Neueste Artikel

Aurelia und Albert (10)

Eule Aurelia, die alles von ihrem Aussichtspunkt aus beobachtet hat, breitet ihre Flügel aus und schwingt sich in die Lüfte. Sie fliegt über Berge und Täler über Flüsse und zugefrorene Seen.

Nein, sie fliegt nicht ziellos umher. Sie weiß genau, wohin sie will und als sie ihr Ziel erreicht hat, setzt sie sich auf den höchsten Baum. Sie beginnt ein lautes Geschrei. Immer und immer wiederholt sie ihr Rufen.

„Was ist denn hier für ein Tumult!“, wundert sich der Bewohner eines einsam stehenden Hauses mitten in einem tiefen und dunklen Wald. Er sieht ein bisschen wie Albert Einstein aus, doch der ist ja schon lange tot. Aber alle, die diesen alten Mann hier im Wald kennen, nennen ihn wegen seiner Ähnlichkeit, aber auch wegen seiner Weisheit nur Albert. Mit seinem richtigen Namen wird er niemals gerufen. Möglicherweise kennt diesen sogar keiner mehr.

„Ich sollte unbedingt einmal nachsehen. Es hört sich nach Aurelia, der klugen Eule an. Aber normalerweise ist sie ein eher stiller Vertreter ihrer Art“, denkt Albert und geht nach draußen.

„Weiser alter Mann! Albert, hörst Du mich?!“ schallt es ihm entgegen.

„Aurelia? Was ist denn los? Wieso bist Du so aufgeregt?“

„Bruno, der Teddybär, Hugo, der Waldmensch und Kurt, der Schneemann …“, Aurelia muss erst einmal Luft holen. Sie ist total außer Atem. „… sind auf dem Weg zu Dir!“

„Oh, wie schön, ich bekomme Besuch!“, freut sich Albert. „Da sollte ich meine Hütte aufräumen, es ist nämlich wieder einmal dringend nötig. Vor lauter Denken, Erfinden und Grübeln kommt man ja nicht zum Aufräumen…“

„Dazu bleibt keine Zeit!“, schreit die Eule verzweifelt. „Kurt, der Schneemann braucht Deine Hilfe, sonst stirbt er!“

Aurelia berichtet schnell alles, was Albert wissen muss. Dieser wirft vorsichtshalber einen kleinen Schlitten mit Rädern auf sein Gefährt, da er dieses schon für den Winterbetrieb mit Kufen ausgestattet hat.

„Man kann ja nie wissen, wozu er gut ist“, meint er und springt auf sein düsenangetriebenes Gefährt. Diesen Antrieb hat er sich selbst ausgedacht und gebaut. Er ist eben ein kluger Mann, der weiß, wie man schnell vorankommt. 

„Hoffentlich ist Dein Fahrzeug auch schnell genug, damit wir noch rechtzeitig ankommen und Du den Schneemann Kurt retten kannst!“, hofft Aurelia. Sie schwingt sich neben Albert auf den Beifahrersitz. Zum Glück kennt die Eule den Weg und kann dem weisen alten Mann somit ein bisschen helfen. Mit ganz viel Hoffnung im Gepäck düsen die Beiden los…

Fortsetzung folgt …

Hi, hi, … ;-)

„Wir verreisen nie ohne Paul“, erzählt der ältere Herr der Nachbarin. „Einmal stellten wir am Abend im Hotel fest, dass er noch im Auto war. Ich holte ihn, betrat mit ihm auf dem Arm den Aufzug und grüßte eine Fremde, die sich bereits dort befand. Sie fragte, in welche Etage ich wolle. Ich schaute Paul an und meinte: ‚Wir wollen in den zweiten Stock.‘ Ihren grinsenden Blick  erwiderte ich mit einem freundlichen Lächeln. Paul, den ich anstupste, nickte heftig.“

„Wer ist Paul?“

„Moment!“

Kurz darauf steht er mit Paul im Arm am Gartenzaun. Die Nachbarin streichelt lachend den grünen Krokodilshund.

 

 

 

 

 

 

 

 

Vielleicht möchtet Ihr das noch lesen:

Klammeräffchen und Co

Auf großer Fahrt

Mr. Stoneman’s friend

 

Er sieht rot

Während meines Studiums flog ich für einige Wochen nach England, um Land und Leute kennenzulernen. Am Londoner Bahnhof fragte ich einen jungen Mann, wo der Zug nach Bournemouth abfahren würde. Hilfsbereit nahm er mir sofort den Koffer ab und ging voraus. Ich fürchtete zwar er würde mit diesem flüchten, aber er führte mich zum betreffenden Gleis.  Schmunzelnd fragte er mich nach meiner Lieblingsfarbe. Meine Antwort hätte ich mir sparen können, denn ich stand mit rot gestreifter Bluse, roter Hose und roter Jacke vor ihm und meinen rotkarierten Koffer trug er in der Hand. Leider weiß ich nicht mehr, welche Schuhe ich trug. Rot?!

 

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Farbenspiel

Der Rhododendronpark

Wie aus dem Malkasten

 

*Das Beitragsbild zeigt die Mecklenburgische Bäderbahn Molle, die zwischen Kühlungsborn und Bad Doberan fährt. 

