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Kurztrip (4): Alphons und Cinderella

Heute entführe ich Euch noch einmal und nehme Euch mit auf eine weitere Etappe unseres Kurztrips nach Dresden und Umgebung. Wir haben an diesen vier Tagen viel erlebt und sind eingetaucht in eine wundersschöne Landschaft. Das bekannte Sprichwort „Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah“ hat sich wieder einmal bewahrheitet. Unser schönes Deutschland hat so viel zu bieten.

Unsere Fahrt führte uns vorbei an saftigen Wiesen, Wäldern und durch Täler mit dem Blick auf Felsen des Elb-Sandsteingebirges. 1200px unterwegs1

So fuhren wir über eine Brücke, die uns einen traumhaften Blick auf die Elbe

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und auf die Kneippkurstadt Bad Schandau eröffnete. Diese Kleinstadt liegt im Elbsandsteingebirge direkt am Nationalpark Sächsische Schweiz und rechts der Elbe.

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Bei unserem Rundgang durch das Städtchen fielen uns die Markierungen an den Häusern auf. Diese kennzeichnen den Wasserstand in den jeweiligen Jahren, in denen die Stadt an der Elbe vom Hochwasser betroffen war. So reichte den Bewohnern des fotografierten Hauses im Juli 1928 das Wasser bis zur Oberkannte des Haussockels, aber am 16.8.2002 sogar bis zur Unterkannte der oberen Fenster. Das heißt, dass das gesamte untere Stockwerk unter Wasser stand. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich den Schaden und das Unglück der Bewohner dieses Hauses, der ganzen Straße und des gesamten Ortes vorzustellen.

„Bad Schandau war von den Elbhochwasserereignissen der Jahre 1845, 2002, 2006 und 2013 schwer betroffen:
• Das Hochwasser stand am 16./17. August 2002 9,78 m über Mittelwasser, 4,28 m über dem Markt und 3,46 m hoch in der Kirche. Höchstpegel Schöna 12,04 (Höchstpegel Bad Schandau 11,88)…“*

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Ein fröhlicheres Bild bat sich uns als wir einen Holzzaun erspähten, auf dessen Pfählen viele bunte Kaffeetassen aufgereiht waren. Anscheinend wohnt hier ein Tassenliebhaber und -sammler, dessen Schränke nicht mehr ausreichen, um alle diesen schönen Stücke zu beherbergen.

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Wir marschierten durch den Stadtpark

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und stießen auf einen Turm, in dessen Inneren sich ein Aufzug befindet, mit welchem man sich in ein Gebiet oberhalb des Ortes befördern lassen kann. Das machte uns natürlich neugierig und so huschten wir schnell in den Aufzug hinein, um nach oben zu gelangen.

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Von oben schauten wir in den Stadtpark …

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und auf die Stadt Bad Schandau hinunter.

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Doch das war nicht alles, was uns hier oben erwartete. Hier gab es zwei große Gehege in denen jeweils ein Luchs zu sehen war. Sie waren hinter einem hohen Maschendrahtzaun untergebracht, hinter dem sich nochmals zur Sicherung ein Elektrozaun befand. Ich habe dann vorsichtig versucht mein Kameraobjektiv zwischen die Maschen des Zaunes zu schieben, ohne den Elektrozaun zu berühren. So gelang es mir die beiden Luchse zu fotografieren, die sich übrigens nicht von meinem Blitz irritieren ließen, den ich durch die einsetzende Dämmerung und die geminderte Helligkeit in diesem Waldgebiet einsetzen musste.

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Übrigens waren hier nicht immer Luchse zu Hause. 1939 wurde in diesem Gebiet am Personenaufzug ein Gehege für einen Bär bereitgestellt, welcher ein Geschenk von der Stadt Berlin an die Stadt Bad Schandau war.

Jetzt leben hier Alphons (5.5.2005), der sich gerne bestaunen lässt und Cinderella (26.5.2007). Da ihre Eltern Cinderella nicht versorgten, wurde diese von Hand aufgezogen. Sie lebt von Alphons getrennt in einem anderen Gehege.

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Luchse zählen zu den Kleinkatzen, aber sie gehören auch zu den größten europäischen Wildkatzen. Sie können laut Wikipedia 70-110cm lang werden. Sie haben einen Backenbart und auf den Spitzen der Ohren sitzen schwarze Haarpinsel.

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Ein bisschen kann man auf dem obigen Foto erkennen, dass die Hinterseite der Luchsohren schwarz sind und einen weißen oder grauweißen Fleck haben.

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Auf dem unteren Foto lassen sich sehr gut die sogenannten Pinselohren des Luchses erkennen.

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Laut der Informationstafel werden diese Luchse nur an sechs Tagen in der Woche gefüttert, da sie auch in der Wildnis nicht jeden Tag etwas zum Fressen finden.

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„In freier Wildbahn werden Luchse 10-20 Jahre alt.“**

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„Luchse sind einzelgängerisch, dämmerungsaktiv und territorial. Sie sind spezialisierte Jäger.“**

Auf dem nächsten Fotos kann man das schwarze Ende des kurzen Schwanzes erkennen.

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Da wir mit der letzten Liftfahrt des Tages nach oben zum Tiergehege kamen, liefen wir den ausgeschilderten Weg durch den Wald wieder nach unten in die Stadt hinein. Hierbei kamen wir   am Lutherplatz mit dem Lutherdenkmal vorbei. Laut einer Infotafel des Förderkreises für Heimatkunde Bad Schandau – Museumsverein e.V. wurde dieser Platz 1817 von dem Badebesitzer Kaufmann Hering angelegt. Im selben Jahr pflanzte man drei Eichen von der Wartburg vor das Denkmal. 1900 wurde dieses Denkmal erneuert und man feierte fortan jedes Jahr an dieser Stelle das Reformationsfest.

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Mit diesem Artikel beende ich meine Beiträge zu unserem Kurztrip nach Dresden und Umgebung und hoffe es hat Euch gefallen uns ein Stückchen dabei zu begleiten.

Vielleicht möchtet ihr auch noch folgende Beiträge zu diesem Kurztrip lesen:

Erhebend

Mit Volldampf über die Elbe

Erlebnisreicher Kurztrip (1)

Barockes ParadiesZeit erleben

Zeit erleben

Eine liebe Mitbloggerin hat ebenfalls einmal über die Sächsische Schweiz berichtet:

Sächsische Schweiz

 

 

 

*Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Schandau (Stand:7.6.2015)

**Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Luchse (Stand: 7.6.2015)

Kurztrip (3): Zeit erleben

Heute sind wir schon beim dritten Teil der Berichterstattung über unseren Kurztrip nach Dresden und Umgebung angekommen. „Kinder, wie die Zeit vergeht.“ Jeder von uns kennt diesen Ausspruch. Manchmal wünscht man sich die Zeit würde stillstehen, manchmal rennt die Zeit uns einfach davon und hin und wieder, wenn man auf etwas wartet, hat man das Gefühl, dass sie gar nicht vergeht. Doch sie läuft stetig und gleichmäßig weiter. Und hier kommt die Zeitmessung ins Spiel. 

Südlich von Dresden liegt das kleine Städtchen Glashütte, welches weltweit bekannt ist. Seit über 165 Jahren hat in diesem Städtchen die deutsche Uhrmacherkunst ein bedeutendes Zentrum gefunden. Und ich möchte Euch heute an unserem Besuch im Deutschen Uhrenmuseum in Glashütte teilhaben lassen.

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„Mit der Gründung der ersten Manufakturen in der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt die Geschichte der Uhrenindustrie in Glashütte. Mit Leidenschaft, Können und unternehmerischen Geschick verwirklichen talentierte Uhrmachermeister wie Ferdinand Adolph Lange, Julius Assmann, Moritz Großmann und Adolf Schneider ihren Traum von einer eigenständigen sächsischen Uhrenindustrie und begründen den weltweiten Ruf des Ortes.

So bilden Unternehmergeist und Hingabe die Grundlage für den besonderen Glanz, den der Name „Gashütte in Sachsen“ bis heute besitzt. Dieser Name ist nicht nur eine Ortsbezeichnung – er ist ein Qualitätssiegel. Meisterwerke aus Glashütte vereinen kunstvoll Päsision und Schönheit mit lebendiger Tradition, die vom Streben nach handwerklicher Perfektion getragen wird.“*

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Schon beim Betreten dieses außergewöhnlichen Museums, empfängt uns die Zeitmessung in Form einer einmaligen Sehenswürdigkeit gehüllt in ein Mahagoniegehäuse. Hierbei handelt es sich um die astronomische Kunstuhr von Hermann Goertz (1862-1944). Dieses Prunkstück besitzt ein Uhrwerk mit 1756 Einzelteilen und ihre Herstellung erstreckte sich über einen Zeitraum von 30 Jahren. Neben der Uhrzeit zeigt uns dieses Meisterstück den Sonnenauf- und -untergang, sowie die Mondphasen, vorprogrammiert bis ins Jahr 2799, an.

Leider konnte ich diese Standuhr nur seitlich fotografieren, da man frontal aufgenommen, die Spiegelungen, hervorgerufen durch die gegenüberliegende Eingangstür, sah.

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Moritz Großmann (1826-1885) verdankt man die Eröffnung „Der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte“ (1.5.1878)

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Und wie man auf diesem alten Bild erkennen kann, fand sie regen Anklang.

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Beim Rundgang durch dieses Museum findet man eine Vielzahl von interessanten Ausstellungsstücken, von denen ich nur eine verschwindend geringe Auswahl in diesem Beitrag zeigen kann.

