Beitrag, Dies & Das und sonst noch Was, Dies & Das und sonst noch Was 2016
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Brief an die Oma

Wie Ihr ja wisst, krame ich gerne mal in meinen Erinnerungskisten. Neben den üblichen Fotoalben besitze ich nämlich auch noch kleine Aufbewahrungskartons mit verschiedenen Fotos, die niemals eingeklebt wurden. Aus welchen Gründen auch immer sie dort gelandet sind, aber auf jeden Fall waren sie zu wertvoll, um sie zu entsorgen. Weiterhin gibt es auch noch ein paar Sammelmappen mit alten Postkarten, Briefen und dergleichen mehr.

Und hier bin ich wieder einmal fündig geworden. Ich habe eine kleine liebevoll gestaltete Postkarte gefunden, die mir sofort ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Auf ihr wird ein Ereignis aus dem Leben unseres Sohnes festgehalten, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Es ist ein kleiner neuer Lebensabschnitt, der durch dieses Ereignis beginnt. Es ist im Grunde genommen nichts, was die Welt aus den Angeln hebt. Aber trotzdem ist es für jede Familie mit einem Kleinkind immer wieder etwas Besonderes und doch irgendwie etwas Einmaliges. Warum sonst hätte ich damals diese Zeilen stellvertretend für unseren Sohn an seine Oma geschrieben?!

Und so sieht die Vorderseite der Karte aus:

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Unterhalb dieser Zeichnung, die damals mein Mann angefertigt hat, befinden sich folgende handschriftlich verfassten Zeilen:

Mama und Papa sagen,

ich sei ganz tapfer gewesen

und habe gar nicht geweint!

Vielleicht ahnt Ihr ja schon, was damit angedeutet wird, aber lasst mich die Karte umdrehen und Euch den dort vermerkten Text „vorlesen“:

Liebe Omi!

Stell‘ Dir vor, eine Weltsensation ist eingetreten. Mama hat irgendetwas an mir entdeckt. Auf jeden Fall fing sie plötzlich an zu jubeln und mich hochzuwerfen. Gleich darauf rannte sie zum Telefon und rief Papa an:

„Peter, er ist da!“

Wenn ich es richtig verstanden habe, bin ich das erste Baby auf der ganzen Welt, das jemals einen Zahn gekriegt hat. Ich dachte mir, ich teile es Dir schnell mit. Das ganze Theater um das komische Ding in meinem Mund fand am 12.2.90 um ca. 11:15 Uhr statt.

Na, was sagst Du zu Deinem 

Timo?!

Ein bisschen ist dieser Post heute eine Ergänzung zu einer Kurzgeschichte, die ich schon vor längerer Zeit geschrieben habe und die Euch sicherlich auch gefallen wird:

Die kleinen Beißerchen

 

22 Kommentare

  1. Die kleine Geschichte hat auch mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Der erste Zahn, wie schön, wenn er derart ‚bejubelt‘ wird – sogar mit Datum und Uhrzeit wurde das Ereignis festgehalten. Ehrlich: Mehr kann ein erster Zahn wirklich nicht erwarten! – Lach!! – Danke, dass du diese Erinnerung mit uns teilst!
    Ähnliche Ereignisse erleben wir im Moment mit den Enkeln – die Zähne wackeln und fallen heraus. Diese Lücken werden auch allen seeeehr stolz präsentiert. Ja, was so ein waschechtes Vorschulkind ist, steht zu diesen Lücken – im Alter sieht das dann anders aus :-)! LG Martina

    • Astrid Berg sagt

      Ja, ein Wackelzahn und dann auch noch die Lücke ist der Stolz aller Kinder, die gerade ihre Zweiten heiß und innig erwarten. Ist das nicht schon wieder ein kleiner Schritt zum Erwachsenwerden?!
      Erst freut man sich, wenn sie kommen und dann wieder, wenn sie gehen und die anderen kommen. Aber diese sollten dann möglichst lange bleiben, sonst hat man keinen Grund mehr zum Jubeln 😉
      Sei lieb gegrüßt
      Astrid
      P.S. Nicht vergessen die Enkel mit den Lücken zu fotografieren, denn das kann man nicht mehr nachholen.

  2. Liebe Astrid, herzliche Grüße.
    Wenn der Hornlöffel beim Füttern klapperte, dann war der erste Milchzahn da bzw bischen raus und man nahm es halt freudig zur Kenntnis. Mehr nicht.
    Ich erinnere mich noch an meine wackeligen Milchzähne, die ich immer mit viel Mut raus zog oder drehte, weil sie oftmals noch an einem kleinen Zahnfleischfetzen hingen und ich vor dem geringen Schmerz Angst hatte.
    Alles Gute, tschüssi Brigitte.

