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	<title>Erdachtes &amp; Erzähltes &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Der Schalk</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2021 22:10:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
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		<category><![CDATA[Maske]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbar]]></category>
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					<description><![CDATA[Heinz und Ute sind mit dem Auto unterwegs. Sie haben den Wocheneinkauf erledigt. Alle Einkäufe sind bereits im Kofferraum verstaut und Heinz startet den Motor, als ihm noch etwas einfällt. „Ach!“, meint er und schlägt sich dabei gegen die Stirn. „Jetzt habe ich doch vergessen die Batterien für den Öffner unseres Garagentors zu besorgen. Oder hast du daran gedacht?“ „Nein, das stand nicht auf meinem Einkaufszettel“, erwidert Ute. „Ich habe auch keine Lust noch einmal reinzugehen. Ehrlich gesagt bin ich froh endlich ohne die Maske wieder frei atmen zu können.“ „Nachher ärgern wir uns, weil sich das Garagentor nicht mit dem Drücker automatisch öffnen lässt“, überlegt Heinz. „Ich geh noch mal schnell rein. In fünf Minuten bin ich zurück, warte einfach im Auto so lange.“ „Halt!“, ruft Ute ihm nach. „Du musst deinen Mund-Nasen-Schutz anziehen.“ Heinz dreht sich um und nimmt die Maske, die Ute ihm durch das Autofenster reicht. Im Supermarkt geht er zielstrebig zu dem Regal, in dem die unterschiedlichsten Batterien angeboten werden. Schnell wird er fündig und marschiert in Richtung Kasse. Da &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heinz und Ute sind mit dem Auto unterwegs. Sie haben den Wocheneinkauf erledigt. Alle Einkäufe sind bereits im Kofferraum verstaut und Heinz startet den Motor, als ihm noch etwas einfällt.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„A</span>ch!“, meint er und schlägt sich dabei gegen die Stirn. „Jetzt habe ich doch vergessen die Batterien für den Öffner unseres Garagentors zu besorgen. Oder hast du daran gedacht?“<br />
„Nein, das stand nicht auf meinem Einkaufszettel“, erwidert Ute. „Ich habe auch keine Lust noch einmal reinzugehen. Ehrlich gesagt bin ich froh endlich ohne die Maske wieder frei atmen zu können.“<br />
„Nachher ärgern wir uns, weil sich das Garagentor nicht mit dem Drücker automatisch öffnen lässt“, überlegt Heinz. „Ich geh noch mal schnell rein. In fünf Minuten bin ich zurück, warte einfach im Auto so lange.“<br />
„Halt!“, ruft Ute ihm nach. „Du musst deinen Mund-Nasen-Schutz anziehen.“<br />
Heinz dreht sich um und nimmt die Maske, die Ute ihm durch das Autofenster reicht.<br />
Im Supermarkt geht er zielstrebig zu dem Regal, in dem die unterschiedlichsten Batterien angeboten werden. Schnell wird er fündig und marschiert in Richtung Kasse. Da sieht er sie. Sie steht bei den Drogerieartikeln und nimmt gerade ein Duschgel aus dem Regal. Sie hat ihn nicht gesehen, da sie Heinz mit dem Rücken zugewandt ist.<br />
„Das ist doch Birgit, unsere Nachbarin“, denkt er und marschiert auf sie zu. „Jetzt mache ich mir einen Spaß!“, regt sich der Schalk in ihm. „Ich werde sie mal ein bisschen erschrecken. Noch hat sie mich ja nicht gesehen. Mal sehen, wie sie reagiert. Eigentlich ist Birgit immer für ein Späßchen zu haben.“<br />
Heinz schleicht sich von hinten an die Frau heran.<br />
„Buhhh!“, ruft er aus.<br />
Die Frau dreht sich zu ihm um und schaut ihn mit großen Augen an. Mehr kann Heinz auch gar nicht erkennen, denn auch die Frau trägt eine Maske. So stehen sich die beiden Maskierten gegenüber und blicken sich schweigend in die Augen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Hinter der Stirn von Heinz arbeitet es auf Hochtouren. Gedanken und Fragen durchzucken seinen Kopf.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ist das Brigit? Ja, das ist sie. Oder etwa nicht?“<br />
Plötzlich ist sich Heinz nicht mehr so sicher. Irgendwie sieht sie aus wie die Nachbarin. Die Größe stimmt, die Frisur ist die gleiche, die Haarfarbe ist ebenfalls braun mit Strähnen und der Kleidungsstil könnte auch passen. Oder sieht sie ihr nur ähnlich? Heinz ist total verunsichert. Die Frau spricht kein Wort. So stehen sie sich eine gefühlte Ewigkeit wort- und auch irgendwie ratlos gegenüber. Doch plötzlich sieht Heinz verdächtige Fältchen um die Augen der Frau.<br />
„Sie lächelt!“, denkt er und ist irgendwie erleichtert. Er lächelt zurück, soweit dies mit der Mund- und Nasenbedeckung möglich ist. Danach dreht sich sein Gegenüber wortlos um und wendet sich erneut den Produkten im Regal zu. Auch Heinz geht ohne ein Wort seines Weges.<br />
„Seltsam! Birgit ist doch sonst nicht so stumm“, überlegt er beim Verlassen des Supermarktes. &#8222;Sie lacht so gerne und auch laut.&#8220;<br />
„Ich glaube, dein Rätsel hat sich soeben von selbst gelöst“, meint seine Frau Ute, als sie daheim ankommen. Im gegenüberliegenden Garten steht Birgit, die Nachbarin und hackt die Erde rund um die sich langsam aus der Erde reckenden Krokusse. Ohne Maske winkt sie fröhlich lachend zu Ute und Heinz herüber.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><a href="https://lifetellsstories.de/gedankenverloren/">Gedankenverloren</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Oma Hildis nächster Streich (2)</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/oma-hildis-naechster-streich-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2021 13:28:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Füße]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Pause]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Morgen versammelt sich die Familie gemeinsam rund um den Frühstückstisch. Oma Hildi sitzt ihrem Enkel gegenüber, der heute erst zur dritten Stunde Unterricht hat. „Hast du gut geschlafen, Oma?“, erkundigt sich dieser. „Danke der Nachfrage“, erwidert sie ohne wirklich eine Antwort zu geben. „Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, will jetzt auch ihre Tochter wissen und der Schwiegersohn blickt von der Morgenlektüre der Tageszeitung auf. „Ach“, erwidert Oma Hildi. „Anscheinend hat mich die gestrige Gutenachtgeschichte für meinen Enkel innerlich doch etwas aufgewühlt. Ich war heute Nacht weit in der Vergangenheit.“ Es herrscht Schweigen in der Runde, denn alle vermuten, dass sie sich wahrscheinlich in ihrer Kindheit befunden hat, die aber ab ihrem zehnten Lebensjahr leider vom Krieg begleitet war.  „Aber eigentlich war es ein schöner Traum. Ich war nämlich bei meiner Schwester.“ Leicht irritiert schaut die Familie sie an. Oma Hildis Schwester verstarb bereits im Alter von zehn Jahren an Diphtherie, eine Krankheit gegen die heutzutage jeder geimpft wird. Und der Bruder wurde leider ein Opfer des Krieges. Deshalb können sie sich alle nicht vorstellen, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Morgen versammelt sich die Familie gemeinsam rund um den Frühstückstisch. Oma Hildi sitzt ihrem Enkel gegenüber, der heute erst zur dritten Stunde Unterricht hat.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„H</span>ast du gut geschlafen, Oma?“, erkundigt sich dieser.</p>
<p>„Danke der Nachfrage“, erwidert sie ohne wirklich eine Antwort zu geben.<br />
„Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, will jetzt auch ihre Tochter wissen und der Schwiegersohn blickt von der Morgenlektüre der Tageszeitung auf.<br />
„Ach“, erwidert Oma Hildi. „Anscheinend hat mich die gestrige Gutenachtgeschichte für meinen Enkel innerlich doch etwas aufgewühlt. Ich war heute Nacht weit in der Vergangenheit.“<br />
Es herrscht Schweigen in der Runde, denn alle vermuten, dass sie sich wahrscheinlich in ihrer Kindheit befunden hat, die aber ab ihrem zehnten Lebensjahr leider vom Krieg begleitet war.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Aber eigentlich war es ein schöner Traum. Ich war nämlich bei meiner Schwester.“<br />
Leicht irritiert schaut die Familie sie an. Oma Hildis Schwester verstarb bereits im Alter von zehn Jahren an Diphtherie, eine Krankheit gegen die heutzutage jeder geimpft wird. Und der Bruder wurde leider ein Opfer des Krieges. Deshalb können sie sich alle nicht vorstellen, dass dieser Traum schön war. Doch Oma Hildi klärt auf und betont, dass es sich tatsächlich damals so abgespielt hat:<br />
„Meine Schwester ging bereits schon zur Schule, als ich noch ein kleines Kind war. Logisch, dass ich sie bewunderte. Es machte mich neugierig, was es mit der Schule auf sich hat und was dort so alles passiert.“<br />
„Hat sie dir das nicht erzählt?“, will der Enkel wissen.<br />
„Doch schon, aber ich wollte es sozusagen mit eigenen Augen sehen. Aber alle erklärten mir, dass ich noch nicht alt genug wäre, um in die Schule zu gehen. Ich sollte noch ein Weilchen warten, dann wäre ich auch dran.“<br />
„Das konntest du aber nicht akzeptieren, oder?“, mutmaßt der Enkel.<br />
„Nicht so recht“, bestätigt die Großmutter. „Und so kam es, dass ich meiner Schwester eines morgens von der Haustür aus hinterher sah, als sie sich auf den Schulweg machte. Ohne zu überlegen oder jemand Bescheid zu sagen, schlich ich ihr nach.“<br />
„Oh, hat sie das nicht bemerkt?“, erstaunt sich der Enkelsohn.<br />
„Zunächst einmal nicht, denn sie drehte sich nicht um, sondern ging immer weiter ihres Weges. Es war ziemlich weit und mir taten irgendwann die Füße weh. Auch kannte ich mich nicht mehr aus. So hätte ich gar nicht mehr umkehren und nach Hause gehen können, denn ich hätte mich sicherlich verlaufen.“<br />
„Hast du geweint?“<br />
„Das weiß ich nicht mehr, aber wahrscheinlich war mir mulmig zumute. Vielleicht habe ich ja doch ein bisschen gejammert oder meine Schwester gerufen. Auf jeden Fall hat sie mich plötzlich bemerkt. Inzwischen war es aber zu spät und zu weit, um wieder umzukehren und mich nach Hause zu bringen. Sie wäre keinesfalls noch rechtzeitig vor Schulbeginn wieder zurück gewesen. Also nahm sie mich mit in die Schule.“<br />
„Bestimmt haben sie sofort deine Eltern verständigt!“, überlegt sich der Enkelsohn.<br />
„Das ging doch nicht. Wir hatten weder Telefon noch Handy, so wie es heutzutage selbstverständlich ist.“<br />
„Deine Eltern müssen wahnsinnig vor Angst um dich geworden sein, als sie dein Verschwinden bemerkt haben.“<br />
„Darüber machen sich kleine Kinder anscheinend keine Gedanken. Die Lehrerin wusste sich auch nicht anders zu helfen, als mich am Unterricht teilhaben zu lassen. Ich musste mich ganz hinten in die letzte Reihe setzen und vollkommen still sein. Bitte fragt mich nicht, ob meine Schwester und ich schon früher heimgehen durften. An die ganzen Kleinigkeiten kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Auch nicht, ob meine Eltern mit mir geschimpft haben oder einfach nur froh waren, dass ich wieder da war, ist mir entfallen. Jedenfalls wusste ich jetzt, was es mit der Schule auf sich hatte und wollte so schnell wie möglich auch da hin. Besonders gut hat mir das Melden imponiert, nur das stillsitzen hat mir nicht so gefallen. Die Lehrerin war sehr nett und die Klassenkameraden meiner Schwester waren begeistert endlich mal einen Gast zu haben. Sie kümmerten sich in der Pause rührend um mich. Das konnte mir nur gefallen.“<br />
„Wenn du dich doch in der Schule so wohlgefühlt hast“, meint der Enkel, „dann solltest du gleich mit mir dorthin marschieren. Hinten bei Markus ist nämlich noch ein Platz frei. Da kannst du dich hinsetzen und ihm beim Aufsatz helfen, den wir heute schreiben sollen. Du kannst doch so gut Geschichten erzählen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><a href="https://lifetellsstories.de/aus-der-schulzeit-meiner-mutter/">Aus der Schulzeit meiner Mutter</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Was hat Oma Hildi angestellt? (1)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2021 14:31:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[anstellen]]></category>
		<category><![CDATA[Bäcker]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschwister]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mund]]></category>
		<category><![CDATA[Tür]]></category>