So sieht man hier beispielsweise einen Uhrmacherarbeitsplatz und

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einen Kasten mit vielen kleine Einzelteile zur Erstellung einer mechanischen Uhr. Hier sieht man Schrauben, Triebe, Räder, Platinen, Kolben, Pfeiler und unterschiedliche Anker.

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Aber auch eine Feinmechanikerdrehbank ist zu sehen.

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Den Namen „Glashütte“ tragen u.a. verschiedene Zeitmesser, wie z.B. Marine- Chronometer,

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Pendeluhren, egal ob hängend oder stehend,

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Tischuhren,

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Taschenuhren oder Armbanduhren.

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Diese Glashütte Präzisionstaschenuhren sind begehrte Sammlerstücke. Sie weisen zum Teil aufwendig gearbeitete und Gold-verzierte Gehäuse auf.

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Aber auch diese alte Schreibmaschine trägt den Namen „Glashütte“.

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Ebenso kann man die erste in Deutschland (Glashütte) industriell hergestellte Rechenmaschine „Arithmometer“ bewundern.

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Aber auch historische Urkunden lassen sich bei unserem Rundgang durch die 1000qm Ausstellungsfläche entdecken.

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Hier sieht man auch alte Dokumentationen aus der Uhrmacherschule Glashütte.

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Oder man endeckt eine riesige Kiste, in der sich eine Ankerrad-Fräsmaschine verbirgt. Diese Transportkiste steht exemplarisch fertig verpackt da, um zu zeigen wie der Abtransport in der Nachkriegszeit als Reparationsleistung z.B. in die Sowjetunion erfolgte.

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Und dann befinden wir uns plötzlich in der Neuzeit und damit auch am Ende unseres interessanten Rundgangs.

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Ich hoffe Euch hat der Rundgang durch das Uhrenmuseum Glashütte gefallen.

Vielleicht interessieren Euch auch noch die anderen Etappen unseres Kurztrips:

Erhebend

Mit Volldampf über die Elbe

Erlebnisreicher Kurztrip (1)

Kurztrip(2): Barockes Paradies

*Zitat aus dem Prospekt: Faszination Zeit – Zeit erleben.hrsg. von der Stiftung „Deutsches Uhrenmuseum – Glashütte – Nicolas G. Hayek“, Glashütte/Sachsen, Germany

Kurztrip (2): Barockes Paradies

Wie versprochen geht meine Berichterstattung von unserem Kurztrip nach Dresden (Kurztrip Teil 1) und Umgebung weiter. Ich habe Euch neulich in meinem Post (Mit Volldampf über die Elbe) ja schon erzählt, dass wir mit dem Raddampfer gefahren sind. Diese Dampferfahrt führte uns nach Pillnitz. Der Ausblick von der Elbe zu beiden Seiten des Ufers war fantastisch und in Pillnitz erwartete uns ein barockes Paradies.

Längs des Elbufers erblickt man prächtige Bauten, seien es Schlösser oder Villen.  So sieht man am linken Elbufer zum Stadteil Löschwitz gehörend 3 Schlösser aus dem 19. Jahrhundert.  An erster Stelle sei das Abrechtsschloss genannt.

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Das nächste Palais hatte einst einen berühmten Besitzer, nämlich den Erfinder des Mundwassers „Odol“, Karl August Lingner (1861-1916).

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Schloss Eckberg, das man auf dem Foto zwischen den Bäumen erkennen kann, wurde 1926 von Ottomar Heinsius von Mayenburg (1865-1932) erworben. Er gilt als Erfinder der Zahncreme „Chlorodont“.

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Umgeben von hohen Bäumen erblickt man wunderschöne Villen.

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Der Raddampfer muss bei der Durchfahrt durch das „Blaue Wunder“, welches 260 m lang ist und 3800 Tonnen wiegt, seinen Schornstein ankippen. „Einem hartnäckigen Gerücht entsprechend, soll sie ursprünglich einen grünen Farbanstrich bekommen haben. In der Mischung aus Kobaltblau und Chromgelb habe das Chromgelb der Sonneneinstrahlung nicht standhalten können – aus der grünen Brücke sei so das „Blaue Wunder“ geworden!“*

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Ein kleines Stück weiter „schwebt“ die Loschwitzer Bergschwebebahn in die Höhe zum kleinen Ortsteil Oberloschwitz. Die Streckenlänge beträgt 274 Meter und die beiden Wagen hängen an einem 38mm starken Seil. Dieses beeindruckende technische Denkmal ist die älteste Bergschwebebahn der Welt (1898/1901 errichtet). Von der Bergstation aus hat man dann einen wundervollen Blick auf die Elbe und auf das „Blaue Wunder“.

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Wir verlassen dann den Raddampfer am östlichsten Endpunkt der Sächsischen Weinstraße, nämlich in Pillnitz. Hier eröffnet sich uns mit dem Schloss und Park Pillnitz ein wahres barockes Paradies, eine echte Sehenswürdigkeit.

„Seit 1403 Rittersitz und 1694 von den Wettinern gekauft, erblühte es im 18. Jahrhundert zu heutiger Pracht. Friedrich August I.,der Starke (1670-1733), hatte es zusammen mit der Landesherrschaft von seinem älteren Bruder geerbt…“**  1707 schenkte August der Starke seiner Mätresse Gräfin Cosel das Anwesen bestehend aus Schloss und Park.

Neues Palais

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Wasserpalais mit Lustgarten

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Bergpalais

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Sowohl am Wasser- als auch am Bergpalais findet man asiatisch anmutende Malereien.  Man spricht bei der gesamten Anlage von einem „chinoisen Stil des Barocks“.

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Neues Palais vom Lustgarten her aufgenommen

Der Lustgarten ist mit seinen kunstvoll gestalteten Blumenrabatten, Rasenflächen und hohen Bäumen prachtvoll angelegt.

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Neues Palais aufgenommen von der Maillebahn mit Heckengärten

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1200px-Lustgarten

Besonders beeindruckend ist die riesige farnblättrige Rot-Buche mit einer Höhe von 22,5m. Der Stammdurchmesser beträgt 1,18m und sein Umfang 3,70m. Der Kronendurchmesser wurde mit 24m angegeben. Diese Rotbuche hat mittlerweile auch schon ein beträchtliches Alter erreicht, denn sie wurde nach 1867, bei der Gestaltung des Lustgartens in der heutigen Form, gepflanzt.

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Heckengarten

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Im weitläufigen Schlosspark

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Die Orangerie (von 1730)

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Das Palmenhaus (von 1859)

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Im Palmenhaus

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Chinesischer Pavillon (1804 errichtet)

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Der kleine Teich in der Nähe des chinesischen Pavillons.

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Ich hoffe, Euch hat auch dieser Ausflug gefallen und ihr kommt demnächst noch mit zum 3. Teil unseres Kurztrips.

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Erhebend

Mit Volldampf über die Elbe

Erlebnisreicher Kurztrip (1)

 

* Zitat aus: Jürgen Helfricht, Vieltausend Augen-Blicke, Reiseführer Sächsische Dampfschifffahrt, Husum Druck-und VerlagsesellschaftmbH u. Co.KG, Husum 2012, S. 13f

**Zitat aus: Jürgen Helfricht, Vieltausend Augen-Blicke, Reiseführer Sächsische Dampfschifffahrt, Husum Druck-und VerlagsesellschaftmbH u. Co.KG, Husum 2012, S. 21

Erlebnisreicher Kurztrip (1)

Die große Resonanz auf meine beiden Berichte über unseren Kurztrip nach Dresden und Umgebung hat mich auf die Idee gebracht Euch noch mehr über dieses verlängerte Wochenende zu berichten. Es war einfach nur wunderschön, hat Freude bereitet und hat den Alltagsstress  gegen ein kleines Urlaubsgefühl eingetauscht. Jetzt habe ich die Qual der Wahl, denn ich habe eine Vielzahl an Fotos mitgebracht und überlege, was Euch interessieren könnte.

Ich fange ganz einfach am Anreisetag an und arbeite mich bis zu unserem Abreisetag chronologisch durch:

Leider war es uns erst am Donnerstagnachmittag möglich aufzubrechen. Die Entfernung zwischen Cottbus und Dresden beträgt eigentlich nur einen Katzensprung, jedenfalls im Vergleich zu den Entfernungen, die wir sonst so zurücklegen, wenn wir beispielsweise in die alte Heimat reisen. Dagegen sind diese ungefähr 140km nichts.

Immerhin schafften wir es an diesem Tag noch Schloss Moritzburg zu besuchen.

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Hierbei handelt es sich um ein barockes Jagdschloss, das August der Starke (Kurfürst Friedrich August I von Sachsen) im 18. Jahrhundert errichten ließ, um dort neben der Jagd auch ausschweifende Feste zu feiern. Es liegt sozusagen inmitten eines großen Teiches und wird von einem u-förmigen  Schlosspark umgeben, der allerdings von August dem Starken nie vollendet wurde. Auf der die Schlossterrasse umgebenden Ballustrade befinden sich eine Vielzahl von Sandsteinskulpturen. Der Park strahlte auf uns eine große Ruhe aus, was vielleicht auch daran lag, dass der Besucherstrom an diesem Tag schon durchgeschleust war, denn dieses Schloss zieht jährlich viele tausend Touristen an.

