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Das bin ich … und noch viel mehr

In meinen Geschichten habe ich Euch schon viel von mir und meiner Familie erzählt. Alles betrifft allerdings nur Erlebnisse und Erinnerungen. Über meine Person selbst habe ich jedoch bisher wenig geschrieben. Deshalb möchte ich heute in meiner Kategorie „Über mich“ einen kleinen Beitrag einstellen. Ich habe mir einfach nur zu jedem Buchstaben des Alphabets überlegt, was dieser über mich persönlich aussagen könnte. Es ist zwar nur ein kleiner Eindruck, aber vielleicht interessiert es Euch.

Ich habe grüne Augen und mag Abba, aber auch viele andere Musikinterpreten (Udo Jürgens, Queen, Westlife, Simon and Garfunkel, Santana, Die Prinzen, Peter Maffay …)

B Einmal im Jahr sind wir in Bangkok, allerdings nicht, um dort Urlaub zu machen.

C Ich mache mich gerne chic, denn ich liebe schöne Kleider…und Schmuck ohne ein Modepüppchen zu sein.

D Viele Jahre habe ich mit meiner Familie in Darmstadt gelebt.

EIch glaube an Schutzengel.

F Meine Fingernägel und Fußnägel sind immer lackiert.

G Gewitter finde ich immer ein bisschen unheimlich. Donner und Blitz machen mir Angst und ich bin jedesmal froh, wenn das Gewitter wieder abgezogen ist.

H Manchmal überlege ich, ob wir uns einen Hund anschaffen sollten. Allerdings zieht mein Mann eher einen großen Hund vor und ich einen kleinen. Daher werden wir mit unserer Entscheidung noch warten.

IIntrigen finde ich einfach nur schlimm.

J Ich liebe die wärmeren Jahreszeiten. Sobald es Frühling wird, freue ich mich auf die Sonne und den Sommer, aber auch den goldenen Herbst finde ich sehr schön. Nur das verregnete Novemberwetter und den Winter mit Eis, Kälte und Matsch kann ich nicht leiden.

K Früher mochte ich Katzen nicht besonders, aber seit wir unser Lottchen haben, weiß ich wie lieb und anhänglich diese Tiere sind.

L Schon mit 6 Jahren wusste ich genau, was ich werden wollte: Lehrerin.

M Das Mittelmeer ist immer ein beliebtes Reiseziele für mich und meine Familie.

N Neid und Streit kann ich nicht leiden.

O Da unser Sohn schon erwachsen ist, wird es wohl nicht mehr so viele Jahre dauern und uns wird jemand Oma und Opa rufen. Da ich Kinder sehr gerne mag, freue ich mich schon  auf diese Zeit.

P Meinen Mann Peter habe ich in der Schule kennengelernt.

Q Ein bisschen Quatsch und das Lustigsein gehören auch zum Leben.

R Romantisch bin ich auch manchmal und bei romantischen Filmen kann ich richtig gut weinen.

S Meine Geburtsstadt heißt Schotten, da sie der Legende nach von zwei schottischen Prinzessinnen gegründet wurde.

T Unser Sohn Timo ist unser einziges Kind.

U Meine Uroma habe ich immer Omaur (Oma Ur) genannt.

V Unsere Silberhochzeitsreise haben wir nach Venedig gemacht und dort war es einfach nur traumhaft schön. Ich finde, man sollte alles tun, um Venedig nicht untergehen zu lassen und zu bewahren.

W Ich brauche keinen Winter und keinen Schnee. Höchstens an drei Tagen im Jahr: An den beiden Weihnachtsfeiertagen und an Silvester.

X Ich lasse mir nicht gerne ein X für ein U vormachen.

Y Ich brauche keine Yacht, um glücklich zu sein.

Z Zuhause bin ich dort, wo meine Familie ist und froh bin ich, wenn es allen meinen Lieben (Mann, Sohn, Mutter, Schwiegermutter… und allen anderen Familienangehörigen und Freunden) und natürlich auch mir selbst gut geht.

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Das Familien ABC

Meine ganz normale, chaotische Familie

Ohje, ohje

Neulich habe ich Euch eine Geschichte von Professor Konfusi erzählt und alle fanden den älteren Herrn sehr sympathisch. Tanja hatte eine Idee, die mich seither nicht mehr loslässt. Sie meinte, der nette alte Herr solle doch noch mehr Abenteuer erleben und sein Wissen an Kinder weitergeben. Warum eigentlich nicht? Wollen wir mal sehen, was er gerade so macht:

Es ist ein gewöhnlicher Dienstagnachmittag. Manche ältere Menschen ziehen sich nach dem Mittagessen für gewöhnlich zurück, um ein Mittagsschläfchen zu machen. Herr und Frau Konfusi haben ein anderes Ritual. Während er sich in sein Arbeitszimmer zurückzieht, dort die Tageszeitung studiert, kuschelt sich seine Gemahlin mit einer Decke in ihre Leseecke und schmökert in einem Krimi oder einem Roman. Ein heimlicher Beobachter würde jedoch feststellen, dass beide hinter ihrer Lektüre nach einer gewissen Zeit ein kleines Nickerchen machen.
Heute kommt jedoch Frau Konfusi ganz aufgeregt in das Arbeitszimmer ihres Mannes und hat eine Bitte an ihn:
„Meine Leselampe funktioniert nicht mehr. Bist du so lieb und reparierst sie mir?! Ich lese gerade so ein spannendes Buch, einen Krimi und jetzt bin ich auf den letzten Seiten angelangt. Der Kommissar löst gerade den Fall.“
„Ohje, ohje!“, plappert Bubi der Papagei, der sich angewöhnt hat immer auf Professor Konfusis Schulter zu sitzen und seinen Kommentar zu allem abzugeben. „Ohje, ohje!“ ist sein Lieblingskommentar, zumindest heute.
Aber genau das sagt jetzt auch Professor Konfusi lächelnd zu seiner Frau. Der ältere Herr rückt seine Brille zurecht und steht auf, um der Bitte seiner Gemahlin nachzukommen.
„Ach, da muss ich nur eine neue Glühbirne reinschrauben! Ich glaube ich habe noch eine passende dort in der Schublade“, erklärt er seiner Gattin.
Doch so einfach gestaltet sich die Sache nicht, denn die Schublade klemmt. Sie öffnet sich nur einen kleinen Spalt. Der Professor rüttelt und schüttelt die Lade hin und her, aber sie lässt sich keinen Zentimeter weiter öffnen. Mit dem Stil eines Kochlöffels, den er seiner Frau aus der Küche stibitzt hat, stochert er in der Schublade herum und tatsächlich nach mühevoller Arbeit und zehn Minuten später öffnet sich diese. Allerdings findet er alle möglichen Utensilien in dieser Schublade, die schon lange in Vergessenheit geraten sind, aber leider keine Glühbirne. Aber immerhin die Schublade kann zur großen Freude von Bubi wieder einwandfrei geöffnet und geschlossen werden. Er pickt nämlich gleich mit dem Schnabel ein kleines Glöckchen an einem roten Band heraus und fliegt damit stolz im Zimmer umher.
„Bubi! Jetzt hör aber mit diesem Blödsinn auf und geh in deinen Käfig. Ich habe jetzt keine Zeit für deine Spielchen!“, versucht Professor Konfusi seinem eigensinnigen Papagei zu erklären. Dieser lässt enttäuscht das Glöckchen fallen, ruft sein „Ohje, ohje!“ und versteckt sich beleidigt hinter dem großen Lesesessel.
Nachdem der Professor sich nachdenklich am Kopf gekratzt hat, fällt ihm ein, dass in der Abstellkammer auch noch einige dieser Leuchtmittel auf Vorrat gelagert sein müssten. Damit hat er auch recht, doch sie befinden sich auf dem obersten Regalbrett. Tja und weil Professor Konfusi ein etwas kleinerer älterer Herr ist, kommt er ohne Leiter nicht da oben ran.
„Wo ist denn jetzt wieder die Leiter!“, fragt er sich, um sich dann auch gleich die Antwort zu geben. „Die hat sich neulich mein Neffe ausgeliehen, aber natürlich nicht mehr zurückgebracht.“
Im Keller gibt es jedoch noch eine kleinere Leiter mit nur zwei Trittstufen. Die wäre ausreichend. Also marschiert der Professor mit Bubi, der inzwischen wieder friedlich auf seiner Schulter sitzt, nach unten. Im Treppenhaus trifft er auf Marco, den Nachbarjungen.
„Hallo Marco! Was machst du denn für ein verärgertes Gesicht?“, fragt ihn Professor Konfusi.
„Ach ich wollte gerade mit dem Fahrrad zu meinem Kumpel zum Fußballspielen. Aber mein Fahrrad hat einen Platten und ich hab kein Flickzeug.“

„Ohje, ohje!“, meint Bubi.

„Na, da kann ich dir helfen. Komm einfach mit in den Keller. Dort hab ich irgendwo ganz sicher noch ein Reparaturset,“ fügt der hilfsbereite ältere Herr dem Kommentar seines vorlauten Papageis hinzu.
Als er die Kellertür öffnet, blickt sich Marco neugierig um.
„Wow! Das ist ja die reinste Schatzkammer!“
„Ach, das sind alles Erinnerungsstücke!“, erklärt er dem Jungen und seine Augen leuchten, denn von diesen hier gelagerten alten und ein bisschen eingestaubten Dingen kann er sich nicht trennen.
„Sie erzählen alle Geschichten, zum größten Teil aus meinem Leben!“
„Ohje, ohje!“, kommentiert Bubi erneut.
„Was ist das denn für ein altertümliches Gerät?“, fragt Marco und bleibt vor einem Kasten mit einem eigenartigen großen Trichter stehen.

1200px-Beitragsfoto„Oh ja, das ist ein tolles Ding. Es ist ein Grammophon so etwas wie ein Plattenspieler und damit haben meine Eltern Musik gehört und dazu getanzt“, erzählt der Professor.

„Einen Plattenspieler hatte mein Vater früher auch. Aber der ist irgendwann mal kaputt gegangen. Er hat nur noch die Schallplatten, aber die brauchen wir nicht mehr. Wir haben ja einen CD-Player.“
„Ja, ja, so ein Ding hat uns mein Neffe auch einmal geschenkt. Auf diese kleinen silbernen Platten passen viel mehr Lieder drauf als auf eine Schallplatte. Aber die Romantik fehlt!“
„Ich lauf schnell hoch und hole ein paar Schallplatten von meinem Vater, dann können wir es ausprobieren“, begeistert sich Marco für das altertümliche Gerät. „Mögen Sie die Beatles?“

„Ohje, ohje!“, mischt sich Bubi, der Papagei, ein. Er hat sich inzwischen auf einem Regal niedergelassen.
„Das brauchst du nicht!“, hält Professor Konfusi den Jungen zurück. „Eure Schallplatten funktionieren auf meinem Grammophon nicht, aber ich habe noch viele alte Schellackplatten.“

„Schellack?“
Marco hat noch nie etwas davon gehört und deshalb fährt der ältere Herr in seinen Erklärungen fort.
„Schellack, das hängt mit Läusen zusammen.“
„Igitt!“, meint Marco und kratzt sich am Kopf.
„In Asien und Indien wird Schellack in großen Mengen gewonnen. Auf den Pappelfeigen, das sind Bäume, die dort wachsen, leben Lackschildläuse. Diese ernähren sich von den Pflanzensäften, scheiden diese allerdings auch wieder aus. Sie schützen dadurch ihre Brut, die vollkommen darin eingeschlossen wird. Dies musst du dir so ähnlich wie Harz vorstellen, es ist also eine sehr klebrige Angelegenheit.“
„Ich hatte mal Harz an den Fingern, – ist ziemlich eklig!“, bestätigt Marco.
„Diese Läuse leben also zunächst wie in einer Harzblase, durch die sie sich dann durchbohren,“ fährt der Professor fort. „Die Zweige und Äste des Baumes sind dadurch ebenfalls mit einer Harzschicht umgeben. Diese Äste schneidet man ab und sammelt sie. Nachdem man das Harz vom Holz getrennt hat, wird es gemahlen, gewaschen und in der Sonne getrocknet“.
„Was sie alles wissen!“, staunt Marco. „Und daraus hat man diese Platten hergestellt? Dann kleben die ja.“
„Nein,nein – man hat diese Platten hauptsächlich aus Gesteinsmehl, Tierhaaren und Kohlenstaub hergestellt. Schellack ist nur das Mittel, das alle diese Stoffe miteinander verbindet.“
„Und weil es ohne Schellack nicht geht, nennt man sie Schellackplatten“, folgert Marco. „Macht man auch noch andere Dinge daraus?“
„Ja, man benutzt diese Ausscheidungen der Lackschildlaus beispielsweise auch für Möbelpolitur, als Überzugsmittel für Medikamente oder als Glanzüberzug für Süßigkeiten.“
Marco hat mit großen Augen zugehört, denn von diesem Schellack und dieser Lackschildlaus hat er zuvor noch nie etwas gehört. Was ihm weniger gefällt ist die Sache mit den Süßigkeiten. Darüber muss er noch einmal nachdenken. Aber jetzt interessiert ihn das Grammophon:
„Und wie funktioniert das jetzt? Können wir mal eine Platte abspielen?“, will Marco wissen.
Professor Konfusi geht zu einem Regal und zieht ein Päckchen heraus. Hierin sind gut eingewickelt die kostbaren Schellackplatten, von denen der ältere Herr eine auf den Plattenteller des Grammophons legt.
„Schau her“, fordert er Marco auf. „Die Platte hat ganz viele Rillen in denen sozusagen die Musik liegt.“
„Ja und ich habe auch schon die Nadel an dem Hebelarm gesehen, die müssen wir nur in die Rillen der Platte setzen“, ereifert sich Marco.
„Doch zuvor muss man an dieser Kurbel drehen, damit die Spiralfeder aufgezogen wird und die ganze Sache in Schwung kommt. Das heißt, damit sich der Plattenteller mit der Schallplatte dreht.“
„Und was ist das für eine Dose an der die Nadel hängt?“, will Marco noch wissen.

