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Gesundes Misstrauen

Wieder einmal sind wir in unserer alten Heimat. Da einige Erledigungen auf meinem Tagesplan stehen, fahre ich mit dem Auto durch die Stadt. Mein Weg führt mich an diesem schönen Sonnentag am Freibad vorbei. Erinnerungen durchzucken meinen Kopf. Ich werfe einen kurzen Blick nach links und kann durch den Zaun das Schwimmbecken und einen Teil der Liegewiese erkennen. 

„Genau da“, denke ich,“haben wir uns immer alle getroffen und unsere Badetücher auf der Wiese ausgebreitet.“

Lange kann ich mich dieser Erinnerung nicht hingeben, denn schon bin ich an einem Vorfahrt-Achten-Schild angekommen. Hier muss ich sogar anhalten, denn ein paar Autos auf der Hauptstraße haben Vorfahrt. Ja und das ist genau der Moment, in dem eine ganz andere Erinnerung in mir hervorgerufen wird. Sie war wohl ganz tief in der hintersten Schublade meines Gedächtnisses versteckt und scheint just auf diesen Moment gewartet zu haben.

Ich war damals so fünfzehn oder sechszehn Jahre alt und war stolze Besitzerin eines Mofas. Damals stand ich mit meiner orangefarbenen Vespa genau an diesem Kreuzungspunkt, als ich einen leichten Ruck von hinten verspürte. 

„Das darf ja wohl nicht wahr sein“, dachte ich damals. „Fährt mir doch tatsächlich ein Auto hinten auf mein Mofa auf.“

Ich stieg ab und begutachtete den Schaden. Ein junger seriös wirkender Mann entstieg dem besagten Auto und kam an meine Seite.

„Ist Ihnen etwas passiert?“, fragte er freundlich.

„Nein, mir nicht“ antwortete ich sichtlich verärgert. „Aber meinem Mofa. Das Rücklicht ist kaputt und wer weiß, vielleicht ist auch noch etwas verbogen.“

„Ich komme selbstverständlich für den Schaden auf. Ich bin schuld. Ich bin aufgefahren“, gab er unumwunden zu. „Hier ist meine Telefonnummer und mein Name. Rufen Sie mich an und sagen Sie mir, was die Reparatur kostet. Ich bezahle selbstverständlich alles.“

Er drückte mir einen Zettel mit den entsprechenden Angaben in die Hand. Das kam mir allerdings alles etwas seltsam vor und ich war schon damals von Natur aus wohl eher misstrauisch.

„Kommen Sie bitte mit mir nach Hause zu meinen Eltern“, erklärte ich ihm.

„Sie können mir wirklich vertrauen“, betonte er.

„Ja, aber ich möchte trotzdem gerne, dass Sie mit mir nach Hause kommen“, sagte ich zwar schüchtern, aber anscheinend doch bestimmend, denn er willigte lächelnd ein.

Ich nannte ihm meine Adresse und er forderte mich auf vor ihm her zu fahren. Mit klopfendem Herzen fuhr ich los und achtete darauf, dass er mir auch tatsächlich folgte. Wäre er einfach in eine andere Richtung gefahren, hätte ich eigentlich nichts tun können, aber er blieb hinter mir und so fuhren wir ein paar Minuten später in die Straße hinein, in der sich noch heute mein Elternhaus befindet.

Heute muss ich schon insgeheim ein wenig grinsen, wenn ich daran denke. Der junge Mann wirkte nicht nur seriös, sondern er war es auch. Er erklärte sofort meinen Eltern alles und nahm jegliche Schuld auf sich.

Als er wieder mit seinem Auto davon fuhr, meinte meine Mutter zu meinem Vater: „Das war der junge Herr XYZ, er ist Rechtsanwalt und Notar.“

„Ach“, sagte ich. „Mein Geschichtslehrer heißt auch XYZ, – so ein Zufall.“

Meine Mutter lächelte mich an und meinte nur: 

„Ja, der junge Mann ist dann wohl der Sohn.“

Es dauerte ein paar Sekunden bis diese Botschaft bei mir ankam, dann allerdings hatte ich es eilig.

