Dies & Das und sonst noch Was
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Wir haben noch alle Tassen im Schrank

Männer gehen zur Jagd und Frauen sammeln. Spätestens nach dem Einmannstück „Caveman“ weiß dies jeder. Irgendetwas gesammelt habe ich eigentlich immer. Als Kind waren es Briefmarken, Autogrammkarten, Muscheln, Perlen und, und, und. Aber ich habe noch etwas im Wohnzimmerschrank bei meiner Mutter entdeckt, das viele von meinen Lesern vielleicht ebenfalls besitzen oder zumindest etwas Ähnliches. Es sind keine Kostbarkeiten, aber auf jeden Fall immer noch schöne Andenken, die man sogar benutzen kann -Tassen.

Sammeltassen gab es schon im frühen 19. Jahrhundert, so entwickelte sich im Biedermeier dieser Brauch des Sammelns von einzelnen Tassen. Sie wurden zu besonderen Anlässen oder als eine Art Freundschaftsgabe verschenkt. Oftmals waren diese Tassen reich verziert und individualisiert. In vielen Fällen waren sie sogar mit dem Namen des Beschenkten oder mit individuellen Dekoren versehen. Immer waren es nur Einzelstücke, niemals hatte man sie als komplettes Service. Und es handelte sich dabei auch nicht um Alltagsgeschirr. Diese Tassen gehörten in den Schrank, in die Glasvitrine und dienten der Zurschaustellung.
Die Dekore erstreckten sich über Blüten, Blumen und Vögel bis hin zu Landschaftsgemälden und befanden sich auf der dem Henkel gegenüberliegenden Seite. Der Henkel sollte weder das Motiv durchbrechen, noch sollte er beim ungehinderten Betrachten störend wirken. *
Ich würde mich glücklich schätzen solche Tassen aus der Biedermeierzeit zu besitzen, aber meine Tassen stammen aus einer anderen Zeit. Laut Wikipedia sammelte man diese Tassen bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein und auch nach dem 2. Weltkrieg ging diese Sammelleidenschaft weiter. Erst in den 70er Jahren ließ das Interesse wieder nach. Ich glaube allerdings, dass auf Flohmärkten bestimmt noch einige schöne Stücke zu finden sind. Ich werde demnächst mal meine Augen offen halten.

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Meine Sammeltassen stammen wohl aus den 60er und 70er Jahren, denn ich kann mich erinnern von meiner Patentante sozusagen für die Aussteuer solche Sammelstücke bekommen zu haben. Meine Freundin kam auch einmal zu meinem Geburtstag mit einem derartigen Geschenk vorbei, aber ich weiß nicht mehr wer mir welche Tasse geschenkt hat. Einige Tassen sind wohl auch noch von meiner Mutter.

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Meine Tassen haben ihr Dekor auf der Innenseite, welches meistens aus einem Blümchenmotiv besteht. Diese Porzellantassen wurden von Fürstenberg, Bavaria oder Hutschenreuther hergestellt ( vielleicht sind sie somit auch nicht mehr ganz so individualisiert wie im Biedermeier). Es sind keine Kostbarkeiten, aber schöne Erinnerungsstücke, die noch niemals mit Kaffee oder anderen Heißgetränken gefüllt waren, weil man befürchtete, diese hübschen und zarten Tassen könnten zu Bruch gehen. Immerhin sind sie doch irgendwie unersetzlich, man kann sie nicht einfach nachbestellen wie beim heutigen Kaffeeservice.

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Vielleicht sollte man aber trotzdem irgendwann einmal die Kaffeetafel mit diesen unterschiedlichen Tassen decken. Wahrscheinlich wird mich jedoch eine gewisse Faulheit davon abhalten, denn diese Tassen und deren Dekore sind nicht spülmaschinenfest. Also sind sie dann doch vielleicht nur für eine kleine persönliche Kostprobe geeignet?!