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					<description><![CDATA[Enkelkinder sind neugierig. So auch Oma Hildis Enkel. Er ist bereits ein Schulkind und möchte keine erfundene Gutenachtgeschichte hören, sondern eine aus dem wahren Leben. Deshalb versucht er mit einem kleinen Trick Oma Hildi Geschichten aus ihrer Kindheit zu entlocken.  „Mama und Papa sagen, ich sei früher ein kleiner Schlingel gewesen, weil ich Papa mit der Zange in den Popo gezwickt habe, als er auf der Leiter stand. Warst du auch so ein Schlingel oder warst du immer brav?“ „Eigentlich war ich immer brav, soweit ich mich erinnern kann…,“, meint die Großmutter schmunzelnd. „Bis auf ein- oder zweimal vielleicht.“ Dieser letzte Satz lässt den Enkel aufhorchen. Er will das jetzt ganz genau wissen. „Nun sag schon. Was hast du angestellt?“ „Ach, du weißt ja sicher, dass ich noch einen Bruder und eine Schwester hatte. Ich war die Jüngste von uns Dreien und somit das Nesthäkchen, wie man so schön sagt.“ „Dann bist du wohl genauso verwöhnt worden, wie ich als Einzelkind“, sagt der Enkel hoffnungsvoll. „Naja, manchmal haben sie mich ein bisschen verwöhnt, aber es &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Enkelkinder sind neugierig. So auch Oma Hildis Enkel. Er ist bereits ein Schulkind und möchte keine erfundene Gutenachtgeschichte hören, sondern eine aus dem wahren Leben. Deshalb versucht er mit einem kleinen Trick Oma Hildi Geschichten aus ihrer Kindheit zu entlocken.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">„M</span>ama und Papa sagen, ich sei früher ein kleiner Schlingel gewesen, weil ich Papa mit der Zange in den Popo gezwickt habe, als er auf der Leiter stand. Warst du auch so ein Schlingel oder warst du immer brav?“<br />
„Eigentlich war ich immer brav, soweit ich mich erinnern kann…,“, meint die Großmutter schmunzelnd. „Bis auf ein- oder zweimal vielleicht.“<br />
Dieser letzte Satz lässt den Enkel aufhorchen. Er will das jetzt ganz genau wissen.<br />
„Nun sag schon. Was hast du angestellt?“<br />
„Ach, du weißt ja sicher, dass ich noch einen Bruder und eine Schwester hatte. Ich war die Jüngste von uns Dreien und somit das Nesthäkchen, wie man so schön sagt.“<br />
„Dann bist du wohl genauso verwöhnt worden, wie ich als Einzelkind“, sagt der Enkel hoffnungsvoll.<br />
„Naja, manchmal haben sie mich ein bisschen verwöhnt, aber es war ja Krieg damals und man kann das schwer mit heutzutage vergleichen. Meine Eltern haben schon sehr darauf geachtet, dass wir auch teilen gelernt haben. Naja, ich war ja noch klein und manchmal vergisst<span class="Apple-converted-space">  </span>man das auch…“<br />
„Aha, ich ahne da etwas!“ Erwartungsvoll blickt der Enkelsohn seine Oma an, die auch gleich weitererzählt.<br />
„Eigentlich waren die Beiden ja auch irgendwie selbst schuld. Ich war ja noch so klein, vielleicht drei Jahre. Aber das weiß ich nicht mehr so genau. Auf jeden Fall hatten sie ein bisschen Geld, das für uns alle bestimmt war. Nicht viel, nur ein paar Pfennige. Aber sie reichten aus, um sich etwas etwas zu kaufen, das es nicht alle Tage gab. Vielleicht kannst du dir denken, was das war?!“<br />
„Ich weiß nicht. Mama sagt immer, man muss nicht jeden Tag Süßigkeiten haben.“<br />
„Da liegst du gar nicht so falsch. Meine Geschwister haben mir das Geld in die Hand gedrückt und mich zum Bäcker um die Ecke geschickt. Dort sollte ich Schokolade kaufen.“<br />
„Oh, oh! Und du hast das Geld verloren?“, fragt der Enkel.<br />
„Aber nein!“, Oma schaut fast ein wenig entsetzt. „Das Geld habe ich ganz fest gehalten, als ich zum Laden gelaufen bin. Die Bäckersfrau hat mich gekannt und mir sogar etwas mehr Schokolade für mein Geld gegeben. Sie hat mich sogar daran erinnert, dass ich mich beeilen sollte, damit die Schokolade nicht in meiner Hand zerschmilzt. Auf dem Heimweg hatte ich es allerdings nicht mehr so eilig wie auf dem Hinweg. Ich habe mir nämlich überlegt, dass ich ja lieber meinen Anteil schon essen sollte, damit er nicht schmilzt. Die Schokolade hat so gut geschmeckt. Richtig lecker. Ich glaube fast, ich habe nie mehr wieder so köstliche Schokolade gegessen.“<br />
„Weißt du noch welche Marke es war“, erkundigt sich ihr Zuhörer.<br />
„Nein, ich konnte damals doch noch nicht lesen und sie war ja auch gar nicht eingepackt, sie lag nur lose in einer kleinen Papiertüte. Jedenfalls war mein Anteil sicher in meinem Bauch gelandet und weil die Bäckersfrau mir ja mehr gegeben hatte, dachte ich mir ich könnte sicherheitshalber diesen Teil auch noch essen. Davon wussten meine Geschwister ja nichts und so würden sie ihn auch nicht vermissen. Sicher ist Sicher, dachte ich mir und stopfte die Schokolade in mich hinein.“<br />
„Hast du kein Bauchweh davon bekommen?“<br />
„Das nicht, ich kann mich zumindest nicht daran erinnern. Im Gedächtnis ist mir etwas ganz anderes geblieben.“<br />
„Und was?“<br />
„Die entsetzten Gesichter meiner Geschwister als ich endlich nach einer Ewigkeit zu Hause ankam.“<br />
„Wieso?“<br />
„Naja, zum Einen, weil alles rund um meinen Mund total schokoladenverschmiert war…“<br />
„Und zum anderen?“, will der Enkel wissen.<br />
„… weil die Tüte vollkommen leer war.“<br />
„Ohje, das hat wohl Ärger gegeben.“<br />
„Das kannst du aber glauben“, bestätigt Oma Hildi. „Die Schokolade, die ich ein paar Wochen später von meiner Patentante zum Geburtstag geschenkt bekam, musste ich abgeben und bekam selbst nur ein winziges Stückchen davon ab.“<br />
„Richtig so!“, schallt es von der Kinderzimmertür her. Dort steht nämlich Opa, der den letzten Teil der Geschichte mitgehört hat. „Das sollten wir auch einführen, denn Oma futtert mir immer die ganze Schokolade weg und ich finde dann nur noch die leere Verpackung. Leider verrät sie sich nicht mehr durch einen schokoladenverschmierten Mund.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr das auch noch lesen:</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wie gewonnen, so zerronnen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/wie-gewonnen-so-zerronnen/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/wie-gewonnen-so-zerronnen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2020 13:51:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos]]></category>
		<category><![CDATA[Freundin]]></category>
		<category><![CDATA[gewonnen]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Nadel]]></category>
		<category><![CDATA[zerronnen]]></category>
		<category><![CDATA[zucken]]></category>
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					<description><![CDATA[Tanja kommt von der Arbeit nach Hause. Es ist Freitagabend und wie gewohnt will sie sich nachher noch mit ihrer besten Freundin Gitti treffen. Sie kennen sich seit der Schulzeit, haben gemeinsam studiert und leben noch heute in der selben Stadt. Sie unternehmen viel gemeinsam, telefonieren häufig und freitags treffen sie sich immer zu einem gemütlichen Fernsehabend. Abwechselnd findet dieser mal bei der Einen und dann wieder bei der Anderen statt. „Ich sollte noch schnell ein bisschen aufräumen“, überlegt Tanja laut. „Wenn überall etwas herumliegt, dann sieht es so ungemütlich aus. Ich muss mich aber beeilen!“  Schon eine knappe halbe Stunde später klingelt es an der Haustür. „Gittti!!!“, ruft Tanja aus, rauft sich erschreckt die Haare und rennt schnell zur Wohnungstür, die sie völlig aufgelöst und mit einem Ruck öffnet. Ohne ein Wort dreht sie sich wieder um und läuft händeringend zurück ins Wohnzimmer. „Ich wünsche Dir einen schönen guten Abend“, ruft Gitta ihrer Freundin verwundert hinterher und hängt ihren Mantel an der Garderobe im Flur an den Haken. Danach geht auch sie ins Wohnzimmer, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tanja kommt von der Arbeit nach Hause. Es ist Freitagabend und wie gewohnt will sie sich nachher noch mit ihrer besten Freundin Gitti treffen. Sie kennen sich seit der Schulzeit, haben gemeinsam studiert und leben noch heute in der selben Stadt. Sie unternehmen viel gemeinsam, telefonieren häufig und freitags treffen sie sich immer zu einem gemütlichen Fernsehabend.</strong></p>
<p><span class="dropcap">A</span>bwechselnd findet dieser mal bei der Einen und dann wieder bei der Anderen statt.<br />
„Ich sollte noch schnell ein bisschen aufräumen“, überlegt Tanja laut. „Wenn überall etwas herumliegt, dann sieht es so ungemütlich aus. Ich muss mich aber beeilen!“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Schon eine knappe halbe Stunde später klingelt es an der Haustür.<br />
„Gittti!!!“, ruft Tanja aus, rauft sich erschreckt die Haare und rennt schnell zur Wohnungstür, die sie völlig aufgelöst und mit einem Ruck öffnet. Ohne ein Wort dreht sie sich wieder um und läuft händeringend zurück ins Wohnzimmer.<br />
„Ich wünsche Dir einen schönen guten Abend“, ruft Gitta ihrer Freundin verwundert hinterher und hängt ihren Mantel an der Garderobe im Flur an den Haken. Danach geht auch sie ins Wohnzimmer, wo es ihr erst einmal die Sprache verschlägt.<br />
„Was ist denn hier los?“, fragt sie kopfschüttelnd, erhält allerdings nun schon zum zweiten Mal keine Antwort.<br />
Alle Sofakissen liegen auf dem Boden, ebenso die schöne Kuscheldecke, die Gitti ihr erst zum Geburtstag geschenkt hat und gerade fliegen auch noch mehrere Zeitschriften hinterher. Der Teppich ist umgeklappt. Der Inhalt einer Schatulle, in der Tanja alte Fotos aufhebt, ist auf dem Fußboden verstreut. Sogar die Porzellandose aus dem letzten gemeinsamen Urlaub ist entleert. Die Knöpfe, die Tanja darin verwahrt, liegen verstreut auf dem Wohnzimmertisch. Sie selbst kniet vor der Couch und steckt ihren Kopf darunter.<br />
„Einbruch oder Suche?“, fragt Gitti nur.<br />
„Genau!“, antwortet die Freundin wortkarg und robbt zu den Sesseln, um auch dort nachzusehen.<br />
„Was jetzt?“, will Gitti wissen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Suche“, wird ihr entgegengeschmettert.<br />
„Wenn du mir verrätst, worum es sich handelt, dann kann ich dir auch helfen“, bietet Gitti an.<br />
„Die Nadel“, schmettert ihr die Freundin entgegen.<br />
„Ohje, dann sollten wir aufpassen, dass wir nicht hineintreten, sonst haben wir sie womöglich auch noch plötzlich im Fuß stecken. Bei diesem Chaos hier kann das nämlich leicht passieren.“<br />
„Die doch nicht“, verkündet Tanja. „Ich meine doch die Nadel im Heuhaufen.“<br />
„Aha, das klingt allerdings ziemlich kompliziert. Vielleicht sollten wir uns erst einmal setzen und du erzählst mir alles schön der Reihe nach“, schlägt Gitti vor und lässt sich in einen Sessel plumpsen.<br />
„Mein Autoschlüssel ist weg!“<br />
„Und den suchst du jetzt hier im Wohnzimmer?“<br />
„Naja, im Schlafzimmer wird er ja wohl kaum sein.“<br />
„Wann hattest du ihn denn zuletzt?“<br />
„Vorgestern, als ich vom Einkaufen kam.“<br />
„Und was hast du dann gemacht?“<br />
„Die Einkaufe in die Küche gebracht.“<br />
„Also, dann solltest du doch wohl eher in der Küche nachschauen!“, schlägt Gitti vor.<br />
„Du glaubst doch nicht etwa, dass ich ihn in den Kühlschrank gelegt habe?“, meint Tanja und nach einer kleinen Pause fügt sie hinzu: „Wenn ich ehrlich bin: Da habe ich bereits nachgesehen. Ich weiß wirklich nicht wo er hingekommen ist.“<br />
Gitti überlegt krampfhaft, wo sie anstelle der Freundin suchen würde. Das Naheliegendste wäre aller Wahrscheinlichkeit nach…<br />
„Die Handtasche, &#8211; hast du da schon nachgesehen?“, will sie wissen.<br />
„Die habe ich schon mindestens zweimal ausgeräumt. Da ist er nicht. Ich schwöre es! Aber du kannst gerne noch einmal nachsehen! Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.“ Ein bisschen beleidigt, aber auch ein wenig hoffnungsvoll klingt Tanjas Stimme, als sie ihr die Handtasche reicht.<br />
Gitti räumt aus: Eine Haarbürste, ein Taschenspiegel, die Geldbörse, drei Lippenstifte, zwei Kugelschreiber, ein Einkaufszettel, eine Sicherheitsnadel, Pflaster, Papiertaschentücher, Handcreme, einige Münzen, Wimperntusche, Nasenspray und sogar eine Minitaschenlampe kommen zum Vorschein.<br />
„Du schleppst echt viel mit dir rum…“<br />
„…aber keinen Autoschlüssel“, ergänzt Tanja.<br />
„Stimmt!“, bestätigt Gitti. „Aber warte mal, was ist das denn?“<br />
„Der Schlüssel?“, neue Hoffnung keimt in Tanja auf.<br />
„Nein, das nicht, aber ein Loch im Futter“, grinst die Freundin und zieht einen weiteren Kugelschreiber, den vierten Lippenstift und sogar ein Nagellackfläschchen hervor. Danach versucht sie erneut ihr Glück und …<br />
„Mein Autoschlüssel! Du bist ein Schatz!“<br />
Tanja fällt der Freundin überglücklich um den Hals.<br />
„Was wolltest du eigentlich mit dem Schlüssel?“, fragt Gitti während sie gemeinsam im Wohnzimmer das Chaos zu beseitigen versuchen.<br />
„Ich hab doch eine Flasche Wein für heute Abend gekauft und die liegt noch im Auto. Ich hol sie mal schnell.“<br />
Nach circa zehn Minuten taucht Tanja leichenblass und mit der Rotweinflasche in der Hand wieder auf:<br />
„Ich glaube wir brauchen jetzt einen starken Mann!“<br />
„Wieso?“, Gitti ahnt Fürchterliches.<br />
„Um den Gullydeckel neben dem Bordstein hochzuheben!“, meint Tanja nur und zuckt mit den Schultern. „Wie gewonnen, so zerronnen!“</p>
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		<title>Tante Friedas Geheimnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2020 09:46:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimnis]]></category>
		<category><![CDATA[Kostprobe]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Laune]]></category>
