Für Kinder, Kurzgeschichten, Weihnachten & Ostern

Ein Unglück kommt selten allein (9)

Die traurige Nachricht, die das Weihnachtsland erreicht hatte, steigert die ohnehin schon große Angst um das bevorstehende Weihnachtsfest. Hinzu kommt die Sorge um Rudi, der in seinem jugendlichen Übermut und Leichtsinn mit dem Schlitten einen Unfall gebaut hat.

„Glaube nur nicht, dass Du Dich jetzt auf die faule Haut legen kannst“, ermahnt ihn Willi, nachdem er gesehen hat, dass Rudi trotz des gebrochenen Armes eigentlich wohlauf ist. „Du wirst an meiner Stelle die Oberaufsicht über die Engelswerkstatt übernehmen. Ich hingegen werde meine alten Pflichten erfüllen und mit dem Schlitten die Geschenke in die Welt hineintragen.“

Mit dieser Lösung können alle leben und das Weihnachtsfest ist gerettet, denn Willi wird sein Bestes geben, das wissen die Engelchen und Helferlein. Frohen Mutes machen sie sich wieder an die Arbeit. Selbst Rudi trällert ein Weihnachtsliedchen und alle anderen stimmen fröhlich mit ein. 

Man könnte jetzt meinen: Ende gut,- alles gut. Doch weit gefehlt. Zur gleichen Zeit nimmt das Drama bei Teddybär Bruno und seinen Freunden Kurt und Hugo seinen Lauf.

„Was ist denn mit Dir los?“, fragt Bruno seinen Kumpel Kurt. „Kann es sein, dass Du abgenommen hast? Irgendwie siehst Du seltsam aus!“

„Mir ist so warm!“, stöhnt Kurt und reißt sich Mütze und Schal vom Leib, was die anderen gar nicht verstehen können. Trotzdem es nicht mehr so bitterkalt ist, kann niemand von ihnen von Wärme sprechen.

„Ich glaube, ich werde bald sterben!“, jammert Kurt und Tropfen rinnen nicht nur aus seinen Augen.

Hugo, der Waldmensch erfasst blitzschnell die Situation. „Der Schneemann schmilzt!“, ruft er erschrocken aus. „Wir müssen ihn retten. Wenn wir den Wald durchquert haben, dann kommen wir in eine kältere Zone. Nur wenn wir diese schnellstmöglich erreichen, dann kann Kurt überleben! Los, lauft, lauft, so schnell ihr könnt!“

Alle rennen los. Auch der Schneemann Kurt, doch er achtet nicht auf den Weg. Da passiert es. Er stolpert über einen herabgefallenen Ast und landet im Dreck. Jetzt ist er zu allem Unglück auch noch schmutzig und außerdem ist ihm seine Nase abgefallen.

„Ich sterbe! Lasst mich liegen und geht weiter!“, sagt er mit zittriger Stimme.

Oh, nein, das will niemand. Wozu hat man Freunde. Bruno und Hugo helfen dem Schneemann auf und nehmen ihn an beiden Armen, um ihn mit vereinten Kräften aus dem Wald zu ziehen. Noch können sie allerdings nicht das Ende des Waldes erkennen. Hoffentlich schaffen sie es noch rechtzeitig bis zur kälteren Zone. Kurt wird nämlich immer dünner und auch schwächer.

„Ich muss ein Weilchen verschnaufen! Außerdem will ich endlich meine Nase wieder!“, bittet er innständig, doch dafür haben sie keine Zeit. Sie müssen aus diesem Wald heraus, das ist die einzige Rettung. Eule Aurelia, die alles von ihrem Aussichtspunkt aus beobachtet hat, breitet ihre Flügel aus und schwingt sich in die Lüfte…

Fortsetzung folgt …

2 Kommentare

  1. Bitte, liebe Astrid,
    der Schneemann darf nicht sterben! ♥
    Auch für ihn wünsche ich mir ein fröhliches Weihnachtsfest!
    Angenehmen 3.Adventsonntag und
    liebe Grüße
    moni

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Moni,
      nein, das darf nicht sein. Er möchte doch unbedingt mit seinem neuen Freund Bruno zum Weihnachtsmann. Ich hoffe ebenso wie Du, das alles gutgeht und sich dieser Wunsch erfüllt. Soll ich mir etwas einfallen lassen? Lies mal die neue Folge 😉 .
      Liebe Sonntagabendgrüße
      Astrid

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