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Weihnachtliche Streitereien

„Sind wir nicht hübsch anzusehen?!“, sagt die Erste.

„Jetzt reicht es mir aber!“, ruft die Größte unter ihnen aus. „Wie kann man sich nur so wichtig nehmen.“

„Du bist ganz schön ungerecht“, mischt sich nun die Zweite ein. „Wir bilden uns gar nichts ein und nehmen uns nicht wichtiger als du es tust.“

„Na aber sicher doch,“ verteidigt sich wiederum die Größte. „Immer müsst Ihr euch vordrängeln und wollt zuerst dran sein.“

„Was soll das denn? Ohne uns wärst du gar nicht hier!“, klingt die Dritte jetzt ein bisschen beleidigt.

„Das glaubt aber nur ihr! Ihr seid doch nur ganz kleine Lichtlein, die sich viel zuviel einbilden.“

„Und was bist du?“, fragt die Winzigste unter ihnen. 

„Ich bin nunmal die Größte von Euch, wie man ja wohl eindeutig sehen kann und damit auch die Schönste!“

„Du bist nur größer als wir, weil wir schon vor dir an der Reihe waren“, verteidigen sich alle anderen im Chor. „Die Sache mit der Größe ist nur eine Frage der Zeit.“

„Pah! Bildet euch nur nichts darauf ein. Die Letzten werden die Ersten sein. Das ist wohl allgemein bekannt.“

„Ach Quatsch! Überleg doch, was Du sagst“, ruft die Erste aus. „Du bist und bleibst die Letzte von uns.“

„Du kleiner Zwerg! Willst Du mit mir streiten? Du bist nur neidisch, weil du bald nicht mehr bewundert wirst. Mich aber werden alle in meiner vollen Schönheit noch lange bewundern können“, setzt sich die Letzte in Szene.

„Dafür brauchst Du aber uns“, empören sich Nummer eins, zwei und drei.

„Ja genau, ohne uns hast Du keine Bedeutung“, bekräftigt nun auch die Zweite.

„Das stimmt nicht!“

„Oh doch, nur wenn wir hier alle zusammenstehen, dann haben wir eine Bedeutung“, erschallt es lautstark von der Dritten.

„Mmmh!? Wie meint ihr das nun schon wieder?“

„Das ist doch klar. Denk doch einfach daran, dass wir gemeinsam auf jemand warten“, belehrt die Kleinste von allen.

„Wie jetzt, das müsst ihr schon genauer erklären.“

„Also pass auf: Wir sind doch zu viert hier“, übernimmt die Erste das Wort erneut.

„Lass mich nachzählen: Eins, zwei, drei, vier. Stimmt!“, bestätigt Nummer vier.

„Ja und vier Wochen hat die Adventszeit.“

„Stimmt. Aber was hat das mit uns zu tun?“, will die Größte nun wissen.

„Wir alle warten doch auf Weihnachten…“

„Mmmh!?“

„Am ersten Adventssonntag darf ich alleine leuchten. Eine ganze Woche lang!“, strahlt Nummer eins.

„Am zweiten Adventssonntag komme ich mit meiner Flamme dazu“, gibt sich Nummer zwei zu erkennen.

„Und am dritten darf auch ich leuchten“, stimmt Nummer drei mit ein.

„Ja und am 4. Adventssonntag leuchte ich mit Euch allen gemeinsam“, erkennt nun Nummer vier.

„Siehst du, jetzt hast du es verstanden: Die Zunahme unseres Lichtes zeigt die steigende Erwartung der Geburt Jesus Christus an“, erklärt die Erste und Kleinste unter ihnen. „Und deshalb gehören wir alle zusammen und jede von uns ist so wichtig wie die andere.“

„Jetzt kapiere ich es: An Weihnachten brennen wir alle Vier und zeigen an, dass Jesus Christus, den man auch das Licht der Welt nennt, geboren ist“, fällt es der vierten Kerze wieder ein.

„Ist das nicht schön!“, strahlen alle vier Kerzen am Adventskranz.

„Ja und Ihr habt Recht es ist kein Grund zum Streiten. Es ist ein Grund zur Freude und zum Strahlen. Lasst uns heller denn je erstrahlen und das Licht, die Freude und den Frieden in die Herzen der Menschen bringen.“

 

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Von wegen Weihnachtsstress

Es ist Weihnachten. Genauer gesagt, es ist Heiligabend und Gabriela hat eine Menge Arbeit vor sich. Sie will schnell noch ihre neue Wohnung weihnachtlich schmücken. Der Christbaum steht schon in seinem Glanz in einer Ecke des Wohnzimmers. Auch das Essen will noch vorbereitet werden. Traditionell gibt es heute schon den Gänsebraten. Es ist also Einiges zu tun und die junge Frau hat einen festen Zeitplan erstellt, damit sie auch pünktlich mit dem Eintreffen der Gäste fertig ist.

