Autor: Astrid Berg

Mit Schaufel und Eimer

Wenn ich dieses Foto betrachte, muss ich lachen, denn vor meinem geistigen Auge tauchen plötzlich viele schöne Erinnerungen auf. Ich überlege, wie wohl unser inzwischen erwachsener Sohn damals diesen Urlaub erlebt hat. Hätte er zu diesem Zeitpunkt schon schreiben können, hätte sich sein Urlaubsbericht vielleicht so gelesen: Kurz nach meinem 2. Geburtstag sagten meine Eltern zu mir: „T., wir machen bald eine weite Reise mit dem Auto. Wir fahren nach Spanien!“ „Kenn ich nicht“, sagte ich und steckte mir ein Kaubonbon in den Mund. „Aber Autofahren ist schön“, dachte ich mir, „da kann man immer so schön schlafen und träumen und natürlich die Geschichten von Benjamin Blümchen hören.“ „Da gibt es ganz viel Sand und Wasser“, erklärte mir meine Mutter. „Ach, ein neuer Spielplatz“, dachte ich. „Mal sehen, ob er mir gefällt!“ „Dort ist es immer schön warm, weil jeden Tag die Sonne scheint. Du kannst im Wasser plantschen, im Sand Burgen bauen und Kuchen backen“, erzählte sie weiter. „Noch besser“, überlegte ich, „ein Schwimmbad mit einem großen Sandspielplatz. Hört sich gut an!“ „Kommt K. …

Zu verschenken

  Ich habe nichts zu verschenken, wird gar mancher Mensch jetzt denken. Doch es ist kein Geld und kein Gut, man braucht dazu noch nicht einmal Mut.   Es ist nicht groß, eher recht winzig, du kannst es geben auch noch mit neunzig. Diese Gabe macht nicht arm, aber reich und zwar im selben Moment und sogleich.   Gib es Menschen, die du kennst, aber auch solchen, die du Fremde nennst. Du bekommst es sicher zurück, es schenkt allen ein Stückchen vom Glück.   Sogar du kannst dich beschenken, selbst dann wird es dir niemand verdenken. Zu jeder Stund’ und Tageszeit es ist willkommen überall und sogar weltweit.   Jeder wird es sofort verstehen, Keine Bedenken: Es wird nicht schiefgehen. Es ist in dir selbst verborgen, drum beginne damit schon am frühen Morgen.   Ein kleines Lächeln ist es nur, gib dir einen Ruck und sei nicht so stur. Es tut dir gewiss nicht weh, ist zart und rein wie der Kuss einer Fee.   Drum lächele jeden einzelnen Tag, es allen Freude und Kraft …

Die Bank

  Verlassen steht die Bank dort, unbeachtet an einem grünen Ort. Bald wird Leben erwachen und im Garten alles prächtig machen.   Bald werden sie alle kommen, Hast du sie schon vernommen? Sie zwitschern ihre Lieder, putzen auf ihr das bunte Gefieder.   Katzen sich unter ihr verstecken, ihre Glieder in der Sonne recken. Genüsslich sie leise schnurren, während Tauben in der Ferne gurren.   Alt und Jung auf ihr sitzen, Verliebte Initialen in sie ritzen, gemeinsames Glück erträumen und sich küssen unter den Bäumen.   Man wird sie wieder pflegen, ihr einen neuen Anstrich geben. So lockt sie alle zum Verweilen, und Aufmerksamkeit ihr zu erteilen.   Von der Arbeit großer Last, gewährt sie eine kurze Rast. So allseits beliebt und geschätzt, man sich hier gerne zusammensetzt.   So vergeht Jahr für Jahr, auch sie wird altern, fürwahr! Wird noch viele gute Dienste leisten, bevor sie dann gehört zum alten Eisen.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Zuviel des Guten Nie gedacht… Unser märchenhaftes Erlebnis  

Auf Reisen

Einst waren wir sehr angesagt, niemand hat sich über uns beklagt. Man hat uns gerne genutzt, nach jeder Reise gepflegt und geputzt.   Nun sind wir hier gestrandet, sozusagen auf dem Abstellgleis gelandet. Einfach nur noch zur Zier, stehen wir nun schon lange Jahre hier.   Ertragen Sonne, Regen, jedes Wetter, und sind doch dankbar unserem Retter. Verweilen wir auf dem Bahnhof, somit bleibt uns erspart der Müllhof.   Zu finden uns vor dem Gebäude, bereitet gar Manchem große Freude. Man bestaunt uns interessiert, jeder uns immer gerne fotografiert.   Sind nicht die neusten Modelle, doch der Hit an dieser Außenstelle. Wir bezeugen und auch beweisen, dass man mit uns ging viel auf Reisen.   Mit unserer stillen Anwesenheit, erinnern wir an eine vergangene Zeit. Sind zwar nicht für die Ewigkeit, trotzdem eine kleine Sehenswürdigkeit.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Im Sauseschritt Ausgedient Immer rund herum