1200px-Dose außen
„Das ist die Schalldose“, erklärt Professor Konfusi dem Jungen. „Wenn die Nadel durch die Wellenlinie der Rillen fährt, dann entstehen Schwingungen. Das heißt die Nadel wird ganz leicht hin und her bewegt. Diese Schwingungen werden auf die Schalldose übertragen.“

Weil Marco großes Interesse zeigt, schraubt der Professor die Schalldose auf.

1200px-Dose innen„Hier im Innern der Dose gibt es eine Membran, ein kleines dünnes Metallplättchen“, zeigt er dem Jungen. „Wenn sich die Schwingungen hierauf übertragen, dann werden sie in Schall, also in die Töne umgewandelt. Und du kannst die Musik hören.“

„Ach“, sagt Marco. „Und der Trichter verstärkt dann die Lautstärke?!“

„Richtig“, lobt ihn der ältere Herr.

„Darf ich kurbeln?“, fragt Marco, denn er möchte nun die Schellackplatte abspielen.

„Moment noch“, bittet ihn der Professor. „Erst stellen wir an diesem Regler die Geschwindigkeit ein, mit der sich die Platte drehen soll, damit die Musik weder zu schnell noch zu langsam abgespielt wird.“

1200px-Geschwindigkeitsregler. JPGDanach kurbelt Marco zuerst und setzt dann die Nadel in die Rille, der sich drehenden Schallplatte. Die Nadel fährt nun die Rille entlang und die Beiden hören jetzt eine etwas verkratzte, leicht verrauschte und ein wenig blechern klingende Melodie, gespielt von einem Tanzorchester.

„Die Qualität kann man nicht mit den Schallplatten deines Vaters oder deinen CDs vergleichen. Aber man kann damit Musik hören“, meint der liebenswerte Professor und Marco ist sichtlich überrascht, dass aus diesem altertümlichen Grammophon Musik zu vernehmen ist.
Er hat seinen platten Fahrradreifen und sein Fußballspiel total vergessen, so spannend fand er diese Vorführung und die Erläuterungen des Herrn Konfusi. Aber auch Professor Konfusi ist in Erinnerungen versunken und denkt kein bisschen mehr an seine eigentliche Suche und die Bitte seiner Frau. Am liebsten würde er jetzt nur diesen Klängen aus der Vergangenheit lauschen.
Doch plötzlich geht die Kellertür auf und Frau Konfusis Kopf erscheint in dem Spalt. Schlagartig fällt ihrem Gatten ein, warum er eigentlich in den Keller gegangen ist.
Und fast gleichzeitig ertönt von ihm und Bubi der Kommentar:

„Ohje, ohje!“

 

Wer die erste Geschichte von Professor Konfusi noch nicht kennt, kann sie hier nachlesen:

Professor Konfusi

Vorsicht Affen!

So ist das manchmal, das Eine löst das Andere aus. Ich habe doch neulich von Lizzy Langhals berichtet, die wir in Bangkok getroffen haben. Viele von Euch haben diesen Post gelesen und kommentiert. Kerstin (traeumerle lunze) hat mir geschrieben, dass sie sich ebenfalls an ein Erlebnis mit einer Giraffe erinnern kann, die bei einer Autofahrt durch einen Safaripark die Scheibe mit ihrer langen Zunge abgeleckt hat. Sie hat mir sogar ein tolles und lustiges Foto davon zugeschickt. Dieses Foto löste in mir wiederum eine Erinnerung aus. Aber auch in Kerstin. Somit erzählen wir Euch heute in Absprache jeder auf seinem Blog eine persönliche Erinnerungs- Affengeschichte:

Vor achtzehn Jahren verbrachten wir unseren Sommerurlaub auf der schönen Mittelmeerinsel Mallorca. Unser Sohn Timo war damals gerade erst acht Jahre. Wenn man mit Kindern im Urlaub ist, dann möchte man ihnen auch etwas zeigen und Unternehmungen machen, die ihnen Spaß bereiten. Am Morgen des besagten Tages konnten wir noch nicht ahnen, dass wir mit unserem Vorschlag für das Tagesprogramm den absoluten Volltreffer landen würden.
„Was wollen wir heute unternehmen?“, fragte ich während des Frühstücks meine beiden Männer. „Sollen wir am Strand bleiben oder mit unserem Mietwagen die Insel erkunden?“
„Ach, ich will eigentlich nicht wieder nur an unserem Strand bleiben“, verkündete mein Göttergatte. „Wir können uns doch einen anderen Strand suchen!“
Da unser Sohn noch sein Nutellabrot mampfte, ergriff ich die Gelegenheit den beiden schnell einen anderen Vorschlag zu unterbreiten.
„Was haltet ihr von diesem Safaripark? Timo würde Dir das gefallen?“
Ich reichte ihm das Prospekt, das ich im Hotelfoyer entdeckt hatte. Die Fotos von den verschiedenen Tieren weckten sofort sein Interesse und so beschlossen wir unsere Sachen zu packen, um zu dem besagten Tiergehege in Sa Coma zu fahren.
Dort angekommen mussten wir wiederum eine Entscheidung treffen.
„Wollen wir mit dem Bus die Safaritour machen?“, fragte ich.
„Ach, Quatsch!“, erklärte mein Mann, während dies Timo ganz egal zu sein schien. Er rutschte nur unruhig auf der Rückbank hin und her, weil er schon ganz aufgeregt war.
„Eine Safari macht man im Auto und nicht im Bus“, beschloss mein Mann. „Wozu noch einmal extra bezahlen, wenn wir sowieso ein Gefährt haben und man damit reinfahren darf.“
Die Bedingung für die Durchfahrt mit dem PKW war allerdings, dass man die Fensterscheiben geschlossen halten musste.
„Mach dein Fenster hinten bitte auch zu!“, forderte ich Timo auf. „Immerhin sind das alles gefährliche Tiere. – Schau mal, dort vorne sind schon die Löwen!“
Timo presste seine Nase an die Fensterscheibe und bestaunte die Tiere. Sicherlich fühlte er sich wie bei einer richtigen Safari. Wir begegneten u.a. Giraffen, Löwen, Zebras, Antilopen, und auch ein Strauß spazierte vor uns über den Weg. Obwohl Timo diese Tiere alle schon im Zoo gesehen hatte, war es ein besonderes Erlebnis diese jetzt auf (fast) freier Wildbahn zu erleben.
„Sag nur, hier gibt es keine Affen?“, fragte mein Peter sichtlich enttäuscht.
Man muss dazu sagen, dass er ein absoluter Affenfan ist. Er kann ihnen ewig zuschauen und hat seine Freude dabei. Doch bisher hatten wir noch keine entdeckt.
„Du musst da hin fahren!“, sagte Timo und deutete auf ein Schild, auf dem ein Affe abgebildet war, der nach rechts zeigte.
Also fuhren wir in diese Richtung und suchten mit den Augen sämtliche Bäume ab.
Doch wir mussten gar nicht nach oben schauen. Plötzlich waren wir umzingelt von Affen aller Größen. Wir hielten an, denn schließlich wollten wir keines dieser Tiere umfahren. Sofort kamen sie auf unser grünes Auto zugerannt. Es schien auf sie wie ein Magnet zu wirken. Doch das war nicht alles. Sie krabbelten auf die Motorhaube und schauten zur Windschutzscheibe herein. Auge in Auge waren wir uns nun gegenüber. Man hätte sich tatsächlich die Frage stellen können, wer jetzt wen begaffte. Allerdings stellte sich auch noch die Frage, ob die Affen außerhalb oder innerhalb des Autos waren, denn wir versuchten die Tiere mit allen möglichen Grimassen und Gesten zu motivieren auf eben diese zu reagieren.
Jetzt kamen auch noch andere, die sich neugierig an die Beifahrer- und die Fahrertür hängten und an die Scheibe klopften. Selbstverständlich klopfte nicht nur Timo zurück. Wir hatten unseren Spaß, das muss man wirklich zugeben. Weiterhin mussten wir uns eingestehen, dass wir froh waren geschützt in unserem Käfig, sprich Auto sitzen zu können und nicht den Übergriffen der Affen ausgesetzt waren. Wir wähnten uns also in Sicherheit und die Affen vorne, links und rechts verstanden es auch hervorragend uns abzulenken.
Wir lachten und alberten in unserem Gefährt herum, bis auf einmal Timos entsetzter Schrei ertönte:
„Achtung! Da oben!“
Der Schreck und die Erkenntnis fuhren uns gleichzeitig schlagartig in die Glieder. Der Blick nach oben offenbarte uns das ganze Ausmaß unserer nicht gerade besonders berauschenden Situation. Während wir mit den Affen zu unserer Linken und Rechten kleine lustige Spielchen gemacht hatten, hatten sich zwei dieser flinken Kletterer auf unser Autodach geschwungen. Das wäre ja im Grunde genommen auch kein Problem gewesen, hätte nicht das offene Schiebedach existiert, durch welches bereits ein Affe versuchte in das Innere des Autos zu gelangen. Wie hatten wir nur vergessen können dieses zu schließen? Doch alle Fragen und alle Wenns und Abers nutzten jetzt nichts mehr. Im Moment war nur Handeln angesagt. Und das ziemlich schnell!
„Schnell! Zuschieben! Alle mithelfen!“, kommandierte Peter.
Mit vereinten Kräften zerrten wir von innen am Schiebedach, um dieses zu schließen. Inzwischen zerrten allerdings auch zwei Affen von außen am besagten Schiebedach, um dieses offen zu halten.
So zogen wir von innen in die eine Richtung und die Affen oben auf dem Dach in die andere Richtung. Wenig Kraft hatten die beiden Affen nicht.
„Fester! Die haben nämlich ordentlich Kraft!“, rief Peter und stemmte mit aller Gewalt dagegen.
Außerdem schienen wir nur ihren Eifer und das Bestreben das Schiebedach offen zu halten, anzuspornen.
Während die Affen auf dem Dach sich ärgerten, dass wir das Dach schließen wollten, ärgerten wir uns, dass sie uns dies nicht gestatteten. Größer als unser Ärger war jedoch unsere Angst, sie könnten es in das Innere unseres Autos schaffen. So entwickelten wir ungeahnte Kräfte und schafften es schließlich das Schiebedach zu schließen.
Enttäuscht trommelten die beiden Affen auf dem Dach herum, denn sie waren die Verlierer. Zum Glück! Ich wage es mir nicht vorzustellen, was passiert wäre, wenn sie gesiegt hätten. Wir wären die wahren Verlierer gewesen und hätten mit Sicherheit nichts mehr zu lachen gehabt.
Jetzt allerdings ließen wir uns erleichtert in die Sitze zurückfallen. Nach einer kurzen Verschnaufpause lachten wir alle drei glücklich los.

 

Kerstin und ich haben uns abgesprochen und so hat auch sie heute eine  Affengeschichte eingestellt. Schaut doch auch einmal bei ihr vorbei:

traeumerle lunze

Wenn Ihr Lust habt, dann könnt ihr bei mir auch noch folgende Tiergeschichten lesen:

Mopsi&Filou

Dreibein&Co

Professor Konfusi

Mein Schwiegervater kannte vor vielen Jahrzehnten einen Herrn, aus dessen Leben er meinem Mann irgendwann einmal eine kleine wahre Begebenheit erzählte. Als sich diese ereignete, war mein Peter noch gar nicht geboren, aber ihm fiel sie erst neulich auf Mallorca wieder ein. Ich habe mir gedacht, dass sie euch bestimmt gefällt und habe kurzerhand eine Geschichte daraus gemacht und Erzähltes mit Erdachtem vermischt. Lest selbst, was dabei herausgekommen ist:

Er war ein untersetzter Mann. Genauer gesagt, war er von etwas kleinerer Statur mit einem gut sichtbaren sich vorwölbenden Bauch. Sein Gesicht war rundlich mit niedlichen Pausbacken, immer glatt rasiert und einem rundlich wirkenden Mund. Die dunklen Augen hatten ein Strahlen, so dass er wohlwollend auf seine Mitmenschen blickte. Nicht von oben herab, sondern eher von unten nach oben. Auf seiner dicklichen Nase saß meist eine Brille, über deren Rand er allerdings immer hinweg sah.
Die wenigen Härchen, die seinen Kopf zierten, waren erstaunlich dunkel, allerdings nur noch kranzförmig von einem Ohr zum anderen angeordnet. Der Rest des Kopfes offenbarte eine glänzende Glatze. Diese schützte er im Winter vor Kälte durch eine karierte Schirmmütze und im Sommer vor der Sonne mit einem lustigen roten Hütchen.
Professor Konfusi war ein netter stets freundlicher Geselle. Intelligent war er auf jeden Fall, doch keineswegs eingebildet und vor allen Dingen hatte er für jedermann ein offenes Ohr. Seine Studenten mochten ihn und seine manchmal etwas zerstreut wirkende Art, die ihn nur noch liebenswerter machte. Das hatte natürlich auch auf seine Vorlesungen Auswirkungen, bei denen er oftmals auch abschweifte und kleine Anekdoten zum Besten gab.
Er hatte den Ruf seinem Namen alle Ehre zu machen, so dass die Studenten oft vom zerstreuten oder konfusen Professor sprachen. Allerdings taten sie dies in einer sehr liebevollen Art und Weise. Alle hatten Professor Konfusi in ihr Herz geschlossen, denn er konnte über seine eigene Schusseligkeit am herzlichsten lachen.
Bei Präsentationen und Konsultationen legten die Studenten ihm ihre Aufzeichnungen nur vor, wenn keine gefüllte Kaffeetasse in der Nähe war. Man munkelte nämlich, dass er früher mehr als einmal seinen Kaffee über irgendwelche schriftlichen Ausarbeitungen gekippt hätte. Nicht etwa aus Boshaftigkeit oder aus Absicht. Nein, das hätte ihm keiner nachsagen können. Im Grunde genommen passierte es aus Unachtsamkeit, oder wie man so schön sagt, in der Hektik des Gefechtes. Er deutete mal hier und mal da hin, diskutiere und fuchtelte mit den Händen in der Gegend herum. Tja und schwuppdiwupp war ein Kaffeefleck auf der Dokumentation.
Wie gesagt, das erzählte man sich so innerhalb der Studentenschaft. Was daran Wahrheit und was eher geflunkert war, lässt sich nicht richtig feststellen, denn niemals wurde ein Student Zeuge beim Überschwappen des Kaffees aus der Tasse. Jedoch waren einige seiner eigenen Unterlagen mit bräunlichen Flecken bedeckt, so dass man sich lächelnd und augenzwinkernd anblickte.
Mein Schwiegervater, der ihn bei verschiedenen Projekten kennenlernen durfte, berichtete meinem Peter eine lustige Geschichte aus dem Leben des Professor Konfusi, die ihm dieser einst selbst erzählt hatte. Diese kleine Episode war keineswegs erfunden, um seine Mitmenschen zu belustigen, sondern sie ereignete sich wahrhaftig:

Wie man sich denken kann, gehörte zu Professor Konfusi auch noch eine bessere zweite Hälfte, nämlich Frau Konfusi. Seine Gemahlin war ebenso liebenswert und von freundlicher Natur, wie er selbst. Sie hatte seine Größe, war schlank und immer adrett gekleidet.

