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	<title>Brief &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Überall herrscht Aufregung (5)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2019 08:26:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Aufregung]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Engel]]></category>
		<category><![CDATA[Weg]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsland]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsmann]]></category>
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					<description><![CDATA[Während Elfinchen und die Mäusefamilie noch überlegten, wo sich der Weihnachtsmann aufhalten könnte und wie sie ihn erreichen würden, herrschte in dem Schlossgarten ein großes Durcheinander. Die Blumen vermissten Elfinchen, denn plötzlich öffnete niemand ihre Blütenblätter am Morgen und niemand schloss sie wieder am Abend. Traurig ließen die Blumen ihre Köpfe hängen, so dass sich sogar der König und die Königin schon gewundert hatten, was denn auf einmal passiert sei.  Auch Annelie vermisste ihre Freundin. Sie saß traurig am Fenster des großen Schlosses und schaute hinaus, ob sie irgendwo Elfinchen sehen würde. Doch so sehr sie sich auch anstrengte, Elfinichen hatte sich wie in Luft aufgelöst. So kam es, dass sich das Königspaar neben den Gedanken um die vielen schönen und auch kostbaren Blumen im Schlossgarten auch noch große Sorgen um ihre Tochter machte. Sie wollte nicht mehr essen, sprach nicht, weinte viel und hatte an nichts mehr Freude. „Was sollen wir nur tun?“, fragte die Königin ihren Gemahl. „Ich weiß mir auch keinen Rat“, antwortete der König. „Ich lasse nach dem Hofarzt schicken, vielleicht &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während Elfinchen und die Mäusefamilie noch überlegten, wo sich der Weihnachtsmann aufhalten könnte und wie sie ihn erreichen würden, herrschte in dem Schlossgarten ein großes Durcheinander. Die Blumen vermissten Elfinchen, denn plötzlich öffnete niemand ihre Blütenblätter am Morgen und niemand schloss sie wieder am Abend. Traurig ließen die Blumen ihre Köpfe hängen, so dass sich sogar der König und die Königin schon gewundert hatten, was denn auf einmal passiert sei.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">A</span>uch Annelie vermisste ihre Freundin. Sie saß traurig am Fenster des großen Schlosses und schaute hinaus, ob sie irgendwo Elfinchen sehen würde. Doch so sehr sie sich auch anstrengte, Elfinichen hatte sich wie in Luft aufgelöst.<br />
So kam es, dass sich das Königspaar neben den Gedanken um die vielen schönen und auch kostbaren Blumen im Schlossgarten auch noch große Sorgen um ihre Tochter machte. Sie wollte nicht mehr essen, sprach nicht, weinte viel und hatte an nichts mehr Freude.</p>
<p>„Was sollen wir nur tun?“, fragte die Königin ihren Gemahl.</p>
<p>„Ich weiß mir auch keinen Rat“, antwortete der König. „Ich lasse nach dem Hofarzt schicken, vielleicht kann er helfen.“</p>
<p>Auch Elfinchens Familie war traurig und voller Kummer. Sie hatten schon den ganzen Schlossgarten nach ihr abgesucht, doch Elfinchen blieb verschwunden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Elfinchen muss etwas zugestoßen sein, sonst hätte sie sich schon längst gemeldet. Sie würde auch niemals die Blumen im Stich lassen“, weinte Elfinchens Mutter.</p>
<p>„Vielleicht braucht eine Blume ihre besondere Hilfe und Elfinchen hat keine Zeit nach Hause zu kommen“, überlegte<span class="Apple-converted-space">  </span>der Vater, aber so richtig glaubte er selbst nicht daran.</p>
<p>„Wir müssen uns noch einmal bei allen Bewohnern des Schlossgartens umhören, vielleicht hat jemand einen Rat für uns“, schlägt die Mutter vor.</p>
<p>„Ihr bleibt schön zu Hause!“, befahl der Vater den übrigen Kindern der Elfenfamilie. „Und stellt nichts an, sonst kommt Euch dieses Jahr der Weihnachtsmann nicht besuchen.“</p>
<p>Ja, und dann passierte im Weihnachtsland etwas Merkwürdiges:</p>
<p>Der alte Weihnachtsmann Willi, der ja schon längst im Ruhestand war und durch Weihnachtsmann Rudi abgelöst worden war, half immer noch gerne aus, wenn sein Nachfolger zu viel zu tun hatte. Ab und zu kam auch noch Post für ihn an und so auch heute, als er im Weihnachtsland seine Hilfe anbot.</p>
<p style="text-align: center;">„Weihnachtsmann Willi!“, riefen ihm schon zwei kleine Engelchen von Weitem entgegen. „Wir haben hier vier Briefe für Dich! Auf allen vier Briefen steht mit großen und fetten Buchstaben: ‚<b>DRINGEND</b>‘.“</p>
<p>„So, So!“, meinte Weihnachtsmann Willi mit seiner tiefen und beruhigenden Stimme. „Dann will ich mal ganz schnell diese vier Briefe lesen!“</p>
<p>Der erste Brief steckte in einem goldenen Umschlag und war mit vielen silbernen Sternchen verziert und in einer zierlichen Schrift stand fein säuberlich geschrieben:</p>
<p style="text-align: center;">‚<i>An den lieben Weihnachtsmann Willi!!!‘</i></p>
<p>„Da hat sich jemand aber ganz besonders viel Mühe gegeben!“, bemerkte Willi, öffnete den Umschlag vorsichtig und las die folgenden Zeilen:</p>
<p style="text-align: center;"><i>&#8218;Lieber Weihnachtsmann Willi,</i></p>
<p style="text-align: center;"><i>ich bin ganz traurig. Meine gute Freundin Elfinchen ist verschwunden. Sie ist eine Blumenelfe und wohnt in unserem Schlossgarten in einem warmen Land. Aber seit ein paar Tagen ist sie spurlos verschwunden. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass Du mir Elfinchen wieder zurückbringst. Ich möchte sonst gar nichts haben, nur meine Freundin soll wieder bei mir sein.</i></p>
<p style="text-align: center;"><i>Bitte hilf mir! Ich war auch das ganze Jahr über sehr brav.</i></p>
<p style="text-align: center;"><i>Liebe, aber traurige Grüße von</i></p>
<p style="text-align: center;"><i>Prinzessin Annelie&#8216;</i></p>
<p style="text-align: left;">Weihnachtsmann Willi war ganz ergriffen von der Bitte der kleinen Prinzessin und faltet den Brief schweigend zusammen. Er legte ihn auf seinen Schoß und wischte sich erst einmal eine kleine Träne aus dem rechten Augenwinkel. Danach öffnete er den zweiten Umschlag:</p>
<p>Hierin war nichts Geschriebenes, allerdings fielen viele kleine verwelkte Blütenblätter heraus. Es schienen hunderte, tausende oder mehr zu sein. Sie waren von den unterschiedlichsten Blumenarten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Weihnachtsmann schaute sie sich alle schweigend an. Es dauerte eine ganze Weile bis er begriff, was dies zu bedeuten hatte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Das sind wahrscheinlich die Blütenblätter derjenigen Blumen, die alle nun verwelkt sind, weil das Blumenelfen verschwunden ist und sich nicht mehr um die Blumen kümmert“, überlegte er. „Was ist da wohl passiert? Ich glaube, meine Hilfe ist hier dringend erforderlich!“</p>
<p>Der dritte Brief war von einem Schreibanfänger verfasst, denn es standen sehr undeutliche und schiefe Buchstaben darauf. Auch gingen sie ziemlich durcheinander und der Weihnachtsmann musste sie erst einmal sortieren, um den Sinn erkennen zu können. Doch dann las er:</p>
<p style="text-align: center;"><i>&#8218;Bitte bring uns Elfinchen zurück!!!“</i></p>
<p style="text-align: center;"><i>Ihre Elfengeschwister&#8216;</i></p>
<p>Ja, und dann war da noch der vierte Brief. Er kam ganz eindeutig von mehreren kleinen Mäusekindern, denn ihre Pfötchenabdrücke waren überall zu erkennen.</p>
<p>Weihnachtsmann Willi versuchte diese Mäusebotschaft<span class="Apple-converted-space">  </span>zu entschlüsseln, was gar nicht so einfach war, denn diese Fähigkeit hatte er zum ersten und letztenmal vor einer Ewigkeit als Weihnachtsmannlehrling erlernt. Heutzutage kannte diese Mitteilungsart kaum noch ein Weihnachtsmann.</p>
<p>Willi entschlüsselte die Botschaft folgendermaßen:</p>
<p style="text-align: center;"><i>&#8218;Elfinchen wurde gerettet, ist bei uns in Sicherheit und will zu ihrer Familie und zu Prinzessin Annelie.</i></p>
<p style="text-align: center;"><i>Liebe Grüße von Eddi, Bob und Babsi und der gesamten Mäusefamilie&#8216;</i></p>