Der Alte und der Neue

Es ist ein sonniger Tag, ich freue mich auf meine Arbeit. Doch plötzlich bringt die Hausherrin einen funkelnagelneuen Besen. „Jetzt hast du ausgedient“, sagt sie zu mir und stellt mich in die Ecke. „Der Neue ist viel schöner, so sauber. Mit ihm geht die Arbeit bestimmt viel flotter und besser.“
Ich muss zugeben, dass ich schmutzig, ziemlich abgenutzt und auch geschrumpft bin. Mit Eifer geht sie ans Werk. „Da macht die Arbeit richtig Spaß!“, ruft sie aus, doch nach einer Weile tauscht sie ihn gegen mich aus. Tja, denke ich, neue Besen kehren gut, aber die Alten kennen die Ecken.

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

In die Jahre gekommen

Ärger mit dem verflixten kleinen Ding

Fräulein Tussnelda

 

Smiley

Ich bin Smiley und tauche an allen möglichen Orten, zu unterschiedlichen Gelegenheiten und Zeiten auf. Plötzlich bin ich da und verschenke mein strahlendstes Lächeln, weil das Leben dadurch viel schöner ist. Ich drücke Liebe, Dankbarkeit, Verbundenheit, Freude, Glück … aus und wecke Erinnerungen.
Heute erinnere ich Astrid daran, dass sie als Kind den Grießbrei schön fest wollte, so dass der Löffel darin stecken blieb. Als Mutter hat sie ihrem Sohn diesen Brei immer mit einem „Mandarinengesicht“ serviert. Weil sie sich daran erinnert, lächelt sie gedankenverloren vor sich hin und freut sich. Lächeln ist zwar ansteckend, aber gesund, darum lächelt einfach mit! 

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Das Sofa in der Küche

Aus der Schulzeit meiner Mutter

Goldglöckchen

 

Das Blau des Himmels

Die Idee zu dieser Geschichte wurde an einem schönen Sommertag geboren. Ich lag auf einem Liegestuhl und hatte die Augen geschlossen. Als ich sie öffnete, blickte ich zwischen zwei Sonnenschirmen hindurch direkt in den Himmel. Ich konnte meinen Blick nicht abwenden, denn dieses Himmelblau faszinierte mich und nahm mich in seinen Bann. Und plötzlich fielen sie mir ein, die vielen verschiedenen Redewendungen, die wir dem Himmel gewidmet haben. Dem Himmel sei Dank für unsere facettenreiche Sprache. Ihr kennt diese Redewendungen und Aussprüche alle und wahrscheinlich habt ihr sie im Laufe des Lebens auch schon selbst benutzt. „Also“, so dachte ich mir, „lass mich daraus eine kleine Geschichte basteln.“ Und hier ist sie:

Tina schwang sich auf ihr Rad und fuhr zu ihrer Freundin Suse. Die Beiden verband nicht nur eine lange und innige Freundschaft, immerhin nannten sie sich schon seit Schultagen Freundinnen, sondern sie hatten auch beruflich einen gemeinsamen Weg eingeschlagen. Seit einem Jahr hatten sie ein kleines Geschäft. Tina war Goldschmiedin und sie hatte schon immer davon geträumt sich selbständig zu machen. Doch alleine fehlte ihr der Mut. Suse war Schneiderin und unter ihren Händen entstanden die schönsten Kleider, die man sich nur denken konnte. Ihre schwingenden, rauschenden Abend- und Sommerkleider riefen immer und überall Begeisterung hervor. Gemeinsam mit Tinas ausgefallenen Schmuckkreationen waren sie einfach umwerfend. So wagten sie vor zwei Jahren den Schritt in die Selbständigkeit. Sie hatten Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um sich ihren Traum zu erfüllen. Der Anfang war schwer, manchmal waren sie himmelhoch jauchzend und dann wieder zu Tode tief betrübt. Doch jetzt lief der Laden. Sie verdienten keine Millionen, denn Geld und Erfolg regnet es bekanntlich nicht vom Himmel. Aber es reichte, um Beide zu ernähren und auch noch um monatlich eine Kleinigkeit zurückzulegen.

„Du, heute ist in der Stadt Flohmarkt. Lass uns mal hinfahren. Ich finde es himmlisch in alten Dingen zu kramen und in vergangenen Zeiten zu schwelgen. Diese alten Sachen erzählen soviel über ihre Besitzer“, schlug Tina ihrer Freundin vor.

Der Flohmarkt war recht groß, er führte durch die gesamte Innenstadt und zog viele Besucher an. Tina und Suse schlenderten von Stand zu Stand, bis Suse plötzlich einen kleinen Koffer entdeckte. Es war ein alter Lederkoffer und sah schon sehr mitgenommen aus. Sicherlich hatte er einst seinem Besitzer auf vielen Reisen gute Dienste geleistet. Kratzer und Narben zierten ihn und machten ihn erst interessant.

„Schau mal“, flüsterte Suse fast ehrfürchtig in Tinas Richtung. „Stell ihn dir in unserem Schaufenster vor: Ein Sommerkleid aus himmelblauem fließenden Stoff auf den geöffneten Koffer gelegt und davor einige Deiner Schmuckstücke drapiert, das müsste doch einfach nur himmlisch aussehen.“

„Ja, lass ihn uns kaufen!“, meinte Tina ebenfalls begeistert.