Eines morgens, sie wollte gerade den Frühstückstisch decken, da hatte Professor Konfusi eine Idee.
„Ich könnte doch schnell zum Bäcker um die Ecke gehen und uns ein paar Brötchen kaufen. Was hältst du davon?“
„Ja“, sagte sie. „Das wäre eine schöne Abwechslung. Ich habe gestern leckere Erdbeermarmelade gekocht, die schmeckt bestimmt herrlich auf frischen knusprigen Brötchen.“
„Ich bin in zehn Minuten wieder da!“, rief er seiner Gemahlin zu, setzte sich sein rotes Hütchen auf und verschwand durch die Haustür.
Zum Bäcker war es wirklich nicht weit, denn dessen Geschäft befand sich schon vor der nächsten Straßenecke. Dort angekommen, wunderte sich Professor Konfusi, dass die Ladentür verschlossen war und ein Schild an der Türklinke hing, auf dem folgende Mitteilung zu lesen war:

Heute wegen Familienfeier geschlossen!

Etwas ratlos stand er nun da. Seine Gemahlin würde enttäuscht sein, denn sie hatte sich sichtlich auf die frischen Brötchen gefreut. Er übrigens auch.
Nach kurzem Überlegen, beschloss er zum nächsten Bäckerladen zu marschieren, was allerdings bedeutete, dass er eine Viertelstunde strammen Schrittes in die entgegengesetzte Richtung laufen musste. Da einfach nur laufen ja bekanntlich langweilig ist, vertrieb sich Professor Konfusi die Zeit mit einigen Denkaufgaben.
Bald schon konnte er auch die Menschenschlange vor dem angestrebten Bäckerladen sehen, als ein Geschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite seine Aufmerksamkeit erregte. Letzte Woche war dies noch nicht dort gewesen und deshalb wechselte er jetzt neugierig auf die andere Straßenseite.
Frau Konfusi wunderte sich allerdings, dass ihr Gemahl nach einer halben Stunde immer noch nicht zurück war. Sie schaute aus dem Fenster, konnte aber ihren Mann nirgendwo erblicken. Nach weiteren 15 Minuten lief sie nach unten vor die Haustür. Nichts war zu sehen. Da der Kaffee inzwischen schon kalt geworden war und ihr Magen knurrte, hätte sie eigentlich verärgert sein müssen. Aber Frau Konfusi machte sich weder um den Kaffee noch um die fehlenden Brötchen Gedanken, sondern sie sorgte sich um ihren Gemahl.
„Es wird ihm doch nichts passiert sein!?“, überlegte sie.
Doch was sollte sie tun? Da es zu dieser Zeit noch kein Handy gab, beschloss Frau Konfusi sich auf die Suche nach ihrem Mann zu machen. Also marschierte sie wieder nach oben in die Wohnung, um sich ihre Strickjacke und ihre Handtasche zu holen.
Gerade als sie auch noch nach ihrem Regenschirm greifen wollte, denn es hatte inzwischen ein wenig angefangen zu nieseln, klingelte es an der Haustür. Schnell riss sie diese auf und stand einem freudestrahlenden Professor Konfusi gegenüber.
„Gott sei Dank, da bist du ja!“, stieß sie glücklich hervor. „Wo warst du denn so lange? Ist etwas passiert?“
„Nein, nein!“, meinte er nur beruhigend. „Ich habe dir was mitgebracht!“
„Mir ist vor Angst und Aufregung der Appetit auf Marmeladebrötchen vergangen!“, entgegnete sie.
„Welche Brötchen?“, fragte er und schüttelte plötzlich den Kopf. „Ich habe was viel Schöneres für dich!“
„Bubi hat Hunger! Bubi hat Hunger und Durst!“, hörte Frau Konfusi plötzlich jemand sagen.
Verwirrt sah sie sich um, konnte aber den besagten Bubi nicht sehen.
„Hast du noch jemand mitgebracht?“, erkundigte sie sich bei ihrem Mann.
Dieser strahlte über das ganze Gesicht und hob wortlos nur seinen rechten Arm hoch. In seiner Hand hielt er einen großen Vogelkäfig, in dem ein rot-gelb-blau gefiederter wunderschöner Papagei saß und nochmals sein Anliegen unmissverständlich vorbrachte:

„Bubi hat Hunger! Bubi hat Hunger und Durst!“

Fräulein Langhals

Hallo!
Darf ich mich vorstellen?
Ich bin Lizzy Langhals.
Ob ich mit meinem Fellkleid (dunklere Flecken auf einem helleren Braun- oder Beigeton), meinen beiden Hörnern oben auf dem Kopf und einem knochigen Höcker zwischen den Augen eine Schönheit bin, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber ich werde immer bestaunt.
Ich bin nämlich eine Giraffe.
Meine Eltern lebten einst in der Savanne, aber eines Tages kamen Jäger, Trophäensammler und Tierfänger nach Afrika. Sie jagten die Tiere, schossen sie ab oder fingen sie ein. Mein Vater und meine Mutter wurden von ihren Artgenossen getrennt. Man betäubte sie und verfrachtete sie auf großen Schiffen in Containern in ferne und fremde Länder. Dort verkaufte man sie an Zoos.
Meine Eltern kamen nach Thailand und hatten großes Heimweh nach ihrer Heimat. Ich wurde dann in Gefangenschaft geboren und kenne die Savanne nicht. Stattdessen muss ich mich mit unserem Gehege begnügen. Aber wenn man etwas nicht kennt, dann vermisst man es auch nicht. Deshalb fühle ich mich eigentlich ganz wohl hier.
Wie jeder weiß, ist die Giraffe das größte auf dem Land lebende Tier. Manche männlichen Giraffen werden bis zu bis 6 Meter hoch.
Wie man an meinem Namen unschwer erkennt, bin ich weiblich und daher auch ein kleines Stückchen kleiner. Wir Kühe, so nennt man uns Weibchen, werden im Gegensatz zu den Bullen nur ca. 4,5 Meter hoch. Auch im Gewicht unterscheiden wir uns von den Männchen. Während wir über 800 Kilogramm wiegen, bringen die männlichen Giraffen locker das Doppelte auf die Waage.
Allein meine dünnen und staksigen Beine sind fast 1,80 Meter lang. Zu langen Beinen gehören natürlich auch große Füße, um stabil stehen zu können, – das ist doch klar. Meine Füße sind hufartig und somit gehöre ich zu der Ordnung der Paarhufer.
Zu meinen Beinen lässt sich noch sagen, dass ich sie spreizen muss, wenn ich zum Beispiel Blätter fressen will, die am Boden liegen. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass das nicht immer ganz einfach ist.
Zum Glück haben meine Blutgefäße im Hals sogenannte Klappen, die verhindern, dass mein gesamtes Blut beim Bücken ins Gehirn strömt. Durch diese Klappen wird auch beim Stehen das Zurückfließen des Blutes nach unten verhindert.
Das Auffälligste an mir ist mein langer Hals. Auf ihn bin ich besonders stolz, denn damit überrage ich alle anderen Tiere, sogar in der Savanne. Außerdem ermöglicht mir dieser lange Hals einen extrem guten Überblick. Übrigens hilft mir dieser Hals auch dabei, beim Gehen auf meinen langen Beinen die Balance zu halten. Auch wenn mein Gang nicht der schönste ist und manchmal etwas unsicher aussieht. Jeder, der schon einmal auf Stelzen gelaufen ist, kann sich vorstellen, wie schwierig das Laufen ist und wie unsicher der Gang wirkt.
Mein Hals ist außerdem sehr beweglich, da meine sieben Halswirbel über Kugelgelenke miteinander verbunden sind.
Mein langer Hals ermöglicht es mir die Blätter von hohen Bäumen zu fressen. Da ich auch noch eine lange Zunge besitze, kann sie mir helfen, wenn manche Blätter ganz oben in den Baumkronen wachsen. Immerhin ist sie mit fast 50 Zentimetern nicht gerade kurz. Außerdem ist meine Zunge überaus geschickt. Ich kann mit ihr die Äste und Zweige umschlingen und kann so die Blätter durch ein Rucken mit meinem Kopf einfach abstreifen.
Wollt ihr wissen, was meine absolute Lieblingsspeise ist? Die Blätter der Akazien mag ich besonders gern, auch wenn durch die dornigen Nebenblätter das Fressen nicht ganz so einfach ist. Aber meine Zunge ist sehr geschickt und schlängelt sich irgendwie um die Dornen herum.
Wenn man so groß ist wie ich, dann hat man auch einen tüchtigen Hunger. Ich fresse jeden Tag ungefähr 30 Kilogramm Blätter und sonstige Nahrung.

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Mit meiner langen Zunge kann ich aber noch viel mehr. Ich kann sogar mein Gesicht damit säubern, denn ich erreiche mit ihr meine Nase und meine Augen.
Selbstverständlich habe ich auch ein Herz, das ist ungefähr 11 Kilogramm schwer und 60 cm lang und in meine Lungen passen 55 Liter Luft.
Damals als mein Vater noch in der Savanne lebte, traf er eine Giraffendame, die ihm gefiel. Meine Mutter. Bevor er sich aber mit ihr paaren könnte, musste er um sie kämpfen. Sie gefiel nämlich auch einem anderen Giraffenmann. Die beiden männlichen Tiere mussten im Kampf feststellen, wer der Stärkere war. So schleuderten sie ihre Köpfe mit heftiger Wucht gegen den Hals des anderen. Mein Vater gewann diesen Kampf, denn der andere Bulle ging blutend und bewusstlos zu Boden. Ja, manchmal geht es auch bei uns Tieren hart zur Sache.
Meine Mutter hat mich fast 15 Monate ausgetragen, bevor ich geboren wurde. Somit erlebte ich die Verschiffung noch im Mutterleib. Bei meiner Geburt, die übrigens im Stehen vonstatten ging, fiel ich fast zwei Meter tief auf die Erde. Allerdings konnte ich schon nach etwa einer Stunde auf meinen Beinen stehen. Und nach mehreren Stunden versuchte ich meine ersten Schritte. Stellt euch vor, ich habe als Kalb damals schon fast 50 Kilogramm gewogen und war bereits ungefähr einen Meter und 80 Zentimeter groß.
Da wir Giraffen zu den Säugetieren gehören, hat mich meine Mutter natürlich gesäugt.
Mit ca. sechs Jahren war ich ausgewachsen und mein Hals ist ungefähr um das Dreifache gewachsen, im Vergleich zu seiner Länge bei meiner Geburt.

So, jetzt habe ich euch aber ziemlich viel über mich erzählt. Wenn ihr das nächste Mal im Zoo seid und am Giraffengehege vorbei kommt, dann grüßt bitte meine Artgenossen von mir. Vielleicht habt ihr Glück und könnt beobachten wie sie die Blätter von den Bäumen fressen oder ihre lange Zunge die Nahrung umfasst.

Übrigens, ich habe ganz vergessen zu erwähnen, wie schnell ich rennen kann. Wenn ich mir Mühe gebe, dann könnte ich auf ungefähr 55km/h kommen. Das ist sogar ein bisschen schneller als ein Auto in der Stadt fahren darf.

Wir haben Lizzy Langhals* vor ungefähr 7 Jahren in Bangkok im Zoo angetroffen. Sie ließ sich bereitwillig fotografieren und fraß die ihr von uns angebotenen Blätter. Da wir jedes Jahr in Bangkok sind, werden wir in diesem Jahr wieder einmal im Zoo nachschauen, wie es Lizzy Langhals so geht und ob es im Giraffengehege eventuell sogar Nachwuchs gibt.

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* Der Name „Lizzy Langhals“ ist von mir frei erfunden.