<p>„Oh, oh!“, dachte Weihnachtsmann Willi. „Da wartet eine große Aufgabe auf mich. Meine Hilfe scheint hier wirklich dringend erforderlich zu sein. Also mache ich mich mal schnell auf den Weg …“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-weihnachtskonzert/">Das Weihnachtskonzert</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/total-ueberraschend-und-unverhofft/">Total überraschend und unverhofft</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/der-weihnachtsbaum/">Der Weihnachtsbaum</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hallo lieber Herbst!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Nov 2018 20:12:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Dauerwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Fan]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Kastanien]]></category>
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					<description><![CDATA[Hallo lieber Herbst! Meine Mutter hat heute die Schublade unserer Wohnzimmervitrine ausgemistet. Dabei hat sie das Briefpapier gefunden und mir geschenkt. Sie meinte, sie wisse nicht wem sie einen Brief schreiben solle, denn alle würden nur noch mit dem Handy telefonieren oder E-mails schreiben. Ich könne das Papier zum Malen nehmen. Aber ich habe da eine andere Idee: Ich möchte Dir schreiben, denn ich finde Dich ziemlich nett und das sollte man Dir auch mal sagen. Also:  Lieber Herbst, ich mag Dich! Ich finde Dich richtig cool! Ich weiß ja, viele Leute sind da anderer Meinung. Meine Oma zum Beispiel. Sie schimpft immer über Dich. Sie sagt, Du bist böse, weil Du ihr Haar zerzaust. Entweder machst Du ihr eine Sturmfrisur oder Du schickst so viel Feuchtigkeit durch die Luft, dass sich ihre Locken noch mehr kringeln.  Du musst wissen, dass meine Oma überhaupt keine echten Locken hat. Sie geht nämlich zum Friseur und dort zaubern sie ihr eine Dauerwelle auf den Kopf. Wenn Du dann Nieselregen schickst, hat meine Oma eine Krusselfrisur. Naja, ehrlich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo lieber Herbst!</p>
<p>Meine Mutter hat heute die Schublade unserer Wohnzimmervitrine ausgemistet. Dabei hat sie das Briefpapier gefunden und mir geschenkt. Sie meinte, sie wisse nicht wem sie einen Brief schreiben solle, denn alle würden nur noch mit dem Handy telefonieren oder E-mails schreiben. Ich könne das Papier zum Malen nehmen. Aber ich habe da eine andere Idee:<br />
Ich möchte Dir schreiben, denn ich finde Dich ziemlich nett und das sollte man Dir auch mal sagen. Also:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;">Lieber Herbst, ich mag Dich! Ich finde Dich richtig cool!</p>
<p>Ich weiß ja, viele Leute sind da anderer Meinung. Meine Oma zum Beispiel. Sie schimpft immer über Dich. Sie sagt, Du bist böse, weil Du ihr Haar zerzaust. Entweder machst Du ihr eine Sturmfrisur oder Du schickst so viel Feuchtigkeit durch die Luft, dass sich ihre Locken noch mehr kringeln.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Du musst wissen, dass meine Oma überhaupt keine echten Locken hat. Sie geht nämlich zum Friseur und dort zaubern sie ihr eine Dauerwelle auf den Kopf. Wenn Du dann Nieselregen schickst, hat meine Oma eine Krusselfrisur.<br />
Naja, ehrlich gesagt, gefällt sie mir damit auch nicht so gut, aber ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Oma ist in so einem Fall allerdings echt sauer auf Dich und schaut gar nicht glücklich aus. Sonst ist sie aber ein total fröhlicher Mensch und lacht auch viel. Papa sagt dann nur: „Frauen und ihre Haare, &#8211; das ist ein Thema für sich. Das werden wir Männer nie begreifen.“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
So ein bisschen kann ich meine Oma ja verstehen, denn Nieselregen ist auch nicht gerade mein Lieblingswetter. Ich mag es allerdings, wenn Du uns Wind schickst. Dann kann ich nämlich meinen Drachen steigen lassen, den ich letztes Jahr mit meinem Papa gebastelt habe.<br />
Außerdem wirbelst Du so schön die Blätter durcheinander und man kann versuchen sie zu fangen. Unser Nachbar ärgert sich allerdings jedesmal, wenn er gerade das Laub im Garten auf einen Haufen gemacht hat und Du den Wind hinein blasen lässt. Er flucht sogar, wenn er wieder von vorne anfangen muss. Wahrscheinlich glaubt er, man könne das nicht hören, weil ja der Wind um die Ecken pfeift.<br />
Ja, manchmal schüttelst Du die Bäume schon ein wenig zu heftig. Das muss ich zugeben. Ich frage mich auch, weshalb denn all die bunten Blätter vom Baum geschüttelt werden müssen. So ein kunterbunter Baum sieht doch gut aus. Aber Du wirst das schon alles richtig machen und außerdem wachsen im Frühling ja wieder neue Blätter nach.<br />
Toll finde ich es, wenn beim Schütteln auch die Kastanien herunter fallen. Die nehme ich alle mit nach Hause. Meine Mama macht mir eine heiße Schokolade und mit meiner Oma bastele ich Männchen aus den Kastanien. Ich glaube das macht ihr Spaß. Mir übrigens auch.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Super finde ich es, dass Du viele Pfützen zauberst. Ich springe sooo gerne hinein. Mama hat mir extra neue rote Gummistiefel gekauft. Damit darf ich in die Pfützen hüpfen und meine Füße bleiben trocken. Ich muss nur aufpassen, dass ich dabei niemand nass spritze, denn das mögen die meisten Leute nicht, sagt meine Lehrerin.<br />
Entschuldige bitte, ich will ja nicht meckern, aber eine Sache stört mich allerdings auch. Jetzt werden die Tage kürzer und es wird immer ein bisschen früher dunkel. Ich muss dann nach Hause und darf nicht so lange draußen spielen, wie im Sommer.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Gestern fand meine Oma Dich richtig gut. Sie hat Dich gelobt, weil Du uns die Sonne geschickt hast und alles golden aussah. Oma meinte, das sei der Goldene Herbst und den mag sie sehr.<span class="Apple-converted-space">  </span>Dabei hat sie meinen Opa ganz verliebt angesehen und ihm über die grauen Haare gestreichelt. Opa hat sie angelächelt und ihr zugezwinkert.<br />
So jetzt ist mein Brief fertig und ich lege ihn heute Abend auf die Fußmatte vor der Haustür. Schick einfach den Wind vorbei, er wird ihn für Dich abholen.</p>
<p>Ganz liebe Herbstgrüße</p>
<p>Dein Fan Michi</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-abenteuer-des-kleinen-matz/">Die Abenteuer des kleinen Matz</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/herbstgedanken/">Herbstgedanken</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/elisa-und-luise/">Elisa und Luise</a></p>
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		<title>Oma Lena und ihre Schatztruhe</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/oma-lena-und-ihre-schatztruhe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2018 06:50:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Hochzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
		<category><![CDATA[Schutzengel]]></category>
		<category><![CDATA[Stern]]></category>
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					<description><![CDATA[Magdalena sitzt in ihrem Lieblingssessel, die Hände im Schoß gefaltet und die Augen geschlossen. Ihr faltiges Gesicht zeugt von einem gelebten Leben, aber auch von einer inneren Zufriedenheit. Sie hält ein kleines Mittagsschläfchen, was ihr in ihrem hohen Alter von Herzen gegönnt sei. In wenigen Wochen wird sich ihr Geburtstag zum 103. mal jähren.  Sie war in den Wirren des Ersten Weltkrieges geboren und hatte ihre Eltern gleich zu Beginn des zweiten Weltkriegs verloren. Drei Jahre später fand sie ihr großes Glück, doch auch Edgar musste sie vor mehr als einem Jahrzehnt zu Grabe tragen. Mit ihm war sie in inniger Liebe verbunden. Drei Kindern schenkte sie das Leben, einem Jungen und zwei Mädchen.  „Ich bin schon eine ganz schön alte Schachtel“, pflegt sie zu sagen, wenn man sie auf ihr Alter anspricht. Ihre Stimme klingt kein bisschen zittrig, sondern fest und klar wie bei einer Achtzigjährigen. Inzwischen ist sie allerdings schon mehrfache Oma und stolze Urgroßmutter von einem Zwillingspärchen. Alle nennen sie einfach nur „Oma Lena“ und lieben sie abgöttisch. Während des zweiten Weltkrieges &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Magdalena sitzt in ihrem Lieblingssessel, die Hände im Schoß gefaltet und die Augen geschlossen. Ihr faltiges Gesicht zeugt von einem gelebten Leben, aber auch von einer inneren Zufriedenheit. Sie hält ein kleines Mittagsschläfchen, was ihr in ihrem hohen Alter von Herzen gegönnt sei. In wenigen Wochen wird sich ihr Geburtstag zum 103. mal jähren.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><span class="dropcap">S</span>ie war in den Wirren des Ersten Weltkrieges geboren und hatte ihre Eltern gleich zu Beginn des zweiten Weltkriegs verloren. Drei Jahre später fand sie ihr großes Glück, doch auch Edgar musste sie vor mehr als einem Jahrzehnt zu Grabe tragen. Mit ihm war sie in inniger Liebe verbunden. Drei Kindern schenkte sie das Leben, einem Jungen und zwei Mädchen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Ich bin schon eine ganz schön alte Schachtel“, pflegt sie zu sagen, wenn man sie auf ihr Alter anspricht. Ihre Stimme klingt kein bisschen zittrig, sondern fest und klar wie bei einer Achtzigjährigen. Inzwischen ist sie allerdings schon mehrfache Oma und stolze Urgroßmutter von einem Zwillingspärchen. Alle nennen sie einfach nur „Oma Lena“ und lieben sie abgöttisch.<br />