„Ich geh in mein Zimmer“, erklärte ich meinen Eltern. „Ich muss nämlich noch was für morgen vorbereiten.“

Insgeheim dachte ich mir allerdings: 

„Ohje, morgen ist Geschichte und bestimmt nimmt er mich dran.“

Als meine Erinnerungen beim Geschichtsunterricht angekommen sind, höre ich plötzlich lautes Hupen. Inzwischen stehen nämlich schon zwei Autos hinter mir und ich hätte schon längst in die Hauptstraße einbiegen können. Ich gebe Gas und fahre weiter und damit sind auch meine Gedanken wieder beim Straßenverkehr. 

„Nur schade, dass ich nicht mehr weiß, ob ich tatsächlich im Geschichtsunterricht am nächsten Tag drangekommen bin, beziehungsweise, ob der junge Mann seinem Vater überhaupt von diesem kleinen Unfall mit mir und meinem Mofa berichtet hat. Auf jeden Fall hat er die Reparaturkosten erstattet und mir soeben Erinnerungen beschert.

 

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Heißes Pflaster

Es herrschte brütende Hitze, als er schnellen Schrittes über das heiße Pflaster lief. Er hatte ein Date und war spät dran. 

Sie bemerkte sofort, dass irgendetwas nicht stimmte, als er auf sie zulief. Doch was hielt er in der winkenden Hand? 

Als er näher kam, fiel ihr Blick auf seinen linken Fuß. „Er kommt in Badelatschen“, dachte sie verwundert. „Nein, am anderen Fuß trägt er einen Halbschuh. Seltsam.“

Winkend hielt er zwei Teile eines Schuhs und einen Flipflop in die Höhe. 

„Ich musste mir unterwegs  Badelatschen kaufen“, erklärte er. „Das heiße Pflaster hat den Kleber zwischen Schuh und Sohle aufgelöst.“

 

 

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Achtung Vogel!

„Wie Vögel es doch meistens schaffen rechtzeitig wegzufliegen“, sage ich zu  meinem Mann, während unserer Autofahrt.

„Ja, allerdings kam ich als Jugendlicher recht schmerzhaft zu dieser Erkenntnis“, erzählt er:

„Ich war mit dem Fahrrad ziemlich flott unterwegs, als sich plötzlich ein kleiner Vogel kurz vor mir auf die Straße setzte. Anstatt auszuweichen, machte ich eine Vollbremsung. Das hatte zur Folge, dass ich im Sturzflug zu Boden ging. Im Augenwinkel erkannte ich jedoch, dass der Vogel sich unbeschadet in die Lüfte erhob.“

„Autsch!“ Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Also seid ihr Beide sozusagen geflogen, – du hingeflogen und der Vogel weggeflogen.

 

 

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Gedankenlauf

 „Ich bringe den Einkaufswagen zur Abstellstation“, erkläre ich Peter nach unserem Einkauf. 

Einige Meter vor mir geht eine fremde Frau. Meine Blicke sind auf sie geheftet, besser gesagt auf ihre Rückansicht, – genau genommen auf ihre gestreifte Sommerhose. 

„Chic“, denke ich beim Laufen. „Aber das T-Shirt passt farblich nicht dazu.“ 

Ich folge ihr weiter: „Besser würde eine leichte grüne Bluse aussehen. Ein zartes Gelb wäre auch passend. Vielleicht ein helles Beige….“ 

Meine Gedanken und Vorstellungen überschlagen sich während meiner Verfolgung. 

„Upps, wo ist die Abstellstation?“

Tja, wenn man seinen Gedanken freien Lauf lässt, vergisst man manchmal alles um sich herum. 

 

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Nie!

Ich gehe nie ohne sie aus dem Haus. Sie gehören zu mir, seit Teenagerzeiten. 