Vielleicht möchtet ihr auch das noch lesen:

Dreibein & Co

Familienzuwachs

vgl. und für weitere Informationen bezüglich Giraffen:
1) https://de.wikipedia.org/wiki/Giraffe

2) Warum ist der Hals der Giraffe so lang?,in: Wissen. Das Magazin, das Wissen schafft, Heft 1, 2015, S. 60

Das Meerjungfräulein

Philipp verbringt dieses Jahr die Sommerferien mit seinen Eltern am Meer. Schon Wochen vorher war er vollkommen aufgeregt. Noch nie zuvor hat er das Meer gesehen. Seine Mutter hat ihm viel erzählt und auch Bilder gezeigt. Doch als er es jetzt tatsächlich sieht, übertrifft es alle seine Erwartungen und alles, was er sich so ausgemalt hat. Er ist einfach nur begeistert. Wasser so weit er sehen kann.
Das blaue Meer, der Strand und der viele Sand lassen Philipp vor Begeisterung Luftsprünge machen.
„Wann fahren wir mit einem Boot auf das Meer hinaus?“, fragt er seine Eltern. Doch bevor diese antworten können, sprudeln weitere Fragen aus ihm heraus:
„Wollen wir eine Sandburg bauen?“
„Darf ich endlich ins Wasser?“
„Sind da auch Fische drin?“
„Wo sind meine Schwimmflügel?“
„Kann ich eine Taucherbrille haben?“
Am liebsten würde Phillip alles auf einmal und gleichzeitig machen.
„Nun mal langsam!“, besänftigt der Vater seinen vierjährigen Sohn. „Wir sind drei Wochen hier. Du hast also genügend Zeit alles schön nacheinander zu machen. Also, womit möchtest du anfangen?“
„Dann möchte ich jetzt eine Sandburg bauen!“, verkündet Philipp.
„Oh ja!“, strahlt der Vater. „das würde ich jetzt auch gerne tun!“
„Na, dann bin ich wohl vorläufig abgeschrieben“, sagt die Mutter. „Ich werde mich dann in der Zwischenzeit ein wenig sonnen und ein gutes Buch lesen!“
„Mach das ruhig!“, pflichtet ihr der Vater bei und gibt ihr einen Kuss. Auch Philipp drückt der Mutter schnell einen Kuss auf die Wange, um sogleich seine Schaufel zu schultern.
„Das ist Männerarbeit!“, erklärt er der Mutter.
Gemeinsam mit dem Vater sucht er ein geeignetes Plätzchen für die Sandburg aus. Wohlweißlich hat der Vater seine eigene Schaufel mitgenommen, damit kein Streit um das hilfreiche Werkzeug aufkommen kann.
Gerade als Philipp und sein Vater ganz in den Bau der Sandburg vertieft sind, steht plötzlich ein ungefähr sechsjähriges Mädchen vor ihnen. Zuerst betrachtet es das entstehende Bauwerk, doch dann wagt es eine vorsichtige Frage:
„Darf ich mitbauen?“
Die beiden Schaffenskünstler blicken kurz von der Arbeit auf und eigentlich will Philipp ihr gerade das Gleiche erklären, wie der Mutter kurz zuvor. Doch das unbekannte Mädchen kommt ihm zuvor:
„Ich habe schon viele Sandburgen gebaut und kenne mich gut aus!“
„Na klar, kannst du mitbauen!“, erwidert der Vater und zu Philipp gerichtet, meint er:
„Ich brauche sowieso eine kleine schöpferische Pause. Außerdem fühlt sich Mutter bestimmt schon vernachlässigt. Ich werde einmal nach ihr schauen.“
„Sieh mal!“, sagt das Mädchen zu Philipp. „Ich habe gerade Muscheln gesammelt. Damit können wir nachher die Burg verzieren.“
„Oh ja!“, meint Philipp.
„Und auf den Turm können wir dann noch ein Fähnchen setzen. Ich habe nämlich noch eins. Das hat vorhin in meinem Eisbecher gesteckt. Und eine Mauer müssen wir auch noch als Schutz um die Mauer bauen. Da passen die Muscheln auch gut drauf“, schlägt sie dem Jungen vor.
Das Eis ist gebrochen, die beiden Kinder verstehen sich ohne viele Worte. Sie bauen und bauen und merken gar nicht wie die Zeit vergeht. Irgendwann nach einer Zeit des arbeitsamen Schweigens, meint Philipp:
„Ich hole jetzt mit meinem Eimer Wasser für den Graben um die Burg.“
Es kommt keine Antwort zurück und Philipp blickt sich irritiert um. Wo ist sie nur? Holt sie etwa auch schon Wasser? Nein, sie ist einfach verschwunden. Seine Augen suchen den Strand ab, aber er kann sie nirgends erblicken.
„Schade!“, denkt Philipp. „Eigentlich ist sie ganz nett gewesen. Und ich wollte sie noch fragen, ob sie morgen wieder mit mir baut.
„Na, wo ist denn deine neue Freundin?“, fragt nun auch die Mutter, die bewundernd vor der Sandburg steht.
„Keine Ahnung!“, antwortet Philipp betont lässig, denn er will sich seine Enttäuschung nicht anmerken lassen. Aber im Grunde genommen hat er jetzt auch keine Lust mehr Wasser für den Burggraben zu holen. Ohne das fremde Mädchen hat er nur halb soviel Spaß daran.
„Bestimmt ist sie morgen auch wieder hier“, tröstet ihn die Mutter. „Komm wir gehen jetzt mal zusammen ins Wasser!“
Sofort ist alle Traurigkeit aus Philipps Gesicht verschwunden. Begeistert stürzt er sich in die Fluten. Allerdings nicht bevor er sich seine Schwimmflügel angezogen hat.
Am Abend als er müde vom ereignisreichen Tag im Bett liegt, muss er wieder an das fremde Mädchen denken. Er hofft, dass er sie am nächsten Tag wieder trifft und sie gemeinsam spielen können. Seltsam, keiner von ihnen hat den anderen nach dem Namen gefragt. Wie mag sie wohl heißen? Morgen wird er es nachholen, nimmt sich Philipp ganz fest vor, bevor ihm die Augen zufallen und er einschläft.
Der nächste Vormittag vergeht, ohne dass er das fremde Mädchen sieht. Immer wieder fällt sein Blick zu der Stelle, an der gestern noch die selbstgebaute Sandburg stand. Inzwischen haben Wind und Wellen alles wieder zerstört und den Sand verteilt. Alles was er noch finden kann, ist das kleine Fähnchen, das die Wellen weiter auf den Strand getrieben haben. Er läuft hin und hebt es auf. Philipp überlegt, ob er eine neue Sandburg bauen soll. Aber irgendwie findet er, dass es ohne seine unbekannte Freundin keinen richtigen Spaß macht.
„Hallo“, hört er sie plötzlich sagen und auch er antwortet mit einem einfachen, aber freudigen „Hallo!“
Er hat keine Ahnung, wo sie so plötzlich herkam, aber darüber macht er sich keine Gedanken, sondern fragt hoffnungsvoll:
„Wollen wir wieder eine Sandburg bauen?“
„Nein!“, antwortet das Mädchen. „Ich habe eine bessere Idee! Lass uns doch eine Riesenschildkröte aus Sand bauen!“
Als sie Philipps erstauntes Gesicht sieht, fügt sie erklärend hinzu:
„Ich weiß, wie man das macht. Mein Opa hat es mir mal gezeigt.“
Zuerst tragen sie ganz viel Sand zu einem großen Haufen zusammen, den sie dann mit den Händen zu einem großen Körper formen. Vorne schaufeln sie ein kleineres Häufchen Sand als Kopf hin und links und rechts setzen sie noch jeweils zwei Beine daran. Ja, tatsächlich, es sieht aus wie eine Riesenschildkröte.
„Ich muss jetzt gehen!“, sagt das Mädchen und Philipp fällt es wieder ein. Er wollte sie doch etwas fragen:
„Ich heiße Philipp und wie heißt du?“
„Ich bin Mee, ein Meerjungfräulein!“, lacht sie.
„Du spinnst!“, entgegnet Philipp.
„Doch!“, antwortet Mee. „Einmal im Jahr verwandelt sich hier im Ort ein Mädchen in ein Meerjungfräulein.“
Da Philipp immer noch sehr ungläubig schaut, fügt sie hinzu:
„Komm doch morgen um drei Uhr zur Strandpromenade. Da wirst du es sehen.“
Mee lächelt Philipp an, winkt ihm zu und verschwindet.
Philipp lässt sich in den Sand fallen und denkt nach:
„Eine Meerjungfrau hat doch keine Beine. Auf dem Bild in dem Buch im Kindergarten ist eine Meerjungfrau abgebildet und die hat einen Fischschwanz. Aber vielleicht wächst der ja nur einmal im Jahr an und Mee ist tatsächlich ein Meerjungfräulein?!“
Philipp kann das Rätsel nicht lösen und die Eltern will er auch nicht fragen. Er nimmt sich aber ganz fest vor, gleich morgen Mee danach zu fragen.
Am nächsten Tag ist ein Fest in dem kleinen Ort am Meer. Es ist ein Fischerfest. Alle Häuser sind mit bunten Blumen und Girlanden geschmückt und am Nachmittag soll ein großer Festumzug stattfinden. Philipps Eltern möchten mit ihrem Sohn ebenfalls hingehen.
„Aber ich will mich doch mit Mee treffen“, sagt er.
„Wir stellen uns an der Strandpromenade hin. Der Umzug geht dort entlang. Aber sie ist lang und wo genau wollt ihr euch denn treffen?“, erkundigt sich die Mutter.
Philipp zuckt mit den Schultern. Das hat Mee nicht gesagt. Und als er die vielen Menschen entlang des Weges sieht, gibt er die Hoffnung auf, hier jemals seine neue Spielkameradin wieder zu finden.
„Warte nur, bis der Umzug vorbei ist, dann werden wir sie schon sehen!“, tröstet der Vater seinen Sohn.
Es ist ein schöner und langer Umzug. Frauen in bunten Gewändern und Fischer mit ihren Netzen kommen vorbei. Angler mit ihren Angelruten, an denen bunte Pappfische hängen, ziehen vorüber. Musikkapellen spielen, Taucher in Taucherflossen und mit ihren Atemgeräten marschieren die Promenade entlang. Doch Philipp kann den Umzug nicht richtig genießen, denn er blickt sich immer wieder um und sucht mit seinen Augen die Menschenmenge ab. Er kann Mee jedoch nirgends sehen.
„Schau mal! Ein Riesendelphin!“, fordert die Mutter ihren Sohn auf. Ihr ist es nicht entgangen, dass er kein richtiges Interesse für den Festumzug hat. Philipp dreht sich um und blickt direkt zu Mee, die oben auf dem großen Delphin sitzt. Dieser Delphin hat vier Räder und wird von mehreren als Fische verkleideten Menschen gezogen. Ganz vorne läuft eine Frau, die ein Schild mit der Aufschrift: „Mee, das Meerjungfräulein“ trägt, aber das kann Philipp noch nicht lesen. Der Junge fragt sich gerade, warum Mee auf dem Delphin sitzt, da erkennt er den Fischschwanz. Er ist genau dort, wo Mee gestern noch Beine hatte. Sie hat also nicht gelogen.
„Sie ist tatsächlich ein Meerjungfräulein!“, denkt Philipp.
Aber wie ist das möglich? Wie konnte ihr über Nacht ein Fischschwanz wachsen? Philipp ist total verwirrt.
„Hallo Philipp!“, ruft Mee zu ihm hinunter und reißt ihn damit aus seinen Gedanken. „Komm nachher zur Eisdiele! Alle Kinder bekommen dort umsonst ein Eis!“
Philipps Eltern haben alles mitbekommen und zwinkern sich zu.
„Na“, meint sein Vater. „Das kannst du dir nicht entgehen lassen. Dann wollen wir nachher auch dorthin gehen, damit du dein Gratiseis bekommst. Und wir gönnen uns auch einen Eisbecher.“
Jetzt ist Philipp erst recht aufgeregt und trippelt von einem Fuß auf den anderen. Bestimmt ist Mee auch dort. Er hat so viele Fragen an sie. Aber vor allem will er wissen, was es mit dem Fischschwanz auf sich hat und wie lange der Zauber anhält.
Als er dann endlich bei der Eisdiele ankommt, muss er sich in einer langen Schlange anstellen, denn viele Kinder wollen sich ihr Gratiseis abholen. Eigentlich hat er gar keinen richtigen Appetit auf Eis. Er ist viel zu nervös und grübelt immer noch über diesen seltsamen Fischschwanz nach. Immer wieder blickt er sich nach allen Seiten um, damit er Mee auch nicht verpasst. Endlich, als er sich wohl zum hundertsten Mal umgeschaut hat, sieht er sie kommen, – auf zwei Beinen.
In der Hand hält sie den Fischschwanz.
Philipp läuft zu ihr hin und fragt sie aufgeregt:
„Darf ich den Fischschwanz mal anfassen?“
Mee nickt.
„Aber sei vorsichtig, damit er nicht kaputt geht! Den braucht nämlich im nächsten Jahr noch ein anderes Meerjungfräulein.“
Behutsam und ein wenig ängstlich streicht Philipp mit seiner Hand über den Fischschwanz.
„Der ist ja nur aus Gummi“, sagt er ganz erstaunt und ein wenig enttäuscht.
„Was dachtest du denn?“, fragt Mee und lächelt ihn an.

Erfrischung gefällig?

Ich glaube das kann im Moment jeder von uns nur bejahen. Bei diesen Temperaturen ist jede Erfrischung willkommen. Und nie haben wir uns über das kühle Nass so gefreut wie jetzt bei dieser Hitze. Hierbei ist es egal, ob es sich um einen Sprung in den Pool, eine kühle Dusche oder ein gekühltes Getränk handelt. Erfrischung ist erwünscht. 

Im Grunde genommen sollte man lieber lauwarme Getränke bevorzugen, weil der Körper sowieso schon auf Hochtouren arbeitet und sonst auch noch das kühle Flüssige erwärmen müsste. Doch wer macht das schon?! Je kälter desto besser denken wir und werfen allen guten Ratschlägen zum Trotz oftmals noch ein paar Eiswürfel ins Glas.
Ich habe noch nie so viel Wasser getrunken wie im Moment. Am liebsten mag ich Wasser ohne Kohlensäure, denn das kann man wirklich literweise hinunter schütten.

1200px-Flasche ohne

Mein Mann jedoch meint, dass ohne Kohlensäure das Wasser wie eingeschlafene Füße schmecken würden. Keine Ahnung, woher er weiß, wie eingeschlafene Füße schmecken. Aber egal, – er liebt nun mal kohlensäurehaltige Getränke. Tja, und da wäre ich beim Thema, denn diese Kohlensäure hat es in sich.
Ihr habt es sicherlich auch schon mehr als einmal beobachtet:
Stellt man einen Strohhalm in ein Glas oder eine Flasche mit dem perlenden Nass, dann sammeln sich die Blasen der Kohlensäure im Getränk entlang des Halms. Es macht Spaß diesem Schauspiel zuzuschauen. Es sammeln sich immer mehr Bläschen an und somit wachsen diese auch und werden größer. Die „Anheftkraft“ (so nenne ich sie einfach mal), hält die Bläschen am Halm festhält (in der Fachsprache nennt man dies Adhäsionskraft). Solange diese „Anheftkraft“ vorhanden ist, drücken sie den Trinkhalm nach oben.