Während des zweiten Weltkrieges fand sie nicht nur ihren Edgar, sondern mit ihm auch noch eine liebe Freundin. Luisa war die Schwester ihres Mannes<span class="Apple-converted-space">  </span>und damit ihre Schwägerin, aber vor allen Dingen ihre beste Freundin. Einige Jahre durften sie miteinander verbringen, dann heiratete diese und zog in eine andere Stadt, weit weg von Magdalena. Beide hielten den Kontakt durch Briefe, doch eines Tages erhielt Magdalena eine traurigen Nachricht von Luisas Mann. Sie war bei der Geburt ihres ersten Kindes verstorben. Da Luisas Gatte die Briefe von Magdalena fein säuberlich in einem Kästchen gefunden hatte, ließ er diese seiner Schreiberin wieder zukommen. Diese bewahrte sie bis zum heutigen Tag auf. Und noch mehr: Magdalena hatte nie aufgehört Luisa zu schreiben und von ihrem Leben zu berichten. Es gab Zeiten, da schrieb sie jeden Tag, dann Monate keine einzige Zeile, um dann wieder einen langen und ausführlichen Bericht folgen zu lassen. Erst mit 95 Jahren, als ihre Hände zittriger wurden und die Augen müder, beendete Magdalena ihre Schreiben an ihre liebe längst verstorbene Freundin. Magdalena hatte alle Briefe eines Jahres fein säuberlich mit einem farbigen Band gebündelt und ein Zettelchen mit der Jahreszahl angeheftet. Die Stapel wurden mit der Zeit kleiner und zum Schluss waren es nur noch zwei oder drei Briefe pro Jahr. Danach begann sie die unzähligen Briefe zu lesen oder später dann sich vorlesen zu lassen,- bis heute.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Mit diesen Briefen zieht ihr ganzes Leben wieder an ihr vorbei, sie durchlebt alle Höhen und Tiefen, jede Freude, aber auch jeden Kummer noch einmal. Sorgsam aufbewahrt hütet sie diese Briefe wie einen kostbaren Schatz in einer kleinen Schatztruhe.<br />
Auch heute darf eine kleine Lesestunde nicht fehlen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Bitte Klara“, fordert sie ihre Urenkelin auf, „lies mir ein bisschen vor.“<br />
Klara, die bereits in die dritte Klasse geht, nimmt einen Stapel aus der Truhe und öffnet die lila Schleife mit deren Band das Bündel zusammengehalten ist.<span class="Apple-converted-space">  </span>Das kleine Zettelchen mit der Jahreszahl trägt die Aufschrift „1993“.<br />
„Da haben mein Edgar und ich goldene Hochzeit gefeiert“, erinnert sie sich und ein Strahlen erhellt ihr Gesicht.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Lies nur, mein Kind! Es wird dir gefallen!“, ermutigt Oma Lena ihre Urenkeltochter Klara.</p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Meine liebe Luisa,</em></span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>lange habe ich keinen Brief mehr an Dich geschrieben, weiß ich doch, dass Du von dort, wo Du bist, über mich und meine Familie wachst. Die Ereignisse besonders der letzten Tage möchte ich aber unbedingt mit Dir teilen. Du wirst Dich sicher sehr darüber freuen.</em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Edgar und ich sind nun schon seit 50 Jahren glücklich verheiratet. Dachte ich doch damals kurz nach der Hochzeit, dass unsere Ehe unter einem schlechten Stern stehen würde. Du erinnerst Dich, ich habe ein paar Wochen nach unserer Vermählung bei Gartenarbeiten meinen Ehering verloren. Alle haben wir gebuddelt und gesucht, aber der Ehering blieb spurlos verschwunden. </em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Edgar hat sich das Geld vom Mund abgespart und mir dann zu unserem zweiten Hochzeitstag einen neuen Ring gekauft, den ich noch heute mit Stolz an meinem rechten Ringfinger trage.</em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Doch stell Dir vor, was am Tag unserer Goldenen Hochzeit passiert ist: </em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Die Schwiegertochter meines Sohnes, Du weißt er lebt mit seiner Familie in unserem Haus, hat die Gartenarbeit als ihr Hobby auserkoren. Anna, so heißt sie, brauchte ein paar Karotten, denn sie wollte die Platten mit dem Schnittchen besonders schön dekorieren, also ging sie in den Garten. Edgar und ich saßen gerade auf unserem gemütlichen Balkon, als ein Schrei aus dem Garten kam. Und gleich darauf hörten wir jemand die Treppe zu unserer Wohnung hinauf  spurten. Sekunden später klopfte es heftig an unsere Wohnungstür. Als wir öffneten stand  Anna davor und hielt uns eine Karotte hin. </em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Schaut nur!“ rief sie aus und deutete auf<span class="Apple-converted-space">  </span>eine Stelle an der Karotte, die seltsam verdickt schien.</em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Nun, die Karotte war kein besonderes Prachtexemplar, aber sie versetzte uns in ein Staunen, das zunächst seinen Ausdruck in Sprachlosigkeit fand und dann in Tränen<span class="Apple-converted-space">  </span>endete. Nein, es waren keine Tränen der Trauer, es waren Tränen der Freude.<span class="Apple-converted-space"> </span></em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Vielleicht ahnst Du schon, was ich Dir erzählen möchte:<span class="Apple-converted-space"> </span></em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Eingewachsen in die Karotte, glitzerte mein Ehering und strahlte uns entgegen. Naja, so sehr gestrahlt hat er zunächst nicht, aber Edgar brachte ihn noch am selben Morgen zum Juwelier und hat ihn tüchtig polieren lassen. Und am Nachmittag im Gottesdienst zu Ehren unserer Goldenen Hochzeit hat er ihn mir an den Ringfinger meiner linken Hand gesteckt.</em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Ist das nicht schön?!!! Ich bin überglücklich und könnte die ganze Welt umarmen, doch besonders meinen Edgar.“</em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>Wärst Du jetzt bei mir, so würde ich auch Dich fest in die Arme schließen.</em></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff;"><em>Deine stets in tiefer Zuneigung verbundene Freundin</em></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff;"><em>Magdalena</em></span></p>
<p>Als Klara von dem Brief aufblickt, sieht sie wie ihrer Oma ein paar Tränen über das Gesicht kullern.<br />
„Du weinst ja“, sagt sie erschrocken. „Das war doch sooo eine schöne Geschichte!“<br />
„Das ist keine Geschichte,- das ist mein Leben. Und die Tränen sind Freudentränen, aber auch Tränen der Trauer um meinen geliebte Edgar und meine beste Freundin Luisa.“<br />
„Soll ich Dir etwas bringen?“, fragt Klara, die möchte, dass Oma Lena wieder strahlt.<br />
„Ja! Gib mir bitte das letzte Bündel Briefe.“<br />
„Es ist nur noch ein Einziger da!“, erwidert Klara und hält ihn hoch.<br />
„Gib mir bitte diesen Brief und dann kannst du mich ruhig alleine lassen und spielen gehen. Ich lese den letzten Brief selbst. Bestimmt warten deine Spielkameraden schon auf dich.“<br />
