Weihnachten & Ostern
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Mein drittes Weihnachtsfest

Ich wusste eigentlich, dass ich ein Foto besitze, das mich als kleines Kind vor dem Weihnachtsbaum zeigt. Was mir nicht mehr im Gedächtnis war, ist die Tatsache, dass darauf auch noch andere Dinge zu sehen sind. So habe ich mich riesig gefreut, als mir neulich dieses Foto in die Hände fiel. Ich dachte mir, ich muss es Euch unbedingt zeigen, denn es gibt Einiges dazu zu erzählen:

Wir, das sind meine Eltern und ich, wohnten damals am Rande der Stadt in unmittelbarer Nähe eines Sägewerkes. Wenn ich mich recht entsinne, gab es in diesem Gebiet nur wenige Häuser, aber viele Kinder. Eigentlich war es ein bisschen wie Bullerbü. Wir waren immer draußen oder steckten sonst irgendwie zusammen. Ringsherum waren große Wiesen und Felder. Im Sommer pflückten wir Blumen und im Winter spielten wir im Schnee. Soll ich Euch noch etwas verraten? Wir spielten manchmal sogar in dem großen Haufen Sägemehl. Das müsste doch eigentlich fürchterlich gejuckt haben, so denke ich jetzt.

Ich erinnere mich gerne an diese Zeit zurück. Ich hatte eine schöne Kindheit. Wegen der Entfernung und weil meine Mutter kein Auto hatte, weil mein Vater damit zur Arbeit nach Frankfurt fuhr, konnte ich leider keinen Kindergarten besuchen. Aber mir fehlte nichts, denn die Kinder waren ja da. Ich war zwar ein Einzelkind, aber von morgens bis abends mit Kindern zusammen. Was will man mehr?

Dort feierte ich also viele Jahre mit meinen Eltern Weihnachten. Das Foto stammt aus dem Jahre 1962. Ich war also genau zweieinhalb Jahre alt. Meinem Gesicht nach zu urteilen, hatte ich keinerlei Lust mich fotografieren zu lassen und brav sitzenzubleiben. Wahrscheinlich wollte ich mich viel lieber mit meinen neuen Spielsachen vergnügen.

Seht ihr die Tolle auf meinem Kopf und die Zöpfe. Das war damals eine ganz modische Frisur, mit der sich wohl heute kein Kind mehr nach draußen trauen würde. Da meine Mutter Faltenröcke liebt, trug ich selbstverständlich zum Fest einen Faltenrock mit einer weißen Strumpfhose. Die Farbe des Rockes weiß ich nicht mehr, aber dafür kann ich mich an die Geschenke erinnern. In der Hand halte ich ein dickes, fettes, rosa Plastiksparschwein, das mich viele, viele Jahre begleitet hat. In späteren Jahren muss es wohl einmal „operiert“ worden sein, denn es trug auf der Unterseite ein großes Pflaster. Unter dem Verband verbarg sich ein langer Schnitt. Warum wohl? Bestimmt könnt Ihr es erraten.

Vor mir liegt mein großer, dicker, fetter, gelber Teddy, den mir eine Tante meiner Mutter aus der „Ostzone“ (wie wir damals sagten) geschickt hatte. Er erhielt von mir den Namen „Chruschtschow“.  Diesen hatte ich bei meinen Eltern aufgeschnappt und er gefiel mir anscheinend. Stolz erzählte ich auch immer jedem, der es wissen wollte, den Namen meines Teddys. Dies hatte allerdings auch Erklärungen meiner Eltern zur Folge, wie sie mir später erzählten, da die fragenden Personen sehr verwundert schauten. Auf jeden Fall liebte ich diesen Teddy sehr und habe ihn später einmal sogar mit ATA ( Scheuerpulver) sauber geschrubbt, was zur Folge hatte, dass er tüchtig staubte.

In der Schachtel neben mir, befindet sich mein Puppengeschirr. Das Kännchen spielt in meiner Kindheit auch eine besondere Rolle. Ich liebte das Haarewaschen überhaupt nicht und schrie jedesmal um Hilfe, wenn das Wasser über meinen Kopf lief. So erklärte ich meiner Mutter, dass sie doch bitte das kleine Kännchen nehmen und damit das Wasser über meinen Kopf schütten solle, um das Shampoo auszuwaschen. Naja, da hat dann wohl meine Mutter ein wenig geschummelt, denn ich merkte schon, dass die Wassermenge kaum in dieses kleine Kännchen gepasst hätte. Aber sie beruhigte mich immer wieder.

