Autor: Astrid Berg

Mein schönstes Herbstkleid

Mißmutig schlendert Martin den Weg entlang. Er hat es überhaupt nicht eilig, denn nach dem Wochenende muss er seinen Aufsatz abgeben und er hat noch kein einziges Wort geschrieben. „Und es wird auch kein Wort dazukommen!“, schimpft er und kickt einen Stein in die nächste Ecke.  „Immer diese blöden Aufsätze mit den noch blöderen Themen. ‚Mein schönstes Ferienerlebnis‘, ‚Mein lustigstes Erlebnis‘ ,Frühling, Sommer, Herbst und Winter’, und so weiter, und so weiter…. Als wenn es nichts anderes auf der Welt gäbe.“ Dieses Mal ist der Herbst dran. Sie sollen eine ganz persönliche Herbstgeschichte schreiben. Vom Drachensteigen will schon Hugo, sein Banknachbar, erzählen. Das wäre was gewesen, weil er nämlich ganz allein einen tollen Drachen gebaut hat, den er beim nächsten Herbstwind steigen lassen will. Aber das hat Hugo schon letztes Jahr gemacht und davon will er nun berichten. Also ist für Martin diese Idee schon mal hinfällig. Yvonne hat im Herbst Geburtstag und erzählt wahrscheinlich von ihrer letzten Geburtstagsfeier. Alex stellte bei einer Kindergartenaufführung mal einen Baum im Herbststurm dar und wird darüber schreiben. Aber …

Kleiner Spaziergang

Neulich waren wir wieder einmal für einen kurzen Abstecher in Potsdam. Dreimal dürft Ihr raten, wohin uns unser Weg geführt hat. 😉 Genau: In den Park …Sanssouci. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn die Sonne lachte vom nicht ganz wolkenlosen Himmel. Das Beitragsfoto wurde rechts von diesem wunderschönen Pavillon aufgenommen. An diesem Tag schlenderten wir nur durch einen Teil des Parks und nutzten die Gelegenheit für ein kleines Fotoshooting. Als wir den Park verließen, besichtigten wir noch diese alte Mühle und anschließend ließen wir uns hier nieder, um Kaffee und Kuchen zu genießen. Ein bisschen fühlten wir uns wie in einem südlich Land unter einem strahlend blauen Himmel. Es war ein schöner Ausflug, aber leider mussten wir uns nun auf die Heimfahrt begeben. Aber wir werden wieder hierher kommen.   Vielleicht möchtet Ihr das noch lesen: Familienausflug Familienausflug (Teil2) Hessischer Herbst  

Jimmy, das Äffchen

Ich habe dich gesehen, schon war es um mich geschehen. Du hast berührt mein Herz, und das ist wahrlich kein Scherz.   Als ich dich hab entdeckt, hast du Erinnerungen in mir geweckt. Meine Gedanken gingen zurück, meine Augen leuchteten vor Glück.   Es war vor einer Ewigkeit, einst ein Buch in meiner Kindheit. Jimmy, so hieß der Held, ein kleines Äffchen entdeckt die Welt.   Es war entflohen, einfach so, aus seinem großen Gehege im Zoo. Es wusste nicht wohin,  hatte aber ziemlich viel Unfug im Sinn.   Es erschreckte die Marktfrauen, als es geschickt wollte Bananen klauen. Jimmy floh geschwind und freute sich schelmisch wie ein Kind.   Kletterte ganz hoch hinauf, saß auf des Hauses Dach oben drauf. Blickte frech hinab, biss genüsslich von seiner Banane ab.   Die Feuerwehr rückte aus, fuhr zur Rettung die große Leiter aus. Alle waren froh, als das Äffchen war zurück im Zoo.   Lächeln muss ich nun, das hat mit den Erinnerungen zu tun. Waren lange weg, kamen plötzlich zurück, ganz keck.  

Einfach nur schön (4)

Wie versprochen, möchte ich Euch heute Fotos der letzten Station unserer kleinen Cabriofahrt zeigen. Wir haben noch einmal in Rostock Halt gemacht, wo ein Bummel durch die Fußgängerzone selbstverständlich nicht fehlen darf. Da meine Lesebrille kurz vor dem endgültigen Aus stand, der eine Bügel hing sozusagen nur noch am seidenen Faden, kaufte ich mir dort noch schnell ein neues Nasenfahrrad. Danach ging es dann nach Warnemünde und an den Strand. Wie man erkennen kann, wurden die Abstandsregeln gut eingehalten. Wir haben diesen Tag sehr genossen und mein Mann wagte sich mit den Füßen ins ziemlich kalte Wasser. Der Himmel zeigte uns sein schönstes Himmelblau. Wir löffelten unser Eis zwar nicht unter, aber in unmittelbarer Nähe einer Palme. Möwen gehören hier ebenso dazu,   wie Schiffe und Piraten. Auf dem Weg zu unserem Auto holten wir uns noch jeder ein leckeres Fischbrötchen und dann warfen wir noch einen kurzen Blick von der Brücke auf das Treiben. Die Abendsonne tauchte alles in ein ganz besonderes Licht, bevor sie dann unterging und wir uns Kilometer für Kilometer wieder …

