Gedichte

Badezimmergespräch

„Jeden Tag das selbe Drama,
wenn sie kommen in ihrem Pyjama.
Mit kleinen Augen schauen sie mich an,
blinzeln mir zu dann und wann.

Haben nur ein müdes Gähnen,
das Haar hängt herab in Strähnen.
Sie wollen zwar meine strahlende Klarheit, 
vertragen aber nicht meine Wahrheit.“

„Ach Spiegel, sei nicht traurig,
auch mein Dasein ist ganz schaurig.
Sie drücken und quetschen mich immerzu,
werfen mich in die Ecke im Nu.“

„Oh Tube, du hast noch Glück,
mich nennen sie ein dummes Stück.
Der Umgang mit mir ist nämlich schwierig,
denn ich bin ziemlich schmierig.“

„An mir bleibt alles hängen dann,
Seife, Creme ist am Handtuch dran.
Ich bin dann schmutzig und auch nass,
als wär’ auf mich kein Verlass.“

„Ihr könnt noch alle zufrieden sein,
die schwerste Arbeit ist doch mein.
Muss mich wühlen durch das krause Haar
bei der ganzen Familienschar.“

„Auch meine Arbeit ist ziemlich hart,
muss putzen die Zähne, polieren zart,
bis sie alle sind sauber und strahlend rein
bei Groß und auch Klein.“

„Halt, ich bin auch dabei!
Rasiere des Mannes Bart einwandfrei.“
„Wir sorgen für den Duft bei Mann und Frau,
sind frisch wie der Morgentau.“

„Hört endlich auf zu wetteifern,
wir müssen nicht streiten und keifern.
Mit uns allen beginnt der Mensch den Tag,
wir sind seine Helferlein im Bad.“

 

 

 

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19 Kommentare

  1. Liebe Astrid, ein sehr schönes, lustiges und wirklich außergewöhnliches Gedicht, aber stimmt ganz genau. Du bist die Einzige, der diesem Morgenritual ein Gedicht gewidmet hat.
    Wunderbar.
    Ich sende Dir liebe, sonnige Grüße.
    Hab einen feinen Tag, tschüssi Brigitte.

    • Astrid Berg sagt

      Hallo liebe Brigitte,
      manchmal wundere ich mich selbst, wie ich auf so manche Idee komme ;-). Aber wie schon gesagt, das Leben erzählt die besten Geschichten, deshalb habe ich ja auch meinen Blog „lifetellsstories“, genannt.
      Ich hoffe, es geht Euch gut und schicke liebe Grüße nach Berlin
      Astrid

  2. Liebe Astrid, Du bist wohl die Einzigste, die diesem Morgenritual ein so außergewöhnliches, tolles Gedicht gewidmet hat.
    Ich schicke Dir liebe Grüße und hab einen guten Tag.
    Tschüssi Brigitte.

  3. Liebe Astrid,
    ein tolles Gedicht! Da muss man erst einmal draufkommen, darüber zu schreiben und das auch noch in Versen.
    LG Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Oh, danke für dieses Lob, liebe Traudi. Das Leben selbst hat mir die Idee zugeflüstert ;-).
      Hab einen guten Tag.
      Astrid

  4. Wie lustig. Wir brauchen die Zahnpastatube und drücken nur auf ihr rum. Wir brauchen die Zahnbürste und schrubben ohne ein Dankeschön damit unsere Zähne, nutzen sie ab. Na und Toilettenpapier erst … 🙂
    Liebe lachende Grüße in den Nachmittag von Kerstin.

    • Astrid Berg sagt

      Ohja, das habe ich ja ganz vergessen ;-). Hierfür sollte man besonders dankbar sein. Weich und auf keinen Fall kratzbürstig sollte es sein !!! 🙂
      Lass es Dir gutgehen an diesem letzten Septemberdienstag!:-)
      Astrid

  5. Liebe Astrid, mein Kommentar wurde nach dem Abschicken nicht angezeigt und deshalb stehe ich jetzt doppelt da. Dachte er ist ins Nirwana gelandet. Tschüssi, winke, winke, Brigitte.