Wir wollten dieses Jagdschloss nicht von innen besichtigen, obwohl dies mit seinem historischen Porzellanrevier und der größten europäischen Jagdtrophäensammlung … sehr reizvoll ist,

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stattdessen wollten wir nur ein wenig im Park spazieren gehen und die Gegend erkunden.

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Mein Mann hatte auch seinen Spass, als er die vielen Gänse im Schlosspark sah.

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Sogleich meinte er mit ihnen um die Wette rennen zu müssen. Er hat sie aber eher aufgescheucht und zur Flucht veranlasst, denn sie hatten an einem Wettlauf kein Interesse.

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In der Ferne entdeckten wir ein ein kleines Schlösschen, das unsere Neugierde erregte.

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Da mussten wir unbedingt hin. Es gibt einen 45 minütigen Fußweg oder man kann innerhalb von  5 Minuten mit dem Auto hinfahren. Da es inzwischen schon 20 Uhr war, nahmen wir das Auto und beschlossen das nächste Mal zu laufen.

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Dieses kleine Fasanenschlösschen ist ein spätbarockes Sommerpalais.

Ganz in der Nähe steht Sachsens einziger Leuchtturm. Klein und fein steht er da und es mutet an, als sei er aus einem Märchen entsprungen und man glaubt, eine gefangene Prinzessin würde gleich auf dem Balkon erscheinen.

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„Der Staffagebau (Folly) entstand im späten 18. Jahrhundert als Teil einer Kulisse für nachgestellte Seeschlachten (Naumachie). Er ist der einzige für diesen Zweck gebaute Leuchtturm in Deutschland und gleichzeitig einer der ältesten Binnenleuchttürme der Bundesrepublik.“*

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Das Mauerwerk ist nur aufgemalt, er besitzt bullaugenförmige Fenster und in jeder Himmelsrichtung eine Art Balkon.

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Seine Eingänge sind vergittert und seine Höhe beträgt 21,8 Meter.

Im Innern führt eine Stahltreppe nach oben. Zu bestimmten festgelegten Zeiten besteht auch die Möglichkeit im Rahmen einer Führung diesen Leuchtturm zu besichtigen.

Was wir am Freitag unternommen haben, berichte ich in meinem nächsten Beitrag.

Bis dahin lasst es Euch gut gehen!

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Kurztrip (2): Barockes Paradies

Mit Volldampf über die Elbe

Erhebend

 

*Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtturm_Moritzburg

 

Mit Volldampf über die Elbe

Dresden ist immer einen Ausflug wert. Ich liebe diese Stadt, denn sie hat Atmosphäre. Deshalb sind wir auch mindestens einmal im Monat dort. Einfach nur mal so, zum Shoppen oder um ein wenig Entspannung vom Alltag zu finden. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken, sei es in der Stadt oder in der näheren oder weiteren Umgebung. Dieses Mal haben wir ein verlängertes Wochenende dort verbracht und viel Schönes erlebt.

Dazu gehörte auch die obligatorische Fahrt mit einem Raddampfer.

„Mit ihren Dampfmaschinen und ihren Schaufelrädern sind die Schiffe der Dresdener Raddampferflotte Zeitzeugen einer längst vergangenen Epoche der Technikgeschichte. Seit 2004, als das Dresdener Elbtal in das UNESCO- Weltkulturerbeprogramm aufgenommen wurde, zählen die Raddampfer zu den besonderen technischen Denkmälern.

Die Sächsische Dampfschifffahrts-Gesellschaft verfügt derzeit über die größte und älteste Seitenraddampferflotte der Welt…“*

Diese Dampfer fahren nicht nur hin und wieder oder zu besonderen Anlässen, sondern es besteht ein regelrechter und täglicher Linienverkehr. Sie gehören inzwischen zu Dresdens Bild genauso wie die Semperoper, der Zwinger und die Frauenkirche.

1200px Flotte

Der Heimathafen dieser Dampfschiffflotte ist  Dresden und ihre Anlegestelle das Terrassenufer.

Wir fuhren mit der „Leipzig“ (Bj 1929) zum Schloss Pillnitz. Hiervon will ich Euch in einem anderen Blogbeitrag noch berichten, aber heute geht es nur um die Dampfmaschine, die zu so einer Raddampferflotte gehört.

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Jedes Schiff hat in dieser Flotte seinen Namen und auch seine eigene Geschichte. So gehören folgende Schiffe zur Flotte: „Stadt Wehlen“ (Bj 1879), „Diesbar“ (Bj 1884), „Meissen“ (Bj 1885), „Pillnitz“ (Bj 1886), „Krippen“ (Bj 1892), „Kurort Rathen“ (Bj 1896), „Pirna“ (Bj 1898), „Dresden“ (Bj 1926), „Leipzig“ (Bj 1929).

 

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Hinter der Aufschrift „Leipzig“ verbirgt sich das Schaufelrad. Auf allen Dampfern kann der Fahrgast das Schaufelrad innen durch ein Fenster sehen.

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Der Schornstein, aus dem dann das Rauchgas aus der Verbrennung in den Himmel emporsteigt, wirkt mächtig.

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Dieser Schornstein muss bei der Durchfahrt unter einer niedrigen Brücke umgekippt werden. Auf dem unteren Bild kann man erkennen, wie der Schornstein nach der Durchfahrt unter dem „Blauen Wunder“ mithilfe eines Drahtseils wieder hochgezogen wird. Noch ist er leicht abgekippt, aber gleich ragt er wieder senkrecht in den Himmel.

1200px-eingekl. Schornstein

Hier sieht man die Pfeife aus der die Signaltöne erklingen …

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und Wasserdampf austritt, ähnlich wie bei einem Wasserkessel. Der Signalton entsteht dadurch, dass der Wasserdampf durch einen schmalen Spalt gegen den Rand einer Pfeifenglocke entweicht.

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Der Kapitän gab mir die Erlaubnis ihn auf seiner Brücke zu fotografieren.

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Im unteren Bild erkennt man das Sprachrohr, mit dem sich der Maschinist aus dem Maschinenraum mit dem Kapitän auf der Brücke in Verbindung setzen kann.

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Jetzt zeige ich Euch noch die Meßinstrumente, welche die verschiedenen Drücke im Dampfkreislauf und die Temperatur anzeigen.

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Und nun möchte ich noch ein paar Worte zur Dampfmaschine selbst schreiben. Ich habe es mir von meinem Mann erklären lassen und versuche es jetzt mit meinen Worten und möglichst wenigen Fachbegriffen wiederzugeben.

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Das Wasser wird auf den Kesseldruck ( ca. 15bar) gebracht. Im Kessel wird das Wasser verdampft. Die erforderliche Wärme zum Verdampfen des Wassers kommt aus einer Verbrennung (heute: Öl/früher: Kohle). Der unter Druck stehende Wasserdampf wird ca. auf 300-350 Grad erhitzt und besitzt eine hohe Energie, weil das Volumen des Dampfes (verdampftes Wasser) sich gegenüber dem (flüssigen) Wasser gewaltig erhöht hat.

Diese Energie drückt in der Dampfmaschine die Kolben nach unten. Damit wird Arbeit erzeugt und die Bewegung über die Kurbelwelle in eine Drehbewegung umgesetzt.

Mit dieser Drehbewegung werden die Schaufelräder angetrieben und somit das Schiff bewegt.

Der aus der Dampfmaschine in den Kondensator austretende Dampf wird bei dieser speziellen Maschinenbauart durch Einspritzen von Elbewasser abgekühlt. Der sich hierbei einstellende Druck liegt unter dem Atmosphärendruck. Das kondensierte Wasser wird über eine Pumpe in die Elbe gepumpt.

Frischwasser wird aus der Elbe entnommen und durch eine Pumpe wird der Druck wieder auf den Kesseldruck erhöht (15 bar). Somit ist der Prozess geschlossen und beginnt wieder von vorne (Kreisprozess).

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Der Maschinist im oberen Bild reguliert gerade die Leistung der Dampfmaschine. Aber auch andere Aufgaben hat er zu erfüllen, wie zum Beispiel das Ölen und Schmieren und selbstverständlich auch das Putzen der Maschine.

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Hier sieht man die alte Ruderanlage, die nicht mehr in Betrieb ist. Damals hat man sie mit Dampf betrieben, heute wird das Ruder hydraulisch betrieben. Man hat übrigens alle Ruderanlagen (außer bei dem Dampfer „Diesbar“) auf den elektro-hydraulischen Antrieb umgebaut.

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Leider konnte ich das Schaufelrad nur hinter Glas fotografieren, was allerdings zu unschönen Spiegelungen geführt hat. Aber immerhin ist es erkennbar.

Es ist toll, dass der Fahrgast durch diese Fenster die Möglichkeit erhält das Schaufelrad zu sehen. „…denn nirgendwo anders lässt sich die Umsetzung des Weges des Dampfes vom Kessel zur Dampfmaschine, die anschließende Umwandlung in mechanische Leistung und Verwandlung in die Kraft an der Radschaufel so anschaulich und auf direktem Weg verfolgen, wie an dieser Stelle auf dem Hauptdeck der Dresdner Raddampfer.“**

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Im unteren Bild sieht man, wie es sich im Wasser dreht.

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Unsere Rückfahrt von Schloss Pillnitz traten wir dann auf dem Schiff  „Stadt Wehlen“ an, das übrigens der älteste Dämpfer ( Bj 1879) der Flotte ist, und begegneten dabei der „Leipzig“, die uns entgegen kam.

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Bei der Einfahrt in den heimatlichen Hafen wurden wir durch einen wunderschönen Blick auf die Altstadt von Dresden belohnt.

