Autor: Astrid Berg

Besuch in einer sizilianischen Schokoladenmanufaktur

Heute möchte ich von unserem Besuch in der Schokoladenmanufaktur Bonajuta auf Sizilien berichten. Diese gehört zu dem ältesten Schokoladengeschäft in Modica, das ich bereits in meinem ersten Schokoladenpost vorgestellt habe. Bevor wir zu dieser privaten kleinen Führung aufgebrochen sind, habe ich mir einen Videofilm von Ritter Sport* angesehen, der die Herstellung der Schokolade auf industrieller Basis aufzeigt. Da es sich hier in Modica auf Sizilien allerdings um eine Manufaktur handelt, die die ursprüngliche Schokoladenrezeptur benutzt, wird sich jeder denken können, dass auch dieser Betrieb sich von den hochmodernen und industriellen Fabriken der bekannten Schokoladenmarken unterscheidet. Wir kamen in den Genuss einer kleinen und hoch interessanten Privatführung durch den Schokoladenexperten dieser Firma und einer weiteren Mitarbeiterin, die uns alles ins Englische übersetzte. So erklärten sie uns zunächst, dass die Herstellung von Schokolade aus Modica auf einem traditionellen Rezept beruht. Dem gemahlenen Kakao wird die Kakaobutter nicht entzogen und in dieser Schokolade ist keine Milch, keine Butter, kein Pflanzenfett und kein Lezithin enthalten. Der Kakaogehält beträgt ungefähr 40-90%. Im ersten Raum, den man uns zeigte, war die …

Danke für die Schokolade

Das Wort „Schokolade“ allein lässt in mir die Sehnsucht nach diesem Genuss erwachen. Den „Erfindern“ dieser so göttlichen Köstlichkeit ist mein großer Dank gewiss. Weil es nicht nur mir so geht, sondern ganz vielen Menschen, ob Kind oder Erwachsener, gibt es mittlerweile eine riesige Vielfalt an Arten und Geschmacksrichtungen. Doch bevor ich meine Gedanken im nächsten Post der Herstellung widmen möchte, gedenke ich heute dem geschichtlichen Aspekt Raum einzuräumen. Schon vor über einem Jahrtausend, nämlich im 4. Jahrhundert nach Christi bauten bereits die Azteken in Mittelamerika, beziehungsweise in Mexiko Kakaobohnen an. Chocolatl eigentlich aber: Xocolatl, so nannten sie das bittere Kakaowasser, das sie auch als Göttertrunk bezeichneten. Hierbei haben sie die Kakaobohnen nicht nur für das Getränk benutzt, sondern sie nutzten diese auch als Zahlungsmittel. Ebenso wie heute mussten auch sie Steuern bezahlen. Leider gibt sich das Finanzamt heute nicht mit der Abgabe von Kakaobohnen zufrieden. Da haben sich die Zeiten doch geändert. Obendrein stellten schon die Azteken den Nutzen der Kakaobutter für die Kosmetik und die Gesundheit fest. In der Pharmazie hat man diese …

Glückshormone

Heute möchte ich ein paar Gedanken zu einem Thema äußern, das in aller Munde ist und das nicht nur im sprichwörtlichen, sondern auch im tatsächlichen Sinne. Es geht um das gewisse Etwas, das uns das Leben versüßt. Die Azteken nannten es einen Göttertrank und wenn man mich fragt, dann kann es auch nur so sein. Denn es schmeckt einfach göttlich. Ich nehme an, jeder ahnt jetzt, dass ich hier von der allseits beliebten Schokolade spreche, die uns zart schmelzend im Mund zergeht. Als wir in Sizilien waren, besuchten wir in Modica das älteste Schokoladengeschäft von Sizilien und wurden vom Besitzer dazu eingeladen die Schokoladenfabrik zu besichtigen, um bei der Herstellung der Schokolade zuzusehen, auf die ich allerdings in einem späteren Blogbeitrag eingehen werde. Das Geschäft war mit seiner altertümlichen Einrichtung selbst schon eine Besonderheit. Die Verkäuferin stand mit ihrem Spitzenhäubchen und weißem Kittel hinter einer allerdings modernen Registrierkasse. Mit seinen massiven Eichenschränken mutete das Geschäft fast an wie eine Mischung zwischen Apotheke und Schokoladenmuseum. In den Vitrinen waren alte Abbildungen, Figuren und Dokumente bezüglich der …