1200px-Flasche 1

1200px-Flasche 2

Mit dem Anheften von immer mehr Bläschen, vergrößert sich allerdings die Auftriebskraft. Und dann passiert folgendes: Der Strohhalm wird im ungünstigsten Fall aus dem Glas „katapultiert“. Allerdings verkantet er sich meist am Glasrand, der das Herausfallen verhindert und somit wird der Halm in den meisten Fällen nur angehoben.
„Anders gesagt: Er steigt auf, weil seine ohnehin geringere mittlere Dichte mit der Zunahme der anhaftenden Bläschen abnimmt. Denn solange diese fest mit dem Trinkhalm verbunden sind, müssen sie diesem auch zugerechnet werden.“*
Ich beobachte die ganze Sache, die sich im Glas meines Mannes abspielt genauer. Der Halm ist nach oben gestiegen, das bedeutet die Länge des Halms, die sich noch in dem kohlensäurehaltigen Nass befindet, hat sich verkürzt. Aber nicht nur das. Die Anheftkraft (Adhäsionskraft) lässt mit der anwachsenden Größe und Anzahl der Bläschen nach. Die Gasbläschen trennen sich nach und nach wieder von dem Halm. Damit ist die Anzahl der Bläschen am Trinkhalm innerhalb der Flüssigkeit auch weniger geworden. Eigentlich müsste irgendwann ein Gleichgewicht entstehen, zumindest in meiner Theorie.

1200px-Vergleich

Übrigens klappt dieses kleine Schauspiel auch bei anderen Getränken, die mit Kohlensäure versetzt sind. Ich habe es schon bei Cola, Fanta, Sprite…bemerkt. Selbst beim Bier lässt es sich in abgeschwächter Form feststellen.
Da ich den Kampf mit dem Strohalm und der Kohlensäure nicht aufnehmen will, bleibe ich bei meinem stillen Wasser, das hervorragend meinen Durst stillt.
Aber da dieses kleine „praktische Experiment“ auch Kindern viel Freude macht, kann es einen ersten spielerischen Ausflug in die Welt der Physik darstellen.
Doch auch für Erwachsene ist es interessant. So inspirierte dieses Phänomen beispielsweise den Schiffsbauingenieur Wilhelm Bauer. Er „fand als einer der ersten eine Anwendung: 1863 holte er einen gesunkenen Dampfer mit Hebeballons wieder zurück an die Wasseroberfläche.“**

Ich wünsche Euch für den heutigen Tag eine Erfrischung und trinke mein alkohol- und kohlesäurefreies Wässerchen auf Euer Wohl.

Übrigens, wer morgens einen Sekt zur Anregung des Kreislaufs braucht, kann das beschriebene Phänomen ebenfalls ausprobieren.

Prost!

* Zitat aus: Fällt er oder fällt er nicht, in: Spektrum der Wissenschaft, Physik, Mathematik, Technik, Heft 3 / 14, S.17

** Zitat aus: Fällt er oder fällt er nicht, in: Spektrum der Wissenschaft, Physik, Mathematik, Technik, Heft 3 / 14, S.17

Karl Fridolin von Tap

Ich habe neulich ein Spiel entdeckt, das meine Neugierde geweckt hat. Es ist ein Würfelspiel, das sich „Story Cubes“ nennt und für Kinder ab 6 Jahren, aber auch für Erwachsene gedacht ist. Auf den neun Würfeln befinden sich Bildchen, die dazu anregen sollen eine Geschichte zu erzählen. Was als Spiel funktioniert, sollte doch auch als Gedankenanstoß für eine neue Bloggeschichte brauchbar sein, dachte ich mir. Also ließ ich die Würfel fallen und heraus kam die Geschichte von „Karl Fridolin von Tap“:

Klaus und Uli gehen in die fünfte Klasse und sind die besten Freunde. Aber noch ein Junge gehört neuerdings zu ihnen. Fridolin ist neu in der Klasse. Er kam erst vor einem knappen halben Jahr mit seinen Eltern in das kleine Städtchen. Sein richtiger Name ist Karl Fridolin von Tap. Sein Vater, den alle nur den Herrn Grafen nennen, hat beschlossen sich mit seiner Familie in dem kleinen Städtchen niederzulassen und dort das Waldhotel zu übernehmen und daraus ein Fünfsternehotel zu machen. Außerdem gehören ihm die Wäldereien rund um das Städtchen.
Fridolin ist ein etwas schüchterner und zurückhaltender Junge, der nicht so schnell Anschluss findet. Deshalb waren seine Eltern überglücklich, dass Klaus, Uli und Fridolin sich sofort gegenseitig sympathisch fanden und seitdem nicht nur in der Schule ständig zusammenstecken, sondern eigentlich in jeder freien Minute.
Der Graf und seine Frau haben sich für die Sommerferien etwas Besonderes für das Trio ausgedacht. Sie möchten gemeinsam mit den Jungs ein paar Wochen in ihrer alten Heimat in Bayern verbringen. Dies ist allerdings nicht die einzige Überraschung. Sie werden alle in dem Schloss, das zum Familienbesitz der Grafen von Tap gehört, ihre Sommerferien verleben. Dieses Schloss ist zum größten Teil zu einem Schlosshotel umgewandelt worden, denn auch Grafen müssen heutzutage für ein geregeltes Einkommen sorgen. Ein Teil des Schlosses gehört allerdings immer noch zum privaten Bereich der Familie von Tap und dort sollen die drei Freunde mit Fridolins Eltern gemeinsam in den Ferien wohnen.

Man kann sich vorstellen, dass insbesondere Klaus und Uli ziemlich aufgeregt sind, denn in einem Schloss haben sie noch nie gewohnt. Für Fridolin selbst ist es ganz normal, denn er ist dort geboren und die ersten zehn Jahre aufgewachsen. Trotzdem ist auch er aufgeregt, denn die gesamten Sommerferien mit seinen Freunden verbringen zu dürfen, lässt sein Herz vor Freude hüpfen.
So zählen die Drei erst die Wochen, dann die Tage und zu guter Letzt die Stunden bis zur Abreise. Die Eltern der beiden Jungs haben versprochen in zwei Wochen nachzukommen, denn die Familie von Tap ist so freundlich auch die Erwachsenen für zwei Wochen einzuladen.
Endlich ist der Tag der Abreise da.
„“Seien Sie ganz unbesorgt. Wir werden auf die Jungs aufpassen“, sagt Fridolins Mutter zu den beiden anderen Müttern, die schon ganz besorgt aussehen.
„Es ist das erste Mal, dass Uli ohne uns verreist, müssen sie wissen.“
„Ja, auch Klaus war noch nicht längere Zeit weg. Gut für eine Woche war er schon mal bei den Großeltern. Aber so ganz in der Fremde…“
„Ach, ich denke, da brauchen Sie sich wirklich keine Gedanken zu machen. Sollte einer der beiden Jungs Heimweh bekommen, so werde ich sie umgehend anrufen“, tröstet Fridolins Mutter die besorgten Frauen.
Ja, und dann geht es endlich los. Es ist eine lange Fahrt, denn immerhin sind es 550 Kilometer.
Das Schloss liegt oben auf einem Berg, umgeben von einem großen Park mit vielen hohen alten Bäumen. In der Mitte des Parks liegt ein Teich und dann gibt es da noch ein Wildtiergehege.
„Kommt mit! Ich zeige Euch alles!“, fordert Fridolin seine Freunde auf, die ihm auch bereitwillig folgen. Er führt sie zunächst durch das ganze Anwesen und zeigt ihnen jedes Tier, jedes Versteck und natürlich auch Tapsi, den Schlosshund. Er ist ein ganz lieber und zutraulicher Hund, eine Mischung zwischen Dobermann und Boxer. Auch tüchtig verspielt ist er, denn er ist gerade erst einmal ein Jahr alt.
Der erste Tag ist so aufregend und interessant, dass die drei am Abend zwar müde ins Bett fallen, aber an Schlaf ist nicht zu denken. Sie sitzen in ihren Betten und unterhalten sich.
„Sag mal Fridolin, gibt es hier auch ein Schlossgespenst?“, fragt Uli mehr im Spaß als ernsthaft.
„Naja, mein Großvater, der letztes Jahr gestorben ist, hat erzählt, dass es in seiner Kindheit hier nachts immer gespukt hat. Ich hab aber noch nie was gemerkt. Ich glaube, das hat er sich nur ausgedacht, um mir ein bisschen Angst einzujagen.“
„So ein Quatsch!“, meint Klaus. „Gespenster gibt es doch gar nicht.“
„Jetzt wird aber schnell mal das Licht ausgemacht und geschlafen!“, befiehlt Fridolins Mutter, die gerade zur Tür hereinschaut und damit das Gespräch beendet.
Notgedrungen schließen die drei Freunde schnell die Augen und ohne es eigentlich zu wollen, sind sie auch schon eingeschlafen. Das wundert niemand, denn mittlerweile ist es weit nach Mitternacht.
In ihre Träume flechten sie natürlich die neue Umgebung mit ein. So kommt es, dass Klaus von einem Schlossgespenst träumt, obwohl er überhaupt nicht an so etwas glaubt. Gerade in dem Moment, in dem der Geist in seinem Traum durch das Schlüsselloch in das Schlafzimmer hinein huscht und einen Zauberstab über seinen Kopf hält, wird Klaus durch ein seltsames Geräusch wach. Es hat sich angehört, als sei ein Schlüssel aus dem Schlüsselloch auf den Fliesenboden gefallen.

Vollkommen irritiert reißt er die Augen auf, kann aber im Dunkeln nicht einmal die Hand vor seinen Augen erkennen. Plötzlich hellwach, tastet er nach der Taschenlampe. Mit zitternder Hand schaltet er sie ein und leuchtet im Raum umher. Seine beiden Freunde schlafen tief und fest. Vielleicht hat er alles ja nur geträumt, – auch dieses seltsame Geräusch. Doch was ist das? Ein Quietschen, ganz leise, kaum hörbar, dringt an sein Ohr. Erschrocken lässt er den Lichtkegel der Taschenlampe in Richtung Tür gleiten. Hat sie sich gerade bewegt? Überhaupt, hat sie Fridolins Mutter nicht angelehnt? Jetzt aber steht sie einen großen Spaltbreit offen. Ein Luftzug dringt zu ihm hinüber. Die Taschenlampe beginnt zu flackern. Mit dem letzten Rest ihrer Batterie leuchtet Klaus noch einmal die Zimmertür ab und leuchtet direkt in zwei große braune Augen. Dann erlischt die Lampe vollkommen.
Mit pochendem Herzen sitzt Klaus aufrecht im Bett und hält die Luft an.
Jetzt hört er es ganz deutlich: Die Tür zum Schlafzimmer wird ganz aufgestoßen und etwas huscht hinein. Dann ist für einen Moment absolute Stille. Nur das regelmäßige Atmen seiner Freunde dringt an das Ohr von Klaus. Danach folgen Schritte. Klaus kann sie ganz deutlich vernehmen. Er versucht sich selbst zu beruhigen und sagt leise zu sich selbst:
„Du spinnst wohl! Gespenster laufen nicht, sie schweben durch den Raum!“
Im selben Augenblick stößt ihn eines der Gespenster an. Einmal, zweimal, immer wieder. Klaus kann es nicht vermeiden, aber ein lauter Schrei entreißt sich seiner Kehle.
Fast gleichzeitig sind Uli und Fridolin hellwach und draußen am Himmel zuckt ein riesiger Blitz. Für Sekunden ist es im Zimmer taghell. Wieder blickt Klaus direkt in die großen braunen Augen. Doch die wenigen Sekunden haben ausgereicht, um in dessen Licht die Augen nicht mehr angsteinflößend wirken zu lassen, sondern einen erleichternden Eindruck zu hinterlassen.

Kein Gespenst, kein Spuk! Nein, einfach nur Tapsi, der ins Zimmer getapst ist und inzwischen voller Freude Klaus Hand abschleckt, während die Beleuchtung im Flur und im Zimmer angeschaltet wird.
Nachdem aus Klaus alles heraussprudelt, stimmen die drei Jungs ein fröhliches Gelächter an, in das sich der herbei geeilte Graf und die Gräfin einreihen.

Lottchen & Brummbär Max auf Verbrecherjagd

Sicherlich könnt Ihr Euch noch an Brummbär Max erinnern. Er verließ nach einem Einbruch im Kaufhaus seinen Platz auf dem Regal und entfloh durch die kaputte Schaufensterscheibe nach draußen. Er verbrachte etliche Tage und Nächte im Stadtpark, wo er unter den Tieren viele gute Freunde fand. Der herannahende Winter machte es aber notwendig, dass er sich ein Dach über dem Kopf besorgte. Auf den Rat der Entenmutter hin, verließ er den Stadtpark, um in ein nahgelegenes Wohngebiet zu marschieren. Am Rande des Stadtparks traf er auf das Kätzchen Lottchen, die ihn mit nach Hause nahm.

