Autor: Astrid Berg

Festival der Farben (Teil1)

Momentan ist es alles andere als schön draußen. Es ist nasskalt und trüb. Das kann ganz schön auf das Gemüt drücken. Deshalb habe ich mir gedacht, ich zeige Euch wie schön bunt die Welt trotzdem noch ist. Man muss nur die Augen offen halten und die Farben auf sich wirken lassen. Wenn wir uns trotz des trüben Wetters nach draußen wagen und einen Spaziergang machen, können wir viel entdecken. Als ein Farbtupfer in der Landschaft steht einsam und verlassen das bunte Schaukeltier auf dem verwaisten Spielplatz . Der blaue Eisenbahnwagon im fremden Garten ist beladen mit bunten Bienenstöcken, das Brückengeländer hat einen farbigen Anstrich bekommen, der blaue Zaun im Landschaftspark hebt sich vom Weiß des Schnees ab. Jemand hat vergessen den kleinen lustigen roten Weihnachtsmann wegzuräumen und das niedliche zartgrüne Windrädchen erinnert noch an den letzten Sommer und Herbst, als es sich lustig im Winde drehte. Die bunten Luftballons sollten nicht nur Kinderherzen erfreuen. Die untergehende Sonne verfärbt den Himmel. Auch ins Innere unseres Hauses können wir uns die Farben und die Vorfreude auf den …

Tränenreiche Liebe

Dein Äußeres ist recht unscheinbar, doch dein Inneres einfach wunderbar. Unsere Begegnungen sind von Kürze, doch in ihnen liegt immer wieder Würze. Sei dir gewiss, ich brauche dich, doch du bringst zum Weinen mich. Kann trotzdem nicht lassen von dir, auch wenn ich mit Tränen steh vor dir. Ich versuche mich zu schützen, doch leider will alles nichts nützen. Ich bin dir ausgeliefert völlig machtlos, unsere Beziehung ist niemals problemlos. Pelle ich dich aus deiner Haut, dein Inneres mich unschuldig anschaut. Nun kann ich machen, was ich will, die Tränen fließen heimlich und still. Ich dir energisch zu Leibe rücke und mein Messer ich nun zücke. Ich schniefe unweigerlich vor mich hin, obwohl ich nichts Böses habe im Sinn. In Würfeln, Streifen oder Scheiben, man kann dich auch gerne zerreiben, zu Salat, Soße, Fleisch, Suppe -ein Genuss, niemals wirst du mir zum Überdruss. Meine tränenreiche Liebe ist dir gewiss, gibst den Gerichten den richtigen Biss. Die Rezepte sind da sehr flexibel, wenn es geht um dich,-liebe Zwiebel.             Vielleicht möchtet …

Kuschelfaktor

Ich schaue aus dem Fenster und erblicke einen strahlend blauen Himmel. Toll! Ich bin begeistert, denn es mutet an, als wäre es schon bald Frühling. Ein Blick auf das Thermometer nimmt mir allerdings die Illusion. Es sind knapp -1 Grad. Brrr! Es ist echt kalt geworden und das nach den relativ warmen Tagen rund um Weihnachten und Silvester. Aber hat die Kälte nicht auch ihre schönen Seiten? Man rückt sich näher, um sich gegenseitig zu wärmen. Dieser Kuschelfaktor ist aber nicht nur in der kühlen Jahreszeit wichtig. Nein, Mensch und Tier suchen immer die Nähe des anderen. Kuscheln und Nähe sind zu allen Jahreszeiten angesagt und bei allen Lebewesen. Was zählt, ist die Wärme, die von Herz zu Herz geht und Geborgenheit gibt. Schaut her, ich habe Euch ein paar Beweisfotos mitgebracht: Kuscheln ist Ausdruck von Liebe und Verbundenheit. Es zeugt von Zusammengehörigkeit und Fürsorge. Es bekundet gegenseitiges Vertrauen und ist ein Ausdruck von gemeinsamer und geteilter Freude. Es gibt Wärme und Behaglichkeit, Zufriedenheit, Geborgenheit und schenkt glückliche Momente. Ganz ehrlich: Wer kuschelt nicht mal …