So wurden die beiden Frauen stolze Besitzer eines alten zerschlissenen und leeren Lederkoffers. Bewaffnet mit Schuhcreme und Tüchern gingen sie schon am nächsten Tag an die Arbeit, um das alte Stück wieder auf Vordermann zu bringen.

„Komm mal schnell her, Tina!“, rief Suse plötzlich aus. „Ich glaube hier ist ein doppelter Boden drin!“

Tatsächlich ließ sich der Boden an einer Ecke leicht anheben, doch mit den Jahren hatte er sich verzogen und verkantete sich nun. Ganz vorsichtig und behutsam schafften es die beiden Frauen jedoch, ihn zu lösen. Darunter verbarg sich eine Vertiefung von etwa zwanzig mal zwanzig Zentimetern. Und hierin lag ein kleines unscheinbares Buch. Die Blätter waren schon vergilbt und über und über mit einer zierlichen weibliche Handschrift bedeckt.

„Du ich glaube wir haben ein altes Tagebuch gefunden“, rief Tina aufgeregt aus.

„Kannst du diese alte Schrift denn lesen? So hat man noch zu Urgroßmutters Zeiten geschrieben.“

„Lass es uns einfach gemeinsam versuchen“, beschloss Tina und blätterte ehrfürchtig die Seiten um. An einem Eintrag aus dem Jahre 19… (die letzten beiden Ziffern waren nicht mehr zu erkennen) blieben sie hängen:

„Mein liebes Tagebuch“, lasen sie und stellten fest, dass es gar nicht so einfach war diese Schrift zu entziffern.

„Du bist mir in all den zurückliegenden Jahren immer ein treuer Begleiter gewesen. Ich habe mit dir gar manche glückliche Stunde geteilt, aber dir auch meinen Kummer anvertraut. So will ich mir auch heute alles von der Seele schreiben, was mich bewegt.

Bis vor ein paar Wochen hing für mich der Himmel noch voller Geigen. Karl und ich hatten uns gefunden und waren so glücklich miteinander. Wir schwebten den ganzen Sommer über im siebten Himmel. Unser Glück schien perfekt und wir machten schon Pläne für eine gemeinsame Zukunft. Er wollte mir den Himmel zu Füßen legen und mir die Sterne vom Himmel holen. Er versprach mir das Blaue vom Himmel. Doch dann änderte sich plötzlich alles. Karl ließ mich auf einmal links liegen. Er hatte nur noch Augen für die schöne Neue. Es hatte ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Er sprach nur noch von ihr. Wenn wir die wenigen gemeinsamen und immer weniger werdenden Stunden miteinander verbrachten, lobte und hob er sie mit seinen Worten in den Himmel. Plötzlich hatte er kaum noch Zeit für mich. Immer wieder hatte er eine andere zum Himmel stinkende Ausrede, warum wir uns nicht treffen konnten. Und immer öfter traf ich ihn zufällig mit ihr an. Er strahlte dann jedesmal über das ganze Gesicht und man konnte seinen Stolz auf die Neue in seinen himmelblauen Augen lesen. Ich stand neben ihm und er streichelte und liebkoste sie zärtlich. Seine Augen leuchteten wie die Sterne am Himmelszelt. Während er mit ihr im siebten Himmel zu schweben schien, trübte sich für mich der Himmel ein. Es war eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit, so fand ich. Über mir stürzte der Himmel ein und ich ging durch die Hölle.“

An dieser Stelle hielt Tina mit dem Lesen inne und wischte sich eine die Wange herunter kullernde Träne weg.

„Typisch Mann!“, meinte sie. Sie versprechen Dir alles Mögliche und dann kommt die Nächste, dann lügen sie dir das Blaue vom Himmel herunter und plötzlich bist du Luft für sie.“

„Warte mal!“, sagte Suse. „Lies doch mal weiter, ich kann das gerade nicht richtig entziffern, es ist ein bisschen verwischt, gerade so als sei eine Träne darüber gelaufen. Wahrscheinlich hat die Verfasserin des Tagebuchs geweint.“

„Wundert dich das?“, fragte Tina und versuchte dann aber das zu entziffern, was nur noch als ein Hauch erkennbar war:

„Der Himmel weiß, was noch alles passiert wäre, hätte ich mich nicht mit den Tatsachen abgefunden und reagiert. ‚Um Himmels Willen, so sei es denn‘, dachte ich mir, streichelte sie ebenfalls und schwang mich mutig auf den Sitz hinter meinen Karl, um mit ihm und seiner geliebten Maschine davonzubrausen.“

„Ein Motorrad!“, Tina und Suse lachten erleichtert auf.

Gerade wollte Suse umblättern, um den nächsten Eintrag zu lesen, da ging die Türglocke, eine neue Kundin betrat das Geschäft und ließ die beiden Freundinnen sozusagen vom Himmel wieder auf die Erde fallen…

Kurzer Nachtrag:

Gerade als ich mir diese Geschichte auf meiner Sonnenliege ausgedacht hatte, hörte ich mit einem lauten Knall das Zusammenbrechen eines Liegestuhles und den Aufschrei meines Mannes:

„Himmel, A…. und Zwirn!“

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Anton

Herzlichen Glückwunsch!