Brummbär Max fühlt sich richtig wohl in seinem neuen Zuhause. Mit Lottchen sitzt er oft gemeinsam auf einem Bänkchen oben auf der Galerie. Von hier aus können sie alles überblicken und hören, was im Haus geschieht.
So ist es auch an diesem Abend. Alles ist zunächst ganz still im Haus, denn Herrchen und Frauchen von Lottchen und Brummbär Max sind ausgegangen. Sie wollen Freunde besuchen und kommen erst mitten in der Nacht wieder nach Hause.
Lottchen hat keine Lust mehr im Garten herumzulaufen und deshalb hat sie sich zu Brummbär Max gekuschelt. Sie mag das weiche und zottige Fell von Max und er mag es, wenn Lottchen behaglich schnurrt und ihr Köpfchen an ihn lehnt. So träumen beide vor sich hin. Brummbär Max träumt von einer Bärenfrau und zwei kleinen Bärenkinderlein, denn er wünscht sich eine eigene Familie. Lottchen hingegen träumt von einem Topf voller Milch.
Alles ist ruhig und friedlich. Doch plötzlich wird Lottchen munter, sie glaubt etwas gehört zu haben. Ein seltsames Geräusch. Noch ist sie sich nicht ganz sicher, ob sie es vielleicht geträumt hat. Sie spitzt die Ohren und verhält sich mucksmäuschenstill.
Da! Schon wieder dieses Geräusch. Sie hat nicht geträumt. Es ist ein kratzendes, schabendes Geräusch. Lottchen stößt Max an, doch der brummt nur, denn er fühlt sich in seinen Träumen gestört. Noch einmal stupst Lottchen mit ihrem Kopf gegen den Arm des Teddybären. Jetzt ist Max wach und schaut Lottchen fragend an. Noch bevor er etwas sagen kann, hört er ebenfalls dieses Geräusch.
„Was ist das? Das kenne ich nicht, ich habe es noch nie gehört.“ Brummbär Max ist verwirrt und schüttelt sich erst einmal.
„Da muss jemand an der Haustür sein“, flüstert Lottchen zurück. „Aber das können nicht Frauchen und Herrchen sein, denn wenn sie wieder zurückkommen, dann drehen sie einfach nur den Schlüssel im Schloss herum. Das schabt und kratzt nicht so.“
Jetzt geht die Haustür leise quietschend auf und die beiden sehen einen kleinen Lichtstrahl. Es ist der Lichtkegel einer Taschenlampe, das erkennen Lottchen und Brummbär Max sofort. Gleichzeitig sind sie sich sicher, dass dies niemand ist, der ins Haus gehört.
Max findet am schnellsten seine Stimme wieder und stellt fragend fest:
„Das sind Einbrecher, oder?“
Lottchen nickt und schleicht auf sanften Pfoten von dem Bänkchen zum Geländer. Dort steckt sie ihr Köpfchen zwischen die Gitterstäbe und wagt einen Blick nach unten in die Diele. Ganz deutlich sieht sie jetzt den Lichtkegel der Taschenlampe und hört Schritte, die in Richtung Wohnzimmer gehen. Auch ein Flüstern dringt zu ihr nach oben, aber sie kann die Worte nicht verstehen. Allerdings erkennt sie an der Stimme, dass es nicht die Hausbewohner sind. Auch waren diese Menschen noch niemals hier. Es sind Fremde und das können nur Einbrecher sein.
Auch Max hat die Stimmen gehört und schleicht sich ebenfalls zum Geländer. Da er nicht ganz so leise sein kann wie eine Katze, wirft Lottchen ihm einen mahnenden Blick zu.
Jetzt hören sie wieder die Stimmen und dieses Mal verstehen sie auch, was gesprochen wird:
„Los, schmeiß alles in den Rucksack hier rein. Und beeil dich, wir haben nicht viel Zeit. Wer weiß, wann sie wieder da sind.“
„Ich mach ja schon. Haben die denn kein Bargeld hier? Ich kann nämlich nichts finden. Überhaupt gibt es hier nichts Wertvolles. Komm lass uns abhauen, hier lohnt es sich eh nicht.“
Max hat die Stimmen erkannt. Es sind die Kaufhausdiebe. Was sollen sie tun? Die Diebe dürfen nicht schon wieder entkommen. Aber was können eine Katze und ein Teddybär gegen diese starken Männer ausrichten?
Lottchen und Brummbär Max sind inzwischen so leise wie möglich eine Treppe weiter nach unten marschiert und stehen im mittleren Geschoss. Ganz unten sind die Verbrecher und scheinen sich zu streiten. Der eine will so schnell wie möglich verschwinden und sich ein weiteres Opfer suchen. Der andere meint, sie sollten erst noch in den übrigen Räumen nach Bargeld suchen.
„Das macht doch überhaupt keinen Sinn, wir vergeuden nur kostbare Zeit!“ erklärt der scheinbare Anführer und der andere Dieb gibt sich endlich geschlagen. Sie gehen wieder in Richtung Haustür. Im selben Moment vernehmen sie von draußen das Herannahen eines Autos. Es hält direkt vor dem Haus. Somit ist ihnen der Weg nach Draußen versperrt.
Lottchen und Brummbär Max erkennen die Situation. Stillschweigend geben sie sich ein Zeichen, um sich zu verständigen. Beide schleichen die Treppe hinunter. Dann läuft Lottchen  zur Katzenklappe hinaus ins Freie und schnell um das Haus herum nach vorne. Sobald Herrchen und Frauchen die Autotür öffnen steht sie vor der Fahrertür.
„Na Lottchen, warst du noch spazieren? Jetzt kommst du aber schnell mit hinein.“
Lottchen streicht erst dem Herrchen um die Beine, dann dem Frauchen und schnurrt und maunzt, als wolle sie etwas erzählen. Sie rennt aufgeregt zur Haustür und wieder zurück und maunzt ganz laut.
„Was hat sie nur?“, fragt Frauchen und kramt in ihrer Handtasche nach dem Haustürschlüssel.
Lottchen ist inzwischen wieder zu Herrchen geeilt und streift immer wieder um seine Beine herum und miaut, in einer Lautstärke, die sehr verwunderlich ist.
„Lottchen, was ist denn mit dir los? Du bist ja ganz unruhig.“
Inzwischen hat sich Max im Dunkeln mitten in den Hausflur direkt vor die Füße des einen Diebs fallen lassen. Dieser irrt ziellos umher und sucht einen anderen Fluchtweg, dabei stolpert er über den Teddybären und fällt mit einem lauten Schlag auf die Fliesen. Während des Fallens versucht er sich noch irgendwo festzuhalten, erwischt allerdings nur einen Garderobenständer, den er laut polternd umstößt. Der zweite Dieb, der ihm im Dunkeln zu Hilfe eilen will, stolpert über den herumliegenden Ständer und fällt auf seinen Kumpel.
„Hast du das gehört? Da sind Einrecher!“, ruft Frauchen entsetzt und zieht geistesgegenwärtig ihr Handy aus der Tasche, um die Polizei zu alarmieren. Während sie noch die Notrufnummer wählt, schreit sie aus Leibeskräften:
„Hilfe, Hilfe! Hier sind Einbrecher! Hilfe!“
In den Nachbarhäusern gehen die Lichter an. Und dann geht auf einmal alles ganz schnell:
Herrchen schließt die Haustür auf, schaltet das Licht ein und steht einem der Diebe gegenüber. Dieser ist so erschrocken, dass Herrchen die Gelegenheit nutzt und ihm einen ordentlichen Kinnhaken versetzt. Noch bevor der Dieb sich von dem Schmerz erholt hat und der zweite Dieb ausholen kann, sind einige Nachbarn da. Gemeinsam nehmen sie nun den Kampf gegen die Einbrecher auf. Zu viert schaffen sie es die Diebe festzuhalten und der bereits eintreffenden Polizeistreife zu übergeben.
Zum Schluss sitzen Herrchen, Frauchen und die Nachbarn mitten in der Nacht vor dem Haus und loben sich gegenseitig. Fröhlich stoßen sie mit Sekt auf ihre Heldentat an. Aber auch Lottchen und Brummbär Max erhalten ihre Streicheleinheiten für die erfolgreiche Verbrecherjagd.

1200px-Lottchen und Max

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Brummbär Max und seine Freunde

Knut Knopf

Tim und Tom

Tipps für kleine und große Heinzelmännchen

Während eines Telefonats mit meiner Mutter erzählt sie mir von einer Fernsehsendung. Nein, nicht direkt über die Sendung geht unser Gespräch, sondern eher über einen hilfreichen Ratschlag, der dort erteilt wurde. Ja, und wie es eben im Leben so ist, liefert mir dieser die Idee für meinen heutigen Beitrag:

Mein Mann hat eine sehr unschöne Angewohnheit, die er mit Sicherheit mit vielen anderen Männern teilt:
Ich kaufe ihm ein neues Hemd, ein neues T-Shirt etc.. Er trägt es zum ersten Mal und schwups, so mir nichts, dir nichts hat sich ein Fleck darauf verewigt.
„Nichts passiert, nichts passiert!“, meint er dann und wischt erfolglos mit der Serviette über den Fleck, um ihn mit dieser Maßnahme sogleich tief und fest ins Gewebe einzureiben. Ein Blick in mein Gesicht zeigt ihm jedoch, dass ich über dieses Malheur nicht gerade erfreut bin. Da er sich mit mir aber gut stellen will, erklärt er mir voller Überzeugung:
„Mit den heutigen Waschmitteln ist das gar kein Problem!“
Woher er diese Weisheit hat, kann ich nur raten, denn er kümmert sich nicht um die Wäsche. Ich nehme an, er ist ein Opfer der Werbung geworden, zumindest in puncto Waschmittelwerbung.
Tja, und neulich, meine Mutter war gerade zu Besuch bei uns, war es wieder einmal soweit. Ein Fleck prangte auf seinem neuen T-Shirt.

Und hierauf spricht mich meine Mutter jetzt in unserem Telefonat an und reicht mir den Tipp aus der Fernsehsendung weiter:
„Versuch es doch einmal mit Rasierschaum, den du vor dem Waschen auf den Fleck sprühst. Es soll funktionieren.“
Ich habe es noch nicht ausprobiert, da ich das T-Shirt schon erfolgreich gewaschen hatte, aber ich werde es mir für die Zukunft merken. Überhaupt findet man überall mehr oder weniger Erfolg versprechende Ratschläge für den Haushalt. Ganze Bücher werden inzwischen damit gefüllt.
„Ja, genau!“, überlege ich. „Ich hatte doch als Kind ein Bilderbuch, das mir die Tante meiner Mutter, die in der ehemaligen DDR lebte, geschickt hatte.“
Meine Suche ist erfolgreich und ich halte plötzlich das besagte Bilderbuch in den Händen.
„Kleine Tips und kleine Winke“, heißt meine Ausgabe von 1965,

1200px-Kinderbuch

die in der Deutschen Demokratischen Republik gedruckt wurde. Der Verlag Karl Nitzschen in Niederwiesa in Sachsen hat damals die Texte von Eva Sonntag und die Illustrationen von Inge Uhlich in diesem schönen Kinderbuch veröffentlicht.

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Die Texte sind in Reimform. Die Bilder sind ebenso wie die Texte sehr kindgerecht. Schon die Abbildung auf der Titelseite ist sehr ansprechend und lässt richtig vermuten, dass es um kleine Helfer geht. Dies sollte man in zweierlei Hinsicht verstehen. Einmal auf die Tipps bezogen und zum anderen auf die Kinder, die zu Helfern der Eltern, also zu „Heinzelzwergen“ werden. (So werden die helfenden Kinder von Eva Sonntag bezeichnet.)
Auf der letzten Seite des Buches heißes dann auch:

„Wer von euch, ihr frohen Kinder,
diese Tips und Winke las,
wird den Eltern täglich helfen –
Viel Erfolg und noch mehr Spaß!“*

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Die gebundene Ausgabe besteht aus 12 Blättern und weist viele hilfreiche Tipps für kleine und große Heinzelmännchen auf. Im Grunde genommen ist es zwar ein Kinderbuch, aber auch Erwachsene haben beim Durchblättern und Lesen ihre Freude.
Hier werden rohe Kartoffelscheiben unter die Sesselbeine gelegt, um den schweren Sessel mit Leichtigkeit zu verschieben. Aber die Kartoffel leistet auch bei Glatteis gute Dienste, wenn man mit ihr die Schuhsohle einreibt.
Das nach Zwiebeln riechende Messer soll man durch eine Möhre ziehen, um den Geruch loszuwerden. Den Sonnenbrand lindert man mit einem Tuch, das man in warme abgekochte Milch tränkt und auf die betreffenden Stellen legt.
Ich wusste nicht, dass die Johannisbeerblätter vor Maden im Käse schützen und die Blumen in der Vase Zucker lieben.
Hier wird weiterhin angeraten, das Teeglas auf ein nasses Tuch zu stellen und erst dann den Tee einzugießen. Ich habe von meiner Mutter als Kind gelernt, man solle einen Metalllöffel ins Glas stellen, weil dieser die Wärme ableitet. So kann man das Platzen des Glases verhindern.
Die nassen Schuhe soll man mit Knüllpapier ausstopfen, damit sie wieder trocknen. Ich weiß nicht genau was Knüllpapier ist, aber wir benutzen immer Zeitungspapier.
Auch habe ich früher beim Stricken ans Ende der Stricknadel einen Korken angebracht, damit mir die Maschen nicht herunter rutschen. Genau dieser Tipp ist neben vielen anderen Ratschlägen in diesem Kinderbuch ebenfalls zu finden.

Mir hat dieser Ausflug in meine Kindheit Freude gemacht und ich habe gemerkt, dass ich den einen oder anderen kleinen Tipp immer noch beherzige.

Vielleicht kennt ihr ja auch hilfreiche Tipps und Tricks wie man kleine Missgeschicke des Lebens bewältigt oder gar vermeiden kann.

 

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Zeitreise

* Zitat aus: Eva Sonntag u. Inge Uhlich, Kleine Tips und kleine Winke,Verlag Karl Nietzsche Niederwiesa/Sachsen, 1965, S.24

Die genannten Tipps stammen ebenfalls aus diesem Kinderbuch.

Farbenspiel

Unsere Welt ist voller Farbe. Der Mensch liebt Farben und sie haben auch nachweislich einen Einfluss auf unseren Gemütszustand. Im Garten grünt und blüht es, auch die Tierwelt ist bunt, wir selbst tragen ebenfalls bunte Kleidung, selbst die Häuser erhalten manchmal einen farbigen Anstrich. Fernsehen und Fotos, – früher waren sie schwarz-weiß, heute jedoch sind unsere Bilder farbig und damit so, wie die meisten Menschen ihre Umwelt wahrnehmen. Zum Glück, sonst könnte ich Euch heute nicht die Farben am Himmel zeigen:
Am Schönsten finden die meisten Menschen den Himmel wohl, wenn er in einem bezaubernden Blau erscheint, so wie ich ihn auf Rhodos letztes Jahr fotografiert habe.

1200px-Blauer Himmel

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Doch warum ist der Himmel so blau?