Seht Ihr die Struwwelliese? Oh, wie oft habe ich mir dieses Buch vorlesen lassen! Und ich habe es heute noch. Es liegt gut verwahrt in einem Schrank auf dem Dachboden, wo sich die Bilder- und Kinderbücher unseres Sohnes befinden.

Neben der Schachtel steht ein Auto. Ja, ich hatte schon damals ein Auto. Ich glaube es war ein Ford (oder ein Opel?). Mein Vater war KFZ-Meister und das Töchterchen sollte auch ein Auto zum Spielen haben. Doch am liebsten spielte ich mit Puppen… Es sieht so aus, als hätte mir damals das Christkind auch noch ein typisches Mädchenspielzeug  gebracht, denn hinter mir schaut neugierig ein Püppchen hervor.

Und Möbel für meine Puppenstube scheinen auch noch dabei gewesen zu sein. Anscheinend war es das Schlafzimmer und die Kücheneinrichtung. Soweit ich mich erinnere hatte mein Puppenhaus auch nur zwei Zimmer, – Küche und Schlafzimmer. Und Dach hatte es auch keines. Naja es war eben kein luxuriöses Haus, aber es war vollkommen ausreichend. Es muss ja nicht immer gleich eine Villa sein.

Habt Ihr schon den für die damalige Zeit typischen Aschenbecher auf drei Beinen entdeckt? Den hat wohl mein Vater bekommen. Und meiner Mutter hat das Christkind vermutlich ein Küchengerät gebracht. Ich kann ganz klein den Namen „Krupps“ auf der Kiste erkennen, auf der ich sitze. Meine Mutter hatte einen Handmixer von Krupps, daran erinnere ich mich. Ob er in diesem Karton war? Ich sollte unbedingt mal nachfragen. Vielleicht weiß sie es noch.

Und noch etwas fällt mir auf: Das Lametta am Weihnachtsbaum. Wer hängt heutzutage noch Lametta an den Baum? Das war auch eine ganz schöne Arbeit, wenn man es ordentlich machen wollte. Später, als ich wusste, dass meine Eltern den Weihnachtsbaum schmückten und die Geschenke besorgten, durfte ich das Lametta an den Baum hängen. Ich habe Faden für Faden einzeln angehängt.

Und eine elektrische Lichterkette hatten wir schon damals, denn echte brennende Kerzen waren zu gefährlich. Ich glaube bei meinem Opa gab es sie aber noch. Und in der Anfangszeit, als ich gerade meinen Mann kennengelernt hatte, waren sowohl echte als auch elektrische Kerzen am Baum. Daneben stand immer ein Eimer mit Wasser.

Man sollte sich die alten Fotos tatsächlich ganz genau ansehen, denn man kann so viel darauf entdecken. Und das Erinnern macht großen Spaß. Ich hoffe auch Euch hat mein kleiner Ausflug in das Jahr 1962 gefallen.

 

Ich wünsche allen meinen Lesern ein  frohes und schönes Weihnachtsfest. Für das Jahr 2017 wünsche ich Euch alles Liebe und Gute und vor allen Dingen Gesundheit.

Ich bedanke mich für Eure Treue und die vielen lieben Kommentare. Ich freue mich auch weiterhin auf unsere gegenseitigen Besuche. Auch den vielen stillen Lesern sage ich ein herzliches Dankeschön.

Eure Astrid Berg

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18 Kommentare

  1. Liebe Astrid, fast ist es eine kleine „Gänsehautgeschichte“ denn bei deinem bericht aus der Kinderzeit und den schönen alten Schwarz-weiß Bildern steigen doch sofort eigene ERinnerungen wenn auch vage – in mir auf. Lametta—stimmt, wer kennt heutzutage schon noch Lametta! keiner wette ich, (außer auf anderen dachböden oder in Kellern lägen noch aufgehobene Weihnachtssachen herum, da wären die silbernen Strähnchen sicher auch noch zu entdecken.
    Eine schöne, nostalgische Geschichte mit einem entzückenden Kinderbild – das ich nicht einmal mehr von mir hätte. Du sitzt wie auf einem kleinen Schaukelpferd auf deiner Kiste“..:-) ja – irgendwie hat man die Kinder damals noch“dicht untern Baum gesetzt“ damit sie die Päckle auspacken können ( gibts heute auch kaum mehr:-)
    wie hat sich doch die zeit und unser Leben verändert dabei ist es gar nicht soo lang her.!!!(wie es uns im Heute manchmal vorkommt.)
    eine schöne Geschichte die nach einem glücklichen Kinderleben spricht.
    Ein frohes Fest für dich, schöne Feiertage und dir einen ganz lieben und herzlichen Dank für all deine gescheiten, interessierten und netten Kommentare des letzten Jahres bei mir, über jeden einzelnen habe ich mich sehr gefreut.
    Hoffen wir gemeinsam auf ein gutes Jahr zurückblicken zu können und in weiteres gutes Jahr vor uns zu haben.

