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Plötzlicher Wintereinbruch (1)

Erschöpft von der langen und vergeblichen Suche war sie in ihrem Versteck eingeschlafen. Doch als sie jetzt erwachte war es bitterkalt. Die Landschaft war bedeckt mit einer weißen Schicht aus Schnee. Sie zitterte, so sehr fror sie, aber das war auch kein Wunder, denn sie trug nur ein hauchdünnes Kleidchen.

Was sollte sie nur tun? Sie hatte sich verlaufen und fand den Weg nach Hause nicht mehr. Sicher würden sie sie schon alle vermissen. Bestimmt hatte die Familie auch nach ihr gesucht, aber jetzt da der Winter hereingebrochen war, hatten sie bestimmt ihre Suche eingestellt. Sie waren nicht für den Winter geschaffen. Sie waren Sommerwesen.

Sie begann zu weinen und zu wimmern, doch wer sollte sie hören? 

Eddi war durch irgendetwas geweckt worden. Er konnte nicht genau sagen, was es war, aber ihm kam es vor, als hätte er ein leises Weinen gehört. Ob er das nur geträumt hatte? Er strengte seine kleinen Mäuseohren an und tatsächlich, da war es wieder. Es hörte sich an, als würde ein zierliches Wesen um Hilfe jammern. Eddi marschierte nach oben zum Ausgang und schaute vorsichtig aus seinem Mauseloch. Er schrak zusammen, denn ein eisiger Wind blies um sein Schnäuzchen. Über Nacht hatte es einen plötzlichen Wintereinbruch gegeben, der nicht nur Schnee, sondern auch eisige Kälte mit sich gebracht hatte.

Da! Da war es wieder! Dieses erbarmenswürdige Wimmern und Weinen. Eddi blickte sich um, konnte aber nichts erkennen, nur dort hinten am Stamme der alten Eiche flatterte etwas. Er rieb sich seine Augen, um zu erkennen, was es war. Aus dieser Richtung kam das zarte Stimmen, das jetzt um Hilfe rief. Es half alles nichts, er musste aus seinem Mauseloch heraus und nachsehen, um was oder wen es sich dort vorne handelte. 

Schon bei seinen ersten Schritten versank er im tiefen Schnee. Nur mit großer Mühe kam er überhaupt vom Fleck. Aber mit jedem Schritt konnte er auch das Weinen und die Hilferufe lauter und deutlicher vernehmen.

„Halte durch!“, rief er. „Ich komme und helfe dir!“

Der eisige Wind trug seine Stimme weiter und er hoffte, das unbekannte Wesen könne ihn hören. „Rufe irgendetwas, damit ich dich finden kann!“

„Hier! Hier!“ hörte er nun klar und deutlich. „Hier bin ich!“ 

Eddi war auf dem richtigen Weg, dessen war er sich sicher. Und nun konnte er auch ein winziges ganz zartes Wesen erkennen, das ihm mit beiden Armen wild zuwinkte.

„Du bist ja viel zu dünn bekleidet!“, sagte er entsetzt, als er das Wesen erreichte. „Hier kannst du nicht bleiben, so holst du dir nur den sicheren Tod!“

Edi, das Mäuschen spürte instinktiv, dass ihnen keine Zeit blieb, um sich vorzustellen und lange Erklärungen zu machen. Sie mussten so schnell es ging in sein Mauseloch, wo es warm und kuschelig war.

„Setz dich auf meinen Rücken und halte dich gut fest. Ich bringe dich in mein Zuhause. Dort kannst du dich aufwärmen und dort können wir uns auch unterhalten und du erzählst mir, wer du bist und was passiert ist. Aber jetzt müssen wir schnell weg, denn schon bald wird die Dunkelheit hereinbrechen.“

Das zarte kleine Wesen schwang sich auf Eddis Rücken. Er spürte kaum ein Gewicht, so leicht war es. Dann machten sie sich auf den Weg…

 

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