Dies & Das und sonst noch Was
Kommentare 22

Schwein gehabt

Am Wochenende habe ich überlegt, wie mein heutiger Beitrag aussehen könnte. Zunächst hatte ich keinen Einfall. Also habe ich wieder einmal meine Fotos durchforstet und wurde fündig. „Schwein gehabt“, dachte ich mir, denn plötzlich war die Idee da: Wir lassen oftmals Redewendungen und Sprüche in unsere Sprache einfließen. Warum sollte man nicht einmal versuchen diese auch bildlich darzustellen. Und tatsächlich, ich fand auf meiner Festplatte einige Fotos, die solche sprachlichen Formulierungen im Bild festhalten, beziehungsweise sozusagen wie die Faust auf das Auge passen.

Und wenn wir schon einmal beim Auge sind, da fällt mir ein Spruch ein, dem ich auch sogleich auf die Spur gehen muss:

„Holzauge sei wachsam!“

1200px-DSC08293 Holzauge

Von den verschiedenen Deutungen, die ich gelesen habe erscheinen mir zwei am Wahrscheinlichsten: Vielleicht stammt dieser Spruch aus Kriegszeiten, in denen man ein wachsames Auge haben musste, um Brennholz zu finden. Eine andere Erklärung wäre der Ast im Holz, der als Holzauge bezeichnet wird und man bei Holzarbeiten daher mit dem Hobel vorsichtig sein muss.*

Ich denke, dann sollte man „mit Adlersaugen suchen“, damit einem nichts entgeht.

1200px-DSC03246 Adlerauge

Es gibt Situationen im Leben, da sollte man „keine schlafenden Hunde wecken“ und die Dinge einfach auf sich beruhen lassen, damit man keine unnötige Aufregung erzeugt.

1200px-DSC03718 Hund

Kleine Kinder können besonders gut „Krokodilstränen weinen“, um Mitleid zu erzeugen. Möglicherweise stammt dieser Ausspruch aus der griechischen Mythologie. Hier gab es laut dem Redensartenindex Sturmdämonen in der Gestalt von vogelartigen Mädchen, die ihre Opfer anlockten.*

1200px-DSC00181 Krokodil

 

„Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“, sagt sich gar mancher Mann oder manche Frau. Normalerweise hängt dieser Ausspruch mit der mangelnden Risikobereitschaft des Betroffenen zusammen, der lieber einen kleinen Nutzen hat, als eventuell gar keinen.

Mal ganz abgesehen von der Redewendung: Mir war diese weiße Taube lieber als ein Spatz, da sie ein sehr schönes Fotomotiv darstellt (zumal ich sowieso keinen Spatz in der Hand hatte).

1200px-DSC02195 Taube

„Sei kein Frosch!“, sagt man manchmal zu ängstlichen Menschen, um sie zu ermutigen nicht feige zu sein und sich etwas zu trauen. Vermutlich bezieht sich dieser Spruch auf das Verhalten von Fröschen möglichst schnell zu verschwinden, wenn man sich ihnen nähert.*

1200px-DSC00577 Frosch

„Frei wie ein Vogel“, wer wäre das manchmal nicht gerne?!

1200px-DSC0278Vogel

„Zu neuen Ufern  aufbrechen“, machen wir, wenn wir Altes hinter uns lassen und etwas Neues und vielleicht sogar Unbekanntes beginnen.*

1200px-DSC06400 Ufer

„Ein stilles Örtchen“. Ich muss sagen, das trifft hier im wahrsten Sinne des Wortes zu.

1200px-DSC03785 stille Oertchen

Manchmal versuchen wir „Berge zu versetzen“, indem wir mit aller Gewalt versuchen das Unmögliche möglich zu machen, aber hin und wieder gelingt es uns vielleicht sogar.

1200px-DSC02330 Berg

Wenn wir etwas suchen, dann kann es passieren, „dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“.

Im übertragenen Sinne ist es mir schon passiert: Oft schon habe ich im Supermarkt etwas im Regal gesucht, stand davor und habe es nicht gesehen.1200px-DSC01651 Wald

„Ein eigener Herd ist Goldes wert!“ Möglicherweise stammt diese Redewendung aus Zeiten, in denen sich nicht jeder einen Herd leisten konnte und man daher froh war, wenn man es wenigstens warm hatte.