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Eines ist klar:

Das war nicht unsere letzte Fahrt auf einem Raddampfer. Es macht immer wieder Spaß und ist ein besonderes Erlebnis.

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Erlebnisreicher Kurztrip (1)

Kurztrip (2): Barockes Paradies

Erhebend

 

*Zitat aus: Frank Müller, Wolfgang Quicker, Die Dresdner Raddampferflotte, Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2007, Umschlagtext

** Zitat aus: Frank Müller, Wolfgang Quicker, Die Dresdner Raddampferflotte, Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2007, S. 81

Auch die Baujahreszahlen und Namen der einzelnen Raddampfer sind diesem Buch entnommen.

 

 

 

 

 

Erhebend

Bevor wir gestern unsere Rückfahrt von Dresden nach Cottbus angetreten haben, kam uns die spontane Idee noch etwas ganz Besonderes zu unternehmen. Also sind wir ins Gebirge gefahren. Da wir hier keine Alpen haben, kann sich jeder denken, wohin uns dieser Spontanausflug geführt hat. Wir haben einen Abstecher in die Sächsische Schweiz unternommen. Genauer gesagt, unser Weg führte uns zur Bastei, die man als das Juwel der Sächsischen Schweiz bezeichnet. Von diesem Festplateau aus eröffnet sich ein traumhafter Blick über das Elbsandsteingebirge, die Wälder und Wiesen und natürlich über die Elbe.

Wir waren hier nicht zum ersten Mal und werden es auch nicht zum letzten Mal gewesen sein, denn der Blick von der weltberühmten Basteibrücke aus ist einfach nur erhebend.

 

Romatisch schlängelt sich die Elbe durch das Tal.

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Doch so romantisch es auf diesem Foto auch aussehen mag, ich habe diesen Blick 2002 auch anders erlebt. Damals herrschte extremes Hochwasser und der Fluss ist weit über das Ufer hinweg getreten und hat viel Verwüstung und Zerstörung mit sich gebracht.

Unser Blick wendet sich in die andere Richtung. Gewaltig ragen hier die Felsen empor und versetzen den Betrachter ins Staunen.

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Auf unserem Weg zur berühmten Basteibrücke trafen wir auf sonderbare Gesellen, die sich jedoch bereitwillig fotografieren ließen. Sie waren  aus NRW angereist und hatten wohl viel Spaß hier.

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Der Blick reicht weit über die höchst beeindruckende Landschaft hinweg – über Täler und Höhen.

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In der Ferne ist die Burg „Königstein“ zu erkennen.

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Noch ein abschließender Blick und dann mussten wir unsere Heimfahrt nach Cottbus antreten.

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Inzwischen war es schon Abend geworden und wir hatten noch 2 Stunden Autofahrt zu bewältigen.

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Aber wir kommen wieder hierher an dieses schöne Fleckchen Erde mit seiner erhebenden und betörenden Natur.

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Kurztrip (2): Barockes Paradies

Der gekaufte Bräutigam

Neulich habe ich Euch die Geschichte von Mopsi und Filou erzählt. Der selbe nette ältere Herr und eifrige Leser meines Blogs, der mir für diese Geschichte die Idee lieferte, beschrieb mir in einem anderen Brief noch eine weitere lustige und wahre Begebenheit. Ich habe wiederum eine Geschichte daraus gemacht, in welcher der inzwischen achtjährige Flori, der Großvater und selbstverständlich die allseits beliebte Mopsi mitspielen.

Flori und seine Eltern sind heute bei Großvater zu Besuch. Während die Mutter in der Küche ihres Vaters steht und dessen Wäsche bügelt, kümmert sich ihr Mann um Opas alten Rasenmäher. Dieser muss dringend einer Inspektion unterzogen werden. Währenddessen gehen Flori und der Großvater mit Mopsi Gassi. Mopsi macht seit der schmerzhaften Bekanntschaft mit der Katze ganz kleinlaut und mit eingezogenem Stummelschwänzchen immer einen großen Bogen um diese Tiere. Auch heute läuft sie artig drei Schritte vor Flori, der sie an der Leine festhält.
„Opa wollen wir nicht Mama und Papa mit einem leckeren Kuchen überraschen?“ schlägt Flori vor, als sie an Großvaters Lieblingsbäckerladen vorbeikommen.
„Ja, du hast Recht, dann kann ich mich damit gleich bei deinen Eltern für ihre Mühe bedanken, die sie sich immer machen. Ich bin so froh, dass deine Mutter sich um meine Wäsche kümmert, seitdem deine Oma nicht mehr da ist“, sagt Opa und wischt sich mit der Hand über die Augen. Flori weiß, dass der Großvater die Oma mindestens so sehr vermisst, wie er selbst. Deshalb legt er tröstend seine kleine Hand in die des Großvaters und meint:
„Mama macht das doch gerne!“
„Ja, ich weiß“, nickt der Großvater. „Lieb ist es auch, dass dein Vater mir den alten Rasenmäher wieder flott macht. Früher habe ich das ja alles selber gemacht. Aber weißt du Flori, wenn man so alt ist wie ich, dann wollen die Augen nicht mehr so richtig und meine Finger sind auch schon ein wenig steif“, erklärt der Großvater seinem Enkel.
„Ach mach dir nichts daraus“, tröstet Flori. „Mein Freund Max hat auch eine Brille bekommen und der ist viel jünger als du. Wenn er die nicht trägt, dann kann er die Buchstaben und Zahlen in den Schulbüchern überhaupt nicht erkennen. Mit Brille kann er wieder besser lesen und rechnen und neulich hat er sogar das beste Diktat geschrieben.“
Der Großvater streichelt seinem Enkel zärtlich über dessen Haare und fordert ihn auf:
„Na komm, du darfst beim Bäcker die Kuchenstücke aussuchen!“
Flori wählt für den Vater ein Stück Schwarzwälderkirschtorte, für die Mutter ein Stück Eierlikörtorte, für sich ein großes Stück vom Mamorkuchen und der Großvater entscheidet sich für den Quarksahnemandarinenkuchen. Da Mopsi keinen Süßkram essen darf, bekommt sie später zu Hause einen leckeren kleinen Fleischknochen, den hat der Großvater heute Morgen extra noch beim Metzger geholt.
Großvater lässt sich von der Bäckersfrau noch einen Laib Brot einpacken und bezahlt dann. Plötzlich bemerkt er, dass auch Flori nach irgendetwas in seiner Hosentasche kramt und schließlich einen Fünfeuroschein heraus zieht und sich ein Softeis kaufen will.
„Woher hast du denn soviel Geld?“, fragt er seinen Enkel, als sie wieder auf dem Bürgersteig vor dem Laden stehen. Er löst Mopsis Leine von dem Haken, der extra für wartende Hunde an der Hauswand angebracht wurde und blickt Flori erwartungsvoll an.
„Ach das, – das hab ich…na ja, –  das war noch in meiner Hosentasche…  – ich weiß nicht…“
Foris Blick ist gesenkt und er kickt verlegen ein Steinchen vom Gehweg.
„Jetzt aber mal raus mit der Sprache und druckse nicht so rum!“
„Also…“
„Ja, – also?“, drängt der Großvater weiter.
„Das hat mir die Franziska gegeben“, gibt er endlich sichtbar verlegen dem Drängen des Großvaters nach.
„Wieso gibt dir deine Schulkameradin einfach Geld?“, erkundigt sich der Opa weiter und auf einmal sprudelt es aus Flori heraus:
„Sie will mich heiraten!“, gesteht er dem verdutzten Großvater, der aber jetzt erst recht alles ganz genau wissen will. Flori ist inzwischen total verlegen und wird sogar ein bisschen rot, aber er erzählt seinem Großvater schließlich doch die etwas seltsame Angelegenheit. Zunächst etwas stockend beginnend, sagt er:
„In unserer Klasse gibt es hauptsächlich Mädchen. Es sind 12 Mädchen, aber nur 7 Jungs. Die Mädchen wollen immer gleich heiraten. Mich wollen auch viele Mädchen heiraten. Sie haben mir dann Süßigkeiten geschenkt, damit ich sie auch heiraten will. Und Franziska hat mir sogar einen ganz langen Brief geschrieben und darin lag das Geld.“
Der Großvater hat Flori genau zugehört und meint:
„Aber einen Bräutigam kauft man sich nicht. Wenn man einen Heiratsantrag macht, dann sollte man diese Person auch lieben und von dieser auch geliebt werden. Liebe kann man nämlich nicht kaufen.“
Flori scheinen Opas Worte nachdenklich gemacht zu haben, denn er läuft mit leicht gesenktem Kopf weiter. Als sie vor Opas Haustür stehen, meint er ein bisschen kleinlaut:
„Bitte Opa, sag nichts zu Mama und Papa. Die schimpfen sonst vielleicht mit mir! Bitte Opa, das musst du mir ganz fest versprechen und was man versprochen hat, das muss man auch halten.“
„Flori, ich verspreche dir, nichts zu verraten, aber das Geld musst du schon wieder zurückgeben. Das solltest du mir versprechen!“
„Aber ich habe mir doch schon ein Eis gekauft!?“, erklärt Flori und sein schlechtes Gewissen ist ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben.
„Dann wirst du wohl ein bisschen von deinem Taschengeld sparen müssen, damit du ihr alles wiedergeben kannst.“
Flori und Opa nehmen sich gegenseitig ein Versprechen ab: Opa wird nichts den Eltern verraten und Flori wird der verliebten Franziska das Geld komplett wieder zurückzahlen. Danach gehen sie ins Haus und keiner von beiden verliert mehr ein Wort über diese Sache.
Aber wie das im Leben eben so ist, irgendwann kommt alles raus. So auch diese Sache vom gekauften Bräutigam. Und das dauert gar nicht so lange. Eigentlich passiert es direkt schon am nächsten Morgen.
„Flori, ich habe dir auf die eine Hälfte deines Schulbrotes Käse gelegt und auf die andere Schinken mit Gurke und Tomate. Möchtest du auch noch eine Banane mitnehmen?“, fragt die Mutter und öffnet Floris Schulranzen, um die Brotbüchse zu verstauen. Sie schiebt das Lesebuch etwas zur Seite, um Platz für die Brotbüchse zu machen und hält auf einmal einen Geldschein in der Hand.
„Florian!“

