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	<title>Schuhe &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Er sieht rot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2021 10:55:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Koffer]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Zug]]></category>
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					<description><![CDATA[Während meines Studiums flog ich für einige Wochen nach England, um Land und Leute kennenzulernen. Am Londoner Bahnhof fragte ich einen jungen Mann, wo der Zug nach Bournemouth abfahren würde. Hilfsbereit nahm er mir sofort den Koffer ab und ging voraus. Ich fürchtete zwar er würde mit diesem flüchten, aber er führte mich zum betreffenden Gleis.  Schmunzelnd fragte er mich nach meiner Lieblingsfarbe. Meine Antwort hätte ich mir sparen können, denn ich stand mit rot gestreifter Bluse, roter Hose und roter Jacke vor ihm und meinen rotkarierten Koffer trug er in der Hand. Leider weiß ich nicht mehr, welche Schuhe ich trug. Rot?! &#160; &#160; Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Farbenspiel Der Rhododendronpark Wie aus dem Malkasten &#160; *Das Beitragsbild zeigt die Mecklenburgische Bäderbahn Molle, die zwischen Kühlungsborn und Bad Doberan fährt. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während meines Studiums flog ich für einige Wochen nach England, um Land und Leute kennenzulernen. Am Londoner Bahnhof fragte ich einen jungen Mann, wo der Zug nach Bournemouth abfahren würde. Hilfsbereit nahm er mir sofort den Koffer ab und ging voraus. Ich fürchtete zwar er würde mit diesem flüchten, aber er führte mich zum betreffenden Gleis.  Schmunzelnd fragte er mich nach meiner Lieblingsfarbe. Meine Antwort hätte ich mir sparen können, denn ich stand mit rot gestreifter Bluse, roter Hose und roter Jacke vor ihm und meinen rotkarierten Koffer trug er in der Hand. Leider weiß ich nicht mehr, welche Schuhe ich trug. Rot?!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/farbenspiel/">Farbenspiel</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/der-rhododendronpark/">Der Rhododendronpark</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/wie-aus-dem-malkasten/">Wie aus dem Malkasten</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*<em>Das Beitragsbild zeigt die Mecklenburgische Bäderbahn Molle, die zwischen Kühlungsborn und Bad Doberan fährt. </em></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Herbstprobleme &#8211; Frauenprobleme</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/herbstprobleme-frauenprobleme/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/herbstprobleme-frauenprobleme/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Sep 2018 16:02:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bett]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Reisetasche]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Tränen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Herbst. Der Vorbote für die kühlere Jahreszeit.  „Schade!“, findet Luise, denn sie liebt den Sommer. “Aber auch nicht schade!“, fügt sie in Gedanken hinzu. „Ein goldener Herbst hat auch etwas für sich.“ Luise sitzt mit geschlossenen Augen auf ihrem kleinen Balkon und hält das Gesicht in die Herbstsonne. Diese Momente genießt sie, auch wenn die Sonne nicht mehr die Kraft hat, um den ganzen Tag ihre wärmenden Strahlen zur Erde zu schicken. „Auf jeden Fall freue ich mich schon jetzt auf den kommenden Sommer“, überlegt sie.  Als sie die Augen öffnet, blickt sie in einen strahlend blauen Himmel und plötzlich freut sie sich auch über das, was kommen wird. Die bunten Blätter, die steigenden Drachen, das Lachen der Kinder, wenn sie im Laufen das Laub aufwirbeln oder in die Pfützen springen. „Pfützen!“ Das ist das Stichwort für Luise.  „Schuhe!“, durchfährt es ihre Gedanken. „Mein Gott ich brauche ordentliche Schuhe!“ Vorbei ist es mit dem Barfußlaufen, den Flipflops oder den Sandalen. Strümpfe und festes Schuhwerk ist jetzt wieder gefragt. „Mein Gott!“, fährt ihr der &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist Herbst. Der Vorbote für die kühlere Jahreszeit.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong><br />
<strong>„Schade!“, findet Luise, denn sie liebt den Sommer. “Aber auch nicht schade!“, fügt sie in Gedanken hinzu. „Ein goldener Herbst hat auch etwas für sich.“</strong><br />
<span class="dropcap">L</span>uise sitzt mit geschlossenen Augen auf ihrem kleinen Balkon und hält das Gesicht in die Herbstsonne. Diese Momente genießt sie, auch wenn die Sonne nicht mehr die Kraft hat, um den ganzen Tag ihre wärmenden Strahlen zur Erde zu schicken.<span class="Apple-converted-space"><br />
„Auf jeden Fall freue ich mich schon jetzt auf den kommenden Sommer“, überlegt sie.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Als sie die Augen öffnet, blickt sie in einen strahlend blauen Himmel und plötzlich freut sie sich auch über das, was kommen wird. Die bunten Blätter, die steigenden Drachen, das Lachen der Kinder, wenn sie im Laufen das Laub aufwirbeln oder in die Pfützen springen.<br />
„Pfützen!“<br />
Das ist das Stichwort für Luise.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Schuhe!“, durchfährt es ihre Gedanken. „Mein Gott ich brauche ordentliche Schuhe!“<br />
Vorbei ist es mit dem Barfußlaufen, den Flipflops oder den Sandalen. Strümpfe und festes Schuhwerk ist jetzt wieder gefragt.<br />
„Mein Gott!“, fährt ihr der Schreck in die Glieder. „Hab ich überhaupt noch ordentliche Schuhe?“<br />
Luise ist in Sekundenschnelle auf den Füßen, die in luftigen Schühchen stecken und rennt zu ihrem Schuhschrank in der Diele.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Nichts! Nur Sommerlatschen!“ kommt es im Flüsterton über ihre Lippen.<br />