		<category><![CDATA[Packung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwester]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle lieben Tante Frieda. Warum das so ist? Na, weil Tante Frieda die netteste und lustigste Frau ist, die ich kenne. Mutti meint oft: „Susi, du bist ihr sehr ähnlich!“ Das macht mich richtig stolz, obwohl ich der Meinung bin, dass Mama ebenfalls sehr viel Ähnlichkeit mit ihr hat und das kommt daher, weil Tante Frieda die kleine Schwester meiner Mutter ist.  Klein ist richtig, denn sie ist nicht sehr groß, gerade einmal einen Meter und sechsundfünfzig Zentimeter. Das steht nicht nur in ihrem Pass, sondern ist eindeutig bewiesen. Ich habe es nämlich erst letzte Woche höchstpersönlich nachgemessen. Ich bin inzwischen schon einhundertzweiundfünfzig Zentimeter, also muss ich noch zu ihr aufschauen. „Die vier Zentimeter schaffst du doch locker noch!“, hat Tante Frieda gesagt und mir dabei zugezwinkert. Sie ist immer quietschvergnügt, ihr Lachen schallt durch das ganze Haus und ist ansteckend. Wenn wir ein Fest feiern, dann singt und tanzt sie und reißt mit ihrer Fröhlichkeit alle mit. Ganz ehrlich, ich habe sie noch nie mit schlechter Laune erlebt und ich kenne sie nun schon mein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alle lieben Tante Frieda. Warum das so ist? Na, weil Tante Frieda die netteste und lustigste Frau ist, die ich kenne. Mutti meint oft: „Susi, du bist ihr sehr ähnlich!“ Das macht mich richtig stolz, obwohl ich der Meinung bin, dass Mama ebenfalls sehr viel Ähnlichkeit mit ihr hat und das kommt daher, weil Tante Frieda die kleine Schwester meiner Mutter ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">K</span>lein ist richtig, denn sie ist nicht sehr groß, gerade einmal einen Meter und sechsundfünfzig Zentimeter. Das steht nicht nur in ihrem Pass, sondern ist eindeutig bewiesen. Ich habe es nämlich erst letzte Woche höchstpersönlich nachgemessen. Ich bin inzwischen schon einhundertzweiundfünfzig Zentimeter, also muss ich noch zu ihr aufschauen. „Die vier Zentimeter schaffst du doch locker noch!“, hat Tante Frieda gesagt und mir dabei zugezwinkert.<br />
Sie ist immer quietschvergnügt, ihr Lachen schallt durch das ganze Haus und ist ansteckend. Wenn wir ein Fest feiern, dann singt und tanzt sie und reißt mit ihrer Fröhlichkeit alle mit. Ganz ehrlich, ich habe sie noch nie mit schlechter Laune erlebt und ich kenne sie nun schon mein ganzes Leben. Insgesamt also 12 Jahre.<br />
Gut, gerade eben war sie nicht ganz so lustig. Da ist sie nämlich über einen blöden Ast gestolpert und kann jetzt nicht mehr aufstehen. Es ist beim Spazierengehen mit mir und unserem Hund Fridolin passiert. Wir sind auf einem Waldweg unterwegs, als Fridolin einen Hasen sieht und ihm nachrennen will. Er zieht an der Leine und da passiert es. Zum Glück hat sie ihr Handy dabei und so kann ich den Krankenwagen alarmieren.<br />
Ja, und nun sitze ich an ihrem Krankenbett im Krankenhaus. „Es ist ein komplizierter Beinbruch und sie haben mich operiert“, erklärt sie mir. „Ich muss noch eine ganze Weile hier bleiben.“<br />
„Dann bist du also bei Papas rundem Geburtstag nicht da?“, frage ich sie erschrocken.<br />
„Nein, das wird nicht klappen!“<br />
„Das macht dann auch nur halb soviel Spaß!“, gestehe ich.<br />
„Den versprochenen Kuchen kann ich auch nicht backen. Richte es bitte deiner Mutter aus“, meint sie.<br />
Man muss erklären, dass Tante Friedas Schokoladenkuchen berühmt ist. Keiner kann ihn so gut backen, wie sie. Alle werden enttäuscht sein, denn er ist wahnsinnig beliebt bei der ganzen Familie und allen Gästen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Alle werden dich und deinen Kuchen vermissen“, meine ich.<br />
„Da kann man leider nichts machen“, zuckt sie bedauernd mit den Schultern.<br />
„Aber du könntest mir das Rezept geben und ich backe ihn“, kommt mir die Idee.<br />
„Das geht leider nicht“, sagt sie bedauernd und versucht trotz ihrer Schmerzen ein bisschen zu lächeln. „Das ist mein Geheimnis!“<br />
„Ah, ein Familiengeheimnis!“, grinse ich. „Dann kennt es Mutti auch!“<br />
„Nein, mein Schatz, &#8211; es ist ganz allein mein Geheimnis und niemand weiß etwas davon.<br />
Auch auf mein Bitten und Betteln lässt sie sich nicht erweichen mir ihr großes Geheimnis zu verraten.<br />
„Dann müsst ihr halt mal auf meinen Schokoladenkuchen verzichten. Ich verspreche aber, dass ich sofort nach meiner Heimkehr aus dem Krankenhaus einen backen werde.&#8220;<br />
Auf dem Nachhauseweg überlege ich krampfhaft, was ich tun könnte. Und ich habe eine Idee.<br />
An Papas Geburtstag vermissen zwar alle Tante Frieda, aber sie sind begeistert, dass zumindest ihr Schokoladenkuchen nicht fehlt. Aus allen Ecken hört man:<br />
“Mmmh!“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Der ist sooo lecker!“.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Einfach köstlich!“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Niemand kann ihn so gut wie Tante Frieda!“<br />
„Ist sie denn nicht mehr im Krankenhaus?“, fragt man mich.<br />
„Doch! Und den Kuchen habe übrigens ich gebacken!“<br />
„Was?- Oh, sie hat dir ihr Rezept verraten!“, schlussfolgern alle.<br />
Im Nu bin ich von allen umringt und jeder will das Rezept haben.<br />
„Das ist mein und Tante Friedas Geheimnis“ sage ich schmunzelnd und laufe in die Küche.<br />
Dort öffne ich schnell und unbemerkt den Abfalleimer und hole etwas heraus. Dieses Etwas bringe ich sofort in mein Zimmer und packe es in Geschenkpapier ein.<br />
Leider finde ich kein Stückchen Kuchen mehr vor, als ich wieder in das Wohnzimmer komme. Tante Friedas, &#8211; oder soll ich sagen,- mein Schokoladenkuchen ist ratzeputz aufgefuttert?!<br />
Am nächsten Morgen, es ist zum Glück Sonntag und ich habe keine Schule, hält mich nichts mehr. Ich greife mir das kleine Päckchen und mache mich auf den Weg zum Krankenhaus.<br />
„Schade“, sage ich zu Tante Frieda. „Ich hätte dir gerne eine Kostprobe meines Schokoladenkuchens mitgebracht, aber es ist nichts mehr übrig geblieben. Allerdings habe ich dir etwas anderes mitgebracht&#8220;, verkünde ich und reiche ihr das Päckchen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Tante Frieda packt es aus und blickt zuerst entsetzt auf das Mitbringsel, doch dann schallt ihr fröhliches Lachen durch den Raum und die Gänge.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Jetzt haben wir wohl beide dasselbe Geheimnis!“, meint sie augenzwinkernd und zerreißt schnell die leere Packung der Fertigbackmischung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-familien-b-c-2/">Das Familien – A B C</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/familienausflug/">Familienausflug</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/verliebt-verlobt-verheiratet/">Verliebt, verlobt, verheiratet</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gut beschirmt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2019 21:38:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Äußerlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[beschirmt]]></category>
		<category><![CDATA[Blatt]]></category>
		<category><![CDATA[chic]]></category>
		<category><![CDATA[Dach]]></category>
		<category><![CDATA[grau]]></category>
		<category><![CDATA[obdachlos]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Schirm]]></category>
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					<description><![CDATA[Da liegt er nun. Mitten in der Stadt hat man ihn ausgesetzt. Niemand achtet wirklich auf ihn. Nur ein Junge, der vorbeikommt, gibt ihm noch einen Fußtritt, damit er den Bürgersteig frei macht. Verschreckt bleibt er an einer Mauer liegen. Ein verwelktes Blatt hat sich zu ihm gesellt. „Wieso liegst du hier so rum?“, fragt das Blatt. „Ich bin traurig, denn mich mag keiner mehr! Man hat mich einfach weggeworfen.“ „Wieso? Stimmt mit dir irgendetwas nicht?“ „Ach“, sagt er, „das ist eine lange Geschichte. „Dann erzähle sie mir doch! Ich kann gut zuhören und außerdem habe ich viel Zeit.“ „Na gut: Am Anfang stand ich in einem Geschäft mit anderen Kollegen zusammen. Viele Menschen gingen täglich in dem Laden ein und aus. Keiner würdigte uns eines Blickes, denn draußen war Sommer und die Sonne brannte vom Himmel. Uns brauchte niemand, wir waren überflüssig.“ „So ein Quatsch, wie kann jemand wie du überflüssig sein. Du bist total nützlich!“ „Das dachte ich auch immer, aber schau her, wie ich enden muss!“, schnieft der Schirm total traurig. „Erzähl &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Da liegt er nun. Mitten in der Stadt hat man ihn ausgesetzt. Niemand achtet wirklich auf ihn. Nur ein Junge, der vorbeikommt, gibt ihm noch einen Fußtritt, damit er den Bürgersteig frei macht. Verschreckt bleibt er an einer Mauer liegen. Ein verwelktes Blatt hat sich zu ihm gesellt.</strong><br />
<span class="dropcap">„W</span>ieso liegst du hier so rum?“, fragt das Blatt.<br />
„Ich bin traurig, denn mich mag keiner mehr! Man hat mich einfach weggeworfen.“<br />
„Wieso? Stimmt mit dir irgendetwas nicht?“<br />
„Ach“, sagt er, „das ist eine lange Geschichte.<br />
„Dann erzähle sie mir doch! Ich kann gut zuhören und außerdem habe ich viel Zeit.“<br />
„Na gut: Am Anfang stand ich in einem Geschäft mit anderen Kollegen zusammen. Viele Menschen gingen täglich in dem Laden ein und aus. Keiner würdigte uns eines Blickes, denn draußen war Sommer und die Sonne brannte vom Himmel. Uns brauchte niemand, wir waren überflüssig.“<br />
„So ein Quatsch, wie kann jemand wie du überflüssig sein. Du bist total nützlich!“<br />
„Das dachte ich auch immer, aber schau her, wie ich enden muss!“, schnieft der Schirm total traurig.<br />
„Erzähl weiter, bitte! Wie bist du überhaupt hierher gekommen?“, will das Blatt wissen.<br />
„Naja, irgendwann begann es dann doch zu regnen und alle hatten keinen Schirm dabei, weil der Wolkenbruch ganz plötzlich und unvorhersehbar gekommen war. Alle meine Kollegen waren im Nu verschwunden, nur mich wollte keiner haben. Ich war ihnen zu langweilig, weil ich nur grau und nicht bunt und schillernd bin.“<br />
„Aber dann kam doch jemand, oder?“<br />
„Ja, eine chice Dame kam herein. Sie schaute mich zuerst etwas verächtlich an, aber ihr blieb nichts anderes übrig, als mich mitzunehmen. Ich zeigte ihr meine guten Eigenschaften und spannte mich in meiner vollen Größe auf. Alle Tropfen hielt ich von ihr fern. Ich wurde pitschnass, aber ich ließ keinen einzigen noch so kleinen Tropfen durch. Langsam hatte ich das Gefühl, dass sie mich zu mögen begann. Sie nahm mich sogar mit nach Hause und stellte mich aufgespannt in ihr Bad, damit ich trocknen konnte. Doch dann nahm mein Schicksal seinen Lauf.“<br />
Das Blatt hat ganz still den Ausführungen des Schirms gelauscht und wundert sich nun, warum der Schirm immer trauriger wird.<br />
„Du hast eine Besitzerin gefunden, die deine Dienste zu würdigen weiß. Das ist doch genau das, was sich ein Schirm nur erträumen kann.“<br />
„Ja, ja, aber sie ließ mich einfach immerzu daheim liegen. Und ausgerechnet dann fing es an zu regnen. Am nächsten Tag nahm sie mich dann extra mit. Und genau dann regnete es keinen einzigen Tropfen.“<br />
„Oh, das ist aber Pech!“, gesteht das Blatt.<br />
„Genau und zwar für mich! Sie schimpfte mit mir, dass ich nie zur Stelle sei, wenn sie mich brauchen würde. Und wenn sie auf meiner Begleitung bestand, dann kam ich mangels Regen nicht zum Einsatz. So langsam glaubte sie ich wäre an der ganzen Misere schuld und beschimpfte mich immer mehr.“<br />
„Hast du dich denn nicht verteidigt?“<br />
„Na klar habe ich das getan. Ich erklärte ihr, dass ich ein Wetterschutz sei und kein Wettermacher. Sie meinte nur, dass ich sowieso hässlich wäre und vollkommen überflüssig. Sie warf mich zuerst in den Keller und nach ein paar Wochen kam ich zum Sperrmüll auf die Straße.“<br />
„Und wie bist du dem Müllwagen entkommen?“, fragt das Blatt neugierig.<br />
„Der Wind hat mich gerettet. Heute Nacht hat er tüchtig gepustet und weil ich aufgespannt bin, hat er mich einfach weggeweht. Immer ein Stückchen weiter weg vom Sperrmüllhaufen. Und zum Schluss kam ein Junge und verpasste mir einen solch heftigen Tritt, dass ich hier gelandet bin.“<br />
„Da hast du aber Glück gehabt.“<br />
„Glück? Na, wie man es sieht. Ich lebe noch, ja. Aber was wird mich jetzt für ein Schicksal ereilen?“<br />
Schweigsam liegen nun das Blatt und der Schirm auf dem Gehweg. Menschen schlendern an ihnen vorüber. Der Tag neigt sich dem Ende zu und die Sonne geht bereits unter. Auf einmal bleibt ein Mann vor den Beiden stehen. Er ist sehr ärmlich gekleidet und weder er noch seine Kleidung ist besonders sauber. Er riecht nach Alkohol und trägt eine Plastiktüte bei sich. In dieser Tüte sind seine ganzen Habseligkeiten. Er hat keine feste Bleibe, sein Schlafplatz ist eine Bank im Stadtpark. Dieser Mann beugt sich nun zu dem Schirm hinunter und hebt ihn auf. Er dreht und wendet ihn in seinen Händen.<br />
„Du bist ja ein richtiges Schmuckstück!“, sagt er. „Kein bisschen kaputt. Du bist einfach perfekt!“<br />
Der Obdachlose strahlt und streicht zärtlich über den Schirm.<br />
„Jetzt habe ich ein Dach über dem Kopf und werde nicht mehr nass. Welch ein Glück, dass ich dich gefunden habe! Und als Spazierstock kann ich dich auch noch benutzen. Heute ist mein Glückstag! Ich bin richtig reich beschenkt worden!“<br />