Schon an der Tatsache, dass Mutter Flori mit seinem richtigen und offiziellen Namen anspricht, lässt den Jungen erkennen, dass es um etwas Ernstes geht. Erschrocken und fragend blickt er die Mutter an.
„Woher hast du diese 10 Euro?“
Flori weiß, dass es jetzt keine Ausreden mehr gibt. Er muss die Wahrheit beichten:
„Franziska aus meiner Klasse hat mir 15 Euro gegeben.“
Er sieht Mutters strengen Blick und so berichtet er kleinlaut:
„Sie hat mir in einem Brief einen Heiratsantrag gemacht und da lag auch das Geld dabei.“
Noch bevor die Mutter irgendetwas sagen kann, erklärt er:
„Den Brief habe ich weggeworfen und dann hab ich mir gestern ein Eis gekauft.“
Flori öffnet seine Hand, in der einige Münzen liegen und ganz schnell fügt er noch hinzu:
„Aber ich gebe Franziska alles wieder,- Opa meint auch, das soll ich unbedingt machen. Die Franziska soll sich einen anderen Bräutigam suchen und dem das Geld geben.“
Voller Inbrunst gesteht er der Mutter seine Gefühle:
„Ich will die Franziska nämlich nicht heiraten. Ich will überhaupt noch nicht heiraten.“

 

 

Aus vergangenen Zeiten

Am  verlängerten Pfingstwochenende hatten wir endlich einmal die Zeit einen Ausflug zu machen, der im Grunde genommen schon lange anstand. Wie das eben so ist, man schweift eher in die Ferne, bevor man die nähere Umgebung erkundet. Eigentlich hätten wir seit 2003 die Gelegenheit gehabt, diesen Ausflug zu unternehmen. So lange steht die rekonstruierte Slawenburg nämlich schon in Raddusch.

Hierbei handelt es sich um eine ringwallförmige Burganlage, die im 9./10. Jahrhundert in der Niederlausitz und im westlichen Spreewaldrand relativ häufig erbaut wurde. Die Slawenburg in Radisch ist ein Denkmal, das an eine vergangene Kultur erinnert. Schon von der Autobahn (Berlin-Cottbus, kurz vor der Abfahrt Vetschau) ist sie zu sehen. Diese Burganlage befindet sich am originalen Ausgrabungsort und ist eine Holzkonstruktion.

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Bevor man innerhalb des Geländes zum Burgwall kommt, läuft man an einem Spielplatz der besonderen Art vorbei. Alle Geräte sind aus Holz gefertigt und laden nicht nur Kinder zum Verweilen und Spielen ein.

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Der Stier ist, nebenbei bemerkt, das Wappentier der Niederlausitz.

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Auf dem Außengelände kann man sich auch auf eine geschichtliche Zeitreise von 12000 Jahren begeben. Es wurde ein Weg angelegt, der einem Zeitstrahl gleich kommt und teilweise um die Burg bis zu deren Eingang führt. Er beginnt vor 12000 Jahren und endet in der Gegenwart, bzw. zur Zeit der Fertigstellung des Nachbaus der Slawenburg und der Eröffnung der Dauerausstellung im Inneren der Burg im Jahre 2003.

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Danach betreten wir das Innere des Burgwalls. Im Modell kann man eine Ansicht von oben sehen, allerdings sieht es heute etwas anders im Inneren aus, da sich dort z.B. auch ein Bistro befindet. Im 9./10. Jahrhundert waren dort verschiedene hölzerne Brunnen untergebracht.

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Gleich beim Betreten dieser Dauerausstellung wird dem Besucher der Aufbau der Holzkonstruktion dieses Burgwalls ersichtlich. Die Slawenburgen entstanden aus Holz, Sand, Erde und Lehm. Man benutzte hauptsächlich die Stämme der Eichen.

 

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Heute befindet sich im Inneren auch eine faszinierende achäologische Ausstellung bezüglich der mehrtausendjährigen  Vergangenheit der Niederlausitz „Archäologie in der Niederlausitz“. Hier erwarten den Besucher Ausgrabungsfunde und Modelle.

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„In der heutigen Niederlausitz am westlichen und südlichen Spreewaldrand entstehen seit der zweiten Hälfte des 9. Jahrhundert fast 50 kleine ringwallförmige Burganlagen. Erbauer sind Angehörige des hier seit dem 8. Jahrhundert ansässigen slawischen Stammes der Lusizi. Zu den aus Holz, Erde, Sand und Lehm/Ton errichteten Burgen gehören neben einer unmittelbar neben der Burg gelegenen „Vorburgsiedlung“ bis zu vier weitere kleine Dörfer in einem Umkreis von 1.5 bis 2.5 km. Deren Bewohner sind sowohl Erbauer als auch Nutzer der Anlagen. Die kleinen Burgen dienen vermutlich in erster Linie als Flucht- und Speicherburgen.“*

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„Wie die nach 850, vermutlich um 880, entstandene Slawenburg von Raddusch fallen alle Wehranlagen der Lusizi im Laufe des 10. Jahrhunderts den kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem entstehenden Deutschen Reich zum Opfer. Viele gehen im Feuer zugrunde, fast alle noch bestehenden Burgen werden in der zweiten Hälfte und zum Ende des 10. Jahrhunderts aufgegeben und verfallen.
Die bereits 1880 in der Literatur von Rudolf Virchow als slawische Befestigung erwähnte Slawenburg Raddusch wird von alteingesessenen Radduschern als Lutchenberg bezeichnet. Hier wohn(t)en demnach die Lutchen, die kleinen Zwerge des Spreewaldes, welche bei gegenseitiger Toleranz den hier lebenden Menschen viel Gutes erweisen.“*

Schade, aber wir haben keine der kleinen Spreewaldzwerge zu Gesicht bekommen. Aber sie sind flink und wendig und haben sich sicherlich irgendwo versteckt gehalten. Solltet ihr einmal an diesen Ort kommen, so haltet Ausschau nach ihnen.

 

* Zitate aus: http://www.slawenburg-raddusch.de/slawenburg/fundort/ (Stand: 25.5.2015)

Weiterführende Informationen unter: Slawenburg Raddusch (Stand: 25.5.2015)

Mopsi & Filou

Heute möchte ich in der neuen Kategorie „Erdachtes & Erzähltes“ eine kleine Geschichte einstellen, die auf einem Brief basiert, den ich von einem älteren, sehr netten Herrn erhalten habe. Er ist ein eifriger Leser meines Blogs und schilderte mir eine wahre Begebenheit, welche er als einen Beitrag für lifetellsstories vorschlug. Ich habe um diese Begebenheit herum eine Rahmengeschichte erdacht und aufgeschrieben. Am Ende dieses Beitrags befindet sich ein Foto mit dem Originaltext des Briefes. Für die Fotos von Mopsi posierte ein kleiner Mops, den wir mit Frauchen und Herrchen zufällig auf dem Blütenfest im Rhododendronpark Kromlau trafen. Die freundlichen und uns völlig unbekannten Hundebesitzer waren so nett, uns diese Aufnahmen für meine Geschichte zu gestatten. Für den Kater hat Nachbars Katze Modell gestanden.

Flori, der eigentlich Florian Müller* heißt und sechs Jahre alt ist, sitzt mitten in seinem Kinderzimmer auf dem Teppich und packt gerade seinen kleinen Koffer.  Nein, er will nicht ausreißen und auch nicht auf große Reise gehen. Er will dieses Wochenende ganz alleine beim Großvater verbringen. Seine Mama hat bereits alles Notwendige eingepackt, aber Flori möchte noch seinen kleinen Spielzeugkoffer bestücken. Selbstverständlich darf Fritz der Teddy nicht fehlen. Auch seinen Räuber Hotzenplotz packt er ein. Dieses Buch hat er von seinem Großvater zum Geburtstag bekommen. Noch kann er es nicht alleine lesen, aber bald. In der Zwischenzeit liest ihm Opa vor.

„Mama, wo ist denn mein Rucksack?“, ruft er seiner Mutter zu, die gerade in der Küche das Mittagessen vorbereitet. „Opa hat mir versprochen, dass wir auf Wanderschaft gehen. Er will mir den Vogelpark zeigen und da brauche ich den Rucksack für den Proviant!“

„Schau mal im Schrank, –  ganz unten links!“, antwortet die Mutter genau in dem Moment, als es an der Haustür klingelt.

„Opa,Opa!“, ruft Flori und springt schnell zur Haustür. „Da bist du ja endlich. Ich bin schon fast fertig. Ich muss nur noch schnell meinen Rucksack holen und dann können wir aufbrechen“, begrüßt er den Großvater, der seinen kleinen Enkel liebevoll in den Arm nimmt.

