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	<title>Küche &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Herbstbesuch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Nov 2021 19:32:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Besuch]]></category>
		<category><![CDATA[Heirat]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Nebel]]></category>
		<category><![CDATA[Opa]]></category>
		<category><![CDATA[Teddy]]></category>
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					<description><![CDATA[Klara möchte wieder einmal eine ganze Woche allein mit ihren Großeltern verbringen. Opa Werner und Oma Tina holen sie am Freitag mit dem Auto ab. Klara ist ganz aufgeregt, denn bei den Großeltern auf dem Land gibt es immer so viel zu entdecken und zu erleben. Das letzte Mal haben sie gemeinsam eine Kutschfahrt unternommen. Doch jetzt schnappt sie erst einmal ihren großen Teddy und nimmt auf dem Rücksitz Platz, während Oma Tina die Reisetasche in den Kofferraum packt und Opa Werner sich hinter das Lenkrad setzt. Dann geht die zweistündige Fahrt los. „Du wirst bald sehen, wie wunderschön und kunterbunt der Herbst auf dem Land ist“, meint Opa Werner kurz bevor die ersten Nebelschwaden auftauchen. Noch ist Opa guter Dinge, denn er glaubt daran, dass sich der Nebel gleich wieder auflöst und sie die Herbstsonne am Himmel erstrahlen sehen. Leider hat er sich darin gründlich getäuscht. Je näher sie sich ihrem Heimatort nähern, umso dichter wird der Nebel.  „Das ist ja wie in der Waschküche“, gibt der Großvater missmutig von sich und schaltet die &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Klara möchte wieder einmal eine ganze Woche allein mit ihren Großeltern verbringen. Opa Werner und Oma Tina holen sie am Freitag mit dem Auto ab. Klara ist ganz aufgeregt, denn bei den Großeltern auf dem Land gibt es immer so viel zu entdecken und zu erleben. Das letzte Mal haben sie gemeinsam eine Kutschfahrt unternommen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>och jetzt schnappt sie erst einmal ihren großen Teddy und nimmt auf dem Rücksitz Platz, während Oma Tina die Reisetasche in den Kofferraum packt und Opa Werner sich hinter das Lenkrad setzt. Dann geht die zweistündige Fahrt los.</p>
<p>„Du wirst bald sehen, wie wunderschön und kunterbunt der Herbst auf dem Land ist“, meint Opa Werner kurz bevor die ersten Nebelschwaden auftauchen.</p>
<p>Noch ist Opa guter Dinge, denn er glaubt daran, dass sich der Nebel gleich wieder auflöst und sie die Herbstsonne am Himmel erstrahlen sehen. Leider hat er sich darin gründlich getäuscht. Je näher sie sich ihrem Heimatort nähern, umso dichter wird der Nebel.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Das ist ja wie in der Waschküche“, gibt der Großvater missmutig von sich und schaltet die Nebelscheinwerfer ein.</p>
<p>„Was ist eine Waschküche?“, will Klara wissen, die ihren Teddy fest im Arm hält.</p>
<p>„Die Mutter meiner Mutter ist meine Oma und damit deine Ururoma. Sie hatte eine Waschküche mit einem großen Waschkessel im Keller, als meine Mutter noch ein kleines Kind war“, erzählt Oma Tina.</p>
<p>Klara hört genau zu, denn sie liebt Geschichten von früher.</p>
<p>„In dem Waschkessel wurde die Wäsche sozusagen gekocht und weil das Wasser so heiß war, gab es ganz viel Dampf in dem Raum. Man konnte die Hand vor den eigenen Augen kaum sehen“, berichtet die Großmutter. „Meine Mutter ist deshalb nie gerne in die Waschküche gegangen. Als sie mir diese Geschichte in meiner Kindheit erzählte, habe mir schon damals geschworen, dass ich niemals die Wäsche in einem dampfenden Waschkessel waschen will.“</p>
<p>„Deshalb hast du ja auch darauf bestanden, noch vor unserer Hochzeit eine Waschmaschine zu bekommen. Ich vermute, du hättest meinen Heiratsantrag sonst gar nicht angenommen“, lacht Opa.</p>
<p>„Hättest du Opa sonst wirklich nicht geheiratet?“, schaltet sich Klara ein.</p>
<p>„Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis“, flüstert Oma ihrer Enkeltochter zu. „Ich hätte Opa auf jeden Fall geheiratet, aber mit Waschmaschine noch viel lieber.“</p>
<p>„Wenn ich das gewusst hätte!“, meint Opa Werner. Er fügt aber sofort hinzu: „Ich hätte dir trotzdem eine Waschmaschine gekauft, denn so hattest du mehr Zeit für mich. Außerdem gab es diese Waschkessel zum Glück zu unserer Zeit gar nicht mehr.“</p>
<p>„Opa“, will Klara nun wissen, „wie kannst du bei so viel Nebel eigentlich sehen, wo die Straße ist? Ich erkenne nämlich gar nichts mehr.“</p>
<p>„Ein bisschen helfen mir außer den Nebelscheinwerfern noch die Leitpfosten links und rechts der Fahrbahn. Sie reflektieren das Licht der Scheinwerfer“, erklärt der Großvater. „Ich kann auch die Rücklichter des Wagens vor mir erkennen, da folge ich dem Auto einfach.“</p>
<p>„Wenn du ihm folgst, woher weißt du denn dass er zu Euch nach Hause fährt?“, kombiniert Klara in ihrer Logik.</p>
<p>Der Großvater muss ein wenig schmunzeln und antwortet dann:</p>
<p>„Das merke ich doch, wenn ich plötzlich in einer fremden Garage stehe.“</p>
<p>Darüber muss Klara erst einmal nachdenken, denn irgendwie spürt sie instinktiv, dass Opa Werner sich gerade einen Spaß mit ihr erlaubt. Bevor sie noch etwas sagen kann, macht Oma Tina einen Vorschlag:</p>
<p>„Ich glaube wir sollten eine kleine Pause in meinem Lieblingscafé einlegen. Es müsste doch hier irgendwo in der Nähe sein. Vielleicht hat sich der Nebel nach einem Stückchen Kuchen und einer heißen Schokolade wieder verzogen.“</p>
<p>So kommt es, dass sie wenige Minuten später das kleine Café „Sahnehäubchen“ betreten.</p>
<p>„Hihi!“, muss Klara lachen, als sie Opas beschlagene Brille sieht. „Du hast den Nebel jetzt auf deiner Brille!“</p>
<p>„Jetzt kann ich wirklich nichts mehr sehen“, antwortet der Großvater. „Apropos Brille, da fällt mir eine Begebenheit von früher ein.“</p>
<p>„Erzählen, erzählen!“, fordert ihn Klara auf und auch Oma ist gespannt, was ihr Gatte nun zum Besten geben will.</p>
<p>„Bestimmt erinnerst du dich auch noch, Tina!“</p>
<p>Die Großmutter ist noch völlig ahnungslos und zuckt mit den Schultern.</p>
<p>„Wir waren ungefähr so alt wie Klaras Eltern jetzt sind. Damals wurde irgendein Geburtstag bei meinen Eltern gefeiert, aber frag mich nicht, wer das Geburtstagskind war. Das ist mir nämlich entfallen. Allerdings erinnere ich mich noch an eine entfernte Verwandte, die über den Nebel klagte, als sie am Morgen mit dem Fahrrad zum Einkaufen fuhr und der sich aus ihrer Sicht immer noch nicht aufgelöst hatte.“</p>
<p>„Ach ja“, unterbricht Oma Tina ihren Mann. „Jetzt kann ich mich wieder erinnern. Es war ein wunderschöner Tag und von Nebel keine Spur.“</p>
<p>„Ja und ich bat sie dann mir doch einmal ihre Brille zu geben“, erzählt Opa Werner weiter. &#8222;Ich ging in die Küche und reinigte die Brillengläser, danach reichte ich ihr die Brille wieder.“</p>
<p>„Und?“, will Tina wissen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Sie war begeistert, denn mit einem Schlag hatte sich der Nebel verzogen oder besser gesagt: Er war nie dagewesen, sondern die Brillengläser waren lediglich verschmiert gewesen.“</p>
<p>„Aber heute ist echter Nebel“, sagt Klara, die bei der Weiterfahrt vom Schlaf übermannt wird.</p>
<p>„Klara, aufwachen!“, weckt Oma Tina sie eine Dreiviertelstunde später vorsichtig. „Wir sind da.“</p>
<p>Die Enkeltochter öffnet die Augen und fragt schlaftrunken: „Bist du sicher, dass wir nicht in der Garage des Autofahrers sind, dem Opa nachgefahren ist? Bei dem Nebel hat er das bestimmt nicht bemerkt.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/karl-fridolin-von-tap/">Karl Fridolin von Tap</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/arme-kleine-gans/">Arme kleine Gans</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/grossvaters-haus/">Großvaters Haus</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wetterprognosen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2018 14:25:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aberglaube]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Mist]]></category>
		<category><![CDATA[Rucksack]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>
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					<description><![CDATA[Tanja hat Herbstferien. Es sind ihre ersten richtigen Schulferien, denn sie ist erst im Sommer eingeschult worden. Mit ihren Eltern macht sie Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern.  Für ein kleines Mädchen aus Berlin gibt es hier viel zu bestaunen. Auch ausprobieren und hier und da ein bisschen mithelfen darf sie, zum Beispiel beim Hühnerfüttern, beim Einsammeln der Eier oder beim Einsetzen der Tulpenzwiebeln. Bis jetzt wurde sie immer vom Bauer und der Bäuerin gelobt, denn sie hat alle ihr aufgetragenen Arbeiten sorgfältig und gewissenhaft erledigt. Obwohl der Korb mit den eingesammelten Eiern heute recht voll und auch schwer war, hat sie alle heil in der Küche bei der Bäuerin Hilde abgeliefert. „Das machst du toll, Tanja. Wie soll ich das alles nur bald wieder ohne dich schaffen?“ „Wenn du es nicht schaffst, komme ich einfach wieder hier her. Weihnachten sind doch Ferien und dann sind da auch noch die Winter,- Oster- und die großen Sommerferien“, meint Tanja. „Naja, das können  wir ja alles noch besprechen, aber jetzt setz dich schön mal &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Tanja hat Herbstferien. Es sind ihre ersten richtigen Schulferien, denn sie ist erst im Sommer eingeschult worden. Mit ihren Eltern macht sie Urlaub auf dem Bauernhof von Familie Sonnenschein in Bayern.<span class="Apple-converted-space">  </span>Für ein kleines Mädchen aus Berlin gibt es hier viel zu bestaunen.</strong><br />
<span class="dropcap">A</span>uch ausprobieren und hier und da ein bisschen mithelfen darf sie, zum Beispiel beim Hühnerfüttern, beim Einsammeln der Eier oder beim Einsetzen der Tulpenzwiebeln.<br />
Bis jetzt wurde sie immer vom Bauer und der Bäuerin gelobt, denn sie hat alle ihr aufgetragenen Arbeiten sorgfältig und gewissenhaft erledigt. Obwohl der Korb mit den eingesammelten Eiern heute recht voll und auch schwer war, hat sie alle heil in der Küche bei der Bäuerin Hilde abgeliefert.<br />
„Das machst du toll, Tanja. Wie soll ich das alles nur bald wieder ohne dich schaffen?“<br />
„Wenn du es nicht schaffst, komme ich einfach wieder hier her. Weihnachten sind doch Ferien und dann sind da auch noch die Winter,- Oster- und die großen Sommerferien“, meint Tanja.<br />
„Naja, das können<span class="Apple-converted-space">  </span>wir ja alles noch besprechen, aber jetzt setz dich schön mal hin und trinke deine Milch. Oder möchtest du lieber eine heiße Schokolade.“<br />
„Ohja eine Tasse heiße Schokolade, bitte! Die war gestern soooo lecker!“, sagt Tanja begeistert.<br />
„Die Milch und die frische Luft hier tun unserem Mädchen richtig gut“, meint Tanjas Mutter, die in diesem Moment die Küche betritt und ihrer Tochter zärtlich über die Haare streicht.<br />
Inzwischen sind alle um den Frühstückstisch versammelt. Bäuerin Hilde und Bauer Anton sitzen jeweils an der Stirnseite des großen Tisches. Tanja darf auf der Bank zwischen der „Ferienoma“ Maria und dem „Ferienopa“ Josef sitzen. Ihnen gegenüber nehmen Tanjas Eltern Platz.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wir machen heute einen Ausflug, eine kleine Wanderung“, weiht Tanjas Vater alle Anwesenden ein.<br />