Wer Luise jetzt sehen könnte, würde ihre Blässe bemerken, die plötzlich in ihrem Gesicht aufgestiegen ist.<br />
„Wo sind sie denn hin? Ich werde doch im Frühjahr beim Ausmisten nicht alle meine anderen Schuhe weggeworfen haben. Mit den zwei Paar Pumps komme ich höchstens noch zwei Wochen über die Runden, dann fängt das Matschwetter an.“<br />
Der Schreck steht Luise ins Gesicht geschrieben, doch dann fällt ihr der Keller ein. Genau, sie hat eine alte Reisetasche mit Schuhen gepackt.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Die muss doch irgendwo sein?!“<br />
Inzwischen ist Luise im Keller und durchforstet jede Ecke und jeden Winkel, aber irgendwie bleibt die Reisetasche verschwunden. Sie liegt weder unter dem Regal, noch auf dem alten Schrank von Tante Inge.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Oh nein! Ich hab doch Sachen zum Sperrmüll gebracht. Da war auch eine alte Reisetasche dabei. Da waren doch hoffentlich nicht die Schuhe drin! Bestimmt habe ich sie vorher rausgenommen und in eine der Kisten dort drüben geräumt.“<br />
Luise gibt die Hoffnung nicht auf. Irgendwo müssen doch ihre Schuhe sein. Im obersten Karton waren sie zumindest nicht.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Wahrscheinlich im untersten“, überlegt sie. „Das ist laut Murphy immer so!“<br />
Irgendwie zweifelt Luise mittlerweile an ihrem Verstand. Leidet sie unter Gedächtnisschwund oder was ist los? Sie sieht sich in Gedanken, wie sie die Schuhe fein säuberlich in der alten Reisetasche verstaut. Aber weder Tasche noch Schuhe sind auffindbar.<br />
„Wie auch“, muss sich Luise eingestehen, „wenn ich die Tasche doch weggeworfen habe. Da bin ich mir ganz sicher. Sie ist auf dem Sperrmüll gelandet.“<br />
Luise kann die Welt nicht mehr verstehen. Sie weiß ganz genau, dass sie keine Tasche wegwirft ohne sich vorher zu vergewissern, dass sie leer ist.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Trotzdem! Ich habe die Schuhe in die Tasche geräumt. Nur ausgeräumt habe ich sie nicht mehr. Jedenfalls kann ich mich absolut nicht daran erinnern. Verflixt nochmal!!!“<br />
Inzwischen sieht es im Keller aus wie auf einem Basar. Alles liegt kreuz und quer. Dinge, von denen sie noch nicht einmal mehr ahnte, dass sie noch existieren, hat sie gefunden. Aber keinen einzigen Schuh. Luise ist mit den Nerven fertig. Sie kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, lässt alles liegen wie es ist, löscht das Licht im Keller und geht wieder nach oben in ihre Wohnung.<br />
„Ich könnte heulen! Meine schönen Schuhe. Erst letzten Winter habe ich mir die tollen roten Stiefel gekauft, um die mich jede meiner Freundinnen beneidet hat. Und die schwarzen Stiefeletten mit den hohen Absätzen und die braunen Halbschuhe aus Velourleder und, und… Oh, meine Schuhe! Alle weg!“<br />
Luise geht ins Schlafzimmer, lässt sich bäuchlings auf das Bett fallen und vergräbt das Gesicht im Kissen.<br />
„Ahhhhh!“<br />
Der Schrei kommt tief aus ihrem Inneren und hallt durch das Zimmer.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Das neue Bett!“<br />
Blitzschnell springt Luise auf und reißt mit Schwung den Bettkasten unter der Matratze auf. Ein erneuter Schrei ertönt, als sie eine alte Decke im Bettkasten entdeckt. Eingewickelt in diese Decke liegen alle ihre Schätze, &#8211; ihre Schuhe. Und jetzt erinnert sie sich auch wieder. Als sie das alte Bett und einige andere Utensilien, darunter auch die kaputte Reisetasche, beim Sperrmüll entsorgt hat, verstaute sie ihre Schuhe im Bettkasten des neuen Bettes.<br />
„Was ist denn hier los? Ich habe zwei markerschütternde Schreie gehört.“<br />
Christian, ihr Lebensgefährte, steht in der Schlafzimmertür und blickt auf Luise hinab, die inmitten ihrer Schuhe auf dem Fußboden sitzt. Tränen laufen ihr über das Gesicht. Freudentränen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-blau-des-himmels/">Das Blau des Himmels</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/nebel/">Nebel</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/ein-traum-in-blau-weiss/">Ein Traum in Blau-Weiß</a></p>
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		<title>Heiße Liebe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Mar 2017 10:50:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Kleid]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhe]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich bin gespannt, ob es Euch auch so ergeht. Frau Konfusi jedenfalls liebt sie und kann oftmals nicht widerstehen. Wenn sie sie erblickt, dann entflammt ihr Herz und sie kann nicht anders, als ihnen ihre Liebe zu schenken. Doch manchmal hat sich alles auch als eine Art Hassliebe entpuppt. Das kann dann ganz schön schmerzen. „Ich muss mal kurz in die Stadt und ein paar Erledigungen machen“, ruft Frau Konfusi ihrem Mann zu, der gerade in eine wissenschaftliche Veröffentlichung vertieft ist. „Ich nehme den Bus und bin zum Abendessen wieder zurück!“ Ganz sicher ist sich Frau Konfusi nicht, ob ihr Mann sie richtig verstanden hat oder ob er überhaupt etwas mitbekommen hat. Es kommt nämlich nur ein kurzes „Okay!“ aus seinem Arbeitszimmer. Es könnte sich auch auf den Inhalt der Veröffentlichung bezogen haben. Aber Frau Konfusi bleibt keine Zeit mehr zum Nachhaken, denn schon in wenigen Minuten fährt der Bus vorne an der Straßenecke ab. Also schlüpft sie schnell in Jacke und Schuhe, schnappt sich noch ihre Tasche und schon klappt die Wohnungstür von außen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich bin gespannt, ob es Euch auch so ergeht. Frau Konfusi jedenfalls liebt sie und kann oftmals nicht widerstehen. Wenn sie sie erblickt, dann entflammt ihr Herz und sie kann nicht anders, als ihnen ihre Liebe zu schenken. Doch manchmal hat sich alles auch als eine Art Hassliebe entpuppt. Das kann dann ganz schön schmerzen.</strong><br />
