Autor: Astrid Berg

Pirat Schorsch

Ich ziehe aus meiner Handtasche eine kleine Schachtel heraus und lege den Inhalt auf den Tisch. Mein Mann sitzt mir gegenüber und betrachtet neugierig die niedliche  Magnetfigur.  Es ist ein kleiner pfiffig aussehender Piratenjunge mit einer schwarzen Augenklappe, einem blauen Tuch auf dem Kopf und einem roten um den Hals. In der Hand trägt er seine Beute, einen Beutel, in dem sich wahrscheinlich die Münzen aus dem Piratenschatz befinden. „Willst du eine Piratengeschichte schreiben?“, erkundigt sich mein Mann und dreht die Figur in seiner Hand hin und her. „Keine Ahnung, irgendwann vielleicht. Mir hat der kleine Kerl einfach nur gefallen. Ansonsten habe ich im Grunde genommen mit Piraten nichts im Sinn. Ich habe weder ein Piratenbuch gelesen, noch kann ich mich erinnern jemals einen Film diesbezüglich gesehen zu haben“, erkläre ich meinem Peter. „Da ist dir aber einiges entgangen. Ich zum Beispiel habe einen echten Piraten kennengelernt. Er gehörte sogar zu meiner Familie.“ „Du stammst aus einer Piratenfamilie? Das ist aber ganz was Neues“, wundere ich mich. Ich kenne meinen Mann nun schon seit 42 Jahren …

Sonntagsausflug

Auch wenn dieser Sonntagsausflug letztes Jahr im August stattgefunden hat, möchte ich Euch ein paar Fotos davon zeigen. Wir waren damals zum wiederholten Male in einem kleinen Affenzoo, der nicht allzu weit von Cottbus entfernt ist. Vor geraumer Zeit hatte ich Euch schon einmal von diesem privaten Affenzoo berichtet (Im Land der Affen). Die Kattas haben es mir angetan. Ich finde diese kleinen Kerlchen mit ihrem ca. 60 Zentimeter langen schwarz-weiß geringeltem Schwanz einfach zu niedlich. Neugierig, wie Äffchen nun einmal sind, wurden wir aufmerksam beäugt. Es schien mir als würde er denken: „Die muss ich mir genauer ansehen! Also nichts wie hin!“ „Hallo Kumpel, gut dass du da bist. Lass uns die Menschen da draußen ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen! Los, komm mit!“ „Warte, nicht so schnell!“ „Denen zeigen wir erst einmal wie hübsch wir sind. Vor allen unser langer schwarz- weißer Schwanz muss bewundert werden.“ „Das ist mir jetzt aber echt zu langweilig. Komm, lass uns ein bisschen spielen!“ „Oh ja, wir rangeln ein wenig!“ „Das macht richtig Spaß!“ „Jetzt hab …

Fundstück aus vergangenen Zeiten

Wenn ich bei meiner Mutter zu Besuch bin, dann stöbere ich gerne in meinem Jugendzimmer, in dem meine Mutter nicht viel verändert hat. So passiert es, dass ich Dinge finde, die für mich einen Erinnerungswert haben und schöne Andenken sind.  Auch am vergangenen Wochenende habe ich meine Mutter besucht und Erinnerungen waren ebenfalls wieder mit von der Partie. Dieses Mal fiel mir ein Geschenk von meiner längst verstorbenen Tante in die Hände. Wie es dazu kam, erzähle ich Euch jetzt:   Da der Zwetschgenbaum im Garten meiner Mutter über und über voll war mit reifen Früchten, machte ich mich an die Ernte:  Bäumchen rüttel dich, Bäumchen schüttel dich, fällt herab ein Pfläumchen für mich. Erst eins, dann zwei, dann drei und noch viele mehr, bis mein Eimer ist voll und schwer. Eigentlich musste ich nicht schütteln und rütteln. Die Äste hingen voll und waren dadurch enorm schwer, so dass sie sich bis zum Boden hinab neigten. Ohne Mühe und ohne Leiter konnte ich die Zwetschgen ernten und die Eimer befüllen.  Bring sie nach Haus, esse …