Als Anna eine Stunde später das Abendessen nach oben bringt, findet sie Oma Lena in ihrem Lehnsessel und den letzten Brief in der Hand haltend.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Bevor sie friedlich für immer eingeschlafen ist, hat sie mit zittriger Schrift noch einen letzten Satz unter die Zeilen des Briefes geschrieben:</p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>Luisa und Edgar waren meine Schutzengel, nun folge ich ihnen und wir wachen gemeinsam über Euch, meine geliebte Familie.</em></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff;"><em>In Liebe<span class="Apple-converted-space"> </span></em></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff;"><em>Oma Lena</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/chaotische-familie/">Meine ganz normale, chaotische Familie</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-sache-mit-der-vorahnung/">Die Sache mit der Vorahnung</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/unser/">Unser zweites Kennenlernen</a></p>
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		<title>Aufregung um zwei Schokoladenhäschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Nov 2017 17:40:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
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		<category><![CDATA[Karotte]]></category>
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		<category><![CDATA[Weihnachtsmann]]></category>
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					<description><![CDATA[Oma Ina sitzt in ihrem Ohrensessel im Wohnzimmer und strickt an einem Schal für ihre Enkelin Nina. Die Kleine hockt im Schneidersitz auf dem Teppich und blättert in ihrem Bilderbuch. Plötzlich hält sie inne und schaut die Oma an. „Du Oma, hast du dich als Kind auch immer auf Weihnachten gefreut?“, will sie wissen. „Aber sicher! Ich wollte doch unbedingt den Weihnachtsmann sehen und außerdem gab es dann immer ein neues Kleidchen für meine Puppe oder ein neues Möbelstück für mein Puppenhaus.“ &#8222;Ich freue mich auch auf Weihnachten und den Weihnachtsmann möchte ich unbedingt sehen. Aber…“, die kleine Nina stockt, bevor sie dann hinzufügt: „Du kennst doch den Willi, den Nachbarsjungen.“ Oma nickt. „Der ist dieses Jahr schon in die Schule gekommen, oder?“ „Ja und der hat erzählt, dass es gar kein Christkind und auch keinen Weihnachtsmann gibt. Er hat über mich gelacht und gesagt, dass ich vom Baum der Dummheit gefallen wäre.“ „Da täuscht sich der kluge Willi aber!“, erhebt die Oma Einspruch. „Ich habe ihn nämlich als Kind ganz genau gesehen und sogar &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Oma Ina sitzt in ihrem Ohrensessel im Wohnzimmer und strickt an einem Schal für ihre Enkelin Nina. Die Kleine hockt im Schneidersitz auf dem Teppich und blättert in ihrem Bilderbuch. Plötzlich hält sie inne und schaut die Oma an.</strong><br />
<strong>„Du Oma, hast du dich als Kind auch immer auf Weihnachten gefreut?“, will sie wissen.</strong><br />
<strong>„Aber sicher! Ich wollte doch unbedingt den Weihnachtsmann sehen und außerdem gab es dann immer ein neues Kleidchen für meine Puppe oder ein neues Möbelstück für mein Puppenhaus.“</strong><br />
<span class="dropcap">&#8222;I</span>ch freue mich auch auf Weihnachten und den Weihnachtsmann möchte ich unbedingt sehen. Aber…“, die kleine Nina stockt, bevor sie dann hinzufügt: „Du kennst doch den Willi, den Nachbarsjungen.“<br />
Oma nickt. „Der ist dieses Jahr schon in die Schule gekommen, oder?“<br />
„Ja und der hat erzählt, dass es gar kein Christkind und auch keinen Weihnachtsmann gibt. Er hat über mich gelacht und gesagt, dass ich vom Baum der Dummheit gefallen wäre.“<br />
„Da täuscht sich der kluge Willi aber!“, erhebt die Oma Einspruch. „Ich habe ihn nämlich als Kind ganz genau gesehen und sogar mit ihm gesprochen.“<br />
Nina bekommt ganz große Augen und fordert die Großmutter auf:<br />
„Bitte Oma Ina erzähl mir davon!“<br />
„Du weißt doch, dass ich eine Zwillingsschwester habe, die Isa.“<br />
Nina steht auf und rutscht auf Omas Schoß, damit ihr auch nichts von dem entgeht, was die Großmutter zu berichten weiß:<br />
„Die Eltern einer Klassenkameradin hatten eine Schokoladenfabrik. Um sie herum wimmelte es nur so von Schokolade in den verschiedensten Formen und Geschmacksrichtungen.&#8220;<br />
„Oh, ist das toll!“, ruft Nina begeistert aus. Ich würde mir den Bauch mit Schokolade vollstopfen, bis es nicht mehr ginge.“<br />
„Ach, das kann ich mir nicht vorstellen!“, lacht Oma Ina. „Sicher, es wäre gelogen, wenn meine Klassenkameradin nicht gerne diese Köstlichkeit gegessen hätte. Aber das, was man ständig haben kann, ist auf einmal gar nicht mehr so begehrenswert. Das ist im Leben mit vielen Dingen so, auch mit Schokolade. Das kannst du mir wirklich glauben. Manchmal aß das Mädchen wochenlang kein einziges Stückchen und zog sogar eine Karotte oder einen Apfel dieser Leckerei vor.“<br />
Nina schaut ihre Großmutter zwar etwas ungläubig an, aber sie möchte sie nicht unterbrechen.<br />
„Die Eltern der Klassenkameradin luden regelmäßig Schulklassen zur Besichtigung in die Fabrik ein. Auch kurz vor Weihnachten war es wieder soweit.“<br />
„Und da kam auch der Weihnachtsmann vorbei?“, will Nina wissen.<br />
„Nein, den haben wir erst später persönlich getroffen“, berichtet die Großmutter. „Nachdem ich einen langen Brief an ihn geschrieben hatte.“<br />
„Welchen Brief denn? Was stand da drin?“<br />
„Na, lass mich erst einmal weiter berichten“; bittet Oma Ina. „Meine Zwillingsschwester Isa und ich standen bei der Besichtigung ein bisschen abseits von der Gruppe. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns zwischen den Regalen umgesehen. Und da haben wir etwas ganz Seltsames erlebt. Es war uns so, als riefe jemand unsere Namen. Wir sahen allerdings niemand. Das Stimmchen war so zart gewesen, dass es nicht von einem Erwachsenen und auch nicht von einem anderen Kind stammen konnte.“<br />
Nina rutscht inzwischen völlig aufgeregt auf dem Schoß der Großmutter herum.<br />
„Als wir die Rufe nach uns wieder hörten, erkannten wir auch woher sie kamen. Im Regal links neben uns standen zwei kleine Skihasen. Als wir uns direkt vor sie stellten, flüsterten sie:<br />
‚Bitte, bitte helft uns! Man will uns einschmelzen und zu Weihnachtsmännern umarbeiten. Bitte, bitte rettet uns!‘“<br />
„Das ist ja schrecklich, &#8211; bestimmt habt ihr sie gerettet!?“<br />
„Wir konnten nicht, denn genau in diesem Moment stand der Lehrer schimpfend vor uns und war tüchtig sauer, dass wir uns von der Klasse entfernt hatten.“<br />
„Oh, die armen Skihäschen!“, sagt Nina sichtlich gerührt. „Dann sind sie doch eingeschmolzen worden!?“<br />
„Wir haben uns zu Hause sofort beraten, was wir tun könnten, um die Schokoladenhäschen zu retten. Ja, und so habe ich dem Weihnachtsmann einen langen Brief geschrieben, dass er sich doch bitte um die Rettung der Beiden kümmern möge. Am nächsten Morgen war der Brief verschwunden. Wir glaubten fest daran, dass dieser von Engeln geholt und dem Weihnachtsmann überbracht wurde. Er hat uns allerdings nicht geantwortet.“<br />
„Och!“<br />
„Als dann der Weihnachtsabend kam, waren meine Schwester Isa und ich ganz traurig. Meine Eltern konnten gar nicht verstehen, warum wir uns nicht so recht auf die Bescherung freuten. Gerade als unser Vater die Lichter am Weihnachtsbaum anzündete, klopfte es lautstark an unserer Haustür.“<br />
Nina hält sich erschrocken die Hand vor den geöffneten Mund, denn die Großmutter hatte von dem Kind unbemerkt beim Erzählen mit der Faust auf die Tischplatte geschlagen.<br />
„So sind wir damals auch erschrocken. Wir konnten uns gar nicht mehr rühren und standen wie erstarrt mit dem Blick zur Tür da. Mein Vater ging dann zum Öffnen zur Haustür. Und da stand er. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich. Uns hatte es zunächst auch noch die Sprache verschlagen, aber unsere Mutter forderte uns auf artig ein Gedicht aufzusagen, was wir dann auch ein wenig stotternd gemacht haben.“<br />
„Und das war wirklich der echte Weihnachtsmann?“, will Nina wissen, denn ein bisschen zweifelt sie doch.<br />
„Aber sicher!“ Großmutters Stimme klingt fast ein wenig empört.<br />
„Er hat sich für das Gedicht bedankt und jedem von uns ein kleines Säckchen und einen Schokoladenweihnachtsmann überreicht. Isa hatte ihren ganzen Mut zusammen genommen und ihn gefragt, ob er unseren Brief erhalten hätte.“<br />