Die Radiomeldung

Wir sind mit dem Auto unterwegs. Die Autobahn auf der wir uns befinden, ist um diese Zeit nicht so sehr befahren, also kommen wir eigentlich gut voran. Während mein Mann am Steuer sitzt, lese ich in einer Zeitschrift. Nebenbei trällert Musik aus dem Radio. Doch plötzlich wird diese durch den Verkehrsfunk unterbrochen. So genau höre ich nicht hin, aber trotzdem dringen Bruchstücke an mein Ohr. Genau im entscheidenden Moment, als der betreffende Streckenabschnitt durchgesagt wird, beginnt mein Mann zu reden. „Pst!!!“, zische ich ihm zu, denn inzwischen hat etwas meine Aufmerksamkeit erregt. Wahrscheinlich war dieses „Pst“ nicht energisch genug, denn Peter überhört es einfach und plappert munter weiter. Als sein Redefluss endlich versiegt ist, hat auch der Sprecher seine Ansage beendet. Da ich vergeblich versucht habe dem Radiobericht zu folgen, habe ich auch nicht den Ausführungen meines Göttergatten gelauscht, was er allerdings bemerkt hat. „Du hörst mir überhaupt nicht zu“, beanstandet er. „Kein Wunder“, gebe ich leicht pampig zurück. „Mich hat auch gerade in diesem Moment die Verkehrsnachricht interessiert. Da du jedoch nicht zu stoppen warst …

Der Aufsatz

Eva muss Hausaufgaben machen. Sie soll einen Aufsatz schreiben, aber das Thema gefällt ihr gar nicht. Die Lehrerin hat den Schülern einfach nur das Wort „Zahlen“ an die Tafel geschrieben und gesagt, dass sie ihre Fantasie spielen lassen sollen.  Jetzt sitzt Eva schon eine ganze Weile vor ihrer leeren Seite. Nichts, aber auch gar nichts will ihr einfallen, da kann sie sich ihr Gehirn noch so sehr zermartern. Doch plötzlich horcht sie auf, denn jemand betritt ihr Zimmer. „Ach Opa, du bist es“, sagt sie fast schon ein wenig erleichtert. „Gut, dass du kommst. Bestimmt kannst du mir helfen.“ „Um was geht es denn?“, erkundigt sich Opa Waldemar. „Hast du Probleme bei den Hausaufgaben?“ „Das kann man wohl sagen. Wir sollen einen Aufsatz schreiben, irgendetwas mit Zahlen.“ „Bei den Mathehausaufgaben könnte ich dir helfen, aber im Aufsatzschreiben war ich in der Schule nicht gerade eine Leuchte.“ Enttäuscht sieht Eva ihren Großvater an, doch bei seinem nächsten Satz beginnt sie zu strahlen. „Ich würde vorschlagen, wir machen einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Dann wird …

Des Glückes Gabe

  Irgendwie ist mir heute so zumute, dass ich ziehe eine Schnute. Das Wetter ist nur nass, kalt und trübe, macht mich lustlos und müde.   Ich frage mich schon den ganzen Tag, hält er auch was Schönes parat? Oder bleibt er solala und einheitsgrau? Dann wird mir ganz flau.   Das Leben ist nicht immer kunterbunt, nicht immer läuft alles rund und wie man es sich wünscht und denkt, man bekommt nichts geschenkt.   Doch unverhofft klopft er dann an, bei dir, mir und jedermann, zaubert ein kleines Lächeln ins Gesicht, bringt ins Leben wieder Licht.   Es ist der Moment des kleinen Glück’, verweilt für einen Augenblick und hat in seinem Gepäck die gute Laune, verändert alles im Nu, man staune!   Vergessen ist aller Trübsinn sogleich, Fröhlichkeit mit einem Streich, erobert des Menschen Herz und Sinn, mehr als im Lotto ein Gewinn.   Nutzt jeden noch so kleinen Moment, es braucht kein Argument, um zu ergreifen des Glückes Gabe in jeder Lebenslage.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Knut …