Ein süßes Hörnchen und zwei kleine Diebe

 

Na so was!(2)

Susi hüpft die Stufen zum Erdgeschoss hinunter. Die Fünfjährige will zu ihrem Opa Werner, der gemeinsam mit Großmutter Wilhelmine bei ihnen im Haus wohnt. Sie bewohnen die untere Etage und Susi mit ihren Eltern leben in den beiden oberen Geschossen. 

„Opa langweilt sich doch so alleine, weil Oma Wilhelmine in der Kur ist. Ich leiste ihm ein bisschen Gesellschaft“, hat das Mädchen der Mutter beim Frühstück erklärt und den Opa begrüßt sie jetzt mit einem fröhlichen „Guten Morgen!“

„Hallo, meine Prinzessin, kannst du mir schnell mal beim Suchen helfen? Ich kann meinen Hut nicht finden. Du weißt ja, Oma räumt immer alles weg und ich finde dann nichts mehr.“

„Der liegt doch wie immer dort oben“, meint Susi und deutet auf die Hutablage der Garderobe. „Wozu brauchst du den denn?“

„Ich will Willi, meinen Bruder vom Bahnhof abholen, er hat auch Langeweile, weil seine Frau mit Oma an der Ostsee ist und deshalb will er solange bei mir bleiben.“

Das Mädchen klatscht vor Freude in die Hände. Willi ist nämlich Opas Zwillingsbruder und die beiden sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

„Das wird ein Riesenspaß, wenn die Beiden gemeinsam hier wohnen“, denkt die Enkelin. Noch ahnt sie nicht, dass dieser Spaß schon in wenigen Minuten beginnt.

„Schnell, schnell, wir müssen los, – der Zug kommt in einer Viertelstunde an. – Ich zieh nur schnell noch meine Schuhe an“, erklärt ihr der ältere Herr und schlüpft in die bereitstehenden Slipper.

„Opa…“, meldet sich Susi zu Wort.

„Los, los! Wir dürfen keine Zeit verlieren!“

„Aber schau mal….“, versucht die Enkeltochter erneut dem Großvater etwas zu sagen.

„Jetzt nicht, später schauen wir uns das an“, antwortet dieser.

„Aber es ist wichtig…“

„Manchmal gibt es eben noch wichtigere Dinge“, Opa Werner ergreift die Hand des Mädchens und schon geht es in Richtung Bahnhof, wo sie völlig außer Atem am Gleis ankommen, als der Zug einfährt. Viele Menschen strömen aus allen Richtungen herbei. Susi bemerkt, dass die meisten den Großvater und sie mit einem Lächeln bedenken. 

„Die sind aber nett, sie lächeln uns alle zu“, sagt sie gerade in dem Moment als ein paar größere Jungs kichernd auf ihren Opa deuten. Jetzt fällt ihr wieder ein, was sie schon zu Hause dem Großvater sagen wollte.

„Du Opa…“, versucht sie einen erneuten Vorstoß. „Vorhin wollte ich…“

„Ach, schau nur …“, ruft Opa ganz aufgeregt aus. „Dort vorne steigt Willi aus!“

Jetzt sieht auch das Mädchen das Ebenbild seines Großvaters und vergisst, was sie sagen wollte. Willi, der ebenfalls einen Hut trägt, kommt winkend auf die Beiden zu. Susi stürmt ihm entgegen und wirft sich lachend in seine ausgebreiteten Arme. 

„Zur Begrüßung spendiere ich dir ein leckeres Eis“, schlägt Willi vor. 

Na, da lässt sich das Mädchen nicht lange bitten und zeigt gleich wo sich der nächste Eisstand befindet. Dort sucht sie sich ein leckeres Erdbeereis mit vielen bunten Perlchen aus. Beim Bezahlen fällt Willi ein Geldstück aus der Hand und Susi bückt sich sofort, um es aufzuheben. Da sieht sie es.
Kichernd reicht sie das Zwei-Cent-Stück der Frau hinter der Eistheke.

„Ach kleines Fräulein, du hast aber gute Laune! Naja, wenn man ein Eis bekommt…!“, sagt sie zwinkernd und reicht ihr den Eisbecher.

„Ihr seid doch Zwillinge“, meint das Mädchen, steckt sich ein Löffelchen mit der kühlen Köstlichkeit in den Mund und blickt kess zwischen Opa und Willi hin und her.

„Aber das weißt du doch“, sagt der Großvater und streicht ihr liebevoll über die blonden Locken.

„Mutti sagt, dass sich Zwillinge nicht nur äußerlich ähnlich sind. Sie haben auch die selben Angewohnheiten, selbst dann, wenn sie sich lange nicht gesehen haben.“

„Wie kommst du jetzt darauf?“, erkundigt sich Willi.

„Na, weil ihr anscheinend auch eine ganz bestimmte Angewohnheit habt.“

„Ja, ja“, gibt der Großvater zu. „Wir tragen gerne Hüte, das stimmt wohl.“

„Und noch mehr“, grinst die Kleine. „Die eine Angewohnheit sitzt oben, aber da unten gibt es noch eine andere …“

Sie deutet in Richtung Asphalt. Die Zwillingsbrüder folgen ihrem Zeigefinger und kurz darauf erschallt das fröhliche Lachen der Drei, das alle Vorübereilenden für einen kurzen Moment aufhorchen lässt.

„Na sowas!“, rufen die Zwillinge wie aus einem Munde.