Erst Anfang des Monats ist sie eingezogen und heute wollen ihre Eltern und ihre beste Freundin Anna kommen, um mit ihr gemeinsam das Fest der Liebe zu feiern. Gabriela freut sich riesig, wirbelt fleißig und singend durch die Wohnung. 
„Alles muss perfekt sein“, denkt sie. „Papa, Mama und Anna werden staunen!“
Inzwischen ist die gesamte Wohnung blitzeblank und Gabriela vergisst nicht immer wieder einen Blick auf die Uhr und einen zweiten auf ihren Zeitplan zu werfen. 
„Es läuft wie am Schnürchen. Jetzt kann ich mich der Gans widmen und sie in den Backofen schieben.“
Gedacht, getan. Das Rotkraut hat sie schon am Abend zuvor zubereitet und die Klöße braucht sie nur noch ins kochende Wasser zu werfen, wenn es an der Haustür klingelt. Selbst der Nachtisch steht verzehrfertig im Kühlschrank. 
„Also, was soll jetzt noch schiefgehen?!“, sagt sich Gabriela und ist stolz auf sich selbst, denn Weihnachtshektik ist heute kein Thema. 
„Mama ist immer nur gestresst an Heiligabend, weil sie befürchtet nicht alles perfekt und rechtzeitig fertig zu haben. Aber es geht auch ohne Stress, das wäre doch gelacht“, freut sich Gabriela über ihr eigenes Organisationstalent.
Während die Gans im Ofen vor sich hin bräunt, macht sie sich chic für diesen ganz besonderen Abend, der sozusagen ihr Debüt ist.
„Jetzt habe ich Zeit für die Tischdekoration, dann gönne ich mir ein Gläschen Rotwein und danach können sie alle kommen.“
Nachdem sie zum wiederholten Male nach der Gans geschaut und auch das Wohnzimmerfenster zum kurzen Durchlüften geöffnet hat, will sie sich mit dem Glas Rotwein auf dem Sessel niederlassen. Da sie ihren Blick dabei allerdings begutachtend im Wohnzimmer umherschweifen lässt, entgeht ihr die Katze, die bereits genau dort auf dem Sessel döst und sich nun in ihrer Ruhe gestört fühlt. Laut miauend springt diese auf, so dass Gabriela tüchtig erschrickt. Sie kann gerade noch ihr Glas ausbalancieren, so dass nichts passiert.
„Minka!“, ruft sie empört. „Wie kannst du mich so erschrecken!“
Doch das Kätzchen ist ebenfalls verärgert und auf der Suche nach einem neuen Schlafplätzchen springt sie auf einen der Stühle, die um den gedeckten Wohnzimmertisch stehen.
„Minka, schnell weg da! Gschhhh!“, ruft Gabriela aus und fuchtelt mit der  Hand in der Gegend herum. In der Hektik stößt sie dabei ein Sektglas an, das mit vier weiteren Gläsern auf einem Tablett am Tischrand steht. Dann geht alles ganz schnell. Das Glas gerät ins Wanken, kippt und stößt an das nächste, das wiederum beim Umfallen die beiden restlichen Gläser ebenfalls umwirft. Gabriela ist machtlos. Sie kann nur hilflos dabei zusehen, wie die Gläser am Fußboden in tausend kleine Scherben zerspringen.
Die junge Frau schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und Minka hat sich vor Schreck hinter dem Sofa verkrochen.
„Ich fasse es nicht!“ Gabriela wird nun doch nervös. 
„Bis vor ein paar Minuten ist alles noch wie am Schnürchen gelaufen und jetzt das!“, ruft sie entsetzt aus. „In einer dreiviertel Stunde wollen sie alle da sein!“
Schnell kehrt Gabriela den Scherbenhaufen zusammen und zur Sicherheit saugt sie auch die kleinsten Splitter noch mit dem Staubsauger auf, den sie dann achtlos fallen lässt und mit der Schaufel zur Wohnungstür eilt. Sie lässt diese offen und flitzt nach unten zur Haustür. Im selben Moment, als sie diese öffnet, hört sie einen lauten Knall aus einem der Stockwerke. Wie versteinert steht sie da.
„Was war das denn?“, fragt sie sich erschrocken. „Das wird doch nicht….!?“
Unverrichteter Dinge rennt sie wieder nach oben und steht Sekunden später vor ihrer eigenen geschlossenen Wohnungstür. Der Windstoß beim Öffnen der Haustür hat sie zugeschlagen.
Hilflos steht sie mit umgebundener Schürze und der mit Glassplittern beladenen Schaufel da. 
„Die Gans! Meine Gäste!“, durchfährt es die junge Frau.
Sie eilt eine Etage tiefer und klingelt beim Hausmeisterehepaar Kunze. Obwohl aus der Wohnung Weihnachtslieder trällern, öffnet niemand.
„Typisch, wenn man mal schnell Hilfe braucht.  Was mach ich nur? Den Schlüsseldienst kann ich auch nicht anrufen, weil mein Handy in der Wohnung liegt.“ 
Gabriela ist der Verzweiflung und den Tränen nahe. Außer den Kunzes ist heute niemand im Haus. Die Müllers sind zu ihren Kindern gereist und die Wohnung über Gabriela steht noch leer. Gerade will sie mit den Fäusten gegen die Wohnungstür des Hausmeisters trommeln, als sie bekannte Stimmen im Treppenaufgang hört.
„Auch das noch!“, denkt sie.
„Hallo Gabriela! Wir dachten wir kommen lieber ein paar Minuten früher als zu spät!“, ruft ihr Vater freudestrahlend aus. 
Doch die Mutter erkennt sofort, dass etwas nicht stimmt. „Was ist passiert? Du siehst so aufgewühlt aus! Ist das der Weihnachtsstress?“
Gabriela lässt sich kraftlos auf die unterste Treppenstufe sinken. Sie ist am Ende ihrer Kräfte und inzwischen kullern die Tränen. Anna setzt sich daneben und nimmt mitfühlend ihre beste Freundin in den Arm.
„Die Haustür…. meine Wohnungstür… einfach zugefallen…, die Gans im Ofen!“, stammelt diese.
„Na, dann ist es ja gut, dass wir frühzeitig da sind!“, meint die Mutter. 
„Ich habe immer meinen Schlüsselbund dabei“, sie streicht ihrer Tochter beruhigend über die Wange. 
Alle schauen die Mutter nun kopfschüttelnd an.  
„Schön für dich“, meint Gabriela frustriert.
Die Mutter holt ihren Schlüsselbund aus der Handtasche und klimpert damit lautstark. Als dann auch der Vater sich mit dem blöden Spruch „Keine Panik auf der Titanic!“ einmischt, ist Gabrielas Verzweiflung noch mehr anfeuert und immer dickere Tränen rollen. Sie fragt sich allen Ernstes, ob ihre Eltern die Lage verkennen oder schon langsam senil werden.
Die Mutter klimpert jedoch unbeirrt lautstark mit ihrem Schlüsselbund weiter.
„Du wirst es nicht glauben, aber daran ist auch dein Ersatzschlüssel befestigt!“, trällert sie lustig vor sich hin. 
Gabriela kann es kaum fassen. Ihre Eltern sind die Besten. Und kein bisschen senil.
„Das Fest ist gerettet, trotz Weihnachtsstress!!!“, ruft sie aus. Sie stürmt voller Elan die Treppe zu ihrer Wohnung hoch, gefolgt von ihren Gästen, die sich auf einen schönen gemeinsamen Abend freuen.

 

 

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Die Weihnachtsmannmütze

Julians Eltern sind heute Abend eingeladen und deshalb sind die Großeltern Oma Marlene und Opa Waldemar bei ihm. Normalerweise erzählt ihm in diesen Fällen Oma immer eine Gute-Nacht-Geschichte. Aber jetzt in der Vorweihnachtszeit ist sie gerade beim Plätzchenbacken, weil Mama bisher noch keine Zeit dazu gefunden hat. Das ist auch der Grund, warum Opa Waldemar Julian heute ins Bett bringt.

„Kannst du mir bitte eine Weihnachtsgeschichte erzählen?!“, bittet der kleine Junge seinen Großvater.
„Ohje, da muss ich erst einmal in den Schubladen meines Dachstübchens nachsehen, ob ich etwas Passendes finde“, gibt dieser seinem Enkel zur Antwort.
„Wo?“, erkundigt sich Julian verwundert. „In welchem Dachstübchen? Wir haben doch gar keins.“
„Ach, das ist nur so ein Spruch. Ich meine auch nur, dass ich erst ein bisschen überlegen muss. Hier oben…“, er tippt sich gegen die Stirn.
Für ein paar Sekunden schließt er die Augen und Julian beobachtet seinen Opa ganz gespannt und erwartungsvoll. Schlagartig öffnet dieser die Augen und der Zeigefinger seiner rechten Hand schnellt in die Höhe.
„Hab ich dir eigentlich schon von Jan und Ben erzählt?!“
„Nein, wer sind die Beiden?“
„Das sind zwei Engelchen, die in der Himmelswerkstatt mithelfen, damit alle Geschenke für die Erdenkinder rechtzeitig fertig sind“, beginnt der Großvater und Julian lauscht.
„Wie jedes Jahr um diese Zeit ist dort viel los. Es wird gebastelt, gebacken, gesungen, gedichtet und verpackt. Ben und Jan haben erst im letzten Moment die Erlaubnis bekommen bei den Weihnachtsvorbereitungen zu helfen.“
„Warum?“, kommt die Zwischenfrage von Julian.
„Die Beiden sind richtig kleine Bengelchen, denn im letzten Jahr haben sie viel Unfug im Kopf gehabt und für Durcheinander gesorgt. Allerdings haben sie versprochen diese Weihnachten artig zu sein. So sind sie heute auch fleißig und stellen die Schleifen für die Geschenke her. Anfangs hat es ihnen ja auch Spaß gemacht, aber einen ganzen Tag lang artig zu sein, kann ganz schön anstrengend sein.“
„Das kenne ich! Dann ist man abends tüchtig müde“, gesteht der Enkel seinem Großvater.
„Oder man hat dann erst recht Unfug im Kopf, so wie Ben und Jan. Als sie nämlich in dem großen Schlafsaal mit den anderen Engelchen liegen, können sie einfach nicht einschlafen und flüstern sich gegenseitig etwas zu:

‚Ben, hast du eigentlich den Weihnachtsmann schon mal ohne Mütze gesehen?‘, fragt Jan.
‚Nö, warum?‘
‚Naja, ich würde gerne mal wissen, wie er ohne diese rote Mütze aussieht.‘
‚Darüber hab‘ ich noch nie nachgedacht’ gesteht ihm Ben. ‚Ich kann ihn mir gar nicht anders als mit der roten Mütze vorstellen.‘
‚Eben deshalb!’, flüstert Jan zurück. ‚Ich will es genau wissen. Komm lass uns nachsehen.‘

„Oh, wie wollen die Zwei das denn machen?“, fragt Julian seinen Opa.
„Sie schleichen sich zum Schlafzimmer des Weihnachtsmannes und öffnen ganz vorsichtig die Tür. Dort liegt dieser im Bett und schnarcht selig vor sich hin. Allerdings hat er die rote Mütze immer noch auf dem Kopf.“
Julian reißt vor Spannung die Augen ganz weit auf, als Opa Waldemar leise weitererzählt:
„Auf leisen Sohlen gehen Jan und Ben zum Kopfteil des Bettes. Doch sie können kein Härchen entdecken, das unter der Weihnachtsmannmütze hervorschaut. Deshalb zieht Jan vorsichtig daran.
Der Weihnachtsmann unterbricht sein Schnarchen und räuspert sich. Erschrocken hält das Bengelchen inne, doch der Weihnachtsmann wacht nicht auf, so dass es nun Ben ebenfalls versucht ihm die Mütze vom Kopf zu ziehen.
‚Rrrrr!‘, macht der Weihnachtsmann im Schlaf und verfällt gleich wieder in sein Schnarchen. ‚Lass uns wieder verschwinden‘, flüstert nun Ben, denn er hat Angst bekommen. ‚Wenn er aufwacht und uns entdeckt dann dürfen wir nicht mehr in der Himmelswerkstatt helfen.‘
‚Noch einen Versuch!‘, flüstert Jan und zieht erneut, allerdings fester an der Mütze. Im selben Moment wacht der Weihnachtsmann auf.“

Julian wagt kaum zu atmen. Sein Herz pocht vor Aufregung ganz wild.
„Jetzt hat er sie auf frischer Tat erwischt!“, ruft er und schlägt sich die Hand vor Schreck auf den Mund.
„So schnell wie Jan und Ben aus dem Zimmer gesaust sind, so schnell kann sich der Weihnachtsmann gar nicht den Schlaf aus den Augen wischen“, erklärt der Großvater.
„Außerdem ist er ja auch schon ein alter Mann“, mischt sich nun Oma Marlene ein, die seit einer Weile im Türrahmen steht. „Bestimmt sieht er sowieso nicht mehr so gut.“
„Da haben Jan und Ben aber Glück gehabt“, freut sich Julian. „Aber schade ist es schon, dass ich jetzt immer noch nicht weiß, wie der Weihnachtsmann ohne Mütze aussieht“, bedauert der Junge. „Bestimmt hat er ganz viele weiße Haare darunter.“
„Ich glaube eigentlich nicht, dass er eine Glatze hat, oder was meint Ihr?“, stellt der Großvater die Frage in den Raum.
„Tja es gibt ja auch noch die dritte Möglichkeit, dass er so ein kleines Haarkränzchen wie Opa Waldemar hat. Aber das wird nun wohl weiterhin das Geheimnis des Weihnachtsmannes bleiben“, lächelt Oma Marlene. 

Doch all diese Überlegungen hört Julian schon gar nicht mehr, denn er ist fest eingeschlafen und träumt vermutlich vom Weihnachtsmann mit oder ohne Mütze.

 

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Warten auf den Nikolaus

In Kathrins Kinderzimmer gibt es viele Stofftiere, die sie alle sehr liebt. Am meisten jedoch den Krokodilshund Paul und den Teddy Ben. Diese beiden hat ihr Oma Marie geschenkt. 

Heute geht Kathrin aufgeregt ins Bett, denn es ist Nikolausabend. Zuvor hat sie noch ihre Stiefel vor die  Kinderzimmertür gestellt. Sie hofft, dass der Nikolaus vorbeikommt und ihr die Stiefel mit Geschenken und Süßigkeiten füllt. Bestimmt kann sie die ganze Nacht nicht schlafen. Eigentlich will sie das auch gar nicht.
Gerne würde sie nämlich den alten Mann mit dem weißen Bart und dem roten Mantel beobachten, wenn er kommt. Aber nur heimlich, denn ein bisschen fürchtet sie sich auch. Aber alle haben ihr erzählt, dass er ein ganz lieber Mann ist.
„Ich muss einfach wach bleiben und wenn ich seine stampfenden Schritte höre, schleiche ich mich zur Tür und schaue durch das Schlüsselloch.“
Ganz so einfach ist das mit dem Wachbleiben allerdings nicht. Erstens ist die Nacht ziemlich lang und Kathrin weiß nicht, wann er bei ihr vorbeischaut. Immerhin gibt es noch viele andere Kinder, die der gute Mann beschenken will.
Mutti hat schon das Licht im Kinderzimmer ausgemacht, aber neben dem Bett steckt ein kleines Nachtlicht in der Steckdose. So kann Kathrin ihre Kuscheltiere sehen und fühlt sich nicht allein. Leise zieht sie Paul und den kleinen Teddy Ben zu sich heran. 
„So“, flüstert sie den beiden leise zu, „jetzt warten wir bis der Nikolaus kommt.“
Das ist nicht leicht, denn einerseits darf die Mutter nicht merken, dass Kathrin nicht schläft und andererseits könnte sie ja auch müde werden. Im Moment hat sie allerdings das Gefühl, dass sie noch hellwach ist. Sie hat die Augen weit geöffnet. Aber ein bisschen langweilig ist das schon, wenn man still sein muss und sich auch sonst nichts regt.
„Vielleicht singe ich ein Lied. Ganz, ganz leise natürlich. Nein, das hört Mutti bestimmt trotzdem.“
Kathrins Blick wandert zum Fenster. Durch die Schlitze des Rollladens dringt ein wenig Licht herein. Aber das ist auch unheimlich, denn dadurch entstehen Schatten an der Wand. Manchmal bewegen sich diese Schatten sogar. 
„Denk daran, was Mutti erklärt hat“, spricht sich das Mädchen selbst Mut zu. „Das kommt durch den Wind, der die beiden Tannenbäume vor dem Fenster tüchtig schüttelt und dadurch verdecken sie manchmal das Licht der Straßenlaterne und manchmal eben nicht. Und weil das ganz schnell geht, sieht es aus, als würden sich die Schatten an der Wand bewegen.“
Kathrin zieht ihre beiden Stofftiere fester an sich und schließt für einen Moment die Augen. 
„Augen auf!“, ermahnt sie sich selbst. „Sonst schläfst du am Ende noch ein!“
Dann fällt ihr etwas Wichtiges ein:
Jeden Abend schließt Mutti die Haustür zu. Das hat sie doch bestimmt heute auch gemacht.
„Aber dann kann doch der Nikolaus nichts in meine Stiefel legen. Ob sie schnell noch mal nach Mutti ruft?“
Das wagt das Mädchen aber nicht. Sie kriecht ein Stückchen tiefer unter die Bettdecke. Inzwischen ist es wieder so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, wie Oma immer sagt. 
Kathrin muss gähnen und auch ihre Augen wollen einfach nicht aufbleiben. Immer wieder fallen sie zu und das Mädchen muss sie schnell öffnen. 
„Ach, denkt sie, „einen kleinen Moment kann ich sie geschlossen halten. Ich denke einfach fest an den Nikolaus und stelle mir vor, wie er mit einem Schlitten durch den Winterwald stapft. Dann schlafe ich ganz sicher nicht ein.“
Fast im selben Moment als Kathrin den Nikolaus in seinem roten Mantel sieht, vernimmt sie ein Kratzen an der Zimmertür, die sich ein wenig öffnet und danach ist ein Trippeln zu hören.
Vorsichtig blinzelt sie mit einem Auge in die Dunkelheit ihres Zimmers hinein und sieht zwei leuchtende Punkte direkt vor ihrem Bett.
Gerade als sie nach ihrer Mutter rufen will, kann sie deren leise Stimme vernehmen:
„Mauz, komm raus und lass Kathrin noch ein wenig schlafen. Sie träumt bestimmt vom Nikolaus!“
„Nein, Mama ich bin wach!“
„Guten Morgen, mein Schatz, willst du nachsehen, ob der Nikolaus deine Stiefel gefüllt hat?“
Jetzt erst merkt Kathrin, dass sie geträumt hat und beim Warten auf den Nikolaus tief und fest eingeschlafen ist.
Und er hat es wieder einmal geschafft von ihr unbemerkt heimlich die Stiefel mit Geschenken und Süßigkeiten zu füllen. Außerdem sitzen ihre Stofftiere auf dem Sessel in ihrem Zimmer. Der Krokodilshund Paul und der Teddy Ben sind als Nikolaus verkleidet. Die Katze Mauz liegt mit einer Nikolausmütze zwischen den beiden Kuscheltieren. Auch ihr hat der Nikolaus etwas gebracht, nämlich eine kleine Stoffmaus.
„Aber nächstes Jahr schlafe ich nicht ein und beobachte den Nikolaus, wenn er heimlich zu mir kommt. Ganz bestimmt!“, nimmt sich das Mädchen vor. Ob das wohl klappt?