„Ich muss mal kurz in die Stadt und ein paar Erledigungen machen“, ruft Frau Konfusi ihrem Mann zu, der gerade in eine wissenschaftliche Veröffentlichung vertieft ist. „Ich nehme den Bus und bin zum Abendessen wieder zurück!“<br />
Ganz sicher ist sich Frau Konfusi nicht, ob ihr Mann sie richtig verstanden hat oder ob er überhaupt etwas mitbekommen hat. Es kommt nämlich nur ein kurzes<br />
„Okay!“<br />
aus seinem Arbeitszimmer. Es könnte sich auch auf den Inhalt der Veröffentlichung bezogen haben. Aber Frau Konfusi bleibt keine Zeit mehr zum Nachhaken, denn schon in wenigen Minuten fährt der Bus vorne an der Straßenecke ab. Also schlüpft sie schnell in Jacke und Schuhe, schnappt sich noch ihre Tasche und schon klappt die Wohnungstür von außen zu.<br />
Im Bus macht sie sich dann doch ein wenig Gedanken, ob ihr Mann mitbekommen hat, dass sie zum Einkaufen in die Stadt fährt.<br />
„Ach egal!“, denkt sie. „Er wird schon merken, wenn ich nicht da bin und außerdem haben wir noch gestern Abend darüber gesprochen, dass ich heute in die Stadt fahren will und mich mit Brigitta zum Einkaufen treffe.“<br />
Brigitta ist eine langjährige Freundin von Frau Konfusi und sie braucht heute unbedingt einen weiblichen Rat. Übernächstes Wochenende sind Herr und Frau Konfusi nämlich zur Geburtstagsfeier von Marcos Eltern eingeladen. Sie feiern ihren achtzigsten Geburtstag. Naja, eigentlich sind sie im Abstand von einer Woche jeder erst vierzig geworden, also zusammen achtzig Jahre. Das wollen sie allerdings ganz groß feiern. Sie haben alle Freunde und Verwandte in ein Schloss eingeladen und haben ausdrücklich um elegante Kleidung gebeten. Naja und zu diesem Anlass braucht Frau Konfusi natürlich ein neues Kleid und den Rat ihrer Freundin.<br />
„Hallo meine Liebe, da bist du ja!“, freut sich Brigitta und umarmt Frau Konfusi herzlich. „Wollen wir erst einen Kaffee trinken oder hinterher?“<br />
„Lass uns lieber erst nach einem Kleid Ausschau halten!“, beschließt Frau Konfusi und die beiden Freundinnen ziehen auch sogleich los.<br />
Nachdem sie in der ersten Boutique nicht fündig geworden sind, muss sich Frau Konfusi jetzt allerdings zwischen zwei sehr schönen Kleidern entscheiden.<br />
„Welches würdest Du denn nehmen?“, fragt sie ihre Freundin. Diese schüttelt jedoch auch etwas ratlos den Kopf.<br />
„Sie stehen Dir beide hervorragend.“<br />
„Darf ich ihnen einen Rat geben?“, fragt die Verkäuferin und deutet auf das Kleid mit den Perlen am Ausschnitt. „Das ist sogar heruntergesetzt, weil es noch aus der letzten Saison ist.“<br />
„Ach, dann willst du es wohl loswerden“, denkt Frau Kofusi und weiß plötzlich, was gegen das Kleid spricht.<br />
„Macht es mich nicht um die Hüften etwas fülliger?“, richtet sie ihre Frage an die Freundin.<br />
„Jetzt, da Du es sagst, fällt es mir auch auf“, bestätigt Brigitta.<br />
Frau Konfusi geht in die Kabine zurück und kommt mit einem zufriedenen Lächeln mit dem anderen Kleid wieder heraus.<br />
„Das nehme ich!“, beschließt sie.<br />
„Das steht Ihnen auch ausgezeichnet!“, erklärt nun die Verkäuferin. „Ich hätte mich auch für dieses Kleid entschieden.“<br />
„Aha!“, entschlüpft es Frau Konfusi und ihrer Freundin wie aus einem Munde.<br />
„So und jetzt gönnen wir uns noch einen Kaffee und ein Stückchen Torte!“, beschließt Brigitta.<br />
Auf dem Weg zum Cafe kommen sie an mehreren Geschäften vorbei und plötzlich beleibt Frau Konfusi wie angewurzelt vor der Auslage eines Schuhgeschäfts stehen.<br />
„Ich habe gar keine Schuhe,- jedenfalls nicht für das Kleid!“<br />
Das Entsetzen steht Frau Konfusi regelrecht im Gesicht geschrieben.<br />
„Ich kann doch dazu keine platten Treter anziehen!“<br />
„Nein, dazu brauchst Du elegante Schuhe mit Absätzen, sonst wirkt das Kleid doch gar nicht. Komm, lass uns hineingehen und die passenden Schuhe aussuchen“, schlägt die Freundin vor.<br />
„Ich glaube, ich habe sie schon gefunden!“ Frau Konfusi deutet auf ein paar beige Schuhe mit Absätzen. „Die würden mir gefallen!“<br />
Fünf Minuten später bringt die Verkäuferin die besagten Schuhe zum Anprobieren.<br />
„Oh, ich habe schon lange keine Schuhe mit Absätzen mehr getragen, aber früher, da hatte ich nur solche Schuhe!“, sagt Frau Konfusi und schlüpft hinein. „Hoffentlich kann ich damit auch gehen!“<br />
Und sie kann es!<br />
„Die sind toll!“, ruft sie begeistert aus und spaziert durch die Reihen.<br />
„Willst Du noch ein paar andere probieren?“, fragt Brigitta.<br />
„Nein! Ich will die oder keine! Ich habe mich regelrecht in die Schuhe verliebt. Die muss ich unbedingt haben!“<br />
Nachdem die beiden Freundinnen das Schuhgeschäft verlassen haben und bei Kaffee und Kuchen sitzen, kann es Frau Konfusi kaum erwarten, ihrem Mann das Kleid und die Schuhe vorzuführen.<br />
„Ich bin wieder da“, strahlt sie und steckt ihren Kopf in das Arbeitszimmer ihres Mannes, der immer noch am Schreibtisch sitzt und über seiner Veröffentlichung grübelt.<br />
„Ach, Du warst weg?!“, meint er stirnrunzelnd.<br />
„Ja und ich habe mir auch etwas Schönes gekauft! Ein tolles Kleid und super schöne Schuhe!“<br />
Da Herr Konfusi die Begeisterung seiner Frau bemerkt, erhebt er sich und ermuntert sie, ihm doch die beiden Sachen zu zeigen:<br />
„Mach doch mal Modenschau!“<br />
Das lässt sich Frau Konfusi nicht zweimal sagen und schlüpft sofort in das Kleid und in die Schuhe.<br />
„Chic! Das steht Dir hervorragend. Und die Schuhe! Ach, was habe ich eine elegante und schöne Frau!“<br />
