Erdachtes & Erzähltes
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Allerlei Tiere sorgen für Gesprächsstoff

Egal, wo man in diesen Tagen hinkommt, die hohen Temperaturen sind Thema Nummer Eins. So höre ich, wie sich Frau X gerade bei Hern Y beschwert, obwohl dieser arme Mensch ebenso wenig dafür kann wie die betreffenden Tiere.
„Ach“, meint sie, „das ist aber eine Affenhitze heute!“
„Ja,ja“, bestätigt er. „Nach der Schafkälte gleich wieder so eine Bullenhitze. Meine Frau verkraftet diese Hundstage auch ganz schlecht. Ihr Kreislauf, wissen Sie.“
Innerlich muss ich grinsen, denn das war jetzt eine ganze Tierschar, die die beiden innerhalb weniger Sätze zusammen getrieben haben. Gut, aber jetzt möchte ich erst recht der immer interessanter werdenden Unterhaltung von Frau X und Herrn Y folgen. Inzwischen geht es hier nämlich nicht mehr um das Wetter:
„Ach“ meint Herr Y. „wir hatten gestern Besuch von meinem Kumpel Franz und seiner Frau. Nachdem sich die beiden Damen schon zurück gezogen hatten, begann für uns eine sehr durstige Nacht. Deshalb hatten wir heute Morgen nur ein Katerfrühstück, und nach dem Katzenjammer und den Kopfschmerzen verspüre ich jetzt einen Bärenhunger. Da unser Kühlschrank ziemlich leer ist, hat mich meine Frau erst noch einkaufen geschickt.“
„Ich muss auch noch schnell und die Drogerieabteilung. Mich plagen meine Hühneraugen ungemein und ich muss mir ein Pflaster holen.“, klagt Frau X ihr Leid.
„Ob die wohl auch Tigerbalsam haben? Mein Rücken ist nämlich schon ganz verspannt von der ewigen Schreibtischarbeit.“
„Hallo Ernst, was machst Du denn hier?“, begrüßt Frau X ihren Mann ohne auf Herrn Y’s Frage einzugehen.
„Ich muss nur mal eben in den Baumarkt. Ich kann nämlich meinen Fuchsschwanz nicht finden.“
„Hast du ihn denn überhaupt richtig, so mit Adleraugen, gesucht?“, erkundigt sich seine Frau skeptisch.
„Das können sie vergessen“, mischt sich nun auch Herr Y ein. „Der Baumarkt hat schon geschlossen.
„Dann wirst du wohl morgen auf dem Flohmarkt Ausschau halten müssen“, schlägt seine Gattin vor. „Da kannst du auch gleich unser Patenkind, den kleinen Frechdachs mitnehmen. Dann kommst du aber bestimmt mit allen möglichen anderen Dingen, wie zum Beispiel einen Knallfrosch wieder zurück, wie ich den Kleinen kenne.“
„Unser Patenkind ist für ein paar Tage zu Besuch bei uns“,, erklärt der Gatte von Frau X Herrn Y. „Er sitzt gerade im Garten und malt mit Wasserfarben.
„Dann sieht jetzt bestimmt aus wie ein kleiner Schmierfink“, lacht Herr Y. „Das ist bei unserem Enkel dasselbe. Und hinterher folgt nur eine Katzenwäsche!“
„Apropo Wäsche!“, fährt Frau X auf das Stichwort ab. „Hast du meine Wäschespinne im Garten aufgebaut?“
„Ja!“, bestätigt ihr Gatte. „Ich musste aber erst noch ein paar Spinnen im Gartenhaus beseitigen. Ich weiß doch welcher Angsthase du bist. Du brichst doch bei jeder noch so kleinen Spinne gleich in Panik aus und die Krokodilstränen kullern.“
„Jetzt hör aber mit deinen Übertreibungen auf!“, schimpft Frau X ihren Göttergatten. An Herrn Y gerichtet, fragt sie:
„Wollen wir vier uns am Sonntagnachmittag zu Kuchen und Eis bei uns im Garten treffen?“
„Ja, da wird sich meine Frau aber freuen, denn sie ist ein kleine Naschkatze. Nur einen Gefallen sollten Sie mir tun. Bitte nicht den ganzen Nachmittag das Lied „Atemlos“ von Helene Fischer spielen. Ich hatte das letzte Mal einen richtigen Ohrwurm.“
Nachdem Frau und Herr X dies versichert haben, trennen sich für den heutigen Tag die Wege der mir fremden Gesprächspartner und in meinem Kopf schwirrt ein ganzer Bienenschwarm, –  das waren eindeutig zu viele Tiere auf einmal.

 

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