„Dann iss mal dein Frühstück ordentlich auf. Du hast doch bestimmt schon gemerkt, wenn man seinen Teller brav leerisst, dann scheint die Sonne. Und gutes Wetter brauche ich heute unbedingt. Ich habe mir nämlich eine weniger schöne Tätigkeit vorgenommen, das Fensterputzen. Aber es muss mal wieder sein“, erklärt die Bäuerin.<br />
„Ohje, Sie Arme!“, bedauert Tanjas Mutter die Bäuerin. „Wenn ich zu Hause meine Fenster putze, dann ist das Ergebnis immer nur von kurzer Dauer. Ich könnte fast jedes Mal wetten, dass es spätestens am nächsten Tag regnet.“<br />
„Das ist mir auch schon oft passiert!“, bestätigt die Bäuerin diesen Aberglauben.<br />
„Wartet mal!“, ruft da Oma Maria aus. „Ich muss euch unbedingt etwas mitgeben!“<br />
Sie verlässt die Küche, um eine Minute später wieder zu erscheinen.<br />
„Hier, den solltet ihr unbedingt mitnehmen!“<br />
Sie reicht Tanjas Vater einen Schirm und bittet ihn trotz momentanem Sonnenschein diesen in den Rucksack zu stecken.<br />
„Wenn ich den dabei habe regnet es nie. Nur wenn ich ihn zu Hause vergessen habe, dann regnet es ganz sicher. Das ist mir erst neulich wieder passiert!“, berichtet sie den Umstehenden.<br />
„Na, dann nehmen wir den Schirm selbstverständlich mit, damit unser Ausflug nicht ins Wasser fällt“, lenkt Tanjas<span class="Apple-converted-space">  </span>Vater ein und verstaut ihn in seinem Rucksack, obwohl er diese Sache mit dem Schirm für Zufall beziehungsweise Aberglauben hält.<br />
Als die drei Urlauber zur Haustür hinaus auf den Hof gehen, zeigt sich der Himmel in seinem schönsten Blau. Sie sind sich sicher, dass heute kein einziges Tröpfchen herabfallen wird und freuen sich auf den Tag. Die anderen wünschen ihnen eine schöne Wanderung und winken ihnen nach, als durch das Hoftor die Nachbarin herüber kommt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Hoffentlich geht das gut“, meint sie skeptisch zu den Feriengästen und wirft einen Blick zum Himmel. „Ich nehme doch an, dass sie einen Regenschirm dabei haben.“<br />
Etwas verdutzt deutet Tanja auf den Rucksack, den ihr Vater geschultert hat.<span class="Apple-converted-space"> Irgendwie irritiert sie das ganze Gerede um das Wetter. Sagt der Vater sonst nicht immer, dass der Mensch das Wetter sowieso so nehmen muss, wie es eben ist?! Aber welche Vorahnung hat die Nachbarin nun schon wieder?</span><br />
„Ich habe heute so ein Ziehen in meinem Knie und das ist ein sicheres Zeichen, dass sich das Wetter ändert.“<br />
„Wir sind gewappnet!“, beteuert Tanjas Vater und schreitet mit Frau und Tochter frohgemut zum Hoftor hinaus. Hinter ihnen hören sie noch Opa Josef aus dem Küchenfenster rufen:<br />
„Ach Edith, du mit deinem Knie und dem Wetter. Du weißt doch:</p>
<p style="text-align: center;">„Kräht der Hahn auf dem Mist,<br />
ändert sich das Wetter oder bleibt wie es ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/jetzt-aergere-ich-mich-aber/">Jetzt ärgere ich mich aber&#8230;</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/durch-die-luefte-getragen/">Durch die Lüfte getragen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wenn-der-vater-mit-dem-sohn/">Wenn der Vater mit dem Sohn&#8230;</a></p>
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		<title>Wahre Liebe</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/wahre-liebe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Oct 2018 22:01:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Plauderecke]]></category>
		<category><![CDATA[Ampel]]></category>
		<category><![CDATA[gerührt]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[wahr]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich grüße Euch heute wieder einmal aus meiner Plauderecke. Mir ist bei der Durchsicht meiner Fotos aus diesem Jahr aufgefallen, dass es da eine Aufnahme gibt, die ich Euch unbedingt zeigen möchte. Das Beitragsfoto und die Überschrift meines Posts sind Bestandteile davon. Rote Rosen. Liebe. Beides gehört irgendwie zusammen. Verschenken doch Liebende gerne als Zeichen ihrer wahren und großen Liebe rote Rosen an den / die Partner(in). Die von mir fotografierte Rose ist ebenfalls ein Geschenk. Doch hierzu gehört noch etwas anderes und natürlich eine kleine, aber schöne Begebenheit: Es war der 4. Mai diesen Jahres. Ein Freitag. Ich glaube es war nachmittags, aber da bin ich mir nicht mehr so ganz sicher. Auf jeden Fall fuhr ich mit meinem Auto durch die Stadt. Meine Mutter war wieder einmal bei uns zu Besuch und saß neben mir auf dem Beifahrersitz. Wir standen an der Ampel einer Kreuzung in der Innenstadt. Unser Wagen war der erste in der Schlange der Wartenden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen mehrere uns unbekannte Personen am Fußgängerüberweg und warteten darauf, dass &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich grüße Euch heute wieder einmal aus meiner Plauderecke. Mir ist </strong><br />
<strong>bei der Durchsicht meiner Fotos aus diesem Jahr aufgefallen, dass es da eine Aufnahme gibt, die ich Euch unbedingt zeigen möchte.</strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>as Beitragsfoto und die Überschrift meines Posts sind Bestandteile davon. Rote Rosen. Liebe. Beides gehört irgendwie zusammen. Verschenken doch Liebende gerne als Zeichen ihrer wahren und großen Liebe rote Rosen an den / die Partner(in).<br />
Die von mir fotografierte Rose ist ebenfalls ein Geschenk. Doch hierzu gehört noch etwas anderes und natürlich eine kleine, aber schöne Begebenheit:<br />
Es war der 4. Mai diesen Jahres. Ein Freitag. Ich glaube es war nachmittags, aber da bin ich mir nicht mehr so ganz sicher. Auf jeden Fall fuhr ich mit meinem Auto durch die Stadt. Meine Mutter war wieder einmal bei uns zu Besuch und saß neben mir auf dem Beifahrersitz. Wir standen an der Ampel einer Kreuzung in der Innenstadt. Unser Wagen war der erste in der Schlange der Wartenden.<br />
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen mehrere uns unbekannte Personen am Fußgängerüberweg und warteten darauf, dass die Fußgängerampel auf Grün umschaltete.<br />
Da ich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls warten musste, ließ ich meinen Blick schweifen und da fiel mir etwas auf.<br />
„Schau mal!“, sagte ich zu meiner Mutter. „Ich glaube dort drüben steht eine Braut. Diese junge Frau heiratet bestimmt morgen.“<br />
„Meinst du?“, fragte meine Mutter noch und ich wollte ihr gerade erklären, wie ich auf diese Idee kam, da schaltete die Fußgängerampel auf Grün und die fremde junge Frau überquerte mit zwei Begleiterinnen die Straße.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Im nächsten Momente blickte die junge Frau freudestrahlend in unsere Richtung. Sie beeilte sich sichtlich unser Fahrzeug zu erreichen, dann klopfte sie sachte an das Beifahrerfenster. Ich drückte auf den Knopf und das Fenster öffnete sich. Die junge Dame streckte die Hand durch die Öffnung und überreichte meiner Mutter einen kleinen Rosenstrauß, bestehend aus einer Blume, liebevoll mit Schleierkraut und etwas Grün kombiniert. Dazu gehörte eine Karte.<br />
„Ich wünsche Ihnen alles Gute!“ sagte sie freundlich lächelnd.<br />
„Ihnen auch!“, konnten wir der jungen Braut noch schnell zurufen, da war sie schon wieder in Richtung Bürgersteig unterwegs und unsere Ampel forderte uns zur zügigen Weiterfahrt auf.<br />
„Das ist ja nett!“, meinte meine Mutter.<br />
„Was steht denn auf der Karte, die sie dir mit der Rose gegeben hat?“, wollte ich von meiner Mutter wissen.<br />
„Das kann ich jetzt nicht lesen, denn ich habe meine Lesebrille nicht mitgenommen. Die liegt bei dir Zuhause auf dem Küchentisch.&#8220;<br />
Ich war schon ziemlich neugierig und deshalb hoffte ich ausnahmsweise mal auf eine weitere rote Ampel. Diese ließ auch nicht lange auf sich warten und ich ergriff sofort die Gelegenheit mir von meiner Mutter die Karte geben zu lassen. Laut las ich den Text vor:</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>„Liebe bedeutet nicht, dass es immer einfach ist.</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Liebe bedeutet aber, dass es die Mühe wert ist.“</strong></em></p>
<p>Ich weiß nicht wer die junge Frau war und auch der Verfasser dieser wunderschönen Worte ist mir nicht bekannt. Aber ich muss gestehen, dass wir von dieser netten Geste und diesen beiden Sätzen sehr gerührt waren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-5433 size-large aligncenter" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E3041-1024x768.jpg" alt="" width="840" height="630" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E3041-1024x768.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E3041-300x225.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E3041-768x576.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2018/10/1200px-IMG_E3041.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" />*Der Hersteller dieser Karte ist laut Aufdruck: VISUAL STATEMENTS GmbH / Design by: VISUAL STATEMENTS (KOLLEKTION LIEBLINGSMENSCH)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="Apple-converted-space">Vielleicht möchtet Ihr auch diese Geschichten noch lesen:</span></p>
<p><span class="Apple-converted-space"><a href="http://lifetellsstories.de/zu-verschenken/">Zu verschenken</a></span></p>
<p><span class="Apple-converted-space"><a href="http://lifetellsstories.de/wo-die-liebe-hinfaellt/">Wo die Liebe hinfällt&#8230;</a></span></p>
<p><span class="Apple-converted-space"><a href="http://lifetellsstories.de/die-sache-mit-der-vorahnung/">Die Sache mit der Vorahnung</a> </span></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Jetzt geht’s richtig los!</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/jetzt-gehts-richtig-los/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/jetzt-gehts-richtig-los/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2017 12:14:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Brummer]]></category>
		<category><![CDATA[Fliege]]></category>
		<category><![CDATA[Geschirrtuch]]></category>
		<category><![CDATA[Glas]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[los]]></category>
		<category><![CDATA[Scheibe]]></category>
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					<description><![CDATA[Kaum schickt die langersehnte Sonne die ersten wärmenden Sonnenstrahlen vom Himmel, geht es wieder richtig los. Es summt und brummt in allen Ecken des Gartens. Gerade umschwirrt mich draußen auf der Terrasse ein dicker Brummer. Ich sehe ihn nicht, aber ich kann ihn hören. Da sein Brummen sehr intensiv ist und wohl einem etwas größerem Resonanzraum zu entstammen scheint, vermute ich, dass es sich um einen fetten Brummer handelt. Was sich im Freien so schön mit dem Zwitschern der Vögel vermischt und zum Genießen der wiedererwachten Natur gehört, empfinde ich im Innern des Hauses als ziemlich lästig. Aus diesem Grund haben wir auch bei den Terrassen- und Balkontüren sogenannte Fliegengittertüren angebracht. Aber leider verirrt sich mancher Brummer doch in die Innenräume. So auch jetzt wieder. Ich öffne das besagte Fliegengitter und die Terrassentür, damit ich wieder ins Haus kann. Auf diese Gelegenheit scheint der Brummer allerdings nur gewartet zu haben. Schneller als ich, ist er in den Innenräumen und fliegt kreuz und quer. Rastlos irrt er in der Diele hin und her. „Nicht mit mir!“, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kaum schickt die langersehnte Sonne die ersten wärmenden Sonnenstrahlen vom Himmel, geht es wieder richtig los. Es summt und brummt in allen Ecken des Gartens. Gerade umschwirrt mich draußen auf der Terrasse ein dicker Brummer. Ich sehe ihn nicht, aber ich kann ihn hören. Da sein Brummen sehr intensiv ist und wohl einem etwas größerem Resonanzraum zu entstammen scheint, vermute ich, dass es sich um einen fetten Brummer handelt.</strong><br />