    • Astrid Berg sagt

      Macht nichts liebe Brigitte. Das ist mir auch schon passiert. Manchmal macht die Technik einfach nicht was wir wollen. 🙂
      Liebe Morgengrüße
      Astrid

  6. Hallo liebe Astrid,
    das ist ja ein lustiges Morgengedicht… TOLL geschrieben… auf was Du alles kommst *g*

    Ich schau morgens auch immer total zerknirscht in den Spiegel und die Enkelkids spritzen sogar Wasser an den Spiegel und er kann sich nicht einmal wehren 😉

    Einen schönen Dienstag wünsche ich Dir…
    Liebe Grüße
    Biggi

    • Astrid Berg sagt

      Guten Morgen, liebe Biggi,
      soll ich Dir was verraten? Wir haben zwar noch keine Enkelkinder, aber trotzdem ist der Badezimmerspiegel oft mit Wasserspritzern bedeckt. Ich wasche mir gerne die Haare im Waschbecken und so muss ich hinterher auch noch den Spiegel säubern. Naja, man hat ja sonst nichts zu tun ;-).
      Sei herzlich gegrüßt
      Astrid

  7. Mein erster Kommentar kam wohl nicht an…. zweiter Versuch…

    Hallo liebe Astrid,
    das ist ja ein lustiges Morgengedicht… TOLL geschrieben… auf was Du alles kommst *g*
    Ich schau morgens auch immer total zerknirscht in den Spiegel und die Enkelkids spritzen sogar Wasser an den Spiegel und er kann sich nicht einmal wehren 😉

    Einen schönen Dienstag wünsche ich Dir…
    Liebe Grüße
    Biggi

    • Astrid Berg sagt

      Doch, doch sowohl der erste als auch der zweite Kommentar kam an. Macht nichts, doppelt gemoppelt hält besser :-). Auch Brigittes Kommentar hatte ich zweimal. Muss wohl an der Technik liegen.
      Lächelnde Grüße
      Astrid

  8. ein weitergeleiteter Kommentar von meiner Mama:

    Liebe Astrid,

    Huhu, was bin ich froh, nur ein kleines Badezimmer zu haben. Dein so schönes Gedicht
    bedarf keiner weiteren Worte. Genau so ist es und nicht anders!
    Du weißt ja, ich schweife gerne etwas ab, das darf ich auch, denn ich hab dazu noch eine andere Erklärung.
    Aufgewachsen mit Mama und Bruder in einem Häuschen ganz ohne Bad, mit Plumpsclo und ohne Kanalanschluß. Eine große Zinkwanne wurde in die Wohnküche geschleppt, mit warmem Wasser gefüllt, das Mama auf dem Brikettmännchen Ofen aber erst erwärmen mußte. Nach Gebrauch mußte das Wasser in Eimern in den Garten getragen und ausgeschüttet werden. Luxus zu dem Badespaß ( alle 2 Wochen nur), eine grüne Sprudeltablette die ich mir erbettelte und dann noch halbierte, damit sie zweimal reichte. Für einen Spiegel ward gerade noch ein Plätzchen im Clo gefunden, sonstige, wenige Utensilien befanden sich Mobil irgendwo, wo sich eine Ablage ergab. Der Kamm für Helgas Zöpfe zum Aua schreien allerdings befand sich stets in der Schublade des Küchenbuffetts, wo unter anderem die Schere, das Staubtuch und ein paar Schnürsenkel, eine Taschenlampe und auch ein Knöppelchen für einen Straps beheimatet waren. Hihihi
    Dies war unser Badezimmer in der Küche und…..es ging, wir haben überlebt. Die Handtücher hingen hinter der Türe oder an Haken mit dem gestickten Überwurf: Morgenstund hat Gold im Mund. Dahinter befand sich meist noch der Besen.
    Heute mit allen Fläschchen, Döschen, Nagellacken in diversen Farbtönen, Haarfön mit Difuser, Haarglättereisen, Ladyshaver usw., undenkbar!
    Brauch ich alles nicht, meine Wanne mit Waterclosett, mein Nageletui, meinen Spiegel, daß ich meine Falten kontrollieren kann, Seife, Zahnpasta, Kamm, Schaumbad, Shampoo, Deo Spray, Body Lotion, Fuß- und Handcreme (befindet sich meist in Arbeitsnähe), der Rasierer des Hausherrn und natürlich die Hand- und Badetücher.
    Dies alles beherbergt mein ach so winziges Badezimmer und dadurch halten sich Putzorgien in Grenzen. Meine Mitbewohner sind friedliche, ausgeglichene Gesellen und vertragen sich bestens miteinander. Streitereien sind nicht auf der Tagesordnung zu finden.
    Im Rückblick mit was wir damals zufrieden sein mußten, fühlen wir uns heute in unserem Minibad 🐖 wohl.
    Oh Gott, schon wieder zuviel geredet, aber was sein muß, muß ausgesprochen werden.
    Danke für die Reminiszenz an die heutigen Badesalons.
    Sonnengrüße für Dich, von der Helga

