Kurzgeschichten, Meine Plauderecke
Kommentare 12

Huch!

Auch heute melde ich mich wieder aus meiner Plauderecke. Es hat mir das letzte Mal sehr viel Spaß gemacht, mit Euch zu plaudern und Eure Erinnerungen zu lesen, die Ihr mir geschickt habt. Jetzt geht es weniger um Erinnerungen, als um Eigenarten.
Kein Mensch ist perfekt und das ist auch gut so. Ich denke, dass jeder von uns eine oder mehrere Eigenarten hat, die mehr oder weniger ausgeprägt sind. So auch ich.
Ich habe festgestellt, dass sich diese Eigenarten nicht „verwachsen“, wie man so schön sagt. Jedenfalls ist dies bei mir der Fall. Entdeckt hat sie zum ersten Mal ein Lehrer, der mich selbst erst darauf aufmerksam gemacht hat. Noch heute stellt sie mein Mann immer wieder aufs Neue bei mir fest. Ich darf also stolz behaupten, dass ich dieses Wesensmerkmal schon seit der Schulzeit (kurz nach der Grundschule) mit mir herum trage und voraussichtlich auch niemals ablegen werde. Ich könnte vielleicht an mir arbeiten und sie auszumerzen versuchen, aber sie ist schon ziemlich fest in meinem Wesen verankert. Außerdem taucht diese Eigenart immer total überraschend auf und ich wage zu behaupten, dass sie einer Art Instinkt gleicht.
Mit dieser Eigenart schade ich keinem anderen Wesen und auch nicht mir selbst. Im Gegenteil, sie beschützt mich. Eventuell könnte sich der eine oder andere Mitmensch kurzzeitig darüber ärgern oder eher darüber belustigen.
Nun gut, langer Rede, kurzer Sinn. Ich werde nicht mehr um den heißen Brei herum reden, sondern Euch verraten, worum es geht. Nur noch soviel vorneweg: Ausgelöst ist diese Eigenart durch Angst.
Und nun folgt mein Geständnis:
Ich habe Angst vor Bällen. Nein, nicht vor allen Bällen, nur vor diesen, die plötzlich und von mir unerwartet direkt auf mich zugeflogen kommen.
Entdeckt hat dieses mir eigene Wesensmerkmal mein ehemaliger Sportlehrer. Er meinte nämlich:
„Immer wenn ein Ball auf Astrid zugeflogen kommt, reißt sie die Arme hoch und hält sie schützend vor das Gesicht, anstelle den Ball zu fangen.“
Ich kann mich nicht erinnern, jemals negative Erfahrungen bezüglich fliegender Bälle gemacht zu haben, aber ich muss meinem damaligen Sportlehrer recht geben. Und noch mehr: Bis zum heutigen Tage schnellen meine Arme reflexartig in die Höhe und überkreuzen sich vor meinem Gesicht, wenn ein Ball oder ähnliches auf mich zugeflogen kommt.
Erst gestern machte sich mein Mann wieder einen Spaß daraus, als er mir den Schlüsselbund zuwerfen wollte.
„Achtung!“, rief er aus. „Ich werfe! Einfach nur auffangen!“
„Nein! Nicht!“, rief ich aus und sah im Geiste auch schon dieses Etwas auf mich zufliegen.
Mein Mann, der meine Eigenart nur zu gut kennt, begann zu lachen, als er sah, wie sich meine Arme in die Lüfte schwangen und vor meinem Gesicht schützend überkreuzten. Gleichzeitig hielt er in seiner Wurfbewegung inne und streckte mir seine Hand hin, in der sich die Schlüssel befanden, die er mir geben wollte. Als ich nach diesen greifen wollte, umklammerte er sie wieder mit seinen Fingern und zog die Hand zurück.
„Komm, wir üben noch mal! Fang sie einfach auf!“, sagte er vertrauenserweckend.
„Okay!“, willigte ich ein.
Zack! Schon kamen die Schlüssel durch die Luft geflogen und landeten sanft in meiner Hand, die sie einfach und ohne Problem aufgefangen hatte.
„Na also, geht doch!“

 

„Welche Eigenart habt Ihr? Wollt Ihr sie ausplaudern?“

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Gerümpel und Kostbarkeiten

Familienzuwachs

Chaotischer Umzug

 

*Bei dem Beitragsbild handelt es sich um ein Graffiti, das ich abfotografiert habe. Leider ist mir der Künstler nicht bekannt.

12 Kommentare

  1. Liebe Astrid,

    da kann ich Dich aber voll verstehen. Ich erschrecke auch immer furchtbar wenn hier einer meiner Männer mir etwas ganz unerwartet und plötzlich zu wirft, da reiße ich aber auch ganz schnell meine Arme nach oben, ich mag das gar nicht.