„Er ist schon ganz aufgeregt und kann es gar nicht erwarten, dass es endlich losgeht“, sagt die Mutter und drückt ihrem Vater einen Begrüßungskuss auf die Wange. Zu Flori gerichtet meint sie nur: „Jetzt lass doch den Opa erst einmal reinkommen und dann essen wir noch gemeinsam. Dann könnt ihr ja aufbrechen.“

So schnell hat Flori seinen Teller noch nie geleert, wie heute. Kein Krümmelchen ist mehr übrig geblieben. Selbst das Gemüse, das er sonst immer zur Seite schiebt, ist aufgegessen. Und dann ist es auch endlich soweit und er steigt zu Opa ins Auto.

„Warum hast du denn Mopsi nicht mitgebracht?“, fragt er seinen Großvater.

Mopsi ist die kleine Mopsdame, die sich der Großvater vor zwei Monaten aus dem Tierheim geholt hat. Er hatte sich nach Großmutters Tod so einsam und traurig gefühlt und sein guter Freund und Nachbar, der ab und zu einmal im Tierheim aushilft, hatte ihm von der Hundedame erzählt. Sie war ins Tierheim gekommen, nachdem sie auf einem Autobahnrastplatz ausgesetzt worden war. Eine Polizeistreife hatte sie an einem Baum angebunden gefunden und ins Tierheim gebracht. Als der Großvater vom Schicksal der Mopsdame erfahren hatte, besuchte er sie im Tierheim. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, – auf beiden Seiten und Mopsi hatte nun ein neues Zuhause.  Seitdem ging es dem Großvater wieder etwas besser. Er war nicht mehr allein und auch nicht mehr so traurig.

„Mopsi ist heute bei meinem Nachbarn geblieben. Du weißt doch, sie verträgt das Autofahren nicht. Sie fängt dann immer ganz fürchterlich an zu jaulen und zu weinen. Wahrscheinlich hat sie Angst wieder ausgesetzt zu werden.“

„Dann lass uns ganz schnell zu Mopsi fahren!“, schlägt Flori vor und sieht den Großvater auffordernd an.

Als die beiden endlich in der Kleinstadt angekommen sind, in der der Großvater wohnt, ist es schon Nachmittag. Sie holen schnell Mopsi beim Nachbarn ab und marschieren dann zu Fuß in die Stadt, um ein paar Brötchen für das Abendessen zu holen. Auch einen Strauß Blumen wollen sie im Blumenladen besorgen und sie am nächsten Tag auf das Grab der Großmutter stellen. Heute ist Markttag und es herrscht ein reges Treiben auf den Wegen rund um den Marktplatz. Mopsi läuft artig auf ihren kurzen Beinchen mit. Sie ist angeleint und Flori darf die Leine halten. An jeder Ecke muss sie schnüffeln und jedes noch so kleine Bäumchen muss sie begießen. Der Großvater ist der Erste, der den großen kräftigen Kater sieht und die Gefahr erkennt. Er ist schwarz-grau und weiß gefleckt,  sitzt vor dem Blumenladen und beobachtet die vorübergehenden Menschen. Sein Blick ist nicht gerade freundlich, er schaut eher etwas skeptisch, fast schon ein wenig grimmig in die Welt. Seine Haltung wirkt angespannt, so als sei er gerade auf dem Sprung zu einem Angriff.

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„Gib mir bitte mal kurz die Leine“, bittet der Großvater den Enkelsohn und greift auch schon nach der Hundeleine.

„Warum denn, Opa?“, will Flori wissen. „Ich bin schon groß und kann ihn doch gut halten!“

„Nur vorsichtshalber, weil…“

Genau in diesem Moment erspäht die Mopsdame den Kater ebenfalls. Sie  reißt kräftig an der Leine  und bellt aus Leibeskräften. Großvater und Flori reden beruhigend auf Mopsi ein, doch diese lässt sich nicht beruhigen. Mittlerweile ist sie schon völlig außer Atem und kläfft aufgeregt in Richtung Kater. Dieser schaut sich die aufgeregte Hundedame verärgert an.  Seine Muskeln scheinen sich noch mehr anzuspannen und er beginnt warnend zu fauchen. Abgesehen davon, dass er überhaupt keine Hunde mag und die kleinen dicken schon gar nicht,  gefällt ihm dieses Gekläffe ebenfalls nicht. Er muss dieser kleinen Kläfferin das Maul verbieten. Er faucht abermals, muss allerdings erkennen, dass dies keine Wirkung auf den kleinen bellenden Hund hat.  Also marschiert er der Hundedame entgegen, baut sich vor ihr drohend auf und tut das, was Katzen manchmal tun, wenn sie etwas nicht mögen: Er haut ihr rechts und links die Pfote um die Ohren, so nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung. Danach dreht er sich wieder um und marschiert auf seinen Platz vor dem Blumengeschäft zurück. Dort legt er sich in die Sonne, reckt und streckt sich, als wäre nichts geschehen. Im Gegenteil, irgendwie scheint sein Blick nun zufriedener und ein wenig selbstgefällig. Die verblüffte Mopsdame würdigt er keines Blickes.

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Das Trio bestehend aus Großvater, Flori und Mopsi, steht wie versteinert mitten auf dem Bürgersteig. Selbst das Kläffen von Mopsi ist verstummt. Als sich alle von dem Schrecken wieder erholt haben, hören sie eine herbei eilende Marktfrau rufen: „Filou, Filou! Ach hier liegst du rum. Ich suche dich schon die ganze Zeit. Du kleiner Streuner!“ Und als sie die Beiden mit Mopsi an der Leine sieht, rät sie dem Großvater: „Halten Sie Ihren Mops nur gut fest, – mein kleiner Filou mag nämlich keine Hunde!“

„Ich weiß“, meint der Großvater lachend. „Übrigens der Name passt zu Ihrem Kater wie die Faust auf das Auge!“

„Nein Opa, wie die Tatze auf Backe!“, verbessert ihn Flori und streichelt über Mopsis zartes kurzes Fell.

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* Alle Namen und Personen sind frei erfunden.

 

Bärenstark

Letztes Jahr feierte ich meinen Geburtstag in Stockholm, denn ich hatte mir diesen Schwedenaufenthalt gewünscht. Wir waren nur eine knappe Woche in Schweden, aber ich war total begeistert und sicherlich werden wir nochmals dieses Land besuchen.  An einem Tag machten wir einen Ausflug zum größten Freilichtmuseum der Welt, Skansen. Es wurde 1891 auf der Insel Djurgården gegründet. 

Hierzu gehört auch das Wildtiergehege mit typisch nordischen Tieren, wie zum Beispiel Rentiere, Elche und Bären.

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Die Bären haben mich besonders fasziniert. Ich fand sie im wahrsten Sinne des Wortes einfach „bärenstark“.

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Mit seinem massiven Körperbau und den kurzen Gliedmaßen wirkt dieses Tier trotzdem wie ein Teddybär, wenn er durch das Gehege tapst. Aber man sollte diese Säuger nicht unterschätzen, denn sie gehören zu den Raubtieren. Der Bär hat einen großen Kopf mit einer langen Schnauze, kleine Augen und kleine runde Ohren, die aufgestellt sind.

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Es gibt verschiedene Bärenarten, die sich jedoch in Körperbau und Aussehen ähneln. So gibt es zum Beispiel Braun- und Schwarzbären, Kragenbären, Lippenbären, Brillenbären, Malaienbären, Pandabären und Eisbären. Die beiden letzten Bärentypen weichen in ihrem Aussehen farblich von den übrigen ab. Natürlich gibt es noch eine Anzahl von Untergruppen.

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Laut Wikipedia ist der Bär ein Sohlengänger, der an seinen Füßen jeweils 5 Zehen hat und nicht die Krallen einziehen kann. Hier erfährt man auch, dass sein Körpergewicht zwischen 25 bis 800 Kilogramm betragen kann.* So fasziniert ich von diesen Tieren innerhalb ihres Geheges war, möchte ich ihnen jedoch keinesfalls in der freien Wildbahn begegnen.

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Da Bären eher dämmerungs- und nachtaktiv sind, wunderte es mich nicht, dass manche zunächst einfach nur faul auf einem Baum herum lagen und zu dösen schienen.

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Als es dann jedoch dem Abend zuging und damit auch der Schließung des Geländes, konnten wir auf unserem Rückweg doch noch einige Aktivitäten dieser gewaltigen Tiere beobachten.

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So kletterten sie auf Baumstämmen entlang oder kletterten sogar an einem Baum hoch.

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Es sah einfach zu trollig aus, wie sie trotz ihres massiven Körpers und Gewichtes diese Turnübungen bewältigten.

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Die jüngeren Bären begannen ein wenig miteinander zu spielen und waren dabei ebenso neugierig wie die Menschenkinder. Da sie Höhlen lieben, waren sie selbstverständlich auch von hohlen Baumstämmen begeistert, die innerhalb des Geheges zu deren Zeitvertreib herum lagen.

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Aber auch ein bisschen miteinander raufen, stand auf dem Spielplan.

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Leider gibt es auch unschöne Seiten vom Umgang mit diesen Tieren. Seit jeher wurden sie leider auch zur Unterhaltung der Menschen heran gezogen. So gab es bereits in der Antike Schaukämpfe mit Bären, die gegen Hunde oder sogar Menschen kämpften. Auch die Haltung der Bären als sogenannte Tanzbären ist grausam.

