Dies & Das und sonst noch Was
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Einen Augenblick mal, bitte!

Das Wort „Augenblick“ besteht aus zwei zusammen gesetzten Wörtern: AUGEN und BLICK. Beides gehört zusammen, denn durch unsere Augen blicken wir in die Welt. Auf die Idee heute bei DIES UND DAS UND SONST NOCH WAS über die Augen oder genauer gesagt über Blicke zu schreiben, liegt daran, dass mir meine Tagebücher in die Hand gefallen sind.

Über was man so alles als junger Mensch nachgedacht und geschrieben hat!?

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Im Grunde meist über die Liebe und da spielt der Blick eine große und bedeutende Rolle. Man versucht dann nämlich Blicke des Angehimmelten zu deuten. Klar, man sucht doch nach Anhaltspunkten, dass der Auserwählte Interesse zeigt. So fand ich beispielsweise eine handgeschriebene Notiz, dass „lange und tief in die Augen sehen“, bedeutet: „Ich habe Sehnsucht nach dir!“ Oder: „Du bist mein großes Glück!“ Ich brauche sicherlich nicht zu erwähnen, dass ich auf Wolke sieben schwebte, wenn der von mir auserwählte Junge sich in meine Augen versenkte. Manchmal jedoch war es auch unangenehm und eher abschreckend, wenn mich ein Junge sehr intensiv fixierte und anstarrte. Dann trafen sich unsere Blicke sicherlich nicht, denn ich wich dem seinen aus.

Blicke können aber noch soviel mehr sagen. Wenn wir in die Augen unseres Gegenübers schauen, können wir hierin Gefühle ablesen. Die Augen sind Verräter, auch wenn wir hinter einem Lächeln versuchen unsere wahren Gefühle zu verstecken. Sie zeigen, wenn wir ängstlich oder erschrocken sind, dann weiten sich nämlich unsere Pupillen.
Augen sprechen eine eigene Sprache oder wie man so schön sagt: „Blicke sprechen Bände“. So gibt es den stechenden, fast mordenden, bösen Blick, bei dem die Wut des Gegenübers deutlich an seinen Augen und der damit verbundenen Mimik abzulesen ist. Dies steht im Gegensatz zu dem weichen Augenausdruck, der Zuneigung, Zärtlichkeit und damit verbunden selbstverständlich Sympathie hervorruft.
Die Polizei nutzt den Blick in die Pupillen, um erste Anhaltspunkte für Drogenkonsum zu erhalten. Aber auch Neurologen, Augenärzte und andere Ärzte können durch den Blick in die Augen gesundheitlichen Problemen auf die Spur kommen. So fragte ein Augenarzt meine Mutter vor vielen Jahrzehnten einmal, ob sie eine schwere Allergie gehabt hätte. Tatsächlich hatte sie gerade eine sehr schwere und lebensgefährliche Penizillinallergie überstanden.

Der Ausspruch „Schau mir in die Augen, Kleines!“ ging mit Humphrey Bogart in dem Film Casablanca um die Welt und wird oft und gerne zitiert, wenn es um eine Aufforderung zum Blickkontakt geht.
Wenn ich mich mit jemand unterhalte, suche ich immer diesen Blickkontakt, schon allein aus Höflichkeit und Achtung meines Gesprächspartners gegenüber. Fehlt dieser, so frage ich mich, ob der Sprecher auch meint oder denkt, was er sagt.

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Wenn er jedoch immer wieder nur kurzen Blickkontakt aufnimmt und dann kurz wieder den Blick senkt, um ihn erneut wieder aufzunehmen, dann kann dies auch ein Hinweis auf Schüchternheit sein.

Nervosität spiegelt sich ebenfalls im Blick wieder, dann blinzelt man beispielsweise ungewollt. Woher diese Nervosität stammt, mag unterschiedlich sein. Der Grund hierfür könnte die genannte Schüchternheit sein, aber auch in einer Lüge begründet sein.

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Was ich gar nicht mag, ist die Tatsache, wenn ich die Augen meines Gesprächspartners nicht sehen kann, weil er sie durch eine dunkle Sonnenbrille oder gar mithilfe einer Brille mit verspiegelten Gläsern verbirgt. Dadurch kann ich nicht sehen, was mir seine Augen sagen. Vielleicht macht es dieser Mensch  ja aus eigener Unsicherheit heraus, aber vielleicht auch, weil er absichtlich seinen beobachtenden Blick verbergen will. Es ruft in mir negative Gefühle hervor und lässt mich bei ihm somit auch negative Charaktereigenschaften vermuten.

Bezüglich der Augen und des Blickes gibt es verschiedene Redewendungen:

Wenn ich davon rede, dass ich „noch einmal ein Auge zudrücken“ will, dann möchte ich damit beispielsweise meinem Gegenüber sagen, dass sein Fehlverhalten dieses Mal ohne Konsequenzen bleibt.

„Blauäugig sein“, bedeutet, dass der Betreffende naiv und in allzu großem Vertrauen gehandelt hat.

„Das kann ins Augen gehen“ hingegen deutet auf eine gefährliche Situation hin.

„Aus den Augen, aus dem Sinn“ meint, dass man jemand oder eine Sache vergessen hat oder wird.

„Augen zu und durch“ deutet eher auf eine Situation oder einen Zustand hin, die oder den man zu bewältigen hat und einfach in Angriff nehmen muss.

Wenn ich sagen will, dass etwas genau zueinander passt, dann benutze ich die Redewendung:„Das passt wie die Faust aufs Auge“.

Manchmal sind Dinge unausweichlich, dann muss man „den Tatsachen ins Auge sehen“ oder sich „Auge um Auge gegenüberstehen“

Manche junge Frau ist beispielsweise „eine Augenweide“, das heißt, dass sich die Augen an deren Anblick erfreuen. Wobei allerdings die Schönheit immer „im Auge des Betrachters“ liegt.

Gar manchem ist der Erfolg seines Konkurrenten „ein Dorn im Auge“.

Wahrscheinlich beobachtet er diesen dann auch ganz genau, nämlich „mit Argusaugen“.

Auch kennt man das Auge des Gesetzes oder das Auge des Sturms, rennt hoffentlich nicht mit offenen Augen ins Verderben, sieht etwas vor seinem geistigen Auge  und, und ….

 

Wenn jemand zu uns sagt: „Einen Augenblick mal, bitte!“, so fordert er uns meist auf ein kleines Weilchen zu warten bis er oder sie uns die Aufmerksamkeit schenken kann, die wir wünschen. Eine andere Möglichkeit hingegen ist es, wenn dies als Bitte betrachtet und an uns herangetragen wird, beispielsweise einen kurzen Moment im eigenen Tun innezuhalten und demjenigen die ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

So danke auch ich jetzt, für diesen kleinen Augenblick, den ihr mit Eurer Aufmerksamkeit mir und meinem kurzen Artikel geopfert habt.

Und frage Euch zum Schluss:

 Welche Redewendungen diesbezüglich kennt ihr noch?

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