Für Kinder, Kurzgeschichten, Weihnachten & Ostern

Besuch im Weihnachtsland (13)


Sie hören es plötzlich alle, dieses seltsame Geräusch, das immer lauter wird und anscheinend auch näher kommt.  Die ganze Engelschar, die Helferlein und selbst Rudi werden ganz aufgeregt. 

„Was ist das?“

„Das habe ich noch nie gehört!“

„Sollten wir uns in Sicherheit bringen?“

„Wenn doch nur Weihnachtsmann Willi hier wäre, er wüsste, was zu tun ist. Aber Willi macht gerade ein kleines Nickerchen bevor er wieder zu seiner nächsten Tour aufbrechen muss“, denkt Rudi erschrocken. „Ihn dürfen wir nicht wecken.“ Rudi würde sich am liebsten verkriechen. Aber wo? Hinter dem Berg von eingepackten Geschenken? 

Noch ehe jemand von ihnen die Gelegenheit hat sich ein Versteck auszudenken, geschweige denn sich dorthin zu begeben, wird es dunkel und etwas scheint über ihnen zu schweben.

„Das kann nur ein riesiges Ungeheuer sein und das seltsame Geräusch wird dann wohl sein Fauchen sein“, überlegt sich Rudi.

Bevor Rudi seine Gedanken ordnen kann, kommt dieses eigenartige Ding näher und setzt zur Landung an. Es sieht aus, wie eine Mischung aus Schlitten und Flugzeug.

„Hallo, hallo!“, schallt es auf einmal aus diesem merkwürdigen Gefährt. „Sind wir hier richtig im Weihnachtsland?“

„Ja! Hier ist das Weihnachtsland“, rufen alle zurück. 

Jetzt nimmt Rudi allen Mut zusammen und stellt die zwei entscheidenden Fragen: 

„Wer seid ihr?“    und     „Was wollt ihr?“

„Wir suchen den Weihnachtsmann Willi“, antworten die Fremden.

„Wer sucht mich hier?“, tönt es auf einmal aus der hintersten Ecke des Weihnachtslandes, wo Willi sich für sein kurzes Schläfchen zurückgezogen hat.

Ein alter Mann übernimmt jetzt die Gesprächsführung: „Ich bin es, Albert. Und das sind meine Freunde: Bruno, der Teddybär, dessen Wunsch es ist dich, Willi zu treffen und dich einmal auf deiner Tour begleiten zu dürfen. Das sind Kurt, der Schneemann, Hugo, der Waldmensch und die Eule Aurelia.“

„Oh, mein Freund Albert“, ruft Willi voller Freude aus und kommt zu dem kleinen Grüppchen. „Wie schön dich wiederzusehen. Und das sind also deine Freunde. Ich habe schon gehört, dass ihr den langen Weg zu mir auf euch genommen habt. Seid alle herzlich willkommen im Weihnachtsland.“

Jetzt bricht unter den Anwesenden Jubel und Heiterkeit aus. Alle beginnen zu singen und zu jubilieren und fast hätten sie vergessen, dass es eigentlich noch so viel Arbeit bis zum Fest zu erledigen gibt. Doch Willi wäre nicht der Weihnachtsmann, wenn er nicht an die vielen Kinder denken würde, die sehnsüchtig auf ihn und die Geschenke warten.

„So leid es mir tut, aber wir müssen wieder an die Arbeit“, erklärt er und angeführt von Rudi begeben sich alle Engelchen und Helferlein wieder in die Engelswerkstatt. „Wir haben schon viel zuviel Zeit verloren und brauchen im Grunde genommen ein kleines Wunder, um alles noch rechtzeitig zu schaffen.“

„Ich habe da mal eine Idee!“, meldet sich sein Freund Albert ganz bescheiden zu Wort. „Willi nimm doch einfach mein düsenangetriebenes Gefährt. So bist du viel schneller bei den Kindern und Teddybär Bruno hilft dir beim Verteilen der Geschenke. Dann kann er auch einmal ein richtiger kleiner Weihnachtsmann sein. Und wir anderen helfen in der Engelswerkstatt. Mit vereinten Kräften schaffen wir das schon.“

„Du bist tatsächlich so klug und weise, wie alle behaupten, lieber Albert!“, lacht Willi und klopft seinem Freund auf die Schulter. Er winkt Bruno herbei, gibt ihm ein kleines Weihnachtsmannkostüm und schon düsen sie mit Höchstgeschwindigkeit los. Im Gepäck haben sie die Geschenke für die Kinder und selbst die Rentiere und Hirsche dürfen mitfahren. 

„Für dich, Bruno, habe ich noch eine Überraschung“, sagt Willi. „Ich will nämlich ganz zum Schluss noch zu einem niedlichen Jungen, dessen sehnlichster Wunsch es ist einen kleinen Weihnachtsmannteddybär zu bekommen und auf unserer Fahrt dorthin kannst du mir deine Geschichte erzählen.“

„Lieber Weihnachtsmann Willi …“, beginnt Bruno, der Teddybär.

Ich bedanke mich bei allen meinen Lesern für die Treue und wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest. Kommt gut in das Neue Jahr und bleibt alle gesund und munter. Ich freue mich auch in 2019 auf unsere gegenseitigen Besuche.

Herzliche Grüße

Astrid Berg


*Das Beitragsfoto habe ich von einer alten Weihnachtskarte der damaligen Firma BMW Rolls-Royce AeroEngines abfotografiert. Der Designer dieser Karte ist mir allerdings nicht bekannt.

6 Kommentare

  1. Liebe Astrid, nach langer Reise, mit vielen Erlebnissen, ist Bruno nun beim Weihnachtsmann angekommen und voller Freude.
    Ich wünsche Dir auch freudig-frohe, ruhige und besinnliche Weihnachtsfeiertage im Kreise Deiner Lieben.
    Herzliche Grüße von Brigitte.

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Brigitte,
      ich hoffe Du hast im Kreise Deiner Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest und kommst gut in das Neue Jahr. Ich wünsche Euch vor allen Dingen Gesundheit.
      LG
      Astrid

  2. Liebe Astrid,
    ich freue mich sehr, dass jetzt alles wieder im Lot ist und Weihnachten für alle Kinder gerettet ist.
    Danke♥♥♥für die bezaubernde Weihnachtsgeschichte. Es hat viel Spaß gemacht, die vielen Abenteuer mitzuerleben.
    Dir und Deinen Lieben frohe Weihnachten und eine angenehme, besinnliche, gute Zeit.
    Herzlichst
    moni

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Moni,
      ich freue mich in Dir eine treue Leserin meiner Geschichten gefunden zu haben und wünsche Dir ein schönes Weihnachtsfest. Komm gut in das neue Jahr und bleib gesund und munter.
      LG
      Astrid

  3. Nun hat deine Geschichte ein glückliches Ende und alle freuen sich.
    Ich wünsche auch dir und deinen Lieben ein friedliches Fest. Habt euch lieb, seid dankbar und voller Hoffnung.
    Herzliche Grüße von Kerstin.

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Kerstin,
      auch ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein schönes Weihnachtsfest. Möge das Jahr 2019 für uns alle ein gutes Jahr werden.
      LG
      Astrid

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