Frau Konfusi strahlt. „Ja, ich liebe diese Schuhe!“<br />
„So, so?!“, meint ihr Gatte nur.<br />
„Ich muss sie zwar noch ein bisschen einlaufen“, gesteht sie nun. „Sie zwicken ein wenig. Komisch, vorhin im Geschäft haben sie einwandfrei gepasst. Naja, sind eben noch neu, da ist das manchmal so.“<br />
Ruckzuck ist das übernächste Wochenende und die große Geburtstagsfeier der Nachbarn. Die Feier ist einmalig und das Essen vorzüglich. Anschließend gibt es ein lustiges Programm und dann darf getanzt werden.<br />
Inzwischen kommen Herr und Frau Konfusi von der Feier müde nach Hause.<br />
„Oh, was tun mir meine Füße weh!“, stöhnt Frau Konfusi.<br />
„Das kommt vom vielen Tanzen“, lächelt ihr Mann.<br />
„Nein, das kommt von den blöden Schuhen!“, schimpft seine Gattin und wirft sie in die Ecke. „Ich hasse sie!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-blau-des-himmels/">Das Blau des Himmels</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/biergartenerlebnis/">Biergartenerlebnis</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/unser-maerchenhaftes-erlebnis/">Unser märchenhaftes Erlebnis</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Auf Reisen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/auf-reisen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2016 22:07:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Anzug]]></category>
		<category><![CDATA[Jackett]]></category>
		<category><![CDATA[Kongress]]></category>
		<category><![CDATA[Kuchen]]></category>
		<category><![CDATA[Professor]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Verkäuferin]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Heute wollen wir Herrn und Frau Konfusi auf Reisen begleiten. Es ist keine Vergnügungsreise, sondern eher eine berufsbedingte Reise. Der ältere Professor ist zwar nicht mehr im Dienst, aber sein Wissen und seine Forschungsergebnisse werden immer noch geschätzt. Auch schreibt er fleißig Veröffentlichungen und nimmt an Kongressen teil. So bittet man ihn oftmals einen Vortrag über sein Spezialgebiet zu halten. Seine Frau begleitet ihn immer auf Reisen und so soll es auch dieses Mal sein. Um das Kofferpacken kümmert sich schon seit jeher Frau Konfusi. „Du kannst das viel besser als ich“, pflegt er immer zu sagen und nimmt dabei seine Gattin zärtlich in den Arm. Er selbst kümmert sich nur darum, dass er alle notwendigen Unterlagen für seinen Vortrag dabei hat und übernimmt dann auch noch die Autofahrt. Die beiden älteren Herrschaften sind mit dieser Arbeitsteilung völlig zufrieden und es klappt eigentlich alles auch immer ganz gut. Heute ist Frau Konfusi allerdings etwas nervös, denn wie das so ist im Leben, kommt manchmal alles auf einmal und anders als man denkt. Eigentlich wollten &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Heute wollen wir Herrn und Frau Konfusi auf Reisen begleiten. Es ist keine Vergnügungsreise, sondern eher eine berufsbedingte Reise. Der ältere Professor ist zwar nicht mehr im Dienst, aber sein Wissen und seine Forschungsergebnisse werden immer noch geschätzt. Auch schreibt er fleißig Veröffentlichungen und nimmt an Kongressen teil.</strong><br />
<span class="dropcap">S</span>o bittet man ihn oftmals einen Vortrag über sein Spezialgebiet zu halten. Seine Frau begleitet ihn immer auf Reisen und so soll es auch dieses Mal sein.<br />
Um das Kofferpacken kümmert sich schon seit jeher Frau Konfusi.<br />
„Du kannst das viel besser als ich“, pflegt er immer zu sagen und nimmt dabei seine Gattin zärtlich in den Arm.<br />
Er selbst kümmert sich nur darum, dass er alle notwendigen Unterlagen für seinen Vortrag dabei hat und übernimmt dann auch noch die Autofahrt. Die beiden älteren Herrschaften sind mit dieser Arbeitsteilung völlig zufrieden und es klappt eigentlich alles auch immer ganz gut.<br />
Heute ist Frau Konfusi allerdings etwas nervös, denn wie das so ist im Leben, kommt manchmal alles auf einmal und anders als man denkt. Eigentlich wollten sie um diese Uhrzeit schon startbereit sein. Aber am Abend vorher, klingelte es an der Haustür. Ein befreundetes Ehepaar, Hanna und Egon, kamen unverhofft vorbei und wollten nur einmal kurz Hallo sagen. Daraus wurde ein sehr unterhaltsamer Abend, der erst nach Mitternacht endete.<br />
Heute Morgen erwachen Herr und Frau Konfusi dann allerdings mit Kopfschmerzen.<br />
„Daran ist bestimmt der Wein schuld, den Hanna und Egon mitgebracht haben. Irgendwie war er mir gleich ein bisschen schwer“, folgert Frau Konfusi.<br />
Sei es wie es sei, auf jeden Fall sind die Beiden wohl auch noch mit dem linken Fuß aufgestanden und leicht genervt. Alles geht nicht schnell genug und will nicht wie es soll. Professor Konfusi, der es gar nicht mag, wenn er in einem Anzug herumlaufen soll, beschließt erst einmal in kurzen Hosen und Schläppchen den Tag zu beginnen.<br />
„Warum ziehst du nicht wenigsten eine lange leichte Sommerhose und vernünftige Schuhe an?“, fragt Frau Konfusi ihren Gatten.<br />
„Ich will ja nicht schwitzen und vielleicht machen wir zwischendrin noch einmal Rast. Wir kommen doch an einem schönen See vorbei und da könnten wir uns ein bisschen in die Sonne setzen. Kurze Hosen und Schläppchen sind also viel bequemer und praktischer. Es reicht mir schon, wenn ich morgen und übermorgen den ganzen Tag im Anzug rumlaufen muss“, erklärt er seiner Frau.<br />
Frau Konfusi hat einen Koffer und eine Schuhtasche gepackt und ihr Mann verstaut nun alles im Kofferraum.<br />
„Hier sind deine guten neuen Schuhe, die du morgen dann zum Anzug anziehst“, sagt sie und stellt diese neben die Tasche. Danach verschwindet sie noch einmal kurz im Bad, bevor es dann endgültig los geht.<br />
„So“, meint Professor Konfusi, „sag am besten gleich, was du vergessen hast. Dann müssen wir nicht wieder in fünf Minuten umdrehen.“<br />
