Kurzgeschichten, Professor Konfusi-Geschichten
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Hallo, Hallo!!!

Professor Konfusi hat heute viel zu tun und ist den ganzen Tag außer Haus. Auch seine Frau ist unterwegs. Sie ist am Nachmittag mit zwei Freundinnen zum Einkaufsbummel verabredet. Da Professor Konfusi trotz des strammen Terminplans nicht auf das gemeinsame Mittagessen mit seiner Frau verzichten möchte, haben sich die Beiden einen Treffpunkt um die Mittagszeit ausgemacht. So ist eine Bäckerei mit einem gemütlichen Café ihr gemeinsamer Anlaufpunkt.

„Ich habe ungefähr zwei Stunden Zeit, bevor mein nächster Termin beginnt“, sagt er zu seiner Gemahlin, als sie aufeinandertreffen.
„Schön, dass es geklappt hat, so kannst du wenigstens ein Weilchen verschnaufen“, lächelt sie ihn an.
Sie studieren die kleine Speisekarte des Cafés und entscheiden sich für jeweils ein Omelett mit Schinken und Käse und einen Durstlöscher. Als Nachtisch teilen sie sich ein Stückchen Kuchen. Es soll ja nicht zu üppig sein und ein bisschen wollen sie auch auf die Kalorien achten. Dazu gehört natürlich noch je eine Tasse Kaffee zum Abschluss.
Kurz nachdem sie ihre Bestellung aufgegeben haben, vibriert es in der Tasche von Frau Konfusi. Da sich ihr Gatte gerade auf der Toilette befindet und das Essen noch nicht serviert wurde, beschließt sie den Anruf anzunehmen.
„Hallo, hallo!“, ruft sie in das Handy, als sie dieses endlich in ihrer  Handtasche gefunden hat.
Leider meldet sich niemand, denn der Teilnehmer am anderen Ende hat aufgelegt, da er nach mehrmaligen erfolglosem Klingeln aufgegeben hat.
„Kennst du diese Nummer?“, fragt Frau Konfusi ihren Mann, als dieser wieder zum Tisch zurückkommt. „Ich war leider zu spät, um den Anruf entgegen zu nehmen.“
„Nein“, meint er, „die Nummer sagt mir jetzt nichts! Ruf doch einfach zurück, dann weißt du wer es war.“
Gesagt, getan. 
„Oh!“, sagt sie ein paar Sekunden später überrascht zu dem Angerufenen. „Wir hatten heute einen Termin? Das kann doch gar nicht sein. In meinem Terminkalender stand gar keine Notiz.“
Nachdem ihr am anderen Ende noch einmal versichert wurde, dass es sich um keinen Irrtum handelt, entschuldigt sie sich:
„Es tut mir sehr leid, aber das passt jetzt gar nicht. Könnten Sie bitte den Termin für mich streichen?“
„Wer war das?“, erkundigt sich ihr Mann, der inzwischen seinen Teller schon fast geleert hat.
„Angeblich hätte ich in ein paar Minuten einen Termin zur Maniküre und zur Pediküre, obwohl ich mich nicht daran erinnern kann und ehrlich gesagt,  jetzt auch weder Lust noch Zeit habe“, erklärt Frau Konfusi.
„Ich könnte den Termin doch für dich übernehmen. Erstens bin ich mit dem Essen schon fertig, – den Kuchen schaffst du auch alleine, den Kaffee nehme ich mit –  und zweitens könnte ich mir eine Pediküre vor meinem nächsten Termin gerade noch gönnen“, beschließt ihr Gemahl und drückt erst auf die Anrufliste und dann auf eine Nummer.
Er reicht seiner Frau das Handy, damit sie den gestrichenen Termin doch noch für ihn retten kann.
„Hallo!“, meldet sich auch sogleich eine leise Frauenstimme.
„Scheinbar hat sie auf Lautsprecher gestellt, weil sie in einer laufenden Behandlung ist“ begründet sich Frau Konfusi in Gedanken dieses leise und zurückhaltende Stimmchen der Gesprächsteilnehmerin.
„Ich habe doch gerade den Termin bei Ihnen abgesagt….“
„Wie?“
„…mein Mann würde allerdings den Termin übernehmen wollen…“
„Wer sind Sie?“
„Frau Konfusi!“
„Ja?“
„Wir hatten doch gerade miteinander telefoniert!“
„Was? Wie? Was wollen Sie?“
Frau Konfusi ist sichtlich verwundert über die Fragen ihrer Gesprächspartnerin. Sollte diese etwa wegen der Terminabsage verärgert sein? Nach einer kurzen Stille vernimmt sie plötzlich eine Männerstimme aus dem Handy.
„Wer sind Sie?“
„Wie ich schon sagte, ich bin …“
„Wen wollen Sie sprechen?“
„Die Fußpflegerin!“
„Wen?“
„Oh, Entschuldigung!“, flüstert Frau Konfusi ins Telefon, denn ihr ist inzwischen ein Licht aufgegangen und so fügt sie schnell hinzu: „Ich glaube, ich habe mich verwählt.“
„Sag mal?!“, erkundigt sie sich bei ihrer besseren Hälfte, „welche Nummer hast du denn gewählt?“
„Wieso? Wer war denn dran?“
„Frau Konfusi zuckt die Schultern. „Zuerst eine sehr leise Frau und dann ein älterer Herr, – der Stimme nach zu urteilen“, erklärt sie.
„Zeig doch mal her! Ich glaube, ich habe da so eine Ahnung.“
Professor Konfusi nimmt das Handy, schaut auf das Display und drückt die zuletzt gewählte Nummer.
„Ach Sie sind es, Herr Mettemann!*“, begrüßt er den Herrn. „Hier ist Konfusi. Wir hatten doch gestern Abend telefoniert und ich glaube, Sie haben gerade eben mit meiner Frau gesprochen, die eigentlich mit ihrer Fußpflegerin reden wollte… Entschuldigen Sie bitte!…“
„Wie? Du kennst den Herrn?“, will nun Frau Konfusi wissen und ist nun vollends verwirrt.

 

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*Der Name ist frei erfunden und hat keinen Bezug zu lebenden oder verstorbenen Personen.

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