Das Glitzersternchen

Es war einmal ein kleines Glitzersternchen. Es lag mit vielen anderen Sternchen in einer Schachtel und diese stand in einem Schrank. Ganz hinten in der Ecke. Vor vielen Jahren hatte sie einst eine ältere Dame gekauft, dort abgestellt und vergessen. Niemand schenkte ihnen Beachtung. Manchmal wurden sie mitsamt der Schachtel ein bisschen nach links oder nach rechts verschoben. Kein Mensch hatte Interesse an ihnen, aber auch niemand entsorgte sie. So verbrachten sie ihr ganzes Leben in Dunkelheit. Zwar waren sie alle beisammen, aber sie fühlten sich nutzlos. Sie waren dafür bestimmt gewesen Menschen durch ihre Anwesenheit Freude zu schenken. Sie wollten auf einem schön gedeckten Tisch erstrahlen, funkelnd auf Geschenken oder Karten kleben. Immer wenn sich die Schranktür öffnete, hatten sie die Hoffnung nun endlich ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt zu werden. Doch leider hatten sie die ältere Dame, die die Besitzerin des Schrankes zu sein schien, schon lange nicht mehr gesehen. Auch die Schranktür wurde seit geraumer Zeit nicht mehr geöffnet. Eines Tages jedoch leerten fremde Menschen den gesamten Schrankinhalt aus, doch die Packung mit …

Herzliche Weihnachtsgrüße

An erster Stelle möchte ich mich entschuldigen, dass ich in der Adventszeit meine Besuche auf Euren Seiten etwas eingeschränkt habe. Ich war bis vor drei Tagen noch in Thailand, wo wir uns drei Wochen lang aufgehalten haben. Mein Mann hat in Bangkok auf mehreren Kongressen teilgenommen, Vorträge gehalten und war wie jedes Jahr an der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok (KMUTNB) tätig, mit der er schon seit über einem Jahrzehnt eine Kooperation hat. Doch jetzt sind wir wieder da. Obwohl Bangkok  an bestimmten Plätzen auch sehr weihnachtlich geschmückt war, empfanden wir bei 32-34 Grad keine echte Weihnachtsstimmung. Jetzt allerdings laufen unsere Weihnachtsvorbereitungen auf Hochtouren. Gemeinsam mit den beiden Müttern, unserem Sohn und dessen Freudin wollen wir das Weihnachtsfest feiern. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen meinen Lesern für die zahlreichen und treuen Besuche und Kommentare auf meiner Seite bedanken. Ich freue mich auf unsere gegenseitigen Besuche auch im Jahre 2018. Auch meinen stillen und unbekannten Lesern gilt mein herzliches Dankeschön. Ich wünsche Euch allen und Euren Familien ein schönes und friedliches Weihnachtsfest …

Der Weihnachtsbaum

Das kleine Städtchen liegt ruhig und friedlich da, fast ein wenig verträumt. Der Kirchturm ragt in den Himmel, auf den Dächern, Bäumen und Wegen liegt Schnee. Dem Besucher dieses Ortes erscheint alles wie eine vorweihnachtliche Bilderbuchlandschaft. Heute ist in dem kleinen Wäldchen am Stadtrand einiges los. Richtiger Trubel herrscht hier. Es ist der 3. Advent und in einer Woche ist Heiligabend. Die Leute, die es hierher geführt hat, möchten sich einen Weihnachtsbaum für das Fest aussuchen. Sie laufen kreuz und quer durch die Reihen und begutachten einen Baum nach dem anderen. „Was ist denn hier los? Warum stören diese Menschen unsere himmlische Ruhe?“, will Tänny von seinem Großvater Tan wissen, der neben ihm steht. „Ach weißt du, die Menschen suchen sich einen besonders schönen Baum aus und nehmen ihn dann mit nach Hause, um ihn für das Weihnachtsfest zu schmücken.“ „Warum bist du denn so traurig?“, will Tänny von seinem Großvater wissen, der schon etwas gebeugt ist und auch nicht mehr so frisch aussieht wie sein kleiner Enkel. „Ich muss an deine Großmutter denken, die …

Das Weihnachtskonzert

Herr Pinguin im Frack ganz graziös, spaziert hin und her sichtlich nervös. Heute nun steigt das große Event, mit Orchester und Dirigent. Frau Ziege im neuen rosa Kleid, weiß über alles bestens Bescheid. Sie spielt das Lied im Schlafe auf den Saiten ihrer Harfe. Familie Hirsch musikalisch sehr talentiert ist obendrein außerordentlich motiviert. Hat nicht nur singend großen Spaß, sondern auch mit dem Kontrabass. Sie alle sind die großen Musikanten, spielen Instrumente aller Varianten. Ob Tamburin oder Geige ganz virtuos, sie musizieren überaus grandios. Begleitet von Pauken und Trompeten, ist Herr Eisbär am Flügel vertreten. Das Publikum ist vollkommen entzückt, und applaudiert wie verrückt. Wenn der letzte Ton auch verklungen, ist das Weihnachtskonzert gelungen. Besucher und der Direktor des Zoo, sind nun alle glücklich und froh. Haben sie doch alle perfekt harmoniert, im Zusammenspiel fantastisch musiziert. Nicht nur Weihnachten möge es gelingen, Zeit in Harmonie und Frieden zu verbringen.   Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Der große Tag Babette und der Schneemann Seine letzte Tour  