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Im Unterschied zum Biedermeier gab es zu meiner Sammlerzeit diese Tassen mit Kuchenteller. Zur Biedermeierzeit war dies nicht der Fall, da man keinen Kuchen zur Kaffeezeit servierte.

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Bestimmt habt ihr ebenfalls solche Tassen im Schrank, vielleicht noch viel schönere und ältere, aber wichtig ist bei diesen Tassen, wie bei einer Anzahl von anderen Dingen auch, allein der Erinnerungswert oder ganz einfach auch der Sentimentalitätsfaktor.

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*vgl. auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sammeltasse
(Stand: 16.4.15)

http://www.kuchenkult.de/kaffee-kuchen-torte-sammeltassen/
(Stand 16.4.15)

16 Kommentare

  1. Oh ja, Sammeltassen kennen wir wohl alle. Meine Mutti hat noch eine von ihrer Oma, also meiner Uroma. Sie könnte auch eine ganze Tafel decken mit lauter unterschiedlichen Gedecken. Ich selbst habe auch einige geschenkt bekommen, aber die stehen in der hintersten Ecke der Schrankwand, ich habe sie noch nie benutzt.
    Von meinen Schwiegereltern habe ich ein Gedeck bekommen von ganz früher, chinesisches Porzellan, ganz fein. Bemalt mit chinesischen Frauen. Es ist jedoch eine Teetasse. Dieses Set steht als einziges in der Schrankwand – ich finde es so schön. Draus trinken traue ich mich auch nicht, es könnte kaputt gehen.
    Viele Grüße von Kerstin.
    (Hier zeigte ich sie mal im Blog: http://www.traeumerle.lunze.info/2010/11/23/chaos-krempel-alte-schatze-nr-11/#comments ).

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Kerstin,
      stimmt, ich kann mich jetzt auch wieder erinnern mal einen Post gelesen zu haben, in welchem von einem tollen Service die Rede war.
      Auch ich habe ein echtes chinesisches Teeservice, aber kein so altes und kostbares. Wir haben es vor ein paar Jahren aus China mitgebracht.Es ist ganz dünnes Porzellan und auch ich traue mich nicht es zu nutzen.
      LG
      Astrid

  2. Ja, solche Schätzchen habe ich auch noch im Schrank. Muss ich auch mal Fotos von machen. Im Gebrauch sind sie nicht, weil das Spülen doch umständlich ist. Ich trinke den Kaffee auch am liebsten aus großen Kaffeepötten, die kann man ja auch sammeln. Jedenfalls kann ich oft nicht widerstehen und so haben sich schon manche Kaffeepötte angesammelt 🙂
    LG Eva

    • Astrid Berg sagt

      Ich liebe Tassen aller Art, egal ob Teetassen, Kaffeetassen oder Kaffeebecher. Entsprechend viele habe ich auch und trotzdem erstehe ich hier und dort immer noch einmal eine neue Tasse.
      LG
      Astrid

  3. Eva V sagt

    Hallo Astrid, erinnert mich an meine Mutter. Sie hatte so ein schönes KaffeeService. Konnte nur mit Hand gespült werden. Leider ist es nach ihrem Tod abhanden gekommen, was ich sehr bedauert habe LG Eva

    • Astrid Berg sagt

      Das ist schade! Vielleicht hast Du ja irgendwo noch ein Foto, auf dem es zu sehen ist, dann hättest Du wenigstens eine Erinnerung.
      LG
      AStrid

  4. Martina sagt

    Einige der gezeigten Schätze kommen mir soooo bekannt vor. Meine Mutter besaß sie früher auch. Ich erinnere mich genau an die Muster und erkannte sie deshalb auf deinen Fotos auch sogleich wieder. Besitzen tue ich keine mehr, meine Mutter hatte sie schon entsorgt. Ich gestehe, dass ich dieses Gen von ihr geerbt habe, dieses: Nichts-Altes-Aufbewahren-Gen! Bei anderen finde ich diese Dinge unglaublich toll, doch ich bewahre nichts ‚Altes‘ auf. Irgendwie eigenartig – ist aber so! Ein sonniges WE! Martina