<span class="dropcap">W</span>as sich im Freien so schön mit dem Zwitschern der Vögel vermischt und zum Genießen der wiedererwachten Natur gehört, empfinde ich im Innern des Hauses als ziemlich lästig. Aus diesem Grund haben wir auch bei den Terrassen- und Balkontüren sogenannte Fliegengittertüren angebracht. Aber leider verirrt sich mancher Brummer doch in die Innenräume. So auch jetzt wieder.<br />
Ich öffne das besagte Fliegengitter und die Terrassentür, damit ich wieder ins Haus kann. Auf diese Gelegenheit scheint der Brummer allerdings nur gewartet zu haben. Schneller als ich, ist er in den Innenräumen und fliegt kreuz und quer. Rastlos irrt er in der Diele hin und her.<br />
„Nicht mit mir!“, versuche ich ihm zu drohen.<br />
Im Eiltempo hasste ich zu meiner Küchentür, um sie zu schließen und ihm den Weg zu versperren. Zu spät. Zielsicher steuert er durch den kleinen Spalt und direkt zu einem meiner drei Küchenfenster. Hier donnert er mit Wucht gegen die Scheibe.<br />
„Na warte!“, rufe ich aus. „Ich kriege dich schon!“<br />
Bewaffnet mit einem Wasserglas und einem dünnen Pappdeckel, gehe ich auf Fliegenjagd. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich auf diese Art die eine oder andere Fliege oder auch schon mal eine Wespe einfange, um sie wieder sicher und wohlbehalten nach draußen zu befördern. Doch bei diesem Brummer habe ich jetzt keine Chance. Er fliegt von einem Fenster zum nächsten, immer dem Licht entgegen. Logisch und irgendwie schlau, denn dort vermutet er die große Freiheit. Aber auch irgendwie dumm, denn er müsste doch eigentlich aus seiner eigenen Erfahrung lernen. Nichts desto trotz donnert er immer wieder gegen das geschlossene Fenster. Leider ist er unermüdlich in seinen Fehlversuchen und gibt mir keinerlei Gelegenheit mein Glas zum Einsatz zu bringen, denn dafür müsste er sich eine Ruhepause gönnen und sich irgendwo niederlassen.<br />
„Setz dich doch endlich mal hin!“, befehle ich dem dicken Brummer, was allerdings keinerlei Wirkung zeigt.<br />
Ich denke mir: „Wenn du unbedingt zum Fenster hinaus willst, dann mache ich es dir eben auf. Dann bin ich dich endlich los!“<br />
Gesagt, getan. Nur los bin ich den Brummer immer noch nicht. Entweder er versteht meine Sprache nicht oder er will einfach nicht. Ich vermute, beides ist der Fall. Also muss ich mir eine andere Strategie überlegen, um ihn durch das geöffnete Fenster zu scheuchen. Mittlerweile bevorzugt er nämlich die beiden anderen geschlossenen Fenster.<br />
Ich schnappe mir ein Geschirrtuch, das griffbereit am Haken hängt und wedele damit in der Luft herum. Ich versuche ihn damit in Richtung des geöffneten Fensters zu lenken.<br />
„Was veranstaltest du denn hier?“, ertönt die mir etwas überflüssig erscheinende Frage von meinem Mann, der in die Küche gekommen ist, um sich schnell einen Kaffee zu machen.<br />
„Das siehst du doch!“, gebe ich ein bisschen schnippisch zurück und wedele weiter.<br />
Weder mein Glas noch mein Geschirrtuch haben sich bewährt. Der Brummer hat sich entschieden wieder durch die geöffnete Küchentür zurück in die Diele zu fliegen.<br />
„Na toll! Ich bin echt begeistert“, gebe ich meinem Mann in einem Tonfall zu verstehen, der keinerlei Missverständnisse aufkommen lässt. Ich stelle mir nämlich gerade vor, dass der Brummer jetzt durch unser Treppenhaus nach oben in die anderen Räume entweicht.<br />
„Den werden wir jetzt nie mehr los!“<br />
„Wieso?“, fragt mein Mann kopfschüttelnd. „Mach doch einfach die Haustür auf und schwuppdiwupp ist er draußen. Die Öffnung ist doch wahrlich nicht zu übersehen.&#8220;<br />
„Das denkst auch nur du!“, sage ich, als auch schon besagter Brummer zielsicher gegen das verschlossene Oberlicht donnert.<br />
„Ich hole jetzt die Fliegenklatsche!“, beschließe ich genervt und eile in den Hauswirtschaftsraum, gefolgt von dem dicken Brummer.<br />
Siegessicher schwinge ich das besagte Teil in meiner Hand und wende meinen Blick nach oben, um den Brummer zu fixieren. Und was sehe ich? Es ist einfach nicht zu fassen! Zu dem dicken Brummer haben sich zwei kleinere Stubenfliegen dazu gesellt.<br />
„Ich begreife es nicht! Wo kommt ihr denn her?“<br />
Langsam bin ich mit meiner Weisheit, was die Fliegenjagd betrifft und mit meinen Nerven am Ende.<br />
„Ja, ja!“, gibt mein Mann zum Besten. „Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, dann fliegen Fliegen Fliegen hinterher!“<br />
„Hör auf mit den Sprüchen!“, schimpfe ich und habe doch tatsächlich das Geschwader aus den Augen verloren.<br />
„Siehst du, jetzt hast du mich abgelenkt und ich weiß nicht mehr wo sie hin sind.&#8220;<br />
„Dort!“, grinst mein Göttergatte frech und deutet mit dem Zeigefinger in Richtung Diele.<br />
Ich hechte hinterher, in einer Hand die Fliegenklatsche und in der anderen das Geschirrtuch und einer Mordswut im Bauch. Mein Blick ist fest auf das fliegende Trio geheftet, während ich mein Gehirn nach weiteren Fliegenjagdstrategien durchforste. Doch plötzlich bleibe ich mit offenem Mund stehen und rühre mich nicht mehr vom Fleck.<br />
Das Dreiergespann fliegt doch tatsächlich zielgerichtet und ohne Umwege direkt in Richtung der geöffneten Haustür. Ich halte die Luft an und wage weder zu atmen noch zu hoffen. Doch man glaubt es kaum: Die zwei kleinen Fliegen fliegen hinter der dicken Fliege schnurstracks zur Haustür hinaus, als wenn sie schon immer genau diesen Fluchtweg gekannt hätten.<br />
Ich hechte hinterher und werfe die Haustür mit Schwung zu, damit auch keiner der Drei wieder zurück fliegen kann.<br />
„Uff!“<br />
Froh diese Plagegeister endlich aus dem Haus zu haben, atme ich erst einmal tief durch.<br />
„Komm, jetzt trinken wir erst einmal einen Kaffee!“, schlägt Peter vor.<br />
„Lass uns damit auf unseren Sieg anstoßen“, lache ich nun.<br />
Doch schon in der nächsten Sekunde vergeht mir das Lachen. Mein Blick fällt nämlich beim Betreten der Küche auf das geöffnete Küchenfenster. Direkt davor auf meiner Küchenplatte erblicke ich nämlich einen alten Bekannten,</p>
<p style="text-align: center;">den dicken, fetten Brummer.</p>
<p style="text-align: center;"><em>Fortsetzung folgt …</em></p>
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/flie/">Flie</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/die-abenteuer-des-kleinen-matz/">Die Abenteuer des kleinen Matz</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/ein-falke-zwei-prinzessinnen-und-meine-heimatstadt/">Ein Falke, zwei Prinzessinnen und meine Heimatstadt</a></p>
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		<title>Ein Tässchen Kaffee gefällig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2016 22:34:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Behälter]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffeebohnen]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffeevollautomat]]></category>
		<category><![CDATA[Kauf]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Prozente]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist jetzt schon fast ein Jahr und acht Monate her. Damals stand ich mitten in einem großen Kaufhaus in Dresden. Besser gesagt man hatte mich zuerst mit dem LKW von „Ich-weiß-nicht-wo“ nach Dresden gefahren und mich eine ganze Weile warten lassen. Es war eine gefühlte Ewigkeit vergangen, bis sie mich endlich auspackten und in eines der vielen Regale stellten. Da stand ich nun und viele Menschen zogen an mir vorüber. Die meisten warfen nicht einmal einen Blick auf mich, sondern gingen zu den einfachen und herkömmlichen Modellen. Auch an meinen Nachbarn zogen sie vorüber. Hin und wieder jedoch blieben auch einige von ihnen stehen und plötzlich war mein Nachbar zur Rechten verschwunden. Die anderen erzählten, dass er nun ein Zuhause gefunden hätte. Ich wunderte mich schon ein wenig, denn eigentlich war er gar nicht so hübsch. Ich fand mich mit meinen silbernen Tasten viel schöner. Nicht mal ausprobieren durfte man mich. Ich konnte also niemand zeigen, was ich so alles drauf hatte. Ich fieberte dem Tag entgegen, an dem ich mein ganzes Können präsentieren &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist jetzt schon fast ein Jahr und acht Monate her. Damals stand ich mitten in einem großen Kaufhaus in Dresden. Besser gesagt man hatte mich zuerst mit dem LKW von „Ich-weiß-nicht-wo“ nach Dresden gefahren und mich eine ganze Weile warten lassen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">E</span>s war eine gefühlte Ewigkeit vergangen, bis sie mich endlich auspackten und in eines der vielen Regale stellten. Da stand ich nun und viele Menschen zogen an mir vorüber. Die meisten warfen nicht einmal einen Blick auf mich, sondern gingen zu den einfachen und herkömmlichen Modellen. Auch an meinen Nachbarn zogen sie vorüber. Hin und wieder jedoch blieben auch einige von ihnen stehen und plötzlich war mein Nachbar zur Rechten verschwunden. Die anderen erzählten, dass er nun ein Zuhause gefunden hätte. Ich wunderte mich schon ein wenig, denn eigentlich war er gar nicht so hübsch. Ich fand mich mit meinen silbernen Tasten viel schöner. Nicht mal ausprobieren durfte man mich. Ich konnte also niemand zeigen, was ich so alles drauf hatte. Ich fieberte dem Tag entgegen, an dem ich mein ganzes Können präsentieren konnte. Inzwischen war es kurz vor Weihnachten und die Menschen suchten Geschenke für ihre Liebsten oder auch für sich selbst. Aber wie das eben so ist, gibt es beim Kauf auch eine Schmerzgrenze. Niemand will wirklich viel Geld ausgeben, aber trotzdem allen Luxus und Komfort bekommen.<br />
Auch nach Weihnachten stand ich noch traurig in dem Regal. Gerade als ich schon dachte, dass ich wohl ein Ladenhüter werden würde, tat sich etwas über mir. Man hängte Schilder auf und ich hörte die Kunden sagen, dass nun alles viel billiger wäre. Man würde jetzt Prozente bekommen, was auch immer das bedeuten sollte. Für mich jedoch sollte es das Glück bedeuten.<br />
Plötzlich standen nämlich ein Mann und eine Frau vor mir. Sie blieben doch tatsächlich interessiert vor mir stehen und drückten auf meinen Tasten herum. Doch was nutzte das? Nichts! Mir fehlten ganz bestimmte Vorraussetzungen, damit ich funktionieren konnte. Eine Verkäuferin pries mich in den höchsten Tönen an. Sie berichtete von meinem Können und zählte alle meine guten Eigenschaften auf. Zum Schluss betonte sie noch, dass es an diesem besagten Tag sogar noch Zusatzprozente gab und dass dies ein einmaliges Angebot wäre für so ein Prachtstück wie mich. Das schien ein sehr bedeutendes Argument zu sein, denn plötzlich hörte ich die Frau sagen:<br />