Oma Lena und ihre Schatztruhe

Magdalena sitzt in ihrem Lieblingssessel, die Hände im Schoß gefaltet und die Augen geschlossen. Ihr faltiges Gesicht zeugt von einem gelebten Leben, aber auch von einer inneren Zufriedenheit. Sie hält ein kleines Mittagsschläfchen, was ihr in ihrem hohen Alter von Herzen gegönnt sei. In wenigen Wochen wird sich ihr Geburtstag zum 103. mal jähren.  Sie war in den Wirren des Ersten Weltkrieges geboren und hatte ihre Eltern gleich zu Beginn des zweiten Weltkriegs verloren. Drei Jahre später fand sie ihr großes Glück, doch auch Edgar musste sie vor mehr als einem Jahrzehnt zu Grabe tragen. Mit ihm war sie in inniger Liebe verbunden. Drei Kindern schenkte sie das Leben, einem Jungen und zwei Mädchen.  „Ich bin schon eine ganz schön alte Schachtel“, pflegt sie zu sagen, wenn man sie auf ihr Alter anspricht. Ihre Stimme klingt kein bisschen zittrig, sondern fest und klar wie bei einer Achtzigjährigen. Inzwischen ist sie allerdings schon mehrfache Oma und stolze Urgroßmutter von einem Zwillingspärchen. Alle nennen sie einfach nur „Oma Lena“ und lieben sie abgöttisch. Während des zweiten Weltkrieges …

Danke für den Hinweis!

Im Leben erhält man viele Hinweise. Manche sind brauchbar, andere eher weniger. Mir sind einige davon in meiner Fotosammlung begegnet, die ich Euch heute mal zeigen möchte. Man fragt ja immer: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Unser Sohn hatte in seiner Studentenbude eine originelle Uhr an der Wand hängen und diese gab an, dass „JETZT“ genau der richtige Zeitpunkt ist, denn das Leben findet im Hier und Jetzt statt. Einen etwas anderen Zeitmesser habe ich in einer hessischen Gastwirtschaft entdeckt, die den Hinweis gibt, dass manchmal alles verkehrt läuft. Also sollte man besser aufpassen und immer genau hinsehen. Dann klappt das schon. Dort fand ich auch den gut gemeinten Rat, nicht über sich selbst zu reden, …. Jedes Kind weiß ja, dass man im Straßenverkehr gut aufpassen und an einer roten Ampel stehen bleiben muss. Das gilt selbstverständlich für Autofahrer ebenso wie für Füßganger und Radfahrer. Aber muss man deshalb gleich bei Rot auf seinem Fahrrad balancieren? 😉 In manchen Gegenden ist es sogar erwünscht bei Grün nur mit einem aufgespannten Schirm die Straße am …

Absicht oder Unachtsamkeit?

In meiner Jugend habe ich es bei meiner Großtante festgestellt, bei der Großtante meines Mannes und auch noch bei anderen Personen. Schnell war man dann einer ganz bestimmten Meinung und diese tendierte dahin, dass man glaubte, derjenige habe es mit Absicht gemacht. Doch heute, Jahre, sogar Jahrzehnte später habe ich plötzlich eine ganz andere Ansicht. Wieso das denn? Naja, man kann ja seine Meinung gegenüber gewissen Gegebenheiten ändern. Vielleicht, weil die Sicht der Dinge eine andere geworden ist. Aber auch, weil man plötzlich ähnliche Situationen erlebt hat. Nein, das ist nicht ganz korrekt ausgedrückt. Ich meine natürlich, weil man selbst auf einmal derjenige ist, welcher… Erst neulich ist es mir passiert. Wir waren in Lübeck. Diese Stadt zu besuchen und ohne das köstliche Marzipan gekostet zu haben, wieder wegzufahren, geht gar nicht. Lübeck und Marzipan gehören einfach zusammen. Die Lieben zu Hause freuen sich dann natürlich auch über ein Mitbringsel und was wäre besser geeignet als eine Schachtel dieser Köstlichkeiten. „Schaut mal, was wir euch mitgebracht haben“, sage ich zu der Freundin unseres Sohnes und …

Unbeschriebenes Blatt

  „Hallo“, ruft das unbeschriebene Blatt, „ich habe es unendlich satt, denn ich liege einfach hier nur so rum und das ist mir dann doch zu dumm.“ Pinsel, Stift und auch die Schreibfeder verstehen nicht dies Gezeter, denn bald kommt gewiss auch ihr Einsatz, drum gehört Abwarten zum Grundsatz. „Ach, lass doch das Meckern sein, siehst aus so sauber und rein, so perfekt und vollkommen unschuldig, drum sei doch nicht so ungeduldig. Mensch und Muse werden erscheinen, uns alle in Text oder Bild vereinen. Warten wir lieber auf der Stunde Gunst,  um zu erstrahlen als Poesie oder Kunst.“ „Will auch ich nun still und geduldig sein, was meine Bestimmung wird sein, übe mich in Vorfreude und Hoffnung auf die kreative menschliche Schöpfung.“ Stift, Pinsel, Feder beginnen mit ihrem Tanz, zaubern damit prachtvollen Glanz, auf das einst unbeschriebene, traurige Papier, erfüllen es mit Stolz und schöner Zier.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Liebeserklärung Gut gemeint! Goldglöckchen