Warten

Ich liege gerade so gemütlich auf meinem Sessel und habe tief und fest geschlummert. Noch habe ich die Augen nicht geöffnet, denn es fällt mir schwer die Müdigkeit zu vertreiben. Im Halbschlaf nehme ich wahr, dass Frauchen etwas erzählt. Leider kann ich nicht genau verstehen, um was es geht. Allerdings dringen einzelne Worte an meine Ohren.

Frauchens Stimme ertönt: „Ja, ja, mit großen Schritten kommt jetzt…“
Blitzschnell sind meine Augen auf und ich blicke verstört um mich. 
„Irgendetwas stimmt hier nicht, das spüre ich instinktiv. Wer kommt?“
Frauchen spricht in ihr Handy, die Worte verstehe ich momentan nicht, denn meine Gedanken versuchen herauszufinden, was hier los ist. Ich bin unruhig. Miauend stehe ich vor ihr und flehe sie mit großen Augen an. Dann renne ich schnell zur Haustür und wieder zu ihr zurück. Wieder miaue ich in den höchsten Tönen. Sie schaut mich an, nickt und geht zur Haustür, die sie öffnet.
„Na endlich, sie hat mich verstanden. Jetzt mal ganz schnell nach draußen“, denke ich und renne auch schon los.
Aufgeregt sause ich um das Haus herum. Ich kann niemand entdecken. Also ist derjenige noch nicht da. Oder: Sollte ich vielleicht was falsch verstanden haben? Nein, bestimmt nicht. Ich habe es ganz deutlich gehört. Irgendwer kommt jetzt mit großen Schritten auf uns zu. Ich setze mich einfach mal vorne auf den Bürgersteig und warte. 
„Bestimmt kommt Besuch!“, denke ich. „Kinder! Genau Kinder kommen. Oh, das ist schön! Ich freue mich, denn dann spielen sie mit mir und ganz sicher gibt es auch Leckerlies!“
Erwartungsvoll sitze ich hier und warte. Ich schaue erst in die eine Richtung und dann in die andere. Keine Ahnung, woher sie kommen, aber das ist auch vollkommen egal, Hauptsache sie kommen.
Ich warte und warte. Nichts passiert und niemand kommt.
„Mit großen Schritten, hat Frauchen gesagt. Also müssten sie doch endlich hier um die Ecke biegen. Aber ich kann weit und breit keine Menschenseele entdecken. Wie lange soll ich denn noch warten? Diese ewige Warterei wird langweilig. Ich will endlich auf Streifzug gehen. Ob ich doch losziehe und meinen Posten hier aufgebe? Wenigstens ein paar Häuser weiter kann ich mich wagen, oder?! Dort zu den Nachbarn, die immer Leckerlies für mich haben?!
„Ich gehe jetzt einfach mal hin. Mir knurrt nämlich schon der Magen. Vielleicht erfahre ich dort mehr von denen, die zu Besuch kommen wollen. Allerdings glaube ich langsam, dass sie mit ganz winzig kleinen Schrittchen unterwegs sind, denn sonst wären sie ja schon längst da. Wenn die überhaupt kommen“, überlege ich und laufe los.
„Hallo Lottchen!“, freuen sich die Nachbarn. „Willst du ein bisschen Milch?“
„Und ob! Wie könnte ich da ‚nein‘ sagen?“
Schon bekomme ich das Schälchen vor mein Mäulchen geschoben und werde gestreichelt. 
„Oh, hast du ein weiches Winterfell. Ja, das wärmt bestimmt richtig gut. Na, da bist du hervorragend gerüstet für den Winter und die Weihnachtszeit, die beide jetzt mit großen Schritten auf uns zukommen.“
„Wer kommt? Der Winter? Die Weihnachtszeit?“, empöre ich mich. „Ich dachte es kommt jemand zu Besuch.“
Ich bin tatsächlich enttäuscht, denn wegen des blöden Winters habe ich so lange vor dem Haus in der Kälte gewartet.
„So was Dummes!“, ärgere ich mich nun tüchtig, doch dann beschließe ich: „Jetzt wird erst einmal die leckere Milch geschleckert. Dann marschiere ich zurück in die warme Stube und der Winter kann mit seinen großen Schritten gehen wohin er will. Ich werde jedenfalls nicht auf ihn warten, der hat nämlich keine Leckerlies für mich im Gepäck. Und die Weihnachtszeit? Ob sie vielleicht Leckerlies für mich hat? Warten kann ich auch drinnen.“

 

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Mein drittes Weihnachtsfest

 

Die Brücke

Heute ist Isabell zum Adventsbesuch bei ihren Eltern. Sie hat leckeren Kuchen und selbstgebackene Weihnachtsplätzchen mitgebracht. Die Mutter hat bereits den Tisch gedeckt und der Vater brüht gerade den Kaffee nach altgewohnter Manier auf. Zu besonderen Anlässen lässt er die Kaffeemaschine stehen und holt Omas Sonntagsservice heraus. Das macht er schon solange Isabell denken kann und das wird er wohl auch nie mehr ändern.