„Das ist doch <em>die</em> Gelegenheit. Wir wollten uns doch schon immer so etwas anschaffen.“<br />
„Ja, ich denke auch, den sollten wir nehmen!“, nickte der Mann und schon überschlugen sich die Ereignisse. Die Verkäuferin nahm mich vom Regal und packte mich wieder in den Karton aus dem man mich vor Weihnachten ausgepackt hatte. Der Mann und die Frau bezahlten und nun war ich <em>ihr</em> Eigentum. Total stolz und mit einem glücklichen Lächeln trugen sie mich zum Auto und fuhren mich in mein neues Zuhause.<br />
Jetzt ging die Hektik erst richtig los. Sie stellten mich hier hin und dort hin und endlich fanden sie den geeigneten Platz, nämlich in einer großen, aber gemütlichen Küche ganz nahe beim Fenster. Und dann bekam ich endlich Strom und alle anderen Zutaten, damit ich nun richtig loslegen konnte.<br />
Wer ich eigentlich bin, wollt Ihr wissen?!<br />
Na, ein Kaffeevollautomat.<br />
Ich kann ganz viele Kaffeeköstlichkeiten zubereiten. Man muss nur die entsprechenden Zutaten bereitstellen und die entsprechenden Tasten drücken. Aber man muss mich auch pflegen. Das ist wie bei den Menschen. Wer geliebt wird, wird gehegt und gepflegt, gedrückt und bedient. Ja, so ist das auch bei mir. Auch ich brauche viel Zuwendung und Aufmerksamkeit, sonst streike ich nämlich.<br />
„Ständig willst du etwas von uns“, sagt manchmal die Frau zu mir. „Aber wir ja auch von dir!“<br />
Durst habe ich ganz gewaltig und Hunger auch. Das ist wiederum so ähnlich wie bei den Menschen. Ich brauche hauptsächlich Wasser und Milch und verschlinge eine Unmenge von Kaffeebohnen.<br />
„Du machst einen ganz schönen Krach!“, sagt manchmal der Mann.<br />
Ja, er hat recht, aber den mache ich auch nur ganz kurz und zu einem ganz bestimmten Zweck. Ich kann die Kaffeebohnen nämlich nur gemahlen verwerten und das Mahlen macht eben Geräusche.<br />
Haben sie sich erst einmal zu Pulver verwandelt, rieselt das Wasser hindurch und erhält seinen köstlichen Kaffeegeschmack, den die Menschen so lieben. Dann kann ich ich auch noch Milch hinzufügen, egal ob flüssig oder als Milchschaum.<br />
Außer Wasser, Milch und Kaffeebohnen brauche ich auch noch Pflege. Von nichts kommt eben nichts. Man muss mich immer schön sauber halten und meinen Behälter mit dem verbrauchten Kaffeepulver leeren. Naja, ich gebe es ja zu, das muss man schon regelmäßig und auch häufig tun. Aber der Mann trägt den Behälter immer nach draußen in den Garten und leert ihn dort aus. Die Frau hat ihm nämlich erklärt, dass das verbrauchte Kaffeepulver gut für die Pflanzen ist und auch den Boden auflockert. Ha, was sie mir alles zu verdanken haben!<br />
Ich kommuniziere auch immer mit der Frau und dem Mann, denn sonst wissen sie ja nicht, was ich von ihnen will. Ich teile ihnen zum Beispiel mit, wenn der Kaffeebehälter geleert oder wenn der Wasserbehälter nachgefüllt werden muss. Wenn die Kaffeebohnen zur Neige gehen, dann erkennen sie es daran, dass ich seltsame Geräusche mache und nur Wasser in die Tassen fülle, aber keinen Kaffee. Wenn die Milch im Aufschäumbehälter fehlt, dann gibt es tüchtig Dampf in der Bude. Und wenn ich wieder einmal entkalkt werden will, dann schreibe ich ihnen einfach nur einen kurzen Befehl: „Entkalken!“<br />
Ihr solltet mal sehen, wie der Mann und die Frau dann springen und mir die entsprechende Pflege zuteil kommen lassen. Aber ich danke es ihnen auch, indem ich gleich wieder einen köstlichen Kaffeeduft durch das Haus ziehen lasse und allzeit bereit bin, wenn die Frau fragt:<br />
„Ein Tässchen Kaffee gefällig?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/aus-dem-leben-meiner-kuechenuhr/">Aus dem Leben meiner Küchenuhr</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/die-jahre-gekommen/">In die Jahre gekommen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das Sofa in der Küche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2015 22:31:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Generationen]]></category>
		<category><![CDATA[gute Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Küchentisch]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Pudding]]></category>
		<category><![CDATA[Sofa]]></category>
		<category><![CDATA[Sperrmüll]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich waren wir bei Freunden eingeladen. Da wir zwei Tage vorher bei meiner Mutter gewesen waren, hatte ich in meiner Handtasche noch ein paar alte Fotos, die ich mitgenommen hatte. Ich zeigte sie unseren Freunden und wir hatten beim Betrachten und Erzählen viel Spaß. Das Foto zu dieser Geschichte machte ebenfalls die Runde. „Bist du das?“, fragten mich unsere Freunde. „Ja, das ist meine Wenigkeit, &#8211; Prinzessin Astrid.“ Umrahmt von Kissen, die mich sicherlich stützen und vor dem Anecken schützen sollten, sitze ich da auf dem Sofa. Ich war damals gerade einmal 7 Monate alt, wie ich auf der Rückseite lesen kann. Schön, dass meine Mutter dies alles vermerkt hat. Die Rassel fest im Griff, erregt meine Aufmerksamkeit der Fotograf. Ich nehme an, es war mein Vater, der diesen Schnappschuss von mir machte. „Was hast du denn da auf dem Kopf?“, werde ich gefragt. „Na, das ist eine Tolle!“ „Stimmt, das hatte ich auch“, sagt unsere Bekannte. „Sieht ziemlich witzig aus, aber das war anscheinend damals modern“, erkläre ich zu meiner Verteidigung. Wenn ich das &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich waren wir bei Freunden eingeladen. Da wir zwei Tage vorher bei meiner Mutter gewesen waren, hatte ich in meiner Handtasche noch ein paar alte Fotos, die ich mitgenommen hatte. Ich zeigte sie unseren Freunden und wir hatten beim Betrachten und Erzählen viel Spaß. Das Foto zu dieser Geschichte machte ebenfalls die Runde.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„B</span>ist du das?“, fragten mich unsere Freunde.<br />
„Ja, das ist meine Wenigkeit, &#8211; Prinzessin Astrid.“<br />
Umrahmt von Kissen, die mich sicherlich stützen und vor dem Anecken schützen sollten, sitze ich da auf dem Sofa. Ich war damals gerade einmal 7 Monate alt, wie ich auf der Rückseite lesen kann. Schön, dass meine Mutter dies alles vermerkt hat. Die Rassel fest im Griff, erregt meine Aufmerksamkeit der Fotograf. Ich nehme an, es war mein Vater, der diesen Schnappschuss von mir machte.<br />
„Was hast du denn da auf dem Kopf?“, werde ich gefragt.<br />
„Na, das ist eine Tolle!“<br />
„Stimmt, das hatte ich auch“, sagt unsere Bekannte.<br />
„Sieht ziemlich witzig aus, aber das war anscheinend damals modern“, erkläre ich zu meiner Verteidigung.<br />
Wenn ich das Foto so betrachte, tauchen Erinnerungen und andere Bilder in meinem Kopf auf. Ich glaube mich zu erinnern. Oder weiß ich manches nur aus Erzählungen? Aber ich sehe alles ganz deutlich vor mir.<br />
„Das Sofa stand in unserer Küche“, erzähle ich den anderen.<br />
Ich kann mich erinnern, dass ich auf diesem Sofa gesessen habe. Ich habe dort gespielt, allein oder mit meinen kleinen Spielkameraden oder ich betrachtete meine Bilderbücher. Vor dem Sofa stand der Küchentisch und somit saß ich wohl auch manchmal dort und habe gegessen.<br />
Und was essen alle Kinder gerne? Pudding. Meine Mutter kochte mir also eines Tages auch einen Pudding. Sie wollte mir eine Freude machen, zumal ich laut meiner Eltern eine schlechte Esserin war. Man glaubt es zwar kaum, wenn man das Foto betrachtet, aber so wurde mir berichtet und ich kann dies aus späteren Erinnerungen auch bestätigen. Meine Mutter stellte also den Pudding auf den Tisch und fütterte mich oder besser gesagt, sie versuchte es. Nach ihren Erzählungen zufolge habe ich wohl auch beim ersten Löffel brav den Mund aufgemacht, doch dann ließ ich ihn fest geschlossen.<br />
„Na, mach schön den Mund auf!“, forderte mich meine Mutter auf, aber ich presste die Lippen aufeinander.<br />
„Schmeckt ganz lecker!“<br />
Mein Mund blieb zu.<br />
„Na komm, einen Löffel für den lieben Papa…“<br />
Mein Mund blieb zu.<br />
„Ach Astrid, nur ein kleines Löffelchen für den Opa…“<br />
Meine Lippen blieben zusammen gepresst und ich wich mit dem Hin- und Herbewegen des Kopfes immer wieder erfolgreich dem Löffel aus. Sagen konnte ich damals noch nichts, aber irgendwelche Unmutslaute muss ich wohl von mir gegeben haben.<br />
Wenn man so ein kleines Kind hat, das sowieso schon immer schlecht isst, dann kann man als Mutter verzweifeln. Das weiß ich aus eigener Erfahrung als Mutter eines „Schlechtessers“. Nachdem alle Tricks erfolglos blieben, machte mir meine Mutter einen Vorschlag.<br />
„Schau mal, die Mama macht es dir vor!“ Meine Mutter wollte natürlich mit gutem Vorbild vorausgehen, dann würde ich es ihr schon nachmachen. So nahm sie jedenfalls an. Also lud sie den Löffel tüchtig voll.<br />
„Siehst du der Mama schmeckt das auch…“<br />
Sie schob sich den Löffel in den Mund und …<br />
„Der schmeckt ja widerlich! &#8211; Ach Gott! Kein Wunder willst du den Pudding nicht essen!“, sagte sie zu mir und streichelte mich. „Der ist ja total versalzen!“<br />
Meine Mutter hatte sich vergriffen und aus Versehen Salz anstelle von Zucker dem Puddingpulver zugefügt. Selbstverständlich hat sie der lieben kleinen Astrid einen neuen Pudding gekocht, den ich dann natürlich auch gefuttert habe, denn der schmeckte jetzt so wie Pudding schmecken soll, nämlich süß.<br />
In dieser Küche spielte sich unser Leben ab, denn wir waren wochentags immer nur zu zweit. Mein Vater arbeitete damals in Frankfurt am Main und kam immer nur zum Wochenende nach Hause. Uns beiden reichte die Wohnküche aus. Das Wohnzimmer war unsere gute Stube. Da man damals noch mit Holz und Kohle heizte, blieb an den Wochentagen das Wohnzimmer (fast) ungeheizt. Weil es in der Küche aber gemütlich warm war, gab es für uns auch keine Veranlassung extra noch das Wohnzimmer zu heizen. Im Wohnzimmer stand allerdings der Fernseher, aber damals sah man ja kaum fern. Wenn abends um sieben das Sandmännchen kam, machte meine Mutter die Tür zum Wohnzimmer auf und ich setzte mich im Schlafanzug und in den Bademantel gehüllt auf mein kleines blaues Stühlchen. Dies stand dann zwischen Küche und Wohnzimmer auf der Schwelle. Von dort aus schaute ich mir die Sandmännchensendung an. Danach war Schlafengehen angesagt. Dieses Ritual vollzog sich Abend für Abend und ich glaube mich noch daran erinnern zu können.<br />
Erinnern kann ich mich auch noch an das große Spülbecken gleich vorne links, wenn man die Küche betrat. Hier hat mir meine Mutter immer die Haare gewaschen. Das ist mir so gut im Gedächtnis geblieben, weil ich es hasste und demzufolge auch immer ein kleineres Drama vollführt habe, was man in meinen Kindheitserinnerungen unter dem Buchstaben „K“ nachlesen kann.<br />
Ich weiß auch noch genau, wie unsere Küche eingerichtet war. Das liegt vielleicht daran, dass die Küchenmöbel bis hinein ins Erwachsenenalter für mich eine bedeutende Rolle gespielt haben. Der Küchenschrank ist mittlerweile in Ober- und Unterteil zerlegt, aber beide Teile existieren noch. Sie stehen bei meiner Mutter im Keller und sind in ihrer Funktion zweckentfremdet, z. B. als eine Art Werkzeugschrank.<br />
„Der Küchentisch und das Sofa fand auch eine weitergehende Nutzung!“, sagt Peter.<br />
„Ja genau, der Tisch stand bei mir in meiner Studentenbude, die eigentlich nur aus einem Zimmer bestand“, ergänze ich.<br />