Aber wie heißt es?: Sag niemals „nie“. 

Das habe ich heute gemerkt, als ich mit dem Auto unterwegs war. Ich stand an der Ampel. Mein Blick fiel in den Rückspiegel, allerdings nicht um den rückwärtigen Verkehr zu beobachten. Es war ein persönlicher Check. Da sah ich das Malheur. Sie waren nicht bei mir. Ich hatte sie vergessen. Das ist mir noch nie passiert. Das wird mir nie wieder passieren, denn ohne sie fehlt mir etwas.

Nie, nie, nie werde ich wieder ohne meine Ohrringe weggehen. Nie!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!?

Au Backe

Es ist Freitag, kurz vor der Mittagszeit. Die Tür zum Büro meines Mannes steht offen und so bekomme ich sein Telefonat mit, zumindest das, was er sagt. 

Als er das Telefongespräch beendet, beginnt er herzhaft zu lachen. Ich betrete nun sein Arbeitszimmer und sehe ihn stirnrunzelnd an.

„Was war denn das für ein seltsames Gespräch?“, will ich von ihm wissen.

„Ach das war unser Installateur. Er will doch am Montag kommen und sollte mir ein paar Maße durchgeben.“

„Aha?! Und das ist so lustig?“, wundere ich mich.

„Naja, eigentlich nicht, aber ich hatte das Gefühl mich mit einem Ausländer zu unterhalten, der die deutsche Aussprache ganz schlecht oder besser gesagt, überhaupt nicht beherrscht.“

Anscheinend sieht mein Mann die Fragezeichen in meinen Augen, denn er steckt plötzlich jeweils einen Zeigefinger in den rechten und linken Mundwinkel und zieht damit seinen Mund in die Länge. Gleichzeitig beginnt er zu sprechen. Ich muss an den Witz vom Breitmaulfrosch denken und beginne zu grinsen.

„Ich verstehe kein Wort“, lasse ich ihn wissen.

Mein Mann wiederholt seine Vorführung, aber wiederum verstehe ich keine Silbe, halte mir aber inzwischen den Bauch vor Lachen.

„Genauso ging es mir, deshalb dachte ich auch, ich hätte es mit einem Ausländer zu tun. Allerdings hat sich mein Gesprächspartner dann wohl besondere Mühe gegeben, denn mit detektivischem Spürsinn erkannte ich doch unseren Installateur und verstand auch zumindest die Maße und auch seine bruchstückhaften Informationen.“

„Ich kapiere das aber immer noch nicht ganz. Warum hat er so seltsam gesprochen, am Donnerstag, war seine Aussprache einwandfrei und Deutsch ist seine Muttersprache“, gebe ich zu bedenken. „War er betrunken?“

„Nein, aber er hat momentan ein anderes Problem, das ebenfalls gewisse Sprachorgane zeitweilig beeinträchtigt. Besonders seine Zunge ist hiervon betroffen. Das hat er uns auch am Donnerstag erzählt, ich hatte es nur schon wieder vergessen.“

Jetzt fällt bei  mir der Groschen und ich stelle mir Peters Gesprächspartner vor, was in mir erneutes Lachen hervorruft.

„Wahrscheinlich hat er außerdem noch eine dicke Backe“, meine ich, nachdem ich mich wieder beruhigt habe. Bevor ich weiterspreche, puste  ich wie zur Verdeutlichung des Gesagten meine  rechte Wange auf. „Das bleibt wohl nicht aus, wenn man einen Zahn gezogen bekommen hat.“

„Er muss scheinbar gerade erst vom Zahnarzt gekommen sein. Ganz schön mutig, dann gleich einen Anruf anzunehmen.“

„Und dann wird auch noch über ihn gelacht.“, bedauere ich nun unseren Installateur. Wie heißt es doch so schön?!: ‚Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!’“

„Der Arme!“, sagen wir nach einer Weile fast gleichzeitig. Mitfühlend greift sich jeder von uns instinktiv an die Wange.