Gänsehaut

Manchmal gibt es Situationen, die sind wirr und konfus, erscheinen aber im Moment des Durchlebens vollkommen logisch, absolut folgerichtig und plausibel. Im Nachhinein betrachtet, entpuppen sie sich jedoch als das genaue Gegenteil. Sie entbehren jeglicher Logik und sind weder nachvollziehbar, noch glaubwürdig. Trotzdem sind wir in genau diesem besagten Moment überzeugt, dass alles absolut einleuchtend ist. So auch in dieser Nacht: Es ist bereits weit nach Mitternacht, der Mond steht als Sichel am Himmel. Die Nacht ist sternenklar und wirklich eiskalt. Es ist einer dieser Nächte, wo man keinen Hund vor die Tür schickt. Ich bin bei meiner Mutter. Genauer gesagt, in meinem alten Kinderzimmer. Um exakt zu sein, ich liege im Bett und bin tief unter meiner Bettdecke versunken. Hier ist es schön mollig warm, ich schlafe tief und fest und voller Zuversicht auf den kommenden Tag. Im Haus herrscht absolute Stille. Nichts und niemand stört meinen Schlaf. Bis auf einmal ganz plötzlich Geräusche an mein Ohr dringen. Ich erwache. „Was war das?“, frage ich mich erschrocken. Ich halte die Luft an und wage …

Dies & Das und sonst noch Was

Liebe Leser, demnächst gibt es bei mir zusätzlich noch die Kategorie „Dies & Das und sonst noch Was“. Hier möchte ich einfach einige Gedanken, Beobachtungen, Ideen oder auch nur ein paar Sätze aufschreiben, die mir gerade in den Sinn kommen und von denen ich denke, dass sie auch Euch interessieren. Auf den Titel für diese Kategorie kam ich durch unseren Sohn. Wenn ich ihn als Kind aus dem Kindergarten abholte und ihn fragte, was sie denn alles gemacht hätten, dann antwortete er mir immer: „Na, dies und das und sonst noch was!“ Kurz und knapp und alles war gesagt. Zur Zeit befindet sich diese Kategorie allerdings noch in der Bearbeitung. Ich bitte um etwas Geduld. Aber meine Kurzgeschichten gehen trotzdem weiter. Liebe Grüße Astrid

Das Sofa in der Küche

Neulich waren wir bei Freunden eingeladen. Da wir zwei Tage vorher bei meiner Mutter gewesen waren, hatte ich in meiner Handtasche noch ein paar alte Fotos, die ich mitgenommen hatte. Ich zeigte sie unseren Freunden und wir hatten beim Betrachten und Erzählen viel Spaß. Das Foto zu dieser Geschichte machte ebenfalls die Runde. „Bist du das?“, fragten mich unsere Freunde. „Ja, das ist meine Wenigkeit, – Prinzessin Astrid.“ Umrahmt von Kissen, die mich sicherlich stützen und vor dem Anecken schützen sollten, sitze ich da auf dem Sofa. Ich war damals gerade einmal 7 Monate alt, wie ich auf der Rückseite lesen kann. Schön, dass meine Mutter dies alles vermerkt hat. Die Rassel fest im Griff, erregt meine Aufmerksamkeit der Fotograf. Ich nehme an, es war mein Vater, der diesen Schnappschuss von mir machte. „Was hast du denn da auf dem Kopf?“, werde ich gefragt. „Na, das ist eine Tolle!“ „Stimmt, das hatte ich auch“, sagt unsere Bekannte. „Sieht ziemlich witzig aus, aber das war anscheinend damals modern“, erkläre ich zu meiner Verteidigung. Wenn ich das …

Bermudadreieck und andere Mysterien

Gerade lese ich eine Abhandlung über das Bermudadreieck. So nennt man ein bestimmtes Gebiet, „das sich im westlichen Atlantik nördlich der Karibik befindet.“ * Da sich in dieser Gegend einige Schiffs- und Flugzeugunglücke abgespielt haben und diese Schiffe bzw. Flugzeuge nicht mehr auffindbar waren, erhielt dieses Gebiet den Ruf, dass dort mysteriöse Dinge geschehen würden.  „Wo soll dieses Bermudadreieck sein?“, frage ich mich in Gedanken und gebe mir auch gleich selbst die Antwort darauf: „Das kann nicht stimmen!“ Wie ich auf diese Idee komme, könnte man jetzt fragen. Das lässt sich ganz einfach erklären, denn immer öfter habe ich das Gefühl, dass sich dieses Bermudadreieck hier bei uns befindet. In unserem Umfeld gibt es Dinge, die eine Eigendynamik zu entwickeln scheinen. Dinge, die verschwinden und eine geraume Zeit nicht mehr auffindbar sind, allerdings tauchen sie auch manchmal wieder aus der Versenkung auf. Eine Erklärung für dieses Phänomen gibt es jedoch nicht. Während ich so in meinen Gedanken verloren bin, dringt eine Stimme an mein Ohr, die ich als die meines Mannes identifiziere. „Wo kann ich denn …