Glücklich klappt der Mann den Schirm zu und zieht von dannen. Er hört nicht wie das auf der Innenseite des Schirmes klebende Blatt kichert:</p>
<p style="text-align: center;">„So schnell kann das Blatt sich wenden,<br />
lass dich nur nicht von Äußerlichkeiten blenden!“</p>
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/die-dreivasengeschichte/">Die Dreivasengeschichte</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/3244-2/">Strandkorbgrüße</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/das-bin-ich-und-noch-viel-mehr/">Das bin ich&#8230;und noch viel mehr</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>In die Jahre gekommen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/die-jahre-gekommen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2019 17:45:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fügung]]></category>
		<category><![CDATA[Gestell]]></category>
		<category><![CDATA[glücklich]]></category>
		<category><![CDATA[Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[Kleider]]></category>
		<category><![CDATA[Möbelstück]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[treue Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Zickzack]]></category>
		<category><![CDATA[zu Hause]]></category>
		<category><![CDATA[zufrieden]]></category>
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					<description><![CDATA[„Jung bin ich nicht mehr, aber immer noch nett anzusehen. Leider ist mein Geburtsdatum irgendwie in Vergessenheit geraten, genauso wie mein Geburtsort. Wenn ich es mal so gedanklich überschlage, dann müsste ich so langsam aber sicher auf die neunzig zugehen. Meine Haube hat schon ein paar Macken und meine kleine Ablagefläche auch, aber eingestaubt bin ich dank der guten Pflege noch nicht. Mit ein bisschen Politur für das Holz, Farbe für mein Gestell, einem neuen Lederriemen, eine neue Nadel und ein paar Tropfen Öl für die Maschine komme ich doch glatt wieder in Schwung.  Naja, mit den jungen Dingern kann ich nicht mehr so recht mithalten. Die sind einfach schneller als ich. Aber in meinem Alter ist man eben ein bisschen langsamer. Auch der ganze neumodische Kram ist mir fremd und programmieren lasse ich mich schon gar nicht. Im Leben kommt es nicht immer auf Schnelligkeit an, aber ich muss sagen, Zickzack und Geradeaus klappt immer noch ganz prima bei mir. Wenn man so wie ich in die Tage gekommen ist, dann denkt man schon &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Jung bin ich nicht mehr, aber immer noch nett anzusehen. Leider ist mein Geburtsdatum irgendwie in Vergessenheit geraten, genauso wie mein Geburtsort. Wenn ich es mal so gedanklich überschlage, dann müsste ich so langsam aber sicher auf die neunzig zugehen. Meine Haube hat schon ein paar Macken und meine kleine Ablagefläche auch, aber eingestaubt bin ich dank der guten Pflege noch nicht. Mit ein bisschen Politur für das Holz, Farbe für mein Gestell, einem neuen Lederriemen, eine neue Nadel und ein paar Tropfen Öl für die Maschine komme ich doch glatt wieder in Schwung. </strong></p>
<p><span class="dropcap">N</span>aja, mit den jungen Dingern kann ich nicht mehr so recht mithalten. Die sind einfach schneller als ich. Aber in meinem Alter ist man eben ein bisschen langsamer. Auch der ganze neumodische Kram ist mir fremd und programmieren lasse ich mich schon gar nicht. Im Leben kommt es nicht immer auf Schnelligkeit an, aber ich muss sagen, Zickzack und Geradeaus klappt immer noch ganz prima bei mir.<br />
Wenn man so wie ich in die Tage gekommen ist, dann denkt man schon gar manches Mal an früher und lässt sein Leben an sich vorüber ziehen. Von Kindheitstagen an habe ich viel gearbeitet, manchmal wurde ich sacht und manchmal schwer und hart getreten. Aber ich habe immer tapfer weiter gearbeitet und unermüdlich meinen Dienst verrichtet. Ja, manchmal gab es kleine Zwischenfälle. Wenn man mir zuviel zugemutet hatte, konnte es schon mal vorkommen, dass es zu Brüchen oder anderen Verschleißerscheinungen kam. In den meisten Fällen jedoch kam nur eine neue Nadel zum Einsatz. Mehrmals wurde ich jedoch in meinem Leben so stark und schnell getreten, dass die Erneuerung des Lederriemens unvermeidbar war. Sparsam war ich mein ganzes Leben lang. Strom und Elektronik sind für mich Fremdwörter. Allein die Antriebskraft meiner Gebieterin und der eigene daraus resultierende Schwung weckte bei mir die Lebensgeister und ließ mich auf Hochtouren laufen. Ohne mich selbst zu loben, kann ich von mir sagen, dass ich meine Arbeit immer zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten erledigt habe. Ich hatte ein erfülltes Leben. Und nun genieße ich meinen wohlverdienten Ruhestand. Doch es hätte auch anders kommen können. Ob es jetzt Glück, Zufall oder Bestimmung war, lässt sich im Nachhinein schwer sagen. Ich bin jedoch froh, dass es so gekommen ist, wie es jetzt ist.<br />
Ich habe ganz viele Jahre meine treuen Dienste bei einer lieben und fleißigen Frau geleistet. Sie hat mir viel abverlangt. Manchmal musste ich auch nachts arbeiten, wenn die anderen schon schliefen. Dafür konnte ich dann tagsüber ruhen, aber sie musste auch dann arbeiten. Sie versorgte ihren Haushalt, kümmerte sich um ihren Mann und die gemeinsamen Kinder. Die Zeiten, besonders im Krieg und danach, waren hart und alle Menschen mussten schwer arbeiten. Es fehlte an Geld und oft auch an Nahrung und Kleidung. Ohne mich wäre die Familie jedoch noch ärmer gewesen. Ich half beim Überleben. Damals zum Beispiel als des Schusters Kinder neue Kleider brauchten, war ich da und nähte zwei Nächte und zwei Tage. Dafür bekam die Frau, die mich bediente, ein paar neue Schuhe für sich und ihr Kind. Auch die Bäckersfrau hätte ohne mich keine neuen Gardinen und der Metzger keinen neuen Kittel bekommen. Als Gegenleistung gab es Brot und Wurst dafür.<br />
Später, als die Zeiten besser waren, nähte ich das Hochzeitskleid für die liebe Frau oder das Taufkleid für ihr Kind. Manchmal musste ich stopfen, ändern, kürzen oder etwas weiter beziehungsweise enger nähen, aber nichts machte mir so viel Freude wie etwas neu zu erschaffen und damit Menschen glücklich und anziehend zu machen. Für mich gab es nach getaner Arbeit immer ein sanftes Streichen über meine Oberfläche, was für mich einem großen Lob gleich kam.<br />
Die Jahre vergingen und ehe ich mich versah, wurde ich immer weniger gebraucht. Ich wurde nicht mehr so schnell und auch nicht mehr so hart getreten. Naja, wenn ich ehrlich bin, ein wenig müde war ich inzwischen auch geworden. Aber zum alten Eisen gehörte ich trotzdem noch nicht. Auch sprach man jetzt von den neueren und jüngeren Modellen, die mit allen möglichen Raffinessen ausgestattet waren und flink und fehlerlos ihre Arbeit verrichteten. Allerdings muss ich sagen, ohne Strom geht bei ihnen nichts. Ich hingegen war und bin immer und überall einsatzbereit.<br />
Dann kam, was kommen musste. Ein letztes Mal wurde meine Schublade geöffnet, ein Faden durch das Nadelöhr gezogen. Zum letzten Mal wurde ein Stoff unter meinem Füßchen hindurch gezogen und ein letztes Mal vereinten sich Stoff und Faden und ließen mit Hilfe der Nadel eine saubere und gerade Naht entstehen. Danach schloss sich meine Schublade zum vorerst letzten Mal und senkte sich die Haube endgültig über mich.<br />
Die liebe und fleißige Frau, die mich immer bedient hatte, war für immer gegangen. Man hatte sie zu Grabe getragen und ich stand nun unbeachtet in einer Ecke der Wohnung. Traurigkeit breitete sich aus. Ich dachte schon, dass auch mein letztes Stündlein geschlagen hätte und ich sah mich schon beim Sperrmüll. Sicher würde ich zu irgendwelchem Unrat hinzu geworfen. Teile würden abbrechen, mein Holz würde splittern und mein Leben wäre ausgehaucht.<br />
Doch dann geschah das, was ich heute Fügung nennen möchte. Der Ehemann der lieben verstorbenen Frau wollte nicht mehr einsam sein und wagte sich wieder unter Menschen. Er ging hin und wieder in einen Altenclub. Dort traf er eine Oma dessen Enkelsohn gerade mit seiner zukünftigen Frau eine gemeinsame Wohnung beziehen wollte. Leider mangelte es den jungen Leuten nicht nur an Geld, sondern auch an Möbelstücken und anderen Dingen. Die beiden alten Leutchen kamen miteinander ins Gespräch und noch am selben Tag wechselte ich meinen Wohnort, mitsamt dem kompletten Inhalt meiner Schublade. Zuerst kam ich zu der Oma, wurde aber dann abgeholt und landete im Wohnzimmer bei dem jungen Pärchen. Sie polierten und wienerten mich, so dass ich bald wieder in meiner vollen Schönheit erstrahlte. Ich sollte noch dreimal mit meinen Besitzern umziehen. Ich erlebte wie sie eine Familie wurden und ein Baby kam, das Kind heranwuchs und erwachsen wurde. Doch jetzt hat man mir schon seit mehr als zwanzig Jahren einen Ehrenplatz zugewiesen, an dem ich von jedem der im Haus ein und aus geht, gesehen werde. Ich werde gelobt, gepflegt und gehütet. Man spricht in lobenden Worten über mich und streicht achtungsvoll über meine Haube und manchmal lüftet man diese, um mich stolz zu präsentieren. Und Lottchen, das kleine Kätzchen, streicht schmeichelnd um mein Gestell. Hier bin ich zu Hause, rundum zufrieden und glücklich.“</p>
<p>Und hier noch ein paar Fotos von mir:</p>
<p>Das &#8222;Singer&#8220;-Zeichen auf der Haube</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-1162 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen-1024x682.jpg" alt="1200px-Zeichen" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Zeichen.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Die Nähmaschine</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1155 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell-1024x682.jpg" alt="1200px-Maschine m. Gestell" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Maschine-m.-Gestell.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1523 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1-1024x682.jpg" alt="1200px-Naehmaschine 1" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Naehmaschine-1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Das Zeichen am Gestell</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1158 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG-1024x682.jpg" alt="1200px-Gestell. JPG" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Gestell.-JPG.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Das Pedal</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1160 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal-1024x682.jpg" alt="1200px-Pedal" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Pedal.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Der Schubladeninhalt</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1161 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt-1024x682.jpg" alt="1200px-Schubladeninhalt" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/06/1200px-Schubladeninhalt.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Erste große Liebe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 May 2019 10:49:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Geschenk]]></category>
		<category><![CDATA[kostbar]]></category>
		<category><![CDATA[Kuchen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein langjähriger Freund der Familie, nennen wir ihn einfach mal ‚Markus‘, ist zufällig vorbei gekommen. Wir sitzen in gemütlicher Runde beim Nachmittagskaffee und plaudern ein bisschen. Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste und so fragt er mich: „Du bist doch Grundschullehrerin. Hat sich da nicht einmal ein kleiner Schulanfänger in dich verliebt?“ Ich merke ziemlich schnell, dass unser Bekannter gar keine Antwort erwartet, denn er erzählt einfach munter weiter. „Ich war in der ersten Klasse und unsterblich in meine Lehrerin verschossen.“ In Gedanken schmunzelt er vor sich hin und erweckt damit bei mir und meinem Mann die Neugier. „Da steckt doch noch mehr dahinter!“, wittere ich eine interessante und vielleicht sogar lustige Geschichte. „Und ob da noch mehr dahintersteckt. Ich kann mich noch gut daran erinnern“, grinst Markus und reibt sich die linke Wange, was meiner Beobachtungsgabe nicht entgeht. Ich frage mich insgeheim, ob dies nebensächlich ist oder doch im Zusammenhang mit seinem kleinen Geständnis steht. „Möchtest du noch ein Stückchen Kuchen während du uns die ganze Geschichte erzählst?“, versuche ich ihn zu ködern. „Na &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein langjähriger Freund der Familie, nennen wir ihn einfach mal ‚Markus‘, ist zufällig vorbei gekommen. Wir sitzen in gemütlicher Runde beim Nachmittagskaffee und plaudern ein bisschen. Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste und so fragt er mich:</strong></p>
<p>„Du bist doch Grundschullehrerin. Hat sich da nicht einmal ein kleiner Schulanfänger in dich verliebt?“</p>
<p>Ich merke ziemlich schnell, dass unser Bekannter gar keine Antwort erwartet, denn er erzählt einfach munter weiter.</p>