„Warte mal, ich schau eben nochmal schnell nach, ob ich die Haustür zugemacht habe“, entgegnet seine Frau.<br />
„Hast du! Ich habe es gesehen. Du hast auch die Wohnungstür abgeschlossen, alle Fenster sind zu und es brennt auch in keinem Zimmer das Licht. Wir haben alles und alles ist in Ordnung.“<br />
Frau Konfusi atmet einmal tief durch und lässt sich dann beruhigt in den Sitz fallen. Und los geht die Fahrt. Sie unterhalten sich angeregt über dies und das, doch plötzlich fallen Frau Konfusi die Augen zu und sie macht ein kleines Nickerchen. Als ihr Mann zu dem kleinen See abbiegt und dort einen Rastplatz anfährt, wacht sie wieder auf und blinzelt in die Sonne.<br />
Beim Aussteigen fällt der Blick der älteren Dame auf die Füße ihres Mannes.<br />
„Hast du eigentlich die Schuhe dabei?“, fragt sie ihn.<br />
„Welche? Da waren eine ganze Menge Schuhe. Ich frage mich, wieso du so viele Schuhe mitnimmst.“<br />
„Die Schuhe müssen doch zur jeweiligen Kleidung passen. Aber das meine ich nicht. Hast du <em><strong>deine</strong></em> Schuhe dabei“, erkundigt sie sich.<br />
„Wenn <em><strong>du</strong></em> sie eingepackt hast, dann sind sie wohl in der Schuhtasche mit dabei“, entgegnet ihr Mann.<br />
„Die habe ich aber neben die Schuhtasche gestellt, weil sie nicht mehr hinein gepasst haben. Das habe <em><strong>ich dir</strong></em> aber ausdrücklich gesagt.“<br />
Als Professor Konfusi nicht antwortet, sondern seine Frau nur schweigend ansieht, ist dieser alles klar.<br />
„Na, dann stehen sie da wohl immer noch.“<br />
Und nach einem Blick auf die Uhr meint sie: „Wir sollten vor dem Einchecken im Hotel erst noch schnell ein Schuhgeschäft ansteuern, sonst musst du morgen deinen Vortrag in Anzug und Schläppchen halten. Für <em><strong>dich</strong></em> habe ich nämlich nur dieses eine Paar Schuhe eingeplant, das <em><strong>du</strong> </em>zu Hause hast stehen lassen.“<br />
„Dann hätten es wenigstens meine Füße in den Schläppchen ein bisschen bequem, während ich in Anzug, Hemd und Krawatte schwitzen muss“, grinst der Professor.<br />
„Und mit Garantie wären auch alle Lacher auf deiner Seite!“<br />
Am nächsten Morgen marschiert Professor Konfusi dann in funkelnagelneuen Schuhen zum Kongress. Seine Frau macht in der Zwischenzeit eine Stadtrundfahrt und geht in der Altstadt bummeln. Als er am Nachmittag wieder im Hotel zurück ist, hat er seiner Frau ein Stückchen Kuchen mitgebracht.<br />
„Ich bin an einer Konditorei vorbeigekommen und der Kuchen hat mich so angelacht“, erzählt er seiner Gattin. „Ich habe mir eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen gegönnt. Aber ich habe Dir auch ein Stück mit gebracht.“<br />
„Das ist lieb von dir, aber ich war in der Altstadt auch schon in einem Café“, entgegnet sie. „Du kannst es gerne auch noch essen.“<br />
Das lässt sich Professor Konfusi allerdings nicht zweimal sagen.<br />
„Danke. Ich muss dir aber noch was erzählen“, meint er, als das letzte Krümelchen in seinem Mund verschwunden ist. „Nicht nur der Kuchen hat mich angelacht, sondern auch die Verkäuferin. Ich scheine hier schon irgendwie bekannt zu sein.“<br />
„Wieso das denn? Wir waren doch noch nie hier in dieser Stadt“, wundert sich Frau Konfusi.<br />
„Ich finde es ja auch merkwürdig, aber als ich in den Laden kam, fragte die Verkäuferin: ‚ Bitteschön Herr Konfusi, was kann ich für sie tun?‘ “<br />
Plötzlich beginnt seine Frau zu lachen. „Das Rätsel kann ich für dich lösen“, erklärt sie ihrem Mann. Da dieser aber fragend die Stirn runzelt, lässt sie ihn nicht länger rätseln.<br />
„Schau doch mal in den großen Spiegel dort drüben!“<br />
Professor Konfusi ist jetzt tatsächlich etwas verwirrt, aber er folgt den Anweisungen seiner Frau und tritt an den Spiegel heran. Ein Blick in diesen und er muss ebenfalls lachen. Mit der rechten Hand greift er sich dann an seine linke Brust und entfernt das angesteckte Namensschild von seinem Jackett.</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Same, same, but different (Teil 2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jan 2016 16:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[different]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnis]]></category>
		<category><![CDATA[Fußgänger]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Rhodos]]></category>
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		<category><![CDATA[Schuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Strand]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich habe ich Euch ein Erlebnis aus Thailand geschildert, heute erzähle ich Euch eine andere Geschichte. Auch hierbei geht es wieder um eine gewisse Ähnlichkeit. Während die Thailandgeschichte sich zur kalten Jahreszeit abspielte, ist dies eine Begebenheit aus dem Sommer. Warme schwarze Socken spielen hierbei also keine Rolle, aber lasst Euch überraschen, worum es sich diesmal handelt. „Wollen wir heute ein bisschen die Insel erkunden?“, frage ich meinen Mann. Wir sitzen gerade beim Mittagessen auf der griechischen Insel Rhodos. „Das wäre keine schlechte Idee, aber pack mal die Badesachen ein. Bestimmt kommen wir an einem Strand vorbei, der uns gefällt und wir würden uns ärgern, wenn wir dann nichts zum Baden dabei hätten.“ Wir sind erst seit ein paar Tagen auf dieser Insel und nur in der Sonne schmoren, macht auf Dauer keinen Spaß. Ein bisschen Abenteuer soll schon auch dabei sein. Abenteuer ist vielleicht das falsche Wort dafür, aber wir erkunden immer gerne die jeweilige Urlaubsinsel auf eigene Faust und erleben dann auch meist unsere klitzekleinen und persönlichen &#8222;Abenteuer&#8220;. Meist können wir hinterher tüchtig &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich habe ich Euch ein Erlebnis aus Thailand geschildert, heute erzähle ich Euch eine andere Geschichte. Auch hierbei geht es wieder um eine gewisse Ähnlichkeit. Während die Thailandgeschichte sich zur kalten Jahreszeit abspielte, ist dies eine Begebenheit aus dem Sommer. Warme schwarze Socken spielen hierbei also keine Rolle, aber lasst Euch überraschen, worum es sich diesmal handelt.</strong></p>