1200px-DSC06255 Herd

Hin und wieder „steht man auf dem Schlauch“. Nichts geht mehr, weil man irgendetwas nicht kapiert,

1200px-DSC00077 Schlauch

aber dann „geht einem plötzlich ein ganzer Kronlechter auf“ und man hat die benötigte Erkenntnis, man hat sozusagen einen Geistesblitz.

1200px-DSC02965 Kronleuchter

Man sollte im Leben immer folgende Regel beachten: „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“, denn damit schläft es sich am Besten.

1200px-DSC01157Ruhekissen

Außerdem sollte man immer bedacht sein „den Dreck vor der eigenen Tür wegzukehren“. Man sollte nicht über andere schimpfen und wettern, sondern nach den eigenen Fehlern suchen.

1200px-DSC00113 kehren

„Jemand vor den eigenen Karren spannen“ bedeutet, dass man ihn für seine eigenen Ziele benutzt und das ist nicht sehr rühmlich.

1200px-DSC03652 Karren

Wir sollten unseren Karren lieber selbst ziehen, zumal wir zum Glück „das Rad nicht neu erfinden müssen“.

1200px-DSC01695Rad

Bei dem ganzen Durcheinander, das manchmal im Leben herrscht, sollte man nicht nur den Überblick, sondern auch „den Durchblick haben“.

1200px-DSC04636 Durchblick

Jetzt bin ich so richtig in Fahrt gekommen und könnte ewig weiter machen. Aber „alles hat einmal ein Ende, nur die Wurst hat zwei“,

1200px-DSC05968 Wurst

deshalb beende ich jetzt auch meinen heutigen Beitrag, obwohl es noch so viel zu sagen gäbe.

Ganz zum Schluss kommt noch „der Wink mit dem Zaunpfahl“:

1200px-DSC03526 Zaunpfahl

Welche Redewendungen kennt Ihr denn noch so, die man gut bildlich darstellen kann?

 

Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:

Allerlei Tiere sorgen für Gesprächsstoff

Tierisch und menschlich

 

* vgl auch: http://www.redensarten-index.de/register/h.php

 

22 Kommentare

  1. Liebe Astrid,
    herrliche Bilder und wunderbare Worte dazu. Mir fällt jetzt spontan keine weitere Redewendung ein, die zu deinem Beitrag passen könnte. Aber ich denke nochmal nach!
    Danke für diesen unterhaltsamen Beitrag!
    Herzliche Grüße
    Regina

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Regina,
      ich freue mich immer über unsere gegenseitigen Besuche und auch, dass es Dir auf meiner Seite gefällt.
      Ganz liebe Grüße und einen schönen Dienstag
      Astrid

  2. Liebe Astrid, deinen Beitrag mit den wunderschönen Erklärungen von Redwendungen, in Wort und Bild, finde ich ganz toll. Einfach super …
    Es sind auch sehr schöne Fotos, sie gefallen mir sehr. Hab vielen Dank.
    Liebe Grüße, Margot.

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Margot,
      durch das digitale Fotografieren hat man so viele Fotos, die einfach nur auf der Festplatte lagern. Dieser Beitrag hat mir die Gelegenheit gegeben, auch solche Fotos zu zeigen, die sonst niemand gesehen hätte. Warum hätte ich sonst dieses „stille Örtchen“-Foto zeigen sollen 😉 Es wäre untergegangen, so hat es wenigstens eine gewisse Würdigung erhalten 😉
      LG und einen schönen Dienstag
      Astrid

  3. Martina sagt

    Du hast einen grandiosen Post geschrieben. Ich kann gar nicht sagen, welches Bild und welche Redewendung mir am besten gefallen haben. Manchmal muss man halt ‚um die Ecke denken‘, dann kommen sooooo hervorragende Gedanken dabei heraus! 🙂 LG Martina

    • Astrid Berg sagt

      Danke für Deinen Kommentar und Deine zusätzliche Redewendung, liebe Martina. „Um die Ecke denken“, dass ich daran nicht gedacht habe, da habe ich wohl zu geradlinig gedacht, -aber ich werde sie mir merken.
      LG
      Astrid