Tollpatschigkeit

Horst ist in Eile, er muss noch zu einer Behörde und einige Unterlagen abgeben. Er packt alles in seinen Aktenkoffer und eilt mit einem kurzen Gruß, den er seiner in der Küche hantierenden Frau zuwirft, zur Haustür hinaus. Noch bevor er seinen Kofferraum aufmachen kann, muss er allerdings nochmal zurück, weil er etwas vergessen hat. Er stellt seinen Aktenkoffer achtlos ab und geht ins Haus. Zwei Minuten später schließt er die Wagentür auf, schwingt sich auf den Fahrersitz, lässt das Auto an und stößt nach hinten, um rückwärts aus der Ausfahrt zu fahren. „Oh nein!“, denkt er erschrocken, als er bemerkt, dass sein Hinterrad über eine Erhöhung rollt. „Was war denn das? Ich habe doch hoffentlich nicht Nachbars Katze überfahren!?“ Automatisch bremst er und haut dann spontan den Vorwärtsgang rein, was jedoch bewirkt, dass das Rad wiederum über dieses Etwas rollt. „Oh Gott! Lass es bitte nicht Minka sein!“, durchfährt es seine Gedanken. Horst reißt die Autotür auf, stürzt panisch nach hinten und bückt sich. „Das war wohl noch mal Glück im Unglück!“, entfährt es …

Das bisschen Haushalt

Frau Konfusi hat entsetzt ihren Blick auf das Küchenfenster gerichtet. Die Sonne scheint in den Raum. Das ist eigentlich eine recht erfreuliche Sache, denn jetzt in der Winterzeit ist es draußen eher kalt und trüb. Heute jedoch zeigt sich der Himmel in seinem schönsten Blau und zu allem Überfluss lacht auch noch die Sonne. Sie steht allerdings zu dieser Tageszeit schon recht tief und wirft ihre Strahlen zum Fenster hinein. Das hat zur Folge, dass Frau Konfusi klitzekleine Staubpartikelchen in der Luft schweben sieht und auch bemerkt, dass ihre Scheiben dringend einer Reinigung bedürfen. Allerdings sollte das Fensterputzen bei Minus 5 Grad weder angenehm noch besonders vorteilhaft sein. Zumindest von außen. „Ich könnte aber wenigstens die Scheiben auf der Innenseite putzen“, überlegt sie sich, denn gerade ergreift sie ein unwiderstehlicher Putzzwang. „Und die Vorhänge würden sich auch freuen, wenn sie mal wieder in der Waschmaschine ein paar Runden schwimmen dürften.“ Sofort marschiert sie in den Abstellraum, ergreift sich einen Eimer, einen Lappen und das Fensterleder. Wieder in der Küche angekommen, stellt sie erst einmal das …

5 Uhr 30

Es hat sie tatsächlich einst gegeben, eine Zeit ohne Dich in meinem Leben.   Damals hätte ich es niemals gedacht, dass du einst wirst haben diese Macht.   Seit du bist an meiner Seite immerzu, nimmst du mir meine innere Ruh’.   Zwiegespalten ist mein Verhältnis zu dir, weder Liebe noch Hass erhältst du von mir.   Ich kann dich nun einfach nicht lieben,  zeige es dir deutlich mit kräftigen Hieben.   Ich kann dich aber auch nicht hassen, denn ohne dich würde ich viel verpassen.   Mit einem Eid kann ich es beschwören,  manchmal würde ich dich gerne überhören.   Wenn du mir deinen Dienst wirst versagen, werde ich mich ganz bitterlich beklagen.   Dann kann ich auch niemand dafür bestrafen, ohne dich, meinen Wecker, werde ich verschlafen.   Drum bleibe bitte getreu an meiner Seite, griffbereit und keinesfalls außer Hörweite.       Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Oma Lena und ihre Schatztruhe Ich beneide dich Das sind wir