Clown August und der Ententanz

Wir waren für ein paar Tage in der alten Heimat und haben die Mütter besucht. Im Moment befinden wir uns auf derAutobahn und fahren in unsere neue und jetzige Heimat. Wir fahren also gewissermaßen von Zuhause nach Hause.  Keine Ahnung, ob jemand diese unsere Logik versteht, aber diese Ausdrucksweise trifft es noch am Besten. Bestimmt ist auch nachvollziehbar, dass wir von so einer Reise in die Vergangenheit auch gewisse Erinnerungen mit in unsere Gegenwart bringen. Gerade fahren wir an einem Pritschenwagen vorbei, da fallen Peter und mir Geschichten ein, die uns an eine ganz bestimmte Person erinnern. „Du hast doch neulich die Geschichte vom Umzug meiner Schwester geschrieben und dabei kam so ein ähnlicher Pritschenwagen vor“, sagt Peter zu mir. „Hast du denn schon mal was von Tante Leni geschrieben?“ „Nein, noch nicht! Aber sag mal, wie war das eigentlich? Wenn ich mich richtig erinnere, dann war sie doch gar nicht deine Tante.“ „Sie war die Schwägerin von meiner Oma, väterlicherseits“, klärt mich Peter auf. „Das war jetzt aber umständlich formuliert. Sie war also die …

Wenn der Vater mit dem Sohn …

Auf Anhieb fallen wahrscheinlich nicht nur mir die lustigen Vater – und – Sohn – Bildgeschichten des Zeichners E.O.Plauen (Erich Ohser) ein. Der kleine dicke Vater und der strubbelige Sohn haben inzwischen die Herzen von Kindern und Erwachsenen erobert. Aber in jeder Familie, in der es einen Sohn gibt, existieren auch Vater – und – Sohn – Geschichten, also auch bei uns: Wie jeder weiß, kommen bei Vätern oft Kindheitsträume wieder zum Vorschein, die dann mit dem Sohn in die Tat umgesetzt werden. Unzählige Väter, manchmal sogar schon werdende Väter, holen wieder ihre Eisenbahn vom Dachboden. Mein Peter natürlich auch. Aber da gab es noch etwas anderes. Als Kind hatte er ein Flugzeug gebaut, das allerdings irgendwann zerschellte. Hieran war meine Schwägerin nicht ganz unbeteiligt gewesen. Man kann es kaum glauben, denn heute hat Peter als Professor einen Lehrstuhl für Flugantriebe inne und seine Schwester ist Stewardess geworden. Daher ist es eigentlich nur logisch, dass Peter mit unserem Sohn Timo auch irgendwann einmal das Thema Fliegen und Flugzeug in Angriff nahm. „Was hältst du davon, …

Aktionsgemeinschaft „Saubere Umwelt“

Heutzutage wird viel über Natur und Umwelt geredet. Der Begriff „Erneuerbare Energien“ ist in aller Munde. Man will unsere Umwelt, unsere Natur schützen, um unseren Nachkommen eine bessere Welt zu übergeben. Mülltrennung und Müllvermeidung ist uns seit Kindheitstagen bekannt und wird von uns ganz selbstverständlich ausgeführt. Umweltschutz ist uns eine Herzensangelegenheit geworden, so ist es nicht verwunderlich, dass dieses Thema immer wieder für Gesprächsstoff sorgt. Wir haben Besuch von einem Bekannten, der unseren Rat sucht. Bei einem Gläschen Wein und in gemütlicher Atmosphäre führen wir eine nette und ungezwungene Unterhaltung. So führt uns das Gespräch auch hin zu der uns umgebenden Schönheit der Natur. „Wir haben doch hier eine wunderbare Landschaft. Ich denke zum Beispiel an den schönen Spreewald mit seinen Fließen, Wäldern und Wiesen, seiner Flora und Fauna“, schwärmt unser Bekannter. „Ja, wir sind auch immer viel im Spreewald unterwegs und alle unsere Besucher führen wir selbstverständlich hier hin. Dieses Gebiet ist einfach einzigartig“, sage ich. „Es ist so wichtig unsere Natur zu schützen und im Grunde genommen auch ganz einfach. Jeder muss nur …

Corpus Delicti

Vor ein paar Tagen meldete sich eine Freundin unverhofft bei mir, die wir noch aus unserer Zeit in Darmstadt kennen. Irgendwann sind wir weggezogen und sie mit ihrer Familie ebenfalls. Obwohl wir es eigentlich nicht wollten, verloren wir irgendwie den Kontakt. Als ihr jedoch neulich alte Adressbücher in die Hand fielen, ging sie im Internet auf die Suche nach uns und fand mich und meinen Blog. Als ich Peter davon erzählte, kamen wir plötzlich vom Hundertsten ins Tausendste und landeten endlich bei einer Geschichte, die er mir schon mehrmals erzählt hat, die uns beide aber immer noch zum Lachen bringt: „Ach diese Umzüge“, sage ich. „Eigentlich sind sie doch jedes Mal wieder aufs Neue aufregend, traurig, aber auch ein bisschen spannend.“ „Ja und manchmal kann man hinterher sogar über Dinge lachen, die man während des Umzugs als alles andere, aber keinesfalls als witzig empfand“, ergänzt mich Peter. Ich schaue ihn fragend an und überlege mir, was er wohl damit meint, doch er kommt mir schon zuvor: „Ich denke da zum Beispiel an den Umzug meiner …

Herzlichen Glückwunsch!