Und das Sofa wurde auch noch genutzt. Während meine Eltern unser Haus bauten, zogen wir zu meinem Opa ins Haus und dort stand das Sofa ebenfalls in der Küche. Später dann, in unserer ersten gemeinsamen Wohnung fand es als Couchersatz im Wohnzimmer seinen Platz.<br />
„Da es farblich nicht so gut zu unserer Einrichtung passte, es war gelb mit einem kleinen schwarzen Muster, legten wir eine schöne Decke darüber“, lasse ich die Erinnerungen zurück kommen. „Bequem war es immer noch und auch sonst noch gut in Schuss.“<br />
„Deshalb haben wir es auch beim Umzug in unsere zweite Wohnung mitgenommen“, erzählt Peter weiter.<br />
„Ja, aber dann konnten wir uns schon eine Couchgarnitur leisten und es stand nur noch für ein paar Wochen bis zu deren Anlieferung im Wohnzimmer. Als wir das Kinderzimmer eingerichtet haben, hat es dort seine neue Verwendung gefunden und noch einige Jahre seinen Dienst getan.“<br />
Damit hat also wieder ein kleines Kind, nämlich Timo, darauf gesessen, Bilderbücher betrachtet und mit seinen kleinen Freunden gespielt. Timo verbindet mit dem Sofa noch ein ganz besonderes Erlebnis, das ich aber irgendwann einmal in einer anderen Geschichte erzählen werde.<br />
Erst nachdem sich der Inhalt des Sofas auflöste und unten heraus rieselte, haben wir uns von diesem Möbelstück getrennt. Schweren Herzens haben wir es zum Sperrmüll gestellt. Es war über 30 Jahre alt und hat im Grunde genommen 3 Generationen (meinen Eltern, mir und meinem Mann und Timo) gute Dienste erwiesen.</p>
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		<title>Timo und die kleinen Tierchen in meiner Küche</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/timo-und-die-kleinen-tierchen-meiner-kueche/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2015 16:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[fatured]]></category>
		<category><![CDATA[Fliege]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Läuse]]></category>
		<category><![CDATA[Maus]]></category>
		<category><![CDATA[Missverständnis]]></category>
		<category><![CDATA[Sohn]]></category>
		<category><![CDATA[Tierchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Aufräumen in meinem Arbeitszimmer ist mir eine blaue DIN A-4 Mappe in die Hände gefallen. Es ist einfach nur eine Sammelmappe ohne Aufschrift und ich kann mir schon denken, dass hier Handlungsbedarf besteht. Wahrscheinlich habe ich irgendwann einmal alles Mögliche und Unmögliche einfach nur hier hinein gesteckt, weil ich es nicht wegwerfen wollte, aber sonst nicht wusste wohin damit. Also löse ich die Gummiringe und öffne die Mappe. Vor mir liegen viele beschriftete Seiten auf denen ich u.a. Erlebnisse und Begebenheiten mit unserem damals noch kleinen Sohn in Worte gefasst habe und plötzlich sind alle Erinnerungen wieder da: Es war ein schöner Sommertag mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Ich stand in unserer Küche in Darmstadt und bereitete das Mittagessen vor. Unser etwa zweijähriger Timo spielte im Wohnzimmer mit seinen Bauklötzchen. Alles war friedlich und ich überlegte gerade, was wir nach Timos Mittagsschlaf unternehmen könnten, als unser Sohn zu mir in die Küche kam. Er setzte sich auf den Fußboden, um mir zuzusehen. Plötzlich wurde ich durch Timos zartes Stimmchen aus meinen Gedanken gerissen: &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Beim Aufräumen in meinem Arbeitszimmer ist mir eine blaue DIN A-4 Mappe in die Hände gefallen. Es ist einfach nur eine Sammelmappe ohne Aufschrift und ich kann mir schon denken, dass hier Handlungsbedarf besteht. Wahrscheinlich habe ich irgendwann einmal alles Mögliche und Unmögliche einfach nur hier hinein gesteckt, weil ich es nicht wegwerfen wollte, aber sonst nicht wusste wohin damit. Also löse ich die Gummiringe und öffne die Mappe.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><span class="dropcap">V</span>or mir liegen viele beschriftete Seiten auf denen ich u.a. Erlebnisse und Begebenheiten mit unserem damals noch kleinen Sohn in Worte gefasst habe und plötzlich sind alle Erinnerungen wieder da:<br />
Es war ein schöner Sommertag mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Ich stand in unserer Küche in Darmstadt und bereitete das Mittagessen vor. Unser etwa zweijähriger Timo spielte im Wohnzimmer mit seinen Bauklötzchen. Alles war friedlich und ich überlegte gerade, was wir nach Timos Mittagsschlaf unternehmen könnten, als unser Sohn zu mir in die Küche kam. Er setzte sich auf den Fußboden, um mir zuzusehen. Plötzlich wurde ich durch Timos zartes Stimmchen aus meinen Gedanken gerissen:<br />
„Mama, Maus!“, plapperte er vor sich hin.<br />
Ich blickte zu ihm hinunter und sah, dass er ein Stofftier in den Händen hielt.<br />
„Nein Timo, das ist doch dein kleines Hundchen“, berichtigte ich ihn.<br />
Einen Moment war es ruhig, doch dann meinte er wieder:<br />
„Mama, Maus!“<br />
„Nein Timo, hier ist keine Maus. Das ist ein Hund!“, erklärte ich ihm nochmals und streichelte sowohl Timo über sein Haar als auch den Hund über sein Fell.<br />
Wieder wand ich mich dem Essen auf dem Herd zu und ich dachte schon alles sei in Ordnung, da protestierte mein Sohn abermals:<br />
„Mama, Maus!“<br />
Jetzt wurde es mir doch etwas seltsam zumute und ich fragte mich insgeheim, ob er Recht hatte und sich eine Maus in unsere Küche eingeschlichen hatte. Sichtlich unwohl, spürte ich wie mir eine Gänsehaut den Rücken hinunterlief. Mäuse mögen ja niedliche kleine Tierchen sein und sie tun niemand etwas zu Leide, aber ich hatte und habe trotzdem Angst vor Mäusen. Ich wusste genau, wenn hier irgendwo tatsächlich eine Maus wäre, würde ich mein Kind an der Hand nehmen und das Weite suchen. Ja, ich würde ohne zu zögern mit Timo aus der Wohnung rennen und diese dem kleinen Vierbeiner überlassen. Peter war nicht da, er befand sich gerade auf einer Dienstreise und würde erst spät am Abend wieder zurückkehren. Es fehlte also unser großer Beschützer, der in einer solchen Situation sicherlich zum großen Helden mutiert wäre, &#8211; zumindest in Timos und meinen Augen. Also musste ich jetzt überlegen, was zu tun war. Vielleicht sollten wir bei unseren Vermietern Zuflucht suchen oder wir würden zu meiner Freundin laufen. Möglicherweise waren diese Personen keine solchen Angsthasen und liefen auch nicht vor Mäusen davon.<br />
„Ich darf vor Timo keine Angst zeigen“, überlegte ich mir, „sonst hat er auch Angst und weint.“<br />
Während ich mir so meinen Schlachtplan zurecht legte, zupfte Timo wieder an meinem Rockzipfel und behauptete abermals:<br />
„Mama, Maus!“<br />
Dieses Mal deutete er auch mit seinem ausgestreckten Ärmchen in die Richtung, in der er die Maus gesehen hatte. Ich überlegte, ob sich dort unter meiner Arbeitsplatte irgendwo das Tierchen versteckt hielt. Mutig schaute ich nach, allerdings mit gebührendem Abstand und sozusagen sprungbereit, um gemeinsam mit Timo zu flüchten. Ich nahm ihn vorsichtshalber schon mal auf den Arm und fragte mich insgeheim, wer von uns beiden jetzt wen beschützte. Vermutlich suchte ich eher bei Timo Schutz, denn er sah eigentlich eher fröhlich und gar nicht erschrocken oder ängstlich aus, sondern strahlte mich an und deutete weiter mit seinem Fingerchen auf die …<br />
„Maus!“, fipste Timo.<br />
Ja, und da sah ich sie! Die Maus! Sie saß nicht unter meiner Arbeitsplatte, sondern oberhalb. Genauer gesagt, sie saß auf der Fensterscheibe und war …</p>
<p style="text-align: center;">eine Fliege.</p>
<p>Man kann sich sicherlich meine Erleichterung vorstellen. Alle Angst fiel von mir ab und ich herzte und drückte erleichtert unser Söhnchen an mich. Nachdem ich fast schon Freudentränen in den Augen hatte, klärte ich Timo über das Missverständnis auf und er verwechselte fortan auch niemals mehr diese beiden Tierchen.<br />
Allerdings sollten sich, wie mir schien, noch andere kleine Tierchen in meine Küche verirren. Timo muss schon etwas älter gewesen sein, denn er ging bereits in den Kindergarten. Nach dem abendlichen Bad setzte er sich auf sein Stühlchen in der Küche und aß artig sein Abendbrot. Danach blieb er sitzen und betrachtete noch ein kleines Weilchen ein Bilderbuch.<br />
Da das Telefon klingelte, lief ich in den Flur und nahm das Gespräch dort entgegen. Es war kein sehr langes Gespräch und so kam ich nach wenigen Minuten wieder zurück in die Küche. Timo „las“ immer noch in seinem Bilderbuch und alles hätte friedlich und in Ordnung sein können, wenn nicht…<br />
Ja, wenn mein Blick nicht plötzlich auf Timos Kopf gefallen wäre.<br />
„Oh nein!“, rief ich erschrocken aus.<br />
Timo sah mich fragend an, denn er hatte ja nichts angestellt und war sich demzufolge auch keiner Schuld bewusst.<br />
„Jetzt haben wir sie also auch!“, dachte ich mir, „so ein Pech!“<br />
Timos Kopf oder besser gesagt, seine Haare waren über und über voll davon. Überall hatten sie sich verbreitet.<br />
„So schlimm ist das also! Was mache ich jetzt bloß? Immer abends oder am Wochenende passiert so etwas.“<br />
Ich war mir vollkommen sicher. Das waren Läuse! Im Kindergarten kursierten sie, das war mir ja bekannt. Jedes Jahr zur &#8222;Kapuzenzeit&#8220; traf es einige Kinder und selbstverständlich deren Eltern, denn die hatten dann die ganze Arbeit mit den kleinen Tierchen.<br />
„Das kann ja jetzt lustig werden“, dachte ich missmutig. „Nur komisch, dass mir vorhin beim Baden nichts aufgefallen ist. Ich habe doch noch genauestens hinter den Ohren nachgeschaut, wo sie angeblich ihre Eier ablegen.“<br />
Ich hatte so gehofft, dieses Schicksal würde an uns vorübergehen, aber anscheinend kann man diesen Tierchen nicht davonrennen, so kurz deren Beinchen auch immer sein mögen. Mittlerweile durchsuchte ich Timos Kopf ganz genau und unser Söhnchen hatte inzwischen auch schon einen etwas ängstlichen Blick aufgesetzt.<br />
„Komm wir gehen noch einmal ins Badezimmer und waschen die Haare“, forderte ich ihn auf, als mein Blick auf Timos kleines Tischchen fiel. Jetzt musste ich aber auf einmal lauthals lachen und Timo schaute mich verwirrt an. Vermutlich dachte er, dass seine Mutter nun vollkommen übergeschnappt sei. Ich aber war total erleichtert, denn ich hatte plötzlich erkannt, was sich da auf Timos Kopf tummelte. Es waren keine Läuse, denen waren wir zum Glück entgangen. Nein, ich hatte unserem Söhnchen noch ein paar Erdnussflips in ein Schälchen auf den Tisch gestellt, die hatte er gefuttert und sich anscheinend mit den Fingern durch die Haare gefahren. So kamen die Krümeltierchen auf seinen Kopf.</p>