Der Wald voller Bäume

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dieses sonderbare Phänomen tritt nicht nur bei einem Sonntagsspaziergang auf, nein auch im ganz normalen Alltag. Ich weiß wovon ich spreche, denn erst neulich ist es bei mir wieder aufgetreten: Es ist später Nachmittag und draußen ist es schon recht dämmrig. Naja, eigentlich ist es der Jahreszeit entsprechend schon nahezu dunkel.  „Klar“, wird jetzt jeder denken, „bei Dunkelheit passiert es schon mal, dass man etwas übersieht.“ Das mag ja sein, aber da wo ich mich gerade befinde, ist es taghell, fast schon zu hell. Ich bin im Supermarkt und muss noch schnell etwas einkaufen. Mein Einkaufszettel liegt wie immer zu Hause auf dem Tisch. „Aber egal, ich habe ihn selbst geschrieben, dann habe ich auch alles im Kopf“, überlege ich und überfliege diesen Zettel gedanklich.  „Zu den Frikadellen gibt es morgen Rotkraut und Kartoffelbrei“, überlege ich. Ein Blick in den Einkaufswagen bestätigt mir, dass alle notwendigen Zutaten bereits darin liegen. „Ach“, fällt mir da plötzlich ein, „ich brauche noch Röstzwiebel, die schmecken so gut zum Kartoffelbrei.“ …

Frische Luft…

Es ist ein kühles und verregnetes Wochenende. Der Samstag ist mit Erledigungen und organisatorischen Dingen dahingegangen. Nicht gerade das, was man sich unter einem schönen Wochenende vorstellt. Genau das ist auch der Grund, warum ich am Sonntag unbedingt frische Luft brauche. Gelegentlicher Nieselregen, kein Sonnenschein, sondern eher Trübnis heben meine Laune nicht zum Jubeln empor. Trotzdem muss ich unbedingt raus an die frische Luft, um neue Energie zu tanken. Meinem Mann würde es sicherlich auch guttun, denn sonst würde er nur wieder über Akten grübeln, E-mails verfassen, Vorlesungen vorbereiten und, und, und. Gesund ist das sicherlich nicht. „Lass uns wenigsten einen kleinen Spaziergang machen und anschließend irgendwo in einem Café einkehren!“, schlage ich deshalb vor. „Und wo willst du hin?“, fragt er mich. „Keine Ahnung, nur ein bisschen Abwechslung. Mich macht diese trockene Heizungsluft wahnsinnig.“ „Draußen ist es definitiv feuchter, da hast du recht“, entgegnet er mir und schlägt den Aktendeckel zu. „Und mit einem Tässchen Kaffee und vielleicht noch ein Stück Kuchen dazu, lasse ich mich immer locken.“ Kurz und gut, eine paar Minuten …

Einzug mit Hindernissen

Mona räkelt sich behaglichen in ihrem Bett. Neben ihr liegt Lisa, ihre Zwillingsschwester. Sie muss lächeln, denn ihr fällt beim Anblick ihres Ebenbildes wieder einmal ein, wie sie beide zu ihren Namen gekommen sind. Ihre Eltern waren sich vor dem berühmten Ölgemälde von Leonardo DaVinci im Louvre zum ersten Mal begegnet und hatten sich auf den ersten Blick ineinander verliebt. Als ein Jahr später die Zwillinge geboren wurden und es zwei Mädchen waren, kamen keine anderen Namen in Frage als Mona und Lisa. Mona lässt ihren Blick weiter durch das sonnendurchflutete Zimmer schweifen.  „Das ist nun also meine neue Wohnung“, überlegt sie. „Und ich hatte sogar einen wunderschönen Traum, in dem ich meine große Liebe gefunden habe. Was man in der ersten Nacht im neuen Heim träumt, soll ja angeblich in Erfüllung gehen“, denkt Mona und steht leise auf.  Sie schleicht sich aus dem Schlafzimmer, um ihre Schwester nicht zu wecken. Mona möchte ihr neues Zuhause noch ein kleines Weilchen alleine genießen. So schlängelt sie sich zwischen den Kisten, Koffern und Tüten hindurch, die überall verteilt …

Neujahrswünsche

Nun ist es wieder mal soweit, darum macht euch alle bereit. Schlag zwölf die Gläser klingen, und alle fröhlich „Prosit“ singen. Das alte Jahr ist dann beendet, vom neuen sind wir geblendet. Neues Spiel erhofft neues Glück, für jeden ein ganz großes Stück. Schlagen ein neues Kapitel auf und so nimmt 2019 seinen Lauf. Möge es uns allen Freude bringen und Friede auf Erden uns gelingen. Gesundheit möge alle begleiten, Frohsinn durch das Jahr leiten. Wünsche mögen sich erfüllen, Lachen unser Leben umhüllen. Viele frohe, bunte, lustige Feste, vom Leben nur das Allerbeste, dass 2019 wird ein Meisterwerk wünscht von Herzen Astrid Berg.