„Ihr habt einen dunkelblauen und einen schwarzen Schuh an!“, trällert Susi und hüpft um die Beiden herum.
„Du hast den blauen Schuh am rechten Fuß“, richtet sie sich an Willi „und Opa am linken! Habt ihr euch abgesprochen oder macht ihr das immer so?“

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Na sowas! (1)

In den Schuhen des Anderen

Oma Lena und ihre Schatztruhe

Astrid, Opa und das Eis

 

Der verflixte Tag

Nathalie liegt endlich im Bett. Es ist inzwischen schon zwei Uhr nachts. Ihre Gedanken lassen sie nicht los, denn in ihrem Kopf schwirrt es. Sie lässt die Ereignisse des vergangenen Tages Revue passieren:

„Der Tag war von Anfang an wie verhext“, denkt die junge Frau. „Nachdem Tom um kurz vor fünf Uhr zum Flughafen gefahren ist, habe ich dann total verschlafen. Um noch rechtzeitig im Büro zu sein, musste ich das Frühstück ausfallen lassen. Das wäre ja an sich kein Problem gewesen, wenn ich nicht auf die Idee gekommen wäre, mir beim Bäcker um die Ecke schnell einen Coffee to go zu holen. Den wollte ich auf dem Weg zum Büro trinken. Als ich dann stolperte, schwappte der Kaffee auf meine Bluse. Und ich habe es in der Hektik gar nicht mal bemerkt. Beim anschließenden Meeting machte mich allerdings eine Kollegin vor versammeltem Team auf den Fleck aufmerksam.“

Es war ausgerechnet die Kollegin, die sowieso ihre Schadenfreude niemals verbergen konnte und deshalb bei allen nicht besonders beliebt war. 
Zum Glück hatte Nathalie ein Tuch dabei, das sie sich derartig band, dass der Fleck verdeckt war.  Als wären das nicht schon genug schlechte Ereignisse für diesen Tag, trudelte sogleich die nächste unerwartete Nachricht per Telefon ein. 

„Es tut mir so leid, aber mein Flug von Paris nach Berlin wurde gecancelt und so kann ich erst morgen Früh den ersten Flieger nehmen“, hatte ihr Lebensgefährte Tom betrübt erklärt. „Das bedeutet, dass ich erst nach Hause komme, wenn du schon wieder im Büro bist. Dabei war eigentlich Hin- und Rückflug am selben Tag geplant.“

Das hat Nathalie zwar geärgert, aber es war nun mal nicht zu ändern. „Immerhin handelt es sich um eine Geschäftsreise, die von großer Wichtigkeit für Toms berufliche Karriere ist“, tröstet sich Nathalie auch jetzt noch mitten in der Nacht und sieht vor ihrem inneren Auge die weiteren Ereignisse des Tages vorüberziehen. 

Der Nachmittag im Büro verlief eigentlich recht normal und ohne kleine oder größere Ereignisse, so dass das Kopfkino sofort zu den Geschehnissen am  Abend sprang. Nathalie war zu ihrer besten Freundin Bea gefahren, die nach einer plötzlichen Trennung von ihrem Freund dringend seelischen Beistand brauchte. 

„Als ich das Knöllchen nach dem Besuch bei Bea an meiner Windschutzscheibe vorfand, ahnte ich nicht, dass die letzte Stunde des Tages noch eine weitere böse Überraschung für mich bereithielt“, gesteht sich Nathalie in Gedanken ein, als sie an die folgenden bangen Minuten denkt.

Sie war kurz nach dreiundzwanzig Uhr vor ihrem Haus eingetroffen, das sie gemeinsam mit Tom bewohnte. Ihr fiel zunächst nichts Ungewöhnliches auf. Doch als sie die Haustür öffnete, drangen seltsame Geräusche an ihr Ohr. Ihr Herz schien vor Schreck einen Moment auszusetzen. Geistesgegenwärtig schloss sie leise und vorsichtig wieder die Haustür. 

„Ich glaube bei mir sind Einbrecher im Haus“, hatte sie zu Bea gesagt, die schon beim zweiten Klingeln an ihr Handy gegangen war. 

„Ruf die Polizei und bring dich nicht in Gefahr, warte bis die Polizei da ist!“, hatte diese ihr eingeschärft. „Ich bin auch sofort bei dir!“

„Die beiden Polizeibeamten waren in Windeseile da und schlichen zuerst um das Haus herum. Auch sie hörten die Geräusche, die aus einem ganz bestimmten Zimmer zu kommen schienen. Es war Toms Büro“, erinnert sich Nathalie und beginnt zu frösteln. 

Weder in dem besagten Raum noch im gesamten Haus brannte Licht und Nathalie hatte den Polizisten glaubhaft versichert, dass ihr Lebensgefährte noch in Paris sei. Somit konnten es nur Einbrecher sein, zumal plötzlich auch ein leises Klirren zu hören war, als sei etwas umgefallen. 

Die Polizisten hatten Bea und Nathalie ins Auto geschickt und waren dann leise ins Haus geschlichen. Zunächst konnten die Freundinnen nichts Verdächtiges hören und auch nichts sehen, dann allerdings ging in jedem einzelnen Zimmer nacheinander plötzlich das Licht an und kurz darauf wieder aus. 