 

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Kugel, Berg oder Klumpen

„Schau mal“, sage ich und deute auf den Eisberg in meiner Waffel. 

„Diese kleine Rundung dort oben war früher ein Bällchen oder eine Kugel. Heutzutage hat man eher das Gefühl, das Eis wird mit der Baggerschaufel serviert. Dementsprechend unförmig sieht es aus.“

„Ja, früher war eine Kugel noch eine Kugel“, bestätigt mein Mann, „zwar kleiner, aber dafür passten mehrere Eissorten in eine Waffel.“ 

Ich muss mich beeilen, da meine beiden Eisklumpen aus Schokolade und Zitrone zu schmelzen und zu tropfen beginnen.

„Früher war eben alles besser und manchmal ist weniger mehr“, belehrt er mich und reicht mir grinsend eine Serviette.

 

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Der kleine Moment

Ich bin wahrlich allgegenwärtig,

doch übersehen werde ich allzuoft leichtfertig, 

aus Unachtsamkeit verschenkt,

weil man war unaufmerksam und abgelenkt.

 

Trotzdem bin ich in aller Munde,

drehe ständig hier und da meine kleine Runde,

Ich kann groß oder klein,

auch nichtig oder überaus kostbar sein.

 

Du hast mich nicht gesichtet,

weil dein Blick war auf die Zukunft gerichtet.

Doch ich bin im Jetzt,

was oftmals schlichtweg wird unterschätzt.

 

Ich habe viele Gesichter,

manchmal bin ich ein Blick voller Liebe,

oder nur ein Windhauch,

der gleich verhallt wie Schall und Rauch.

 

Egal wie ich auch bin,

ich mache nur durch deine Beachtung Sinn,

beginne dann zu leben,

meine Bedeutsamkeit wird sich ergeben.

 

Ich bin der kleine Moment,

immer und überall auf der Welt präsent.

Wenn du mich erkennst,

bin ich wichtiger als du vielleicht denkst.

 

Bin ich ein kleines Glück,

will begleiten deinen Weg ein Stück,

nimm mich an der Hand,

erkenne wie kostbar ist dieses Band.

 

Drum sei wachsam jederzeit,

um mich zu erkennen bei jeder Gelegenheit. 

Bin ich dir erst entflogen,

bist du um einen kostbaren Moment betrogen.

 

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Juhuu!!!

 

Schabernack mit dem Osterhasen

Mausi, das kleine Mausemädchen schläft noch,
tief unten in ihrem Mauseloch.
Als sie erwacht, fällt es ihr ein,
heute soll ein besonderes Fest wohl sein.

Bald werden Kinder, die großen und die kleinen,
oben auf der Wiese erscheinen.
Zuvor muss er seine Arbeit tun,
der berühmte Hase hat keine Zeit zum Ausruhn.

So hoppelt er über die große Wiese sofort,
versteckt bunte Eier hier und dort.
Wird beobachtet von der Maus,
die macht sich einen Schabernack daraus.

Sobald der Osterhase hat versteckt ein Ei,
das Mausemädchen eilt herbei.
Legt das Ei in den Korb zurück,
jedes Einzelne und Stück für Stück.

So wird der Osterhasenkorb niemals leer,
beeilt er sich auch noch so sehr.
Als erklingt der Kinder Lachen,
lässt Mausi nun die dummen Sachen.

Sie will nicht verderben den Kinderspaß,
lässt liegen die Eier im Gras.
Als der Korb ist endlich leer,
der Osterhase ist erschöpft doch sehr.

Er zweifelt wahrlich an seiner Kondition,
nächste Ostern ist dran der Sohn.
Mausi kichert über den Streich,
neuer Blödsinn folgt bestimmt sogleich.

Doch nun habt alle ein frohes Osterfest,
mit vielen bunten Eiern im Nest.
Lasst es euch richtig gutgehen,
bis wir uns hier werden wiedersehen.

 

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Ohho!!!