Seitdem sie vor nunmehr fast fünfzehn Jahren aus dem Elternhaus ausgezogen ist, gehören alle ihre regelmäßigen Besuche ebenfalls zu den besonderen Anlässen. Auch wenn diese im wöchentlichen Abstand erfolgen.
„Es tut mir leid, dass ich mich heute verspätet habe“, sagt Isabell, „aber es sind seit heute Brückenbauarbeiten auf meiner Fahrstrecke hierher im Gange. Also gab es eine Umleitung, die für mich allerdings einen Umweg bedeutet hat.“
„Ach ja“, nickt der Vater. „Ich habe davon in der Zeitung gelesen.“
„Stimmt“, erinnert sich auch die Mutter. „Eigentlich wollte ich dich bei unserem Telefongespräch gestern darauf aufmerksam machen, aber irgendwie haben wir uns so verplappert, dass ich es dann vergessen habe.“
„Die Sanierung dieser Brücke wird eine ganze Weile dauern“, fügt ihr Gatte hinzu. „Aber diese Verbindung ist sehr wichtig, denn sie überwindet ein natürliches Hindernis, nämlich den Fluss.“
„Ja, Brücken verbinden….“, flüstert Isabells Mutter fast andächtig und springt unvermittelt auf.
Weder Vater noch Tochter können dieses Verhalten deuten. Sie schauen ihr stirnrunzelnd nach, nehmen aber gleich wieder ihr Gespräch auf und kommen vom Hundertsten ins Tausendste. Selbst nach einer gefühlten Ewigkeit kommt die Mutter nicht mehr zurück ins Wohnzimmer.
„Ich gehe mal nach ihr schauen. Ich habe das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Vielleicht ist ihr schlecht geworden“, mutmaßt Isabell. 
Auch der Vater ist inzwischen beunruhigt und geht mit seiner Tochter auf die Suche. Weder in der Küche, noch im Bad oder im Schlafzimmer gibt es eine Spur von der Mutter. Als sie die Tür zu ihrem Nähzimmer öffnen, finden sie dieses ebenfalls leer vor.
„Möglicherweise ist ihr tatsächlich schlecht und sie ist an die frische Luft gegangen“, überlegt der ältere Herr. Angst spiegelt sich auf seinem Gesicht wider, die sich noch mehr verstärkt als sie auch im Garten nicht fündig werden.
„Marie!“, ruft er mit zittriger Stimme. „Wo bist du denn nur?“
„Hier oben, Toni!“, schallt es plötzlich zurück.
„Wo?“
„Na hier, auf dem Dachboden!“, ruft die Mutter aus der kleinen Dachluke. „Ich hab’s! Ich hab es gefunden!“
„Was hast du gefunden?“, fragen Vater und Tochter wie aus einem Munde, als sie die Tür zum Dachraum öffnen und die Mutter kniend vor einer Truhe vorfinden.
„Das hier! Ich wusste, dass ich es nicht weggeworfen habe.“
„Deshalb durchforstest du den halben Dachboden?“, schüttelt ihr Ehemann den Kopf.
Auch Isabell versteht die Welt nicht mehr. „Das ist ein alter Postkartenblock, der schon ganz vergilbt ist. Den kannst du entsorgen!“
„Wer benutzt heutzutage noch solche Postkarten?! Marie, du hebst doch sonst nicht derartigen Müll auf.“
„Das ist kein Müll, Toni!“, empört sich seine Frau. „Kannst du dich noch an Ute erinnern?“
„Welche Ute?“, will nun auch die Tochter wissen. „Ich habe noch nie etwas von einer Ute gehört.“
„Das war ja auch noch vor deiner Geburt.“
„Ach, meinst du Ute und Franz?“, ereilt den Vater ein Geistesblitz. „Die Zwei haben sich doch scheiden lassen und Ute ist dann wieder in ihre alte Heimat gezogen.“
„Genau“, bestätigt Marie. „Und beim Abschied hat sie mir diesen symbolträchtigen Postkartenblock geschenkt.“
Isabell und ihr Vater betrachten den besagten Gegenstand mit wachsender Neugier.
„Symbolträchtig?! Oh ja! Das kann man wohl sagen“, gibt Isabell zu.
„Brücken!“, schlägt sich Toni gegen die Stirn. „Die Verbindung zwischen euch sollte nicht abbrechen!“
„Und?!“
„Naja, es waren einmal zehn Karten. Drei fehlen. Diese habe ich geschrieben, dann ist die Verbindung doch irgendwie abgebrochen. Das ist sehr schade, aber nachdem jahrelang Funkstille zwischen uns geherrscht hatte, habe ich mich nie wieder getraut. Vielleicht erinnert sie sich gar nicht mehr an mich oder sie will von mir nichts mehr wissen.“
„Möglicherweise traut sie sich aber auch nicht den ersten Schritt zu machen“, erwägt Toni.
„Du solltest ihr eine Brücke bauen!“, schlägt Isabell ihrer Mutter vor. „Die Adventszeit ist doch ein schöner Anlass.“
„Ja, ihr habt Recht! Das ist eine gute Idee, die ich auch gleich in die Tat umsetzen sollte.“
Am Abend fährt Isabell wieder nach Hause, doch zuvor wirft sie einen dicken Brief in den Briefkasten der Hauptpost. Hierin befinden sich zwei Brückenmotiv-Postkarten. Eine der beiden Karten ist schon frankiert und mit der Anschrift von Marie versehen. Isabell hofft, dass ihre Mutter von der ehemaligen Freundin eine Antwort erhält. Vielleicht kann sie diese Ute dann auch einmal kennenlernen. Wer weiß?!

 

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Allseits bekannt

Hallo Leute! Ich kenne Euch alle, den einen mehr und den anderen weniger. Auch Ihr kennt mich, denn Ihr habt alle schon Kontakt mit mir gehabt. Wenn ich ehrlich bin, dann kennt Ihr mich im Grunde genommen schon aus Kindheitstagen. 

Trotzdem will ich Euch meinen Namen noch nicht verraten, aber ich werde Euch von mir erzählen, damit Ihr mich sozusagen enttarnen könnt:

Ich kann alle haben. Das klingt eingebildet? Nein, das entspricht einfach nur den Tatsachen. Ich bin sehr direkt, nicht nur in der Beschreibung meines Ichs. Am Ende meiner Ausführungen werdet Ihr das selbst feststellen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich überwiegend männliche Fans habe, wobei die Frauenquote auch nicht schlecht ist. Ich arbeite allerdings daran sie noch weiter zu erhöhen. Mal gelingt mir das und manchmal auch nicht. Über kurz oder lang kann mir jedoch niemand widerstehen. Das erhöht somit meine Trefferquote. 

Viele haben ein echtes Problem mit mir. Sie sind richtiggehend sauer auf mich. Andere schämen sich für mich. Ich bin ihnen unangenehm, weil ich ins Auge falle und Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Sie erklären mich dann zu ihrem Feind und wollen, dass ich verschwinde. Daran arbeiten sie mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Aber ihr Erfolg ist meist nur von kurzer Dauer. Ich bin nämlich nicht nur hartnäckig, sondern auch treffsicher. Deshalb tauche ich irgendwann und irgendwo wieder in ihrem Leben auf. 

Mein bester Freund heißt Hans. Er ist ein stattlicher, attraktiver Mann mittleren Alters, den ich schon sein ganzes Leben lang begleite. Zwischen uns herrscht eine Art magische Anziehungskraft. Er ist niemals böse mit mir. Meist nimmt er mich gelassen hin, häufig verführe ich ihn sogar zum Lachen. Auf jeden Fall kann ich für Gesprächsstoff sorgen.

Er hat mich auch schon mal völlig ignoriert. Aber dann weiß ich genau, was ich unternehmen muss, um mich bemerkbar zu machen. Ich hole mir einfach noch ein paar kleine Helferlein, die sich um mich herum versammeln. Dann fallen wir ihm schon auf. Notfalls macht ihn auch eine andere Person auf uns aufmerksam.

So, langsam muss ich zum Schluss kommen und die Beschreibung meines Wesens beenden. Doch ein paar Hinweise will ich Euch trotzdem noch geben.