<p>„Ich war in der ersten Klasse und unsterblich in meine Lehrerin verschossen.“</p>
<p>In Gedanken schmunzelt er vor sich hin und erweckt damit bei mir und meinem Mann die Neugier.</p>
<p>„Da steckt doch noch mehr dahinter!“, wittere ich eine interessante und vielleicht sogar lustige Geschichte.</p>
<p>„Und ob da noch mehr dahintersteckt. Ich kann mich noch gut daran erinnern“, grinst Markus und reibt sich die linke Wange, was meiner Beobachtungsgabe nicht entgeht. Ich frage mich insgeheim, ob dies nebensächlich ist oder doch im Zusammenhang mit seinem kleinen Geständnis steht.</p>
<p>„Möchtest du noch ein Stückchen Kuchen während du uns die ganze Geschichte erzählst?“, versuche ich ihn zu ködern.</p>
<p>„Na klar und ein Tässchen Kaffee nehme ich gerne auch noch“, willigt er sofort ein.</p>
<p>Ich lasse ihm auch noch die Zeit für einen ersten Bissen und einen Schluck Kaffee, aber dann kann ich meine Neugierde tatsächlich nicht mehr im Zaum halten.</p>
<p>„Jetzt spann uns doch nicht so auf die Folter! Leg schon los und erzähle uns von deiner wohl ersten großen Liebe.“</p>
<p>Markus nickt und schiebt noch einen Happen in den Mund, doch dann lässt er uns an seinen Erinnerungen teilhaben.</p>
<p>„Wie gesagt, ich war total in meine Grundschullehrerin verliebt. Ich glaube, ich war ihr strebsamster Schüler in dieser Zeit. So aufmerksam habe ich wohl nie mehr in meiner gesamten schulischen Laufbahn zugehört. Und gelernt habe ich nur für sie. Immerhin wollte ich ihr imponieren. Und wie kann man einer Lehrerin imponieren? Wohl nur durch Leistung. So klebte ich förmlich an ihren Lippen und sobald sie eine Frage an uns richtete, schnellte mein Finger nach oben.“</p>
<p>Ungefragt schiebe ich ein weiteres Stückchen Kuchen auf Markus Teller, so nach dem Motto: Erzählen macht hungrig. Er schwelgt so sehr in seinen Erinnerungen, dass das Essen nebenher ganz automatisch abläuft.</p>
<p>„Wie jeder normale Mensch hat auch eine Lehrerin irgendwann Geburtstag. Das hatte ich herausgefunden. Immerhin hatte sie alle unsere Geburtsdaten und somit war es nur gerecht, uns auch ihren Geburtstag zu verraten. Der Tag rückte immer näher und ich zerbrach mir den Kopf, was ich ihr wohl schenken könnte. Es sollte etwas Kostbares sein. Immerhin war sie zu diesem Zeitpunkt meine ganz große Liebe. Das Problem war nur, dass ich mit den paar Münzen in meiner Hosentasche nichts anfangen konnte, geschweige denn ein kostbares Geschenk kaufen.“</p>
<p>Inzwischen sind mein Mann und ich ganz Ohr, denn Markus Erinnerungen scheinen noch nicht ihren Höhepunkt erreicht zu haben.</p>
<p>„Kann ich noch einen Schluck Kaffee haben?“, fragt er mich und hält mir seine Tasse hin. Mit dieser Frage war er allerdings nur kurzzeitig bewusst in der Gegenwart, um sogleich wieder in die Vergangenheit abzutauchen.</p>
<p>„Nach der Schule verschwand ich sofort in meinem Zimmer, um es nach etwas wirklich Kostbaren abzusuchen, das als Geschenk für meine Lehrerin geeignet gewesen wäre. Doch was lässt sich da in einem Kinderzimmer schon finden. Gut, ich hätte ihr ein Bild malen können, aber ich war ja kein begnadeter Künstler und Kinderzeichnungen hatte sie wahrscheinlich schon massenhaft.“</p>
<p>„Das wäre aber das Einfachste gewesen und hätte ihr bestimmt gefallen“, erkläre ich ihm.</p>
<p>„Hast du ihr vielleicht einen hübschen Strauß aus Wiesenblumen gepflückt?“, will nun auch mein Mann wissen.</p>
<p>„Nein!“, gibt uns Markus zu verstehen. „Aber ich hatte eine blendende Idee, wie ich mir damals einbildete.“</p>
<p>Hätte uns jemand bei diesem Nachmittagskaffee beobachtet, hätte dieser Jemand auch bemerkt, dass ich vor Spannung die Luft anhielt und bei Markus weiterer Erzählung meine Augen vor Erstaunen immer größer wurden.</p>
<p>„Ich schlich mich ins Schlafzimmer meiner Eltern, als diese am Nachmittag im Garten waren. Dort fiel mein Blick sofort auf den Nachttisch meiner Mutter. Und genau dort wurde ich fündig und wusste in diesem Moment sofort, dass dies das passende Geschenk für meine Lehrerin war.“</p>
<p>„Auweia!!!“, entfuhr es mir und meinem Mann wie aus einem Munde.</p>
<p>„Das könnt ihr wohl laut sagen!“, bestätigt Markus unseren spontanen Ausruf.</p>
<p>„So überreichte ich meiner Grundschullehrerin am nächsten Vormittag nach Schulschluss ein kleines Päckchen, das sie aber erst zu Hause auspacken sollte, was sie mir auch versprach.“</p>
<p>„Die hat bestimmt nicht schlecht gestaunt“, grinst mein Mann.</p>
<p>„Keine Ahnung, das habe ich ja nicht gesehen. Aber sie hat anscheinend meine Eltern sofort telefonisch kontaktiert. Zumindest berichtete meine Mutter mir beim Zubettgehen, dass sich meine Lehrerin für einen Hausbesuch angekündigt hätte. Das war bei uns damals so üblich. In gewissen Zeitabständen besuchten die Lehrer die Eltern der Schüler zu Hause, um sich ein Bild von den häuslichen Gegebenheiten zu machen und einen Bericht über die schulischen Leistungen der Sprösslinge abzugeben. Also dachte ich mir nichts dabei, freute mich aber schon sehr darauf.</p>
<p>„Als es dann an der Haustür klingelte, war ich noch in meinem Zimmer. Ich wartete aufgeregt und voller Freude darauf gerufen zu werden, denn erst dann durfte ich auch dazu kommen.“</p>
<p>Inzwischen rutsche ich schon unruhig auf meinem Stuhl hin und her und mein Kuchen ist immer noch unangetastet, denn vor lauter Zuhören bin ich noch gar nicht zum Essen gekommen.</p>
<p>„Ja und dann rief mich meine Mutter“, berichtet Markus weiter und macht eine spannungstechnische Pause.</p>
<p>„Sie erwartete mich direkt am unteren Treppenabsatz, wo sie mir auch sogleich eine schallende Ohrfeige verpasste.“</p>
<p>Wieder reibt sich Markus seine linke Wange und sie scheint ihn bei der Erinnerung der damaligen Ereignisse immer noch zu schmerzen.</p>
<p>„Meine Lehrerin war bereits gegangen, was sie allerdings dagelassen hatte, war mein Geschenk an sie.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Und&#8230;?  Jetzt verrate es uns endlich! Was war das für ein Geschenk? Und vor allen Dingen, ob es gut angekommen ist“, fordere ich Markus auf.</p>
<p>„Kostbar war es auf alle Fälle, das hat auch meine Lehrerin bemerkt“, sagt er geheimnisvoll.</p>
<p>„Nun sag schon!“, ermutigt ihn jetzt auch mein Mann.</p>
<p>„Etwas aus der Schmuckschatulle auf dem Nachttisch meiner Mutter.&#8220;</p>
<p>„Oh, oh!“ Uns schwant nichts Gutes.</p>
<p>Markus holt tief Luft und dann meint er mit ernster Miene:</p>
<p>„Eine Goldkette aus 750er Gold mit einer Medaille daran. Die Kette war das Hochzeitsgeschenk von meinem Vater an meine Mutter.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Knut Knopf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Apr 2019 20:09:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[ängstlich]]></category>
		<category><![CDATA[Brüder]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Knopf]]></category>
		<category><![CDATA[Laub]]></category>
		<category><![CDATA[nach Hause]]></category>
		<category><![CDATA[Schäfchen]]></category>
		<category><![CDATA[Schreck]]></category>
		<category><![CDATA[Wolkenbruch]]></category>
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					<description><![CDATA[Knut Knopf ist, wie der Name schon sagt, ein Knopf. Er ist aber kein gewöhnlicher Hosenknopf, sondern ein ganz besonderer Knopf. Besonders deshalb, weil ihn sein Aussehen von allen anderen gewöhnlichen Knöpfen abhebt, was ihn aber keineswegs arrogant, überheblich oder gar unsympathisch macht. Nein, im Gegenteil. Er ist ein lustiger kleiner Kerl, der in seinem Leben schon einige Abenteuer erlebt hat. Wie er aussieht, wollt ihr wissen? Knut ist ein kleines schneeweißes Schäfchen, sein Kopf und seine dünnen Beinchen sind schwarz. Und wie es sich für einen Knopf gehört, hat er zwei winzige Löchlein und zwar genau inmitten seines wolligen Fells. Knut blickt ein bisschen verschmitzt in die Welt. Im Sturm erobert er die Herzen aller Kinder, ebenso wie seine beiden Brüder Karl und Klaus. Die drei K’s, wie sie sich selbst nennen, sind Drillinge und gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Wo sie wohnen interessiert euch? Sie stehen auf einer grünen und saftigen Wiese und diese ist auf den Kragen eines hübschen Sommerkleidchens gedruckt. Brav steht ein Schäfchen neben dem anderen und Knut &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Knut Knopf ist, wie der Name schon sagt, ein Knopf. Er ist aber kein gewöhnlicher Hosenknopf, sondern ein ganz besonderer Knopf. Besonders deshalb, weil ihn sein Aussehen von allen anderen gewöhnlichen Knöpfen abhebt, was ihn aber keineswegs arrogant, überheblich oder gar unsympathisch macht. Nein, im Gegenteil.</strong></p>
<p>Er ist ein lustiger kleiner Kerl, der in seinem Leben schon einige Abenteuer erlebt hat. Wie er aussieht, wollt ihr wissen? Knut ist ein kleines schneeweißes Schäfchen, sein Kopf und seine dünnen Beinchen sind schwarz. Und wie es sich für einen Knopf gehört, hat er zwei winzige Löchlein und zwar genau inmitten seines wolligen Fells. Knut blickt ein bisschen verschmitzt in die Welt. Im Sturm erobert er die Herzen aller Kinder, ebenso wie seine beiden Brüder Karl und Klaus. Die drei K’s, wie sie sich selbst nennen, sind Drillinge und gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Wo sie wohnen interessiert euch? Sie stehen auf einer grünen und saftigen Wiese und diese ist auf den Kragen eines hübschen Sommerkleidchens gedruckt. Brav steht ein Schäfchen neben dem anderen und Knut Knopf genau in der Mitte. Sein Bruder Karl zur Linken und Klaus zur Rechten. Das Sommerkleidchen gehört Tini. Sie ist vier Jahre, hat einen hellbraunen Lockenkopf und geht gerne in den Kindergarten. Sie war es auch, die den Knöpfen Namen gab. Alle sind seitdem glücklich und zufrieden und führen ein schönes Leben, bis zu jenem Tag, der Tinis Leben und das der Knopfdrillinge in Aufregung versetzt…<br />
Es ist 1. August, der Tag an dem Philipp, ihr fünfjähriger Cousin, zu Besuch kommt. Sie gehen mit den Müttern in den Garten und spielen. Sie sitzen im Sandkasten, backen Kuchen und bauen gemeinsam eine Sandburg. Doch irgendwann wird das schönste Spiel langweilig und Philipp macht einen Vorschlag:<br />
„Lass uns doch Fangen spielen!“<br />
„Fang mich doch!“, ruft Tini ihm zu und läuft weg.<br />
Ihre Beinchen sind zwar noch ein bisschen kürzer als Philipps Beine und so schnell rennen kann sie auch nicht wie er. Aber sie ist wendiger und immer, wenn er denkt, dass er sie gleich gefangen hat, schlägt sie einen Haken und ist schon wieder weg.<br />
„Ich krieg dich schon!“ schreit ihr der Cousin hinterher und macht einen großen Satz.<br />
Fast hätte er sie gehabt. Er hat schon ihren Kragen erwischt, genau dort, wo Knut, Karl und Klaus sitzen. Doch Tini reißt sich los und schwups ist sie wieder weg.<br />
Die drei K’s werden tüchtig durchgeschüttelt und -gerüttelt, so dass es ihnen schon fast schwindelig ist. Während sich Klaus und Karl bald wieder von diesem Schock erholt haben und ruhig an ihren Plätzen stehen, torkelt Knut weiter hin und her. Bleich vor Schreck stellt er fest, dass er nur noch an einem dünnen Fädchen baumelt. Er schreit um Hilfe:<br />
„Tini! Tini! Halt mich fest!“<br />
Doch Tini kann ihn nicht hören. An ihr Ohr dringt nur ein leichter kaum spürbarer Hauch, wie der Flügelschlag eines Schmetterlings.<br />
Knut wendet sich verzweifelt an seine beiden Brüder, links und rechts von ihm:<br />
„Karl! Klaus! Helft mir doch, ich stürze gleich ab! Schnell!“<br />
Klaus und Knut erschrecken ganz fürchterlich und versuchen ihn festzuhalten. Doch es ist zu spät. Der Faden, welcher Knuts einziger Halt ist, lockert sich immer mehr. Knut rutscht noch ein Stückchen tiefer, so dass ihn Klaus und Karl nicht mehr erreichen können. Und dann geht es ganz schnell. Der Faden lässt ihn endgültig und unbarmherzig los. Er gleitet einfach durch die beiden Löchlein hindurch. Knut Knopf fällt und fällt und fällt. Immer tiefer und tiefer geht es hinab. Knut hält die Luft an und schließt die Augen. Einen winzigen Moment hat er das Gefühl zu fliegen, doch dann folgt der harte Aufprall.<br />
Er ist auf den harten und unnachgiebigen Asphalt des Bürgersteiges gefallen. Erschrocken öffnet er erst ein Auge und dann das zweite. Er schaut an sich herunter und tastet sich ab, ob noch alles an ihm heil geblieben ist. Alles tut ihm weh. Doch scheint nichts gebrochen und auch nichts abgebrochen oder gesplittert zu sein. Selbst seine vier dünnen Beinchen sind noch dran, aber sie zittern und sind ganz schwach. Knut kann sich nicht bewegen und schon gar nicht aufstehen.<br />
„Das ist ja noch einmal gut gegangen“, denkt er trotzdem und schaut nach oben. Doch er kann seine Brüder nicht mehr entdecken, denn Tini ist längst weiter gelaufen.<br />
Noch bevor er sich überlegen kann, was zu tun ist, erhält der arme Knut einen kräftigen Schups von zwei großen Füßen, die ihn achtlos in die Rille neben dem Bürgersteig befördern.<br />
„Hey, was soll das!“, ruft er empört.<br />