„Diese bangen Minuten, die mir wie Stunden erschienen, werde ich wohl so schnell nicht vergessen“, gesteht sich die immer noch hellwache Nathalie ein.

Tja und dann waren die beiden Polizeibeamten aus dem Haus gekommen und an ihr Auto herangetreten.

„Wir haben den vermeintlichen Einbrecher entdeckt“, hatte der Eine gesagt. Leider hat er die Bodenvase zerbrochen und die Blumen hat er ebenfalls zerstört.“

„Und wo ist er jetzt?“, hatte sie den netten Polizisten gefragt, der inzwischen ein verschmitztes Grinsen im Gesicht hatte und trocken meinte: „Dort, wo er hingehört!“

Auch der zweite Polizist hatte sich aus zunächst unerfindlichen Gründen sein Lachen nicht mehr verkneifen können und so ließ er die beiden verblüfften Frauen wissen:

„Wir haben ihn zur Station gebracht, er konnte sie anscheinend nicht mehr alleine finden konnte.“

„Wahrscheinlich haben Bea und ich ziemlich verdutzte Gesichter gemacht“, überlegt Nathalie, die nun langsam doch schläfrig wird.  Außerdem hat sie nun selbst ein Grinsen im Gesicht. „Gut, dass der eine Polizist uns dann alles genau erklärt und damit auch beruhigt hat.“

„Ihr Staubsaugerroboter war der Übeltäter. Er hatte sich selbstständig gemacht und fuhr im Zimmer hin und her. Nachdem er wohl beim Saugen hinter der Zimmertür diese zugeschlagen und sich somit selbst im Büro eingesperrt hatte, konnte er nicht mehr eigenständig zu der im Flur stehenden Aufladestation zurück. Jetzt ist er dort und schläft den Schlaf der Unschuldigen.“

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Beschützer, Einbrecher, Holzfäller und ein ungeliebtes Haustier

Mister Tremblehand

Gänsehaut

 

Kurze Zwischenmeldung

Leider hat mir das Leben in den letzten Wochen wenig Zeit gelassen, um mich um meinen Blog zu kümmern und Blogrunden zu drehen. Daher ist mir erst jetzt aufgefallen, dass keine Reaktion auf meine letzte Geschichte kam. Dank Eurer Hilfe, ist mir nun klar, warum dies so ist.

Inzwischen haben mich nämlich mehrere E-mails erreicht, dass bei mir zur Zeit kein Kommentieren möglich ist. Ich werde mich am Wochenende darum kümmern und hoffe, dass der Fehler bald gefunden wird. Und dann läuft alles wieder in gewohnten Bahnen ;-).

Habt alle ein schönes und sonniges Wochenende und seid recht herzlich gegrüßt

Astrid

P.S.

Das Problem ist gelöst, es hing mit einem neuen Update. Jetzt funktioniert das Kommentieren wieder.

Das Telefonat

Barbara und Kurt sind nun schon seit fünfzehn Jahren verheiratet und unternehmen in ihrer Freizeit alles gemeinsam. Allerdings gibt es eine Ausnahme. Jeden zweiten Freitag im Monat gehen sie getrennte Wege. Kurt trifft sich mit seinem alten ehemaligen Schulfreund zum Billardspielen und Barbara macht sich einen gemütlichen Abend mit ihrer besten und langjährigen Freundin Grit. Sie gehen zusammen ins Kino, spielen Karten, treffen sich in einem Restaurant oder Reden einfach nur über Dieses oder Jenes bei einem Gläschen Wein.

An diesem Freitag  jedoch ist alles anders. Grit ist zur Kur und so verbringt Barbara diesen freien Abend alleine. Sie freut sich ein paar Stunden für sich zu haben und möchte diese für ein Wellnessprogramm nutzen. Gerade will sie das Badewasser einlassen, als das Telefon klingelt. Kurz zögert sie, dreht dann allerdings den Wasserhahn wieder zu und geht in den Flur, wo ihr Handy liegt. Das Display zeigt einen unbekannten Anrufer an. Nichtsahnend meldet sie sich:

„Herrmann!“

„Barbara?“ klingt die Frage aus dem Handy. Allerdings scheint die Unbekannte keine Antwort zu erwarten, denn sie plappert munter weiter:

„Na klar bist du es, Barbara. Ich habe dich sofort an der Stimme erkannt. Hier ist Claudia. Du weißt schon, deine Schulfreundin aus der Oberstufe.“

„Ja“, antwortet Barbara und denkt sich: „Von wegen Freundin, mit dieser Nervensäge war ich lediglich in einem Kurs zusammen, aber von Freundschaft waren wir weit entfernt.“

„Ich dachte mir, ich melde mich mal wieder. Unser letztes Gespräch muss doch schon fast zwanzig Jahre her sein. Damals haben wir Abi gemacht. Wie geht es dir? Ich bin mir sicher, dir geht es gut. Mir geht es auch einigermaßen. Eigentlich wäre ich ja zufrieden, aber in letzter Zeit plagen mich Rückenschmerzen. Ich sag dir, das ist gar nicht lustig. Sie fingen an, als ich mich von Egon getrennt habe. Kennst du eigentlich diesen gemeinen Schuft? Nein, den kannst du gar nicht kennen. Den hab ich ja erst vor fünf Jahren kennengelernt und vom Fleck weg geheiratet. Auf einer Weiterbildung zum Paartherapeuten haben wir uns getroffen. Du hast doch bestimmt studiert? Wolltest du nicht immer Ärztin werden? Ach so etwas könnte ich nicht. Ich kann kein Blut sehen und dann die ganzen Krankheiten. Da steckt man sich nur an. Macht dir das nichts aus?“

Barbara öffnet den Mund, um zu antworten, aber schon plappert es am anderen Ende weiter.