Tipp Nr.1:

Obwohl ich die meiste Zeit des Tages am Werk bin, gibt es drei sogenannte Stoßzeiten, die eine Begegnung mit mir begünstigen, nämlich morgens, mittags und abends.

Tipp Nr. 2:

Das blütenweiße Hemd von Hans wirkt auf mich wie eine Einladung. Ich kann einfach nicht widerstehen. Und schwupp bin ich zur Stelle.

Tipp Nr. 3:

Neulich im Restaurant war es wieder soweit und ich konnte mich nicht zurückhalten. Da reichte ihm doch tatsächlich eine Kollegin lächelnd einen Stift und meinte:

„Den habe ich neuerdings immer in meiner Handtasche. Der hilft schnell mal gegen so ein kleines Mallheur.“

„Ich habe noch eine Schere  in meinem Aktenkoffer“, schlug ein anderer Kollege vor. „Damit ist er ganz sicher weg!“

„Na warte!“, dachte ich und schon hatte er das gleiche Problem auf seiner Krawatte sitzen. „Haha! Wer zuletzt lacht, lacht am besten! So schnell lasse ich mich nicht ausrotten!“

So, ich bin mir ziemlich sicher, inzwischen wisst Ihr alle, wer oder was ich bin. Wer immer noch nicht des Rätsels Lösung kennt, dem verrate ich meinen Namen. 

Ich bin:

 

DER FLECK

 

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Filines Liebe auf den ersten Blick

Es ist ein warmer Herbsttag und so zieht es Filine nach draußen. Eigentlich wollte sie sich mit ihrer Freundin Joesy treffen und gemeinsam etwas unternehmen. Leider wurde deren Dienstplan aufgrund der Erkrankung einer Kollegin geändert. 

„Es ist viel zu schön, um diesen Tag einfach nur dahinplätschern zu lassen. Wer weiß, wieviele solcher Sonnentage uns dieser Herbst noch bescheren wird.“, überlegt sie sich und befiehlt sich selbst: „Also zieh’ alleine los und mach einen ausgiebigen Spaziergang!“
Sie setzt sich in ihr Auto und fährt ein paar Kilometer zu einem großen Landschaftspark. Hier herrscht absolute Ruhe, die Filine nach einer recht stressigen Woche richtig guttut. Sie hat ihre Kamera dabei und fotografiert die herbstlich bunte Landschaft.
„Und jetzt noch einen Kaffee, danach geht es wieder zurück“, nimmt sie sich vor. 
In der angrenzenden kleinen Ortschaft will sie sich ein schmuckes kleines Cafe suchen, als ihr Blick in ein Schaufenster fällt. Und da steht es. Ihr Herz beginnt schneller zu schlagen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. 
„Das ist es! Das habe ich schon immer unbewusst gesucht!“, jubelt sie innerlich.
Filine kann sich nicht von dem Anblick trennen. Nein, jetzt kann sie eindeutig nicht einfach so weitergehen. Sie wird wie magisch angezogen und tritt durch die Ladentür, in einen niedrigen Raum. In der hinteren Ecke sitzt ein älterer Mann, der jetzt aufblickt und Filine herzlich begrüßt.
„Einen wunderschönen Tag, wünsche ich Ihnen“, sagt er mit warmer Stimme.  „Schauen Sie sich nur in aller Ruhe um und sagen Sie mir Bescheid, wenn ich Ihnen helfen kann!“
„Ich würde gerne etwas aus der Auslage näher betrachten. Dürfte ich vielleicht…?“ Die junge Frau deutet auf das auserwählte Stück. 
 „Oh, Sie haben eine gute Wahl getroffen“, meint der nette Herr und holt das hölzerne Schaukelpferd aus dem Schaufenster. „Ich habe es selbst in jungen Jahren von einer meiner Auslandsreisen mitgebracht. Ein alter Inder, den ich auf dieser Reise kennengelernt und mit dem ich mich angefreundet hatte, hat es geschnitzt und mir zum Abschied überreicht. Er lebt leider schon lange nicht mehr. Eigentlich wollte ich es gar nicht verkaufen.“
„Oh!“ Filine ist sichtlich enttäuscht, denn aus der Nähe betrachtet, fasziniert sie dieses Schaukelpferd noch mehr. „Das ist schade, aber ich kann verstehen, dass sie es nicht verkaufen möchten.“
„Ach“, meint der Ladenbesitzer „inzwischen bin ich selbst schon ein alter Mann und es wird Zeit sich von einigen Dingen zu trennen.  Mein Sohn hat kein Interesse mein Geschäft weiterzuführen, er hilft mir jetzt bei der Auflösung des Ladens und danach gehe ich in den Ruhestand. Deshalb habe ich beschlossen es in gute Hände abzugeben. An jemand, der es tatsächlich zu schätzen weiß. Bei Ihnen habe ich sofort gespürt, dass Sie die Richtige sind.“
Filines Herz schlägt inzwischen nicht nur wild, sondern hüpft regelrecht vor Freude.
Aufgeregt verlässt sie mit dem Schaukelpferd das Geschäft und fährt nach Hause. Sie kann ihr Glück gar nicht fassen.
„Ist es nicht ein Prachtexemplar?!“, fragt sie am Abend ihre Freundin Joesy, die nach der Arbeit noch auf ein Gläschen Wein vorbeischaut. „Es hat mein Herz im Sturm erobert!“
„Ja, es ist wunderschön“, bestätigt die Freundin. Insgeheim fügt sie in Gedanken noch hinzu: „Ich würde Dir allerdings wünschen, dass du dich bald wieder richtig verlieben würdest, – nicht nur in ein Schaukelpferd.“
Gerade als Filine die Weingläser befüllt, klingelt es an der Wohnungsstür. 
„Erwartest du jetzt noch Besuch?“, erkundigt sich Joesy.
„Eigentlich nicht. Ich habe keine Ahnung, wer das sein könnte.“
Vorsichtig schaut sie zunächst erst einmal durch den Türspion. Joesy steht neugierig neben ihr.
„Und? Wer ist es?“
„Der Mann, der mir das Schaukelpferd verkauft hat“, flüstert Filine leicht verwirrt. „Woher weiß er, wo ich wohne und was will er hier?“
„Mach auf, sonst wirst du das wohl nie erfahren!“, schlägt die Freundin vor.
„Das ist die bezaubernde junge Dame!“, sagt der Ladenbesitzer zu dem jungen Mann neben ihm, nachdem Filine die Tür geöffnet hat. 
„Entschuldigen Sie bitte“, ergreift dieser das Wort. „Aber Sie haben heute ihre Geldbörse im Geschäft meines Vaters liegen gelassen. Zum Glück steckt ihr Ausweis darin, denn nur so konnten wir Sie ausfindig machen.“
„Oh!“, sagt Filine. Mehr kann sie nicht sagen, da ihr Herz bis zum Hals schlägt und ihr fast den Atem raubt. 
Joesy, die bemerkt, dass es ihrer Freundin die Sprache verschlagen hat und Filine und der junge Mann ihre Blick nicht voneinander trennen können, bittet die beiden Herren erst einmal herein.
„Mein Vater hat recht“, sagt der junge Mann beim Abschied zu Filine. „Sie sind eine bezaubernde Frau und Sie würden mir eine große Freude bereiten, wenn ich Sie am Sonntag zu einem kleinen Spaziergang abholen und anschließend in ein Cafe einladen dürfte.“
„Da hast du wohl sprichwörtlich auf das richtige Pferd gesetzt“, sagt Joesy lächelnd zu ihrer Freundin, als die Tür hinter den beiden Männern ins Schloss fällt.