Gelungene Überraschung

Heute möchte ich Euch wieder eine Geschichte erzählen, wie sie nur das Leben schreiben kann. Es ist eine wunderschöne Begebenheit aus dem Leben meiner lieben Freundin Conny. Als sich dies ereignete, kannten wir uns noch nicht, aber es sollte nicht mehr lange dauern, bis uns der Zufall zusammenführen würde. Und darüber bin ich sehr froh, denn wir haben bisher mit ihr und ihrem Mann viele schöne gemeinsame und oftmals sehr lustige Stunden verlebt. Nur noch soviel vorneweg: Ihren Mann kannten wir schon von verschiedenen Saunabesuchen, doch verlor sich dieser eher lockere Kontakt, nachdem wir zu einer anderen Saunalandschaft überwechselten… Conny sitzt mit ihrer erwachsenen Tochter in der Wohnung bei einem gemütlichen Adventsnachmittagskaffee. Ihre Blicke schweifen umher und in ihren Augen ist die Vorfreude deutlich zu erkennen: „Ich freue mich schon riesig auf meine neuen Möbel“, sagt sie zu ihrer Tochter. „Das dauert nun schon ziemlich lange, findest du nicht auch? Wann ist denn das Lieferdatum?“, fragt diese zurück. „Tja, eigentlich müsste es bald soweit sein, doch der nette Verkäufer meinte, dass es wohl noch ein …

Lottchens Weihnachtsgedanken

Von draußen komme ich ins Zimmer und denke, es ist alles wie immer. Es ist hier warm, gemütlich und kuschelig, Frauchen macht mich aber ganz wuschelig. Ich frage mich, was will sie da machen? Schleppt herbei tausend Sachen. Möglicherweise will sie etwas ausprobieren oder vielleicht sogar das Haus dekorieren? Glöckchen, Figürchen, Kugeln, Kerzen, ach, das geht richtig zu Herzen. Zwischendurch ein Leckerlie absahnen und langsam beginne ich es zu ahnen. Auf dem Stuhl nimmt ein Bekannter Platz und schwupp bin dort mit einem Satz. Es ist der alt bekannte Weihnachtsmann, der mir den nötigen Schutz geben kann. Ich mache es mir dort ganz gemütlich kann beobachten alles vorzüglich. Neben dem Bärtigen, habe ich festgestellt, sich jetzt noch ein Schneemann gesellt. Mir scheint, es ist wieder soweit, oh ja, es naht die Weihnachtszeit. Im Kerzenschein, dem Glanz der Lichter, werde auch ich nun zum Dichter. Ich schnurre einen Gruß euch allen zu, schlummere auch gleich ein im Nu. Und träume von der Weihnachtszeit, die Zauber und Freude hält bereit.       Vielleicht möchtet Ihr auch …

Aufregung um zwei Schokoladenhäschen

Oma Ina sitzt in ihrem Ohrensessel im Wohnzimmer und strickt an einem Schal für ihre Enkelin Nina. Die Kleine hockt im Schneidersitz auf dem Teppich und blättert in ihrem Bilderbuch. Plötzlich hält sie inne und schaut die Oma an. „Du Oma, hast du dich als Kind auch immer auf Weihnachten gefreut?“, will sie wissen. „Aber sicher! Ich wollte doch unbedingt den Weihnachtsmann sehen und außerdem gab es dann immer ein neues Kleidchen für meine Puppe oder ein neues Möbelstück für mein Puppenhaus.“ „Ich freue mich auch auf Weihnachten und den Weihnachtsmann möchte ich unbedingt sehen. Aber…“, die kleine Nina stockt, bevor sie dann hinzufügt: „Du kennst doch den Willi, den Nachbarsjungen.“ Oma nickt. „Der ist dieses Jahr schon in die Schule gekommen, oder?“ „Ja und der hat erzählt, dass es gar kein Christkind und auch keinen Weihnachtsmann gibt. Er hat über mich gelacht und gesagt, dass ich vom Baum der Dummheit gefallen wäre.“ „Da täuscht sich der kluge Willi aber!“, erhebt die Oma Einspruch. „Ich habe ihn nämlich als Kind ganz genau gesehen und sogar …