Sandra und Bärbel schlendern durch den Stadtpark. Auf einer Bank entdecken sie Nina. Sie lächelt glücklich vor sich hin.

„Hallo Nina!“, begrüßen sie die Freundin. „Du siehst so glücklich aus.  Bist du frisch verliebt?“

„Oh ja“, antwortet Nina. „Ich bin soeben geküsst worden.“

„Von wem?“, ertönt es im Chor.

„Erzähl!“, fordert Bärbel auf. „Wie ist er?“

„Richtig süß und der Kuss war zartschmelzend!“

„Ohho!!! Und wie sieht er aus?“, will Sandra wissen.

„Schokoladenbraun und weiß.“

„Weiß? Er ist wohl schon etwas älter.“

„Aber nein!“, schwärmt Nina. „Frisch und knackig.“

Und lächelnd fügt sie hinzu: 

„Genauso, wie ein Schaumkuss sein muss.“

 

 

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Igitt … Wasser!

Ich dachte eigentlich, dass sie es vergessen hat und im Grunde genommen war ich ganz froh darüber. Doch eines Morgens konnte ich ein Gespräch zwischen meinem Frauchen und deren Mutter verfolgen. 

„Schau nur, wie dein Paul aussieht. Er richtig schmuddelig. Wenn du ihn mit in den Urlaub nehmen willst, dann solltest du ihn waschen.“

„Nö“, meinte mein Frauchen. „So wie er ist, ist er gerade richtig.“

„Naja, ein bisschen Wasser würde ihm schon guttun!“

„Nein!!!“, schrie ich, aber leider konnte mich niemand hören. „Mein Frauchen hat Recht. Ich bin gut so, wie ich bin. Wasser …igitt! Ich bin wasserscheu und wahrscheinlich auch nicht wasserdicht!!!“

„Und wenn er hinterher kaputt ist?“, wagte Frauchen einen erneuten Vorstoß.

„Ihm passiert schon nichts, das kannst du mir glauben“, war die Antwort der Mutter. 

Es dauerte auch nicht lange und ich hörte es plätschern. Frauchen ließ das Waschbecken mit warmen Wasser volllaufen.  Sogar ein paar Spritzer Badeschaum tröpfelte sie hinein. Ehrlich gesagt, roch es angenehm und ich fand den Schaum lustig. Doch dann schaute sie mich ernst an und erklärte mir:

„So Paul, nun musst du baden. Das wird dir Spaß machen und hinterher bist du wieder sauber.“

Vorsichtig hielt sie meine beiden Beine in das Wasser.

„Halt!!! Hilfe!!! Ich kann nicht schwimmen und werde unweigerlich ertrinken!“, schrie ich, aber es nutzte nichts. Heftige Angst übermannte mich.

Dann ging alles ganz schnell: 

Ehe ich weiter protestieren konnte, lag ich komplett im Wasser. Nur mein Kopf schaute noch heraus. Ganz ängstlich schaute ich mein Frauchen an.

Doch plötzlich spürte ich wie der Schaum mich am Kinn kitzelte. Das war lustig. Seht ihr mich grinsen?

Ich strampelte mit Armen und Beinen, woraufhin der Schaum immer mehr wurde und höher stieg. Damit er mir nicht in Mund und Augen kommen konnte, schloss ich diese und hielt außerdem noch die Luft an. Das war genau der Moment, in dem ich untertauchte. Ihr denkt jetzt vielleicht, ich hätte Panik bekommen. Nein, weit gefehlt. Meine Angst war verflogen. Das alles machte richtig Spaß. Ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich kam zum Luftholen wieder hoch und tauchte sofort wieder unter. Sehen konnte ich allerdings nichts, denn das Wasser war irgendwie inzwischen trüb geworden. Beim erneuten Auftauchen hörte ich die  Mutter meines Frauchens sagen:

„Siehst du wie schmutzig das Wasser jetzt ist?! Dein Paul ist allerdings nun wieder sauber.“