„Apropos Ansteckung, –  ich hab mich mit einer scheußlichen Grippe angesteckt. Ich müsste mich eigentlich ins Bett legen und mich auskurieren, aber du kennst mich ja. Ich kann einfach keine Ruhe finden. Immer muss ich in Aktion sein. Neulich zum Beispiel habe ich mich für einen Tenniskurs eingeschrieben. Spielst du Tennis?“

„Eh, ich…“

„Ehrlich gesagt, kann ich nicht verstehen, was alle Welt so toll findet am Tennisspielen. Nein, das ist mir zu anstrengend. Ich brauche ein Hobby, das etwas geruhsamer ist.  Ich habe es mal mit Stricken versucht. Du hast doch in der Schule immer alle deine Winterpullover selbst gestrickt. Machst du das eigentlich noch? Ich habe es erst einmal mit einem Schal versucht, aber nachdem ich dreimal auftrennen musste, weil mir die Maschen von der Nadel gefallen sind, habe ich das Strickzeug in die Ecke geworfen. Aber jetzt habe ich das richtige Hobby gefunden. Mit meinem neuen Freund Hugo male ich in jeder freien Minute abstrakte Bilder. Wir planen sogar eine Ausstellung. Ich schicke dir auf jeden Fall eine Einladung, wenn es soweit ist. Du musst mir versprechen zu kommen. Bring einfach deinen Mann mit. Du hast doch bestimmt Kurt geheiratet. Oder bist du am Ende auch geschieden wie ich? Ach nein, du doch nicht. Kurt ist ja auch ein toller Mann. Das war er schon in der Schule, aber er hatte ja nur Augen für dich. Ach ja, meine Augen ,- möglicherweise erkennst du mich gar nicht mehr, denn ich habe jetzt Kontaktlinsen. Brauchst du schon eine Lesebrille?“

„Eh, ich…“

„Ich lese ja für mein Leben gern. Erst im letzten Sommer habe ich einen Roman gelesen, mal sehen, vielleicht suche ich mir für diesen Sommer wieder ein Buch heraus. Ich habe ja selbst mal versucht ein Buch zu schreiben, aber dafür habe ich viel zu wenig Zeit. Ach, die liebe Zeit, sie vergeht ja so schnell. Ich muss jetzt auch mal Schluss machen, mein Freund Hugo muss gleich da sein. Es war nett mit dir zu plaudern. Mach’s gut. Tschüss und lass uns nicht wieder zwanzig Jahre warten bis zu unserem nächsten Gedankenaustausch.“

„Tschüss!“, sagt Barbara und zuckt mit den Schultern, als gleichzeitig das Besetztzeichen zu vernehmen ist.
„Mit einer Tonbandaufnahme hätte ich ebenso viel Gedankenaustausch gehabt“, erklärt sie ihrem Mann Kurt später, als dieser vom Billardspielen zurück ist und sich nach ihrem Abendprogramm erkundigt.

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Badezimmergespräch

Waschmaschinengespräche

In die Jahre gekommen

 

 

Pfingstunternehmung

Pfingsten ist nun auch schon wieder vorbei und der Sommer ist immer noch nicht eingekehrt. Gestern ließ er sich mal blicken, doch heute sieht es wieder wie Herbst aus.

Da meine Wetterapp mir schon Tage zuvor 22 Grad und Sonnenschein für den Pfingstmontag versprochen hatte, haben wir uns mit unserem Sohn und seiner Lebensgefährtin in Berlin getroffen.

Bei einem Picknick am Spreeufer ganz zünftig mit Decke und Picknickkorb,

gab es viele leckere Köstlichkeiten, wie zum Beispiel Eiskaffee, Karottenkuchen,

Erdbeeren, Melone, selbstgebackenes Brot, gekochte Eier, Lachs, und vieles mehr.

Später ging es dann in den Tierpark.

Wir machten einen langen und ausgiebigen Spaziergang und konnten ohne Probleme in diesem großen Park weitaus mehr als den geforderten Coronaabstand einhalten. Durch die verschlungenen Wege waren wir zeitweise alleine auf weiter Flur.

Nicht nur Hunde haben anscheinend das Bedürfnis mit Herrchen oder Frauchen spazieren zu gehen. Das Herrchen saß allerdings auf einer Bank, passte auf und kam Dank seines Schützlings immer wieder ins Gespräch mit anderen Spaziergängern.

Nach einem kurzen Schnappschuss mit dem Handy setzten wir unseren Weg fort,

 

der uns kreuz und quer durch den Park führte.

Schön war es zu sehen, wie hier schon die Rhododendren blühen.

Während in unserem Garten die Knospen dieses Jahr nur recht langsam aufspringen, waren hier z.B. die weißen Rhododendren zum Teil sogar schon verblüht.