    • Astrid Berg sagt

      Ich gestehe, in meiner Weihnachtskiste liegt ganz unten noch ein original verpacktes Lamettabündel. Es wird wohl auch weiterhin unangetastet bleiben, es sei denn irgendein modischer Weihnachtstrend entdeckt diese Glitzerfäden wieder.
      An dieser Stelle möchte ich Dir ebenfalls ganz liebe Weihnachtswünsche senden. Ich hoffe, Du wirst schöne und besinnliche Festtage verleben und eine Woche später mit Elan ins Neue Jahr starten. Für 2017 wünsche ich Dir alles erdenklich Gute.
      Astrid

  2. Liebe Astrid,
    ja, er hat mir gefallen, der Ausflug in das Jahr 1962, ich war damals sieben Jahre alt und habe ganz ähnliche Erinnerungen an das Weihnachtsfest. Du hast recht, man sollte die Fotos genauer anschauen, da werden dann noch einmal Erinnerungen wach, die lange irgendwo in unserem Kopf schlummerten.
    Danke, dass du uns mitgenommen hast, ich habe es genossen!
    Ich wünsche dir und deinen Lieben ein fröhliches Weihnachtsfest und freue mich auf neue Geschichten im neuen Jahr,
    ganz herzliche Grüße
    Regina

    • Astrid Berg sagt

      Damals wärst Du für mich schon ein großes Mädchen gewesen ;-). Heute spielt dieser Altersunterschied überhaupt keine Rolle mehr. So relativiert sich eben alles im Leben.
      Auch ich wünsche Dir und Deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest mit strahlenden Kinderaugen. Ich bin schon gespannt, welche Geschichten uns im Jahr 2017 einfallen werden.
      Herzliche Weihnachtsgrüße
      Astrid

  3. Ich war schon acht zu dieser Zeit, doch unsere Bilder ähneln sich. Wie bescheiden wir doch damals waren, im Vergleich zu heute.
    Auch bei mir kommen die Erinnerungen, freudige und auch schmerzhafte, denn mein Vater lebt ja schon lange nicht mehr und meine Mutter ist bereits 82.

    Dir und deinen Lieben frohe Weihnachten und einen gesunden Jahreswechsel. Bis bald….

    Herzlichst
    Anna-Lena

    • Astrid Berg sagt

      Mein Vater ist schon vor 32 Jahren verstorben und meine Mutter ist bereits 87. In ein paar Stunden wird mein Mann mit beiden Müttern aus Hessen zurückkommen und wir werden das Weihnachtsfest, aber auch Silvester gemeinsam feiern. Allerdings hat es mich heute mit einem grippalen Infekt umgehauen, doch ich hoffe in zwei oder drei Tagen wieder fit zu sein, damit ich gesund ins Neue Jahr starten kann.
      Hab mit Deinen Lieben ein schönes Weihnachtsfest und komm gut ins Jahr 2017!
      Astrid

  4. wie schön deine Kindheitserinnerungen..
    ich habe auch Bilder aus der Kinderzeit.. die sind aber noch etwas älter 😉
    ja.. es waren bescheidene aber glückliche Weihnachten

    ich habe erst gar nicht auf deine Seite gefunden..es kam immer dass die Seite nicht gefunden werden kann..auch wenn ich auf Startseite klicke..

    ich wünsche dir und deinen Lieben frohe und friedliche Feiertage

    Rosi

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Rosie,
      ich wünsche Dir noch einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag. Wir haben zu Weihnachten das Haus voll, denn die beiden Mütter sind da und auch unser Sohn mit seiner Freundin. Nur leider hat mich ein grippaler Infekt erwischt, aber da muss man durch.
      Ich freue mich, dass Du dann doch noch meine Seite gefunden hast. Ich nehme an, es lag an Wartungsarbeiten am Server.
      Ich bedanke mich für Deine treuen Besuche auf meinem Blog und freue mich auf das gegenseitige Lesen im kommenden Jahr. Bleib schön gesund!
      LG
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Monika,
      ich hoffe, Du hattest schöne Weihnachten. Mich hat leider zwei Tage vor Weihnachten ein heftiger grippaler Infekt erwischt, den ich immer noch nicht los bin. Ich danke Dir für Deine lieben Grüße und wünsche Dir einen guten Start ins Neue Jahr und alles Liebe und Gute für 2017. Ich freue mich auf unser gegenseitiges Lesen auch im Neuen Jahr. Auch Dir ein herzliches Dankeschön für Deine treuen Besuche und die schönen Kommentare, aber auch für die wundervollen Fotos auf Deiner Seite.
      LG
      Astrid

