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Danke Hops! (3)

Hops und Rosa konnten aus ihrem Versteck unbemerkt fliehen. Trotzdem gestaltet sich ihre Flucht nicht problemlos. Plötzlich vernimmt Hops Schritte und kann auch hinter einem Baum ein Wesen erkennen, das sie eingehend beobachtet.

Rosa ist mucksmäuschenstill. Auch sie hat mittlerweile die Schritte vernommen. Da sie sich allerdings hinter Hops versteckt, sieht sie nicht wer ihnen nun geradewegs entgegen kommt. Sie fürchtet, es könnte das Ungeheuer vom Abend zuvor sein oder irgendeine andere furchteinflößende Bestie. Doch noch bevor sie sich die schlimmsten Vermutungen ausmalen kann, ruft Hops dem Wesen etwas zu.
„Hallo!!! Was machst du hier?“
Hops Frage klingt in Rosas Ohren kein bisschen ängstlich. Ja, eher sogar erfreut.
„Das ist doch gar nicht dein Revier!“, stellt der Hasenjunge jetzt fest.
Neugierig versucht nun Rosa einen Schritt neben ihren Beschützer zu treten, um ebenfalls einen Blick auf den ihr Unbekannten werfen zu können. Dieser ist groß und sieht sehr mächtig aus, aber sein Blick ist freundlich.
„Das wollte ich gerade dich fragen. Alle suchen dich, sind in großer Aufregung und Sorge um dich,“ erklingt eine tiefe Stimme. „Und wer ist das neben dir?“
„Wie ich hierher komme? Ach, das ist eine lange Geschichte, die ich dir aber gerne erzähle. Aber zuerst möchte ich euch gegenseitig vorstellen. Das ist Rosa, die ich selbst gestern erst kennengelernt habe. Und das, liebe Rosa, ist Helmut der Hirsch.“ Hops deutet von einem zum anderen und erkennt, dass sich die Beiden gegenseitig anlächeln und sich auf Rosas Gesicht Erleichterung ausbreitet.
Trotz der sichtlichen Entspannung der Lage schreckt das Hasenmädchen ganz schrecklich zusammen, als sie aus der Luft einen eigenartigen Laut vernimmt. Sie verkriecht sich sofort wieder hinter Hops und sucht seinen Schutz.
„Keine Angst“, vernimmt sie Helmuts beruhigende Stimme, „das ist Aurelia, die Eule.“
„Sie ist so etwas wie unsere Botschafterin und Kundschafterin“, erklärt nun auch Hops dem kleinen Hasenmädchen.
„Also tut sie uns nichts zu leide?“, fragt dieses noch immer etwas vorsichtig.
„Nein. Sie hat mir geholfen Euch zu finden“, berichtet Helmut der Hirsch.
„Und jetzt werde ich Eure Rückkehr im Osterhasendorf und bei allen, die euch suchen, ankündigen“, ruft es über ihren Köpfen, bevor sich Aurelia auf den Weg macht, um die frohe Botschaft zu verkünden.
Nachdem sich auch diese vermeintliche Gefahr entschärft hat, merkt Rosa wie sehr sie die ganze Aktion angestrengt hat. Dies bleibt auch den beiden anderen nicht verborgen.
„Du siehst müde aus“, meint Helmut zu dem Hasenmädchen. „Willst du dich auf meinen Rücken setzen, während ich euch zur Osterhasenfamilie bringe. Sie werden sich sicherlich sehr freuen.“
Dankbar nimmt Rosa dieses liebe und wohlgemeinte Angebot an. Kaum sitzt sie auf dem Rücken des Hirsches, fallen ihr auch schon die Augen zu.
Nachdem Hops seinem Freund Helmut alles ausführlich berichtet hat und von ihm für seinen Mut gelobt wurde, marschiert der stolze Hasenjunge neben dem Hirsch in das Osterhasendorf.
Durch Eule Aurelias Kundschaft von der Rettung der beiden Hasenkinder herrrscht im Osterhasendorf helle Aufregung. Alle haben sich auf dem Dorfplatz versammelt, um die drei Freunde mit Jubel im Osterhasendorf zu begrüßen. Auch Rosas Eltern sind herbeigeeilt.
„Hoch soll er leben!“, rufen sie Hops zu und gratulieren ihm. „Herzlich willkommen!“
Rosas Eltern sind überglücklich, dass sie ihre Tochter wohlbehalten in den Arm nehmen können. Der Mama kullern die Freudentränen aus den Augen und sie streicht Rosa immer wieder zärtlich über den Kopf.
„Danke Hops“, sagt Rosas Vater. „Dein Mut und deine Klugheit haben dich zum Retter unserer Tochter gemacht. Wir sind dir zu unendlichem Dank verpflichtet.“
Der Oberosterhasenlehrer, der ja auch gleichzeitig der Papa von Hops ist, klopft seinem Sohn stolz auf die Schulter.
„Das hast du wahrlich meisterhaft gemacht, wie ein richtiger Osterhase. Deshalb verleihe ich dir das goldene Band und ernenne dich nun feierlich zum Ehren-Osterhasengehilfen.“
Mit diesen Worten hängt der Oberosterhase dem strahlenden Hops das goldene Band um und flüstert ihm sichtlich gerührt ins Ohr:
„Das bisschen Eiermalen machst du doch mit links! Ich bin stolz auf dich, mein Sohn!“

 

Ich wünsche Euch allen ein frohes Osterfest und viel Spaß beim Ostereiersuchen!!!

Liebe Grüße 

von

Astrid Berg

 

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