„Und?“<br />
„Nichts und! Er lachte nur laut sein ‚Hohoho!‘ und meinte er müsse schnell zu den anderen Kindern, die auch auf ihn warten würden.“<br />
„Schade, dann sind sie wohl tatsächlich eingeschmolzen worden. Das ist aber eine traurige Geschichte, Oma. Also hat der Willi doch recht. Es gibt einfach keinen Weihnachtsmann.“<br />
Nina springt von Oma Inas Schoss und will zu Mutter in die Küche gehen, aus der herrlicher Plätzchenduft kommt.<br />
„Willst du den Schluss der Geschichte nicht hören?“<br />
Nina ist erstaunt, denn sie hatte nicht gewusst, dass die Geschichte noch weiter geht.<br />
„Isa und ich hatten keine rechte Freude an den Geschenken des Weihnachtsmannes und auch die beiden Säckchen hatten wir achtlos zur Seite gepackt. Erst als wir schon in unseren Betten kuschelten und Mutter uns Gute Nacht sagen wollte, legte sie uns die Säckchen auf die Bettdecke.<br />
&#8218;Ich denke, der Weihnachtsmann wäre sehr traurig, wenn er wüsste, dass ihr nicht einmal hineinschaut!&#8216;, hatte sie gesagt.<br />
So taten wir ihr den Gefallen. Isa zog einen Apfel, ein kleines Schaukelpferd und ein Puppenkleid heraus. Ich hatte eine Orange, eine kleine Lokomotive und auch ein Puppenkleidchen darin. Achtlos legten wir alles beiseite. Dann kam auch Vater ins Zimmer und meinte: ‚Draußen vor der Haustür habe ich etwas in der Ecke stehen sehen. Kommt doch einmal mit!‘ Wir sind dann extra noch einmal aufgestanden und tatsächlich stand in der Ecke der große Sack des Weihnachtsmannes.“<br />
„Der richtige Weihnachtsmann hätte doch nie seinen Sack vergessen!“, empört sich Nina.<br />
„Das kann man vermuten, aber in dem Sack waren die beiden Skihäschen, die uns glücklich anlächelten!“</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/lilly-milly-und-der-freche-billy/">Lilly, Milly und der freche Billy</a></p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/weihnachtsmann-willi/">Weihnachtsmann Willi</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hängemattengedanken</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/haengemattengedanken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2016 22:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnen]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Handschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Hängematte]]></category>
		<category><![CDATA[Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[Uroma]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal sollte man sich ein paar Minuten für sich nehmen. Dazu braucht man aber Muße. Ich glaube ich bin im Moment in der richtigen Laune und ein bisschen Zeit habe ich jetzt auch gerade. Also marschiere ich in den Garten und lege mich in meine Hängematte. Die Sonne strahlt vom Himmel und ich genieße mit geschlossenen Augen das sanfte Schaukeln der Hängematte.  Lange währt meine innere Ruhe allerdings nicht, denn meine Gedanken beginnen zu wandern wie die Wolken über mir. Ich hatte schon als Kind eine Hängematte, die viel schöner war als es die heutigen Exemplare sind. Ein bisschen erinnerte sie an ein Fischernetz. Sie war ganz aus Sisal geflochten und auch wesentlich größer als meine jetzige. Sie wurde zwischen zwei große starke Bäume gebunden und dann konnte ich mich hinein legen und schaukeln. Vor meinem inneren Auge sehe ich alles noch vor mir, aber diese Vorstellung nimmt mir auch die Ruhe. Warum? Weil sich meine Gedanken zu überstürzen beginnen. Ich springe auf und laufe in unser Gartenhaus. „Was ruschelst du denn so rum?“, ruft &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manchmal sollte man sich ein paar Minuten für sich nehmen. Dazu braucht man aber Muße. Ich glaube ich bin im Moment in der richtigen Laune und ein bisschen Zeit habe ich jetzt auch gerade. Also marschiere ich in den Garten und lege mich in meine Hängematte. Die Sonne strahlt vom Himmel und ich genieße mit geschlossenen Augen das sanfte Schaukeln der Hängematte. </strong><br />
<span class="dropcap">L</span>ange währt meine innere Ruhe allerdings nicht, denn meine Gedanken beginnen zu wandern wie die Wolken über mir.<br />
Ich hatte schon als Kind eine Hängematte, die viel schöner war als es die heutigen Exemplare sind. Ein bisschen erinnerte sie an ein Fischernetz. Sie war ganz aus Sisal geflochten und auch wesentlich größer als meine jetzige. Sie wurde zwischen zwei große starke Bäume gebunden und dann konnte ich mich hinein legen und schaukeln.<br />
Vor meinem inneren Auge sehe ich alles noch vor mir, aber diese Vorstellung nimmt mir auch die Ruhe. Warum? Weil sich meine Gedanken zu überstürzen beginnen. Ich springe auf und laufe in unser Gartenhaus.<br />
„Was ruschelst du denn so rum?“, ruft mir mein Mann zu, der bemerkt hat, dass ich etwas suche.<br />
„Irgendwo muss sie doch sein!“, sage ich.<br />
„Was?“<br />
„Na, meine alte Hängematte!“, rufe ich zurück, aber im selben Moment halte ich sie auch schon in den Händen.<br />
„Sie ist noch einwandfrei“, strahle ich über meinen Fund. „Ob sie mich wohl noch trägt oder ob sie vielleicht doch schon ein bisschen altersschwach ist?“, überlege ich.<br />
Ich will es ausprobieren, aber das Gestell ist zu klein und die alte Hängematte zu groß. Also lege ich mich wieder in meine neue Hängematte und träume von damals.<br />
Damals war ich noch ein kleines Kind und wir fuhren nach Rottach-Egern, um meine Uroma und meine Großtante (väterlicherseits) zu besuchen. Ich war gerne dort und ich war stolz noch eine Uroma zu haben. Liebevoll nannte ich sie meine Omaur. Auch Erklärungen meines Grundschullehrers, dass es Uroma heißen würde, konnten mich nicht davon abbringen, dass sie meine Omaur war. Aber davon habe ich schon erzählt und meine Gedanken sind schon wieder weiter.<br />
Meine Uroma sah genauso aus, wie man sich eine Uroma vorstellt: Zart von Statur, nicht sehr groß, weißes Haar, das zu einem Dutt zusammen gesteckt war. Die Falten in ihrem Gesicht gehörten auch dazu und machten sie nur noch liebenswerter.<br />
Ich kann mich erinnern, dass sie noch im hohen Alter (über 80 Jahre) mit mir Federball gespielt hat. Naja, es war wahrscheinlich kein sehr flottes Spiel, aber ich habe es nie vergessen.<br />
Meine Uroma war die Mutter meines Opas. Sie hatte 4 oder 5 Kinder, auf jeden Fall drei Söhne und eine Tochter. Ich habe nur meinen Opa, meine Uroma und meine Großtante noch kennengelernt. Ihre anderen Söhne sind im Krieg gefallen. Ich kennen auch nur vier Namen: Anton, Karl, Leo und Maria. Mutter und Tochter hatten den gleichen Vornamen, das war wohl damals gar nicht so unüblich und Leo war mein Opa.<br />
Ja und plötzlich springe ich wieder auf. Mir ist da noch etwas eingefallen. Meine Großtante hat mir irgendwann mal ein altes Familienbuch geschenkt. Ich renne nach oben in mein Arbeitszimmer und öffne den Schrank, in dem ich diverse Dokumente verstaut habe.<br />
„Da ist es ja!“, denke ich und halte ein altes Büchlein in der Hand, das schon einige Gebrauchsspuren aufweist.<br />
„Der Ahnenpaß“ steht in roten und schwarzen Buchstaben darauf.<br />
Ich öffne das Büchlein und lese was da steht:</p>
<p style="text-align: center;">„ Der Ahnenpaß<br />
des/ der<br />
Karl P. ….“</p>
<p>Name, Ort, Anschrift und man staune auch der Fernsprecher ( allerdings ist hier nur das nächste Postamt angegeben) sind handschriftlich eingetragen.<br />
Der Pass gehörte Karl P., also einem Sohn meiner Uroma, die unverheiratet noch Maria Schwab hieß und am 9.7.1907 Emil P. geheiratet hat, der also mein Uropa war. Der Sohn Karl wurde am 13.11.1922 geboren.<br />
Alle Eintragungen sind handschriftlich in altdeutscher Schrift vorgenommen. Ich muss mich schon ein bisschen anstrengen, denn obwohl ich diese Schrift in der Schule innerhalb von ein paar Sonderstunden auch lesen und schreiben gelernt habe, bin ich ihr nicht mehr so ganz mächtig. Immerhin haben wir es ja nur neben der lateinischen Schrift gelernt.<br />
Das älteste Geburtsdatum, das in diesem Ahnenpass vermerkt ist, lautet: 16.11.1783.<br />
„Wer ist das nur?“, frage ich mich, denn der Name sagt mir gar nichts. Neben dem Namen steht der Vermerk: „Mutter von 12“.<br />
