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Aufregung im Weihnachtsland (4)

Während Bruno versteckt in einem Rucksack hoch über den Wolken seine lange Reise zum Weihnachtsmann Willi antritt, herrscht im Weihnachtsland die größte Aufregung.
„Die Wunschzettel sind angekommen!“, ruft Engelchen Postinchen aus und zieht einen vollbeladenen Schlitten hinter sich her. „Es gibt viel zu tun für uns alle!“
„Das Meiste habe wohl ich zu tun!“, gibt Weihnachtsmann Rudi zu verstehen.  „Ich muss die vielen Briefe lesen, dann auch noch die Geschenke verteilen und die weiten Strecken zurücklegen. Seit Weihnachtsmann Willi sich zur Ruhe gesetzt hat, hängt die ganze Arbeit an mir alleine.“
„Wir stehen dir doch bei und helfen so gut wir können!“, rufen ihm die vielen kleinen Helferlein zu. „Wir lesen und sortieren schon mal die Briefe nach den Wünschen der Kinder, damit du nicht so überlastet bist,“ versuchen sie Rudi aufzumuntern.
Im Weihnachtsland weiß inzwischen jedermann, dass Rudi immer erst ein bisschen bemitleidet werden muss, aber dann ist er ein richtig guter Weihnachtsmann. Das ist ja auch kein Wunder, denn immerhin ist er bei Weihnachtsmann Willi in die Lehre gegangen und hat alles gelernt, was er so braucht. Nur manchmal spukt noch Unfug in seinem Kopf herum.
„So ist eben die Jugend, aber das legt sich mit dem Alter“, hat Willi erst neulich gesagt. „Außerdem habe ich ja immer noch ein Auge auf ihn und bisher ging ja auch alles gut.“
Die Engelchen lesen, sortieren und erfreuen sich an den schön gestalteten Wunschzetteln der Kinder. Sie sind froher Dinge und tun ihre Arbeit gerne.
„Hier ist ein ganz eiliger Brief, der an den Weihnachtsmann Willi adressiert ist!“, ruft ein Engelchen aus und schwenkt einen Briefumschlag. „Persönlich!“, steht in großen Buchstaben darauf.
„Für mich?“, fragt Willi erstaunt. „Aber ich bin doch offiziell gar nicht mehr in Amt und Würden. Von wem kommt er denn?“
„Hier steht nur ‚Bruno, der Teddybär‘ als Absender“, sagt das Engelchen und reicht Willi den Brief.
Dieser dreht und wendet den Umschlag, liest noch einmal den Absender und runzelt die Stirn. Von diesem Bruno hat er noch nie gehört. Auch sonst scheint ihn niemand aus dem Weihnachtsland zu kennen. Als Willi, den Briefumschlag öffnet, das Schreiben heraus nimmt und die von Bruno verfassten Zeilen liest, wird er fast ein wenig sentimental. Er fühlt sich geehrt, dass er einem Teddy aus Bangkok im Traum erschienen ist und dieser nun unbedingt zu ihm will. 
„Kommt mal alle her!“, ruft Willi die Engelchen und Helferlein zusammen. „Du auch Rudi!“, befiehlt er seinem ehemaligen Lehrling, der sich neben den Rentieren ein Nickerchen gönnt. 
Dann berichtet er von Teddybär Bruno, seinen beiden Wünschen und dessen langer und vermutlich beschwerlicher Reise.
„Wahrscheinlich ist er schon längst unterwegs, deshalb brauche ich auf diesen Brief gar nicht mehr zu antworten. Ihr müsst alle miteinander die Augen und Ohren offenhalten und sollte jemand etwas in Erfahrung bringen, dann erwarte ich sofortigen Bericht. Dem kleinen Kerl muss unbedingt geholfen werden. Wer ihn findet, der hat ihn unverzüglich zu mir zu bringen.“
Für alle im Weihnachtsland, selbst für Rudi, sind Willis Worte immer noch Befehl…

Fortsetzung folgt…

 

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2 Kommentare

  1. Liebe Astrid, herzlichen Abendgruß.
    Deine Teddy-Weihnachtsgeschichte ersetzt den Adventskalender. Schön.
    Hab ein gemütliches 2. Adventswochenende.
    Tschüssi Brigitte.

  2. Liebe Astrid,
    meine Daumen sind gedrückt, damit diese bezaubernde Weihnachtsgeschichte auch ein Happy End hat!
    Einen angenehmen Samstagabend und lieben Gruß
    moni

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