Weihnachten & Ostern
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Gelungene Überraschung

Heute möchte ich Euch wieder eine Geschichte erzählen, wie sie nur das Leben schreiben kann. Es ist eine wunderschöne Begebenheit aus dem Leben meiner lieben Freundin Conny. Als sich dies ereignete, kannten wir uns noch nicht, aber es sollte nicht mehr lange dauern, bis uns der Zufall zusammenführen würde. Und darüber bin ich sehr froh, denn wir haben bisher mit ihr und ihrem Mann viele schöne gemeinsame und oftmals sehr lustige Stunden verlebt. Nur noch soviel vorneweg: Ihren Mann kannten wir schon von verschiedenen Saunabesuchen, doch verlor sich dieser eher lockere Kontakt, nachdem wir zu einer anderen Saunalandschaft überwechselten…

Conny sitzt mit ihrer erwachsenen Tochter in der Wohnung bei einem gemütlichen Adventsnachmittagskaffee. Ihre Blicke schweifen umher und in ihren Augen ist die Vorfreude deutlich zu erkennen:
„Ich freue mich schon riesig auf meine neuen Möbel“, sagt sie zu ihrer Tochter.
„Das dauert nun schon ziemlich lange, findest du nicht auch? Wann ist denn das Lieferdatum?“, fragt diese zurück.
„Tja, eigentlich müsste es bald soweit sein, doch der nette Verkäufer meinte, dass es wohl noch ein Weilchen dauern könnte“, erklärt Conny. „Ich gehe jedoch jede Woche ins Möbelhaus. Dann setze ich mich vor die Möbel, die dort ausgestellt sind und die ich bestellt habe. Ich schaue sie mir an und freue mich, dass ich solche schönen Möbelstücke bald hier in meiner Wohnung stehen habe. Es wäre toll, wenn sie noch vor Weihnachten geliefert werden würden, habe ich erst gestern zu dem netten und freundlichen Verkäufer gesagt.“
„Du Mama?! So langsam werde ich aber stutzig!“, lächelt die Tochter.
„Wieso? Was meinst du?“, fragt Conny ein bisschen scheinheilig, denn sie vermutet schon worauf diese Äußerung abzielen könnte.
„Du erzählst mir ständig von so einem netten Herrn aus dem Möbelgeschäft. Jetzt rück schon endlich mit der Sprache heraus! Gibt es da etwas, was ich noch nicht mitbekommen habe? Siehst du dir da wirklich nur die Möbel an?“
Connys Tochter ist nun richtig neugierig geworden und sie ist gespannt, was die Mutter ihr berichten wird.
„Naja“, druckst Conny etwas verlegen herum. „Er sieht schon ziemlich gut aus und ist immer sehr nett und zuvorkommend.“
„Ja und…? Weiter!“
„Ich hab mal bei seiner Kollegin ein bisschen nachgefragt.“
„Was hast du nachgefragt? Konntest du ihm die Frage nicht selbst stellen?“
„Nee! So was macht man doch nicht! Ich hab ja nur mal vorsichtig, so um ein paar Ecken herum angefragt, ob er schon vergeben ist. Ist doch gar nicht so abwegig, so wie er aussieht…“ , kommt Conny ins Schwärmen.
„Und ist er?“
„Ja und nein!“
„Was soll das denn nun schon wieder heißen? Jetzt rede nicht ständig um den heißen Brei herum und lass dir vor allen Dingen nicht so die Würmer aus der Nase herausziehen!“, fordert die Tochter zum Weitererzählen auf.
„Also:“, Conny holt tief Luft, um endlich mit der vollen Wahrheit herauszurücken: „Er ist ziemlich unglücklich in seiner Beziehung und möchte sich trennen. Im Grunde genommen ist er das schon – fast.“
„Aha!“
„Was heißt hier „Aha“?“
„Nachtigall, ich hör dich trapsen!“, erwidert die Tochter.
„Nichts trapst hier! Da ist nichts!“
„Was nicht ist, kann ja noch werden“, erklärt die Tochter. „Du hast ein bisschen Glück verdient, Mama, nach den schweren Zeiten durch die Trennung. Ich will dich wieder froh und glücklich sehen.“