„Igitt, ist es hier schmutzig!“, beschwert er sich weiter. „Und nass auch noch!“<br />
Inzwischen hat es angefangen zu regnen. Ein richtiger Wolkenbruch ist das. So füllt sich die Rille, in der Knut liegt, in Sekundenschnelle mit Regenwasser. Knut strampelt mit seinen dünnen Beinchen und versucht zu schwimmen. Aber schon bald verlassen ihn seine Kräfte und er kann sich nur noch treiben lassen. Der Strom reißt ihn einfach mit. Er treibt neben einem kleinen Stückchen Kaugummipapier und hinter einer Vogelfeder dahin. Doch plötzlich gibt es einen Ruck und er bleibt hängen. Ängstlich schaut er sich um. Er stellt fest, dass er von einem kleinen Laubhaufen aufgehalten wurde, der direkt vor ihm liegt.<br />
„Puh!“, schnauft Knut Knopf. „Nur gut, dass ich in keinen Gully gerutscht bin, denn sonst wäre es jetzt aus mit mir.“<br />
Inzwischen hat es aufgehört zu regnen und die Nacht ist herein gebrochen. Knut Knopf hält die Augen geschlossen und liegt zitternd vor Kälte vor dem Laubhaufen. Ab und zu weht der Wind ein Blatt zu ihm herüber, das sich schützend und wärmend auf ihn legt. Doch der nächste Windstoß fegt es wieder weg.<br />
Endlich bricht der Morgen heran und die Sonne streckt ihre wärmenden Strahlen nach ihm aus. Aber nicht nur die Sonne kommt, sondern auch die städtische Stadtreinigung. Männer mit Besen und Schaufeln bewaffnet, gehen die Straße entlang und beseitigen den Schmutz und das herum liegende Laub.<br />
Auch Knut Knopf wird von einem Besen auf eine Schaufel befördert. Dann geht es in Richtung eines kleinen Lastwagens. Auf der Ladefläche stehen große Behälter, in denen der Unrat hinein gekippt wird. Knut kann gerade noch in letzter Sekunde dem Arbeiter von der Schaufel hüpfen, bevor dieser das Laub in den dafür vorgesehenen Behälter befördert.<br />
So landete Knut Knopf wiederum auf dem Bürgersteig. Er kullert ein paar Meter weiter, bevor er zum Liegen kommt. Von der großen Aufregung und der Müdigkeit überwältigt, schläft Knut ein. Er wacht erst wieder auf, als ihn eine kleine Kinderhand vom Boden aufhebt.<br />
„Ist der niedlich!“, sagt die Kinderstimme, die einem kleinen Mädchen gehört.<br />
Susi wischt den Schmutz von Knut Knopf ab und steckt ihn in ihr Kindergartentäschchen. Dann aber sieht sie ihre Freundin Ilse, die schon vor dem Tor des Kindergartens auf sie wartet. Sie läuft schnell zu ihrer Freundin und hat den niedlichen Knopf auf einmal ganz vergessen.<br />
Erst als alle gemeinsam um den Frühstückstisch sitzen und ihre mitgebrachten Brote und Äpfel auspacken, holt sie den Knopf heraus. Sie legt ihn auf den Tisch und sagt stolz zu ihrer Freundin Ilse:<br />
„Schau mal, was ich gefunden habe. Ist der nicht hübsch?!“<br />
Aber Ilse interessiert sich nicht für den Knopf. Sie will lieber ihr Käsebrot gegen das Wurstbrot von Alex tauschen. Aber die Erzieherin, Frau Fröhlich, hat den Knopf gesehen und kommt zu Susi rüber.<br />
„Stimmt, Susi, da hast du einen richtigen kleinen Schatz gefunden.“<br />
Jetzt werden auch die anderen Kinder neugierig und wollen diesen Schatz ebenfalls sehen. Alle bewundern den kleinen süßen Knopf und jeder möchte ihn einmal in der Hand halten und mit den Fingern sanft darüber streichen. Auch Ilse betrachtet jetzt den Knopf ganz genau. Dann geht sie zu Frau Fröhlich und flüstert ihr etwas ins Ohr. Diese nimmt Ilse an der Hand und beide gehen aus dem Zimmer. Ilse führt Frau Fröhlich in den Nebenraum. Hier sehen sie ein kleines vierjähriges Mädchen mit einem hellbraunen Lockenkopf. Es hat ein wunderschönes Sommerkleidchen mit einem Kragen an. Das Mädchen sitzt still und traurig in der Ecke, während alle anderen Kinder lachen und hüpfen.<br />
„Schau mal“, sagt Ilse zu ihrer Erzieherin. „Das ist Tini und sie hat auch zwei so hübsche Knöpfe an ihrem Kleid.“<br />
Ilse deutet auf Tinis Kragen, an dem zwei kleine Schäfchenknöpfe zu sehen sind.<br />
„Eigentlich waren es einmal drei. Karl, Klaus und Knut Knopf, aber …“, erklärt Tini traurig.<br />
„Ob Tini ihren geliebten Knut Knopf wohl wieder bekommt?“, fragt ihr.</p>
<p>„Und, ob die drei K’s jetzt wieder vereint sind?“, möchtet ihr wissen.<br />
„Was meint ihr denn, wie die Geschichte ausgeht? Ich kann Euch nur eines verraten:<br />
Tini kommt heute Mittag singend und hüpfend nach Hause.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Knöpflein</title>
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					<comments>https://lifetellsstories.de/knoepflein/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2019 09:19:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Baustelle]]></category>
		<category><![CDATA[Großvater]]></category>
		<category><![CDATA[Knopf]]></category>
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					<description><![CDATA[Flori ist sechs Jahre und besucht die erst Klasse. Seit ein paar Tagen darf er den Schulweg ganz alleine gehen. Zuerst hat ihn die Mutter immer bis zur Schule begleitet, dann bis zur großen Kreuzung und gewartet, bis er ordnungsgemäß den mit einer Ampel versehenen Fußgängerüberweg überquert hat. Dann aber hat sie gesagt: „Flori, ich möchte jetzt wieder halbtags arbeiten. Und weil ich schon vor dir aus dem Haus gehen werde, musst du von nun an alleine zur Schule marschieren. Du kennst den Weg und weißt, wo man besonders gut aufpassen sollte und auch wann du dort sein musst.“ „Endlich hat sie kapiert, dass ich inzwischen ein großes Schulkind bin“, hat Flora sich gedacht und ihr versprochen nicht zu trödeln und immer pünktlich zu sein. Fünf mal wöchentlich geht er nun den selben Weg, der ihn an einer Baustelle vorbeiführt. Das Haus jeen Tag ein bisschen mehr und er winkt den Bauarbeitern immer freundlich zu. Aber er bleibt nie stehen, denn er hat es ja eilig. Eines Tages jedoch ist die Baustelle verlassen, das Haus &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Flori ist sechs Jahre und besucht die erst Klasse. Seit ein paar Tagen darf er den Schulweg ganz alleine gehen. Zuerst hat ihn die Mutter immer bis zur Schule begleitet, dann bis zur großen Kreuzung und gewartet, bis er ordnungsgemäß den mit einer Ampel versehenen Fußgängerüberweg überquert hat. Dann aber hat sie gesagt:</strong></p>
<p><span class="dropcap">„F</span>lori, ich möchte jetzt wieder halbtags arbeiten. Und weil ich schon vor dir aus dem Haus gehen werde, musst du von nun an alleine zur Schule marschieren. Du kennst den Weg und weißt, wo man besonders gut aufpassen sollte und auch wann du dort sein musst.“</p>
<p>„Endlich hat sie kapiert, dass ich inzwischen ein großes Schulkind bin“, hat Flora sich gedacht und ihr versprochen nicht zu trödeln und immer pünktlich zu sein.</p>
<p>Fünf mal wöchentlich geht er nun den selben Weg, der ihn an einer Baustelle vorbeiführt. Das Haus jeen Tag ein bisschen mehr und er winkt den Bauarbeitern immer freundlich zu. Aber er bleibt nie stehen, denn er hat es ja eilig.</p>
<p>Eines Tages jedoch ist die Baustelle verlassen, das Haus erst halb fertig. Man erzählt sich, dass es einen Baustopp gegeben hat. Warum weiß Flora nicht, aber er versteht, dass das Haus vorerst nicht fertig gebaut wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auf seinem Heimweg bleibt er stehen und schaut neugierig durch den Bauzaun. An der Hauswand neben der Eingangstür ist ein rundes kleines Loch zu sehen und hier entdeckt er etwas.</p>
<p>„Da schaut ja ein kleines Mäuschen heraus. Ob es dort wohnt?“, überlegt Flori.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Hey!“, ruft er und lächelt.</p>
<p>Das Mäuschen scheint ihn gehört zu haben, denn es schaut in seine Richtung, verschwindet dann aber ganz schnell in seinem Versteck.</p>
<p>Auch am nächsten und am übernächsten Tag geht es so. Allerdings bleibt das Mäuschen immer ein bisschen länger stehen und schaut Flori aus seinen kleinen süßen Augen an, bevor es sich wieder versteckt.</p>
<p>„Ach komm doch wieder hervor! Ich tu dir doch nichts!“, ruft Flori.</p>
<p>Und tatsächlich lugt es nochmals vorsichtig hervor.</p>
<p>„Morgen bringe ich dir ein Stück Käse mit“, verspricht Flori. „Du hast doch bestimmt Hunger, jetzt wo alle Bauarbeiter weg sind und niemand mehr ein Krümelchen fallen lässt.“</p>
<p>Als am nächsten Morgen die Mutter das Haus verlässt, stibitzt Flori einen Käsewürfel aus dem Kühlschrank und steckt ihn in seine Hosentasche.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Das ist für Köpflein!“, denkt er sich.</p>
<p>Weil ihm die schönen kleinen Knopfaugen des Mäuschens so gut gefallen haben, hat er ihr insgeheim den Namen „Knöpflein“ gegeben.</p>
<p>Auch heute ist Knöpflein wieder da und schaut aus seinem Versteck, als würde es auf Flori warten.</p>
<p>„Schau mal, was ich dir mitgebracht habe!“, ruft der Junge und versucht den Käsewürfel dem Mäuschen zuzuwerfen. Aber durch den Bauzaun hindurch geht es nicht so gut und so landet das Stückchen Käse kurz hinter dem Zaun und weit weg von Knöpflein.</p>
<p>„Hol dir den Käse!“, ruft Flori. Aber das traut sich das Mäuschen nicht. Es schaut immer wieder zwischen dem Jungen und dem Käse hin und her, bleibt aber in seinem Versteck.</p>
<p>„Morgen bekommst du wieder Käse“, verspricht der Junge und setzt seinen Heimweg fort.</p>
<p>„Hoffentlich holt sich Knöpflein das Stückchen und hoffentlich wird es davon satt.“</p>
<p>Flori ist ganz besorgt, dass die niedliche Maus verhungern könnte. Und so bringt er auch am nächsten und an allen weiteren Tagen ein Stückchen Käse mit. Immer wenn Flori wiederkommt, ist der Käse vom Vortag verschwunden und das Mäuschen erwartet ihn. Allerdings traut es sich auch jeden Tag ein bisschen weiter an den Bauzaun heran. So erwartet Knöplein Flori eines Tages direkt hinter dem Zaun. Die Beiden sind inzwischen richtige Freunde geworden und Flori hat sogar das Gefühl, dass das Mäuschen ihn ebenso mag wie er sein Knöpflein. Sogar auf den Namen hört es schon. Sollte Flori mal ein bisschen früher oder später an der Baustelle vorbei kommen, dann braucht er nur leise zu rufen und schon kommt Knöpflein angetrippelt.</p>
<p>Doch eines Tages gehen die Arbeiten an der Baustelle weiter. Das Haus wird verputzt und Knöpflein ist in seinem Versteck nicht mehr sicher, deshalb hat es sich irgendwo anders versteckt. Traurig schaut die Maus Flori an, als sie sich nur getrennt vom Zaun gegenüberstehen.</p>
<p>„Ich werde dir helfen, damit du ein neues Zuhause hast“, gibt Flori dem kleinen Mäuschen das Versprechen.</p>
<p>Den ganzen restlichen Tag grübelt Flori und kann sich gar nicht auf seine Hausaufgaben konzentrieren.</p>
<p>„Was ist denn mit dir los?“, fragt der Großvater, der Floris Mathematikhausaufgaben nachschaut. „Du rechnest doch sonst alles fehlerfrei!“</p>
<p>Da bricht es aus Flori heraus und er vertraut dem Großvater seine Sorgen an.</p>
<p>„Warte mal!“,meint der Opa. „Ich glaube, ich hab&#8216; da eine Idee!“</p>
<p>Langsam geht der Großvater die Kellertreppe hinunter. Flori weiß, das bereitet seinem Opa große Mühe, denn sein Knie mag keine Treppen mehr steigen und schmerzt bei jeder Stufe.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nach einer Weile kommt der Großvater mit einem kleinen Vogelbauer wieder zurück.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Was anderes habe ich in der Eile nicht gefunden, aber es müsste seinen Zweck erfüllen.“</p>
<p>Mit mehreren Käsestückchen bewaffnet, laufen Flori und sein Opa zur Baustelle.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Knöpflein!“, ruft Flori. Doch erst nach mehrmaligen Rufen sehen sie das Mäuschen hinter einem Stein hervorlugen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Komm! Wir bringen dich in dein neues Zuhause! Hab keine Angst! Alles wird gut!“</p>
<p>Es dauert ziemlich lange, doch endlich traut sich Knöpflein vor den Zaun und lässt sich mit Hilfe des leckeren Käse dazu verlocken in den Vogelbauer zu schlüpfen. Flori redet dem Mäuschen den ganzen Weg über gut zu und versucht ihm die Angst zu nehmen.</p>
<p>Zuhause angekommen, gehen sie gleich in den Garten. Dort hat der Großvater in einer Ecke ein Rohr hingelegt. Das war eigentlich am alten ausrangierten Briefkasten befestigt gewesen. Hierin hatte der Briefträger immer die Zeitungen abgelegt. Jetzt ist es mit ein bisschen Gras ausgelegt und soll nun als Unterschlupf für Knöpflein dienen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Flori öffnet den Vogelbauer und ehe er sich versieht, entschlüpft Knöpflein seinem Gefängnis und versteckt sich in dem Rohr. Hier fühlt es sich sicher und nach ein paar Minuten schaut das Mäuschen mit strahlenden Augen wieder heraus.</p>
<p>„Hier wohne ich jetzt!“, scheint es Flori und dem Großvater zuzublinzeln. „Danke für mein neues Zuhause!“</p>
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		<title>Trubel im Keller</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/trubel-im-keller/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2018 12:28:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Schneemann]]></category>
		<category><![CDATA[Schrank]]></category>