  5. Die gute alte Struwwelliese! Nein, ich meine nicht dich. 🙂
    Und ob ich das Buch kenne. Ich liebte es! Kenne heute noch die Texte auswendig.

    Ein schönes Bild mit schönen Erinnerungen.

    Liebe Grüße
    Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Du kennst die Texte noch auswendig?! Toll!!! Aus dem Stehgreif könnte ich sie jetzt nicht mehr aufsagen, aber vielleicht, wenn ich einen kleinen Anschubs bekommen würde, …
      Liebe Traudi, komm gut in das Neue Jahr und ich wünsche Dir, dass 2017 ein schönes und glückliches Jahr für Dich wird.
      Herzliche Grüße
      Astrid

  6. Oh, Astrid, es hat soooo viel Freude gemacht mit Dir zurück zu wandern…
    Ich bin zwar ein Stückchen älter als Du, aber alle Dinge, die auf Deinem Erinnerungsfoto sind und die Du angesprochen hast, kenne ich nur zu gut…
    Du hast mich mit Deinen netten Anekdoten gedanklich auch wieder in diese Zeit zurück versetzt…und das ist wundervoll! Vieles ist im Alltag etwas untergegangen, aber über solche Erzählungen ersteht alles wieder vor dem eigenen geistigen Auge…Ich erinnere mich wieder an unglaublich viele Einzelheiten, auch aus meiner damaligen Gefühls- und Gedankenwelt…
    Ich danke Dir von ganzem Herzen für diesen wunderbaren „Ausflug“ in die Vergangenheit!
    Danken möchte ich Dir auch für Deine lieben Worte auf meinem Blog, natürlich nicht ohne Dir für das „Neue Jahr“ nur das Allerbeste zu wünschen!

    • Astrid Berg sagt

      Oh, das wünsche ich Dir auch, liebe Heidi. Komm gut und sanft in das Neue Jahr. 2017 möge Dir viele schöne und glückliche Momente bescheren. Bleib schön gesund und erfreue uns auch weiterhin mit Deiner tollen grünen Ecke :-).
      Herzliche Grüße
      Astrid

  7. Jetzt habe ich doch glatt vergessen meinen Namen unter den obigen Kommentar zu setzen…
    Also, noch einmal: Alles, alles Liebe für Dich und die Deinen u n d ich freue mich schon auf Deine liebevollen, berührenden Geschichten im nächsten Jahr!
    Heidi

    • Astrid Berg sagt

      Ich musste schmunzeln, denn selbstverständlich wusste ich schon gleich von wem dieser schöne Kommentar gekommen ist. Die Technik macht es möglich 😉 .
      LG
      Astrid

  8. So viele Erinnerungen hast du an ein einziges Foto. Aber es ist ein besonders schönes Foto an einem besonders schönen Weihnachtsfest. Ich glaube, von uns gibt es gar keine Bilder von Weihnachten. Nur im Kindergarten wurden immer welche gemacht, da kam der Fotograf.
    Ich kann mich auch noch an einige Geschenke erinnern. Wir freuten uns über neue Puppenkleider, über Spangen fürs lange Haar, über Nachtwäsche oder gar Schuhe. Heut bekommen Kinder diese Dinge so nebenbei, wenn sie gebraucht werden.
    Nun wünsche ich auch dir einen sanften Rutsch in ein gesundes neues Jahr. Möge es glückliche Momente bereit halten und ganz viel Liebe und Frieden.
    Herzliche Grüße von Kerstin.

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Kerstin,
      ich danke Dir für die vielen lieben Wünsche. Ich möchte mich für Deine treuen Besuche auf meiner Seite und unsere „Gespräche“ bedanken. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
      Auch ich schicke Dir meine besten Wünsche für 2017. Vor allen Dingen bleib schön gesund!!! Liebe und Frieden und auch ganz viele kleine und große Glücksmomente möge das Jahr 2017 bereithalten.
      LG
      Astrid

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