Nächster Stopp (3)

Und weiter ging unsere Fahrt. Nach Hause wollten wir noch nicht, deshalb steuerten wir nun Stralsund an. Dort verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag und den frühen Abend. Schaut mal genau Hin! Seht Ihr ganz links im Bild die Wasserlache? Das kommt daher, weil dort ab und zu eine Wasserfontäne aufsteigt. Neugierig, wie der Mensch nun mal ist, ging mein Mann hin und begutachtete die im Boden eingelassene Düse. Da sie momentan kein Wasser versprühte, stellte er sich breitbeinig darüber und meinte, er wolle jetzt hier stehen bleiben. Entsetzt rief ich ihm zu, er solle doch schnell weggehen, denn das Wasser würde sicherlich jeden Augenblick wieder hochschießen. Das hörte ein Passant, der mir zulächelte und meinte: “ Keine Angst! Die Fontäne steigt nur immer zur vollen Stunde auf!“ Mein Blick auf die Turmuhr bestätigte mir, dass für mehr als eine halbe Stunde keine Gefahr bestand. Nach einer Stärkung setzten wir unsere Fahrt fort und wie Ihr sicher richtig vermutet, ging es über diese Brücke hinüber auf die Insel Rügen, wo wir in Göhren übernachteten. Den darauffolgenden …

Unsere Weiterfahrt (2)

Und hier kommt die Auflösung. Jetzt ist es auch leichter zu erkennen, wo wir das schöne Vogelhäuschen erstanden haben: In Greifswald. Weiter ging es dann am nächsten Tag auf eine Insel, die wir immer wieder gerne besuchen. Diesen Pier kennt wohl jeder. Wer noch nicht da war, kennt ihn sicherlich von einigen Szenen aus dem Loriotfilm „Papa ante Portas“. Diese wurden nämlich auf der Seebrücke in Ahlbeck aufgenommen. Obwohl hier doch etliche Urlauber unterwegs waren, konnte man sich die Strandkörbe zu dieser Stunde aussuchen.   Schnell haben wir noch zwei Erinnerungsfotos gemacht, bevor wir wieder zurück nach Greifswald gefahren sind. Dieser Kurztrip auf die Insel Usedom hat uns erst so richtig Lust auf weitere kleine Ausflüge gemacht. So stand am nächsten Tag eine Besichtigung des Fischerdorfes Wiek auf unserem Programm. Es gehört zu Greifswald, steht unter Denkmalschutz und gehört mit seinen ungefähr 800 Jahren zu den ältesten Fischerdörfern an der Küste der norddeutschen Ostsee. Zu Fuß überquerten wir die Wieker Holzklappbrücke, die noch von Hand bedient wird. Lediglich mit Sondergenehmigung darf sie von Autos befahren …

Unterwegs

Ich möchte mich mal mit ein paar Fotos melden, die ich dieses Jahr auf einer unserer Cabriofahrten gemacht habe. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, somit musste ich zum Handy greifen. Unser Weg führte uns Richtung Ostsee, was von uns aus ja nicht so weit ist. In wenigen Stunden ist man da. Hie und da legten wir einen Zwischenstopp ein, um wie hier die Schiffe im Hafen zu bestaunen. Bestimmt ahnt Ihr schon, wo ich diese Fotos aufgenommen habe. Ich bin gespannt, wer es errät. Auch wenn sich Wolken am Himmel zeigten, die Sonne lachte uns entgegen. Wie hätte es auch anders sein sollen?! Wir hatten nämlich unsere Schönwettergarantie mit ins Cabrio gepackt und wie das nun mal so ist: Wenn man einen Schirm dabei hat, dann regnet es nicht…. manchmal 😉 Bei uns jedenfalls war es so. 🙂 Vielleicht lag es daran, dass wir gleich zwei Schirme im Kofferraum  liegen hatten. Sicher ist sicher und doppelt hält besser, wie man so schön sagt.  😉 Neben dem Hafen besuchten wir auch den Wochenmarkt. Nach …

