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Nichts wie weg! (3)

Ja, ich hatte eine entscheidende Tatsache in meine Überlegungen nicht einbezogen, nämlich meine ziemlich kurzen Beine. Sie waren in zweierlei Hinsicht von Nachteil. 
„Deine kurzen Beine lassen dich nur kleine Schritte machen“, wirst du jetzt denken, lieber Weihnachtsmann Willi.
Stimmt, ich musste auf meiner Flucht ziemlich viele Schritte machen und kam trotzdem nur langsam vorwärts. Aber das Schlimmste war, dass der Fußball viel zu groß für mich war und ich ihn nicht mit Schwung in die Gläserabteilung schießen konnte. Auch verfehlte mein Schuss die Richtung. Er traf nicht die Gläser weit von mir entfernt, sondern eine Vase rechts direkt neben mir.
„Ohje, ohje!“, dachte ich mir.
Da begann diese auch schon zu wackeln und fiel mit lautem Getöse auf eine andere, die wiederum umfiel und gleich ein ganzes Sortiment an kleinen Porzellanväschen umwarf. 
Durch die enorme Geräuschentwicklung wurden der Wachmann und sein Hund aufgescheucht. In Sekundenschnelle waren sie zur Stelle. Da ich hier kein einziges Wurststückchen versteckt hatte, schlug mein ausgeklügelter Plan damit fehl. Stattdessen waren sie mir auf den Fersen, da sie mich für einen flüchtenden Dieb hielten.
„Fass, Hasso! Fass!“, rief der Wachmann seinem Hund ständig zu und ich fürchtete nicht nur um mein schönes Teddybärenfell, sondern auch um mein Leben.
„Was soll ich nur tun?“, schoss es mir durch den Kopf. „Ich muss weg hier, bevor die Polizei eintrifft.“
Die war allerdings schneller zur Stelle, als ich mir vorgestellt hatte. Aber, wie heißt es so schön?! Die Polizei, dein Freund und Helfer! Naja, so wirkliche Freunde waren es nicht, aber irgendwie haben sie mir doch letztendlich zur Flucht verholfen. Sie umzingelten mich und trieben mich in die Enge. Ich schlug wie ein Hase einen Haken nach dem anderen und landete in der Kofferabteilung. Im letzen Moment sah ich einen großen offenen Rucksack, in den ich hineinschlüpfte und mich ganz klein machte.
„Das war Glück im Unglück“, dachte ich völlig außer Atem.
Sie fanden mich nicht. Selbst Hasso konnte meine Fährte nicht mehr aufnehmen. Niemand entdeckte mich. Und so schlummerte ich vor lauter Erschöpfung ein. Ich erwachte wie mir schien erst Tage später wieder und befand mich mitsamt anderer Utensilien, die man auf mich geworfen hatte ohne mich in den Tiefen des Rucksackes zu entdecken, in einem Flugzeug hoch über den Wolken. 
„Ich bin auf dem Weg, lieber Weihnachtsmann Willi. Glaube mir, ich komme zu Dir! Ich weiß zwar noch nicht wie und wann, aber wir werden uns bald treffen, dessen bin ich mir jetzt ganz sicher!“
Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich weder, wo das richtige Weihnachtsland ist, noch wer mir alles helfen würde dorthin zu gelangen…

Fortsetzung folgt…

 

 

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2 Kommentare

  1. Liebe Astrid,
    der erste Teil der „Flucht“ scheint ja geglückt. Das freut mich sehr und ich warte schon ungeduldig auf die Fortsetzung!
    Lieben Freitagsgruß
    moni

    • Astrid Berg sagt

      Sie ist da, liebe Moni.
      Hab ein schönes Wochenende und sei herzlich gegrüßt.
      Astrid

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