 

 

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Auf Spaziergängen entdeckt

Auf Spaziergängen mache ich gerne Aufnahmen von Bäumen. Manchmal fotografiere ich allerdings nur Details, weil sie mir besonders auffallen.

So fühle ich mich teilweise beobachtet, denn Blicke verfolgen mich.

 

 

Mitten im Wald steht da so ein grüner Kerl rum. Man muss einfach zu ihm gehen und ihm ein „Hallo!“ zurufen.

Unheimlich finde ich allerdings diese Fratze. Könnt Ihr das offene Maul erkennen? Nichts wie weg!

Und könnte das nicht ein „Urtier“ sein? Naja, ein wenig Fantasie ist natürlich auch dabei im Spiel 😉 .

Bei diesem Baumstamm musste ich unweigerlich an den Limonadenbaum von Pippi Langstrumpf denken. Doch leider konnte ich keine Limonade mehr entdecken. Da ist mir wohl jemand zuvorgekommen.

Jetzt habe ich Durst bekommen, deshalb nehme ich mir einfach eine Flasche mit prickelnder Limonade aus dem Kühlschrank 😉  und dazu hole ich mir das Pippi – Langstrumpf- Buch aus dem Regal.

Tschüss bis zum nächsten Mal!

 

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Die Erleuchtung

Frustriert sitze ich vor meinem Lap. Ich will eigentlich eine Geschichte schreiben. Heute Nacht, ich war kurz vor dem Einschlafen, da war sie klar und deutlich. Ich hatte sie sogar schon richtig ausformuliert, – Wort für Wort. Allerdings fand dies nur in meinem Kopf statt und anscheinend schlief ich darüber ein. 

„Was ist denn mit dir los?“, fragt mein Mann, der mich mit hängendem Kopf vor dem leeren Bildschirm sitzen sieht.

„Es ist weg. Einfach nicht mehr da.“

„Oh je, ist dein Laptop abgestürzt?“, erkundigt er sich mitfühlend.

„Nö“, antworte ich. „Der funktioniert ganz prima. Aber mein Hirn lässt mich gerade im Stich.“

Misstrauisch beäugt er mich. „Hast du Kopfschmerzen?“

„Die könnte ich bekommen, wenn mir nicht sofort die Geschichte wieder einfällt, die ich mir vor dem Einschlafen überlegt habe. Sie ist einfach weg, so als wäre sie nie da gewesen.“

„Ach, da fällt dir schon wieder was ein. Wenn es nicht die Geschichte ist, dann ist es eben eine andere. Du machst das schon.“ Nach einer Weile fügt er hinzu:

„Ich muss jetzt mal in die Garage und dort ein bisschen aufräumen“, sagt er und ist auch schon verschwunden. Ich sitze wieder allein vor meinem Laptop. So langsam kommen in meinem Kopf Bruchstücke der Erinnerung hoch.

„War da nicht was mit einer Lampe?“, frage ich mich insgeheim und tippe auf meiner Tastatur herum:
‚Neulich in einem Cafe. Sie hatten Pendelleuchten über den Tisch gehängt…Das wäre an sich ja auch kein Problem gewesen, aber bedingt durch die Abstandsregeln in der Coronazeit hatten sie einzelne Tische entfernt und die anderen ein wenig verrückt. Es kam, was kommen musste…’

„Nein“, sage ich laut zu mir. „So geht das nicht und so hatte ich es mir heute Nacht vor dem Einschlafen auch nicht gedacht. Da war doch noch irgendeine Pointe!? Verflixt! Das wird heute nichts mehr.“

Total enttäuscht klappe ich meinen Laptop zu und will die ganze Sache einfach vertagen, da wird die Tür aufgerissen und mein Mann kommt herein. Er hält sich die Hand an den Kopf und stöhnt leise auf.

„Hast du mal eine Kopfschmerztablette für mich?“, fragt er sichtlich genervt. „Es ist jetzt schon zum gefühlten 50sten Mal passiert…“

Ich runzele die Stirn, denn mir erschließt sich nicht ganz worum es geht, öffne aber unseren kleinen Notfallsmedizinschrank, der hinter der Küchentür hängt.
Trotz Kopfschmerzen ist meine bessere Hälfte sehr redselig. Während ich ihm ein Glas Wasser und die gewünschte Schmerztablette reiche, klagt er mir sein ganzes Leid:

„Mir brummt total der Schädel. Kannst du dich noch an die kleinen Pendelleuchten neulich im Kaffee erinnern? Obwohl sie eigentlich nicht zu übersehen waren, habe ich mir bestimmt mindestens 4mal den Kopf gestoßen…“

Ich muss schmunzeln, sage aber nichts.

„… die waren aber noch harmlos im Gegensatz zu den Petromaxlampen in der Garage… das tut echt weh.“

Jetzt kann ich mir es nicht verkneifen zu erwähnen: 

„Die hast du aber selber aufgehängt und solltest daher auch wissen, wo sie hängen.“

„Normal schon…, aber wenn man so in seine Arbeit vertieft ist… Bestimmt habe ich schon tausend Beulen am Kopf… Schau doch mal nach!“

Ich kann meinen Mann allerdings beruhigen. 

„Keine einzige Beule…, du hast eben einen Dickschädel,…vielleicht solltest du die Petromaxlampen dahingehend mal untersuchen!“ grinse ich.

„Sag mal?“, will er nun wissen. „Ist dieses Grinsen in deinem Gesicht etwa Schadenfreude?“

„Nein, nein!“, beteuere ich ganz schnell und klappe meinen Laptop wieder auf. „So etwas käme mir doch nicht in den Sinn. Ich dachte nur: So hatten wir jetzt gerade beide unsere ganz eigene Erleuchtung.“

 

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Mein schönstes Herbstkleid

Mißmutig schlendert Martin den Weg entlang. Er hat es überhaupt nicht eilig, denn nach dem Wochenende muss er seinen Aufsatz abgeben und er hat noch kein einziges Wort geschrieben.

