Meine Plauderecke
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Was sagt man dazu?

Heute melde ich mich mal wieder kurz aus meiner Plauderecke, denn ich muss unbedingt etwas loswerden, was ich vor fast zwei Jahren erlebt habe. Ich habe zuerst überlegt, eine Geschichte daraus zu machen, kam dann aber zu dem Entschluss, dass es an dieser Stelle besser platziert ist. Also lasst uns darüber plaudern:
Ihr kennt bestimmt die Situation, wenn sich das Leergut so angesammelt hat, dass es endlich wieder einmal zum Händler gebracht werden muss, um Platz für neue gefüllte Flaschen zu schaffen. Ich bin jedesmal wieder erstaunt darüber, wieviel Geld da so im Keller herumsteht und freue mich, wenn ich dadurch an der Supermarktkasse meine Rechnung schmälern kann.
Das ist ja wohl auch der Anreiz, der geschaffen wurde. Man wirft sie nicht einfach weg, sie werden noch verwertet und erhält das gezahlte Pfand zurück.
Nun gut, langer Rede kurzer Sinn: Ich stand also wieder einmal am Flaschenrücknahmeautomaten, mit dem ich mich auch manchmal köstlich unterhalte, aber das ist eine andere Geschichte ( Zwischen Kampf und Unterhaltung ).
Insgesamt gab es zwei Automaten. Neben mir standen zwei Männer, die die Sache mit der Rückgabe der Flaschen sehr ernst nahmen. Sie schienen damit ihr Taschengeld aufzubessern, das sie scheinbar vom Heim bekamen. Sie waren nicht mit Taschen, sondern mit einem gefüllten Karren zum Automaten gepilgert. Auf dem Karren stapelten sich einige Kästen, aber hauptsächlich einzelne Flaschen. Zum großen Teil waren es Bierflaschen, aber auch Wasser- und Limonadenflaschen waren dabei.
Sie schoben also Flasche für Flasche in die vorgesehene Öffnung und freuten sich an dem steigenden Geldbetrag, der auf dem Display sichtbar wurde.
Es dauerte jedoch nicht lange, da stand ein Mitarbeiter des Supermarktes neben ihnen und verwies sie des Marktes. Sie mussten unverrichteter Dinge wieder gehen und durften auch nicht wiederkommen. Auch ihr Bitten half nichts.
Ich war sehr verwundert und fragte nach dem Grund des Verbotes. Als Antwort erhielt ich nur die Auskunft, dass die Flaschen bei einem Fußballspiel gesammelt wurden. Diese und andere Männer würden dies immer wieder tun und sie hätten schon in anderen Märkten Hausverbot. Ich erlaubte mir anzuführen, dass sie ja auch etwas bringen würden, sprich Leergut, wofür sie das Geld bekommen würden. Doch dieses Argument zählte scheinbar nicht, denn man erklärte mir nur, dass die Männer nichts oder nur wenig im Markt kaufen würden und man durch die vielen Flaschen nur mehr Arbeit hätte.
Die beiden Männer mussten mit ihrem gesammelten Leergut gehen und mir blieb sprichwörtlich die Spucke weg.

Was sagt Ihr dazu?

 

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15 Kommentare

  1. das darf ja wohl nicht wahr sein..
    wie weit ist die Menshcheit schon gesunken

    diesem Marktmitarbeiter würde ich wünschen dass er im Alter auch einmal am eigenen Leib erfahren müsste wie das ist wenn das Geld nicht zum Leben reicht
    aber er hat dann sicher ausgesorgt..
    die Flaschen sind doch bezahlt
    das Pfand streichen sonst die Märkte ein
    in den großen Städten sieht man doch immer wieder dass die mittellosen Menschen
    die Flaschen sammeln
    ich würde das in die Zeitung bringen..
    hach.. da kann ich mich so richtig drüber aufregen

    liebe Grüße
    Rosi

    • PS: vielleicht hätte ich den Männernn das Leergut auch abgekauft und selber abgeben 😉
      ansonsten wäre der Markt in Zukunft für mich tabu und das würde ich auch der Geschäftleitung mitteilen
      wenn die Männer für hunderte Euros einkaufen könnten bräuchten sie keine Flaschen zu sammeln..
      LG
      Rosi

      • Astrid Berg sagt

        Die Idee mit dem Abkaufen des Leergutes ist genial. Leider fällt einem immer erst die passende Lösung ein, wenn die Situation schon vorbei ist.
        LG
        Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Da geht es Dir, wie mir. Auch ich habe mich ziemlich darüber aufgeregt und muss auch heute noch öfter daran denken. Das ist auch der Grund, warum ich an dieser Stelle darüber geschrieben habe.
      LG
      Astrid

  2. Ich empfinde es als Frechheit des Handel so zu reagieren. Egal welches Geschäft!

    Es wurde Pfand bezahlt, egal von wem und wo!
    Und nun will man denen, die den „Unrat“ beseitigen,
    dieses gezahlte Pfandgeld nicht auszahlen, ja man hätte Arbeit damit….