„Das ist lieb, mein Kind. Ich möchte auch wieder unbeschwert lachen können. Und das kann ich mit ihm.“
„Wie jetzt? Hab ich da noch was verpasst?“, will die Tochter wissen.
„Wir haben uns mal nur so auf neutralem Boden getroffen“, berichtet Conny und wird immer euphorischer. „Stell dir vor, er geht in das selbe Fitnessstudio wie ich! Das haben wir rein zufällig festgestellt und da haben wir uns einfach mal dort verabredet.“
„Ach Mama, ist das schön!“ Trefft ihr euch wieder?“
Conny zuckt geheimnisvoll lächelnd mit den Schultern. Ihre Tochter steht auf, nimmt ihre Mutter liebevoll in den Arm und schlägt dann vor:
„Weißt du was?! Ich geh jetzt in die Wanne und ziehe dann meinen Pyjama an. Wir machen uns jetzt einen richtigen gemütlichen Abend. So mit Kerzenschein und so…“
Gesagt, getan. Eine Dreiviertelstunde später lümmeln sich die beiden Frauen in ihren Pyjamas auf die Couch.
„Hihi! Wir sehen aus wie zwei Weihnachtsmänner!“ kichert Conny. „Ich wusste gar nicht, dass du auch einen roten Pyjama hast.“
„Den habe ich mir auch gerade erst letzte Woche gekauft. Immerhin ist heute Nikolaus und da passt er doch ziemlich gut, oder?!“
Gerade will Conny ein Fotoalbum mit Kinderfotos ihrer zwei Mädels aus dem Regal holen, da klingelt es an der Haustür.
Die beiden Frauen schauen sich verwundert an, denn eigentlich erwarten sie keinen Besuch.
„Nanu?!“, fragt Conny überrascht. „Wer ist das denn?“
„Das wirst du wohl nie herausfinden, wenn du nicht aufmachst“, entgegnet die Tochter.
Conny geht zur Gegensprechanlage und fragt nach: „Ja bitte?! Wer ist da?“
„Der Weihnachtsmann!“, tönt es aus dem Hörer.
Conny dreht sich zu ihrer Tochter um, die sie fragend ansieht. Dann schlägt sie sich die beiden Hände vor den Mund und reißt die Augen weit auf.
„Ich… ich glaube…, das ist er!“
„Wer? Der Weihnachtsmann?“, fragt die Tochter zurück.
„Ja! Nein!“ Und als die Tochter sie immer noch mit fragendem Blick ansieht, fügt sie vollkommen verwirrt hinzu: „Na er, du weißt schon! Ich glaube, es ist seine Stimme!“
Die Tochter hat es nun verstanden und fordert die Mutter auf: „Na, dann lass ihn doch endlich herein, oder soll er draußen vor der Tür festfrieren?!“
„Aber, aber… Wir sind doch schon im Pyjama!“
„Die sind doch immerhin rot und aus Satin, ist doch chic und passt auch irgendwie zum Weihnachtsmann!“
Eine Minute später steht der Weihnachtsmann mit einem ziemlich leer wirkenden Sack vor der Wohnungstür und zwei kichernde Frauen stehen in ihren roten Weihnachtsschlafanzügen vor ihm.
„Ich war gerade auf Tour und habe das Kind eines Freundes beschert“, sagt der Weihnachtsmann. „Da dachte ich mir, ich schau mal hier vorbei und bringe was mit.“
Der Weihnachtsmann greift in seinen Sack, holt eine Schachtel „Mon cherie“ heraus und überreicht sie Conny mit einem strahlenden Lächeln.
„Komm herein!“, sagt Conny etwas verlegen, aber auch freudig überrascht und glückselig zugleich.
Sie ahnt noch nicht, dass dieser Weihnachtsmann eines Tages ihr geliebter Ehemann sein wird. Aber auch nicht, dass wir uns noch vor ihrer Hochzeit zufällig an Silvester auf einer Veranstaltung treffen und wir vier (Astrid und Conny, Peter und Peter) richtig gute Freunde werden und gerne gemeinsame Stunden miteinander verbringen. Ist das nicht schön?!!! So schön kann das Leben seine Fäden miteinander verweben!!!

