Gedichte, Kurzgeschichten

Vergessen

 

Einst haben sie alle uns geliebt,

denn wir waren überall beliebt.

Gehütet und gepflegt wurden wir,

denn man war stolz auf unsere Zier.

 

Auf keiner Feier durften wir fehlen,

darüber könnten wir viel erzählen.

Wir waren gefragt jeden Sonntag,

zum Jubiläum oder auch Geburtstag. 

 

Wurde eine festliche Tafel bereitet

und weißer Damast ausgebreitet,

waren wir immer mit von der Partie

und ließen spielen unsere Magie.

 

Wir waren von schlichter Schönheit,

oder auch edel, je nach Feierlichkeit.

Ob einfach nur weiß oder verziert,

unsere Beliebtheit war garantiert.

 

Wurden gereicht von Hand zu Hand,

ob in der Stadt oder auf dem Land,

verströmten in des Räumen Luft

des Kaffee besonders köstlichen Duft.

 

Doch mussten wir warten zu lange,

wurde der Hausfrau ganz bange.

War der Kaffee dann wohl eiskalt,

griff man zur Thermoskanne bald.

 

Drum haben wir nun ausgedient.

Womit haben wir das verdient?

Stehen nun vergessen im Schrank,

das ist eben der Welten Dank.

 

Vielleicht in vielen, vielen Jubeljahren,

wenn sie uns so lange aufbewahren

und uns dann  nicht mehr übersehen,

werden wir im Glanze auferstehen.

 

Unsere Anmut und die Nostalgie

vereinen sich zur Symphonie.

Man wird uns wieder begehren

und hochachtungsvoll ehren.

 

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8 Kommentare

  1. wunderschöne alte Kaffeekannen und noch so „gut im Schuss“, die linke – von mir aus gesehen dürfte wohl aus den 50zigern stammen, die rechte elegante ein wenig später, stimmts?
    eine ODE auf ein Relikt der guten alten zeit, damals wusste noch niemand von Thermokannen die warm halten und musste die hübschen Kannen auf den Herd stellen, damit blieb das Innenleben angenehm warm, aber nicht heiß. so ändert sich die Zeit.
    Erinnerst du dich noch an die Tropfenfänger die Mama den Kannen verpasste damit sie beim Eingießen nicht tröpfelten:-))?….*
    es gab sie in gestrickt“, was man heute nie mehr machen würde, allein schon aus hygienischen Gründen. So oder so, finde ich sie sehr hübsch und würden sie nicht so viel Platz im Schrank brauchen, stünde auch bei mir noch die eine oder andere, blümchengeschmückt – darin…
    aus Haushaltsauflösungen müssste noch ähnliches zu ergattern sein…
    eine gute und hübsche Idee Altes aus alter Zeit herzuzeigen…herzlichst angelface

    • Astrid Berg sagt

      Und ob ich mich noch an die Tropfenfänger erinnern kann. Bei meiner Mutter, die ebenfalls keine Kaffeekanne mehr benutzt, aber sie aufgehoben hat, steht sogar eine Kanne mit Tropfenfänger noch im Schrank. Ich selbst habe sehr selten Kaffeekannen benutzt, aber niemals einen Tropfenfänger 😉.
      LG
      Astrid

  2. Liebe Astrid, herzliche Grüße.
    Nicht nur die gute, alte Kaffeekanne, sondern auch die Kaffeetasse ist vom Frühstückstisch verdrängt, durch die ´Kaffeetopf-Tasse. Zu meiner Kinderzeit gab es den Muggefuk (Malzkaffee) mit Milch auch immer aus dem Kaffeetopf.
    Noch einen schönen Tag wünscht Dir, Brigitte.

    • Astrid Berg sagt

      Stimmt, da hast du recht. Mein Mann trinkt seinen Latte Macchiato immer aus dem entsprechenden Glas und ich meinen Tee aus dem Teeglas, – tasse.
      Ja, die Zeiten ändern sich und wir gehen mit 😉.
      LG
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Du wirst lachen, alle meine Porzellankannen stehen im Schrank. Die abgebildeten zwei Kannen stehen einfach zur Dekoration im Küchenregal und daneben steht eine alte Kaffeemühle. Die Kaffeebohnen, die sich ebenfalls im Regal befinden, sind allerdings für unseren Kaffeevollautomaten bestimmt. 😊😉
      LG
      Astrid

  3. Liebe Astrid,
    erst vor ein paar Tagen habe ich mein Kaffeeservice aus Platzgründen aussortiert. Eine schöne Kaffeekanne ist natürlich dabei, die Form und die darauf gemalten Blümchen sind sehr schön. Der Kaffee aus der vollautomatischen Kaffeemaschine ist angesagt, Filterkaffee gibt es bei uns so gut wie gar nicht mehr. Espresso und Cappuccino haben ihn verdrängt.

    Viele Grüße
    Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Das stimmt, inzwischen gibt es so viele Kaffeespezialitäten, dass man schon manchmal die Qual der Wahl hat.
      LG
      Astrid

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