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		<title>Mensch ärgere dich nicht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jan 2015 21:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[ärgern]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer auch immer dieses Spiel erfunden hat, hat den Nerv der Menschheit getroffen. Zu den Eigenschaften des Menschen gehört es nämlich sich unter anderem zu freuen und sich zu ärgern. Diese Gefühlsregungen spielen sich in jedem von uns ab und haben oftmals auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Freuen wir uns, so strahlen oder lachen wir und stecken nicht selten andere damit an. Ärgern wir uns, so bekommt das meist unser Gegenüber ebenfalls zu spüren. Wir schimpfen dann, setzen einen verärgerten oder gar grimmigen Gesichtsausdruck auf und verspüren eher negative Gefühle. Mein Gesichtsausdruck ist in diesem Augenblick eher der zweiten Gefühlsregung zuzuordnen. Ich habe meinen beiden Männern (Gatte und Sohn) bestimmt schon hundertmal gesagt: „Wischt doch bitte nach dem Rasieren eure Barthaare weg!“Und auch heute rufe ich es genau in dem Augenblick nach unten, als mein Mann nach einem Einkauf im Baumarkt zur Haustür hereinkommt. Seine Antwort zeigt weder etwas von Reue noch einen Funken Verständnis für meine Verärgerung. Im Gegenteil, er ruft einfach nur nach oben: „Diese ewige Putzerei ist doch nicht normal!“ Da könnte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer auch immer dieses Spiel erfunden hat, hat den Nerv der Menschheit getroffen. Zu den Eigenschaften des Menschen gehört es nämlich sich unter anderem zu freuen und sich zu ärgern. Diese Gefühlsregungen spielen sich in jedem von uns ab und haben oftmals auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Freuen wir uns, so strahlen oder lachen wir und stecken nicht selten andere damit an. Ärgern wir uns, so bekommt das meist unser Gegenüber ebenfalls zu spüren. Wir schimpfen dann, setzen einen verärgerten oder gar grimmigen Gesichtsausdruck auf und verspüren eher negative Gefühle.</strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>ein Gesichtsausdruck ist in diesem Augenblick eher der zweiten Gefühlsregung zuzuordnen. Ich habe meinen beiden Männern (Gatte und Sohn) bestimmt schon hundertmal gesagt:<br />
„Wischt doch bitte nach dem Rasieren eure Barthaare weg!“Und auch heute rufe ich es genau in dem Augenblick nach unten, als mein Mann nach einem Einkauf im Baumarkt zur Haustür hereinkommt. Seine Antwort zeigt weder etwas von Reue noch einen Funken Verständnis für meine Verärgerung. Im Gegenteil, er ruft einfach nur nach oben:</p>
<p>„Diese ewige Putzerei ist doch nicht normal!“</p>
<p>Da könnte ich mich doch schon wieder ärgern. „Als wäre ich ein Putzteufel“, denke ich, wische noch den Spiegel schön blank und poliere die Badarmaturen. Danach marschiere ich nach unten, um die Einkäufe meines Mannes zu begutachten.<br />
„Hoffentlich hast du die richtige Farbe mischen lassen“, sage ich und begutachte den Farbeimer.<br />
„Na klar, genau nach der Farbkarte, die wir neulich ausgesucht haben. Obwohl ich persönlich die Küche einfach wieder nur weiß streichen würde.“<br />
„Das ist doch total langweilig“, verteidige ich die Farbentscheidung. „Außerdem ist dieser zarte Grünton doch nur ein leicht grünlich getöntes Weiß. Sieht bestimmt toll aus“, bekräftige ich unseren Beschluss.<br />
„Na ja, erst müssen wir einmal alles abkleben und dann fange ich mit der Decke an. Hol doch schon mal die Lammfellrolle zum Streichen aus der Garage!“<br />
„Welche Lammfellrolle meinst du eigentlich?“, frage ich zwei Minuten später. „Ich habe nur die einfache Rolle hier gefunden!“<br />
„Ach, weißt du was, ich fahre noch mal schnell in den Baumarkt und hole mir eine. Braucht man eh&#8216; immer wieder“, beschließt Peter und ist auch schon auf dem Weg zu seinem Auto.<br />
Als er wieder zurück ist, steht er mit einem großen Karton vor unserer Haustür und verkündet freudestrahlend:<br />
„Das hier ist was ganz Tolles. Ich habe das mal so gemacht wie du immer im Baumarkt und habe mich vor einen Bildschirm gestellt, auf dem sie immer  Videos mit Werbung laufen lassen. Und da haben sie dieses Ding hier angepriesen. Damit soll die Streicherei viel schneller und kinderleicht von statten gehen. Ich dachte mir, wir probieren es einfach mal aus.“<br />
Jetzt bin ich doch etwas verwundert, denn eigentlich ist mein Mann sehr praktisch veranlagt, handwerklich begabt, keineswegs leicht von Werbung zu überzeugen und führt solche handwerklichen Tätigkeiten auch eher auf die traditionelle Art und Weise aus.<br />
„Was ist das denn für ein seltsames Ding?“, frage ich meinen Peter, der inzwischen schon mit Auspacken und Zusammenbau der Wundermaschine beschäftigt ist. Hierbei handelt es sich um einen elektrischen Farbroller, der mit einer Schlauchpumpe betrieben wird und dank eines langen teleskopartigen Stils und eines langen Schlauchs das Streichen von Zimmerdecken und auch von großen Wänden zum Kinderspiel werden lassen soll. Naja, und da bekanntlich in jedem Mann ein Kind steckt, ist auch mein Gatte von dieser Wundermaschine sichtlich angetan.<br />
Inzwischen beginnt es draußen schon zu dämmern und ich bezweifele mittlerweile, dass wir heute noch mit der Streichaktion anfangen, geschweige denn fertig werden.<br />
„Wollen wir nicht einfach mal ganz normal mit der Rolle anfangen zu streichen?“, erkundige ich mich vorsichtig und leicht verärgert über die ständige Verzögerung der geplanten Arbeit.<br />
„Nein“, erklärt er mir. „Jetzt will ich das erst einmal ausprobieren!“<br />
Sogleich macht Peter sich an die Arbeit und nimmt die Küchendecke in Angriff. Ich verfolge die ganze Sache sehr interessiert und würde es eigentlich auch gerne mal ausprobieren, aber Peter ist ganz in seinem Element. Obwohl hierbei angeblich nichts tropft, sind schon einige Farbkleckser auf seinen Haaren zu sehen. Das ist allerdings bei meinem Peter nichts Außergewöhnliches, wenn er streicht. Meist ist er trotz seiner Professionalität hinterher voller Farbe im Gesicht, an den Händen und der Kleidung. Er streicht eben immer gleich alles mit.<br />
„Tja, so ganz überzeugt bin ich noch nicht!“, meint er nach der Fertigstellung der Decke. „Jetzt probiere ich es mal an der Wand aus.“<br />
Zuerst heißt es alles wieder zu säubern, denn jetzt ist der leichte Grünton angesagt. Danach wird das eine Ende des Schlauchs in den Farbeimer gehängt und das andere Ende über die Schlauchpumpe an den Farbroller angeschlossen. Und los kann es gehen:<br />
So schnell geht es nun auch wieder nicht.<br />
„Vielleicht ginge es auf traditionelle Weise schneller“, überlege ich gerade, da meint Peter: „Irgendetwas stimmt hier nicht, da kommt ja fast gar nichts raus. Wahrscheinlich pumpt das Ding nicht richtig. Das muss ich erst einmal überprüfen.“<br />
Ehe ich mich versehe, startet er seine Überprüfung und von da an geht plötzlich alles ganz schnell:<br />
Peter nimmt den Schlauch in die Hand und knickt ihn unterhalb des Farbrollersstils ab, um zu überprüfen, ob die Pumpe auch mit Druck die Farbe nach oben an die Rolle befördert. Der Druck ist da. Die Farbe auch. Durch den Druck und den Knick baut sich jetzt allerdings ein Überdruck auf, es kommt in diesem Moment also sozusagen zu einem Farbstau und es passiert, was passieren muss. Es gibt einen Knall und der Schlauch ist geplatzt. Damit einhergehend spritzt die gesamte Farbe aus dem Schlauch in der Gegend herum. Peter versucht das Schlimmste zu verhindern, indem er sich zum Ausschalten der Pumpe in Richtung Gerät bückt. Dabei zieht er allerdings versehentlich ruckartig an dem Schlauch. Dies hat zur Folge, dass auch der Farbeimer, der auf meinem Küchentisch abgestellt ist, diesen Ruck zu spüren bekommt. Er beginnt zu wackeln und bevor noch eine rettende Hand hinzuschnellen kann, ist er umgekippt. Somit ergießt sich auch noch diese Farbe auf meinen Fußboden und bespritzt Tisch, Wände und auch meinen Peter.<br />
„Oh Gott!“, rufe ich aus.<br />
„Nichts passiert, nichts passiert!“, ruft hingegen mein Peter.<br />
„Das kann ich deutlich sehen!“, ärgere ich mich jetzt aber.<br />
„Der Schlauch muss schon irgendwo eine Macke gehabt haben“, erklärt er mir. Ich fahr jetzt in den Baumarkt und lasse mir einen anderen Schlauch geben.“<br />
Da es zwischenzeitlich 10 Minuten vor Ladenschluss ist, rast er so wie er aussieht los. Ich hingegen bleibe zurück, versuche die Farbe zumindest von meinen Fliesen und meinem Küchentisch zu entfernen und bin nicht gerade bester Stimmung.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Mensch ärgere dich nicht!“,</strong></p>
<p>sage ich immer wieder zu mir selbst und als Peter eine halbe Stunde später wieder aufkreuzt, stehe ich auf der Leiter mit der üblichen Lammfellrolle in der Hand und habe schon mal angefangen eine Wand anzulegen. Peter lässt es sich jedoch nicht nehmen, mit dem automatischen Farbroller weiterzuarbeiten. Bevor er allerdings alles wieder zusammengebaut und vorbereitet hat, bin ich mit der Küchenstreicherei schon fast fertig. Er macht dann noch den Rest und hier und da ein bisschen Feinarbeit. Es sieht richtig toll aus. Mittlerweile lachen wir auch über dieses Missgeschick und gönnen uns zum Abschluss noch ein Gläschen Rotwein.</p>
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		<title>Aus dem Leben meiner Küchenuhr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2014 21:41:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Flohmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Handy]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
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		<category><![CDATA[Modelle]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich stehe um die Mittagszeit in meiner Küche und bereite gerade meinen Auflauf vor.  „So“, denke ich „in einer halben Stunde stelle ich ihn in den Ofen und dann habe ich noch ungefähr 35 &#8211; 40 Minuten Zeit bis das Essen fertig ist.“ Ein Blick auf meine Küchenuhr bestätigt mir, dass ich dann genau pünktlich fertig bin, wenn mein Mann seine Aufräumarbeiten in unserem Garten beendet haben will. Mein Blick bleibt weiter an meiner Küchenuhr hängen.  „Was die wohl schon alles erlebt hat?“, frage ich mich insgeheim. Von ihrem Vorleben weiß ich nichts, nur, dass sie eines hat. Ich fand sie in einer Kiste auf dem Flohmarkt. „Wahrscheinlich stammt sie aus einer Haushaltsauflösung“, überlege ich mir. „Und bestimmt war sie einst ein richtiges Schmuckstück.“ Da lag sie ganz unscheinbar und unbeachtet zwischen anderen altertümlichen Sachen. Mir fiel sie auf. Warum weiß ich selbst nicht so genau. Wahrscheinlich durch ihre grüne Farbe. Diese taucht auch in meiner Bucheküche auf, die Arbeitsplatte, der Apothekerschrank und die beiden kleinen Regale tragen ebenfalls diese Farbe zur Schau. Ich glaube, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich stehe um die Mittagszeit in meiner Küche und bereite gerade meinen Auflauf vor. </strong></p>
<p><strong>„So“, denke ich „in einer halben Stunde stelle ich ihn in den Ofen und dann habe ich noch ungefähr 35 &#8211; 40 Minuten Zeit bis das Essen fertig ist.“ Ein Blick auf meine Küchenuhr bestätigt mir, dass ich dann genau pünktlich fertig bin, wenn mein Mann seine Aufräumarbeiten in unserem Garten beendet haben will. Mein Blick bleibt weiter an meiner Küchenuhr hängen. </strong></p>
<p><strong>„Was die wohl schon alles erlebt hat?“, frage ich mich insgeheim.</strong></p>
<p><span class="dropcap">V</span>on ihrem Vorleben weiß ich nichts, nur, dass sie eines hat. Ich fand sie in einer Kiste auf dem Flohmarkt.<br />
„Wahrscheinlich stammt sie aus einer Haushaltsauflösung“, überlege ich mir. „Und bestimmt war sie einst ein richtiges Schmuckstück.“<br />
Da lag sie ganz unscheinbar und unbeachtet zwischen anderen altertümlichen Sachen. Mir fiel sie auf. Warum weiß ich selbst nicht so genau. Wahrscheinlich durch ihre grüne Farbe. Diese taucht auch in meiner Bucheküche auf, die Arbeitsplatte, der Apothekerschrank und die beiden kleinen Regale tragen ebenfalls diese Farbe zur Schau. Ich glaube, damals habe ich den Händler auf drei DM runtergehandelt. Immerhin konnte er mir noch nicht einmal glaubhaft versichern, ob sie tatsächlich noch funktionieren würde.<br />