  4. Christine R. sagt

    Ein toller Beitrag, Astrid. Und obendrein so lehrreich! Man gebraucht ja selbst oft solche Redewendungen – und bei manchen könnte man gar nicht erklären, wie sie zustande gekommen sind. Und dann die wunderschönen Fotos dazu – klasse!
    Vielen Dank für diese „Lehrstunde“.
    Liebe Grüße
    Christine

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Christine,
      die Idee hierfür kam mir beim Durchforsten meiner Fotos auf meiner Festplatte. Schön, dass Du Dich bei mir wohlfühlst.
      LG
      Astrid

  5. Schade das alles ein Ende hat ! Das war so schön…da hätte ich noch stundenlang weiter Redewendungen lesen und dazu die passenden Bilder schauen können! Liebe Grüsse Anja

    • Astrid Berg sagt

      Danke, liebe Anja und herzlich willkommen auf meinem Blog. Ich freue mich, dass es Dir bei mir gefällt.
      Liebe Grüße und ein paar Streicheleinheiten für Donna.
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Danke Klaus, ich hoffe Du konntest eine Redewendung finden, die Du auch hin und wieder gebrauchst.
      LG und einen schönen Abend
      Astrid

  6. Hallo Astrid,

    da hast Du ganz schön in Fundkiste der alten Redewendungen gegriffen und alles schön bebildert 🙂 Eine richtige Fleißleistung – hat sicher eine Weile gedauert, alle diese Bilder dazu gefunden zu haben.

    Liebe Grüße
    Björn 🙂

    • Astrid Berg sagt

      Hallo Björn,
      so groß war der Zeitaufwand gar nicht. Als ich erst einmal die Idee hatte, wusste ich auch so ungefähr, wo ich suchen musste. Außerdem hat das Durchstöbern Erinnerungen geweckt. Hat Spaß gemacht.
      LG und einen schönen Abend
      Astrid

  7. Liebe Astrid, das hast Du Dir schön ausgedacht, schön getextet und dazu illustriert. Irmi macht mit den Redewendungen sogar einen Kaffeklatsch.
    LG Eva

    • Astrid Berg sagt

      Ja, liebe Eva, das habe ich heute vormittag auch bei Irmi gelesen. Super, dass sie so etwas zum Anlass für einen Kaffeeklatsch nimmt. Stimmt also doch, dass man immer einen Anlass findet, wenn man nur will.
      Ich freue mich, das Dir mein Beitrag gefallen hat.
      LG und noch einen schönen Rest-Mittwochabend
      Astrid

  8. Jetzt muss ich doch endlich mal wieder vorbei schauen, um ein fröhliches „Grüß Gott“ hier zu lassen. Du weißt ja, dass ich deine Beiträge immer zum Frühstück lese, aber hier musste ich doch auf deinen Blog, denn ohne die schönen Bilder dazu wäre er nur halb so gut gewesen.
    Gratuliere zu den Bärenzwillingen, jetzt bin ich so alt geworden und habe immer gedacht, die Teddys vermehren sich nur in der Fabrik, hihihh.
    Liebe Astrid, ich wünsche dir ein schönes kreatives Wochenende und schicke dir sonnige Grüße aus Bayern, Lore

    • Astrid Berg sagt

      Grüß Gott liebe Lore,
      siehst Du, man lernt nie aus 😉 Die einfachen, gewöhnlichen Teddys kommen vielleicht aus der unromantischen Fabrik, aber meine Teddys …;-)
      Ich freue mich, dass ich Dir mit meinen Geschichten das Frühstück ein bisschen versüßen kann, so wie ich mich immer auf Deine Reizwortgeschichten freue.
      Ich wünsche Dir ein hoffentlich sonniges Wochenende und schicke Dir ganz liebe Grüße
      Astrid

  9. Ein toller Beitrag, liebe Astrid!! Ich lasse mich auch oft von Fotos inspirieren, dann flutschen die Gedanken nur so.

    Komm gut ins Wochenende.
    Mit lieben Grüßen
    Anna-Lena

    • Astrid Berg sagt

      Danke, liebe Anna-Lena,
      Fotos oder Zeitungsberichte, alte eigene Aufzeichnungen oder auch alltägliche Gegenstände sind immer sehr hilfreich, um auf neue Ideen zu kommen.
      LG und ein angenehmes und hoffentlich sonniges Wochenende
      Astrid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.