Bei der Beantwortung dieser Frage kommt die Physik, besser gesagt die Optik ins Spiel. So setzt sich nämlich das weiße Sonnenlicht aus allen Regenbogenfarben zusammen. Aber diese Lichtwellen besitzen alle unterschiedliche Wellenlängen. Man spricht hierbei von langwelligem und kurzwelligem Licht. Und dann gibt es in unserer Lufthülle viele kleine Teilchen, wie zum Beispiel Staub und Wassertropfen. Diese kleinen Teilchen sind dafür verantwortlich, dass sich das kurzwellige blaue Licht von ihnen ablenken und in alle Richtungen streuen lässt. „Das langwellige rote Licht dagegen wird kaum beeinflusst und durchdringt die Atmosphäre ohne Ablenkung. Es ist also das weitgestreute kurzwellige Licht, das die blaue Farbe des Himmels ausmacht.“ *

1200px-weiße Wolken
Aber manchmal ziehen auch Wolken am Himmel auf.

Die weißen Wolken, die einen blauen Himmel zieren, finde ich persönlich am beeindruckendsten. Ich liebe dieses Wolkenspiel, in dem ich immer wieder Figuren und Gesichter zu erkennen versuche.

Jetzt frage ich mich allerdings, warum diese so malerischen Wolken weiß sind. Die Antwort hierauf ist ganz einfach:

„Die Wassertropfen in den Wolken sind meist so groß, dass sie das Sonnenlicht nicht brechen, sondern von ihrer Oberfläche zurückwerfen. Das nichtgebrochene Sonnenlicht ist aber weiß.“**

1200px-aufziehende dunkle Wolken
Schwarze Wolken hingegen, die so dicht sind, dass sie das Sonnenlicht nicht durchdringen kann, mag ich überhaupt nicht. Sie versprechen nur Regen und schlechtes, bzw. trübes Wetter und das kann auf die Dauer aufs Gemüt drücken.

1200px-schwarze Wolken
„An einem sprichwörtlich trüben Tag enthält die Luft aber recht große Dunst- und Wasserteilchen, und durch diese wird das blaue Licht weniger stark abgelenkt. Somit nimmt der Himmel eine graue Tönung an.“ ***
Leider habe ich bei meinen Fotos auf die Schnelle keinen Regenbogen gefunden. Also dachte ich mir: „Selbst ist die Frau“ und habe den Regenbogen fotografiert, den mein Mann beim Bewässern unseres Gartens erzeugt hat.

1200px-Regenbogen1
Jedes Kind weiß schon, dass es für die Entstehung eines Regenbogens bei Sonnenschein regnen muss. Das Sonnenlicht fällt somit auf die Regentropfen / Wassertropfen. Das weiße Sonnenlicht wird in den Tropfen gebrochen, also in die einzelnen farbigen Bestandteile zerlegt. Diese werden wiederum unterschiedlich stark abgelenkt. Es entstehen die bekannten Farben eines Regenbogens: Rot, Gelb, Grün, Blau und Violett.

1200px-Regenbogen2

Zum Schluss meines Artikels möchte ich Euch noch das Phänomen des Morgen- bzw. Abendrots zeigen.
An einem Abend auf Teneriffa hatte ich das Glück einen feurig roten Himmel über dem Meer fotografieren zu können, von dem ich total fasziniert war.

1200px-Abendrot

Erklären lässt sich dieses Naturschauspiel folgendermaßen:
„Die untere Luftschicht unmittelbar über der Erde ist sehr dicht und enthält viele Staubteilchen und Wassertröpfchen. Wenn die Sonne tief steht, dringen ihre Strahlen schräg durch diese Schicht und legen in ihr also eine längere Strecke zurück, als wenn die Sonne hoch am Himmel steht.
Es ist vor allem das langwellige rote Licht, das diese Schicht durchdringt, während das kurzwelligere blaue Licht von den kleinen Teilchen in dieser Luftschicht seitlich abgelenkt wird.“****

Werft mal einen Blick nach oben! Wie sieht Euer Himmel heute aus? Bei uns ist er momentan blau mit vielen kleine und großen weißen Wolken.

1200px-viele Wolken

 

*Zitat aus: Fridrich Nikol, Warum? Darum! Das große Antwortbuch auf über 200 Fragen aus der Physik, S.196, Otto Maier Ravensburg, 1988

**Zitat aus: Fridrich Nikol, Warum? Darum! Das große Antwortbuch auf über 200 Fragen aus der Physik, S.202, Otto Maier Ravensburg, 1988

***Zitat aus: Fridrich Nikol, Warum? Darum! Das große Antwortbuch auf über 200 Fragen aus der Physik, S. 197, Otto Maier Ravensburg, 1988

****Zitat aus: Fridrich Nikol, Warum? Darum! Das große Antwortbuch auf über 200 Fragen aus der Physik, S. 194, Otto Maier Ravensburg, 1988

Von der Sonnenuhr zur Poesie

Manchmal machen unsere Gedanken Sprünge, die für andere selten nachvollziehbar sind. Mein Mann kennt mich schon sozusagen in und auswendig, denn er findet meist heraus, was und warum ich auf die eine oder andere Idee gekommen bin. Manchmal jedoch muss auch er nachfragen. Daher muss ich Euch diesen Gedankensprung, der mich zu meinem heutigen Artikel veranlasst hat, zunächst erklären:

Also, heute Morgen las ich bei Irmi (Dies und Das vom Neckarstrand) den Artikel: „Dies und das von der Zeitmessung“ und darin schrieb sie auch über die Sonnenuhr. Schlagartig kam mir ein Spruch in den Sinn:

„Mach es wie die Sonnenuhr:
zähl die heitren Stunden nur.“*

Ich habe dieses deutsche Sprichwort zunächst in einem meiner beiden Poesiealben vermutet und kramte sie sofort hervor.

1200px-Meine Poesiealben

Doch hier suchte ich vergeblich. Ich fand es dann im Poesiealbum unseres Sohnes. – So, jetzt habt ihr meinen Gedankensprung verstanden und nun will ich Euch noch mehr zeigen.
Der Eintrag meiner Mutter hat sich ganz fest in meinem Kopf verankert.

Wenn Du einmal in Deinem Leben,

fest auf einen Menschen baust,

geh‘ mit Vorsicht ihm entgegen,

eh‘ Du Dich ihm anvertraust!

Ich habe ihn über all die vielen Jahre hinweg nie vergessen und er kam mir immer wieder in den Sinn. Ich fand ihn so schön, dass ich ihn dann auch später ins Poesiealbum unseres Sohnes geschrieben und ihm sozusagen mit auf seinen Lebensweg gegeben habe.
Viele Einträge befinden sich im meinen beiden Alben. An alle kann ich mich erinnern, doch der Kontakt zu diesen Menschen aus meiner Grundschulzeit ist heute höchstens rein zufälliger Natur. Aber man freut sich dann, sich unverhofft getroffen zu haben.
An einen Menschen aus meiner Grundschulzeit möchte ich heute besonders erinnern. Es ist mein ehemaliger Grundschullehrer, der mich in den ersten beiden Klassen begleitet hat und den ich sehr gemocht habe. Leider ist er in den letzten Tagen in einem sehr hohen Alter verstorben.

1200px-Neeb
Aber auch andere Lehrer haben mir einen Spruch in mein Büchlein geschrieben. (Ich zeige hier allerdings nur die Einträge, der bereits verstorbenen Lehrer.)

1200px-Frl. Ulrich

Mein Englischlehrer hat mir geschrieben:

„Eight hours for work,

and eight for play,

and eight for sleep,

you have a day.

In memory of your teacher …“

Stolz war ich selbstverständlich auch über die lieben Worte meiner ersten zarten Liebelei.

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Meine beste Freundin in meiner Schulzeit schrieb mir damals:

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Das Poesiealbum war zu meiner Zeit allseits beliebt und man hat es gehegt und gepflegt. Man war sich in den jungen Jahren schon bewusst darüber, dass dieses Buch lebensbegleitend sein wird. Vielleicht auch deshalb hat man sich Mühe gegeben möglichst sauber und ordentlich die Einträge zu machen. Dem einen Klassenkamerad mag dies mehr gelungen sein, als dem anderen, aber wir haben es alle gerne gemacht. Unser Sohn hat sogar auf die erste Seite seines Poesiealbums einen eindeutigen Hinweis geschrieben:

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Als unser Sohn in die Grundschule ging, gab es neben dem Poesiealbum das sogenannte Freundschaftsalbum.

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Dieses finde ich auch sehr schön. Es bietet nämlich die Möglichkeit ganz andere persönliche Einträge zu machen. So stehen nicht nur die persönlichen Daten des jeweiligen Mitschülers darin, sondern auch dessen Hobby, Lieblingsfach, was er / sie werden möchte usw.

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Ich bin wirklich froh, dass ich alle diese schönen Alben aufbewahrt habe. An manchen Tagen nehme ich sie zur Hand, wie z. B. heute und erfreue mich an den Einträgen. An meinem geistigen Auge ziehen dann die Mitschüler, Lehrer, Freunde, Bekannte und Verwandte … vorbei.

Vielleicht habe ich Euch jetzt angeregt Euer altes Poesiealbum wieder durchzublättern und sich an den Einträgen und Erinnerungen zu erfreuen.

* aus: http://www.aphorismen.de/zitat/9134

Schon gehört?

Sicherlich könnt ihr Euch noch an das Spiel „Stille Post“ erinnern. Wir haben es als Kinder geliebt. Der erste flüstert seinem Nebenmann etwas ins Ohr, der es dem Nächsten wiederum flüsternd erzählt und so weiter und so fort …  Am Ende kommt eine ganz andere Botschaft heraus, als anfänglich übermittelt wurde. Genauso funktioniert die Entstehung von Gerüchten. Doch im Gegensatz zum genannten Kinderspiel ist das Resultat der Gerüchteküche in den wenigsten Fällen lustig:

Herr X und Herr Y treffen sich zufällig im überfüllten Wartezimmer ihres gemeinsamen Hausarztes:
„Ach, guten Tag Herr Y! Auch hier?! Mich plagt mein Rücken. Der Doktor muss mir mal wieder eine Spritze verpassen. Hat mir bisher immer geholfen. Man lässt sich ja nicht unterkriegen.“
Herr Y reicht Herrn X die Hand und begrüßt ihn freundlich:
„Ja manchmal kommt man an unserem Doktor nicht vorbei. Wenn die Warterei nicht immer wäre. Ich sitze hier schon seit einer Stunde, dabei will ich gar nicht viel von ihm.“
Was er jedoch von dem Arzt möchte, hat er bisher noch nicht verlauten lassen. Da sein Gesprächspartner ihm aber schon sein eigenes Leiden geklagt hat, entflammt bei diesem jetzt natürlich die Neugierde.
„Ist es bei Ihnen auch der Rücken oder sind es die Knie? In unserem Alter ziept es ja an jedem Eckchen.“
„Ach nein! Mir geht es hervorragend!“
Das kann ja jetzt auch wieder nicht sein. Warum sitzt er denn dann beim Arzt? So geheimnisvoll?! Da steckt doch etwas anderes dahinter. Herr X schaut sein Gegenüber mit gerunzelter Stirn skeptisch an, woraufhin dieser sich genötigt fühlt weitere Erläuterungen folgen zu lassen:
„Ich will nur nachsehen lassen, ob ich und meine Frau alle nötigen Impfungen für unsere Amerikareise haben“, erklärt er und schwenkt dabei als Beweis die beiden Impfpässe.
„So, so! Nach Amerika! Ganz schön weite und auch teure Reise! Wohl im Lotto gewonnen oder geerbt?“
„Ja, ja ist eine ganz schön weite Reise, aber einmal im Leben sollte man es wagen. Und gewonnen oder geerbt haben wir…“
„Herr Y, bitte Sprechzimmer 2!“, tönt es aus dem Lautsprecher.
Herr Y vergisst, was er sagen wollte, steht auf und eilt ohne ein weiteres Wort in Richtung Sprechzimmer. Das ist jetzt allerdings total schlimm für den zurückgelassenen Gesprächspartner, denn seine Neugierde ist in keiner Weise gestillt. Es wurmt in ihm und seine Rückenschmerzen sind wie weggeblasen. Aber er hat Pech, denn er sieht Herrn Y nicht noch einmal und muss nach seiner eigenen Behandlung mit seiner ungestillten Neugierde nach Hause fahren. Vielleicht hat seine Frau ja schon was läuten gehört.
„Ich habe gerade Herrn Y beim Arzt getroffen. Die fliegen nach Amerika. Sie haben im Lotto gewonnen und geerbt und können sich deshalb die Reise leisten.“
„Ja, manche Menschen haben einfach nur Glück!“, erwidert seine Frau.
„Hat nicht Frau Y eine ältere Schwester, die schon vor Jahrzehnten nach Amerika ausgewandert ist? Ich kann mich dunkel an so etwas erinnern“, mischt sich die Oma ein, die in der Küche sitzt und das Gespräch der Eheleute verfolgt hat.
„Genau, du hast recht. War sie nicht als Zimmermädchen in einem großen und bekannten Hotel tätig?“, überlegt Frau X.
„Haha!“, lacht nun die Tochter, die gerade vom Garten in die Küche gekommen ist. „Vom Zimmermädchen zur Hotelbesitzerin. So was soll es in Amerika alles geben.“
Die Familie wird jetzt jedoch in ihren Vermutungen unterbrochen, da es an der Haustür klingelt und die Nachbarin Elfriede davor steht.
„Ich wollte nur fragen, ob ihr vielleicht noch Schlagsahne zu Hause habt. Wir bekommen nämlich zum Kaffee Besuch und ich habe eine Obsttorte gebacken. Nur habe ich jetzt keine Sahne mehr.“
„Kein Problem. Ich habe noch zwei Becher Schlagsahne im Haus.“
Frau X eilt schon in die Vorratskammer, um das Gewünschte zu holen. Danach muss sie aber unbedingt ihre Neuigkeiten loswerden:
„Habt ihr schon gehört: Die ältere Schwester von Frau Y, – du weißt schon, die damals nach Amerika ausgewandert ist, sich vom Zimmermädchen zur Hotelbesitzern hochgearbeitet hat, – ist jetzt gestorben. Die Familie Y hat sie beerbt und jetzt fliegen sie nach Amerika.“
„Ach, sag bloß!“, entgegnet die Nachbarin hoch interessiert mit großen Augen. „Das muss ich gleich meinem Mann erzählen, der kennt doch den Herrn Y gut…, dass der noch nichts gesagt hat.“
„Stell dir mal vor, die Frau Y hat von ihrer Schwester, die übrigens eine Multimillionärin ist und etliche Hotels besitzt, alles geerbt und jetzt wandern sie nach Amerika aus.“
Der Ehemann Siegfried hört allerdings nicht richtig zu, weil er gerade in der Zeitung den Sportteil studiert und kommentiert alles nur mit einem:
„Soso, aha!“
Zu weiteren Ausführungen ist im Moment keine Zeit, weil der Besuch gleich vor der Tür steht und die Sahne noch geschlagen werden muss. Für die nächsten Tage ergibt sich zunächst keine Gelegenheit zur Wiederaufnahme des Gesprächs, aber dann beim Kegelabend mit seinen Kumpanen fällt Siegfried die ganze Geschichte wieder ein. Allerdings kann er sich nicht exakt erinnern, da er seiner Frau ja nicht genau zugehört hatte. Deshalb verdreht er nun ebenfalls  einige Details:
„Wisst ihr eigentlich schon das Neuste?“, fragt er in die Runde, um aber gleich weiter zu erzählen: „Herr Y verlässt seine Frau, wandert nach Amerika aus und heiratet dort eine Multimillionärin.“
Jetzt hat die Kegelrunde das Gesprächsthema Nummer 1 gefunden und alle möglichen und unmöglichen Vermutungen werden angestellt. Man vermutet, dass Herr Y schon lange die Multimillionärin als Geliebte hätte. Und zwar hätte er sie möglicherweise vor fast zwei Jahrzehnten bei einer Kur kennengelernt. Aus dem damaligen Verhältnis könnte sogar ein gemeinsames Kind entstanden sein.