    Ich denke es ist eher so, das ja mit dem Pfand ein riesen Reibach vom Handel gemacht wird. Er berechnet sogar die 19% MWST auf das Pfand… ja ist so. Ausgezahlt wird es ohne die MWST 😉

    Und Direkt Abfüller mit Eigenmarken wie Aldi „River Cola“,
    Edeka „Perlquell“ oder Rewe mit ihren Eigenmarken wie „ja“ etc. kassieren doppelt, denn sie müssen ja keinem Abfüller das Pfand zurück erstatten.

    Ausserdem verscherbelt der Handel anschliessend den Pet-Schrott an Entsorgungsgeschäfte und kassiert noch einmal bis zu 500,-€ pro Tonne sortenreiner Pet-Schrott

    Verlierer dagegen Kioske und Tankstellen. Das dort eine Rücknahme grösserer Mengen Flaschen und Dosen verweigert wird, kann ich verstehen.

    Auch sammlere gerne arme Menschen das Pfand aus der Umwelt ein, um ihre kargen Einkommen ein ganz klein wenig damit auf zu bessern…
    Arm und reich trifft sich also am Pfandautomaten…bzw. der Handel direkt beim Abfüller.

    Alles im allen ist das Pfand Geschiss ein Milliarden Gewinn für den Handel… und da pissen sich einige Händler an, weil Sammler die Umwelt mit dem Pfandmüll reinigen und sich durch Faulheit anderer ein Taschengeld erarbeiten?

    Wo leben wir inzwischen eigentlich?

    Liebe Grüsse, kkk

    • Astrid Berg sagt

      Ich danke Dir recht herzlich, dass Du Dich so engagiert an dieser Diskussion beteiligt hast und uns auch viele Fakten geliefert hast.
      Es ist aber auch ein Ereignis, über das man sich richtig aufregen kann. Mir ging diese Sache lange nicht aus dem Kopf und heute wüsste ich wie ich besser reagieren könnte, aber damals hat es mir regelrecht die Sprache verschlagen. Mein zaghafter Vorstoß wurde ja gleich im Keim erstickt. Deshalb habe ich mich entschlossen, dieses Ereignis hier zur Sprache zu bringen.
      LG
      Astrid

  3. Annette sagt

    Wo steht denn geschrieben, dass man nur dort Flaschen zurückgeben darf, wo man sie gekauft hat und sie vorher auch noch selbst getrunken haben muss? Klar, die Fußballfans, die ihre Flaschen nicht wieder einsammeln, sind den Händlern natürlich lieber. Die kaufen ordentlich Alkohol und verschenken dann noch das Pfand. Für den Handel doppelt gut.

    Aber jede Medaille hat zwei Seiten. Da ich die Hintergründe nicht kenne, möchte ich die Händler nicht einfach verurteilen. Ich hätte vielleicht die Geschäftsleitung angeschrieben, das Erlebte geschildert und – als Kundin des Ladens – eine Stellungnahme erbeten. Wenn die Herren wirklich nur deshalb der Läden verwiesen wurden, weil sie dort regelmäßig sehr viele Flaschen abgeben und nichts kaufen, fände ich das nicht akzeptabel und würde das auch so kommunizieren. In einem solchen Fall fände ich es sinnvoll, das Einschalten der Presse „anzudrohen“, falls sich dieses kundenverachtende Verhalten fortsetzt.