Als Frauchen mich aus dem Wasser hob, erhielt ich eine ziemlich kräftige Massage. Das Wasser tropfte dabei nur so aus mir heraus. Anschließend legte mich Frauchen auf ein Handtuch und wickelte mich fest darin ein. Das Handtuch war jetzt pitschepatsche nass und ich ein bisschen trockener. Doch dann kam das Härteste: Sie steckten mich doch tatsächlich in die heiße Sauna, die sie jedoch „Trockner“ nannten. Ich schwitzte das ganze restliche Wasser heraus. Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich ein Piepsen, woraufhin sich die Tür meiner Sauna öffnete und mein Frauchen mich in Empfang nahm.

„Du siehst aus wie neu!“, meinte sie lächelnd und streichelte mich. „Richtig hübsch und sauber. Es hat sich wirklich gelohnt!“

Ich muss sagen, als sie mir dann mein bayrisches Outfit anzog, war ich wirklich fesch. Ich sah aus, als hätte ich eine Verjüngungskur gemacht. So könnte ich tatsächlich bei „Germany’s next topmodel für Krokodilshunde aus Plüsch“ mitmachen und gewinnen. Stimmt’s?!!!

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Kreuz und quer

Heute möchte ich Euch ein paar Fotos von einem Spaziergang in der alten Heimat zeigen. Wir waren im Vogelsberg unterwegs und wollten das schöne Wetter nutzen. So suchten wir uns einen Parkplatz in der Nähe eines Waldgebietes und machten uns bei strahlend blauem Himmel auf auf den Weg.

Licht und Schatten wechselten sich ab.

Dort, wo die Sonne ihre wärmenden Strahlen nicht hinschickte, gab es noch Stellen mit Schnee.

Eigentlich hatten wir ein Ziel, doch folgten wir dem vorgeschriebenem Wanderweg nicht lange, sondern entschlossen uns in den Wald hineinzugehen.

Wir marschierten einfach drauf los. Zum Teil gingen wir auf mit altem Laub bedecktem Boden, teils stapsten wir auf matschigem Untergrund, liefen an kleinen schneebedeckten Stellen und an bemoosten Steinen oder liegenden Baumstämmen vorbei.

Unser Weg führte uns immer weiter in den Wald hinein.

Inzwischen waren wir kreuz und quer gelaufen und mein Orientierungssinn hatte mich längst verlassen.

Zum Glück ging es meinem Mann nicht so.

Er hat ein hervorragendes Orientierungsvermögen, das auch jetzt nicht versagte.

Und so führte er uns ganz zielsicher wieder zurück zu der Stelle, wo wir den Weg verlassen hatten.

Von hier aus waren es nur noch wenige hundert Meter bis zur Straße und zu unserem Parkplatz.

 

 

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Schlagfertigkeit

Es ist Sybilles Geburtstag,- ein ganz besonderer, denn er hat eine Null hinter der Zahl. Eigentlich wollte sie kein großes Aufhebens davon machen, aber trotzdem hat sie Vorbereitungen bezüglich Kaffeetrinken und Abendessen getroffen. Zum Glück, denn ständig klingeln Gratulanten an der Haustür. Alle haben sie an Sybille gedacht und gratulieren mit Blumen und Geschenken. Auch Hannes, ein alter Schulfreund. 

„Wahnsinn, welche Arbeit du dir gemacht hast. Alles schmeckt köstlich!“, lobt Hannes. 

„Dankeschön!“, strahlt Sybille und richtet eine Frage an Hannes. 

„Sag mal, kannst du eigentlich auch kochen?“

„Klar kann ich kochen!“, entgegnet dieser grinsend. 

„Nur essen kann man es nicht!“

 

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Kartis weite, lange Reise

Mit dieser Überraschung hatte Emelie wirklich nicht gerechnet. Es war schon viel zu lange her, um noch an ihr Kommen zu glauben. Aber jetzt war sie da, einfach so und ohne Vorankündigung. Emelie brach in einen Jubelschrei aus. Sie streichelte sie zärtlich und rief ihren Mann herbei.