<p><span class="dropcap">„W</span>ollen wir heute ein bisschen die Insel erkunden?“, frage ich meinen Mann.<br />
Wir sitzen gerade beim Mittagessen auf der griechischen Insel Rhodos.<br />
„Das wäre keine schlechte Idee, aber pack mal die Badesachen ein. Bestimmt kommen wir an einem Strand vorbei, der uns gefällt und wir würden uns ärgern, wenn wir dann nichts zum Baden dabei hätten.“<br />
Wir sind erst seit ein paar Tagen auf dieser Insel und nur in der Sonne schmoren, macht auf Dauer keinen Spaß. Ein bisschen Abenteuer soll schon auch dabei sein. Abenteuer ist vielleicht das falsche Wort dafür, aber wir erkunden immer gerne die jeweilige Urlaubsinsel auf eigene Faust und erleben dann auch meist unsere klitzekleinen und persönlichen &#8222;Abenteuer&#8220;. Meist können wir hinterher tüchtig darüber lachen, wie zum Beispiel damals in Bangkok über unsere <a href="http://lifetellsstories.de/hallo-taxi/">Taxiirrfahrt</a> quer durch die Stadt. Heute jedoch fährt mein Mann höchstpersönlich über die griechische Insel, was bedeutet, dass wir einfach darauf losfahren, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Nein, falsch. Ziel ist irgendwo einen Strand zu entdecken, der uns gefällt und der nicht so sehr bevölkert ist.<br />
„Wo willst du eigentlich hin?“, frage ich meinen Peter, der zielstrebig losfährt, als wüsste er genau wohin er will.<br />
„Ich habe da auf der Karte eine Stelle entdeckt, dort finden wir bestimmt einen tollen Strand.“<br />
„Und wo soll das sein?“<br />
„Keine Ahnung, wie der Ort heißt, aber du kannst ja mal die Karte aufschlagen.“<br />
„Und wo soll die sein?“, erkundige ich mich und wühle im Handschuhfach.<br />
„Hier ist sie jedenfalls nicht!“<br />
„Das kann wohl nicht sein, gestern war sie da noch“, erklärt mir mein Göttergatte. „Du musst halt richtig hinsehen!“<br />
„Da kann ich gucken soviel ich will, hier ist keine Karte“, gebe ich beleidigt zurück.<br />
„Ich habe sie doch gestern noch genau studiert“, beharrt mein Mann.<br />
„Stimmt!“, bestätige ich ihn. „Das war allerdings gestern Abend im Bett. Wahrscheinlich liegt sie noch auf dem Nachttisch.“<br />
„Egal, ich habe sowieso alles genau im Kopf!“<br />
Mein Mann hat im Gegensatz zu mir ein sehr gutes Orientierungsvermögen und wenn er keine <a href="http://lifetellsstories.de/auf-umwegen-ans-ziel/">Abkürzungen</a> nimmt, klappt das schon. Außerdem befinden wir uns auf einer Insel. Rundherum ist Wasser und da wird es schon eine Menge Strände geben, die wir anfahren können. Hier kann also nichts schiefgehen.<br />
Irgendwann fahren wir über relativ unzugängliches Gelände, aber wie ja jeder weiß, sind die besten Strände immer ziemlich versteckt und mit dem Auto schwer erreichbar. Es geht hoch und runter, über Steine und Schlaglöcher.<br />
„Wollen wir nicht besser laufen. Sonst fallen wir noch irgendwo runter oder bleiben stecken“, fragt der Angsthase Astrid.<br />
„Ach Quatsch!“, antwortet der Entdecker Peter. „Das ist ja wohl eine Straße!“<br />
„Aber was für ein!“, verdrehe ich die Augen und warne sogleich vor dem nächsten Schlagloch: „Achtung!“<br />
Nach einer gefühlten Ewigkeit endet die angebliche Straße im Nichts. Das stimmt nicht ganz: Vor uns liegt eine scharfe Kurve, die steil abfällt. Rechterhand spiegelt sich die Sonne im Meer und einige wenige Autos parken in sehr fragwürdigen Positionen und man kann nur hoffen, dass deren Handbremse gut angezogen wurde.<br />
„Das muss er sein!“<br />
„Wer?“, frage ich, doch da hat mein Peter schon das Auto hinter ein anderes Auto gequetscht und steigt aus.<br />
Von oben begutachten wir den Strand und stellen fest, dass es sich um einen reinen Kiesstrand handelt. Das ist jetzt nicht so ganz mein Fall, aber es gibt Liegen. Die wenigen Leute, die anscheinend diesen tollen Strand entdeckt haben, schwimmen im Meer.<br />
„Komm wir gehen mal hinunter!“<br />
Also schnappen wir unsere Badesachen und marschieren hinunter. Und jetzt sehe ich außer den Kieselsteinen und dem Meer auch noch etwas anderes.<br />
„Und dafür habe ich meinen neuen Bikini eingepackt?“, frage ich meinen Mann, doch der zuckt nur grinsend mit den Schultern.<br />
Wir schälen uns also in unser Adam- und Evakostüm und ergattern auch noch zwei freie Liegen.<br />
„Hier stinkt es!“, stelle ich jedoch schon nach wenigen Minuten fest. „Das liegt bestimmt an der Bedürfnisanstalt dort drüben. Lass uns andere Liegen suchen.“<br />
Gesagt, getan. Wir wechseln unseren Platz. Und das nicht nur einmal oder zweimal. Das Wasser ist toll, aber atmen muss man ja auch.<br />
Da es inzwischen schon etwas kühler geworden ist und die Sonne untergeht, verlassen die übrigen Badegäste den Strand. Wir auch, zumindest haben wir dies vor. Gerade als wir unsere sieben Sachen zusammengepackt haben, stellt mein Mann die entscheidende Frage:<br />
„Wo haben wir eigentlich zuerst gelegen?“<br />
„Wieso?“, will ich wissen.<br />
„Ach nur so. Wahrscheinlich habe ich dort meine Schuhe stehen gelassen.“<br />
„Dort vorne stehen noch welche“, sag ich und deute in die Richtung, wo ich etwas liegen sehe.<br />
Peter eilt auch schon hin und schlüpft in die Schläppchen hinein.<br />
„Meine Füße sind geschrumpft“, höre ich ihn rufen. „Oder hast du die viel zu groß gekauft?“<br />