Trendfrisuren

Lange habe ich überlegt, wie ich meinen heutigen Post nennen soll. Zur Auswahl stand noch der Titel: „Tierisch gestylt“, aber dieser  kommt demnächst an die Reihe. Der Pony liegt schon immer voll im Trend. Er sieht richtig sportlich aus, – egal, ob von vorne oder seitlich gesehen. Nur lang muss er sein. Auch die Igelfrisur ist allseits beliebt. In der Sommerhitze wird „kurz geschoren“ besoders gern getragen. Sehr modisch haben sich diese Beiden stylen lassen. Dieser „Bubikopf“ hat mich total begeistert. Chic, oder?! Ich finde: Einfach phänomenal! Seid alle herzlich gegrüßt und habt ein schönes Wochenende.   Vielleicht möchtet Ihr dies noch lesen: Schau Dir das mal an! Gustav von Blech Sucht uns doch!   *Das Hundefoto hat unser Sohn fotografiert.    

Juhuu!!!

Die folgende Geschichte gehört wieder einmal in die Sparte „Erinnerungen“. Sie passt hervorragend in diese Jahreszeit und ganz speziell sogar zu der momentan vorherrschenden Hitze. Eigentlich kann ich nur wiedergeben, was mir mein Mann seit Jahren in regelmäßigen Abständen erzählt, denn nicht ich, sondern er hat diesem Ereignis beigewohnt. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute ist es wieder einmal soweit und mein Mann beginnt zu erzählen: „Eigentlich ist es schade, dass die Kinder zur Zeit keine Schule haben?“ Noch ahne ich nicht, worauf mein Peter hinaus will und frage deshalb leicht irritiert: „Wieso das denn? Jetzt sind Sommerferien, –  genau richtig bei dieser Affenhitze.“ „So entgeht ihnen aber die schönste Seite des Schullebens.“ „Und die wäre?“ „Na, das ist doch ganz klar. Bei Hitze gibt es Hitzefrei. Und da fällt mir auch sogleich ein gemeinsamer Schulkamerad von uns ein.“ „Aha und wer soll das sein?“ Mein Gatte kratzt sich am Kopf und erklärt mir mit todernster Miene: „Den Namen kann ich Dir leider nicht nennen. Nicht, weil ich ihn nicht mehr wüsste, aber die neuen Datenschutzrichtlinien …

Hitzegedanken

Die Sonne brennt uns auf das Haupt, drum sei ein Schirm als Schutz erlaubt, damit das Hirn nicht zu glühen beginnt und jeder geniale Gedanke einfach nur verrinnt. Mit Schirm oder Sonnenhut beschattet, dazu noch mit Sonnencreme ausgestattet, sollten wir uns eine Erfrischung gönnen, um einen kühlen Kopf bewahren zu können. Wasser uns dann überaus kostbar ist, dessen sind wir uns in der Hitze gewiss, genießen glücklich das einfache Nass, ob aus Wasserhahn, Flasche oder dem Fass. Mit den Füßen waten durch den Teich ist ein Vergnügen ohne jeglichen Vergleich, wirkt erfrischend und belebend zugleich, ganz egal, ob man nun arm ist oder reich. Sucht euch ein nettes schattiges Plätzchen, neben dem Hund oder kleinen Schmusekätzchen, genießt die Ruhe und die schönen Sonnentage, sie entschwinden viel zu schnell,- ohne Frage. So wünsche ich uns allen in der Hitze hier, auf alle Fälle der notwendigen Dinge vier: Frohsinn, Schatten, Wasser und ein kühles Bier. Doch bedenkt, Durst hat auch das kleinste Tier. Lieber Wettergott, schenke Sonne und Regen, dies ist für Mensch, Tier und Natur ein …

Muss das wirklich sein?(2)

Ich muss heute diese Frage noch einmal stellen und möchte mich darüber mit Euch unterhalten. Schaut Euch doch bitte mal das Beitragsfoto an. Hübsch, oder? Naja, wie man es nimmt.  Die blühenden Pflanzen und der kleine Gingobaum sind von einem Band umschlungen und muten im strahlenden Sonnenschein und vor der grünen Hecke fast schon ein bisschen dekorativ an.   Es könnte vielleicht die Dekoration für einen Kindergeburtstag, eine Hochzeit oder eine Gartenparty sein. Die Fantasie kennt hierfür keine Grenzen.  Schaut noch einmal genauer hin.  Richtig! Es handelt sich um Verpackungsmaterial. Diese mit Luft gefüllten Plastikpolster sollen etwas vor dem Zerbrechen oder Zerkratzen schützen. Nur was? Um das zu erklären, muss ich in meinen Ausführungen ein wenig ausschweifen: Ich habe eine kleine Hecken- und Grasschere, die mit einem Akku betrieben wird. Diese ist schon seit etlichen Jahren in meinem Besitz und ich kürze damit die Bodenkriecher in unserem Vorgarten auf die entsprechende Höhe und Länge. Das klappt ganz prima und ich bin mit dieser Schere sehr zufrieden.  Wie gesagt, es ist auch ein entsprechendes Scherblatt für …

Muss das wirklich sein?