„Und es wird auch kein Wort dazukommen!“, schimpft er und kickt einen Stein in die nächste Ecke. 
„Immer diese blöden Aufsätze mit den noch blöderen Themen. ‚Mein schönstes Ferienerlebnis‘, ‚Mein lustigstes Erlebnis‘ ,Frühling, Sommer, Herbst und Winter’, und so weiter, und so weiter…. Als wenn es nichts anderes auf der Welt gäbe.“
Dieses Mal ist der Herbst dran. Sie sollen eine ganz persönliche Herbstgeschichte schreiben. Vom Drachensteigen will schon Hugo, sein Banknachbar, erzählen. Das wäre was gewesen, weil er nämlich ganz allein einen tollen Drachen gebaut hat, den er beim nächsten Herbstwind steigen lassen will. Aber das hat Hugo schon letztes Jahr gemacht und davon will er nun berichten. Also ist für Martin diese Idee schon mal hinfällig. Yvonne hat im Herbst Geburtstag und erzählt wahrscheinlich von ihrer letzten Geburtstagsfeier. Alex stellte bei einer Kindergartenaufführung mal einen Baum im Herbststurm dar und wird darüber schreiben. Aber Martin hat keinen blassen Schimmer wovon er berichten soll. Der Herbst ist für ihn einfach nur eine Jahreszeit ohne große Bedeutung.
„Geh nach draußen in den Park und beobachte das Treiben um dich herum und die schöne Natur, dann wird dir schon was einfallen“, hatte ihm sein größerer Bruder geraten. 
„Bah! Toller Rat. Als ich im Park ankam, zogen dunkle Wolken auf und es fing an zu schütten. Das einzige Ergebnis war, dass ich pitschnass nach Hause kam und ich mir einen Schnupfen angelacht hatte.“
Gut, darüber könnte man notfalls schreiben, aber irgendwie empfand Martin die Sache ziemlich langweilig. 
„Das reißt doch niemand vom Hocker“, meint er zu seiner Oma, der er beim Mittagessen sein Herz ausschüttet.
„Da hast du allerdings recht!“, pflichtet sie ihm bei. 
„Worüber würdest du denn schreiben?“, fragt Martin in der Hoffnung auf einen tollen Vorschlag.
„Ach“, lächelt Oma und bekommt plötzlich einen ganz verträumten Blick. „Ich würde von meinem schönstes Herbstkleid erzählen.“
„Oma!“, ruft Martin entsetzt aus. „Ich ziehe doch keine Kleider an, ich bin ein Junge, falls du es noch nicht bemerkt haben solltest!“
„Ja, ja, aber komm trotzdem mal mit!“, fordert sie ihren Enkel auf, der durch das geheimnisvolle Verhalten seiner Oma neugierig geworden ist.
Oma steigt gefolgt von Martin die Stufen zum Keller hinab und geht geradewegs auf einen alten Schrank zu. Sie öffnet die rechte Schranktür und Martin sieht Wintermäntel, Stiefel und zwei Kleiderhüllen, die dort auf den Bügeln hängen. Bei einer von den Kleiderhüllen zieht Oma nun den Reißverschluss auf und holt etwas heraus.
Martin sieht ein zartes, schwarzes Kleid aus weich fließendem Stoff mit weit fallendem Rock und aufgedruckt leuchtend orange-und rötlichen Herbstblättern. Fast ehrfurchtsvoll streicht seine Oma den Stoff glatt und Martin spürt, dass dies tatsächlich etwas ganz Besonderes sein muss. 
„Das ist ein hübsches Kleid“, meint er und lächelt seiner Oma zu. 
„Ja und es gehört zu meiner ganz persönlichen Geschichte und damit auch zu deiner Geschichte“, erklärt sie Martin. „Aber lass uns wieder nach oben gehen.“
Martins Großmutter hängt das Kleid zurück in den Schrank und beide gehen nach oben ins Wohnzimmer.
Martin setzt sich voller Erwartung auf das Sofa, denn er hofft, dass Oma ihm diese ganz persönliche Geschichte erzählt.
„Weißt du, mein Junge, auch deine Großmutter war einmal jung. Vor vielen Jahren trug ich dieses Kleid. Es war auf einem Fest. Tanz in den Herbst, so hatten sie es genannt. Deine Uroma hatte mir extra dafür dieses Kleid geschneidert. Ich war gerade einmal 18 Jahre jung.  Gleich beim ersten Tanz wurde ich von einem feschen jungen Mann aufgefordert, der mir sofort sympathisch war. Wir tanzten den gesamten Abend zusammen und beim Abschied verabredeten wir uns für das darauffolgende Wochenende. Dreimal darfst du raten, wer mein Tanzpartner war!“
„Ich glaube“, meint Martin, „ich brauche nicht zu raten. Das kann nur Großvater gewesen sein!“
„Ja, mein Junge! Und es war Liebe auf den ersten Blick und zwar nicht nur bei ihm, sondern auch bei mir hat es sofort gefunkt. Dieses Kleid wird mich immer daran erinnern“, sagt die Großmutter und kommt Martin plötzlich wie ein verliebtes junges Mädchen vor.
„Oma, hast du ein Foto, das dich in diesem Kleid zeigt?“
„Ja, irgendwo muss ich noch eines haben. Lass uns mal in diesem Fotoalbum nachsehen.“
Am späten Nachmittag marschiert Martin mit dem Foto in der Hand nach Hause. Jetzt hat er keine schlechte Laune mehr. Im Gegenteil. Seinen Aufsatz wird er gleich nachher mit Freude im Herzen schreiben. Nun hat er eine ganz persönliche Herbstgeschichte, denn ohne diese wäre er nicht da.

 

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Kleiner Spaziergang

Neulich waren wir wieder einmal für einen kurzen Abstecher in Potsdam. Dreimal dürft Ihr raten, wohin uns unser Weg geführt hat. 😉

Genau: In den Park …Sanssouci.

Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn die Sonne lachte vom nicht ganz wolkenlosen Himmel.

Das Beitragsfoto wurde rechts von diesem wunderschönen Pavillon aufgenommen.

An diesem Tag schlenderten wir nur durch einen Teil des Parks und nutzten die Gelegenheit für ein kleines Fotoshooting.

Als wir den Park verließen, besichtigten wir noch diese alte Mühle und anschließend

ließen wir uns hier nieder,

um Kaffee und Kuchen zu genießen. Ein bisschen fühlten wir uns wie in einem südlich Land

unter einem strahlend blauen Himmel.

Es war ein schöner Ausflug, aber leider mussten wir uns nun auf die Heimfahrt begeben. Aber wir werden wieder hierher kommen.

 

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Jimmy, das Äffchen

Ich habe dich gesehen,

schon war es um mich geschehen.

Du hast berührt mein Herz,

und das ist wahrlich kein Scherz.

 

Als ich dich hab entdeckt,

hast du Erinnerungen in mir geweckt.

Meine Gedanken gingen zurück,

meine Augen leuchteten vor Glück.

 

Es war vor einer Ewigkeit,

einst ein Buch in meiner Kindheit.

Jimmy, so hieß der Held,

ein kleines Äffchen entdeckt die Welt.

 

Es war entflohen, einfach so,

aus seinem großen Gehege im Zoo.

Es wusste nicht wohin, 

hatte aber ziemlich viel Unfug im Sinn.

 

Es erschreckte die Marktfrauen,

als es geschickt wollte Bananen klauen.

Jimmy floh geschwind

und freute sich schelmisch wie ein Kind.

 

Kletterte ganz hoch hinauf,

saß auf des Hauses Dach oben drauf.

Blickte frech hinab,

biss genüsslich von seiner Banane ab.

 

Die Feuerwehr rückte aus,

fuhr zur Rettung die große Leiter aus.

Alle waren froh,

als das Äffchen war zurück im Zoo.

 

Lächeln muss ich nun,

das hat mit den Erinnerungen zu tun.

Waren lange weg,

kamen plötzlich zurück, ganz keck.

 

Einfach nur schön (4)

Wie versprochen, möchte ich Euch heute Fotos der letzten Station unserer kleinen Cabriofahrt zeigen. Wir haben noch einmal in Rostock Halt gemacht, wo ein Bummel durch die Fußgängerzone selbstverständlich nicht fehlen darf. Da meine Lesebrille kurz vor dem endgültigen Aus stand, der eine Bügel hing sozusagen nur noch am seidenen Faden, kaufte ich mir dort noch schnell ein neues Nasenfahrrad.

Danach ging es dann nach Warnemünde

und an den Strand.

Wie man erkennen kann, wurden die Abstandsregeln gut eingehalten.

Wir haben diesen Tag sehr genossen und mein Mann wagte sich mit den Füßen ins ziemlich kalte Wasser.

Der Himmel zeigte uns sein schönstes Himmelblau.

Wir löffelten unser Eis zwar nicht unter,

aber in unmittelbarer Nähe einer Palme.

Möwen gehören hier ebenso dazu,

 

wie Schiffe und Piraten. Auf dem Weg zu unserem Auto holten wir uns noch jeder ein leckeres Fischbrötchen und dann

warfen wir noch einen kurzen Blick von der Brücke auf das Treiben. Die Abendsonne tauchte alles in ein ganz besonderes Licht,

bevor sie dann unterging und wir uns Kilometer für Kilometer wieder unserem Zuhause näherten.

 

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