„Toni, komm schnell! Du wirst es nicht für möglich halten, aber sie ist endlich da. Sie hat den Weg zu uns gefunden und sie ist wunderschön! Schau sie dir nur an.“

„Nach all den vielen Jahren“, meinte ihr Mann, als er sie sah. Er musste schlucken, so gerührt war er und auch Emilie traten die Tränen in die Augen, – über ihr Kommen und die damit verbundenen Erinnerungen, aber besonders auch über die Botschaft, die sie mitbrachte. 

Sie saßen mittlerweile im Wohnzimmer und schauten sie sich immer wieder an, zwischendurch fielen Toni und Emelie sich in die Arme und küssten sich. Karti hingegen streichelten sie und schenkten ihr liebevolle Blicke.

„So viele Jahre, sogar Jahrzehnte sind inzwischen vergangen“, meinte Emilie. „Ich frage mich nur, warum es so lange gedauert hat?“

„Tja, das kann ich euch erzählen“, meinte Karti, die sich nicht sicher war, ob die Beiden ihr überhaupt zuhörten, geschweige denn sie hören konnten. Aber sie berichtete trotzdem von ihrem Schicksal: 

„Es war eine sehr lange und auch eine äußerst beschwerliche Reise, die ich hinter mir habe. Das Schicksal hat mir Einges aufgebürdet. Geduld musste ich haben, sehr viel Geduld. Auch ohne Quetschungen und Kratzer ging die Sache nicht vonstatten, ihr erkennt sicherlich, wie mitgenommen ich aussehe. Entschuldigt bitte mein Aussehen. So wollte ich eigentlich nicht hier erscheinen, aber ich bin froh endlich bei euch zu sein. Es ist schön euch vereint und glücklich und sehen.“

Karti hoffte, dass das Ehepaar sie verstehen würde, denn sie erhielt wieder eine Streicheinheit von ihnen und so erzählte sie weiter.

„Als dein Toni mich in dem südlichen Land kurzerhand mitnahm, mir auftrug die Überbringerin einer Botschaft für dich, liebe Emilie sein zu dürfen, war ich sehr stolz. So eine ehrenvolle Aufgabe bekommen nicht viele. Ich glaubte schon bald bei dir sein zu können und deine Freude erleben zu dürfen. Stattdessen kam alles ganz anders als geplant. Meine Falten und Schrammen zeugen von meinen Erlebnissen in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Widrige Umstände hielten mich immer wieder auf,  erschwerten mir das Überleben und Vorankommen. Wind und Wetter machten mir zu schaffen, die Unzuverlässigkeit und Vergesslichkeit verschiedener Menschen hinderte mich am Weiterreisen. Ich wurde in die falsche Richtung geleitet, man hat mich hin- und hergeschoben und schließlich komplett vergessen. Mein Rufen, Jammern und Flehen hat niemand gehört. Doch ich habe die Hoffnung nie ganz aufgegeben, obwohl mir das alles sehr zugesetzt hat und sich mit der Zeit, die mir aufgetragene Botschaft immer mehr verwischte.“

Gerade  als Karti diese Worte ausgesprochen hatte, drehte Emilie sie um und lächelte ihren Toni glücklich an.

„Das ist das schönste Geschenk zu unserer heutigen Silbernen Hochzeit“, flüsterte Emilie unter Tränen und versuchte den Text auf Kartis Rückseite zu entziffern:

Liebe Emilie,

eigentlich wollte ich Dir vor meiner Abreise noch eine Frage stellen, aber ich traute mich nicht. Deshalb versuche ich es auf diesem Wege:

Ich liebe Dich von ganzem Herzen und möchte mein Leben mit Dir verbringen. Willst du meine Frau werden?

In der Hoffnung auf ein ‚JA‘ schicke ich Dir viele liebe Grüße und Küsse.

Dein Toni

 

 

 

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