    • Astrid Berg sagt

      Ja, jede Medaille hat zwei Seiten. Das sollte man immer bedenken. Allerdings fand ich die Begründung des Mitarbeiters schon etwas seltsam, aber vielleicht gibt es ja noch andere Gründe, die wir nicht kennen.
      Mich hat die ganze Sache jedoch etwas sprachlos und kopfschüttelnd zurück gelassen. Allerdings habe ich auch seither keinerlei Beobachtungen mehr in dieser Hinsicht gemacht und kann nur hoffen, dass dieses nicht unbedingt kundenorientierte Verhalten keine Wiederholung findet.
      LG
      Astrid

  4. unglaublich ist diese wahre Geschichte, denn ähnliches habe ich auch schon erlebt, zumindest die konsternierten Blicke so mancher verkäuferin gesehen. der Artikel ist es wert in einer zeitung veröffentlicht zu werden und zwar namentlich auch dem markt zuzuweisen.
    ich kann echt nur den Kopf schütteln wars heutzutage alles auf dem Rücken anderer ausgetragen wird um zum Vorteil für andere zu sein…
    Gut, dass du es hier veröffentlicht hast…
    Unterstützen oder gar billigen und verstehen kann so ein verhalten von Seiten eines Marktes kaum einer…
    liebe Grüße Angelface

  5. Als ich begann, diese ‚Geschichte‘ zu lesen, hab ich vermutet, dass es darum geht, dass sich einige Menschen ihr Taschengeld mit dem Sammeln von Leergut aufbessern (müssen).- Das Argument, dass der Markt dadurch mehr Arbeit hat, kann ich nicht gelten lassen. Wenn die Menschen, die diese Flaschen achtlos entsorgten, einzeln in den Laden gekommen wären, um die Flaschen ordnungsgemäß zurückzugeben, hätten sie eben so viel zu tun gehabt. – Da bleibt die Menschlichkeit echt auf der Strecke. Schade!

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Martina,
      hab vielen Dank für Deine Beteiligung an dieser Diskussion. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Thema so viel Anklang findet, aber es ist eben ein Thema, das mitten aus dem Leben stammt.
      Du hast recht, bei solchen Sachen frage ich mich auch immer, wo die Menschlichkeit und auch irgendwie die Gleichbehandlung bleibt.
      LG
      Astrid

  6. Christine R. sagt

    Ich finde das schon ziemlich traurig! Es ist doch vollkommen egal, ob da zwei Männer mit einem ganzen Wagen voll gesammelter Flaschen auftauchen – oder x-einzelne Kunden, die jeder zwei oder drei Flaschen abliefern!
    Hier bei uns sehe ich oft Menschen, die in den Glascontainern herumstöbern, auf der Suche nach Leergut, das sie abgeben können. Auch nach Großveranstaltungen wie „Rock im Park“ sammeln größtenteils Rentner die Pfandflaschen auf. Was ist daran so verwerflich? Immerhin hat doch irgend jemand vorher die Flasche MIT Inhalt gekauft – wer sie zurückbringt, sollte dem Händler wirklich egal sein!
    ICH hätte vermutlich einen Brief an die Geschäftsleitung geschrieben – oder gleich an die Zeitung!
    Schlimm genug, dass es Menschen gibt, die nicht genug Rente beziehen, um anständig davon leben zu können – muss man es ihnen denn noch schwerer machen?

    • Astrid Berg sagt

      Ach Christine,
      manchmal kann man sich echt aufregen, wie manche Menschen behandelt werden. In diesem Fall handelte es sich offensichtlich nicht um Rentner, sondern um andere Heimbewohner, was die Sache nicht weniger aufregenswert macht.
      Sei herzlich gegrüßt und hab Dank für Deinen Diskussionsbeitrag
      Astrid

  7. Liebe Astrid,
    soeben komme ich vom Einkaufen zurück und habe folgendes erlebt:
    An den beiden Leergutautomaten des Supermarkts standen zwei junge Männer, die BEIDE Automaten „beschlagnahmten“ mit ihren 4 (vier!) total vollen Säcken mit leeren Plastikflaschen und Dosen. Es bildete sich eine Warteschlange bis hinaus vor die Eingangstür. Zum Glück hatte ich kein Leergut abzugeben, so ging ich vorbei, bekam aber mit, dass bereits heftige Diskussionen zustande gekommen sind.
    Generell finde ich, dass der Marktleiter kein Recht hat, diese Leute wegzuschicken. Aber in meinem erlebten Fall sollte man von den beiden Männern erwarten, dass sie einen Zwischenstopp einlegten und die Wartenden vorlassen.

    Liebe Grüße per Flaschenpost von der Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Traudi,
      ja man sollte immer beide Seiten betrachten. Die Verärgerung der anstehenden Kunden in diesem Fall kann ich auch verstehen. Man sollte sie zumindest darauf aufmerksam machen, nicht beide Automaten zu blockieren. Das wäre eine verständliche Reaktion, aber trotzdem würde man doch sicherlich nicht Kunden mit viel Leergut des Marktes verweisen. Da gibt es doch bestimmt bessere Lösungen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
      LG
      Astrid

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