    • Astrid Berg sagt

      Da hast Du aber ein gutes Gen geerbt. Wenn ich in der richtigen Stimmung zum Entsorgen bin, dann klappt das auch ganz gut bei mir. Aber manche Sachen mag ich und dann behalte ich sie auch so lange, bis ich mich davon trennen kann, der Zeitpunkt kommt immer. Und meine Mutter kommt ja aus der Kriegsgeneration und daher hütet und pflegt sie ihre Sachen. Aber ich finde es schon toll, dass Du Dich so genau an diese Tassen erinnern kannst.
      LG
      Astrid

  5. Da ich ja das große Glück habe deine brandneuen Posts praktisch per Mail ins Haus geliefert zu bekommen, lese ich sie immer gemütlich beim Frühstück und kann nicht kommentieren.
    Aber heute möchte mal in alten Posts stöbern (Peinlich… und Deutsch …)
    Zu den Tassen:
    Ich hatte zwei, eine bekam ich zur Kommunion, die zweite zur Firmung. Leider sind sie bei meinen vielen Umzügen verloren gegangen.
    Es heißt nicht umsonst dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt.
    Nun wünsche ich dir noch einen schönen Sonntag, mit hoffentlich genauso viel Sonne wie in hier in Bayern. Liebe Grüße, Lore

    • Astrid Berg sagt

      Hallo Lore,
      dann sind wir schon zweimal abgebrannt, denn wir haben schon 6 Umzüge hinter uns, während des Studiums eingerechnet. Aber leider können wir uns von einigen Dingen nicht trennen.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag.
      Astrid

  6. Oh ja, ganz ähnliche Sammeltassen hatte auch meine Mutter im Schrank. Wir haben das alles weggeben. In mir steckt keine Sammlernatur, und es wäre einfach nicht unser Stil gewesen. Aber manchmal beneide ich Menschen, die mit viel Begeisterung etwas sammeln und daran Freude haben. Das ist schön.
    Herzliche Grüße
    Elke

    • Astrid Berg sagt

      Die Tassen stehen noch bei meiner Mutter im Schrank. Sie hat sie weniger gesammelt, als einfach aufgehoben. Und da bleiben sie vorerst auch noch stehen.
      LG
      AStrid

  7. OH cool, ich habe die Sachen als Kind reichlich geliebt. Ich weiß nicht, ob sie noch da sind, aber wir hatten eine goldene Mokkatasse. So herrlich und so klein. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie mir in den Schrank zur Ansicht stellen würde. Vielleicht doch…als Erinnerung. Erstmal schauen, ob sie überhaupt noch da ist. LG Tanja
    Die Fotos bei Dir sind übrigens immer sehr sehr schön.

    • Astrid Berg sagt

      Na Tanja, such doch mal, vielleicht gefallen die Tassen Dir doch noch. Und bei meiner Mutter stehen sie schon seit Ewigkeiten in diesem Schrankteil und werden gehütet.
      Danke, dass Dir meine Fotos gefallen.
      LG
      Astrid

  8. Sammeltassen finde ich nicht nur schön, sondern auch praktisch. Ich besitze eine Menge davon und benutze sie auch. Das Gute daran: eine enzelne Tasse läßt sich immer ersetzen. Bei einem kompletten Service ist das anders. Da hat man irgendwann die reinste Kannensammlung mit unzureichender Tassenzahl. Außerdem sieht ein mit sammeltassen gedeckter Tisch nostalgisch-romantisch aus.

    • Astrid Berg sagt

      Hallo Fiona,
      das mit der Kannensammlung kenne ich auch. Eigentlich brauche ich gar keine Kaffeekannen, bei mehreren Personen nehme ich eine chice Thermoskanne. Wenn es mal nur um ein oder zwei Tassen geht, dafür haben wir den Kaffeevollautomaten. Meine Kaffeekannen stehen eigentlich nur im Schrank rum.
      LG
      Astrid

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