Eile mit Weile

Menschen eilen geschwind von Ort zu Ort, haben für den Nächsten kaum ein Wort, haben keine Zeit zum Verweilen, denn sie müssen sich beeilen. Morgens schnell zur Arbeit fahren, Mittagessen unter Menschenscharen, vom Einkauf bepackt mit Waren, wie soll man da noch Ruhe bewahren. In Straßen und Geschäften sich drängen Menschen, die sich in alle Ecken zwängen. Überall herrscht nur noch Trubel, wo bleibt die Freude und der Jubel? Mensch, bleib stehen und halte inne, das kann nicht sein in des Lebens Sinne. Vieles wird nicht besser durchs Beeilen, Gutes braucht Zeit,- auch zum Verweilen. Auch ein Lächeln und ein liebes Wort, schafft Vertrauen, Freundschaft hier und dort. Zeit für Mensch, all das Tun und Streben, gibt Kraft und den Sinn für das Leben.   Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Die zwei Alten Verdammt lang her! Wenn der Vater mit dem Sohn…

Auf großer Fahrt

Wir waren jetzt nicht gerade auf großer Fahrt, nur auf einer kleinen, bei der mir die große Fahrt einfiel. Klingt irgendwie kompliziert, oder? Ist es aber eigentlich gar nicht. Um Euch das zu erklären, fange ich am besten von vorne an. Nein, ich zäume das Pferd von hinten auf und somit fange ich bei unserer Fahrt am letzten Freitag nach Berlin an: „Wir haben ganz vergessen etwas zum Trinken mitzunehmen“, meint mein Mann, während er den Blinker auch schon nach rechts setzt, um auf den Parkplatz abzubiegen. „Spring doch bitte mal rein und vielleicht haben sie auch noch von den leckeren belegten Baguette.“ So komme ich ein paar Minuten später wieder voll beladen heraus. Da ich keine Tasche dabei habe, balanciere ich alles auf meinen beiden vor dem Körper verschränkten Armen. Jetzt ist allerdings guter Rat teuer, denn ich habe keine Hand mehr frei, um die Autotür zu öffnen. Von meinem Göttergatten kann ich auch keine Hilfe erwarten, denn er bemerkt mein Kommen anscheinend gar nicht, da er in ein Telefongespräch vertieft ist. Mir bleibt …

Kopflos

Heute melde ich mich nur mal ganz kurz. Die Muse habe ich weggeschickt, denn für sie fehlt mir momentan einfach die Zeit. Sie ruht sich ein bisschen aus.  Ich habe ihr versprochen, dass sie sich schon sehr bald wieder austoben darf. Bestimmt kennt Ihr das auch, wenn der Kopf mit anderen Dingen voll ist und man sich ein bisschen kopflos fühlt. Es gibt so vieles zu erledigen und zu organisieren. Das bedeutet, dass man sich voll und ganz den Dingen widmen und sich in sie versenken muss. Dann ist alles auch ruckizucki erledigt. Danach schenke ich der Muse wieder meine Zeit. Ich freue mich schon darauf, wenn sie mich küsst und ich für Euch eine neue Geschichte schreibe. Dann fühle ich mich auch nicht mehr kopflos. Ich bin mir sicher, dass ich noch vor dem Wochenende die Muse wieder willkommen heißen kann. Bis dahin seid herzlich gegrüßt und vielleicht habt Ihr noch Lust ein paar andere Geschichten von mir zu lesen: Tänzchen gefällig Pit Struwwel und Franz Stroh Die Sache mit der Vorahnung     …

Ungebetener Besuch

Heute bin ich einmal die Geschichtenerzählerin. Für alle die mich noch nicht kennen, darf ich mich kurz mit meinem Namen vorstellen: Lottchen. Ich bin die einzige Katze hier im Hause und ohne eingebildet zu wirken, kann ich behaupten, dass ich allseits beliebt bin. Und das nicht nur bei meiner Menschenfamilie, sondern auch bei allen Nachbarn. Ich bin immer herzlich willkommen. Als Dankeschön lege ich dem einen oder anderen auch gerne mal ein kleines Geschenk vor die Tür. Ich bin mir allerdings nicht immer so sicher, ob sie sich wirklich darüber freuen und es zu schätzen wissen. Neulich zum Beispiel habe ich beobachtet, was der Nachbar mit meinem Geschenk gemacht hat. „Schaut mal, was uns Lottchen gebracht hat. Wollt ihr es haben?“, rief er lachend über den Gartenzaun zu Frauchen und Herrchen rüber. Dann entsorgte er mein Geschenk in der Mülltonne. Aber ich schweife vom Thema ab, denn ich wollte eigentlich von einem Gast in meinem Zuhause berichten, der immer wieder herein kommt. Mein Frauchen hat mal erzählt, dass sie einen Spruch über einen ungeliebten Besucher …