Aber ich will ungern meinen Artikel so traurig beenden, deshalb möchte ich noch auf andere Aspekte des Bären verweisen:

Da auch Menschenkinder gerne spielen, gibt es für sie neben den vielen Spielsachen und Stofftieren auch den Teddybär.  Selbst bei Erwachsenen ist dieser knuddelige Bär beliebt.

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Sieht er nicht genauso aus? Schaut mal, die kleinen Augen, die lange Schnauze und die kleinen runden aufgestellten Ohren! Und kein bisschen angsteinflößend ist er, eher freundlich und einfach nur zum Knuddeln und zum Liebhaben.

Auch in Sagen oder in Märchen, wie bei Schneeweißchen und Rosenrot kommt der Bär vor.

Selbst zum Wappentier ist er geworden, wie der Berliner Bär beweist.

Ich hoffe Euch hat mein kleiner Ausflug zu den Bären im Wildgehege des Freilichtmuseums Skansen gefallen!

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Bären

Unser zweites Kennenlernen

Ich habe ja schon in einer der ersten Bloggeschichten erzählt, wie mein Mann und ich uns 1976 kennengelernt haben. Dieses Zusammentreffen fand damals auf dem Schulhof statt und rief bei mir eine Art Verwunderung hervor. Aber wir sollten uns noch ein zweites Mal kennenlernen, obwohl wir uns zu diesem Zeitpunkt schon über drei Jahre hinweg fast täglich gesehen hatten. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht:

Peter und ich drückten die letzten drei Jahre unserer Schulzeit gemeinsam die Schulbank. Wir waren bis zum Abitur in einer Jahrgangsstufe und besuchten sogar teilweise die selben Kurse, aber auch das habe ich schon erzählt.
Wir waren Schulkameraden, ansonsten ging jeder seiner Wege. Aber Peter hatte einen Freund, im Grunde genommen war es sein bester Freund, T. Er war groß und schlank und hatte nur Augen für mich. Ich jedoch nicht für ihn, aber er ließ nicht locker. Immer wieder suchte er meine Nähe. Da ich ihn nicht vor den Kopf stoßen wollte, war ich freundlich und nett zu ihm, allerdings eher auf eine unverbindliche Art. Eines Tages, es waren gerade Osterferien, da klingelte unser Telefon. Meine Mutter, die das Gespräch entgegen genommen hatte, reichte mir den Hörer.
„Ach, T., du bist es!“, begrüßte ich den Teilnehmer am anderen Ende der Telefonleitung.
„Ich habe gerade an dich gedacht!“, verkündete er mir. „Ich wollte nur wissen ob du zu Hause bist, denn ich möchte dich gerne besuchen.“
„Ohje“, überlegte ich. „Wie komme ich aus dieser Situation nur wieder raus?“
Zum Glück hatte ich einen Geistesblitz:

„Ach, heute ist doch Ostermarkt bei uns in der Stadt und ich wollte gerade auf den Jahrmarkt gehen.“
„Na prima!“, freute sich T. „Ich hole dich in einer Viertelstunde ab!“
Uff! so war das jetzt aber nicht gemeint gewesen, doch mit meinem zweiten Geistesblitz rettete ich die Lage:
„Hol doch bitte vorher meine Freundin B. ab und bring sie mit!“, schlug ich geistesgegenwärtig vor. Somit war ich auf alle Fälle nicht mit ihm allein unterwegs. T. sprang sofort auf meinen Vorschlag an und wir beendeten das Gespräch, um uns 20 Minuten später vor meiner Haustür zu treffen.
Wir machten uns dann also zu dritt auf den Weg zum großen Parkplatz in der Stadtmitte, der als Festplatz diente. Fröhlich plapperten wir über Dies und Das und ganz nebenbei erzählte T. : „Peter kommt auch noch!“
„Peter?“, fragte ich verblüfft. „Den habe ich bestimmt schon 3 oder 4 Monate nicht mehr gesehen!“
Man muss dazu sagen, dass es damals bei uns die Möglichkeit gab, unter bestimmten Bedingungen das Abitur ein halbes Jahr vorzuziehen. Und genau das hatte Peter getan. Er hatte also das Abitur bereits in der Tasche und machte ein Praktikum, das er für sein Studium brauchte, während wir gerade in den Prüfungen steckten.
Wir waren noch nicht am Festplatz angekommen, da brauste ein orangeroter VW Käfer auf uns zu, parkte am Straßenrand und zwei junge Burschen stiegen aus.
„Astrid!“, rief der eine.
„Peter!“, rief ich und schon lagen wir uns in den Armen.
Seltsam, was ein bisschen zeitlicher Abstand so alles bewirken kann. Er hatte noch seinen Cousin mitgebracht, der zu Besuch war und wir vier verlebten einen schönen gemeinsamen Nachmittag. Und dann wurde auf einmal alles kompliziert.
Es gab nämlich noch einen jungen Mann, der sich für mich interessierte. J. war kein Schulkamerad, ich hatte ihn über eine Freundin kennengelernt. Inzwischen hatte sich die Zahl meiner Verehrer also auf 3 erhöht und ich war mehr als in einer Zwickmühle. Ehrlich gesagt, es machte schon Spaß so umgarnt zu werden und sich für keinen der Herren entscheiden zu müssen. Ich hatte nämlich dafür gesorgt, niemals mit einem alleine zu sein. Wir gingen immer zu viert, nein zu fünft aus, denn ich nahm meine Freundin B. auch noch mit. Wir unternahmen in den folgenden Wochen viel miteinander. Nur manchmal tat mir B. leid, denn sie meinte:
„Wenn du etwas sagst, sind alle ganz Ohr, bei mir hört keiner richtig hin!“
Das war nun auch wieder nicht beabsichtigt und ich spürte, dass das nicht so weiter gehen konnte. Irgendwann würde ich wohl oder übel „Hüh“ oder „Hott“ sagen müssen. Aber jetzt wollte ich das noch nicht! So traten wir immer wieder und überall als Grüppchen auf. Wir gingen zusammen in die Disco, wir trafen uns bei einem von uns zu Hause oder saßen gemütlich bei einem Bier in einer Kneipe. So hätte es weiter gehen können, wenn… Ja wenn, das kleine Wörtchen „wenn“ nicht wäre, …
Eines Samstagabends saßen wir in einer kleinen Kneipe und unterhielten uns. Plötzlich meldete sich einer meiner Verehrer zu Wort und meinte zu mir:
„Du solltest dich langsam mal entscheiden!“
Ich weiß nicht mehr, wer es war und auch nicht wer auf die folgende glorreiche Idee kam. Sie mussten mir jedenfalls meine Verlegenheit angesehen haben und auch, dass mir die Situation äußerst unangenehm war. Ich hatte es ja geahnt, dass irgendwann die Stunde der Wahrheit schlagen würde: Aber warum gerade jetzt?
„Du gehst jetzt bitte mit jedem Einzelnen von uns nach draußen und sprichst jeweils 10 Minuten mit demjenigen. Danach teilst du uns deine Entscheidung mit!“
Jetzt gab es keinen Ausweg mehr für mich. Ich musste da durch! Eigentlich war für mich die Entscheidung schon längst gefallen. Peter und ich hatten uns schon zu tief in die Augen geschaut. Er war nicht mehr der langhaarige etwas verwunderliche Typ, als den ich ihn bei unserem ersten Zusammentreffen drei Jahre zuvor auf dem Schulhof kennengelernt hatte. Mit ihm konnte man zwar immer noch allen möglichen Blödsinn machen, aber auch ernsthafte Gespräche führen. Ich wusste längst, wem ich mein Herz geschenkt hatte und so bedurfte es für mich eigentlich keiner Entscheidung mehr.
Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, was ich in den jeweiligen 10 Minuten mit dem jeweils betreffenden jungen Mann besprochen habe, jedenfalls am Ende dieses scheinbaren Entscheidungsprozesses waren Peter und ich ein Paar. Er war dann auch derjenige, der mich in dieser Nacht mit seinem VW Käfer nach Hause brachte. Zum Abschied küssten wir uns zum ersten Mal und vor lauter Aufregung rutschte Peters Fuß von der Kupplung.
Das ist jetzt fast auf den Tag genau schon 36 Jahre her ( es war der 18. Mai 1979) und nächstes Jahr haben wir unseren 30. Hochzeitstag.

 

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Das Familien-ABC

Tierisch und menschlich

Mensch und Tier sind beides Lebewesen. Doch dies ist nicht alles, was sie vereint. Oftmals sind sie für einander da. Der Mensch versorgt die Tiere, speziell die Haus- und Nutztiere. Er hat also, wie der Name schon sagt, auch einen Nutzen davon. Es gibt Blindenhunde, die blinde Menschen führen und für sie sehen, es gibt die kleinen Schmusekatzen, die dem Mensch Wärme und Geborgenheit vermitteln, Pferde, die ihn tragen, Kühe und Schweine, die ihm Nahrung liefern…

Aber der Mensch erhebt sich nicht nur über die Tiere, sondern spricht ihnen noch schlechte Eigenschaften zu. Nicht selten sind das allerdings Missverständnisse im wahrsten Sinne des Wortes, – wir verstehen das Verhalten der Tiere falsch. Manche benutzen sogar die Tiernamen oder Tiereigenarten, um unsere Mitmenschen zu beschimpfen. So sprechen manche Menschen zum Beispiel von einem Dreckschwein, wenn damit zum Ausdruck gebracht werden soll,  dass jemand äußerst unsauber ist. Dabei suhlen sich Schweine nur im Schlamm, um Parasiten loszuwerden und ihre Haut zu kühlen.

