Alle Artikel in: Gedichte

Sommerabschiedsgruß

Da ich erst Sonntagnacht von Rhodos zurückgekommen bin, wo ich einen strahlend blauen Himmel und ein tolles blaues Meer zurückgelassen habe, fiel mir jetzt der deutliche Herbstanfang in Deutschland doch etwas schwer. So musste ich nun auch für mich innerlich Abschied nehmen vom Sommer. Daher war es mir ein Bedürfnis, dies mit diesem Gedicht zu tun und noch einen Sommerabschiedsgruß in die Runde zu schicken. Ich stehe hier und mein Blick schweift umher, oh, wie ich liebe Sonne, Strand und Meer. Blau bis zum Horizont, wo Himmel und Meer sich küssen, oh, wie werde ich dies alles hier vermissen. Still und leise seufze ich tief in mich hinein, ach, könnt’ ich doch nehmen alles mit nach Daheim. Ich dank dem Himmel für Ruhe, Frieden und der Blüten Duft, atme ein, die mit Glück durchströmte Luft. Des Sommers unvergleichbar strahlenden Glanz, schließe ich in meinem Herzen ein, voll und ganz. Obwohl innerlich eine leise Ahnung von Herbst mich umweht, die Erinnerung an eine Zeit voller Wärme und Freude mit mir geht. Daraus erwächst auch in der …

Die zwei Alten

  Schaut nur, wo wir sind gelandet, neben Müll und Zigaretten gestrandet. Undank, so sagt man, ist der Welten Lohn, man erntet nur noch Spott und Hohn. Einst wir waren neu, chic und fein, kosteten gar manchen großen Schein. Bewundernde Blicke wir erhielten von allen Seiten, standen im Regal trotzdem ganz bescheiden. Eines Tages dann kam er vorbei, der unser Herr von nun an sei. Sportlich und fit, er war von Statur, ihm fehlten die passenden Schuhe nur. Umschlossen seine Füße geschmeidig und weich, so dass er uns zu lieben begann sofort und gleich. Stolz und glücklich schaute er uns an, wir sollten ihn begleiten jetzt und dann. Stets und alle Zeit wir ihm zu Diensten waren, vor Blasen und Schwielen konnten ihn bewahren. Auf Schritt und Tritt wir haben ihn begleitet, damit er auch ja keine Qualen erleidet. So manche Narben und Schunden, Schrammen, Löcher und auch Wunden haben wir in all den Jahren leider erhalten, doch wir haben uns immer treu und fair verhalten. Eines Tages war es dann endgültig soweit, vorbei war …

Ein Falke, zwei Prinzessinnen und meine Heimatstadt

Was ich Euch heute berichte, ist nicht einfach nur eine Geschichte. Es ist die Legende von einem bestimmten Ort, von meiner alten Heimat, von hier ganz weit fort. Sie erzählt ein Geschehen vor langer Zeit, weit, weit zurück in der Vergangenheit. Ich kenne die Legende seit Kindheitstagen schon, drum lauscht, wenn ich jetzt erzähle Euch davon: Einst vor vielen, vielen hunderten von Jahren, zwei Königstöchter aus Schottland waren. Rosamund und Dichamund ihre Namen, sie nach Germanien kamen. Sie wollten die Heiden bekehren und ihnen das Christentum lehren. Sie nach Buchonia kamen, dem Buchenland, wie die Gegend des Vogelsberges damals genannt. An einem Bach sie verweilten und zu dessen Ufer durstig eilten. Eine Hirschkuh mit ihren Jungen sie sahen, aber auch einen bösen Wolf sich nahen. Dieser wollte die Jungen ihr entreißen, aber die Hirschkuh begann zu beißen und er fiel hinein in den reißenden Bach, besiegt von der Hirschkuh, so schwach. Einen Augenblick nur später, sie sahen eine Schlange als Übeltäter. Diese kroch heimlich einen Baum hinauf und schon nahm das Schicksal seinen Lauf. In …

Klein und unscheinbar?