Noch schnell ein letztes Foto, dann blieb das Handy in der Tasche. Wir liefen und liefen und entfernten uns immer mehr von unserem Ausgangspunkt. Als wir dann ca. 19:30 Uhr wieder bei unserem Auto ankamen, taten uns die Füße weh, aber es war ein schöner Tag.

Ich hoffe, auch Ihr habt ein schönes Pfingstwochenende verbracht. Lasst es Euch gutgehen.

 

Vielleicht möchtet Ihr dies noch lesen:

Ein himmlisches Erlebnis

Unser zweites Kennenlernen

Unser persönliches Spiel mit dem Gedächtnis

 

 

 

 

 

 

 

Wunder gibt es immer wieder

Neulich vor meinem Besuch beim Orthopäden, hatte ich an jedem Ohr einen Ohrring. Später zu Hause zeigte mir mein Spiegelbild, dass ein Ohrgehänge fehlte. Ich suchte in meiner Tasche, im Auto, in und an meiner Kleidung.  Sogar auf dem Parkplatz vor der Arztpraxis suchte ich am Abend noch. Nichts!  Meine Anrufversuche scheiterten. Vor ein paar Tagen fand ich es bei uns vor dem Haus, als ich die Einkäufe aus dem Auto holte.

Heute Morgen beim Ausräumen der Spülmaschine und der Reinigung des Siebs, hing dort ein anderes lange vermisstes Ohrgehänge.

Ich frage mich und Euch: „Kleine Alltagswunder? Verwunderlich? Jedenfalls erfreulich!“

Die Freitag – Sonntag-Berichterstattung

Der Freitag läutet zwar das Wochenende ein, allerdings zeigte er sich von der Wetterseite her weniger optimistisch. Es regnete bei uns den ganzen lieben langen Tag. Schön war lediglich der Regenbogen, den ich begeistert am Himmel erspähte, aber nur vom Auto aus mit dem Handy einzufangen versuchen konnte.

Da man ihn auf dem Foto fast nicht erkennen konnte, öffnete ich das Seitenfenster um schnell einen weiteren Versuch zu starten. Allerdings musste mein Mann gleich wieder weiterfahren, da er im Rückspiegel schon die Autos sehen konnte.

In solchen Fällen ärgere ich mich immer, dass ich nur das Handy zur Hand habe und meine Kamera zu Hause im Schrank liegt.

Am Freitagabend kamen dann unser Sohn und seine Lebensgefährtin. Sie blieben das ganze Wochenende und weil das Schmuddelwetter vom Freitag von strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen abgelöst wurde, machten wir am Samstag wieder einmal einen kleinen Ausflug in den Spreewald.

Dort war es schon wesentlich grüner als bei unserem letzten Besuch Ende März, wie die Fotos deutlich zeigen.

28.3.2021                                                                                      8.5.2021

 

 

 

 

 

28.3.2021

8.5.2021

28.03.2021                                                               8.5.2021

Und wenn die Wanderschuhe schmutzig sind, gibt es immer noch eine Verwendung für sie, wie wir auf unserem Spaziergang feststellen konnten:

Am Sonntag war dann Muttertag,

 

den wir bei strahlendem Sonnenschein im heimischen Garten verbrachten. Auch hier verändert sich die Natur. Es wächst und grünt, beginnt zu knospen und zu blühen.

Mit diesen Vergissmeinnicht schicke ich Euch liebe Grüße und wünsche Euch eine gute und schöne Woche.

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Muttertagserinnerungen

Unser persönliches Spiel mit dem Gedächtnis

Ein himmlisches Erlebnis

 

Tausendmal berührt

Aus meinem Küchenradio ertönt der Refrain „Tausendmal berührt“. Plötzlich macht es „Zoom“. Meine Erinnerungen sind da: 

Diese Topflappen in meiner Hand sind ziemlich alt, jahrelang lagen sie im Schrank. Ich habe sie damals im Handarbeitsunterricht so fest gehäkelt, dass man sich nicht die Finger am heißen Topf verbrennt. Die große schlanke Handarbeitslehrerin „Fräulein Streckfuß“, wachte über unsere Arbeit, lobte oder tadelte uns dafür. Sie brachte uns auch das Sockenstricken bei. Meine Baumwollsocken waren blau. Eine Liebe zum Sockenstricken wurde nie daraus. Sie blieben die einzigen ihrer Art. Oder sollte ich nur nicht wissen, was mir all die Jahre gefehlt hat?

Der Ausreißer

Ein kurzes Video, rief eine Erinnerung aus meiner Kindheit in mir hoch. Hiervon möchte ich Euch heute hier an dieser Stelle erzählen:

Er hatte  ein schönes Zuhause. Der Park und der Teich waren ganz nach seinem Geschmack. Gefährten hatte er ebenfalls. Er war zufrieden mit seinem Leben.
Doch eines Tages packte ihn die Reiselust. Er flog davon und ließ alles unter sich. Da er kein Ziel hatte, landete er irgendwo und das war genau vor unserer Haustür.
Ich weiß nicht mehr, wer ihn entdeckte, aber ich erinnere mich, dass meine Mutter bei der Stadtverwaltung anrief. Daraufhin erschienen städtische Mitarbeiter, fingen ihn ein und brachten den schönen weißen Schwan zurück in den Alteburgpark mitten in unserer Stadt. Jetzt war er wieder zu Hause.

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Sonntagsausflug

Ach, du lieber Schwan!

Lady und Junior