Ich habe verschiedene Betitelierungen unserer Mitmenschen mithilfe von Tierbezeichnungen herausgesucht und überlegt, was dahinter steckt. Wahrheit oder Missverständnis. So sagen wir zum Beispiel: „Du bist ein(e) …

Fauler Hund

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Natürlich macht es sich jeder Hund zwischendurch mal gemütlich und hält ein Nickerchen. Oftmals steckt einfach nur Langeweile oder Unterforderung dahinter. Ist er allerdings vom ausgiebigen Spaziergang müde, dann ist dies ebenfalls keine Faulheit, sondern seine wohlverdiente Ruhepause.

Sturer Esel

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Ein Esel ist ein überaus braver Lastenträger und weder dumm noch stur. Zu seinen Eigenschaften zählt eher die Vorsichtigkeit. So bleiben sie stehen, wenn sie Gefahr wittern und nicht, weil sie zu stur sind.

 

Meckerziege oder dumme Ziege

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Ziegen sind im Grunde genommen eigentlich freundliche und gut gelaunte Tiere. Ihre meckernde Stimme hat nichts mit der Nörgelei oder der Meckerei mancher unfreundlicher Menschen zu tun.

Langsame Schnecke

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Also, langsam ist eine Schnecke schon, aber aus gutem Grund. Sie ist keineswegs aus Faulheit so langsam. Immerhin trägt sie ihr Haus auf dem Rücken und das ist nicht unbedingt leicht. Deshalb kommt z.B. eine Bernsteinschnecke auch nur 2 Zentimeter pro Minute voran.

 

Eitler Pfau

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Der balzende Pfauenhahn schlägt mit seinen fächerförmig ausgebreiteten Schwanzfedern ein Rad, um dem Pfauenweibchen seiner Wahl zu imponieren. Das liegt also sozusagen in der Natur der Sache. Alles natürlich und verständlich.

 

Dummes Huhn oder blindes Huhn, aber stolzer Hahn oder Hahn im Korb

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Ein Huhn ist sicherlich nicht dumm, das steht fest. Es gibt unter Hühnern eine Rangordnung und sie kümmern sich liebevoll um ihre Küken und umsorgen sie. Hühner bilden Freundschaften und können sich gegenseitig wiedererkennen. Auch ihre Neugierde widerspricht der Behauptung, dass sie dumm seien.

In dieser Rangordnung gibt es an oberster Stelle den Hahn und da er naturgemäß viele Hühner um sich schart, entstand das Sprichwort vom stolzen Hahn im Korb, also ein Mann, der viele Frauen in seinem „Gefolge“ hat und sich dessen brüstet.

Auch blind ist ein Huhn nicht, allerdings ist ihr Sehsinn auf ihre Bedürfnisse angepasst. Sie sehen kleine Gegenstände wenn sie nicht weiter als 5 Meter entfernt sind. Mit der Fernsicht ist es jedoch schlechter bestellt, da müssen die Gegenstände schon relativ groß sein, wenn sie von den Hühnern erkannt werden sollen und das dann unter Umständen auch nur sehr ungenau.

 

(Dummes) Rindvieh

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Ob eine Kuh dumm ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass sie in vielen Kulturen als ein göttliches Wesen verehrt wird. Warum bezeichnen wir sie dann abfällig als dumm?

 

Sture  oder falsche Katze

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Eine Katze ist im Grunde genommen ein Einzelgänger und geht daher auch manchmal einfach ihrer Wege, – deshalb ist sie nicht stur. Sie kann auch ein Schmusekätzchen sein, aber wenn es ihr zuviel wird, dann warnt sie uns. Verstehen wir sie nicht, dann kann schon mal ein Tatzenhieb kommen. Aber falsch ist sie bestimmt nicht.

Ich könnte diese Aufzählung sicherlich noch weiter führen, aber ich beende sie an dieser Stelle, denn sicherlich habt Ihr erkannt, was ich sagen will. Der Mensch missbraucht unsere Tiere für Schimpfworte und wird ihnen damit nicht gerecht. Wir können und dürfen unsere Maßstäbe nicht auf die Tierwelt anwenden, denn deren  Verhalten, Wahrnehmung und Sinneswelt unterscheidet sich von unserer.

Bestimmt fallen Euch noch andere Beispiele ein.

Strandimpressionen

Heute möchte ich ein paar ausgewählte Fotos aus unserem Sizilienurlaub zeigen. Ich habe mich ganz bewusst für diese kleine Auswahl entschieden. Erstens verleiten diese Aufnahmen zum Träumen und zweitens habe ich sie in einer Art Bildergeschichte zusammengestellt. Taucht ein in diese kleine Geschichte, die mit nur ganz wenigen Worten auskommt.

Vor  uns liegt ein einsamer Strand. Hier sind nur wir, das Meer, der Strand und ein paar Palmen. Über uns scheint die Sonne von einem traumhaft blauen Himmel.

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Seichte Wellen erreichen den Strand.

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Einsam und verlassen läd dieses Fleckchen Erde zum Verweilen, Genießen und zu einem kleinen Strandspaziergang ein.

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Nur das Rauschen des Meeres dringt an unsere Ohren.

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Das Meer hat seine Spuren an dem kleinen Felsen hinterlassen.

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Es umspült die am Strand liegenden Steine, auf denen sich Algen abgesetzt haben.

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Und unsere Spuren im Sand sind gleich nicht mehr zu sehen.

 

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Baumstämme und Äste liegen am Strand. Wie lange mögen sie dort schon liegen?

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Wird sie das Meer irgendwann davon tragen oder…?

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Da kommt ein einsamer Strandläufer auf uns zu. Wem mag er gehören?

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Vielleicht gehört er Robinson Crusoe, der an diesem einsamen Strand sein Lager aus Treibgut aufgebaut hat?

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Ich hoffe, Ihr konntet ein bisschen mit mir träumen und diesen einsamen Strand genießen.

Der Rhododendronpark

Am vergangenen Donnerstag war Himmelfahrt, ein gesetzlicher Feiertag, der eigentlich korrekt „Christi Himmelfahrt“ heißt. Vielerorts wird dieser Tag auch als sogenannter Männertag (oder: Vatertag) begangen, verknüpft mit Fahrradtouren und Wanderungen. Auch wir wollten einen kleinen Ausflug unternehmen und überlegten, was wir gemeinsam mit meiner Mutter, die uns für ein paar Wochen besuchte, unternehmen könnten.

Bei einem Gang durch unseren Garten sah ich, dass so langsam die Azaleen und Rhododendren zu blühen beginnen.

1200px unseree AzaleenEinige sind schon in voller Blüte, während die anderen ganz langsam die Knospen öffnen.

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1200px unsere Rhododendrenbluete 1

Das brachte mich auf eine Idee:

In der Gemeinde Gablenz im  Landkreis Görlitz gibt es einen Ort mit dem Namen „Kromlau“. Dieser Ort ist bekannt durch seinen Azaleen- und Rhododendronpark, der sich auf einem Gelände von über 200 Hektar erstreckt und welches 1948 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Innerhalb Deutschlands ist dieser Landschaftspark die größte Rhododendren-Freilandanlage.  Ich hatte schon viel davon gehört, aber wir waren noch nie dort gewesen. Also machten wir uns auf den Weg.

1200px Eingangsschild

Schon am Parkplatz konnten wir riesige Rhododendronsträucher sehen.

1200px-Parkplatz Ortseingang

Und auch am Ortseingang begrüßte uns die bunte Blütenpracht.

1200px Ortseingang

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Links und rechts der Straße, auf den Wiesen und in den Wäldern und so weit das Auge reichte, sahen wir Rhododendren und Azaleen.

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1200px-Wiese Ortseingang2

1200px-Ortseingang2

Unser Weg führte uns in den Wald, wo man auf unterschiedlichen Wegen in den verschiedenen Richtungen immer wieder Blüten über Blüten bestaunen konnte. Diese Rhododendronart gedeiht hier im Wald besonders gut, weil sie den Schirm der tiefwurzelnden hohen Bäume braucht und sich so im Waldhumus gut entwickeln kann. Die vielen noch geschlossenen Knospen ließen uns erahnen, welche Blütenpracht den Besucher in ein oder zwei Wochen erwarten würde.

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1200px-im Wald

Weiter ging es dann zur sogenannten Rakotzbrücke, die auch Teufelsbrücke genannt wird.  Sie verbindet das eine Ufer des Rakotzsees mit dem gegenüberliegenden Ufer, darf aber nicht mehr betreten werden.  An ihr wurde ca. 10 Jahre gebaut und man datiert ihre Erstellung um das Jahr 1860. Sie besteht aus Basaltsteinen.

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Auf beiden Seiten ist das Ufer selbstverständlich wieder über und über mit Rhododendronbüschen bewachsen.

1200px-Ufer:Bruecke

Eine Blüte ist schöner als die andere.

1200px Bluete

Aber auch die Farbenvielfalt verzaubert.

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An Pfingsten findet wie jedes Jahr das Blütenfest statt, an welchem immer mehrere Zehntausend Besucher diesen Landschaftspark besuchen und bestaunen. Auch wir haben uns vorgenommen noch einmal hinzufahren und dann einen ganzen Tag die Wege entlang zu marschieren und die Blütenpracht zu bestaunen und mit der Kamera festzuhalten.