Wie verhext

Inzwischen ist es Herbst geworden. Jedenfalls meteorologisch betrachtet. Vom kalendarischen Gesichtspunkt gesehen, steht uns der Herbstbeginn am 22. September noch bevor. Während Kathi ein absoluter Sommerfan ist, mag ihre Freundin Marie den Herbst mit seinem Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Regen. Sie findet ihn erfrischend und abwechslungsreich. Heute lässt sich die Sonne blicken, jedenfalls am Vormittag und nur das zählt für Kathi. Sie öffnet das Dach ihres Cabrios, setzt die Sonnenbrille auf und hebt die kleine Reisetasche ins Innere des Autos. „Komm doch endlich!“, ruft sie ihrer Freundin Marie zu. „Tina hat angerufen und wollte wissen, wann wir in Berlin eintreffen.“ „Ich bin doch schon da!“, antwortet Marie und schließt die Haustür ab. Nachdenklich lässt sie sich in den Sitz fallen, während Kathi schon den Motor anlässt. Sie kann es gar nicht erwarten Tina wiederzusehen. Die Drei sind die besten Freundinnen und haben bis vor ungefähr sechs Wochen noch zusammen in der Kleinstadt gelebt. Tina hat dann allerdings ein sehr gutes Jobangebot bekommen und so ist sie nach Berlin gezogen, wo sie und ihr Freund …

Jetzt melde ich mich zu Wort

Hallöchen! Ich bin es, das liebe Lottchen. Mein Frauchen meint, ich soll Euch ganz liebe Grüße ausrichten. Eigentlich wollte sie Euch heute einen neuen Post schicken, aber irgendwas klappt wohl gerade nicht mit dem Computer. Die Fotos, die sie gemacht hat, lassen sich nicht einstellen, mehr wollte sie mir aber auch nicht verraten. Und dann hat sie noch viel um die Ohren. Keine Ahnung, was sie damit meint, ihre Ohren sehen jedenfalls ganz normal aus. Ich bin im Moment mal wieder nicht so oft zu Hause. Bei der großen Hitze übernachte ich gerne draußen. Manchmal schlafe ich heimlich auf der Terrasse und verschwinde dann bei Sonnenaufgang schon wieder oder ich übernachte sonst irgendwo in einem sicheren und kühlen Versteck. So kommt es, dass ich jetzt im Sommer manchmal tagelang Herrchen und Frauchen nicht sehe. Gestern haben sie mich dann aber entdeckt. Nachdem sie mich für vier Tage als verschollen geglaubt haben und schon vermuteten, dass mich ein Katzenfänger mitgenommen hat, gingen sie auf die große Suche nach mir. Dabei war ich gar nicht so weit …

Auf der Suche

  Ja, Ordnung ist das halbe Leben, für jedes Ding muss es einen Platz geben. Doch manchmal ist das, was man braucht, einfach wie untergetaucht.   Den Nagel hältst du in der Hand, für das Bild an der Wohnzimmerwand, doch ist der Hammer unauffindbar oder nur unerreichbar.   Romantische Stunden zu zwein, ein Gläschen Wein und Kerzenschein, was man jetzt braucht für diesen Zweck ist einfach weg.   Taschenlampe oder auch Batterie, zum Schrauben, Binden, Klipsen irgendwie, Verschließen, Schneiden oder Messen, suchst du wie besessen.   Da hilft kein Jammern und Klagen, man muss nur mal schnell Mutti fragen. In ihrer Küche gibt es außer Marmelade, eine besondere Schublade.   Hier ist für den Fall des Falles, nach Wunsch und Bedarf einfach alles. Drum sei bei der Suche voller Zuversicht, die Lade Erfolg verspricht.   Gummiring oder Sektverschluss,  Muttis Rumpelschublade ist ein Muss, denn nur hier wirst du zum Entdecker vom alten Kurzzeitwecker.   Hier gibt es Dies und Das, ja und dann auch Sonstnochwas. Was du niemals zu finden geglaubt, ist hier zusammengeklaubt.   …

Einkaufsfreuden

Opa Max und Oma Marianne haben an diesem Wochenende Besuch von Enkelsohn Alex und dessen Freundin Tina. Sie haben am Samstagmorgen gemütlich gefrühstückt oder sollte man besser den eingedeutschten Begriff „gebruncht“ verwenden?! Inzwischen ist der Vormittag schon vorbei und das Mittagessen wäre angesagt, würden nicht alle über das ausgeprägte Sättigungsgefühl sprechen. „Also lassen wir das Mittagessen ausfallen und am Abend gibt es dann selbstgemachte Pizza“, schlägt Oma Marianne vor. Alle nicken und sind mit diesem Vorschlag einverstanden. Doch da schaltet sich Opa Max ein: „Und morgen wird gegrillt. Wir haben doch eine Dorade und Lachs gekauft, lasst uns den Fisch einfach auf den Grill legen.“ „Ohja Lachs“, begeistert sich Tina. „Och nö!“, meint Enkel Alex, „ich mag eigentlich keinen Fisch. Kannst du nicht was Vegetarisches kochen?“ Oma Marianne macht einige Vorschläge, doch das passt ihrem Göttergatten nicht.  „Immer diese gesunden Sachen. Ich habe mich so auf das Grillen gefreut und der Fisch muss schließlich auch gegessen werden.“ „Gut“, sagt die Oma, „das ist ein Argument, das ich gelten lasse. Und gesund ist Fisch ja auch.“ „Und …