Ich stehe jetzt neben ihm und schaue etwas verblüfft auf seine Füße. Irgendwie sehen die Schuhe aus wie die, in denen er hierher gekommen ist. Irgendwie aber auch nicht. Die gleichen Schuhe, aber wohl nicht die selben.<br />
„Hattest du mir nicht neue Schläppchen besorgt?“, fragt er mich. &#8222;Die sind jedenfalls eklig!&#8220;<br />
Seine Füße stecken in abgelatschten und viel zu großen Schlappen.<br />
„Die hier habe ich auch gar nicht gekauft! Schau sie dir doch mal an!“, verteidige ich mich. „Da scheint wohl jemand in deinen schönen nagelneuen Schuhen geflüchtet zu sein und hat dir seine alten ausgelatschten dagelassen“, verschlucke ich mich fast vor Lachen.&#8220;</p>
<p>Wir blicken uns um, aber außer uns ist niemand mehr da.<br />
„Los komm“, ruft mir mein Göttergatte zu. „Den kriegen wir!“<br />
Wir hechten zu unserem Auto, das Dank gut angezogener Handbremse auch noch da steht, wo wir es abgestellt haben.<br />
Auf unserer Rückfahrt nehmen wir jeden Fußgänger genauestens unter die Lupe. Besser gesagt, wir schauen jedem auf die Füße. Leider ist uns der Flüchtige doch einige Fußlängen voraus und wir, beziehungsweise mein Mann bleibt in den abgelatschten Schlappen stecken. Allerdings findet er sie so eklig, dass er es vorzieht barfuß zu unserem Hotel zurückzufahren, wo noch andere Badeschlappen auf ihn warten.<br />
Soviel zum Thema „Same, same, but different!“ Aber wie ich uns kenne, wird es nicht lange dauern und wir erleben wieder ein neues &#8222;Abenteuer&#8220;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht habt Ihr Lust noch mehr Urlaubsgeschichten zu lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/den-schuhen-des-anderen/">In den Schuhen des Anderen</a></p>
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<p><a href="http://lifetellsstories.de/stock-und-weisser-bart/">Stock und weißer Bart</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>In den Schuhen des Anderen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2015 19:21:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[des Anderen]]></category>
		<category><![CDATA[Krater]]></category>
		<category><![CDATA[Neapel]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhe]]></category>
		<category><![CDATA[Vesuv]]></category>
		<category><![CDATA[Vulkan]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderstock]]></category>
		<category><![CDATA[zum Schmunzeln]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder denkt jetzt bestimmt zuerst an das Märchen der Gebrüder Grimm. Ich muss jedoch enttäuschen, es geht hier nicht um Aschenputtel und auch nicht um den amerikanischen Film „In den Schuhen meiner Schwester“. Ich habe weder eine Schwester noch Stiefschwestern, also fallen diese beiden Geschichten schon einmal aus. Dafür will ich aber ein Erlebnis aus unserem Leben erzählen, das genau zu dieser Überschrift passt: Es ist inzwischen zwar ein paar Jahre her, aber es passierte in nicht allzu ferner Vergangenheit, denn Timo begleitete uns nicht mehr auf unseren Reisen. Wir waren in Italien, genauer gesagt in Neapel. Während Peter seine Zeit auf einem Kongress und bei Besprechungen verbrachte, machte ich Stadtrundfahrten mit dem Bus und hatte somit bis zum Wochenende die gesamte Stadt erkundet. Samstag und Sonntag wollten wir dann gemeinsam mit einem Bekannten die Gegend erforschen. „Lass uns doch morgen zum Vesuv fahren!“, schlug er uns beim gemeinsamen Abendessen vor. Von unserem Hotelzimmer aus, hatten wir einen wunderschönen Blick auf diesen Vulkan und für einen Besucher Neapels ist der Vesuv ein unbedingtes Muss. „Okay, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jeder denkt jetzt bestimmt zuerst an das Märchen der Gebrüder Grimm. Ich muss jedoch enttäuschen, es geht hier nicht um Aschenputtel und auch nicht um den amerikanischen Film „In den Schuhen meiner Schwester“. Ich habe weder eine Schwester noch Stiefschwestern, also fallen diese beiden Geschichten schon einmal aus. Dafür will ich aber ein Erlebnis aus unserem Leben erzählen, das genau zu dieser Überschrift passt:</strong><br />
<span class="dropcap">E</span>s ist inzwischen zwar ein paar Jahre her, aber es passierte in nicht allzu ferner Vergangenheit, denn Timo begleitete uns nicht mehr auf unseren Reisen. Wir waren in Italien, genauer gesagt in Neapel. Während Peter seine Zeit auf einem Kongress und bei Besprechungen verbrachte, machte ich Stadtrundfahrten mit dem Bus und hatte somit bis zum Wochenende die gesamte Stadt erkundet. Samstag und Sonntag wollten wir dann gemeinsam mit einem Bekannten die Gegend erforschen.<br />
„Lass uns doch morgen zum Vesuv fahren!“, schlug er uns beim gemeinsamen Abendessen vor. Von unserem Hotelzimmer aus, hatten wir einen wunderschönen Blick auf diesen Vulkan und für einen Besucher Neapels ist der Vesuv ein unbedingtes Muss.<br />
„Okay, er wird ja nicht gerade jetzt wieder ausbrechen, immerhin war die letzte Eruption 1944 und seither gibt es nur leichte Beben hin und wieder“, meinte ich leichthin.<br />
„Ja, aber er ist immer noch aktiv und nicht erloschen, so wie dein Vulkan auf dem du geboren bist“, versuchte Peter mir jetzt doch ein wenig Angst einzujagen. Tatsächlich wurde mir schon ein bisschen mulmig zumute, aber ich sagte mir, dass zur Zeit keinerlei Anzeichen für einen morgigen Ausbruch vorhanden waren. Und so freute ich mich auf den nächsten Tag, denn ich wollte unbedingt einen Blick in den Krater des Vesuv werfen.<br />
„Bist du fertig?“, fragte Peter mich am nächsten Morgen nach dem Frühstück. Wir wollen dann los!“<br />
„Moment noch“, erklärte ich ihm. „Ich kann meine Schuhe nicht finden. Wahrscheinlich sind die noch im Koffer, ich sehe gleich mal nach!“<br />
Ich zerrte den Koffer aus der Ecke und öffnete ihn. Doch alles, was ich darin entdeckte war gähnende Leere.<br />