 

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*Das Beitragsbild habe ich in Bangkok in einem Supermarkt von einem Verkaufsstand abfotografiert. Der Künstler ist mir unbekannt.

18 Kommentare

  1. Conny St. sagt

    Liebe Astrid,
    gaaaanz lieben Dank für deine wunderschöne Geschichte, in der ICH sogar die „Hauptdarstellerin“ bin.
    Du hast sie wieder so wundervoll und sehr amüsant geschrieben,
    Ich habe sie gerade dem Peter vorgelesen und auch er hat sich sehr darüber gefreut.
    Wie du all deine Geschichten immer so schön schreiben kannst ?! Einfach nur toll !! Vielen Dank dafür und weiter so, damit wir immer was Neues zum Schmunzeln haben.
    Deine Freundin Conny

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Conny,
      es war mir ein Vergnügen diese Geschichte für Dich und Deinen Peter zu schreiben!!! Ich habe mich so gefreut, als ich Dir die Geschichte von Abu Dhabi aus über Skype vorgelesen habe und ich Deine Freude hören konnte. Wie versprochen bekommt Ihr diese Geschichte von mir ausgedruckt, sie ist sozusagen mein „Nikolausgeschenk“ für Euch. Habt einen wunderschönen Urlaub und ich freue mich auf weitere lustige und fröhliche gemeinsam Stunden mit Dir und Deinem Peter.
      LG
      von Deiner Freundin Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Ich finde immer, dass solche schönen und wahren Geschichten einfach aufgeschrieben werden müssen. So gehen sie nicht vergessen und erfreuen beim Lesen auch noch andere Menschen.
      Sei herzlich gegrüßt
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      …und das Schönste daran ist, wenn sie Menschen zusammenführen und dabei ein Bund für das Leben entsteht.
      Ich schicke Dir ganz herzliche Grüße
      Astrid

  2. Ach das ist ja eine richtige romantisch-weihnachtliche Geschichte.
    Ich wünschte mir, es klopft auch mal so ein Weihnachtsmann an meine Tür. Es muss ja nicht gleich mein Ehemann werden, sowas Ähnliches habe ich ja schon. Aber Mon Cherie habe ich auch schon lange nicht mehr geschenkt bekommen.

    Sei lieb gegrüßt
    Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Na, dann solltest Du vielleicht Deine bessere Hälfte die Geschichte lesen lassen ;-).Vielleicht kommt er dann auf die Idee mit dem Weihnachtsmann und der Schachtel Mon cherie 😉 . Das wäre vielleicht ein Wink mit einem Zaunpfahl :-).
      Sei herzlich gegrüßt, liebe Traudi und hab einen schönen Abend
      Astrid

  3. Solche Geschichten liebe ich und das zeigt mal wieder die schönsten Geschichten schreibt doch das Leben. Wünsche dir einen schönen Tag noch liebe Astrid. LGLore

    • Astrid Berg sagt

      Das stimmt, liebe Lore. Und genau solche Geschichten sind es, die man nicht in Vergessenheit geraden lassen soll.
      Hab einen schönen Abend und danke für Deine Treue, über die ich mich sehr freue.
      LG
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Bärbel,
      ich freue mich sehr, dass Du meine Geschichten liest. Ich hoffe, dass es Dir soweit gut geht.
      Sei herzlich gegrüßt und hab einen angenehmen Abend.
      Astrid

  4. Das beweist doch wieder mal, dass das Leben selbst die schönsten – und manchmal traurigsten – Geschichten schreibt. Ende gut, alles gut.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • Astrid Berg sagt

      Ja, das stimmt. Die Beiden passen so gut zusammen und wir freuen uns, sie unsere Freunde nennen zu dürfen.
      Ich schicke Dir einen Gute-Nacht-Gruß
      Astrid

      • Christine R. sagt

        Liebe Astrid,
        das ist mal wieder so eine richtig schöne, wahre Begebenheit … Es gab mal eine Zeit (lang, lang ist’s her), da hätte ich mir auch so einen „Weihnachtsmann“ gewünscht
        Aber mittlerweile bin ich gut versorgt! **zwinker**
        Liebe Grüße
        Christine

        • Astrid Berg sagt

          Auf so eine Idee kann auch nur unser Freund Peter kommen 😉 . Solche schönen Momente müssen einfach schriftlich festgehalten werden, damit sie in der heutigen hektischen Welt nicht in Vergessenheit geraten.
          Liebe Morgengrüße
          Astrid

  5. Es ist wirklich so: Die allerschönsten Geschichten schreibt das Leben selbst! Man hätte sie auch erdenken können – aber sooooo ist sie natürlich noch vieeeel schöner!! – Ja diese zufälligen Zusammentreffen. Wie viele Fäden da oft miteinander versponnen werden müssen. So etwas fasziniert mich! — Vielen Dank für deinen Besuch und Kommentar bei mir. Ich hatte mir schon gedacht, dass ihr auf Reisen seid! Wie schön, dass ihr wieder zurück seid. Ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass du einen neuen Post eingestellt hast!
    Ich wünsche dir einen schönen 3. Advent und lass schnell noch liebe Grüße hier! Martina

    • Astrid Berg sagt

      Guten Morgen liebe Martina,
      im Grunde genommen braucht man sich überhaupt keine Geschichten auszudenken. Das Leben ist so fantasiereich, da kann der beste Geschichtenerfinder nicht mithalten. Allerdings schreibt das Leben leider nicht nur schöne Geschichten, manchmal sind es auch sehr traurige. Umso mehr muss man die lustigen und schönen Momente festhalten, denn sie sind es, die nicht in Vergessenheit geraten sollen und die uns neue Kraft schöpfen lassen.
      Liebe Grüße
      Astrid

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