Seifenblasen

Marie-Luise sitzt alleine auf einer Bank. Um sie herum freuen sich Kinder und Spaziergänger flanieren die Strandpromenade entlang. Ein paar Meter von ihr entfernt, breitet ein junger Mann einige Utensilien aus und wenige Momente später fliegen riesige Seifenblasen an ihr vorbei, gefolgt von Kindern, die sie lachend zu fangen versuchen. Marie-Luise lässt ihre Gedanken mit den Seifenblasen fliegen. „Ja früher“, denkt sie gedankenverloren „waren die Seifenblasen kleiner, aber geliebt haben wir diese bunt schillernden und schwebenden Blasen auch schon in meiner Kindheit.“ Und später dann hat sie sie mit ihren Kindern ebenfalls gerne durch die Lüfte tanzen lassen. „Meine Kinder“, denkt die nun schon über 70 Jahre alte Frau. „Eigene waren mir nicht vergönnt, aber alle meine Schüler waren meine Kinder.“ Ja und alle haben Marie-Luise geliebt, so wie auch sie ihnen ihr ganzes Herz geschenkt hatte. Sie ging voll und ganz in ihrem Beruf auf und hatte nichts vermisst. Von den meisten ihrer Schüler erhält sie noch heute Briefe, mit manchen telefoniert sie noch hin und wieder und ein paar besuchen sie regelmäßig. „Ich …

Alt und vergessen?

Ich weiß ja, dass man Dinge und leider auch Menschen vergessen kann, aber ich habe mir nie bewusst gemacht, dass auch mir so etwas passieren könnte. Mich jedenfalls hat man vergessen. Und das kam so: Ich war der beste Freund von Florian. Er holte mich jeden Tag ab und dann ging es auf den Sportplatz. Dort traf er sich mit Alex, seinem Kumpel. Wir Drei waren ein Team und spielten Fußball. Was auch sonst? Gut, mit einem Ball kann man auch Handball spielen, aber ich heiße ja ausdrücklich „Fußball“, weil ich gekickt werden will. Ich brauche den Jubel, wenn ich ins Tor gehe. Das klingt für mich so, wie für andere Musik. Wir waren glücklich miteinander,- bis zu jenem Tag. „So, alter Kumpel“, sagte Florian neulich zu mir. „Heute gehen wir das letzte Mal gemeinsam zum Sportplatz hier im Dorf. Dann geht es in die Stadt.“ Wie ich aus den Gesprächen zwischen Florian und Alex heraushören konnte, wollte mein Freund mit seiner Familie umziehen. Während Alex das mit großem Bedauern aufgenommen hat, war es mir …

Die Nacht ist zum Schlafen da

Es ist eine laue Sommernacht und ein ereignisreicher Tag liegt hinter uns. Man sollte meinen, dass man dann müde genug ist, um zu schlafen.  Mein Mann tut dies auch. Seine Atemzüge sind ruhig und gleichmäßig.  Ein bisschen neidisch bin ich schon.  „Ich möchte auch schlafen“, wünsche ich mir, aber im Grunde genommen könnte ich aufstehen und irgendetwas tun. „Wach genug dazu bin ich. Eigentlich hätte ich es mir denken können“, schimpfe ich lautlos mit mir selbst. Als wir heute Nachmittag mit der Familie in einem Cafe saßen, bestellte ich mir einen Latte Macchiato. Seit ich denken kann, bin ich ein Teetrinker. Ich liebe Tee, alle Sorten, außer Schwarztee. Aber alle Welt trinkt Kaffee. Immer will man ja nicht die Ausnahme sein. Also habe ich vor ungefähr einem Jahr begonnen spezielle Kaffeevarianten zu testen, allerdings erst einmal mit Schokolade. Chocochino, Schokomacchiato oder wie sie sich alle nennen. Jedes Cafe kreiert dafür ja einen anderen Namen. Kurze Rede langer Sinn, inzwischen bleibt die Schokolade weg und mir schmeckt ein ganz normaler Latte Macchiato. „Der war wirklich lecker …