		<category><![CDATA[Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich sitze hier so gemütlich in meinem Sessel und will die Augen ein wenig zudrücken. Draußen ist es kalt und trüb und ich habe keine Lust mich dorthin zu begeben. Hier drinnen ist es warm und gemütlich. Das dachte ich zumindest, als ich mich auf meiner Decke ausgestreckt habe. Okay, warm ist es schon, aber mit der Gemütlichkeit scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Kaum sind mir die Augen zugefallen und ich will mich ins Land der Träume begeben, da fängt es an. Zuerst denke ich, ich wäre schon eingeschlafen und würde träumen. Aber eigentlich bin ich doch noch wach. Oder träume ich, dass ich träume oder dass ich wach bin? Seltsam.  Ich höre auch etwas. Doch was ist das? Und vor allen Dingen, wo kommt es her? Ich glaube es kommt aus dem Keller. Ob ich mal nachsehen gehe? Okay, die Neugierde hat gesiegt. Ich strecke mich noch einmal und stelle mich auf meine Beine. Dann mache ich mich auf den Weg. Dieses Rumoren kommt tatsächlich aus dem Keller. Ich kann mich nicht erinnern, dass &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich sitze hier so gemütlich in meinem Sessel und will die Augen ein wenig zudrücken. Draußen ist es kalt und trüb und ich habe keine Lust mich dorthin zu begeben. Hier drinnen ist es warm und gemütlich.</strong><br />
<span class="dropcap">D</span>as dachte ich zumindest, als ich mich auf meiner Decke ausgestreckt habe. Okay, warm ist es schon, aber mit der Gemütlichkeit scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Kaum sind mir die Augen zugefallen und ich will mich ins Land der Träume begeben, da fängt es an. Zuerst denke ich, ich wäre schon eingeschlafen und würde träumen. Aber eigentlich bin ich doch noch wach. Oder träume ich, dass ich träume oder dass ich wach bin? Seltsam.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ich höre auch etwas. Doch was ist das? Und vor allen Dingen, wo kommt es her?<br />
Ich glaube es kommt aus dem Keller. Ob ich mal nachsehen gehe? Okay, die Neugierde hat gesiegt. Ich strecke mich noch einmal und stelle mich auf meine Beine. Dann mache ich mich auf den Weg. Dieses Rumoren kommt tatsächlich aus dem Keller. Ich kann mich nicht erinnern, dass außer mir noch jemand im Haus ist. Mir wird es ganz mulmig, denn außer diesen undefinierbaren Geräuschen höre ich auch Stimmen. Oder sollte ich vielleicht verrückt geworden sein? Nein, ich bin vollkommen im Besitz meiner geistigen Kräfte. Klar, die Jüngste bin ich nicht mehr, doch so alt bin ich nun auch noch nicht. Aber es sind eindeutig Stimmen, die ich höre. Noch kann ich sie nicht verstehen, aber je näher ich ihnen komme, umso deutlicher werden sie.<br />
„Jetzt wird es aber endlich Zeit“, sagt ein niedliches süßes Stimmen. Es ist hell und klar, fast wie … Nein, das kann nicht sein.<br />
Da ist aber auch noch eine tiefere Stimme. Ein richtig alter Brummbär scheint das zu sein.<br />
„Hallo! Hallo! Ist denn hier niemand?“, tönt der dunkle Bass aus einer Ecke.<br />
„Doch, ich bin hier!“, hätte ich fast gesagt, doch mir ist die ganze Sache nicht geheuer. Ich kann wirklich niemand sehen, aber ich höre diese Stimmen und nicht nur die zwei. Inzwischen scheinen da auch noch andere zu sein, in den unterschiedlichsten Stimmlagen.<br />
„Lasst uns endlich hier raus!“<br />
„Wie lange sollen wir noch warten oder habt ihr uns ganz vergessen?“<br />
Leise schleiche ich mich Schritt für Schritt näher. Da hinten kommen sie her. Hier im Keller ist es dunkel. Ich kann nichts erkennen. Doch ich weiß, dass dort hinten der alte große Schrank steht und genau von dort kommen die Stimmen und Geräusche. Dort rumpelt und pumpelt es so komisch. Es werden doch keine Einbrecher hier sein? Und ich bin mutterseelenalleine. Mein Herz klopft mir bis zum Hals. Ich muss eingestehen, dass ich Angst habe, obwohl ich sonst nicht unbedingt ein Angsthase bin. Was soll ich nur machen? Es ist richtig unheimlich. Am besten ich verhalte mich ganz still und die Luft sollte ich auch anhalten, damit mich niemand atmen hört.<br />
Plötzlich geht das Licht an. Ich drücke mich hinter das Regal, damit ich nicht entdeckt werde. Wer kommt denn da?<br />
Es ist eine Frau. Jetzt geht sie auch noch zu dem Schrank hin.<br />
Ich kann ihr Gesicht nicht sehen, aber ich glaube es ist … Ich muss sie warnen, doch ich kann mich einfach nicht von der Stelle rühren. Hört sie denn nicht diesen Trubel und die Stimmen?<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Halt!“, will ich ihr entgegen schreien, aber aus meiner Kehle dringt kein Laut.<br />
Sie öffnet die Schranktür.<br />
„Na endlich! Es wurde auch Zeit!“<br />
„Bin ich froh, dass wir jetzt gleich wieder frei sind!“, höre ich viele verschiedene Stimmen.<br />
Die Frau nimmt etwas heraus und dreht sich um. Jetzt erkenne ich sie ganz deutlich. Es ist mein geliebtes Frauchen. Ich springe aus meinem Versteck und laufe zu ihr. Und jetzt verstehe ich auch<span class="Apple-converted-space">  </span>plötzlich, was hier vor sich geht.<br />
Mein Frauchen hat einen großen Karton aus dem Schrank geholt und ihn geöffnet. Nach und nach entnimmt sie ihm viele verschiedene Figuren: Einen Weihnachtsmann, das muss der mit der tiefen Bassstimme sein. Und zwei kleine Engelchen, das waren die hellen und klaren Stimmen. Auch Schneemänner, ein kleines Schaukelpferd, Kerzen, Glöckchen, Kugeln und vieles mehr zaubert sie hervor.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Na klar!“, denke ich. „Die Adventszeit beginnt nun schon bald und die Weihnachtsdekoration wird aufgestellt. Bin ich froh!<br />
„Schau mal Lottchen! Sind die nicht süß?! Jetzt wird es weihnachtlich!“, sagt sie zu mir, streichelt mich ganz lieb und hält mir die zwei kleinen Schneemänner hin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5579 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-1024x682.jpg" alt="" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/11/1200px-DSC01300.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/aufregung-um-zwei-schokoladenhaeschen/">Aufregung um zwei Schokoladenhäschen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wunschzettel/">Was das Christkindlein bringt</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/weihnachtsstimmung/">Weihnachtsstimmung</a></p>
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		<title>Ein seltsames Phänomen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Nov 2018 08:26:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzworträtsel]]></category>
		<category><![CDATA[Nichts]]></category>
		<category><![CDATA[Phänomen]]></category>
		<category><![CDATA[Steckenpferd]]></category>
		<category><![CDATA[Supermarkt]]></category>
		<category><![CDATA[unverhofft]]></category>
		<category><![CDATA[Vitrine]]></category>
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					<description><![CDATA[Tanja hat den Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern genossen. Sie ist erholt und mit roten Wangen wieder zurück in Berlin. Da sich alle so gut miteinander verstanden haben, ist jetzt schon klar, dass sie die Winterferien wieder auf dem Hof verbringen werden. Im Gegenzug wollen sich Oma Hilde und Opa Josef, wie Tanja die Eltern von Bauer Sonnenschein nennt, eine Woche lang Berlin ansehen. Am nächsten Montag soll die Reise losgehen. Während Oma Maria schon total aufgeregt ist und die Koffer bereits gepackt im Hausflur stehen, nimmt es Opa Josef eher gelassen hin.  „Musst du eigentlich wie ein aufgeschrecktes Huhn andauernd kreuz und quer durch die Wohnung laufen?“, fragt er seine Frau. „Wir fahren erst  in 5 Tagen. Du hast gepackt und alles ist fertig. Also sei friedlich, setz dich hin und kümmere dich um dein Steckenpferd, das Kreuzworträtsellösen.“ „Ja, ja!“, entgegnet Oma Maria und reißt nun bereits schon die dritte Schublade des Wohnzimmerschrankes auf. „Ich muss erst noch was suchen.“ „Hast du wieder einmal deine Brille verlegt?&#8220; fragt ihr Mann &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tanja hat den Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern genossen. Sie ist erholt und mit roten Wangen wieder zurück in Berlin. Da sich alle so gut miteinander verstanden haben, ist jetzt schon klar, dass sie die Winterferien wieder auf dem Hof verbringen werden.</strong><br />
<span class="dropcap">I</span>m Gegenzug wollen sich Oma Hilde und Opa Josef, wie Tanja die Eltern von Bauer Sonnenschein nennt, eine Woche lang Berlin ansehen. Am nächsten Montag soll die Reise losgehen. Während Oma Maria schon total aufgeregt ist und die Koffer bereits gepackt im Hausflur stehen, nimmt es Opa Josef eher gelassen hin.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Musst du eigentlich wie ein aufgeschrecktes Huhn andauernd kreuz und quer durch die Wohnung laufen?“, fragt er seine Frau. „Wir fahren erst<span class="Apple-converted-space">  </span>in 5 Tagen. Du hast gepackt und alles ist fertig. Also sei friedlich, setz dich hin und kümmere dich um dein Steckenpferd, das Kreuzworträtsellösen.“<br />
„Ja, ja!“, entgegnet Oma Maria und reißt nun bereits schon die dritte Schublade des Wohnzimmerschrankes auf. „Ich muss erst noch was suchen.“<br />
„Hast du wieder einmal deine Brille verlegt?&#8220; fragt ihr Mann kopfschüttelnd.  &#8222;Maria, Maria, ich sag dir, du wirst langsam schusselig. Falls du es nicht bemerkt hast, sie hängt an einem Band um deinen Hals.“<br />
„Also Josef, ich bin doch nicht tüdelig“, empört sich Oma Maria.<span class="Apple-converted-space"> &#8222;Was denkst du denn von mir?!&#8220;</span><br />
„Dann frag ich mich wirklich, was du suchst?!“, möchte ihr Mann nun endlich wissen.<br />
Inzwischen ist Oma Maria allerdings in die Küche geeilt und durchforstet dort die Schubladen und Schränke.<br />
„Ich versteh das nicht, ich versteh das nicht!“<br />
„Was verstehst du nicht?“, will nun auch Bauer Sonnenschein wissen, der seinen Nachmittagskaffee genießen will und gerade zur Tür herein kommt.<br />
„Ich hab doch erst neulich fünf von den Dingern aus dem Supermarkt mitgebracht. Und drei hatten wir sowieso noch da. Das macht insgesamt acht Stück.“<br />
„Stimmt!“, grinst der Bauer. „Fünf plus drei macht nach Adam Riese acht.“<br />
„Vorgestern lagen noch ein paar in der Schublade von der Wohnzimmervitrine“, erklärt Oma Maria ihrem Sohn, der sich allerdings nun ebenso wundert wie Opa Josef.<br />
„Warum suchst du diese mysteriösen Dinger dann hier in der Küche?“<br />
„Weil sie nicht im Wohnzimmer sind und sie seltsamerweise immer ein Eigenleben entwickeln. Das geht schon mein ganzes Leben lang so.“<br />
Mittlerweile ist die gesamte Familie in der Küche eingetroffen, auch die Bäuerin. Alle sind sie jedoch ratlos, denn niemand versteht genau, wonach Oma Maria eigentlich sucht.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Entweder sie sind alle da oder auf geheimnisvolle Weise verschwunden, um dann ganz plötzlich wieder unverhofft aufzutauchen“, erklärt die alte Frau, während sie immer noch alle Ecken durchsucht.<br />
„Jetzt habe ich verstanden, wovon du sprichst und was du suchst“, ruft die Bäuerin erfreut aus und schlägt sich mit der Hand gegen die Stirn. „Dieses Phänomen kenne ich. Mir geht es mit den Dingern genauso. Ich helfe dir beim Suchen, gemeinsam werden wir doch wenigsten ein Exemplar auftreiben können“, meint die Bäuerin.<br />
„Na dann sucht mal schön weiter“, erklärt Bauer Sonnenschein den beiden Frauen. „Ich gehe noch mal in den Stall und sehe nach der kalbenden Kuh.“<br />
Bauer Sonnenschein, den das alles nicht so recht interessiert, schlüpft in seine Jacke und knöpft sie zu, bevor er gewohnheitsgemäß in deren Tasche greift, diese leert und schließlich die Küche verlässt.<br />
„Warte, ich komme mit!“, ruft ihm Opa Josef zu und schiebt den Stuhl etwas ungeschickt nach hinten, so dass der an der Lehne befindliche Rucksack herunterfällt und sich der Inhalt auf dem Fußboden wiederfindet. In Gedanken schon bei der kalbenden Kuh bückt er sich danach und wirft alles achtlos auf den Küchentisch, um gleich darauf seinem Sohn in den Stall zu folgen.<br />
Die Bäuerin und Oma Maria haben mittlerweile alle Schränke durchsucht. Allerdings ohne Erfolg. Das Gesuchte ist und bleibt verschwunden.<span class="Apple-converted-space"> Ihnen bleibt vorerst keine andere Wahl als die Suche erfolglos abzubrechen.</span><br />
„Lass uns später weitersuchen. Jetzt trinken wir erst ein Tässchen Tee“, schlägt die Bäuerin vor und dreht sich in Richtung Küchentisch. Nahezu im selben Moment bricht sie in schallendes Gelächter aus und lässt sich auf den Küchenstuhl fallen.<br />
„Das ist wahrhaft ein seltsames Phänomen“, ruft sie atemlos unter Lachen aus. „Schau mal Maria, was da liegt. Jetzt kannst du wieder deine Kreuzworträtsel lösen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann sind das genau deine acht Kugelschreiber, die wie aus dem Nichts wieder aufgetaucht sind.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/hui/">Hui!!!</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/astrid-opa-und-das-eis/">Astrid, Opa und das Eis</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/herzlichen-glueckwunsch/">Herzlichen Glückwunsch!</a></p>