    • Astrid Berg sagt

      Ja, bestimmt hast Du auch einen Faden darum gebunden und versucht ihn mit einem Ruck herauszuziehen. Aber das hat nie geklappt, weil doch der Mut gefehlt hat. Aber dann hat es einfach der Biss in den Apfel getan.
      Herzliche Grüße
      Astrid

  3. Hallo Astrid,

    Oh das ist wieder mal eine schöne Geschichte und vor allem die Idee mit den Brief an die Oma! Wenn es bei unserem Engel so weit ist werde ich diese Idee wieder aufgreifen.
    Uns geht’s sonst super sind gut wieder zu Hause angekommen und Manuel bekommt jetzt ordentlich Breichen. 😉
    Seit lieb gegrüßt aus dem verregneten Toledo.
    Meli

    • Astrid Berg sagt

      Ich habe gar nicht nachgesehen, ob bei Manuel schon etwas blitzt. Lange können die Zähnchen doch nicht mehr auf sich warten lassen.
      Ihr habt Regen? Bis jetzt scheint bei uns noch die Sonne.
      Ich habe erst gestern erfahren, dass Ihr noch eine Woche länger geblieben seid. Lasst es Euch in Toledo gutgehen und seid ganz herzlich gegrüßt. Ein kleines Küsschen für Manuel!
      Astrid

  4. Hallo Astrid,

    ich staune was Du alles in Deinen Aufbewahrungsboxen findest – lauter schöne Erinnerungen 🙂 An meinen ersten Zahn kann ich mich nicht erinnern *g* aber vor einiger Zeit tauchte ein alter Schnuller von mir wieder auf 🙂

    Lieben Gruß
    Björn 🙂

    • Astrid Berg sagt

      Hallo Björn,
      na, den hätte ich gerne gesehen 🙂 . Bestimmt sieht er ganz schön ausgelutscht aus 🙂 !
      Ich staune übrigens auch immer, was sich alles noch findet. Da man jedoch nur die schönen Sachen als Erinnerungsstücke aufhebt, freut man sich beim Finden noch ein zweites Mal.
      LG
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Ja, sowohl bei den ersten als auch bei den zweiten Zähnen.
      LG
      Astrid

  5. Liebe Astrid,
    es ist immer wieder schön, wenn du in deinen Erinnerungen
    kramst. Eine herrliche Geschichte.
    Ich wünsche Dir einen geruhsamen Abend
    Irmi

    • Astrid Berg sagt

      Ich freue mich über meine Fundstücke immer so sehr, dass ich sie einfach zeigen muss! 🙂
      LG und eine schöne Woche
      Astrid

  6. Ein Erlebnis, das mehr die Eltern als das Kind in Euphorie versetzt. Aber ich finde es auch schön, was du so alles an Erinnerungen hast.

    LG Anna-Lena

    • Astrid Berg sagt

      Meist ist ja das Bekommen der kleinen Beißerchen auch kein Vergnügen für die Kinder 🙂
      Sei herzlich gegrüßt
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Da kann ich Dir nur beipflichten, liebe Rosi. Alle nachfolgenden Zähne waren schon Normalität.
      Wir haben außerdem auch nur ein Kind (mittlerweile schon erwachsen), beim zweiten wäre wahrscheinlich auch der erste Zahn schon keine Sensation mehr gewesen.
      LG
      Astrid

  7. Ach wie niedlich. Der erste Zahn, bei uns gab es glaub ich keine Freudensprünge. Kann mich jedenfalls nicht dran erinnern.
    Aber als unser Kleiner das erste Mal „Mama“ sagte, das war schön. Denn er war sehr ruhig, fing erst sehr spät an zu reden und wir fürchteten schon, dass er es irgendwie nicht kann. Später dann war er der sprechende Wasserfall – und heut wieder ist er zurück gezogen und still. Nur wenn unser Förster vom Wald und seiner Arbeit erzählen kann, dann bricht der Wasserfall wieder aus 🙂
    Liebe Grüße in den Abend von Kerstin.

    • Astrid Berg sagt

      Er muss eben wirklich was zu sagen haben, ansonsten hört er wahrscheinlich lieber zu, oder? 🙂
      Das erste Mal „Mama“ oder „Papa“, das erste Lachen, all das sind Situationen, die für die Eltern große Glücksmomente darstellen.
      Sei herzlich gegrüßt
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Mein Mann hat die Zeichnung angefertigt und ich den Text. Als ich die Karte fand, haben wir uns alle sehr darüber gefreut. Mein Mann konnte sich zunächst gar nicht mehr daran erinnern, ich schon. Für unseren Sohn war die Karte vollkommen neu. Zur Entstehungszeit der Karte war ihm nämlich diese ebenso egal wie der berühmte erste Zahn. 🙂
      LG
      Astrid

  8. PS: Ich hab ganz vergessen, deine Frage zu beantworten: Ja, ich habe Naturlocken. Deshalb trage ich die Haare auch selten offen, denn sie fallen so gut wie nie so, wie ich es will – wenn, dann muss ich vorher sehr viel damit herumfriemeln. Frag meine Tochter, sie ist sooo froh, dass sie meine Locken nicht geerbt hat ;o)

    • Astrid Berg sagt

      Ja, so ist das im Leben, liebe Traude. Wer Locken hat, der will keine und wer keine hat, der hätte gerne welche. 🙂
      Sei herzlich gegrüßt
      Astrid

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