Peter hat sie ebenfalls vom ersten Moment an gemocht, doch er sah auch, dass ihre ehemalige Schönheit zu verblassen begann. Er reinigte sie und polierte ihre Messingzeiger so lange bis sie glänzten. Dann malte er ihre Ziffern 1 bis 12 goldfarben an. Danach erstrahlte die Küchenuhr wieder in ihrem alten neuen Glanz.<br />
„Vielleicht hat ihr die liebevolle Behandlung gutgetan“, wandern meine Gedanken weiter, denn man glaubt es kaum, aber die Uhr funktioniert. Brav zeigt sie jedem der es wissen will, wieviel die Stunde geschlagen hat. Manchmal gleiten unsere Blicke in freudiger Erwartung einer bestimmten Uhrzeit auf ihr Zifferblatt, aber manchmal hängen sie auch ängstlich an ihren Zeigern. Dann nämlich, wenn wir uns wünschen, diese würden sich langsamer drehen und uns nicht ständig zur Eile antreiben.<br />
In ihrem Vorleben muss sie jedoch schon eine Art Herzinfarkt erlitten haben, denn man hat ihr mit einem neuen Uhrwerk sozusagen ein neues Herz transplantiert. Und es läuft und läuft, gesetzt den Fall man wechselt hin und wieder den Herzschrittmacher, sprich die Batterien aus.<br />
Inzwischen ist sie zwar schon ein bisschen in die Jahre gekommen, aber unbeirrt zeigt sie uns Tag für Tag die Zeit. Sie gehört noch zur alten Garde, denn sie ist weder digital noch über Funk gesteuert. Deshalb müssen wir ihr zweimal im Jahr ein bisschen auf die Sprünge helfen. Dann nämlich, wenn der Wechsel zur Sommerzeit und dann wieder zur Winterzeit angesagt ist. Doch sie dankt uns diesen Dienst mit ihrer Treue und Beständigkeit. Lautlos drehen sich ihre Zeiger, egal ob Tag oder Nacht. Sie stört uns nicht durch Ticken oder Schlagen, denn Bescheidenheit ist ihre Zier.<br />
Und so hängt sie in meiner Küche und wacht über das Leben innerhalb dieser vier Wände.<br />
Schmunzelnd muss ich mir eingestehen: „Mit Sicherheit ist ihr Leben bei uns nicht langweiliger als in einer Hexenküche oder sogar in des Teufels Küche, denn auch in meiner Küche ist immer etwas los.“<br />
Hier wird gebrodelt und gekocht, manchmal ist Dampf in der Bude und manchmal züngeln die Flammen aus einem Topf empor. Hier wird gekocht und gegessen, gelacht und diskutiert, gearbeitet und gespielt, getanzt und gesungen …. hier vibrieren die Wände voller Leben. Doch meine grüne Küchenuhr hängt fest an ihrem Nagel und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, egal was auch immer in meiner Küche passiert. Und hier passiert ständig was, so auch jetzt:<br />
Inzwischen sind die Zeiger meiner Küchenuhr auf ein Uhr mittags gewandert. Würde sie mit Glockenschlag diese volle Stunde anzeigen, dann wäre ihr Schlag exakt mit dem Klingeln an unserer Haustür zusammengefallen.<br />
Ich stelle den Auflauf in den Ofen und eile dann zur Tür, vor der unser Sohn und eine Kommilitonin stehen. Beide haben vollgepackte Tüten und Taschen in den Händen.<br />
„Hi“, sage ich, „was habt ihr denn vor?“<br />
„Erst mal was zu essen kochen und dann an unserem Projekt weiter arbeiten!“, erklärt mir Timo, während er in meine Küche stürmt und alles dort auf der Arbeitsplatte abstellt.<br />
Seine Kommilitonin begrüßt mich und marschiert ebenfalls in meine Küche. Sie packen ihre Einkäufe aus und beginnen zu werkeln. Wie ich die Sache überschaue, wollen sie sich Schnitzel in die Pfanne hauen, eine Pilzsoße mit Bandnudeln dazu machen und über alles Käse drüber. Innerhalb von zehn Minuten, wie mich meine Küchenuhr wissen lässt, hat sich meine Küche in das reinste Schlachtfeld verwandelt. Ich bin nur froh, dass ich eine Spülmaschine besitze, denn ich kann mir vorstellen, dass hinterher keiner mehr Lust auf den Abwasch verspürt. Ich verziehe mich erst einmal zu meinem Mann in den Garten, denn meine Ratschläge sind hier bestimmt nicht gefragt. Außerdem müssen die jungen Leute selbst ihre Kocherfahrungen machen. Ich werfe ihnen nur noch ein „Macht doch die Dunstabzugshaube an und ruft mich, wenn mein Auflauf im Backofen fertig ist!“ entgegen und verschwinde kurz nach draußen.<br />
Als ich wieder nach gefühlten 25 Minuten in meiner Küche erscheine, wo übrigens alle drei Fenster und die Tür sperrangelweit offen stehen, damit die Rauchentwicklung besser abziehen kann, sagt mir meine Küchenuhr, dass mein Auflauf schnellstens aus dem Ofen muss.<br />
Während Peter und ich auf unserer Terrasse speisen, lassen es sich die beiden jungen Leute in der Küche schmecken. Mir wird beim Anblick des Chaos in diesen vier Wänden fast schwindelig. Teller, Töpfe und Pfannen stapeln sich neben der Spüle.<br />
„Könnt ihr nicht die Sachen gleich in die Spülmaschine stellen?!“, frage ich, woraufhin Timos Kommilitonin die Teller einräumt und mein Sohn achselzuckend erklärt: „Schau doch mal auf die Uhr, es ist schon nach zwei und wir haben noch nicht angefangen.“<br />
„Ach, wie die Zeit vergeht“, sage ich nur und mache mich an die Säuberungsarbeit in meiner Küche.<br />
Plötzlich kommt mein Mann in die Küche gestürmt und starrt erschrocken auf die Küchenuhr. „Ich hab ja in einer halben Stunde eine Besprechung. Wieso ist es denn schon so spät? Das kann doch gar nicht sein. Geht die Uhr denn überhaupt richtig?“<br />
„Exakt“, bestätigt unser Sohn, der die Zeigerstellung der Wanduhr mit der digitalen Anzeige auf seinem Handy verglichen hat.<br />
Mein Mann stürmt nach oben ins Badezimmer und zehn Minuten später wieder in die Küche. Gerade will er zur Haustür hinaus marschieren, da klingelt unser Telefon. Die Besprechung ist abgesagt und weil sie auf einen anderen Termin verschoben wird, beschließt Peter von zu Hause aus zu arbeiten. Er packt seinen Laptop wieder aus und setzt sich zu den beiden jungen Leuten an unseren ausgezogenen Küchentisch. Diese haben neben ihren Laptops noch einen weiteren großen Bildschirm aufgebaut, damit sie ihre Konstruktionen (beide sind Architekturstudenten) besser begutachten und diskutieren können. Da ich jetzt auch noch meinen Laptop auspacke, um zu arbeiten, erinnert dieser Raum inzwischen eher an einen Computerpool als an eine Küche. Zwischendrin schleicht unsere Katze von einem zum anderen, um sich Milch und Leckerlies verabreichen zu lassen.<br />
Mehr als drei Stunden später, ich war mittlerweile noch schnell beim Bäcker um Brot für das Abendessen zu holen, betrete ich wieder meine Küche, um festzustellen, dass sich mein Mann in sein heimisches Büro verzogen und die Anzahl der Studenten sich verdoppelt hat. Zu Viert wird jetzt an mehreren Modellen gearbeitet.<br />
„Wann müsst ihr denn eigentlich fertig sein?“, frage ich die Studenten.<br />
„Morgen haben wir Präsentation und bis genau null Uhr müssen alle CAD Daten via E-mail übermittelt sein“, erklären sie mir.<br />
„Naja, das sind noch gute fünf Stunden und wenn ihr schon beim Modellbau seid, dann reicht euch die Zeit ja“, erwidere ich.„Hoffentlich!“, meint Timo, wir haben da noch ein paar Änderungen in der Konstruktion zu machen.“<span style="line-height: 1.73;">„Und damit läuft wieder einmal der Countdown“, denke ich mir und packe meine Einkäufe aus.</span></p>
<p>„Habt ihr denn keinen Hunger?“, richte ich meine neue Frage an die Studenten.<br />
„Keine Zeit!“, klingt es fast gleichzeitig aus allen Richtungen, d.h. vom Fußboden her, auf dem die Bauteile für die Modelle zugeschnitten werden und vom Küchentisch her, wo man diese Teile zusammenbaut.<br />
Um unsere Studenten, meinen Mann und mich nicht verhungern zu lassen und so wenig wie möglich zu stören, schmiere ich leckere Brote, viertele Tomaten und richte diese mit Gürkchen auf einem Teller an. Der einzige freie Platz in meiner Küche ist jetzt nur noch mein Cerankochfeld, also stelle ich hier alles zusammen mit Getränken hin und lade alle ein zuzugreifen.<br />
Kauend wird weitergearbeitet und immer wieder wandern die Blicke zu unserer Küchenuhr. Irgendwie ahne ich jetzt schon, dass es wieder einmal spannend und ein Wettlauf mit der Zeit wird.<br />
Während Peter und ich uns ins Wohnzimmer verziehen, dringen aus der Küche unterschiedliche Laute herüber. Anscheinend läuft der Küchenfernseher und gleichzeitig die Stereoanlage. Hin und wieder höre ich irgendwelche Diskussionen, die sich um das eine oder andere Bauteil drehen, zwischendurch ertönen in gewissen Abständen immer wieder Zeitdurchsagen, bis dann eine Dreiviertelstunde vor Abgabetermin laute Schimpfkanonen losgelassen werden. Verwundert schauen wir uns an und erkennen, dass sich dort in der Küche irgendwelche Probleme auftun, die anscheinend den Zeitplan in Frage stellen. Schon stürmen auch Timo und seine Kommilitonen in unser Wohnzimmer. Ihnen ist die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben.<br />
„Werdet ihr nicht rechtzeitig fertig oder was ist los?“, will ich wissen.<br />
„Das wird nichts“, erklärt Timo und als ich stirnrunzelnd auf die betrübten Gesichter blicke, fügt ein Student hinzu: „Wir sind fertig, aber die E-mail geht nicht raus! Das „nudelt“ jetzt schon 5 Minuten, aber die Datenmenge ist zu groß und die Verbindung zu langsam.“<br />
„Los, auf!“, kommandiert Timo plötzlich. „Packt zusammen, wir düsen in die Uni und schicken von dort die Mail raus!“<br />
In Windeseile schultern alle ihre Rucksäcke und schnappen sich ihre Laptops, Timo sitzt schon im Auto und startet den Motor, dann rasen sie los. Ich marschiere in die Küche, werfe einen Blick auf meine Küchenuhr, die genau 15 Minuten vor Mitternacht anzeigt, bevor mich fast der Schlag trifft. Hier liegt alles kreuz und quer: Papierschnitzel, Kleber, fast fertige Modelle, aufgeschlagene Notizblöcke und Bücher, dazwischen Getränke und verstreute Gummibärchen. So gut es geht versuche ich etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Zwischendurch heftet sich mein Blick immer wieder an meiner Küchenuhr fest. Unbarmherzig gleiten die Zeiger der Zwölf entgegen. Noch drei Minuten. Noch zwei Minuten. Mein Mann fängt meinen Blick auf und sagt nur:<br />
„Wird schon!“<br />
„Noch eine Minute!“, entgegne ich nur.<br />
Ich wage kaum zu atmen, da stehen auch schon beide Zeiger übereinander. Ich lasse mich gerade auf einen Küchenstuhl sinken, da piepst mein Handy:<br />
„Geschafft!“, steht auf dem Display und ich hole erst einmal tief Luft und ein Strahlen erscheint auf meinem Gesicht.<br />
Zehn Minuten später erscheinen die Studenten wieder und bauen bis in die frühen Morgenstunden an ihren Modellen weiter, um nach drei Stunden Schlaf in unseren Gästebetten und einem kurzen Frühstück zur Präsentation in die Uni aufzubrechen.<br />
Unaufhaltsam drehen sich währenddessen die Zeiger unserer treuen Küchenuhr weiter.</p>
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		<title>Chaotischer Umzug</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/chaotischer-umzug/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2014 11:47:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Blumen]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Kisten]]></category>
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		<category><![CDATA[Möbelwagen]]></category>