Heute Morgen, als ich erwacht, verschlafen hab meine Augen aufgemacht. Da stand sie geschrieben, auf meinem Wecker,- die Sieben. Diese Zahl ist zwar klein, doch wandert sie in meinen Kopf hinein. Wird groß und prächtig, sagt: Ich bin mächtig. Wieso? will ich sogleich wissen, und lege mein Haupt sanft auf das Ruhekissen. Denk einfach mal nach, sie zu mir sprach. Nun hab ich keine Wahl, muss mir Gedanken machen über die Zahl. Eine Primzahl sie wird genannt, klar, das ist mir bekannt. Eine Woche sind sieben Tage! Okay, okay, das steht ja wohl außer Frage. Die Sieben, der Wochenschluss, man jetzt ruhen muss. Ein Aberglaube, der bekannt, raubt mir nun schier den Verstand. Ein Spiegel zerbricht, sieben Jahre Pech in Sicht. Gefürchtet bist du, na klar! Von Ehepaaren im verflixten siebten Jahr. Schicksalszahl, kann das sein? Bild dir nur nichts ein! Eine Zahl, – wirr meine Gedanken! Das hab ich dieser Sieben zu verdanken. Überall taucht sie auf, in des Lebens Lauf. In der Bibel steht geschrieben, schon im alten Ägypten es gab der Jahre …

Sucht uns doch!

  Meistens hänge ich mit meinen Kumpels rum. Ihr fragt mich warum? Weil gemeinsam alles besser geht, das habt Ihr bestimmt auch schon erlebt. Jeder von uns hat seine spezielle Aufgabe erhalten und die gilt es geflissentlich einzuhalten. Unseren Dienst verrichten wir bei Tag und Nacht, das ist von Anfang an so abgemacht. Ob klein oder groß, arm oder erlaucht, ein jeder uns ständig braucht. Deshalb haben alle uns lieb, ob Arbeiter, Graf oder Dieb. Wir alle sind Experten auf unserem Gebiet, sind stets bereit, was auch immer geschieht. Ist der Richtige von uns zur Stelle, ist es nicht wichtig, ob Palast oder Zelle. Wir haben unseren angestammten Platz und werden gehütet wie ein Schatz. Sind wir allerdings hin und wieder verschwunden, bricht Panik aus innerhalb von Sekunden. Dann wird gestartet eine große Suche und man hört allerorts das laute Gefluche. Zum Kuckuck, wo seid ihr?! Vorhin, ihr alle wart noch hier! In allen Winkeln und in allen Ecken, so glaubt man uns zu entdecken. Doch wir sind nicht hier und nicht da, man glaubt …

Flie

Seltsam, aber irgendwie werden die Tiere immer kleiner, von denen ich berichte. Nach Emma, der Maus ist heute Flie, die Fliege an der Reihe. Ihr fragt, wie ich darauf komme? Ganz einfach. Schaut mal ganz genau die Fotos vom Haus der Familie Maus an. Könnt Ihr sie sehen? Auf dem Tisch sitzt eine Fliege. Das war wohl Flie, bei einem ihrer Abenteuer.  FLIE FLIE, DIE FLIEGE SITZT MAL DA, MAL DORT, SCHON IST SIE WIEDER AN EINEM ANDEREN ORT. GERADE SASS SIE AUF OMAS NEUER VASE, DOCH JETZT LÄSST SIE SICH NIEDER AUF OPAS NASE. ER VERSCHEUCHT SIE MIT DER HAND, SO NIMMT FLIE PLATZ AN DER WAND. AUCH HIER HÄLT SIE ES NICHT LANGE AUS, DENN OMA BRINGT SUPPE FÜR OPA KLAUS. SOFORT ERKENNT SIE DEN KÖSTLICHEN DUFT UND ERHEBT SICH GESCHWIND IN DIE LUFT. IHRE FLÜGEL KRÄFTIG SCHWINGEN, ABER AUCH DIE LANDUNG MUSS GELINGEN. DREIMAL UMRUNDET SIE DEN TISCH. „NA WARTE, WIR KRIEGEN DICH! DIES IST ALLEIN NUR UNSER MITTAGSSCHMAUS, VERLASSE SOFORT DAS ZIMMER UND DAS HAUS!“ FLIE ERHÄLT EINEN TÜCHTIGEN WISCH UND …