Ich blättere zurück zur Eintragung Nr.12. und stoße damit auf den Vater von Nr. 6 und der wiederum war der Vater von Nr.3 und diese Nr.3 war meine Uroma. Also jetzt muss ich scharf nachdenken. Mein Kopf qualmt, die Räder meines Gehirns rattern. Ich komme zu dem Schluss, dass die Nr.12 der Opa meiner Uroma war. Aber  es geht ja noch weiter zurück, nämlich zur Mutter des Opas meiner Uroma, also die Uroma meiner Uroma.<br />
„Stimmt das jetzt und in welchem Verwandtschaftsverhältnis steht jetzt diese Unbekannte zu mir?“<br />
„Das sollten wir uns mal aufschreiben!“, sagt mein Mann und spitzt seinen Bleistift.<br />
„Das ist doch dann wohl meine Ururururoma!“, rufe ich begeistert aus, &#8222;sagt man das eigentlich so? Ich habe keine Ahnung. Egal! Meine Wurzeln reichen also schon mal bis 1783! Unvorstellbar!!! Sie wurde 177 Jahre vor meiner Geburt geboren, also vor 233 Jahren und ich bin die 6. Generation.&#8220;</p>
<p>„Da stehen aber noch mehr Eintragungen“, gibt mein Mann zu bedenken. „Sie reichen bis zur Nr.51, allerdings gibt es nur die Namen und keinerlei Daten. Man könnte jetzt weiter forschen…“</p>
<p>„Schau mal hier!“, sage ich und halte einen handgeschriebenen Brief hoch, der auf den 7. Januar 1945 datiert ist.</p>
<p>Der Brief ist schon sehr vergilbt, aber gut erhalten und mit schwarzer Tinte geschrieben.<br />
Ich kann ihn allerdings nicht lesen, denn soweit reichen meine Kenntnisse der altdeutschen Schrift nicht mehr. In Druckschrift hätte es ja noch funktioniert, aber nicht in einer ausgeschriebenen, aber trotzdem sehr schönen Handschrift.<br />
Gut, dass meine Mutter da ist. Sie liest ihn mir vor. Es ist ein Brief von der Schwiegermutter des Sohnes Karl meiner Uroma. In diesem Brief bedankt sie sich bei meiner Uroma für deren große Hilfe, speziell bei den Hochzeitsfeierlichkeiten der Kinder. Weiterhin bekundet sie, dass sie meine Uroma sehr ins Herz geschlossen und liebgewonnen hat.<br />
Bevor ich diesen Ahnenpass wieder schließe, entdecke ich noch ein kleines altes Schwarzweißfoto. Es zeigt einen Mann, der gewisse Ähnlichkeiten mit meinem Opa aufweist. Ich nehme also an, dass es sein Vater, also mein Uropa ist, &#8211; der Mann meiner Uroma und der Vater von Karl, dem damaligen Inhaber des Ahnenpasses. Leider steht kein Vermerk auf der Rückseite.<br />
Nachdenklich klappe ich den Ahnenpass wieder zu, gehe zurück zu meiner Hängematte und versinke in meinen Gedanken.</p>
<p>Das ist übrigens meine alte Hängematte:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3604 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-1024x682.jpg" alt="1200px-_DSC3885" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/08/1200px-_DSC3885.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/und-noch-mehr-kindheitserinnerungen/">Und noch mehr Kindheitserinnerungen</a></p>
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<p>Erinnerungen an die Schulzeit</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Brief an die Oma</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2016 09:40:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was]]></category>
		<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Beißerchen]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Lächeln]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
		<category><![CDATA[Weltsensation]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Ihr ja wisst, krame ich gerne mal in meinen Erinnerungskisten. Neben den üblichen Fotoalben besitze ich nämlich auch noch kleine Aufbewahrungskartons mit verschiedenen Fotos, die niemals eingeklebt wurden. Aus welchen Gründen auch immer sie dort gelandet sind, aber auf jeden Fall waren sie zu wertvoll, um sie zu entsorgen. Weiterhin gibt es auch noch ein paar Sammelmappen mit alten Postkarten, Briefen und dergleichen mehr. Und hier bin ich wieder einmal fündig geworden. Ich habe eine kleine liebevoll gestaltete Postkarte gefunden, die mir sofort ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Auf ihr wird ein Ereignis aus dem Leben unseres Sohnes festgehalten, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Es ist ein kleiner neuer Lebensabschnitt, der durch dieses Ereignis beginnt. Es ist im Grunde genommen nichts, was die Welt aus den Angeln hebt. Aber trotzdem ist es für jede Familie mit einem Kleinkind immer wieder etwas Besonderes und doch irgendwie etwas Einmaliges. Warum sonst hätte ich damals diese Zeilen stellvertretend für unseren Sohn an seine Oma geschrieben?! Und so sieht die Vorderseite der Karte aus: Unterhalb dieser &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie Ihr ja wisst, krame ich gerne mal in meinen Erinnerungskisten. Neben den üblichen Fotoalben besitze ich nämlich auch noch kleine Aufbewahrungskartons mit verschiedenen Fotos, die niemals eingeklebt wurden. Aus welchen Gründen auch immer sie dort gelandet sind, aber auf jeden Fall waren sie zu wertvoll, um sie zu entsorgen. Weiterhin gibt es auch noch ein paar Sammelmappen mit alten Postkarten, Briefen und dergleichen mehr. </strong></p>
<p>Und hier bin ich wieder einmal fündig geworden. Ich habe eine kleine liebevoll gestaltete Postkarte gefunden, die mir sofort ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Auf ihr wird ein Ereignis aus dem Leben unseres Sohnes festgehalten, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Es ist ein kleiner neuer Lebensabschnitt, der durch dieses Ereignis beginnt. Es ist im Grunde genommen nichts, was die Welt aus den Angeln hebt. Aber trotzdem ist es für jede Familie mit einem Kleinkind immer wieder etwas Besonderes und doch irgendwie etwas Einmaliges. Warum sonst hätte ich damals diese Zeilen stellvertretend für unseren Sohn an seine Oma geschrieben?!</p>
<p>Und so sieht die Vorderseite der Karte aus:</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3135 size-full aligncenter" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/05/1200px-_DSC1708.jpg" alt="1200px-_DSC1708" width="524" height="626" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/05/1200px-_DSC1708.jpg 524w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/05/1200px-_DSC1708-251x300.jpg 251w" sizes="(max-width: 524px) 100vw, 524px" /></p>
<p>Unterhalb dieser Zeichnung, die damals mein Mann angefertigt hat, befinden sich folgende handschriftlich verfassten Zeilen:</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Mama und Papa sagen, </strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>ich sei ganz tapfer gewesen </strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>und habe gar nicht geweint!</strong></em></p>
<p>Vielleicht ahnt Ihr ja schon, was damit angedeutet wird, aber lasst mich die Karte umdrehen und Euch den dort vermerkten Text &#8222;vorlesen&#8220;:</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Liebe Omi!</strong></em></p>
<p style="text-align: left;"><em><strong>Stell&#8216; Dir vor, eine Weltsensation ist eingetreten. Mama hat irgendetwas an mir entdeckt. Auf jeden Fall fing sie plötzlich an zu jubeln und mich hochzuwerfen. Gleich darauf rannte sie zum Telefon und rief Papa an:</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>&#8222;Peter, <span style="text-decoration: underline;">er</span> ist da!&#8220;</strong></em></p>
<p style="text-align: left;"><em><strong>Wenn ich es richtig verstanden habe, bin ich das erste Baby auf der ganzen Welt, das jemals einen Zahn gekriegt hat. Ich dachte mir, ich teile es Dir schnell mit. Das ganze Theater um das komische Ding in meinem Mund fand am 12.2.90 um ca. 11:15 Uhr statt.</strong></em></p>
<p style="text-align: left;"><em><strong>Na, was sagst Du zu Deinem </strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Timo?!</strong></em></p>
<p style="text-align: left;">Ein bisschen ist dieser Post heute eine Ergänzung zu einer Kurzgeschichte, die ich schon vor längerer Zeit geschrieben habe und die Euch sicherlich auch gefallen wird:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://lifetellsstories.de/die-kleinen-beisserchen/">Die kleinen Beißerchen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Aus der Schulzeit meiner Mutter</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/aus-der-schulzeit-meiner-mutter/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/aus-der-schulzeit-meiner-mutter/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Apr 2016 22:02:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[aufgehoben]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Oma]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sohn]]></category>
