fliederbäumchen erinnern, vor denen ich mich dann auch ganz keck fotografieren ließ. Ich hatte zuvor ein ähnliches Foto gesehen, auf dem meine Tante abgebildet war. Also habe ich versucht es ihr gleich zu tun. Mit der Sonnenbrille in der Hand, einer Rüschenbluse, einem feschen Rock und den weißen Schleifen im Haar war ich schon recht elegant.

1200px-DSC01452 Kopie
Sehr gerne erinnere ich mich an den Hund meines Opas.

1200px-DSC01450

Er hieß Bazi und fraß mir angeblich immer die Brötchen und Kekse aus der Hand, wenn ich meine Hand aus dem Kinderwagen streckte. Er war aber immer lieb zu mir. Auch weiß ich, dass er im Sommer in einer Zinkbadewanne auf dieser Wiese gebadet wurde.

Toll fand ich es immer, dass ich noch eine Uroma hatte. Auf sie war ich richtig stolz.

Ich habe ein Foto entdeckt, auf dem meine Oma und meine Uroma (sie ist allerdings die Mutter meines Opas) zu sehen sind.

1200px-DSC01485
Aber auf meinem absoluten Lieblingsfoto sind 4 Generationen zu sehen. Dieses Foto erschien zum 80sten Geburtstag meiner Uroma in einer Zeitung (ich glaube sie hieß Saazer Heimatblatt oder so ähnlich, das konnte ich leider nicht mehr feststellen).

1200px-DSC01478

Zu sehen sind von links nach rechts: Mein Vater, meine damals 80jährige Uroma mit meiner Wenigkeit auf dem Arm und mein Opa. (Leider hatte ich bei der Erstellung nicht das Originalfoto zur Hand, doch ich weiß, dass ich es besitze und werde noch auf die Suche danach gehen.)
Auf der anderen Seite des Hauses war die Einfahrt und der Parkplatz für das Auto. Dort habe ich auch das Fahrradfahren gelernt. Mein Opa hielt mich am Gepäckträger fest, doch irgendwann ließ er heimlich los und ich fuhr ohne Stützräder den Weg entlang.
Außerdem gab es dort ebenfalls ein Stück Rasen mit Blumenbeeten. In einer Ecke, so kann ich mich erinnern, stand ein „Tränendes Herz“.

1200px-DSC01416

Für mich war es ein unbedingtes Muss in unserem Garten ebenfalls diese Pflanze zu haben, denn sie erinnert mich immer wieder an meinen Großvater und den Garten meines Opas.

1200px-DSC01418
Auf der dem Haus gegenüberliegenden Seite stand ein Nebengebäude, in dem zum Beispiel auch die Kohlen gelagert wurden, aber auch Gartengeräte. Ich weiß noch, dass in einer dieser Türen zwei Haken für meine Schaukel hingen.
Auch einen sogenannten Grabgarten mit Kartoffeln und anderem Gemüse gab es. Auch Sträucher mit Brombeeren waren dort zu finden.
Als unser Hund Bazi mit 13 Jahren starb, fand er in einer der hinteren Ecken des Gartens seine letzte Ruhestätte.
Ich denke gerne an Opas Garten zurück, aber auch an die Menschen, die in diesem Garten ein und aus gegangen sind, – meine Eltern, meine Großeltern, meine Uroma, Freunde und Bekannte.

 

Vielleicht interessiert Euch auch noch das:

Aus der Schulzeit meiner Mutter

Hat Astrid denn kein Schmuckkästchen

Kindheitserinnerungen