Jetzt fiel es mir wieder ein. Meine Turnschuhe hatte ich zu Hause gelassen, um Gewicht zu sparen und lieber noch andere mir wichtig erscheinende Dinge einzupacken. Das wäre ja an sich nicht schlimm, aber ich hatte nur Flipflops, etwas elegantere Riemchenschuhe und Sandalen mit hohen Absätzen dabei.<br />
„Macht doch nichts“, erklärte mir mein Peter. „Bestimmt können wir bis fast oben hin mit dem Auto fahren und die restlichen vielleicht 20 Meter geht das auch mit deinen Sommerschühchen!“<br />
Was sollte ich darauf sagen?<br />
„Wird schon stimmen“, dachte ich mir. „Heutzutage kommt man mit dem Auto überall hin, wieso nicht auch auf den Vesuv?!“<br />
Mehr Gedanken machte ich mir nicht und stieg zu meinem Mann und unserem Bekannten ins Auto. So weit war auch alles in Ordnung und Peters Erklärung leuchtet mir ein. Jedenfalls bis zu dem Parkplatz auf dem wir unseren Mietwagen abstellen mussten, weil keinerlei Möglichkeit gegeben war mit diesem Gefährt weiterzufahren. Ich warf zunächst einen Blick auf den steinigen Weg, der sich vor uns eröffnete und dann einen zweiten Blick auf meine Füße oder besser gesagt: Auf meine Schuhe.<br />
„Das geht gar nicht!“, stellte ich die Situation richtig erfassend fest. „Dann muss ich wohl oder übel hier auf euch warten. Schade!“ Meine Fußbekleidung, wenn man sie überhaupt so nennen konnte, hatte relativ dünne Sohlen und ich würde jedes noch so kleine Steinchen schmerzlich spüren.<br />
„Ist doch Quatsch!“, hörte ich meinen Mann sagen, als dieser den Kofferraum des Wagens noch einmal öffnete. „Hier zieh einfach meine Schuhe an, ich hab doch noch ein zweites Paar. Dann ist alles okay.“<br />
„Wie stellst du dir das denn vor?“, fragte ich ihn. Immerhin habe ich Schuhgröße 37 und er hat Größe 43.<br />
„Ganz einfach: Du ziehst deine Schuhe aus und schlüpfst in meine hinein. Ist doch kein Problem.“<br />
Ich kann es im Nachhinein selbst gar nicht glauben, aber ich tat es. Ein Blick meinerseits auf meine Füße vermittelte mir folgenden Eindruck: Ich stand mit jedem meiner beiden Füße jeweils in einem riesigen Boot, so groß waren die Schuhe und so klein meine Füße.<br />
Wir erhielten jeder einen aus einem Ast gefertigten Wanderstock und los ging es. Wir hatten einen Marsch von ungefähr 3 Kilometern und einen Höhenanstieg von ca. 160 Metern auf steinigem Boden zu bewältigen. Die geschätzte Dauer lag bei einer Stunde bei brütender Hitze.<br />
Die ganze Zeit über dachte ich nur: „Dich kennt ja hier niemand!“<br />
Meinem Mann und unserem Bekannten untersagte ich unter Androhung von Kerkerhaft auch nur ein einziges Foto zu machen, auf welchem ich mit Peters Schuhen zu sehen war.<br />
Ich schlurfte also den Weg zur Krateröffnung nach oben. Einen Fuß vor den anderen setzend und bei jedem dritten Schritt innerhalb des Schuhs immer wieder nach hinten rutschend, stützte ich mich auf meinen Wanderstock und hatte das Gefühl die Strecke mehr oder weniger doppelt oder gar dreifach zu laufen.<br />
„Lauft doch nicht so schnell! Ihr müsst schon auf mich warten. So einfach ist das nicht in diesen riesigen Schuhen!“, forderte ich die beiden Männer immer wieder auf.<br />
Ich versuchte es zu vermeiden den mir entgegenkommenden, mitlaufenden und nachfolgenden Personen in die Gesichter zu blicken, denn ich schämte mich in Grund und Boden, was ich auch meinem Peter zu verstehen gab. Dieser meinte jedoch nur lapidar: „Was ist das eigentlich? „Schämen? Wie geht das? Was macht man da?“<br />
Nachdem ich ihm als Antwort einfach nur die Zunge rausstreckte, lachte er: „Sieht doch sowieso keiner!“<br />
Jetzt ärgerte ich mich aber noch mehr und gab ihm zur Antwort:<br />
„Nur weil du nicht hinschaust, musst du nicht denken, dass andere es auch nicht sehen!“<br />
„Aber was soll es!“, überlegte ich mir. „Die Aussicht ist so toll, warum soll ausgerechnet jemand auf meine Füße schauen?“ Und wie schon einmal gedacht: „Mich kennt hier ja niemand!“<br />
Tapfer marschierte ich weiter und akzeptierte das Zurückrutschen im Schuh als gottgewollt. Man sollte es nicht glauben, aber ich erreichte die Krateröffnung und schlurfte dort oben weiter. Es hatte sich auf alle Fälle gelohnt. Hiermit meine ich nicht nur den Blick in den Schlund des Vulkans, sondern auch den Ausblick über Neapel einerseits und über das Meer mit den Inseln Ischia und Capri andererseits.<br />
Danach entschlossen wir uns wieder zum Abstieg. Dieser gestaltete sich in den Schuhen meines Mannes wiederum auf eine etwas andere Art und Weise als schwierig. Während ich beim Aufstieg innerhalb des Schuhs mit meinem Fuß nach hinten gerutscht war, rutschte ich bergab jetzt innerhalb des Schuhs nach vorne. Somit war hinter meiner Ferse noch reichlich Platz. Ähnlich wie ein Schaufellader Steine auf die Ladefläche eines Lasters befördert, beförderten meine jeweiligen Hintermänner (und es waren wahrlich viele Leute unterwegs) mir eimerweise die Steine in die Schuhe. Dies bedeutete, dass ich jetzt auch nur immer einige Meter vorwärts kam, dann musste ich wieder die Schuhe auskippen, um weiter laufen zu können.<br />
„Wartet mal einen Augenblick! Ich muss erst die Steine aus Peters Schuhen kippen!“, erklärte ich immer wieder.<br />
Ich möchte nicht wissen, welches Bild ich abgab, aber bestimmt habe ich einige Menschen mit meinem Anblick fröhlich und damit auch glücklich gemacht. Glücklich schon allein deshalb, weil sie sicherlich dankbar waren, in ihren eigenen Schuhen stecken zu dürfen.<br />
Was soll es! Sagen nicht die Pfadfinder, dass man jeden Tag eine gute Tat machen soll?! Na, da habe ich sicherlich mit meinem zum Schmunzeln anregenden Aussehen viel Gutes getan an diesem Tag.</p>
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