		<category><![CDATA[Tintenfass]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
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					<description><![CDATA[Als unser Sohn in die dritte Grundschulklasse ging, sprachen sie im Sachunterricht über die Schule in früheren Zeiten. Sie sollten die Eltern und Großeltern zu diesem Thema befragen. Klar, dass ich ihm sofort über meine Schulzeit berichtet habe. Doch auch von seiner Oma wollte er wissen, wie es damals so in der Schule war. Da wir allerdings 600 Kilometer von den Großeltern entfernt wohnten, rief er meine Mutter an und stellte ihr Fragen. Sie notierte sich diese und schrieb ihm damals einen ausführlichen Brief, in welchem sie über ihre Schulzeit berichtete. Diesen Brief habe ich wieder gefunden, denn ich habe ihn die ganzen Jahre für unseren Sohn aufbewahrt. Dieses Jahr zu Weihnachten schenkte er seiner Oma ein Buch, in dem sie Fragen zu ihrem Leben beantworten soll. Der Brief und die Fotos von damals werden hierin einen Platz finden. Auch meine Mutter hat sich gefreut, als ich ihr diesen Brief neulich zeigte. Sie ist damit einverstanden, dass ich heute diesen Brief in meinem Blog vorstelle: Die Schule in früheren Zeiten „Ich bin am 27.6.1929 in &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als unser Sohn in die dritte Grundschulklasse ging, sprachen sie im Sachunterricht über die Schule in früheren Zeiten. Sie sollten die Eltern und Großeltern zu diesem Thema befragen. Klar, dass ich ihm sofort über meine Schulzeit berichtet habe. Doch auch von seiner Oma wollte er wissen, wie es damals so in der Schule war.</strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>a wir allerdings 600 Kilometer von den Großeltern entfernt wohnten, rief er meine Mutter an und stellte ihr Fragen. Sie notierte sich diese und schrieb ihm damals einen ausführlichen Brief, in welchem sie über ihre Schulzeit berichtete. Diesen Brief habe ich wieder gefunden, denn ich habe ihn die ganzen Jahre für unseren Sohn aufbewahrt. Dieses Jahr zu Weihnachten schenkte er seiner Oma ein Buch, in dem sie Fragen zu ihrem Leben beantworten soll. Der Brief und die Fotos von damals werden hierin einen Platz finden. Auch meine Mutter hat sich gefreut, als ich ihr diesen Brief neulich zeigte. Sie ist damit einverstanden, dass ich heute diesen Brief in meinem Blog vorstelle:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Die Schule in früheren Zeiten</strong></p>
<p>„Ich bin am 27.6.1929 in Asch (Sudetenland) geboren und auch dort in die Schule gegangen. Mein erster Schultag war am 1.9.35.</p>
<p>Wir hatten in Asch 7 Schulen. Ich ging in die nächstgelegene Schule, die „Bergschule“. Im Gebäude links waren die Jungen untergebracht und rechts die Mädchen. Dazwischen lag eine große Turnhalle.</p>
<p>Wir hatten täglich vier Stunden Unterricht.</p>
<p>Der Lehrer in der Volksschule (=Grundschule) war sehr streng. Er hatte einen Rohrstock. Wenn wir während des Unterrichts nicht aufpassten, mussten wir die Hand aufhalten, dann gab es eine drauf. Oh, das hat sehr weh getan.</p>
<p>Die Kleidung war normal, das heißt, es gab keine Uniform, wir durften anziehen, was wir wollten.</p>
<p>In der Volksschule waren wir 28 Schülerinnen.</p>
<p>Das Klassenzimmer war groß, hatte viele Fenster, Holztische und Bänke. In den Tischen waren Tintenfässer. Wir hatten keinen Kuli oder so einen Füller, wie ihr ihn kennt. Unser Schreibgerät war ein Holzstift, in den man eine Stahlfeder einschieben konnte. Während des Schreibens musste die Feder immer in das Tintenfass getaucht werden.</p>
<p>In der Volksschule hatten wir Rechnen, Lesen und Schreiben. Wir mussten Aufsätze und Diktate schreiben.<br />
Religion, Heimatkunde und Turnen hatten wir auch.</p>
<p>Es gab Turnfeste und wir machten Wanderungen.</p>
<p>Im September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Ich war damals 10 Jahre alt und ging in die 4. Klasse. Bei Fliegeralarm mussten wir in den Keller. Wir hatten immer Angst.</p>
<p>In die Bergschule ging ich 4 Jahre. Danach machte ich eine Aufnahmeprüfung und kam in die Bürgerschule (das war so wie die heutige Realschule). Ich ging also nach den großen Ferien in die &#8222;Angerschule&#8220;, so hieß meine neue Schule. Auch hier waren es 4 Jahre. Davon hatte ich drei Jahre Englischunterricht und Unterricht in Stenografie (=Kurzschrift). Außerdem hatten wir Musik, Biologie, Mathe, Deutsch, Kochen, Turnen und Zeichnen.</p>
<p>Unser Klassensaal war groß. Auch hatten wir einen Zeichensaal. Ich konnte sehr gut zeichnen. Meine Bilder hingen im Treppenhaus der Schule.</p>
<p>Der Unterricht in der Bürgerschule begann morgens um 8 Uhr und endete um 13.30 Uhr.</p>
<p>Ich hatte einen sehr weiten Schulweg in die Bürgerschule. Wir mussten immer laufen, denn wegen des Krieges fuhr kein Auto.</p>
<p>Die Klassen waren sehr groß. Wir waren 40 Kinder. Es fehlten viele Lehrer, denn die jungen Lehrer waren im Krieg.</p>
<p>Nach den 4 Klassen in der Bürgerschule, machte ich ein Pflichtjahr. Das Pflichtjahr bedeutete während des 3. Reiches 1 Jahr in der Landwirtschaft oder in einer kinderreichen Familie arbeiten.</p>
<p>Nachher begann ich eine Lehre im Büro. Nachdem ich <strong>1</strong> 1/2 Jahre im Büro gelernt hatte, war der Krieg endlich zu Ende. Doch jetzt wurden wir aus unserer Heimat vertrieben. Mit einem Viehwagon wurden wir nach Hessen transportiert. In diesem Viehwagon „feierte“ ich meinen 17. Geburtstag.“</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3077 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie-781x1024.jpg" alt="1200px-DSC01441 Kopie" width="781" height="1024" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie-781x1024.jpg 781w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie-229x300.jpg 229w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie-768x1007.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2016/04/1200px-DSC01441-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 781px) 100vw, 781px" /></p>
<p>Dieses Bild zeigt meine Mutter im Alter von 10 Jahren.</p>
<p>Ich bin froh, dass meine Mutter damals den oben abgedruckten Brief an unseren Sohn geschrieben und uns damit einen Teil ihrer Geschichte mitgeteilt hat.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Danke Mutti! </strong></p>
<p>Auch unser Sohn ist seiner Oma hierfür dankbar.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Danke Oma!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Gut, dass ich alles aufgehoben habe.</p>
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch noch diese Geschichten über mich und meine Familie lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/erinnerungen-an-die-schulzeit/">Erinnerungen an die Schulzeit</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/meine-mutter-und-die-zugspitze/">Meine Mutter und die Zugspitze</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
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		<title>Liebes Christkind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Dec 2014 13:19:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Bescherung]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