Schon lange habe ich mich nicht mehr aus meiner kleinen Plauderecke gemeldet. Heute ist es wieder einmal soweit, denn mir ist etwas aufgefallen, das mich beschäftigt und worüber ich meine Verwunderung äußern möchte.  Regelmäßig mache ich mit meiner Mutter einen Großeinkauf. Hierbei ist dann der Einkaufswagen schon recht voll, das muss ich zugeben. Aber es muss sich ja auch lohnen. Stehen wir dann an der Kasse und legen alles auf das Förderband, haben wir  eine ganze Menge zu tun. Wir müssen uns echt beeilen, um alles auf das Band zu legen, denn vorne an der Kasse beginnt der/die Kassierer(in) schon seine/ihre Arbeit.  In Windeseile zieht er/sie die Waren über den Scanner und meine Mutter schiebt schnell den zum Glück inzwischen leeren Einkaufswagen nach vorne an das andere Ende des Förderbandes, wo sich schon Einiges angesammelt hat.  Sie beginnt einzuräumen, kommt aber mit dem Tempo des/der Verkäufers(in) nicht mit. Selbstverständlich übernehme ich das Einräumen, aber ich muss zugeben, dass auch ich mich beeilen muss, um mit dem/der rekordverdächtigen Verkäufer(in) mitzuhalten. Ich sehe ja ein, dass auch …

Lass es dir schmecken (2)

Meine Mutter sitzt mir gegenüber. Wir haben gerade unseren Nachtisch verspeist, der uns in Erinnerungen schwelgen lässt. Die Sache mit dem Grießbrei hat mir meine Mutter bereits berichtet, doch anscheinend ahnt sie inzwischen, dass auch ich eine Episode aus meiner Kindheit zu erzählen habe. Diese hat sie allerdings nicht hautnah miterlebt und ich habe sie ihr möglicherweise noch nicht erzählt. Vielleicht hat sie diese Begebenheit aber auch nur vergessen. Sie schaut mich zumindest etwas verwundert an und erwartet meine Geschichte…. „Als ich noch ein Kind war, musstest du einmal für längere Zeit ins Krankenhaus“, beginne ich zu berichten. Meine Mutter nickt schweigend. Da wir allerdings nicht über Krankheiten sprechen möchten, fahre ich auch sogleich mit meiner kleinen Erinnerungsgeschichte fort: „Da du und Papa in dieser Zeit wohl sehr um mein leibliches Wohl besorgt wart,…“ „Naja“, unterbricht mich meine Mutter. „Essen hat ja auch nicht gerade zu deinen Lieblingsbeschäftigungen gezählt…“ Dieses Mal pflichte ich ihr nickend bei, gehe aber nicht auf diese Bemerkung ein. „… habt ihr die Nachbarin beauftragt mich in ihre Obhut zu nehmen. …

Lass es dir schmecken! (1)

Wieder einmal ist meine Mutter zu Besuch. Gerade haben wir zu Mittag gegessen und sie sitzt mir gegenüber. Heute gab es nur mal etwas Schnelles, aber nicht minder Leckeres, nämlich eine Broccolisuppe. Und dann noch einen Nachtisch, so wie ihn jeder mag. Zur Auswahl stehen eine kleine Quarkspeise und ein kleiner Becher kalter Grießbrei.  Ich greife ganz automatisch zur letzteren Auswahlmöglichkeit und wünsche meiner Mutter einen guten Appetit: „Lass es Dir schmecken!“ Nachdem sie mir dasselbe gewünscht hat, erinnert sie sich:  „Du hast schon immer gerne Grießbrei gegessen.“ Ich ahne schon, dass jetzt eine kleine Anekdote aus meiner frühen Kindheit folgt, an die ich mich selbst nicht mehr erinnern kann. Allerdings habe ich sie schon so oft gehört, dass ich mich inzwischen bildlich als noch nicht einmal Einjährige vor meinem inneren Auge sehe. Auch in dieser Vorstellung sitzt mir meine Mutter gegenüber und schaut mich an. Sie hält einen Löffel in der Hand und vor mir steht ein gefüllter Teller. Man muss jetzt sicher nicht viel überlegen, um zu erraten, dass es sich bei der …