Einer hat immer noch eine bessere Idee als der andere und so kommt, was kommen muss. Man tuschelt in der Stadt, wann immer man das Ehepaar Y oder einen von ihnen irgendwo sieht. Das merken die Betroffenen auch und fragen sich, warum sie von den Leuten so merkwürdig gemustert werden. Schließlich vertraut sich Frau Y ihrer Freundin an und erhält auch eine ehrliche Erklärung:
„Man erzählt sich, dass dein Mann sich von dir scheiden lässt, weil er in Amerika eine Multimillionärin heiratet, von der er schon eine fast zwanzigjährige Tochter hat. Wieso hast du mir nichts davon erzählt? Ich dachte, ihr fliegt gemeinsam nach Amerika, um dort einen schönen Urlaub zu verleben?!“
Frau Y ist entsetzt, mit den Nerven am Ende und glaubt, für sie bricht eine Welt zusammen. Sollte ihr Mann tatsächlich eine Geliebte in Amerika haben? Und was war das für eine Kur? Ihr Mann hatte noch nie eine Kur, auch nicht vor Jahrzehnten. Sie nimmt am Abend all ihren Mut zusammen und stellt ihren Mann zur Rede. Dieser beteuert seine Unschuld und seine Frau glaubt ihm auch, weil so eine haarsträubende und verworrene Geschichte kann gar nicht wahr sein und passt mit ihrem Leben nicht zusammen.

Das Ehepaar hält zusammen, lässt sich von der brodelnden Gerüchteküche nicht beirren und freut sich auf Amerika.

Nachdem sie wohlbehalten in trauter Zweisamkeit wieder zu Hause eingetroffen sind, weit und breit keine Geliebte und auch keine uneheliche Tochter in Sicht ist, verschwindet das Gerücht so schnell wie es gekommen ist. Zum Glück!

 

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Eine liebe Mitbloggerin (Tanja Fründ) hat ein tolles Gedicht zu diesem Thema geschrieben. Schaut doch mal bei ihr vorbei:

Gerüchteküche

Purzel

Nina lebt mit ihren Eltern in Berlin, ist fünf Jahre und ein sehr hübsches Mädchen mit blonden Locken. Nur ein bisschen blass ist sie, denn sie hat gerade erst eine schwere Bronchitis überstanden und der Arzt meint, dass sie dringend eine Luftveränderung braucht.

Die Mutter erinnert sich an ihre eigene Kindheit, in der sie mit ihren Eltern immer den Sommer auf dem Bauernhof des Ehepaars Berger in Bayern verbrachte. Sie stehen immer noch in Kontakt miteinander und schreiben sich hin und wieder Briefe.

„Was meinst du, sollten wir mal bei den Bergers nachfragen, ob wir dieses Jahr die Sommerferien bei ihnen verbringen könnten?“, fragt sie ihren Mann eines Abends nachdem Nina schon im Bett liegt und schläft.
„Daran habe ich auch schon gedacht, bestimmt tut ihr die Landluft und das Leben auf dem Bauernhof gut. Auch ich könnte ein wenig Entspannung brauchen und hätte auch nichts dagegen, den einen oder anderen Handgriff auf dem Bauernhof zu übernehmen.“
„Ich rufe gleich morgen mal bei den Bergers an!“, sagt die Mutter und freut sich schon auf das Gespräch mit den den Beiden und auf einen möglichen Urlaub auf deren Bauernhof.
Die Bergers freuen sich riesig und überreden Ninas Eltern doch die ganzen Sommerferien bei ihnen zu verbringen. Das verspricht 6 Wochen Entspannung und Ruhe auf dem Bauernhof der Familie Berger.
Bei der Ankunft gibt es ein großes Hallo und die Freude auf beiden Seiten ist unverkennbar. Da Nina die beiden inzwischen schon älteren Leutchen sehr sympathisch sind, rutscht ihr bei der Anrede ein „Großvater Berger“ und ein „Großmutter Berger“ heraus. Das leider kinderlose Ehepaar beschwichtigt sofort die Entschuldigungen von Ninas Eltern:
„Lass mal“, sagt Herr Berger zu Ninas Mutter. „Wir duzen uns doch auch, da ist der Rest deiner Familie selbstverständlich mit eingeschlossen. Wir sind einfach nur glücklich, dass ihr da seid. Fühlt euch wohl und macht euch keine Gedanken um solche Förmlichkeiten.“
„Nina blüht von Tag zu Tag mehr auf!“, stellt die Mutter eine Woche später fest, als sie bei Großmutter Berger mithilft das Abendbrot vorzubereiten.
Ja, sie fühlen sich wohl hier, so als wären sie alle eine Familie. Nina darf bei Großvater Berger auf dem Traktor mitfahren und mit Großmutter Berger die Hühner und Schafe füttern. Das Landleben gefällt ihr sehr gut. Hier zwischen all den vielen Tieren und der gesunden Luft, ist schon nach einigen Tagen aus dem blassen Mädchen ein strahlendes Kind mit roten Wangen geworden. Singend springt sie über die Wiese und kommt mit einem großen Wiesenblumenstrauß ins Haus gelaufen:
„Schaut her, was ich für euch habe!“, sagt sie zu ihrer Mutter und Großmutter Berger. Sie teilt den Strauß und reicht jeder Frau jeweils eine Hälfte.
„Möchtest du mit mir Brot backen?“, fragt die Großmutter.
„Oh ja, gerne!“, strahlt das Mädchen.
Nina hat noch nie Brot gebacken. Ja, klar mit Mutter einen Kuchen, das hat sie schon oft gemacht. Großmutter Berger hat schon alles vorbereitet und zeigt Nina wie sie die Sonnenblumenkerne untermischen und wie sie den Teig formen muss. Aber genau wie Nina muss auch der Teig ein Weilchen ruhen. Am Abend dann darf das Mädchen diesen mit einem großen Schieber in den alten Steinbackofen schieben und ihn nach der Backzeit auch wieder heraus holen. Zum Abendbrot serviert sie dann stolz ihr selbstgebackenes Brot. Sie schafft drei Butterbrote und trinkt dazu ein Glas Milch. So froh und glücklich haben die Eltern ihre Nina lange nicht mehr erlebt. Und schon jetzt beschließen Vater und Mutter die nächsten Sommerferien wieder auf Bergers Bauernhof zu verbringen.
Am nächsten Morgen wartet Großvater Berger schon ungeduldig auf das kleine Mädchen: „Wenn du gefrühstückt hast, kommst du mal zu mir in den Stall, ich muss dir dort nämlich etwas zeigen.“
„Was willst du mir zeigen?“, fragt Nina neugierig, doch der Bauer meint nur:
„Lass dich überraschen! Ich muss mich jetzt sowieso erst noch um die Kühe kümmern. Sie wollen nach dem Melken auf die Weide getrieben werden.“
Und schon ist er durch die Tür nach draußen verschwunden. Nina ist total aufgeregt und rutscht die ganze Zeit während des Frühstücks unruhig auf ihrem Stuhl hin und her. So schnell sie nur kann, isst sie ihr Müsli und trinkt ihren Kakao.
„Darf ich jetzt aufstehen?“, fragt sie die Eltern artig, die sich etwas mehr Zeit zum Frühstücken nehmen.
„Na lauf schon!“, sagt die Mutter. „Und erzähl uns nachher, was der Großvater dir gezeigt hat.“
Nina überlegt kurz, ob die Mutter vielleicht weiß, welche Überraschung Großvater Berger für sie bereithält. Sie entschließt sich jedoch nicht weiter nachzufragen, sondern eilt schnell hinaus in den Stall.
„Großvater Berger!“, ruft sie schon von Weitem, doch sie kann ihn nirgends entdecken. Anscheinend ist er noch auf der Weide. Plötzlich hört sie jedoch seine Stimme:
„Nina, komm zu mir. Ich bin hier hinten beim Heustapel. Aber sei leise, sonst erschrecken sie noch.“
„Von wem spricht er? Wer erschrickt?“, fragt sie sich und geht auf den Heustapel zu, wo Großvater Berger auf der Erde kniet. Schlagartig werden ihr die Antworten auf ihre Fragen klar. Vor Großvater Berger liegen wie in einem kleinen Nestchen 3 kleine Katzenbabies bei ihrer Katzenmama Minka.
„Sind die aber niedlich!“, ruft Nina aufgeregt aus.
„Ja“, erklärt der Bauer. „Sie sind heute Nacht geboren und sie sind noch blind. Wir müssen uns ein bisschen um sie kümmern, denn Minka ist schon alt und hat nicht mehr genügend Milch für alle. Auch hat sie die Geburt ziemlich angestrengt.“
Behutsam streicht der Bauer mit seiner Hand über die kleinen Kätzchen.
„Müssen sie jetzt verhungern?“, fragt Nina mitleidig. „Nein, das darfst du nicht zulassen!“
Schon kullern die Tränchen.
„Nein Nina, ich hab schon mit Bauer Hubert telefoniert. Er kommt gleich und holt zwei Babies ab.“
Erschrocken blickt Nina Großvater Berger mit großen verweinten Augen an.
„Hab keine Angst, ihnen passiert nichts. Bauer Hubert hat auch eine Katze. Das Mienchen. Sie hat vor einer Woche ebenfalls Junge bekommen und wir werden alles tun, damit sie zwei unserer Babies mitsäugt. Das dritte kann unsere Minka selbst versorgen. Du darfst dir aussuchen, welches Kätzchen hier bei uns auf dem Hof bleiben darf.“
„Und wenn das Mienchen die beiden Babies nicht haben will?“, möchte Nina wissen.
„Dann müssen wir sie alle zwei Stunden mit einem kleinen Fläschchen füttern“, erklärt der Bauer.
Nina sucht sich ein kleines Kätzchen aus, was ihr aber total schwer fällt, weil sie alle drei ganz süß findet. Und bald schon ist Bauer Hubert auch da.

Ich kann es euch ja verraten, sein Mienchen hat die Babies angenommen und sie trinken lassen. Minka hat dann das dritte Katzenbaby gesäugt.

Doch jetzt zurück zu Nina und dem kleinen Kätzchen:
Nina läuft jeden Tag mehrmals zu Minka und ihrem Baby. Nach zehn Tagen öffnet es die Augen und von Tag zu Tag wird es größer, kräftiger und lebendiger. Nina gibt dem Kätzchen den Namen „Purzel“ und schenkt ihm ihre ganze Liebe. Doch auf einmal ist der Tag der Abreise da und Nina muss von Großvater und Großmutter Berger, aber auch von Purzel Abschied nehmen.
„Wir passen gut auf Purzel auf und du kommst doch nächstes Jahr wieder. Wir schicken dir auch immer Fotos, damit du sehen kannst, wie er gewachsen ist. Jetzt braucht er jedoch noch seine Mutter …“
Der Bauer lächelt Nina an und dann blinzelt er ihren Eltern zu. Doch davon merkt Nina nichts, denn sie verabschiedet sich ausgiebig von Purzel, der leise schnurrt und sich an Nina schmiegt.
Wieder zu Hause, muss Nina viel an das Kätzchen denken. Sie vermisst es sehr.
An ihrem Geburtstag klingelt der Postbote und bringt für Nina ein Päckchen.
„Von Großmutter und Großvater Berger!“, ruft Nina freudig aus. Riesengroß ist die Freude als sie darin ein Fotoalbum mit ganz vielen Fotos von Minka und Purzel findet. Auf einem Foto sind sogar die anderen beiden Kätzchen mit Mienchen zu sehen.
„Oh, ich vermisse den kleinen Purzel so! Meinst du Mama, er vermisst mich auch?“
Noch bevor die Mutter antworten kann, klingelt es erneut an der Haustür.
„Ich geh schon!“, ruft Nina ihrer Mutter zu, die in den Hausflur kommt. Einen Augenblick später reißt das Mädchen die Tür auf. Vor ihr stehen strahlend Großvater und Großmutter Berger. Nina fliegt ihnen in die Arme.
„Alles Gute zum Geburtstag!“, sagen sie wie im Chor.
Der Bauer tritt einen Schritt zurück, bückt sich und hebt seinen Strohhut von der letzten Treppenstufe auf.
Nina wagt ihren Augen nicht zu trauen, denn sie erblickt Purzle in Großvater Bergers altem Strohhut.
„Pass gut auf ihn auf!“, sagt der Bauer und die Bäuerin meint:
„Er hat dich genauso vermisst wie du ihn.“

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