Glückwünsche kann man immer gebrauchen, über sie freut man sich und hofft immer, dass das Glück einem auch hold ist. Es gibt viele Anlässe zu denen Glückwünsche ausgesprochen werden. Erst heute habe ich einer frisch gebackenen Oma meine besten Wünsche für Kind, Eltern und natürlich auch für die Großeltern übermittelt. Neben Geburt, Geburtstag, bestandene Prüfungen, Schul- und Studienabschluss erfolgen solche beispielsweise für Hochzeit, Silberhochzeit… und für viele andere freudige Ereignisse. Da man diese Fülle nicht in einer Geschichte unterbringen kann, habe ich mir folgende Begebenheit aus unserem Leben ausgesucht: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“, sagte die Stimme am anderen Ende des Telefons vor ungefähr zwanzig Jahren zu mir. „Ich habe gewonnen?“, fragte ich mich insgeheim. „Ich spiele weder Lotto, noch habe ich ein Kreuzworträtsel gelöst. Aber vielleicht hat ja meine Mutter…“, überlegte ich mir weiter und lauschte gespannt der Stimme am anderen Ende. „Vielleicht können Sie sich erinnern…?“ „Nein, kann ich ehrlich gesagt im Moment nicht!“ „Ich rufe vom Weinhaus XYZ an….“, erzählte mir die freundliche Dame. „Aha!“ „Sie haben doch vor ein paar Wochen …

In den Schuhen des Anderen

Jeder denkt jetzt bestimmt zuerst an das Märchen der Gebrüder Grimm. Ich muss jedoch enttäuschen, es geht hier nicht um Aschenputtel und auch nicht um den amerikanischen Film „In den Schuhen meiner Schwester“. Ich habe weder eine Schwester noch Stiefschwestern, also fallen diese beiden Geschichten schon einmal aus. Dafür will ich aber ein Erlebnis aus unserem Leben erzählen, das genau zu dieser Überschrift passt: Es ist inzwischen zwar ein paar Jahre her, aber es passierte in nicht allzu ferner Vergangenheit, denn Timo begleitete uns nicht mehr auf unseren Reisen. Wir waren in Italien, genauer gesagt in Neapel. Während Peter seine Zeit auf einem Kongress und bei Besprechungen verbrachte, machte ich Stadtrundfahrten mit dem Bus und hatte somit bis zum Wochenende die gesamte Stadt erkundet. Samstag und Sonntag wollten wir dann gemeinsam mit einem Bekannten die Gegend erforschen. „Lass uns doch morgen zum Vesuv fahren!“, schlug er uns beim gemeinsamen Abendessen vor. Von unserem Hotelzimmer aus, hatten wir einen wunderschönen Blick auf diesen Vulkan und für einen Besucher Neapels ist der Vesuv ein unbedingtes Muss. „Okay, …

Auf Umwegen ans Ziel

Das Leben geht nicht immer gradlinig voran. Manchmal geht alles kreuz und quer und manchmal muss man andere Wege beschreiten. Rückschritte gehören ebenso dazu wie der Blick zur Seite. Um im Leben aber voran zu kommen, wirft uns gerade eben dieses Leben nicht selten sogar Steine in den Weg. Es lässt uns über Hindernisse stolpern oder auferlegt uns Umwege und Abkürzungen, um an unser Ziel zu kommen.  Peter ist bei uns in der Familie und im Freundes- bzw. Bekanntenkreis für seine Abkürzungen bekannt. Das rührt im Grunde noch aus unserer Zeit in Darmstadt. Damals arbeitete er in einer anderen Stadt, was bedeutete, dass er jeden Tag 50 Kilometer hin und 50 Kilometer zurück fahren musste. Da wir allerdings weiter in Darmstadt leben wollten, nahm er diese Wegstrecke in Kauf. Zumal wir die Autobahn quasi direkt vor der Haustür hatten und in 20 Minuten am Flughafen waren, von dem er mindestens einmal in der Woche aus beruflichen Gründen wegfliegen musste. Da es in der Firma noch einige weitere Mitarbeiter gab, die ebenfalls in Darmstadt wohnten, bildeten …