Gedichte
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Mal seicht, mal wild

 

Liebe Leute, ich bin wieder da,
war gar nicht richtig weg zwa’,
weil ich manchmal nur ganz leise,
gehe auf meine lange Reise.

Dann spiele ich mit eurem Haar
und ihr nehmt mich kaum wahr.
Wehe euch um die Nase ganz sacht,
mit Vorsicht und auch Bedacht.

Treibe Wolken hin und her ein Stück
mal vor, aber auch mal zurück.
Puste nach der Flaute voller Kraft,
damit das Segel nicht erschlafft.

Komme von nah und von fern,
kühle eure heiße Stirn gern.
Bringe frische Luft in alle Räume,
wirbele dann auf eure Träume.

Lasse Samen durch die Lüfte fliegen,
Halme sich unter mir biegen.
Drachen gleiten am Himmel dahin,
wie es mir steht so im Sinn.

Blätter von Bäumen ich schüttele,
auch an Gartentüren ich rüttele.
Treibe Laub durch die Straßen,
lasse Kinder mit mir spaßen.

Manchmal muss ich aber toben,
komme mit Wucht von oben.
Peitsche auf die Wellen im Meer,
wüte auch ringsum gar sehr.

Bin dann mächtig und bärenstark,
säusele nicht leise, brülle lautstark.
Decke ab all der Häuser Dächer,
alles klappt zusammen wie Fächer.

Werfe um Bäume groß und klein,
trage Unglück in die Welt hinein.
Man wird mich dann laut verfluchen
und nur noch Zuflucht suchen.

Dann muss ich mich schlafen legen,
will nicht durch die Gassen fegen.
Tue so, als sei nichts geschehen,
lasse leicht nur Fahnen wehen.

Will mich wieder mit euch versöhnen,
euch an meinen Hauch gewöhnen.
Windstille lasse ich nun treten ein,
bis ich komme wieder herein.

 

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