<p><span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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		<title>Hallo lieber Herbst!</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/hallo-lieber-herbst/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Nov 2018 20:12:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Dauerwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Fan]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Kastanien]]></category>
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					<description><![CDATA[Hallo lieber Herbst! Meine Mutter hat heute die Schublade unserer Wohnzimmervitrine ausgemistet. Dabei hat sie das Briefpapier gefunden und mir geschenkt. Sie meinte, sie wisse nicht wem sie einen Brief schreiben solle, denn alle würden nur noch mit dem Handy telefonieren oder E-mails schreiben. Ich könne das Papier zum Malen nehmen. Aber ich habe da eine andere Idee: Ich möchte Dir schreiben, denn ich finde Dich ziemlich nett und das sollte man Dir auch mal sagen. Also:  Lieber Herbst, ich mag Dich! Ich finde Dich richtig cool! Ich weiß ja, viele Leute sind da anderer Meinung. Meine Oma zum Beispiel. Sie schimpft immer über Dich. Sie sagt, Du bist böse, weil Du ihr Haar zerzaust. Entweder machst Du ihr eine Sturmfrisur oder Du schickst so viel Feuchtigkeit durch die Luft, dass sich ihre Locken noch mehr kringeln.  Du musst wissen, dass meine Oma überhaupt keine echten Locken hat. Sie geht nämlich zum Friseur und dort zaubern sie ihr eine Dauerwelle auf den Kopf. Wenn Du dann Nieselregen schickst, hat meine Oma eine Krusselfrisur. Naja, ehrlich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo lieber Herbst!</p>
<p>Meine Mutter hat heute die Schublade unserer Wohnzimmervitrine ausgemistet. Dabei hat sie das Briefpapier gefunden und mir geschenkt. Sie meinte, sie wisse nicht wem sie einen Brief schreiben solle, denn alle würden nur noch mit dem Handy telefonieren oder E-mails schreiben. Ich könne das Papier zum Malen nehmen. Aber ich habe da eine andere Idee:<br />
Ich möchte Dir schreiben, denn ich finde Dich ziemlich nett und das sollte man Dir auch mal sagen. Also:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;">Lieber Herbst, ich mag Dich! Ich finde Dich richtig cool!</p>
<p>Ich weiß ja, viele Leute sind da anderer Meinung. Meine Oma zum Beispiel. Sie schimpft immer über Dich. Sie sagt, Du bist böse, weil Du ihr Haar zerzaust. Entweder machst Du ihr eine Sturmfrisur oder Du schickst so viel Feuchtigkeit durch die Luft, dass sich ihre Locken noch mehr kringeln.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Du musst wissen, dass meine Oma überhaupt keine echten Locken hat. Sie geht nämlich zum Friseur und dort zaubern sie ihr eine Dauerwelle auf den Kopf. Wenn Du dann Nieselregen schickst, hat meine Oma eine Krusselfrisur.<br />
Naja, ehrlich gesagt, gefällt sie mir damit auch nicht so gut, aber ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Oma ist in so einem Fall allerdings echt sauer auf Dich und schaut gar nicht glücklich aus. Sonst ist sie aber ein total fröhlicher Mensch und lacht auch viel. Papa sagt dann nur: „Frauen und ihre Haare, &#8211; das ist ein Thema für sich. Das werden wir Männer nie begreifen.“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
So ein bisschen kann ich meine Oma ja verstehen, denn Nieselregen ist auch nicht gerade mein Lieblingswetter. Ich mag es allerdings, wenn Du uns Wind schickst. Dann kann ich nämlich meinen Drachen steigen lassen, den ich letztes Jahr mit meinem Papa gebastelt habe.<br />
Außerdem wirbelst Du so schön die Blätter durcheinander und man kann versuchen sie zu fangen. Unser Nachbar ärgert sich allerdings jedesmal, wenn er gerade das Laub im Garten auf einen Haufen gemacht hat und Du den Wind hinein blasen lässt. Er flucht sogar, wenn er wieder von vorne anfangen muss. Wahrscheinlich glaubt er, man könne das nicht hören, weil ja der Wind um die Ecken pfeift.<br />
Ja, manchmal schüttelst Du die Bäume schon ein wenig zu heftig. Das muss ich zugeben. Ich frage mich auch, weshalb denn all die bunten Blätter vom Baum geschüttelt werden müssen. So ein kunterbunter Baum sieht doch gut aus. Aber Du wirst das schon alles richtig machen und außerdem wachsen im Frühling ja wieder neue Blätter nach.<br />
Toll finde ich es, wenn beim Schütteln auch die Kastanien herunter fallen. Die nehme ich alle mit nach Hause. Meine Mama macht mir eine heiße Schokolade und mit meiner Oma bastele ich Männchen aus den Kastanien. Ich glaube das macht ihr Spaß. Mir übrigens auch.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Super finde ich es, dass Du viele Pfützen zauberst. Ich springe sooo gerne hinein. Mama hat mir extra neue rote Gummistiefel gekauft. Damit darf ich in die Pfützen hüpfen und meine Füße bleiben trocken. Ich muss nur aufpassen, dass ich dabei niemand nass spritze, denn das mögen die meisten Leute nicht, sagt meine Lehrerin.<br />
Entschuldige bitte, ich will ja nicht meckern, aber eine Sache stört mich allerdings auch. Jetzt werden die Tage kürzer und es wird immer ein bisschen früher dunkel. Ich muss dann nach Hause und darf nicht so lange draußen spielen, wie im Sommer.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Gestern fand meine Oma Dich richtig gut. Sie hat Dich gelobt, weil Du uns die Sonne geschickt hast und alles golden aussah. Oma meinte, das sei der Goldene Herbst und den mag sie sehr.<span class="Apple-converted-space">  </span>Dabei hat sie meinen Opa ganz verliebt angesehen und ihm über die grauen Haare gestreichelt. Opa hat sie angelächelt und ihr zugezwinkert.<br />
So jetzt ist mein Brief fertig und ich lege ihn heute Abend auf die Fußmatte vor der Haustür. Schick einfach den Wind vorbei, er wird ihn für Dich abholen.</p>
<p>Ganz liebe Herbstgrüße</p>
<p>Dein Fan Michi</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/herbstgedanken/">Herbstgedanken</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/elisa-und-luise/">Elisa und Luise</a></p>
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		<title>Wetterprognosen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2018 14:25:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aberglaube]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Mist]]></category>
		<category><![CDATA[Rucksack]]></category>
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					<description><![CDATA[Tanja hat Herbstferien. Es sind ihre ersten richtigen Schulferien, denn sie ist erst im Sommer eingeschult worden. Mit ihren Eltern macht sie Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern.  Für ein kleines Mädchen aus Berlin gibt es hier viel zu bestaunen. Auch ausprobieren und hier und da ein bisschen mithelfen darf sie, zum Beispiel beim Hühnerfüttern, beim Einsammeln der Eier oder beim Einsetzen der Tulpenzwiebeln. Bis jetzt wurde sie immer vom Bauer und der Bäuerin gelobt, denn sie hat alle ihr aufgetragenen Arbeiten sorgfältig und gewissenhaft erledigt. Obwohl der Korb mit den eingesammelten Eiern heute recht voll und auch schwer war, hat sie alle heil in der Küche bei der Bäuerin Hilde abgeliefert. „Das machst du toll, Tanja. Wie soll ich das alles nur bald wieder ohne dich schaffen?“ „Wenn du es nicht schaffst, komme ich einfach wieder hier her. Weihnachten sind doch Ferien und dann sind da auch noch die Winter,- Oster- und die großen Sommerferien“, meint Tanja. „Naja, das können  wir ja alles noch besprechen, aber jetzt setz dich schön mal &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Tanja hat Herbstferien. Es sind ihre ersten richtigen Schulferien, denn sie ist erst im Sommer eingeschult worden. Mit ihren Eltern macht sie Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern.<span class="Apple-converted-space">  </span>Für ein kleines Mädchen aus Berlin gibt es hier viel zu bestaunen.</strong><br />
<span class="dropcap">A</span>uch ausprobieren und hier und da ein bisschen mithelfen darf sie, zum Beispiel beim Hühnerfüttern, beim Einsammeln der Eier oder beim Einsetzen der Tulpenzwiebeln.<br />
Bis jetzt wurde sie immer vom Bauer und der Bäuerin gelobt, denn sie hat alle ihr aufgetragenen Arbeiten sorgfältig und gewissenhaft erledigt. Obwohl der Korb mit den eingesammelten Eiern heute recht voll und auch schwer war, hat sie alle heil in der Küche bei der Bäuerin Hilde abgeliefert.<br />
„Das machst du toll, Tanja. Wie soll ich das alles nur bald wieder ohne dich schaffen?“<br />
„Wenn du es nicht schaffst, komme ich einfach wieder hier her. Weihnachten sind doch Ferien und dann sind da auch noch die Winter,- Oster- und die großen Sommerferien“, meint Tanja.<br />
„Naja, das können<span class="Apple-converted-space">  </span>wir ja alles noch besprechen, aber jetzt setz dich schön mal hin und trinke deine Milch. Oder möchtest du lieber eine heiße Schokolade.“<br />
„Ohja eine Tasse heiße Schokolade, bitte! Die war gestern soooo lecker!“, sagt Tanja begeistert.<br />
„Die Milch und die frische Luft hier tun unserem Mädchen richtig gut“, meint Tanjas Mutter, die in diesem Moment die Küche betritt und ihrer Tochter zärtlich über die Haare streicht.<br />
Inzwischen sind alle um den Frühstückstisch versammelt. Bäuerin Hilde und Bauer Anton sitzen jeweils an der Stirnseite des großen Tisches. Tanja darf auf der Bank zwischen der „Ferienoma“ Maria und dem „Ferienopa“ Josef sitzen. Ihnen gegenüber nehmen Tanjas Eltern Platz.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wir machen heute einen Ausflug, eine kleine Wanderung“, weiht Tanjas Vater alle Anwesenden ein.<br />
„Dann iss mal dein Frühstück ordentlich auf. Du hast doch bestimmt schon gemerkt, wenn man seinen Teller brav leerisst, dann scheint die Sonne. Und gutes Wetter brauche ich heute unbedingt. Ich habe mir nämlich eine weniger schöne Tätigkeit vorgenommen, das Fensterputzen. Aber es muss mal wieder sein“, erklärt die Bäuerin.<br />
„Ohje, Sie Arme!“, bedauert Tanjas Mutter die Bäuerin. „Wenn ich zu Hause meine Fenster putze, dann ist das Ergebnis immer nur von kurzer Dauer. Ich könnte fast jedes Mal wetten, dass es spätestens am nächsten Tag regnet.“<br />
„Das ist mir auch schon oft passiert!“, bestätigt die Bäuerin diesen Aberglauben.<br />
„Wartet mal!“, ruft da Oma Maria aus. „Ich muss euch unbedingt etwas mitgeben!“<br />
Sie verlässt die Küche, um eine Minute später wieder zu erscheinen.<br />
„Hier, den solltet ihr unbedingt mitnehmen!“<br />
Sie reicht Tanjas Vater einen Schirm und bittet ihn trotz momentanem Sonnenschein diesen in den Rucksack zu stecken.<br />
„Wenn ich den dabei habe regnet es nie. Nur wenn ich ihn zu Hause vergessen habe, dann regnet es ganz sicher. Das ist mir erst neulich wieder passiert!“, berichtet sie den Umstehenden.<br />
„Na, dann nehmen wir den Schirm selbstverständlich mit, damit unser Ausflug nicht ins Wasser fällt“, lenkt Tanjas<span class="Apple-converted-space">  </span>Vater ein und verstaut ihn in seinem Rucksack, obwohl er diese Sache mit dem Schirm für Zufall beziehungsweise Aberglauben hält.<br />
Als die drei Urlauber zur Haustür hinaus auf den Hof gehen, zeigt sich der Himmel in seinem schönsten Blau. Sie sind sich sicher, dass heute kein einziges Tröpfchen herabfallen wird und freuen sich auf den Tag. Die anderen wünschen ihnen eine schöne Wanderung und winken ihnen nach, als durch das Hoftor die Nachbarin herüber kommt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hoffentlich geht das gut“, meint sie skeptisch zu den Feriengästen und wirft einen Blick zum Himmel. „Ich nehme doch an, dass sie einen Regenschirm dabei haben.“<br />
Etwas verdutzt deutet Tanja auf den Rucksack, den ihr Vater geschultert hat.<span class="Apple-converted-space"> Irgendwie irritiert sie das ganze Gerede um das Wetter. Sagt der Vater sonst nicht immer, dass der Mensch das Wetter sowieso so nehmen muss, wie es eben ist?! Aber welche Vorahnung hat die Nachbarin nun schon wieder?</span><br />
„Ich habe heute so ein Ziehen in meinem Knie und das ist ein sicheres Zeichen, dass sich das Wetter ändert.“<br />
„Wir sind gewappnet!“, beteuert Tanjas Vater und schreitet mit Frau und Tochter frohgemut zum Hoftor hinaus. Hinter ihnen hören sie noch Opa Josef aus dem Küchenfenster rufen:<br />
„Ach Edith, du mit deinem Knie und dem Wetter. Du weißt doch:</p>
<p style="text-align: center;">„Kräht der Hahn auf dem Mist,<br />
ändert sich das Wetter oder bleibt wie es ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/jetzt-aergere-ich-mich-aber/">Jetzt ärgere ich mich aber&#8230;</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/durch-die-luefte-getragen/">Durch die Lüfte getragen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wenn-der-vater-mit-dem-sohn/">Wenn der Vater mit dem Sohn&#8230;</a></p>
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