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Helga,
      ist das eine nette Plauderei mit Dir!
      Auch das Haus meines Großvaters hatte zunächst keine Toilette im Haus, sondern im Nebengebäude. Es war allerdings kein Plumpsklo. Die Badewanne, also das Badezimmer (ohne Toilette) befand sich im Haupthaus. Doch noch in meiner frühen Kindheit wurde die Toilette ins Badezimmer integriert. Ich musste mir also nicht mehr den Allerwertesten im Winter abfrieren ;-).
      LG
      Astrid

  9. Liebe Astrid,

    ich kann leider keinen Kommentar auf Deinen neuen Post veröffentlichen. Ich habe es jetzt bestimmt schon viermal probiert, des kommt immer die Meldung „Fehler“. Ich weiss nicht an was es liegt, ich mache alles so wie immer 🙁

    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Astrid Berg sagt

      Guten Abend, liebe Kerstin,
      das ist aber seltsam. Ich kann es mir eigentlich auch nicht erklären, weil ich nichts verändert habe. Ich bin gespannt, ob es anderen ähnlich ergeht. Auf jeden Fall danke ich Dir erst einmal für die Rückmeldung.
      Liebe Abendgrüße
      Astrid

  10. Liebe Astrid,

    leider geht es auch heute nicht Dir einen Kommentar zu Deinem neuen Blogpost zu veröffentlichen deshalb mache ich es jetzt einfach hier da funktioniert es:

    Ein weitergeleiteter Kommentar von meiner Mama:

    Liebe Astrid,

    Ja, dichten will auch gelernt sein, mich freut es jedenfalls immer Deine Wahrheiten zu lesen. Danke für das schöne Herbstgedicht. So schnell ist wieder Ostern, Sommer, Herbst und Winter und doch hat jede Minute nur 60 Sekunden und zwar für Jedermann. Da gibt es absolut keine Unterschiede zwischen den Menschen. Jeder ist seines Glückes Schmied und teilt sich die 24 Stunden sorgfältig ein, für die Dinge die ihm wichtig sind, na und die unumgänglichen, ungeliebten Arbeiten, bringen wir schnell hinter uns, mit fröhlichem Gedankengut, versteht sich. So sollte es uns gelingen aus allem das Beste zu machen. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz, die Abwechslung die dabei entsteht schützt uns vor Eintönigkeit und Langeweile, denn beides täte uns nicht wirklich gut. ❤Viele liebe Grüße von der Helga ❤

    • Astrid Berg sagt

      Hallo liebe Helga,
      zuerst möchte ich Dir und Kerstin danken, dass Ihr unermüdlich versucht zu kommentieren. Ich habe bis heute keine Ahnung, warum es mit dem Kommentieren bei „Im Sauseschritt“ Probleme gab. Ich habe irgendwann einfach noch mal den Beitrag aktualisiert und anscheinend funktioniert die Sache jetzt. Zumindest haben es Brigitte und Traude letztendlich geschafft :-).
      Oh ja, die Zeit rennt nur so und wir rennen mit. Aber irgendwie finde ich immer, dass sich die kühle Jahreszeit zieht. Naja, sie hat ja erst begonnen. Heute ist es eher ungemütlich und ziemlich kalt bei uns. Aber mit einer schönen warmen Tasse Tee lässt sich auch das ertragen. Die Heizung ist wieder angeschaltet und so ist es zumindest drinnen gemütlich warm.
      Seid herzlich gegrüßt
      Astrid

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