    Viele liebe Grüße
    Kerstin

    • Astrid Berg sagt

      Hihi, da habe ich ja noch jemand gefunden, der sich lieber die Hände schützend vor das Gesicht hält. So ganz ohne Vorwarnung geht gar nicht. Irgendwie muss man schon auf einen solchen Wurf vorbereitet sein, um entsprechend reagieren zu können. 😉
      LG
      Astrid

  2. Liebe Astrid, ich wünsche Dir einen guten Tag.
    Ich bin linkslastig. Nur beim Schreiben mußte ich wegen der Schule, die Lehrer bestanden damals darauf, mit Beginn der 2. Klasse, von den Eltern in den Sommerferien, umgewöhnt werden. Kann aber auch immer noch mit der linken Hand gut schreiben.
    Ich kann nicht ordentlich den Ball mit der rechten Hand werfen.
    Ich bin auch schreckhaft und kitzlig, womit mich mein älterer Sohn öfters neckt.
    Schraubverschlüsse rechts- oder linksrum öffnen, da muß ich immer erst kurz nachdenken.
    Das Fahrrad kann ich nur links führen. Zu meiner rechten Seite kann ich gar nicht mit dem Fahrrad laufen, da falle ich eher über das Rad, weil ich, wie man sagt, über meine eigenen Beine (Rad) stolpere und sofort hinfalle. Auch das Aufsteigen geht nur mit dem linken Bein zuerst.
    Die erste Treppenstufe nehme ich immer mit dem linken Fuß. Unbewußt, aber immer, auch runter. Steige in die Hose zuerst mit dem linken Bein. Nehme beim Anziehen erst den linken Arm,
    Führe meinen Hund extra auf der rechten Seite, damit ich immer meine linke Hand frei habe. Sie ist es, mit der ich zuerst zugreife.
    Liebe Grüße, Brigitte.

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Brigitte,
      auch meine Mutter ist eigentlich eine „geborene“ Linkshänderin. Sie wurde schon im Kindergarten umgewöhnt. Bis heute bügelt sie mit links, manchmal auch mit rechts, aber sie schreibt nur rechts. Naja, damals dachte man noch, dass rechts das „gute Händchen“ ist. Heute weiß man, dass das „gute Händchen“ auch links sein kann.
      LG
      Astrid

  3. Hm, da fällt mir grad nichts ein zu mir selbst. Keine Rituale, keine Macken, keine Ängste. Aber irgendeinen „Tick“ habe ich sicher auch 🙂
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

  4. Liebe Astrid, siehste geht doch. Im Moment fällt mir keine Macke bei mir ein. Ob ich perfekt bin? Werde darüber nachdenken. Liebe Grüße Eva

    • Astrid Berg sagt

      Ja, es klappt nicht immer, aber immer öfter! 😉 Zumindest bin ich bemüht und das ist doch das, was zählt 😉 .
      LG
      Astrid

  5. Hallo liebe Astrid,
    vor Bällen hatte ich als Kind auch Angst, das hat sich aber mit den Jahren gelegt.
    Ansonsten habe ich eine kleine Ordnungsmacke, es muss alles an seinen Platz sein, naja wie jeder von uns vielleicht. Ich mag es z. B. nicht, wenn mein Mann seine Wäsche Abends vor dem Bett auf den Boden wirft und liegen lässt… kann er sie doch ins Bad bringen… nein sie bleiben da liegen bis Frau sie am Morgen dann ins Bad bringt… *grrr*
    Und dann sind meist die Ärmel vom Shirt oder Hemd nach innen gezogen *grr*

    Tja so hat jeder seine kleine Macke *schmunzel*

    Ein schönes Pfingstwochenende wünsche ich Dir…
    Liebe Grüße
    Biggi

    • Astrid Berg sagt

      Oh, oh!!Das kommt mir bekannt vor. Mein Mann hat die gleiche Angewohnheit und ich kann es überhaupt nicht leiden. An manchen Tagen habe ich Glück und seine Wäsche landet da, wo sie hingehört. Dann keimt Hoffnung auf, bis zum nächsten Mal 🙂 .
      Mein Schwiegervater hatte die Angewohnheit die Socken beim Ausziehen zu rollen. Es geht also noch schlimmer 😉 .
      Sei herzlich gegrüßt und hab noch einen schönen restlichen Pfingstmontag
      Astrid

  6. hmm..
    Macken habe ich bestimmt genug
    nur fällt mir gerade keine ein 😉
    leichte (schlechte) Angewohnheiten vielleicht 😉
    ich mag nicht gerne Besteck abwaschen
    und Shirt oder Bluse in der Hose zu tragen mag ich auch nicht 😉
    ich habe einen Hang zu creativem Chaos (manche sagen vielleicht Unordnung dazu 😉 )
    ich erledige meistens alles auf den letzten Drücker..
    deine „Macke“ würde ich vielleicht als angeborenen starken Reflex bezeichnen
    da kann man auch nicht viel dagegen tun
    liebe Grüße
    Rosi

    • Astrid Berg sagt

      Beim kreativen Chaos musste ich jetzt aber schmunzeln, denn mein Mann sagt immer:“Nur das Genie beherrscht das Chaos“. Außerdem gibt es von Einstein einen schönen Spruch über einen unordentlichen Schreibtisch: „Wenn ein unordentlicher Schreibtisch ein Zeichen für einen unordentlichen Verstand ist, wofür steht dann ein leerer Schreibtisch?“ (Albert Einstein)
      Also, denke ich, dass ein bisschen kreatives Chaos nicht schaden kann. 😉
      Herzliche Grüße
      Astrid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.