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		<category><![CDATA[Umzug]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich hatte ja an anderer Stelle schon erzählt, dass wir vor 18 Jahren von den alten in die neuen Bundesländer gezogen sind, genauer gesagt: Von Darmstadt nach Cottbus. Allerdings habe ich unseren Umzug noch nicht geschildert. Zu einer ganz normal chaotischen Familie gehört nämlich auch ein chaotischer Umzug: Den Tag bevor die Möbelpacker kamen, feierte unser Sohn seinen 7. Geburtstag, das heißt, ich hatte das Haus voller kleiner in Kostümen steckender Kinder. So kam ich wenigstens nicht zum Nachdenken und zum Traurigsein, denn ein Umzug über 600 Kilometer ist schon ein tiefer Einschnitt in das bisherige Leben. Dieses Gefühl überfiel mich jedoch an dem Morgen als die Umzugswagen vor unserer Haustür standen. Schlagartig schossen mir die Tränen in die Augen. Doch es war keine Zeit zum Weinen und Traurigsein, denn schon bevölkerten die Möbelpacker die Wohnung. Sie griffen sich die gepackten Kisten, rannten kreuz und quer durch die Wohnung und erklärten uns: „Die persönlichen Dinge, die nicht mit in die Möbeltransporter sollen, bitte in die Badewanne legen. Dann wissen wir Bescheid!“ Wir taten so, wie &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich hatte ja an anderer Stelle schon erzählt, dass wir vor 18 Jahren von den alten in die neuen Bundesländer gezogen sind, genauer gesagt: Von Darmstadt nach Cottbus. Allerdings habe ich unseren Umzug noch nicht geschildert. Zu einer ganz normal chaotischen Familie gehört nämlich auch ein chaotischer Umzug:</strong></p>
<p><span class="dropcap">D</span>en Tag bevor die Möbelpacker kamen, feierte unser Sohn seinen 7. Geburtstag, das heißt, ich hatte das Haus voller kleiner in Kostümen steckender Kinder. So kam ich wenigstens nicht zum Nachdenken und zum Traurigsein, denn ein Umzug über 600 Kilometer ist schon ein tiefer Einschnitt in das bisherige Leben.<br />
Dieses Gefühl überfiel mich jedoch an dem Morgen als die Umzugswagen vor unserer Haustür standen. Schlagartig schossen mir die Tränen in die Augen. Doch es war keine Zeit zum Weinen und Traurigsein, denn schon bevölkerten die Möbelpacker die Wohnung. Sie griffen sich die gepackten Kisten, rannten kreuz und quer durch die Wohnung und erklärten uns:<br />
„Die persönlichen Dinge, die nicht mit in die Möbeltransporter sollen, bitte in die Badewanne legen. Dann wissen wir Bescheid!“<br />
Wir taten so, wie uns befohlen wurde. Ich überlegte mir genau, was wir in den nächsten beiden Tagen brauchen würden, denn wir wollten bei meiner Mutter das bevorstehende Wochenende verbringen und am Sonntag von dort weiterfahren in die zukünftige Heimat. Dann wollten wir eine Nacht (von Sonntag auf Montag) in der leeren neuen Wohnung schlafen und am Montagmorgen würden unsere Möbel und alles Weitere kommen. Eine aufregende Zeit stand uns bevor.<br />
Ich legte also auch solche Sachen wie Decken und Luftmatratzen etc. in die Badewanne, um dann zum Hähnchengrill zu fahren und für die gesamte Mannschaft das Mittagessen zu besorgen.<br />
Eine halbe Stunde später parkte ich wieder hinter dem Möbeltransporter und was sahen meine Augen?<br />
„Halt!“, rief ich und sprang aus dem Auto. „Wo haben Sie das denn her?“<br />
„Das lag in der Badewanne!“, kam auch prompt die Antwort wieder zurück.<br />
„Das muss wieder ins Haus zurück!“, befahl ich, „das brauchen wir doch, deshalb lag es ja in der Badewanne!“<br />
„Das muss einem ja mal gesagt werden“, meinte der Möbelpacker nur und ich fragte mich insgeheim, ob denn hier die rechte Hand wisse, was die linke tut. Diese Frage sollten wir uns während unseres Umzuges noch mehrmals stellen.<br />
In der alten Wohnung hatten wir eine kleine Küche, aber soviel geerbte und dazu gehörige Küchenmöbel, dass wir einige davon im Keller untergebracht hatten. In der künftigen Wohnung sollte der entsprechende Raum noch kleiner sein, obwohl der restliche Wohnungbereich über zwei Etagen riesig war. Da wir allerdings planten ein Haus zu bauen, schafften wir uns keine neuen Küchenmöbel an und somit hatte Peter bereits ausgetüftelt, welche Küchenmöbel aus dem Keller kombiniert mit denen aus der alten Küche in der neuen stehen und welche wiederum im Keller landen sollten.<br />
„Ich habe alles genauesten beschriftet und nummeriert, damit die Möbelpacker wissen, welche Teile sie zusammen in ein Auto packen müssen und welche Teile in die Wohnung und welche in den Keller gehören“, erklärte er mir.<br />
„Peter hat sich wirklich Mühe gegeben mit der Küchenplanung und somit wird auch alles klappen!“, dachte ich mir.<br />
Ich war der Meinung, dass dies eine große Hilfe für die Arbeiter sei. Soweit die Theorie. In der Praxis sah die Sache dann allerdings komplett anders aus: Den Möbelpackern war die Beschriftung der Küchenteile vollkommen egal und so luden sie sozusagen alles kreuz und quer ein. Auch teilten sie beispielsweise unseren großen mehrtürigen Kleiderschrank auf zwei Transportfahrzeuge auf: Die Türen in den einen Wagen und den Korpus in den anderen. Wie das alles dann in der neuen Wohnung entladen und aufgebaut werden würde, sollte eine Überraschung sein.</p>
<p>Am Freitagabend war dann endlich alles verladen. Wir verabschiedeten uns von unseren Vermietern, Freunden und Bekannten in Darmstadt. Dann fuhren wir zu meiner Mutter, die 100 Kilometer entfernt lebte und verbrachten dort einen ruhigen Samstag in voller Erwartung, was nun alles noch so passieren würde in unserem zukünftigen Leben. Sonntagvormittag ging es dann los. Meine Mutter kam zur Unterstützung ebenfalls mit nach Cottbus.<br />
Die Nacht in der neuen und vollkommen leeren Wohnung verbrachten wir auf Luftmatratzen schlafend.<br />
Bei unseren vorangegangenen Besuchen in Cottbus hatte man uns berichtet:                            „Hier regnet es seltener als im übrigen Deutschland, eigentlich fast nie.“                                  <span style="line-height: 1.73;">Stimmt, muss ich im Nachhinein bestätigen, aber an diesem besagten Julitag schüttete es aus Kübeln. Der Regen des gesamten Jahres schien sich an diesen einen Tag über Cottbus zu ergießen. Jeder kann sich vorstellen, dass dies der Traum aller Menschen ist, die gerade auf die Möbelwagen warten. Ja, wir warteten und warteten. Morgens um 8 Uhr wollten sie eigentlich ankommen.</span></p>
<p>Wir standen schon seit geraumer Zeit an den Fenstern unserer leeren Wohnung im dritten Stock und überblickten von dort aus das gesamte Neubaugebiet. Nichts! Auch um 10 Uhr war kein Möbeltransporter gesichtet worden. Langsam wurden wir immer nervöser.<br />
„Wir müssen unbedingt in Darmstadt bei dem Transportunternehmen anrufen, vielleicht wissen die was passiert ist“, meinte ich.<br />
„Durch den starken Regen in ganz Deutschland, kommen die Transporter nur sehr langsam voran“, erklärte man uns am Telefon. „Aber sie kommen!“<br />
Gegen Mittag sahen wir sie dann endlich um die Ecke biegen. Sie hatten sogar noch einen Aufzug am letzten Wagen angehängt und mussten deshalb nochmals langsamer fahren.<br />
“Jetzt sind sie jedenfalls schon mal da!“, atmete ich erleichtert auf und das Chaos nahm seinen Anfang:<br />
Der Regen hatte keineswegs nachgelassen, sondern sich eher noch zu einem ausgewachsenen Wolkenbruch verstärkt. In strömendem Regen bauten die Arbeiter erst einmal den Aufzug auf, um dann klitschnass in die Mittagspause zu gehen.<br />
Danach hatte der Regen zwar nicht aufgehört, aber für ein paar Minuten nachgelassen. Voller Tatendrang gingen die Möbelpacker an ihre Arbeit. Sie schafften Kisten für Kisten und einige Möbelstücke, darunter auch die Küchenmöbel, nach oben. Inzwischen goss es wieder so fürchterlich, dass der gesamte Erdboden schon völlig aufgeweicht war. Der Kran, der in einem Bereich stand, der später einmal Rasen werden sollte, war vollkommen im Matsch eingesunken. Somit war die Standfestigkeit nicht mehr gegeben.<br />
„Wir müssen den Kran leider abbauen!“, verkündete der Chef der Truppe zum Leidwesen seiner Arbeiter, denn diese mussten jetzt alle Möbel über das Treppenhaus hochtragen. Doch es sollte noch schlimmer kommen:<br />
„Was ist das denn!“, hörte ich plötzlich meinen Mann aufgeregt rufen. „Wieso in aller Welt habe ich alles beschriftet?“<br />
Bedingt durch die mangelnde Logistik beim Einräumen der beiden Möbeltransporter waren die einzelnen Küchenmöbel für die Wohnung und den Keller durcheinander geraten und niemand von den Arbeitern hatte auf die Beschriftungen meines Mannes geachtet. Sie hatten einfach alles mit dem Aufzug nach oben geschafft, auch die Teile für den Keller. Und: Im Keller standen die Teile für die Küche und gehörten somit nach oben.<br />
„Na toll!“, ärgerte sich nun auch die gesamte Mannschaft. Jetzt, da der Aufzug abgebaut worden war, mussten sie die schweren Möbelstücke über die Treppen von oben nach unten und von unten nach oben schleppen.<br />
„Das fängt ja gut an!“,überlegte ich mir missmutig.<br />
Unserem siebenjährigen Sohn allerdings schien der Umzug Freude zu bereiten, denn er trug geschäftig kleine Dinge in sein Zimmer. Ich jedoch hatte das Gefühl immer mehr im Chaos zu versinken, ohne einen wirklichen Fortschritt zu sehen. Mein Mann half inzwischen den Möbelpackern beim Schleppen und dirigierte die Dinge in die richtige Richtung, denn außer ihm schien nun keiner mehr zu wissen, was wohin musste.<br />
Mitten in diesem Durcheinander klingelte es plötzlich an der Wohnungstür.<br />
„Was ist denn jetzt wieder los?“, sah ich fragend und irgendwie hilflos in die Runde. „Wer kommt nun noch? Uns kennt doch hier noch niemand!“<br />
Etwas verlegen und sichtlich irritiert stand ein junger Mann vor der offenen Wohnungstür. In seiner Hand hielt er etwas Verpacktes, das er mir überreichte und das seinen Inhalt vermuten ließ: Ein Blumenstrauß!<br />
„Von wem ist der?“, fragte ich, doch da eilte der Fleuropbote schon die Treppen hinunter. Wahrscheinlich wollte er so schnell wie möglich dem Chaos entrinnen.<br />
Nun saß ich tränenüberflutet inmitten des Durcheinanders auf einer Umzugskiste und hielt einen wunderschönen Blumenstrauß von meiner Freundin, wie mir die beiliegende Karte verriet, in den Händen. (Diese Freundin war vor zwei Jahren von Darmstadt nach Gotha gezogen, wie ich bereits in einer vorangegangenen Geschichte erzählt habe.)<br />
Ich kann mich nicht mehr erinnern, aus welchen verschiedenen Blumen der Strauß zusammengestellt war, aber an meine große Freude und meine Tränen schon. (Beides überfällt mich übrigens heute noch, wenn ich daran denke.)<br />
„Ich hol eine Vase!“, bot sich Timo sogleich an. „In welcher Kiste sind die Vasen?“<br />
Da war ich nun vollkommen überfragt. Die Umzugskartons trugen zwar alle Beschriftungen, aber wo jetzt ausgerechnet derjenige mit dem Schriftzug „Vasen“ stand, konnte ich unter meinem Tränenschleier nicht erkennen. Selbst einen Eimer konnte zum jetzigen Zeitpunkt keiner ausfindig machen. Zum Glück stand plötzlich der Hausmeister vor der Tür, der mir dann auch in meiner Not ein Gefäß für meine Blumen organisierte.<br />
Abschließend sei noch bemerkt, dass wir das Chaos bewältigt haben, um nach zwei Jahren einen erneuten Umzug innerhalb des gleichen Neubaugebietes in unser eigenes Haus vorzunehmen. Dieses Mal blieb allerdings ein derartiges Chaos aus, alles ging wohlorganisiert und geradlinig von statten.</p>
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