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					<description><![CDATA[Peter sitzt zu Hause in seinem Büro und sichtet die Unterlagen, die meine Mutter ihm zur Durchsicht und eventuellen Entsorgung mitgegeben hat. Ich bin oben in meinem Arbeitszimmer und klappe gerade meinen Laptop auf. Es dauert keine zehn Minuten, da kommt von unten der Ruf:  „Astrid, komm doch mal!“  Wahrscheinlich braucht er ganz dringend eine Telefonnummer oder er will mich bezüglich eines Rechtschreibproblems befragen“, überlege ich mir so und verhalte mich erst einmal still, denn eigentlich möchte ich jetzt meine Arbeit nicht unterbrechen. Mein Mann denkt nämlich ich sei ein wandelndes Telefonbuch und ein Duden auf zwei Beinen. Sein Ruf nach mir wird dringlicher: „Komm doch mal! Das interessiert dich!“ Jetzt werde ich doch neugierig, denn anscheinend habe ich mich in meiner Vermutung getäuscht. „Schau mal, was ich hier habe“, sagt er und hält mir einen etwas vergilbten Briefumschlag entgegen. „Das gibt es doch gar nicht! Wo hast du denn den her?“ Ich greife sofort zu dem Briefumschlag ohne die Antwort von Peter abzuwarten, denn ich kann mir auch so denken, dass er ihn zwischen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Peter sitzt zu Hause in seinem Büro und sichtet die Unterlagen, die meine Mutter ihm zur Durchsicht und eventuellen Entsorgung mitgegeben hat. Ich bin oben in meinem Arbeitszimmer und klappe gerade meinen Laptop auf. Es dauert keine zehn Minuten, da kommt von unten der Ruf: </strong></p>
<p><strong>„Astrid, komm doch mal!“ </strong></p>
<p><span class="dropcap">W</span>ahrscheinlich braucht er ganz dringend eine Telefonnummer oder er will mich bezüglich eines Rechtschreibproblems befragen“, überlege ich mir so und verhalte mich erst einmal still, denn eigentlich möchte ich jetzt meine Arbeit nicht unterbrechen. Mein Mann denkt nämlich ich sei ein wandelndes Telefonbuch und ein Duden auf zwei Beinen. Sein Ruf nach mir wird dringlicher:<br />
„Komm doch mal! Das interessiert dich!“<br />
Jetzt werde ich doch neugierig, denn anscheinend habe ich mich in meiner Vermutung getäuscht.<br />
„Schau mal, was ich hier habe“, sagt er und hält mir einen etwas vergilbten Briefumschlag entgegen.<br />
„Das gibt es doch gar nicht! Wo hast du denn den her?“<br />
Ich greife sofort zu dem Briefumschlag ohne die Antwort von Peter abzuwarten, denn ich kann mir auch so denken, dass er ihn zwischen den Unterlagen von meiner Mutter entdeckt hat.<br />
Ich kenne die kindliche Handschrift, die den Adressat des Briefes bestimmt:</p>
<p style="text-align: center;">„An das Christkind<br />
0000/ im Himmel“</p>
<p>„Der ist ja von mir!“, rufe ich freudig aus und öffne den Umschlag, auf dessen Rückseite tatsächlich mein Absender steht. Eilig entfalte ich den Brief, der auf ebenfalls vergilbtem Papier geschrieben ist. Anscheinend hatte ich nur einen Vokabelblock zur Verfügung, denn das linierte Blatt ist in der Mitte senkrecht durch einen roten Strich geteilt. Briefkopf und die Unterseite sind mit gemalten Tannenzweigen, auf denen bunte brennende Kerzen zu sehen sind, verziert. Dazwischen befindet sich der Text, der auf den 16.12.68 datiert ist. Ich habe diesen Brief also genau vor 46 Jahren geschrieben. Ich freue mich riesig und lese auch sofort diesen Wunschzettel an das Christkind:</p>
<p style="text-align: center;">„Liebes Christkind!</p>
<p style="text-align: center;">Kommst du auch dieses Jahr zu uns?<br />
Dann komm doch bitte auch zu mir. Ich<br />
warte schon so lange auf Dich und ich<br />
freue mich schon das ganze Jahr. Die<br />
anderen Kinder freuen sich auch. Aber<br />
Du sollst nicht nur uns Kindern etwas<br />
mitbringen, unsere Eltern sollen doch<br />
auch etwas bekommen. Ich möchte Dir<br />
verraten was ich mir wünsche. Ich<br />
wünsche mir: Eine Flöte mit Noten, ein<br />
Paar Skischuhe und ein Kleid.</p>
<p style="text-align: center;">Herzliche Grüße<br />
Deine Astrid“</p>
<p style="text-align: left;">In schönster und fehlerfreier Schreibschrift habe ich damals den Brief geschrieben. Und ich weiß auch noch, dass das Christkind mir damals meine Wünsche erfüllt hat. Die Flöte habe ich noch heute. Sie liegt in meinem ehemaligen Kinderzimmer bei meiner Mutter und manchmal greift sich Peter das Instrument und flötet in den höchsten Tönen. Die Skischuhe habe ich jetzt nicht mehr bildlich vor Augen, aber da ich als Kind fleißig mit meinen Skiern gefahren bin, habe ich die Skischuhe wohl auch bekommen. An das Kleid allerdings habe ich keine oder nur noch eine äußerst dunkle und verschwommene Erinnerung, aber das ist ja auch normal in Anbetracht der Zeit, die inzwischen schon verstrichen ist.<br />
Inzwischen sitzen Peter und ich im Wohnzimmer und lassen Erinnerungen an das Christkind an uns vorüberziehen:<br />
„Ich bin ja mal gespannt, ob du auch dieses Weihnachten nicht vergisst deine alljährliche Prozedur am Heiligen Abend vor der Bescherung zu vollziehen“, richte ich mich an Peter, der schelmisch zu strahlen beginnt:<br />
„Wie sollte ich das vergessen!“, versichert er mir. „Das ist ein Relikt aus meiner Kindheit und damals hat es mein Opa Hermann und später mein Vater immer vollzogen.“<br />
Dieses Ritual geht folgendermaßen von statten:<br />
Nach dem Essen sitzen wir noch ein bisschen zusammen und unterhalten uns. Es werden Weihnachtslieder vorgespielt und gesungen. Manchmal holt Peter auch sein Akkordeon hervor und spielt. Irgendwann steht er auf und verlässt kurzzeitig das Zimmer. Von fern vernimmt man zunächst ein Klopfen, als er wieder das Zimmer betritt und sich gerade hingesetzt hat, hört man leise ein Glöckchen klingen. Urplötzlich springt er dann mit einem lauten <strong>„Da, da!“</strong> auf. Er rennt zur offen stehenden Haustür und zeigt mit ausgestreckter Hand hoch in den Himmel.<br />
<strong>„Da! Da ist das Christkind!“</strong><br />
Obwohl wir alle hinter ihm hergerannt sind und brav in den dunklen und sternenklaren Himmel hinauf schauen, haben wir noch niemals das Glück gehabt das Christkind zu sehen.<br />
Ich kann mich überhaupt nur an einen einzigen Menschen erinnern, der einst das Christkind gesehen hat. Das war in meiner Kindheit ein Nachbarjunge und Klassenkamerad von mir. Dieser hatte am Heiligen Abend durch das Schlüsselloch heimlich ins elterliche Wohnzimmer geschaut. Und da hat er es entdeckt. Er sah im Kerzenschein etwas Weißes, das laut seinen Angaben durch das Zimmer schwebte. Das war für ihn ziemlich eindeutig und so rannte er auch gleich zu seiner Mutter, um ihr mit strahlenden Augen aufgeregt zu verkünden:<br />
„<strong>Ich</strong> habe das Christkind gesehen!“<br />
Die Nachbarin hat diese Geschichte irgendwann einmal meiner Mutter erzählt, die sie mir wiederum später in meiner Jugend berichtet hat. Die Nachbarin hat allerdings noch hinzugefügt, dass sich zum Zeitpunkt der kindlichen Spionage ihr Ehemann, bekleidet mit einem weißen Oberhemd, im Wohnzimmer befand.<br />
Ja, so ist das eben, jeder möchte als Kind gerne einmal das Christkind sehen, aber die Erwachsenen tun immer so geheimnisvoll und manchmal nehmen sie den Kindern sogar die Chance auch nur einen einzigen Blick darauf zu werfen.<br />
„Stimmt“, sage ich zu Peter. „Kannst du dich erinnern als Timo noch ziemlich klein war?“<br />
Ich warte jedoch keine Antwort von meinem Mann ab, sondern schwelge gleich weiter in meinen Erinnerungen:<br />
„Ich denke, er war damals vielleicht drei oder vier Jahre.“<br />
Während mein Mann, mein Schwiegervater und ich im offenen Wohn- Esszimmerbereich rund um den Weihnachtsbaum zugange waren, befand sich der Rest der Familie, also die beiden Mütter, Peters Schwester und Timo, in der Küche. Wie das eben bei kleinen Kindern so ist, haben diese immer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt die dringendsten Bedürfnisse.<br />
„Ich muss mal Pipi!“, verkündete Timo und trat dabei schon von einem Bein auf das andere.<br />
Da man beim Gang zum Badezimmer bedingt durch das Öffnen der Küchentür die Tätigkeiten im sogenannten Bescherzimmer hätte sehen können, griff sich meine Schwägerin ein Geschirrtuch. Dies wurde zur Augenbinde für unseren Sohn, der dies als äußerst spannend erachtete und ihn nur noch neugieriger auf die Bescherung und das Christkind werden ließ. Somit war ihm allerdings die Gelegenheit genommen einen einzigen Blick auf dieses himmlische Wesen zu erhaschen.<br />
Selbst bei Peters anschließendem und oben beschriebenem Ritual, war dies Timo nicht möglich, obwohl er in Windeseile seinem Vater auf den nächtlichen Balkon folgte und das gesamte Firmament absuchte. Das Christkind war wieder einmal für Sekundenbruchteile schneller.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Frohe und gesegnete Weihnachten!</strong></p>
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